Überflüssig oder sinnvoll? Wie Affirmationen wirken
„Ich bin reich und berühmt.“
„Ich bin erfolgreich in allem, was ich tue.“
„Ich lebe in Fülle und Freude.“
Solche Sätze begegnen uns überall dort, wo es um Persönlichkeitsentwicklung, Erfolg oder Mindset geht. Für die einen sind sie inspirierend, für die anderen klingen sie nach naivem Wunschdenken.
Also was nun – Hokuspokus oder wirksames Werkzeug?
Ich selbst arbeite seit vielen Jahren mit Affirmationen. Privat. In der Happy Break. Und in meinen Seminaren. Nicht als Zauberformel. Sondern als bewusste Praxis. Und ja – sie wirken. Aber anders, als viele denken.
Was sind Affirmationen eigentlich?
Affirmationen sind kurze, positiv formulierte Aussagen, die wir in der Gegenwartsform sprechen. Sie drücken einen inneren Zustand oder ein Ziel so aus, als wäre es bereits Realität.
Zum Beispiel:
- „Ich bin stark und fähig.“
- „Ich vertraue auf meine Fähigkeiten.“
- „Ich habe es verdient, glücklich zu sein.“
Affirmationen zielen darauf ab, unser Denken, unsere innere Haltung und letztlich auch unser Verhalten zu beeinflussen.
Wichtig ist dabei:
Eine Affirmation ersetzt weder Handlung noch Verantwortung. Wer täglich „Ich kann alles schaffen“ murmelt und ansonsten bewegungslos auf dem Sofa bleibt, wird keine Wunder erleben.
Aber: Affirmationen können der innere Motor sein, der uns überhaupt erst ins Handeln bringt.
Warum Affirmationen wirken können
- Sie stärken deine Selbstwirksamkeit
Der Psychologe Albert Bandura prägte den Begriff der Selbstwirksamkeit – also das Vertrauen in die eigene Fähigkeit, Herausforderungen zu meistern.
Menschen mit hoher Selbstwirksamkeit:
- probieren Neues aus
- bleiben bei Rückschlägen dran
- trauen sich mehr zu
Affirmationen unterstützen genau diese innere Überzeugung. Wenn ich mir regelmäßig sage: „Ich finde Lösungen“, dann beginne ich tatsächlich, lösungsorientierter zu denken.
- Sie verändern unsere innere Sprache
Unsere innere Kommunikation beeinflusst unser Selbstbild enorm.
Sätze wie:
- „Ich bin nicht gut genug.“
- „Das schaffe ich sowieso nicht.“
- „Ich werde bestimmt scheitern.“
laufen bei vielen Menschen wie ein Hintergrundrauschen mit.
Affirmationen setzen hier bewusst einen Gegenimpuls. Sie unterbrechen alte Denkmuster und helfen uns, neue Gedanken zu etablieren. Es ist im Grunde mentales Training – ähnlich wie körperliches Training im Fitnessstudio.
- Sie nutzen die Neuroplastizität unseres Gehirns
Unser Gehirn ist veränderbar. Dieses Prinzip nennt sich Neuroplastizität.
Gedanken, die wir häufig denken, verstärken neuronale Verbindungen. Je öfter wir einen Gedanken wiederholen, desto leichter wird er zugänglich.
Affirmationen sind daher wie neue mentale Trampelpfade. Mit Wiederholung werden sie zu breiten Straßen. Und irgendwann fühlt sich der neue Gedanke vertrauter an als der altgewohnte Selbstzweifel.
- Sie aktivieren unser Belohnungssystem
Studien zeigen, dass Selbstaffirmation die Aktivität im präfrontalen Cortex erhöhen kann. Dieser Bereich ist unter anderem mit Selbstwert und Motivation verbunden.
Wenn wir Affirmationen sprechen, aktivieren wir Hirnareale, die mit positiver Selbstbewertung zusammenhängen. Das erzeugt ein Gefühl von innerer Stabilität und Sicherheit.
- Sie reduzieren Stress
Negative Selbstgespräche verursachen Stress. Positive, beruhigende Gedanken hingegen können regulierend wirken.
Affirmationen helfen uns, den Fokus weg von Bedrohung und Mangel hin zu Vertrauen und Möglichkeiten zu lenken. Das allein kann schon Stress reduzieren – besonders in herausfordernden Situationen.
Was sagt die Forschung?
Affirmationen und Leistung
Eine Studie der Carnegie Mellon University zeigte, dass Personen, die vor einer stressigen Aufgabe eine Selbstaffirmation durchführten, unter Druck leistungsfähiger waren und weniger Stresssymptome zeigten.
Das Ergebnis: Ein stabileres Selbstwertgefühl verbessert den Umgang mit Belastung.
Affirmationen und mentale Gesundheit
Forschungsergebnisse weisen darauf hin, dass regelmäßige Selbstaffirmation insbesondere bei Menschen mit geringerem Selbstwert zu mehr Selbstakzeptanz und emotionaler Stabilität führen kann.
Wichtig dabei: Affirmationen wirken besonders dann, wenn sie realistisch anschlussfähig sind. Ein völlig unglaubwürdiger Satz („Ich bin MIllionär“) erzeugt eher inneren Widerstand als Wachstum.
Wie Affirmationen dein Leben verändern können
Regelmäßig angewendet können Affirmationen:
- dein Selbstvertrauen stärken
- deine Resilienz erhöhen
- deine Stressregulation verbessern
- deine Motivation steigern
- deine innere Haltung langfristig verändern
Nicht über Nacht. Aber Schritt für Schritt.
Affirmationen sind keine Magie. Sie sind bewusste Selbstbeeinflussung. Und wir beeinflussen uns ohnehin – jeden Tag. Die Frage ist nur: unbewusst oder bewusst?
So wendest du Affirmationen wirkungsvoll an
- Regelmäßigkeit vor Intensität
Lieber täglich zwei Minuten als einmal im Monat eine halbe Stunde. - Emotionalität ist entscheidend
Sprich deine Affirmation nicht mechanisch. Fühle sie. Verbinde sie mit einem Bild oder einer Körperhaltung. - Kombiniere sie mit Bewegung
Sprich deine Affirmation in einer kraftvollen Haltung. Oder verbinde sie mit einem Bewegungsablauf. Körper und Geist verstärken sich gegenseitig.
Affirmationen sind kein Ersatz für Handlung und kein „Abrakadabra“. Aber sie sind ein wirksames Instrument zur Stärkung deiner Selbstwirksamkeit.
Also warum nicht heute beginnen?
Wähle eine Affirmation, die dich stärkt.
Sprich sie. Bewege dich dazu. Atme.
Und wenn du das nicht allein tun möchtest – dann komm in die Happy Break.
Dort verbinden wir Affirmationen mit Bewegung, Lachen, Atmung und echtem Erleben.
Denn Veränderung beginnt innen.
Und manchmal mit einem einzigen Satz. 💛



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