We are sailing

Das nächste Abenteuer wartet in Phuket auf uns: Wir haben von hier aus einen einwöchigen Segeltörn gebucht. Ich habe tatsächlich einen deutschen Anbieter gefunden, bei dem es zum einen wirklich um Mitsegeln geht und zum anderen sehr viel günstiger ist als bei anderen Anbietern. Also machen wir uns auf den Weg zur „Haven Yacht Marina“, um dort auf Reiner zu treffen. Reiner ist der Skipper für unseren Törn, 65 Jahre alt, und das Segelboot – die „Sunrise“ – gehört ihm. Nicht das neueste Luxusschiff, aber solide, und gut für bis zu 8 Personen geeignet. Reiner fährt in der Saison – von Oktober bis Februar – jede Woche einen neuen Törn mit neuen Leuten. Den Rest der Zeit verbringt er in seiner Heimat – dem  Saarland – oder mit seinen Kindern und Enkeln in Boston. Er ist so, wie man sich einen echten Seebären vorstellt: Eine raue, direkte Art, trotzdem empathisch und unterhaltsam. Er drängt sich bei keinem auf, und wenn man zu viele Fragen stellt – so wie ich es gerne tue – dann weist er einen auch schonmal etwas harscher zurück.

Reiner, der Seebär

Er ist der Meinung, dass wir Dinge nur lernen, indem wir sie tun. Grundsätzlilch gebe ich ihm da ja auch Recht. Aber wenn ich etwas tue, dnan muss ich auch verstehen, WOZU ich es tue. Und deshalb frage ich ziemlich viel. Zum Beispiel, welche Leine für welches Segel zuständig ist. Warum erst das Großsegel raus muss und dann das Vorsegel. Welchen Knoten man für welchen Zweck einsetzt. Leider bin ich in technischen und räumnlichen Dingen nicht so versiert und fühle mich dann immer ein wenig im Hintertreffen. Aber ich versuche, dran zu bleiben, mitzuhalten und meinen vor über 10 Jahren absolvierten Sportbootführerschein See so gut es geht wieder aufzufrischen. Was am Ende gut gelingt.

Mit von der Partie ist noch ein junges Pärchen aus Regensburg – sie sind auch auf einer Art „Weltreise“ in Asien unterwegs – und eine Schweizerin. Eigentlich hieß es vorher, dass der Skipper keine Kinder mitnehmen würde, aber Reiner hat dann wohl Mitleid bekommen und eine Ausnahme für uns gemacht. Oder er hatte einfach noch zu wenig Mitsegler. Am Ende ist er vermutlich sogar froh, dass Joshua dabei ist. Es stellt sich nämlich heraus, dass er auch noch in dem Sinne „vom alten Schlag“ ist, dass er grundsätzlich Jungs bzw. Männern eher zutraut, mit Technik umzugehen als Frauen. So sind tatsächlich Julian – der Mann von dem jungen Pärchen – und Joshua meist die ersten, die gefragt werden, wenn es um Segelangelegenheiten geht – zum Beispiel Knoten, Navigation oder das Steuerrad in die Hand nehmen. Joshua meistert es bravourös und steuert uns auch durch wildere Winde, wofür der Skipper ihm großes Lob zollt. Ich freue mich mit Joshua und scherze am Ende des Törns mit Reiner: „Wenn deine Freunde dich fragen, wie es mit dem Kind geklappt hat, dann wirst du vermutlich sagen, ‚mit dem Kind war super, aber die Mama – ohoh, die war kompliziert.“

Achtung, Coaching-Falle!

Auch mit der Antwort auf die Frage nach meinem Beruf stoße ich nicht auf Begeisterung. Als ich sage, „Life Coach“ und „Yogalehrerin“, da geht direkt das volle Klischeeprogramm mit dem Skipper durch. Das sei ja eine ganz schreckliche Szene, in der nur Schaumschläger und Dummschätzer unterwegs seien und keiner von dem eine Ahnung habe, was er da tue. Was solll man darauf antworten? Er hat wohl mal Segeltörns für die Deutsche Vermögensberatung gemacht und schert nun alle über einen Kamm. Und letztendlich stimme ich ihm ja sogar zu, dass es leider viele „schwarze Schafe“ am Markt gibt, die so drauf sind. Aber ich selbst zähle mich nicht zu denen, da ich anders arbeite und mich für absolut seriös halte und dies auch von meinen Teilnehmer:innen bestätigt bekomme. Manchmal fast zu meinem Leidwesen. Denn ich würde ich niemals etwas anbieten, von dem ich nicht selbst völlig überzeugt bin, und erst recht nicht für einen astronomischen Preis, wie es so oft geschieht in der Szene. Ich diskutiere das nicht weiter mit Reiner, denn ich merke schnell, dass er zu der Sorte Mensch gehört, mit der man nicht diskutieren kann. Auch findet er es ganz schrecklich, wenn auf einem Törn Menschen dabei sind, die jedem ihr Herz ausschütten, weil sie gerade in einer Lebenskrise sind oder ihr Leben nicht auf die Reihe kriegen, oder sich nicht in das „normale Leben“ einpassen können. Wobei es ja nun auch nicht gerade „normal“ ist, jedes Jahr monatelang auf einem Segelboot in Thailand zu leben und ständig unterwegs zu sein. Aber das sieht Reiner anders, denn er sei ja schließlich noch gesellschaftsfähig.

Menschen und Landschaften

Unsere kleine Crew dürfte ihm ganz recht sein für die Woche. Es entsteht eine nette „Segel-Zweckgemeinschaft“, bei der wir uns zwanglos unterhalten, es aber eher oberflächlich bleibt. Jeder packt super mit an, beim kochen, abwaschen oder was noch zu erledigen ist. Wir kochen nur selbst, was wir alle tatsächlich mal richtig genießen. Denn genau wie Joshua und ich war das Pärchen auf ihrer bisherigen Reise so oft essen, dass sie sich mal über andere Mahlzeiten als die üblichen Stir Fried Rice, Pad Thai, Hamburger, Club Sandwich oder Pizza freuen. Bei unseren Gesprächen geht es um bisherige Reiseerlebnisse, Zukunftsplanung, Job oder Segelstorys. Reiner hat schon mehrmals den Atlantik überquert und entsprechend Seglergarn im Gepäck. Völlig ok, aber auf Dauer würde mich das langweilen. Hier bin ich froh, mich auch mal mit einem Buch zurückziehen zu können, und auf den Törns tagsüber gibt es tatsächlich immer sensationelle Meereslandschhaften zu sehen. Die für Thailand so typischen Felsformationen bringen uns immer wieder zum staunen. Wir sehen weites, blaues Meer, einsame Buchten – es sind erstaunlich wenige Segelboote unterwegs – weiße Sandstrände und faszinierende Inseln, manchmal noch mit Höhlen oder Felsbögen, hinter denen sich manchmal eine richtige Dschungel-Landschaft erstreckt. Wir bewundern den „James-Bond-Felsen“, an dem der Film „Der Mann mit dem goldenen Colt“ gedreht wurde.

Partytourismus? Oder lieber einsame Buchten?

Wir sehen die berühmte Insel Koh Phiphi mit der Zwillingsbucht (hier wurde „The Beach“ mit Leonardo Di Caprio gedreht), von der wir allerdings ziemlich enttäuscht sind. Diese Insel ist offenbar das neue Mallorca von Thailand geworden, und abends hören wir auf dem Boot bis weit in die Nacht laute Partymusik. Am nächsten Tag fährt Reiner uns mit dem Dhingi – Beiboot – auf die Insel und wir sehen die Überreste der Party. Überall Müll und Bierdosen vor den Kneipen am Strand, die „Alcohol in a Bucket“ anbieten. Dazu die Weed-Shops, abgehalfterte, vermutlich bekiffte Partytouristen jeden Alters. Es ist einfach zu voll, zu touristisch und zu dreckig, um sich dort wohlzufühlen. Wir laufen bei sengender Hitze zum Aussichtspuntk hoch, nur um von dort aus eine Hotelruine bewundern zu können. Da hat wohl mal ein Investor angefangen, eine Bettenburg zu bauen, vielleicht ist ihm dann Corona dazwischen gekommen oder eine Pleite. Schön ist das alles nicht, und wir sind froh, als wir auf dem Segelboot zurück sind und den Anker wieder lichten.

Am nächsten Abend werden wir um ein Vielfaches entschädigt. Wir ankern in einer einsamen Bucht, wo sonst niemand ist. Da wir selbst kochen, brauchen wir keinen Ort, an dem es ein Restaurant oder Infrastruktur gibt. Hier ist einfach nur ein schöner Strand am Ufer, der Blick über das weite Meer und der rote Abendhimmel. Joshua und ich beschließen, heute Nacht draußen auf dem Oberdeck zu schlafen. Das Übernachten in der Kajüte gleicht eher meist einem Saunabesuch, da es dort weder eine Klimaanlage noch einen Ventilator gibt. So packen wir Matten und Schlafsäcke nach oben, schauen in den Sternenhimmel und genießen die absolute Ruhe. Der Knaller obendrauf: Es ist eine Nacht mit besonders vielen Sternschnuppen. Joshua sieht direkt 6 Sternschnuppen, ich in der späteren Nacht noch zwei. Ein angenehmer Wind kühlt uns, und wir schlafen so gut durch wie schon lange nicht mehr. Am nächsten Morgen gratuliert Reiner uns mit den Worten, dass es bisher nur wenige da oben durchgehalten haben, weil es ihnen dann doch irgendwann zu kalt wurde.

Unsere ersten Wünsche scheinen sich zu erfüllen: wir haben nämlich heute tatsächlich mal etwas mehr Wind! Nach einer Stunde unter Motor können wir die Segel hissen und so richtig loslegen. Wir wechseln uns ab mit Steuern, üben das Wende fahren, vom Wind abfallen, anluven, die Leinen bedienen. So langsam kommt mein altes Wissen wieder und vor allem auch der Spaß an der Sache. Es ist einfach total entspannend, mit dem Wind zu segeln, ohne Motorgeräusche durch die Wellen zu schießen, dazu der kleine Adrenalinschub, wenn das Boot sich so schief legt, dass man doch einen kleinen Moment denkt, es könnte umkippen. Wir sehen vom Boot aus weutere atemberaubende Felslanschaften, weiße Strände, Krabbenfischer in den für Thailand berühmten Longtail-Booten, den blauen Himmel und das weite Meer. Abends ankern wir in verschiedenen Buchten, essen, sitzen zusammen und schauen in den Sternenhimmel. Besser kann man die Insel-Landschaft von Thailand wohl kaum genießen. Nach einer Woche steigen wir zufrieden vom Boot, es schaukelt noch ein wenig unter den Füßen und wir freuen uns auch mal wieder auf ein klimatisiertes Hotelzimmer. Zum Glück wissen wir nicht, was uns als nächstes erwartet, sonst wäre die Vorfreude vielleicht ein wenig getrübt gewesen…

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Reisen ist Abenteuer: von Chiang Mai über Hua Hin bis Phuket

Schön warˋs in Chiang Mai! Unsere nächste Zwischenstation ist Bangkok, da wir hier unser Visum verlängern müssen. Also habe ich online einen Termin beim Immigration Office gemacht. Außerdem ist meine US-amerikanische Lachyoga-Kollegin Carla gerade in Bangkok und wir können sie dort treffen. Zunächst allerdings haben wir noch eine Nachtbusfahrt vor uns: von Chiang Mai nach Bangkok. Auf meinen früheren Reisen bin ich schon etliche Male mit Bussen über Nacht gereist und fand es irgendwie immer cool: gute Musik in den Ohren, man sieht die Lichter der Stadt vorüberziehen wie in einem Film, und wenn man Glück hat, lernt man noch nette Mitreisende kennen. Doch unser Bus – der auf dem Bild sehr modern aussah – ist leider von innen nicht so gemütlich. Es riecht komisch, und die Beinfreiheit lässt auch zu wünschen übrig.

Ok, wir überstehen es irgendwie mit wenig Schlaf und sind schon morgens um 5 in Bangkok am Busterminal, wo wir erstmal eine halbe Stunde am Taxistand warten müssen. Im Hotel angekommen, ebenfalls nochmal 3 Stunden warten, bis wir auf unser Zimmer können. Gut, dass wir mittlerweile so flexibel sind und von überall aus arbeiten bzw. Schule machen können. Also suchen wir uns ein gemütliches Plätzchen in der Hotellobby, gutes Wifi inklusive, was will man mehr. Das Warten lohnt sich: wir bekommen ein Zimmer im 7. Stock, mit Blick auf den Kanal.

Behördenrennerei – gibt es auch in Thailand

Am nächsten Tag geht es zur VISA-Verlängerung. Durch Stau – leider auch in Bangkok an der Tagesordnung  – kommen wir in letzter Minute zu unserem Termin – um dann zu erfahren, dass wir im falschen Büro sind und ganz woanders hinfahren müssen. Auch hier gibt es also Behördenrennerei – ich fühle mich schon wie zu Hause. Das für uns zuständige Burö ist in einer etwas heruntergekommenen Shopping Mall. Auf Plastikstühlen sitzen draußen im Wartebereich zahlreiche Menschen, die offenbar das Gleich wollen wie wir. Immerhin werden wir mit großen Schildern idiotensicher und Schritt für Schritt durchgeführt, was wir zu tun haben: Formular ausfüllen, Kopie vom Reisepass machen, Passfotos, eine Wartemarke ziehen. Dazu noch eine Adresse in Thailand angeben, und schließlich sind wir durch.

Faszinierendes Bangkok – trauriger Strandort

Für ein Treffen mit Carla reicht die Zeit jetzt nicht mehr, aber das holen wir am nächsten Tag nach:  mit einer „Hop on –  Hop off Tour“ auf dem beliebten Fluss Chao Praya. Von hier aus kann man die schönsten Tempel vom Wasser aus sehen, bis hin zur modernsten – und vermutlich auch teuersten – Shopping Mall von Bangkok. Diesmal reicht es für einen guten ersten Eindruck, der uns positiv überrascht: Einerseits gibt es hier Großstadtfeeling, mit Skyline, modernen Shopping Malls und Sky Train – andererseits wirkt Bangkok aber nicht so laut, dreckig, voll und anstrengend wie Delhi oder Mumbai.

Unsere nächste Station ist die Stadt Hua Hin an der Ostküste, etwa 4 Stunden Richtung Süden. Es heißt, dass hier viele Deutsche auch längerfristig leben, und von vielen Seiten hatte ich Gutes gehört. Für uns sieht die Hauptstraße der Stadt jedoch eher aus wie die schlimmsten Bettenburgen von Mallorca: sie ist gesäumt von heruntergekommenen Häusern und billigen Tourishops, nicht wirklich schön. Immerhin ist unser Resort gut – ich hatte dank Black Friday einen relativ günstigen Preis ergattert für ein richtig gutes Hotel –  und so beschließen wir, dieses möglichst wenig zu verlassen. Es reicht noch dafür, einen Friseur zu entdecken, den Joshua dringend nötig hat, ein Nagelstudio für mich, ein richtig gutes Sushi-Restaurant und einen Service zum Wäsche waschen.

The Grass is always greener…

Auch auf einer Reise fallen gewisse Erledigungen an, um die man nicht umhinkommt. Grundsätzlich bin ich nicht traurig drum, dass mir vieles von der üblichen Haushaltsarbeit erspart bleibt. Kein bisschen vermisse ich es, zu putzen, die Spülmaschine einzuräumen oder Wäsche zu waschen. Was mir manchmal dann aber doch fehlt, ist die Möglichkeit, selbst zu kochen und sich selbst versorgen zu können. Auch das klingt wie ein Luxusproblem: Aber auf Dauer macht es keinen Spaß, jeden Tag zu einem Frühstücksbuffet zu gehen, zu schauen, was davon uns überhaupt schmeckt, und sich zwischen den anderen Menschen durchzudrängeln, die ebenfalls am Kaffeeautomaten warten. Nicht immer ist unser Frühstück inklusive, so dass wir uns manchmal mit gekaufter Milch und kleinen Müslipackungen aus dem 7/11 behelfen, in unseren provisorischen Tupperdosen. Doch eine richtige Küche für so etwas haben wir nirgendwo.

Auch mit dem Essen gehen allgemein ist das so eine Sache, selbst wenn es hier natürlich weitaus günstiger ist als in Deutschland. An Straßenständen essen wir meistens nicht, da ich seit Joshuas Fast-Blut-Vergiftung damit sehr vorsichtig geworden bin. Ich selbst liebe zwar das thailändische Essen, doch auch mir ist es oft zu scharf. So gehen wir in Restaurants, die auch „westliches“ Essen anbieten und bestellen dort Club Sandwich oder Hamburger für Joshua. In der Hinsicht freuen wir uns schon jetzt wieder darauf, zu Hause selbst einkaufen zu gehen und zu kochen, was das Herz begehrt. An einem „vernünftigen“ Herd mit 4 guten Kochplatten. Es klingt paradox, aber wir merken in vielerlei Hinsicht, wie sehr man bestimmte Dinge vor allem dann zu schätzen weiß, wenn man sie eben nicht immer hat.

Wieder mal wird mir klar, dass es genau das ist, was das Leben ausmacht: in allen Bereichen gibt es die Sonnen- und die Schattenseite. Ohne „negative“ Gefühle würden wir schöne Gefühle wie Freude, Liebe, Begeisterung weniger schätzen. Ist es dann also eine Illusion, wenn wir es anstreben, immer glücklich zu sein und gute Gefühle zu haben? Sollten wir uns nicht lieber einfach damit abfinden und es hinnehmen, dass Gutes und Schlechtes im Leben passiert?

Das Glück ist nicht perfekt

Definitiv war ich schon immer davon überzeugt und vermittele es auch so, dass es nicht darum geht, dauerhaft und kontinuierlich gut drauf und glücklich zu sein. Das wäre tatsächlich eine Illusion. Doch können wir überhaupt unser Glück selbst gestalten, wie es immer so schön heißt? Oder müssen wir einfach alles im Leben geschehen lassen, so wie es kommt, weil uns eh immer Gutes und Schlechtes passiert?

Meiner Meinung nach liegt der Unterschied darin, WIE wir mit den negativen Dingen, Gefühlen und Ereignissen umgehen. Klar müssen wir manchmal einfach das annehmen, was ist. Aber wir können dabei entweder in die Opferhaltung verfallen, indem wir hadern und denken, „immer passiert mir das“. Oder wir können darauf vertrauen, dass die Zeiten wieder besser werden – denn es gibt ja immer die zwei Seiten. Ich denke: wir können immer und trotz allem aktiv dazu beitragen, dass sich etwas verändert. Und wenn es nur im Kleinen ist.

Nachtbusfahrt mit jähem Ende

Unser nächstes Erlebnis ist das beste Beispiel dafür. Wir haben eine weitere Nachtbus-Fahrt geplant: Diesmal nach Phuket. Eigentlich war das nicht auf dem Plan, aber von hier aus wollen wir eine Segeltour machen. Ich hatte tatsächlich noch einen bezahlbaren und sogar deutschen Anbieter gefunden, um diesen Törn ab Phuket zu machen – zu verlockenden Orten wie dem James Bond Felsen, Ko Phi Phi, Ko Lanta etc. Phuket selbst ist ja eher bekannt für Pauschaltourismus und daher nicht mein bevorzugtes Reiseziel. Neu war mir aber, dass Phuket nicht nur eine Stadt ist, sondern auch eine gesamte (Halb-) Insel, fast so groß wie die gesamte Insel Fuerteventura. Da der Yachthafen im Norden der Insel Phuket liegt, habe ich für die Nacht vorher ein Hotel rausgesucht, das im Norden, also in der Nähe des Yachthafens liegt. Die Fernbusse nach Phuket fahren jedoch alle zum Busterminal in Phuket Stadt, im Süden. Egal – sicherlich kann der Bus uns irgendwo im Norden rauslassen, schließlich habe ich es schon oft erlebt, dass Fahrer irgendwo stoppen, um Passagiere außer der Reihe aufzunehmen oder abzusetzen. .

Ich hatte diesmal extra darauf geachtet, dass wir den super Luxusbus nehmen, mit nur 3 Sitzen in einer Reihe, die sich in Schlafposition herunterklappen lassen. Natürlich gegen entsprechenden Aufpreis. Doch diesmal freue ich mich schon richtig darauf. Zunächst müssen wir jedoch bis 22:00 Uhr an der Hauptstraße von Hua Hin warten, bis der Bus endlich kommt. Wir werden nicht enttäuscht: Ein hochmoderner Luxusbus, mit neuen und gemütlichen Ledersitzen. Joshua ist begeistert und lässt sich erleichtert in den Sitz fallen. Wir bekommen frisch gewaschene Decken, Wasserflaschen, Saft und Cracker gereicht. Ich lehne mich zurück mit guter Musik im Ohr und lasse die weihnachtlich geschmückten Straßen von Hua Hin an mir vorüberziehen. Joshua, der sonst nie in Bussen, Flugzeugen oder Zügen schlafen kann, schläft nach kurzer Zeit tief und fest. Herrlich, so lässt es sich reisen!

Doch plötzlich findet die Fahrt ein jähes Ende: um 4:30 – gefühlt mitten in der Nacht – hält der Bus plötzlich an. Hmm, blöder Zeitpunkt für eine Pause, denke ich mir, und dass wir einfach im Bus bleiben werden, zumal Joshua immer noch schläft. Daraus wird nichts: Der vorher so freundliche „Bus-Assistent“ ruft laut und bestimmt, dass hier ALLE Passagiere mitsamt Gepäck den Bus verlassen müssen. Es ist gar nicht so einfach, Joshua wach zu kriegen und ihn raus in die Hitze der Nacht zu scheuchen. Wir stehen irgendwo mitten an einer Straße, das gesamte Gepäck wurde ausgeladen und auf dem kleinen Bürgersteig gestapelt. Zum Glück sind unsere beiden Taschen dabei, wie ich schnell mit einem Blick überprüfe. Wir Gestrandeten – fast nur Rucksack-Touristen – stehen jetzt auf der Straße. Es gibt einen Mini-Verkaufstisch mit Kaffee und Chips und Keksen, aber keiner weiß, was Sache ist. Joshua ist noch halb im Schlaf, und ich versuche mich durchzufragen. Offenbar sollen hier die Passagiere umverteilt werden. Eine Mitarbeiterin der Busfirma fragt mich harsch, in welches Hotel wir wollen und sagt mir, das sei vom Phuket Busterminal noch 1,5 Stunden Fahrt und koste 900 Baht. Ich frage, ob wir denn im Norden – Nähe Flughafen – abgesetzt werden können, und sie sagt mir unfreundlich, das sei nicht möglich. Wir hätten schließlich bis zum Terminal gebucht und müssten bis zum Terminal mitfahren und von dort aus wieder mit dem Taxi zurück in den Norden. Ich werde sauer, beschwere mich, doch sie ignoriert mich einfach und wendet sich dem nächsten Passagier zu.

An der Straße stehen kleine weiße Vans, in die wir nun einsteigen sollen, um zu unserem Ziel gebracht zu werden. Ich koche vor Wut. So eine Abzocke kenne ich von Indien, aber hier im freundlichen Thailand habe ich das noch nicht erlebt! Doch ich stehe mitten in der Nacht mit meinem halb schlafenden Kind an einer unbekannten Straße, also bleibt mir nichts anderes übrig, als das zu nehmen, was wir kriegen können. Wir quetschen uns in den Van, ich versuche noch, mit dem Busfahrer zu verhandeln, doch auch hier stoße ich auf taube Ohren. Ein Engländer, der hinter uns sitzt, hat das mitbekommen. Er gibt mir den Tipp, dass Busfahrer eher „kooperativ“ sind, wenn man ihnen einen kleinen „Extrabonus“ dafür anbietet.

Love it, leave it or change it

Also nutze ich die nächste Pause, um mir den Busfahrer zu krallen, und biete ihm 500 Baht an, wenn er uns im Norden rauslässt. „Welches Hotel?“ fragt er sofort, und plötzlich ist alles möglich. Ich drücke ihm die Scheine in die Hand, und so haben wir am Ende weniger bezahlt UND 3 Stunden Fahrzeit gespart. Dennoch wird meine Bewertung für DIESE Busfirma sicherlich nicht gut ausfallen.

Ich finde es immer wieder faszinierend, wie solche Erfahrungen beim Reisen sich auf das „das richtige Leben“ übertragen lassen. Hier üben wir, einerseits anzunehmen, was nicht zu ändern ist. Sprich, uns in einen Van quetschen zu lassen für die restliche Fahrt. Aber es zeigt sich auch, wie wichtig es ist, nicht einfach ALLES hinzunehmen, was man vorgesetzt bekommt, sondern für das eigene Wohlbefinden zu kämpfen und das Beste rauszuholen.

In wie vielen Lebensbereichen nehmen Menschen einfach Dinge hin, jammern darüber, setzen aber nicht wirklich alles daran, um doch noch das Beste daraus zu machen? Wie viele Menschen hängen in einem untragbaren Job fest, in dem sie schlecht behandelt werden? Wie viele in einer Beziehung, die lieblos ist? So wird hier wieder klar: Bei allem im Leben sollten wir für uns sorgen und uns fragen: bin ich so damit zufrieden wie es ist? Wenn nein, was daran kann ich ändern, was muss ich akzeptieren, wie kann ich es ändern?

Wenn wir hier auf der Reise etwas gelernt haben, dann ist es, sich flexibel auf jedwede Situation einzustellen. Ich möchte dabei gerade auch meinem Kind vermitteln, dass es manchmal wichtig ist, nicht zu schnell aufzugeben, sondern das Beste draus zu machen. Denn natürlich haben wir beide auch manchmal Heimweh und vermissen Freunde und Familie zu Hause. Genauso möchte ich ihm umgekehrt vermitteln, dass wir immer und an jeder Situation etwas ändern können. Egal, ob es das Hotelzimmer ist, unsere Aktivitäten oder unsere Reiseorte. Ich bin mir sicher, dass Joshua – neben englisch – eines auf dieser Reise gelernt hat: Flexibilität. Flexibilität, um mit unterschiedlichsten Lebenssituationen umzugehen und das Beste draus zu machen. Diese Flexibilität wird uns auch bei unserem nächsten Abenteuer – dem Segelltörn – sehr abgefordert werden. Doch dazu mehr im nächsten Blog.

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Chiang Mai: von Tempeln, Laternen und Lichtermeer

Chiang Mai ist eine Stadt im Norden von Thailand, von der alle schwärmen. Ich konnte damit erstmal nichts anfangen und mir nicht vorstellen, warum. Doch wir haben festgestellt, dass sich oft das Gesicht einer Stadt schon auf dem Weg vom Flughafen, Bahnhof oder Busterminal zum Hotel zeigt. Und hier ist der erste Eindruck von Chiang Mai schonmal sehr schön. Der Name klingt ja irgendwie ein bisschen chinesisch, und so sehen wir an vielen Läden in den Straßen, überall bunte Laternen aufgehängt –  so dass Joshua schon den Taxifahrer fragt, ob das immer so ist, oder hier gerade ein besonderes Festival ist. Die Antwort kann zwar der Taxifahrer mangels ausreichender Englischkenntnisse nicht geben, wir stellen aber später fest: Sie ist ist ja und ja. Ja, hier sind immer und überall viele schöne bunte Laternen zu sehen. Und ja, am Wochenende beginnt hier das thailändische Lichterfestival Kry Lathong, an dem NOCH MEHR Lichter und Laternen zu sehen sind als eh schon üblicherweise.

Hotels: der Schein kann trügen

Den zweiten Eindruck einer Stadt haben wir dann meistens im entsprechenden Hotel, in dem wir uns eingebucht haben. Wir sind mittlerweile zu Booking-Experten geworden und wissen, dass schöne Bilder online nicht unbedingt bedeuten, dass das Hotel auch schön ist. Denn die den Bildern, mit denen sich die Hotels anpreisen, zeigen natürlich nicht die abgeranzten Ecken, die Flecken auf der Bettwäsche oder die schäbige Gegend um das Hotel herum. Manche Hotels werben zwar mit Swimming Pool, der ist dann aber entweder leer oder gerade in „chemischer Behandlung“ und somit nicht nutzbar. Manchmal gibt es nur kaltes Wasser in der Dusche, oder der seitliche Meerblick bedeutet, dass man auf einen dreckigen Hinterhof blickt und irgendwo mit viel Phantasie eine kleine Ecke vom Meer erblickt. Alles schon gehabt. Ein leidiges Thema sind auch die Klimaanlagen. Es mag sich im derzeit kalten Deutschland wie ein Luxusproblem anhören, aber eine Klimaanlage kann sehr schlafentscheidend sein. Fast immer ist sie entweder zu laut oder zu kalt. Oft wachen wir nachts auf, um sie abwechselnd aus- und wieder anzustellen. Ökologisch ist das alles nicht. Man sollte eine extra Kategorie einführen bei Booking, die die Qualität der Klimaanlage mit bewertet.

Ein weiteres Kriterium für mich ist vor allem der Ausblick. Ich liebe es einfach, auf die Berge oder erst recht auf das Meer zu blicken, und das war mir schon so manches Mal – sofern bezahlbar – einen kleinen Aufpreis wert. Hier in Chiang Mai werden wir weder in Sachen Zimmer noch Ausblick enttäuscht. Das Zimmer ist sauber, schick und mit einem Schreibtisch dabei. Wir schauen durch ein großes Fenster in die Ferne, über Dächer, Bäume und sogar einige tempelartig aussehende Dächer. Auch ein Schreibtisch oder wenigstens eine Kommode ist für uns auch nicht unerheblich, wenn man Remote Schooling und Office macht.

Entspannung überfällig

Ein erster Erkundungsgang in Chiang Mai ist sehr entspannt, da es hier nicht so viel Verkehr gibt, kein Hupen der Autos wie in Indien und überall nette Cafés. Viele haben nicht nur Tische an der Straßenfront stehen, sondern man kann in den ersten Stock gehen, in dem es fast wie in einem Wohnzimmer aussieht und nicht mehr wie in einem Café. Oft haben wir diesen Raum sogar für uns. Es sind zwar schon einige Touristen in chiang Mai, aber ich habe den Eindruck, dass trotz allem keine Hochsaison herrscht. Oder es gibt einfach ein Überangebot. Wir laufen immer wieder an leeren Restaurants vorbei und an den zahlreichen Massagesalons, vor denen die Masseurinnen sitzen und sich langweilen. Ich frage mich, wie die alle existieren und überleben können.

Da bei einem Salon gerade eine „Schulter-Nacken-Kopf-Massage“ reduziert im Angebot ist, buche ich spontan eine Massage, jeweils für Joshua und für mich. Wir beide können es gut gebrauchen, denn das Arbeiten unter unterschiedlichsten Bedingungen – manchmal vom Hotelbett aus, an Kommoden, in Cafés, auf Gartenstühlen oder sonstwo – beansprucht uns doch ganz schön. Ohne Yoga hätte ich möglicherweise schon einen Rückenschaden, aber so bleibe ich flexibel und gewöhne mich an alles. Wir fühlen uns manchmal schon wie die Hipsters, die in Berlin Prenzlberg abhängen und den ganzen Tag im Café arbeiten. Trotzdem freue ich mich schon wieder auf meinen großen Schreibtisch und den richtigen Monitor. Die Nackenmassage ist allerdings kein Zuckerschlecken, sondern ziemlich schmerzhaft. Bei Joshua sind sie vermutlich etwas vorsichtiger, aber meine Masseurin geht so richtig hart in meine Nackenverspannungen hinein. Naja, Hauptsache, es hilft. Wir gehen gleich am nächsten Tag nochmal hin.

Und wieder im Krankenhaus!

Das, was die Beliebtheit von Chiang Mai ausmacht, sind jedoch nicht die Massagen, sondern wohl eher die vielen Dinge, die man hier unternehmen kann. Von einer Tempeltour über River Rafting bis hin zu thailändisch kochen ist alles dabei. Doch unser erster Ausflug führt uns erstmal in die Klinik. Denn wir sollten eine Woche nach Joshuas Entlassung aus dem Krankenhaus nochmal einen Check machen. Das Krankenhaus hier in Chiang Mai ist allerdings nicht so „klein und fein“ wie auf Ko Phangan. Wir müssen länger in einem überfüllten und ungemütlichen Wartezimmer sitzen, bis wir drankommen. Doch der zuständige Arzt ist nett, empfiehlt uns, die „Night Safari“ und gibt uns grünes Licht für die weitere Reise.

Grünes Licht für bunte Laternen

Für das Wochenende schau ich bei GetYourGuide nach Aktivitäten für das Wochenende. Wir starten mit einer Tuktuk-Tour zu Tempeln und Night Markets. Joshua liebt Tuktuk Fahren und auch Night Market klingt gut. Den Preis von € 33,00 finde ich auch ok. Doch statt uns durch die Tempel zu führen und Dinge zu erklären, kutschiert uns der Tuktuk-Fahrer jeweils zu einem Ort, lässt uns dort raus und wartet, bis wir zurück sind. Nun gut, das hätten wir uns auch günstiger selbst organisieren können. Aber egal, es ist bequem und wir müssen uns nirgendwo um ein Taxi kümmern. Der Night Market ist beeindruckend, aber noch mehr sind es die vielen Lichter und Kerzen, die wir in der ganzen Stadt verteilt sehen. Denn wir schon erwähnt ist hier am Wochenende das berühmte Loy Kratong Festival, zu dem Menschen sogar aus ganz Thailand und auch aus aller Welt extra nach Chiang Mai kommen.

Loy Krathong ist ein thailändisches Lichterfest, bei dem Menschen schwimmende Blumenkränze auf Flüssen und Seen platzieren, um ihre Dankbarkeit gegenüber dem Wasser zu zeigen und schlechtes Karma loszuwerden. Das Ganze wird dann in Kombination mit vielen Kerzen, Laternen und zahlreichen Festlichkeiten begangen. Aus dem Tuktuk heraus bekommen wir einen schönen Eindruck von den vielen Lichtern und Laternen. Auf der alten Stadtmauer stehen sogar echte Kerzen!

Rasend durch den Dschungel

Am Samstag ist dann etwas mehr Action angesagt. Wir wollen zum Hochseilgarten, die mit einer 800 Meter langen Seilbahn wirbt. Mehrere Stationen, davon die meisten als Zipline und zurück mit einem Miniaturtrain. Hört sich vielversprechend an, aber ein bisschen Bammel hab ich ja auch. Sind die Sicherheitsvorkehrungen hier auch genauso streng wie bei uns? Ein Restrisiko bleibt immer. Wir waren auch in Deutschland schon öfters im Hochseilgarten und lieben dieses Gefühl von Adrenalin, wenn man Schritt für Schritt immer höher klettert, auf der Plattform steht, sich vielleicht ein wenig überwinden muss, um dann loszurasen in das Nirgendwo hinein. Hier ist es etwas anders. Keine große Einführung per Video, kein umständliches selbst anziehen der Klettergurte. Wir bekommen zwei Guides an die Seite, die uns direkt die Klettergurte verpassen, und los geht’s. Sie begleiten uns sogar durch die gesamte Zipline hindurch. Also nix mit zögern oder nochmal nach unten schauen, wir werden an jeder Station sanft vorgeschubst, und schon geht’s jauchzend durch den Dschungel. Nebenbei machen sie noch Fotos und Videos von uns, um wie immer alles schön festzuhalten. So sind wir entsprchend schnell durch, bekommen unser im Paket inbegriffenes Lunch und fahren zufrieden mit der Mini-Eisenbahn zurück.

Taxis in Asien – immer ein Abenteuer

Doch das Highlight unseres Aufenthaltes in Chiang Mai ist definitiv der von unserem „Arzt“ empfohlene Night Safari. Diesmal buchen wir keine Tour dafür, weil die nette Rezeptionistin uns empfiehlt, einfach selbst mit dem Taxi hinzufahren. Taxi fahren ist Asien ist auch so eine Sache. Es ist zwar viel billiger als bei uns in Deutschland, aber es ist nicht immer so leicht, ein Taxi zu bekommen, und dann noch mit einem Fahrer, der einen übers Ohr haut oder ein Vielfaches vom üblichen Preis nimmt. Gerade in Indien ist es leider Standard, dass die Taxifahrer einen abzocken wollen oder hinterher mehr verlangen als vereinbart – mit irgendeiner fadenscheinigen Ausrede wie „Es war Stau“ (ach ja? Kommt vor…) oder „ich habe den Weg nicht gefunden und war länger unterwegs“ (nun, das sollte doch ein Taxifahrer eigentlich draufhaben und nicht auf den Kunden abgeschrieben, oder?) Jedenfalls haben wir gerade in Indien schon alle möglichen schlechten Erfahrungen gemacht, bis hin zu aufdringlichen Taxifahrern, als ich damals alleine in Indien unterwegs war. Mit großer Freude haben wir daher „Uber“ entdeckt. Bei uns in Deutschland hat sich das nicht durchgesetzt, aber in Indien war es einfach praktisch: du kannst es online bestellen genau zu dem Ort wo du bist, gibst den Zielort ein, der Fahrer weiß genau wohin es geht, und meist sind es junge, zurückhaltende Studenten, die uns nicht bedrängen und auch sehr ruhig fahren. Die Autos sind modern, bequem und klimatisiert – und mit E-Antrieb! In Delhi und Mumbai haben wir das sehr zu schätzen gelernt.

Hier in Thailand wird uns „Grab“ empfohlen, das nach dem gleichen Prinzip sehr gut funktioniert. Wir nehmen also ein „Grab“ Taxi zur Night Safari und werden gleich mit riesigen Elefantenstatuen aus Marmor begrüßt. Elefanten gehören zum Inventar von Thailand wie die Kühe zu Indien. Selbst die Handtücher in den Hotels haben wir schon zu Elefanten gefaltet bewundern dürfen. Auch in der „Night Safari“ stellen wir wieder fest, wie gut hier alle durchorganisiert sind. Direkt mit dem Eintrittsticket erhalten wir einen genauen und abgepassten Zeitplan, was wir wann machen können: Erst mit der Tram auf Safari, dann Dance Show, dann Water Show, dann Tigershow. Es wirkt hier ein bisschen wie im Disneyland, nur nicht so groß und verwirrend. Trotz allem werden wir nicht enttäuscht.

Tanzende Grizzlys bei Vollmond

Es ist wirklich ein tolles Erlebnis, mit der offenen „Tram“ bei Vollmond durch das Gelände zu fahren und alle möglichen Tiere – wohl gemerkt nur wenige einheimische, sondern eher andere Tiere – in ihrem Gehege zu sehen, auf das dann extra die Scheinwerfer gerichtet werden. Es scheint die Tiere nicht zu stören. Einige machen sogar fast eine Show daraus. Ob sie darauf trainiert wurden? Das Zebra scheint uns regelrecht zuzulächeln, als wir vorbei fahren, der braune Grizzly Bär richtet sich zu seiner vollen Größe auf, und eine Giraffe kommt sogar ganz nah an uns heran. Der Guide drückt Joshua eine Banane in die Hand, und er darf sie damit füttern und sogar noch streicheln. Sicherlich ein Erlebnis, das ein Zehnjähriger nicht so schnell vergisst. Zahlreiche Smart Phones werden in die Höhe gerichtet, um diesen Moment festzuhalten. Ich will nicht wissen, in wie vielen japanischen, thailändischen und sonstigen digitalen Fotoalben wir landen werden. Ich habe den Eindruck, dass die Asiaten mittlerweile den Großteil ihrer Erlebnisse nur noch durch das Display ihres Smart Phones sehen, da sie ständig am Filmen und Fotografieren sind. Wobei das sicherlich eine Entwicklung ist, die auch bei uns nicht aufzuhalten ist.

Beim nächsten Highlight kann jedoch auch ich kaum mein Smartphone aus der Hand legen. Uns wird eine Wassershow ohne Gleichen geboten, in dem Fontänen, Farben, Bilder und Musik perfekt abgepasst zu einer beeindruckenden Show komponiert wurden. Ein tolles Highlight, das alle Zuschauer vom Rande des Ufers aus gebannt verfolgen und – natürlich filmen.

Da kann die nachfolgende „Tiger Show“ noch so sehr mit im Käfig hoch springenden Tigern und Löwen aufwarten, das ist kaum noch zu toppen. Wir bewundern noch ein paar Hindernisläufe der Raubtiere, einen Leoparden, der unter Wasser taucht – was wir dank eines gläsernen Beckens gut mitverfolgen können – und ein paar Nachttiere, die von einem Bau in den anderen hüpfen. Alles verbunden mit fetziger Musik und einer lauten Stimme, die auf thailändisch und in leider unverständlichem Englisch alles kommentiert. Dafür, dass wir nachmittags gar keine Lust hatten, uns aufzuraffen, muss ich sagen: es hat sich gelohnt!

Nach dieser Woche in Chiang Mai kann ich sagen: Es ist ein Ort, an dem man sich gut länger aufhalten kann. Doch wir müssen leider weiterziehen und nehmen am nächsten Tag den Nachtbus nach Bangkok. Warum wird nach Bangkok müssen, das erfährst du im nächsten Blogartikel.

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