Von innen nach außen – wir erleben, was wir denken

Kennt ihr solche Tage, an denen man gerade eine blöde Nachricht oder gar eine „Hiobsbotschaft“ erhalten hat? Vielleicht nur eine Kleinigkeit, aber trotzdem ärgerlich: der Bußgeldbescheid, die Steuernachzahlung, die fällige Reparatur des Autos. Ich erhielt zum Beispiel neulich bei meiner Zahnärztin die Nachricht, dass aufgrund eines „Problemzahns“ demnächst eine nicht unerhebliche Summe auf mich zukommen wird. Klar, es ist „nur“ Geld. Aber irgendwie fällt es mir nach dieser Nachricht trotzdem schwer, weiter gut gelaunt durch den Tag zu gehen. Draußen macht sich zum ersten Mal der Frühling bemerkbar, die Sonne scheint, die Vögel jubilieren wie noch nie in diesem Frühjahr.

Doch mein Geist ist getrübt, und nichts vermag mich in diesem Moment aufzuheitern. Wo ich doch eigentlich wissen müsste, wie es geht, in gute Laune zu kommen. Früher hätte ich mir dafür noch zusätzlich Vorwürfe gemacht. Mittlerweile weiß ich, dass es manchmal einfach Momente gibt, in denen man sich die schlechte Laune erlauben sollte. Ich registriere es also, beobachte mich selbst dabei und denke mir: Okay, mal wieder eine Bestätigung dafür, wie sehr die innere Einstellung darüber entscheidet, wie man die Welt sieht und erlebt.

Unser Umfeld als Spiegel des inneren Zustands

In der Yogatradition geht man schon lange davon aus, dass der Zustand des Geistes darüber entscheidet, wie wir die Außenwelt wahrnehmen. Mit „Geist“ bezeichnet man hier das Feld in uns, auf dem sich Wahrnehmung, Erinnerungen, Gefühle, Empfindungen, Gedanken und Phantasien abspielen. Ziel von Yoga und Meditation ist es dementsprechend, den Geist in einen Zustand zu bringen, in dem wir alle vorgeprägten Bewertungen und Gedankenmuster loslassen können.

Aus heutiger Sicht wissen wir zudem: von den Millionen von Bits an Informationen, die pro Sekunde auf uns einprasseln, nimmt unser Gehirn nur 0,0004% bewusst auf. Doch wie wählt unser Gehirn die Informationen aus? Entsprechend unserer unbewussten Fragestellungen. Auch hier bestätigt sich also: Wir erleben die Welt so, wie wir darüber denken. Die alten Yogis liegen wohl richtig: Offenbar macht es keinen Sinn, ständig an den Rahmenbedingungen herum zu schrauben, solange wir nicht beginnen, an unserer inneren Denkweise – dem Geist – etwas zu verändern.

Der Fokus ist entscheidend

Denn wenn wir den Fokus auf Liebe, Freude und Dankbarkeit richten, dann verändert sich nicht nur unsere Sichtweise, sondern auch das, was wir erleben. Unser Gehirn und dessen Synapsenverbindungen sind in ständiger Veränderung und Anpassung. Doch damit neue Verdrahtungen entstehen können, sind besondere Eiweißmoleküle erforderlich. Diese werden dann freigesetzt, wenn wir Begeisterung erleben oder emotional berührt sind. Also über das Erleben, das Tun, das Gefühl. Auch hier können wir uns der traditionellen Techniken aus dem Yoga bedienen, um den Fokus immer mehr auf Freude, Liebe, Dankbarkeit und Glück zu richten.

Drei Tipps, um die Synapsen im Gehirn neu zu verdrahten

1. Meditation praktizieren

Komm in die Stille, nimm die düsteren Gedankenwolken (z.B. „Hiobsbotschaften“) wahr, aber lasse sie vorüberziehen. Meditation bringt dich in einen Bewusstseinszustand, in dem du negative wie positive Dinge annehmen kannst, ohne dass sie dich zu sehr runterziehen. In Studien hat man zudem festgestellt, dass Menschen, die regelmäßig meditieren, ein besseres Wohlbefinden, geringere Ängste und ein stärkeres Immunsystem haben.

2. Begeisterung leben

Es sind die „Glücksmomente“, die unsere Begeisterung entfachen, unsere Emotionen wecken und für neue Verdrahtungen im Gehirn sorgen. Also die vielen kleinen wunderbaren Momente, die wir kultivieren und erleben können, auch unabhängig von den äußeren Umständen. Die Erfahrung zeigt: je mehr wir sie wahrnehmen, umso mehr davon erleben wir auch.

Wann warst du das letzte Mal albern, begeistert, übermütig, verrückt, voller Freude? Wirkliche Begeisterung haben viele von uns verlernt. Wir haben gelernt, uns zu beherrschen und vernünftig zu sein. Um wieder mehr Begeisterung zu leben, hilft auch ein so tun als ob, oder einfach zu sein wie die Kinder. Eine weitere gute Möglichkeit, Begeisterung regelrecht zu trainieren, ist die Teilnahme am Lachyoga. Hier findest du offene und neugierige Menschen, die es sich gegenseitig und gemeinsam erlauben, mal ausgelassen zu sein. Der geniale Spielplatz für Erwachsene!

3. Herzensaufgabe entdecken

In jedem von uns brennt eine kleine Flamme, unser Potenzial, unser Beitrag für die Welt, den wir zum Ausdruck bringen wollen. Wenn wir uns dessen bewusst werden und erkennen, wo wir hingehören, dann ist dies mit einer tiefen emotionalen Erfahrung verbunden. Wenn wir dann weiter unserer „inneren Sehnsucht“ folgen, dann richtet unser Gehirn den Fokus automatisch auf alle Erfahrungen, die uns auf diesem Wege weiter bringen. Für Jammern und Grübeln bleibt dann kein Platz mehr.

Annehmen, was ist

Natürlich: Hiobsbotschaften wird es immer mal geben. Genauso wie „Arschengel“ oder Menschen, die einem das Leben schwer machen. Oder auch Wut, Ärger, Trauer und Verzweiflung. Solange wir dagegen ankämpfen oder uns selbst Vorwürfe machen, wird es nur noch schlimmer. Wenn wir allen Gedanken und Gefühlen erlauben, da zu sein, verlieren sie ihre Bedrohlichkeit, und unser Grundvertrauen wächst. Wir können einen Sinn darin sehen und die Ressourcen aktivieren, die wir brauchen, um die Verdrahtungen im Gehirn neu auszurichten – auf Liebe, Freude und Dankbarkeit.

Dabei wünsche ich dir viel Erfolg!

Namasté, Angela

 

P.S: Du möchtest intensiver in das Thema hinein gehen, noch mehr Anregungen und konkrete Übungen an die Hand bekommen, um deinen Geist, die innere Einstellung zu verändern? Dann ist vielleicht der Online-Kurs „Aktiviere dein inneres Glück und leuchte!“ interessant für dich. Einstieg jederzeit möglich!

 

Glücksgedanken für die Woche

  • Der Zustand unseres Geistes entscheidet darüber, wie wir die Welt erleben
  • Das Gehirn nimmt von den vielen Sinneseindrücken das bewusst wahr, was unseren Gedankenmustern entspricht
  • Veränderung geschieht von innen nach außen
  • Die Verdrahtungen im Gehirn können jederzeit neu verknüpft und auf Freude programmiert werden: durch Meditation, sich in die Welt einbringen und das Entfachen von Begeisterung.

 

Zitat

„Im höchsten Zustand der Erkenntnis basiert das Wissen eines Menschen nicht länger auf Erinnerungen oder Schlussfolgerungen. Sein Wissen ist spontan und unmittelbar und von außerordentlicher Qualität und Intensität.“ Aus dem Yoga Sutra des Patanjali

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