Glücklich machen macht glücklich

„Mitgefühl und Liebe sind keine bloßen Luxusgüter. Als die Quelle von innerem und äußerem Frieden sind sie grundlegend für das Überleben unserer Spezies.“ Dalai Lama

In meinem Leben gab es eine Zeit, in der ich sehr unglücklich war – mein Job war futsch, die Beziehung kaputt. Ich steckte im Negativ-Kreislauf und fühlte mich als Opfer äußerer Umstände. Der Leidensdruck war so groß, dass er mich aus meiner Komfortzone heraus katapultierte. Etwas musste sich ändern. So beschloss ich, länger nach Indien zu reisen, um in einem Hilfsprojekt mitzuarbeiten. Gelandet bin ich bei einem französischen Arzt, der Kranke behandelte – in den Slums, auf der Straße. Dort sah ich Lebensumstände, die ich mir vorher nicht mal ansatzweise vorstellen konnte. Menschen, die auf Bahnsteigen lebten, Kinder, die im Müll und Dreck spielten, Frauen, deren Brandwunden sich über den ganzen Körper zogen. Das Erstaunliche aber war: Egal, wie miserabel es diesen Menschen ging – sie hatten immer ein Lächeln und einen „Namasté“-Gruß als Dankeschön für uns übrig.

Wie konnten diese Menschen noch lächeln? Und wie konnte ich es mir je anmaßen, mich als Opfer gefühlt zu haben? Ich hatte ein Dach über dem Kopf, sauberes Wasser, eine Ausbildung, alle Möglichkeiten. In dem Moment schämte ich mich fast dafür, dass ich zu Hause vor lauter Selbstmitleid zerflossen war. Aber noch erstaunlicher war die Erkenntnis: Ich war hier so glücklich wie selten zuvor! Ja, es flashte mich geradezu, mal wirklich etwas für andere tun zu können, statt um mich selbst und mein eigenes Leid zu kreisen. Mir wurde bewusst, wie unglaublich gut es uns in Deutschland geht – besser als dem größten Teil der Menschheit. Ich stellte fest, dass die freiwilligen Helfer, die hier in dem Projekt ihre Urlaubszeit opferten, allesamt mindestens genauso viel zurück bekamen wie sie gaben. Und ich sah, dass materieller Wohlstand, so wie wir ihn in Deutschland genießen, nicht zwangsweise glückliche Menschen hervorbringt. Während die Inder stets Zeit hatten für einen Plausch beim Chai, zusammen saßen, dabei scherzten und viel lachten, sind in Deutschland Depression und Einsamkeit zu einem ernsthaften Problem geworden.

Weltglückstag: Gemeinschaft statt Wachstumswahn

Bis vor wenigen Jahren herrschte in den Industrieländern noch die gängige Meinung, dass Wirtschaftswachstum das einzige anzustrebende Ziel sei. Und tatsächlich sind laut „World Happiness Report“ die Menschen in wohlhabenden Ländern wie Finnland oder Dänemark glücklicher als in „Krisenländern“ wie Griechenland oder Venezuela. Ein gewisses Grundmaß an Wohlstand und Einkommen ist sicherlich erforderlich, um zufrieden zu leben. Trotzdem setzt sich immer mehr die Erkenntnis durch, dass bedingungsloses Wachstum um jeden Preis kein Garant für Wohlstand ist.

Mit dem „Weltglückstag„, den es seit 2013 gibt, haben die Vereinten Nationen anerkannt, dass Glück ein „grundlegendes Ziel für die Menschen“ ist. Sie betonen, dass „Fortschritt“ nicht nur Wachstum bedeuten sollte – sondern auch die Erhöhung von Glück und Wohlbefinden für die Menschen. Sie berufen sich dabei auf die drei Säulen „Soziales“, „Wirtschaft“ und „Umwelt“, die gleichsam wichtig sind. Auch bei den „17 Zielen für nachhaltige Entwicklung“ (2015 von den UN beschlossen) geht es nicht nur um Reduzierung der Armut, sondern auch um Wohlbefinden und Gesundheit, Frieden, Gerechtigkeit, Bildung und Nachhaltigkeit. Das kleine Land Bhutan macht es vor. Schon seit den 70er Jahren hat hier das „Bruttonationalglück“ vor dem Bruttosozialprodukt Priorität. Bereits die Schulkinder erlernen hier „Glückskompetenzen“ wie Achtsamkeit, Empathie, Konfliktmanagement und Meditation. Was können wir also in unserem Umfeld tun, um Glück und Freude zu verbreiten und auch zu leben?

Drei Glückstipps zum Weltglückstag

  1. Gutes tun: Nutze an diesem Tag jede Gelegenheit, um andere Menschen glücklich zu machen. Studien belegen, dass „Gutes tun“ einer der besten Wege ist, selbst zufrieden zu sein. Daher ruft der Weltglückstag Menschen dazu auf, an diesem Tag ganz bewusst Mitgefühl, Empathie und Hilfsbereitschaft zu leben.
  2. Beziehungen kultivieren: Nimm Kontakt auf zu einem lieben Menschen, den du besonders magst oder den du länger nicht gesehen hast. Schreibe ihm eine Karte oder sag ihm etwas Nettes. Glückliche und erfüllte Beziehungen sind der Glücksfaktor schlechthin. Damit sind sowohl Familie und enge Freunde gemeint als auch Arbeitskollegen, Freizeitgefährten oder die Gemeinschaft in einer Gruppe oder einem Verein.
  3. Dankbarkeit leben: Halte inne, atme und denke an mindestens drei Dinge, für die du dankbar bist. Dankbarkeit ist eine Lebenseinstellung, die vielleicht altmodisch klingt, aber definitiv glücklich macht.

All das sollte natürlich nicht nur am Weltglückstag geschehen, sondern jeden Tag neu. Probier es aus und berichte gerne hier! Aus meiner Erfahrung in Indien kann ich nur bestätigen: für andere etwas tun macht glücklich. Gemeinschaft mit Gleichgesinnten macht glücklich. Und Dankbarkeit macht glücklich. Unter anderem dafür, dass wir hier in einem wohlhabenden und freien Land wie Deutschland leben. Das können wir uns regelmäßig bewusst machen – auch ohne nach Indien gereist zu sein.

Namasté,

Angela

„Wir leben von dem, was wir bekommen, aber wir gestalten unser Leben durch das, was wir geben.“ Winston Churchill

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 Glücksgedanken für die Woche

  • Anderen Menschen etwas Gutes zu tun macht glücklicher als ständig selbst etwas zu fordern
  • Gemeinschaft und Mitmenschlichkeit sind als Glücksfaktor entscheidender als alle anderen äußeren Lebensumstände
  • Wir können unendlich dankbar sein, wie gut es uns geht und dass wir in Frieden, Wohlstand und Freiheit leben

Mögliche Aktionen zum glücklich machen

Jeder kann dazu beitragen, das Glück und Wohlbefinden auf dieser Welt zu erhöhen.  Hier ein paar Anregungen dazu:

  • Ein nettes Wort an die Kassiererin im Supermarkt richten
  • Sich Zeit nehmen für einen kurzen Plausch mit dem Nachbarn
  • Eine Freundin oder Freund anrufen, die du länger nicht gesehen hast
  • Einen älteren Menschen auf der Straße einfach ansprechen
  • Mit einem Obdachlosen oder Bettler ins Gespräch kommen, ihm zuhören
  • Ein paar herzliche Worte mit der Erzieherin / Lehrerin / Schwiegermutter wechseln
  • Eine Umarmungsaktion (Free Hugs) starten
  • Deinen Partner/in lange umarmen
  • Einen bestimmten Menschen einen ganzen Tag lang besonders zuvorkommend behandeln.
  • Jemandem ein Kompliment machen

Ich würde mich freuen, wenn du hinterher davon berichtest, was du gemacht hast und wie es war – hinterlasse gerne einen Kommentar :-)

 

Weg mit den Deppen, Miesmachern und Energieräubern dieser Welt!?

Was wir von „unliebsamen Menschen“ lernen können – und wie wir sie am besten loswerden

Wer hat nicht schonmal ähnliches erlebt: den intriganten Kollegen, die ständig jammernde Freundin, den spießigen Nachbarn, der immer schief guckt, die missbilligende Schwiegermutter oder den cholerischen Chef, der einem tagtäglich das Leben schwer macht. Wie gerne würden wir doch all diese Idioten einfach in den Wind schießen! Allen „tschüss“ sagen und nie wieder Menschen um uns haben, die uns verletzen, nerven, runterziehen, jammern, uns an der Erfüllung unserer Träume hindern oder mit ihren spießigen Alltagsgeschichten langweilen.

Da wo Licht ist, ist auch Schatten

Wünschst du dir nicht auch lieber, nur Menschen um dich herum zu haben, die dich unterstützen, mit dir einer Meinung sind, dich toll finden oder zutiefst bewundern? Ja, schön wäre es bestimmt. Aber würdest du auf diese Weise langfristig wachsen, dich weiterentwickeln, dich wirklich mit deinen Themen und allen Facetten deines Selbst auseinandersetzen? Ich bin davon überzeugt, dass diese „schwierigen Menschen“ unsere besten Lehrer sind. Sie werfen uns auf uns selbst zurück, sie konfrontieren uns mit unseren eigenen negativen Gefühlen und Seiten, mit Wut, Hass, Angst oder Kleinkariertheit. Damit beschäftigt man sich erstmal nicht so gerne. Denn glücklich sein heißt doch schließlich, möglichst in Frieden und Harmonie zu leben, oder?

Doch je mehr wir anfangen zu leuchten, umso mehr Schatten können sich zeigen. Wenn wir bereit sind, diese anzuschauen, dann verlieren sie ihre Bedrohlichkeit. Dann werden wir „immun“ gegen bestimmte „Knöpfchen“, die andere bei uns drücken können – und langfristig auch authentischer und weniger verletzbar.

Abgrenzen ja, verbannen nein

Natürlich ist es wichtig, gute Freunde und Freundinnen oder einen Partner/in im Umfeld zu haben, die uns bedingungslos lieben und unterstützen. In Studien hat man herausgefunden, dass ein liebendes Umfeld und ein guter Freundeskreis die Quintessenz für ein langes und zufriedenes Leben sind. Aber „Miesmacher“, „Idioten“ und „Deppen“ werden uns immer begegnen – sie werden uns mobben, an uns zweifeln, uns kritisieren oder uns erzählen, dass unsere Idee eh nichts bringt. Wir können versuchen, uns von solchen Menschen fernzuhalten. Doch dann wird uns möglicherweise wieder ein anderer Mensch begegnen, mit dem wir Ähnliches erleben. Solange wir der Meinung sind, dass unser Glück von diesen Menschen abhängt, geben wir ihnen die Macht. Und bringen uns selbst in die Opferrolle.

Wie kann man aber nun mit diesen „Deppen“ oder „Energieräubern“ umgehen? Man muss sich doch abgrenzen, für sich sorgen, sich nicht runterziehen lassen, oder? Ja, genau darum geht es: für dich selbst sorgen! Nicht, indem du „um des Friedens willen“ jedem Menschen alles durchgehen lässt oder es gut findest, wie dieser sich verhält. Sondern indem du loslässt und dich um deine eigenen Angelegenheiten kümmerst. Dann wirst du vielleicht feststellen: Es geht gar nicht um diesen Menschen. Es geht um die Botschaft, die dieser Mensch für dich hat, um den Spiegel, den er dir vorhält.

Das Schöne dabei: Du brauchst dich gar nicht mehr weiter um die Mistkäfer und Fieslinge in deinem Leben zu kümmern, solange du dich um dich selbst kümmerst. Das ist nicht gemeint im egoistischen Sinne von „dein Ding durchziehen“ oder „ich hab Recht und der andere ist schuld“, sondern im Sinne von „deine Ressourcen stärken und für dich selbst sorgen.“ Und zwar so, dass du für dein Umfeld – nämlich die lieben Menschen um dich herum, die es wirklich gut mir dir meinen – erträglich bist und bleibst. Hier findest du Anregungen für den Fall, dass mal wieder Menschen dir das Leben schwer machen oder dich runterziehen wollen.

1. Schau dir die Schatten an

Schaue dir genau an, was dieser Mensch in dir auslöst und ob andere Menschen davor schon ähnliche Gefühle bei dir ausgelöst haben – vielleicht Hilflosigkeit, Wut oder Ohnmacht. Vielleicht ist da ein „wunder Punkt“, vor dem du bisher die Augen verschlossen hast. Vielleicht eine Schwäche, die du an dir nicht magst, oder ungeliebte Gefühle. Wenn du dich im Nachhinein über deine Reaktion ärgerst oder dich schuldig fühlst, dann vergib dir selbst dafür. Damit nimmst du dir die Last von den Schultern. Du entwickelst ein Bewusstsein für deine eigenen „wunden Punkte“ und wirst weniger verletzbar, wenn ähnliche Situationen mit diesem oder anderen Menschen wieder auftauchen.

2. Erhöhe dein Energiefeld

Wir können uns selbst stark machen, um mit negativen Energien und Menschen klar zu kommen – auf kommunikativer und auch auf energetischer Ebene. Oft bekomme ich von Menschen zu hören „das ist ein Energieräuber“, oder „die negative Energie hier im Raum halte ich nicht aus“. Doch es gibt Übungen, mit denen wir dafür sorgen können, dass wir nicht mehr so durchlässig dafür sind. Menschen mit einem starken Energiefeld – im Yoga würde man sagen, mit einer „starken Aura“ – lassen sich von negativen Energien und Menschen nicht so leicht runterziehen. Mit bestimmten Übungen lässt sich die Aura stärken. Siehe zum Beispiel diese Aura-Atemübung…

3. Lass los!

Loslassen, sich nicht mehr weiter damit befassen, sich den wirklich wichtigen Dingen zuwenden – das ist die Grundformel für Glück und Gelassenheit. Doch leichter gesagt als getan. Wie sollen wir etwas loslassen, wenn wir immer wieder mit bestimmten Menschen oder Konflikten konfrontiert werden? Wie sollen wir trübe Gedanken einfach so aus unserem Geist verbannen? Mit Willenskraft ist das schwierig. Aber es geht mit Humor, Lachen und Bewegung. Im Lachyoga gibt es einige Übungen, um Sorgen, Stress oder unerwünschte Gefühle loszulassen. Hier können wir das mit Spaß und Leichtigkeit tun und neue, positive Assoziationen im Unterbewusstsein verankern. Zum Beispiel können wir uns mit der „Zahnseide für’s Gehirn“ von trüben Gedanken befreien.

Vergeben heißt nicht gutheißen

Wir können also nicht immer alle „unliebsamen Menschen“ loswerden. Aber wir können die Verstrickungen loslassen, mit denen sie uns konfrontieren. Dann verhält es sich wie mit einem Luftballon, aus dem die Luft entweicht – die Spannung geht raus, die bisher gebundene Energie wird frei und kann für wichtigere Dinge eingesetzt werden. Einem Menschen „vergeben“ heißt nicht gutheißen, was er tut. Sondern anerkennen, dass jeder in jedem Moment so gut handelt wie er gerade kann. Jeder Mensch will letztlich glücklich sein – und versucht es auf seine eigene Art und Weise.

Zitat

„Es gibt keine schlechten Menschen – es gibt nur unbewusste Menschen.“ Robert Betz

 

Glücksgedanken für die Woche

  • Lass dich nicht runterziehen von den Deppen dieser Welt
  • Wenn Menschen dir das Leben schwer machen: Schau dir die Botschaft an, lass los und stärke dich selbst
  • Du kannst nicht immer alle „unliebsamen Menschen“ aus deinem Leben verbannen – aber du kannst deine eigenen Themen lösen und deine Energie wieder freisetzen