Positive Psychologie: Glück beginnt von innen
Mein Albtraum im Frankfurter Bahnhofsviertel…
Kurz nach meinem Studium zog ich wegen eines PR-Jobs von Köln nach Frankfurt – ungern, widerstrebend und mit vielen Ängsten. Diese Ängste haben sich schnell bestätigt: meine Beziehung ging auseinander wegen der Entfernung, in der Agentur bekam ich Projekte, die mir keinen Spaß machten. Ich hatte ein abgeranztes WG-Zimmer mitten im Frankfurter Bahnhofsviertel und sah jeden Tag vor der Haustür kaputte, verwahrloste, drogenabhängige und obdachlose Menschen.
Meinen Frust merkte man mir an: lustlos saß in den Teamsitzungen der Agentur und erledigte nur halbherzig meine Arbeit. Nach Hause ging ich genauso ungern, denn im Flur roch es komisch und im WG-Zimmer fühlte ich mich einsam.
Ein Weckruf – und es hat „klick“ gemacht
Nach nur wenigen Wochen kam jedoch ein „Weckruf“ – in Gestalt meines Chefs. Wenn ich weiterhin so miesepetrig und lustlos sei, dann wisse er nicht, ob ich die Probezeit überstehe. In dem Moment kapierte ich, dass ich so nicht weitermachen konnte. Ich musste eine Entscheidung treffen. Nämlich meine innere Einstellung zu verändern – und dadurch mein Verhalten.
Irgendwas hat in dem Moment meine Sichtweise auf die Dinge verändert. Vielleicht die Angst vor Kündigung. Vielleicht aber auch das Gefühl, dass mein Chef mir nicht drohen, sondern mich eher freundlich erinnern wollte. Ich fing an, in den Meetings bewusst zu lächeln und freundlich zu sein. Ich fragte aktiv nach Projekten, die mich interessierten, was wiederum gut ankam.
Plötzlich machte der Job Spaß – und dadurch war ich gut und bekam spannendere Projekte. Auch privat wurde offener für neue Kontakte und fand Freunde, um gemeinsam Salsa tanzen und Cocktail trinken zu gehen. Kurz darauf fand ich über eine Kollegin ein Appartement in toller Lage, mit Blick über die ganze Stadt. Plötzlich war nicht mehr alles trüb, sondern die Farben und die Freude kamen in mein Leben zurück. Was war passiert?
Im Außen hatte sich nichts verändert. Die Stadt war die Gleiche wie vorher, das Bahnhofsviertel genauso schlimm, die Agentur hatte immer noch die gleichen Chefs und Kolleg:innen. Doch ich hatte meine Einstellung verändert und strahlte das auch aus. Und so folgten die Änderungen im Außen. Diese Erfahrung hat mich schon damals gelehrt: es ist nicht immer alles perfekt im Leben – sondern es kommt darauf an, wie ich darüber denke und darauf reagiere (siehe auch den Blog „von innen nach außen“).
Studie: DAS macht uns wirklich glücklich
Studien aus der Resilienzforschung bestätigen: Eine positive innere Einstellung sorgt für mehr Optimismus und Flexibilität. Wenn wir zuversichtlich und vertrauensvoll an uns selbst und an das Leben glauben, dann können wir Stress besser bewältigen und mit Rückschlägen besser umgehen. Wir können Herausforderungen als Chancen sehen, um persönlich zu wachsen. Mit einer positiven Haltung stärken wir auch unsere Selbstwirksamkeit – also das Vertrauen darin, dass wir selbst etwas verändern und Probleme lösen können. All das sind Faktoren, die für die Resilienz eine wichtige Rolle spielen (siehe auch den Blogartikel zu Resilienz).
Doch was können wir tun, um von innen heraus die eigene Haltung zu verändern? Eine Studie von Seligman, Steen, Park und Peterson zur positiven Psychologie (2005) zeigt, was möglich ist. Der US-Psychologe Martin Seligman und seine Kollegen untersuchten, ob Menschen durch bestimmte „Interventionen“ ihr Wohlbefinden und die Lebenszufriedenheit erhöhen konnten. Bestandteile des Programms waren unter anderem
- Dankbarkeit praktizieren
- Persönliche Stärken erkennen und einsetzen
- Selbstreflektion
- Austausch
Die Ergebnisse zeigten, dass die Teilnehmer, die an diesem Programm teilnahmen, sich hinterher eindeutig besser fühlten. Sie berichteten über eine Steigerung ihres Glücksempfindens, ihrer Lebenszufriedenheit und des allgemeinen Wohlbefindens im Vergleich zu einer Kontrollgruppe, die keine Intervention erhielt. Diese und zahlreiche weitere Studien bestätigen: wenn wir gezielt an unserer inneren Einstellung etwas verändern, dann verändern sich auch die Lebensumstände im Außen.
Schau deinen Film an und lache über die Storys
Wenn es also mal wieder schwierig oder anstrengend in deinem Leben ist, erinnere dich daran, dass alles bei dir selbst beginnt. Es ist, wie wenn du im Kino sitzt: du fühlst dich wie mittendrin, aber du kannst den Film nicht verändern, indem du die Leinwand veränderst.
Sprich: du kannst die Menschen in deinem Umfeld nicht ändern, Herausforderungen nicht vermeiden, Kriege und Krisen nicht verhindern.
Aber du kannst dein Drehbuch anschauen, wahrnehmen, beobachten und dir klar machen, dass der gesamte „Film des Lebens“ nur die Projektion deines Denkens ist. Damit verliert das Leben und all das, was da draußen passiert, an Bedrohlichkeit.
Du kannst gelassen diesen Film schauen und herzhaft über deine Storys lachen. Und wenn dir irgendwas daran nicht gefällt, dich verletzt oder dir Angst macht: dann versuche nicht, die Leinwand zu ändern, sondern ändere das Drehbuch.
Übrigens: auf den Happiness Yoga Ferien nehmen wir das Drehbuch des Lebens wieder selbst in die Hand und werden zum „Regisseur“ des Lebens – um es wieder so richtig mit Freude und Lebendigkeit aufzufüllen!
[maxbutton id=“2″ url=“https://happiness.community/yogaferien/“ text=“Infos zu den Happiness Yoga Ferien“ ]
Zitat
“Indem Menschen die innere Einstellung ihrer Gedanken ändern, können sie die äußeren Aspekte ihres Lebens verändern.” – William James, Psychologe und Philosoph.
Die Geschichte vom weisen Mann und dem Dorf
Ein alter, weiser Mann saß an einer Weggabelung, die zu einem Dorf führte. An dieser Stelle kamen viele Wanderer vorbei, so auch heute wieder. Der erste Wanderer, der kam, sprach den alten Mann direkt an: „Du kennst dich hier in der Gegend sicherlich gut aus. Kannst du mir sagen, wie die Menschen in dem Dorf da drüben so drauf sind? Der alte Mann fragte den Wanderer: „Wie waren denn die Menschen in dem letzten Dorf, wo du warst?“ Der Wanderer entgegnete: „Oh, sehr nett, hilfsbereit, höflich, voll in Ordnung.“ Der alte Mann sagte: „Genauso sind die Menschen dort drüben in dem Dorf auch.“ Der Wanderer freute sich und bedankte sich.
Dann kam der nächste Wanderer und sprach den alten Mann mit der gleichen Frage an: „Wie sind die Menschen in dem Dorf dort drüben?“ Der alte Mann fragte wieder zurück: „Wie waren denn die Menschen in dem letzten Dorf, in dem du warst?“ Der Wanderer sagte: „Oh, gar nicht nett. Sie waren unhöflich, unflätig, rücksichtslos und überhaupt nicht hilfsbereit.“ Der alte Mann sagte: „Genauso sind auch die Menschen in dem Dorf dort drüben.“




Hinterlasse einen Kommentar
An der Diskussion beteiligen?Hinterlasse uns deinen Kommentar!