Wie du Schaffensblockaden überwindest und wieder in den Flow kommst

Ich saß am Schreibtisch und starrte vor mich hin. Was auch immer ich an To Dos in meinem Kopf hatte, ich tat – nichts! Ich surfte lustlos auf sensationsheischenden News-Portalen und machte mir mit meinen eigenen Schuldgefühlen noch zusätzlich das Leben schwer.

Gerade mal seit 10 Tagen war ich von unserer Weltreise zurück und hatte mir so viel vorgenommen: jeden Tag diszipliniert und konsequent an meinem Business arbeiten, neue Konzepte entwickeln, Werbung machen, Social Media etc. Noch in Thailand hatte ich den Plan, zu Hause so richtig loszulegen, mich von nichts mehr ablenken zu lassen. Nun war ich zurück und fühlte mich wie erstarrt – ich war weder imstande, meine Wohnung richtig einzurichten noch irgendeine Aufgabe konsequent umzusetzen. Innerlich fühlte ich mich leer – und machte mir auch noch Vorwürfe.

Bis ich schließlich erkannte, dass es nur eine Sache gab, die mir helfen konnte: Absolute Akzeptanz von dem, was gerade ist! Ich hörte auf, mir Schuldgefühle einzureden, unterrichtete hier und da Yoga und nahm mir vor, in Leichtigkeit das zu nehmen, was gerade kommt, ohne mir selber Druck zu machen. Mir wurde zudem klar: Gerade dann, wenn wir uns leer fühlen, kann Raum für Neues entstehen.

Das kann sogar ein hilfreicher Reinigungsprozess sein: Altes loslassen und „rausschmeißen“, um Raum für Neues zu schaffen. Die Natur macht es uns vor: Bäume verlieren die Blätter, damit sie im Frühling wieder neu erblühen. In unserem menschlichen Körper sterben geschätzt täglich 50 bis 70 Milliarden Zellen, um neu ersetzt zu werden. Eine Raupe bleibt wochen- oder gar monatelang in ihrem Kokon eingeschlossen, bevor sie schließlich zum wunderschönen Schmetterling wird und frei in die Welt hinausflattert.

Mögliche Ursachen von Schaffensblockaden

Doch was bedeutet das überhaupt, „Schaffensblockade“? Ist das nur so ein diffuses Gefühl, oder sind hier auch körperliche und kognitive Prozesse involviert? Aus der Hirnforschung weiß man, dass es verschiedene Ursachen und Aspekte geben kann, die bei Schaffensblockaden eine Rolle spielen.

1. Äußere Umstände: Arbeitsbedingungen

Manchmal ist die Konzentrationsfähigkeit oder auch Kreativität aufgrund verschiedener äußerer Bedingungen eingeschränkt. Zum Beispiel, wenn wir unter starkem Stress oder Zeitdruck stehen oder Ängste uns bedrücken. Die Hirnforschung hat gezeigt, dass chronischer Stress und Angst die Gehirnstrukturen und -funktionen verändern können. Wenn wir zum Beispiel bei einer Tätigkeit stark unter Druck gesetzt werden (oder sogar die Kündigung droht, falls wir Fehler machen), dann ist es nachvollziehbar, dass das kreative Potenzial eher eingeschränkt ist. Vielleicht können wir nicht mehr klar denken, stecken im Grübelkreislauf fest oder kommen nicht auf die einfachsten Lösungen.

Auch wenn wir ständig von außen abgelenkt werden, leidet der Fokus (z.B. in einem Großraumbüro, wenn das Kind oder der Partner nach Hause kommt, eingehende Anrufe etc.).

Unabhängig davon, ob du festangestellt oder selbständig tätig bist: in dem Fall solltest du deine Arbeitsbedingungen nochmal genauer unter die Lupe nehmen. Kannst du ungestört arbeiten? Wo kannst du Zeitdruck rausnehmen, vielleicht Dinge delegieren – oder einfach sein lassen? Und dir klar machen: du musst nicht alles hinnehmen!

2. Innere Blockaden: Glaubenssätze

Manchmal sind es auch Glaubenssätze oder mentale Blockaden, die uns davon abhalten, in die Gänge zu kommen. Zum Beispiel, wenn wir von vornherein denken, dass ein bestimmtes Projekt oder eine bestimmte Idee kaum eine Chancen auf Erfolg hat. Vielleicht hat dies noch mit Überzeugungen zu tun, die tief in uns verankert sind, wie „ich schaffe es eh nicht“ oder „ich bin nicht gut genug.“ Siehe auch den Blogartikel zum Thema Glaubenssätze…

Studien haben gezeigt, dass bestimmte Gehirnregionen bei der Ausführung von kognitiven Prozessen aktiv sind, zum Beispiel der präfrontale Kortex (siehe auch „das limbische System“). Stress oder mentale Blockaden können dazu führen, dass die für die Tätigkeit erforderlichen Hirnareale eingeschränkt sind.

In dem Fall kann es helfen, nach vorhandenen inneren Blockaden und Glaubenssätzen zu forschen (z.B. sehe ich einen Sinn in dem, was ich da tue?). Allein die Erkenntnis darüber ist schon sehr hilfreich, und manchmal lasse sich solche Glaubenssätze leichter auflösen als vermutet.

3. Botenstoffe bzw. „Neurotransmitter“

Wenn wir in einem kreativen Flow sind, werden im Gehirn Glückshormone produziert, unter anderem Dopamin, Serotonin und Noradrenalin. Diese tragen dazu bei, dass wir in besserer Stimmung sind und auch motivierter. Doch nicht immer ist ein normaler Arbeitstag so erfüllend oder spannend, dass wir am laufenden Band Glückshormone produzieren.

Bei einer Schaffensblockade können wir auch nach anderen Wegen suchen, um diese Glückshormone anzukurbeln: ein Spaziergang um den Block, ein paar Minuten Lachen (z.B. am Lachtelefon), eine Atemübung, ein gutes Gespräch etc.

 

4. Neuroplastizität des Gehirns

Das Gehirn ist in der Lage, sich durch Erfahrung und Training laufend zu verändern und anzupassen. Hier zählt die Regelmäßigkeit. Je öfters wir kreativ arbeiten können oder auch dürfen und damit gutes Feedback bekommen, umso mehr verankern wir dies als positive Erfahrung in unserem Gehirn.

Wenn wir jedoch mit guten Ideen ständig vertröstet oder sogar belächelt werden, wird dies als negative Erfahrung abgespeichert und somit entsteht mit der Zeit ein mentaler „Widerstand“, wenn es darum geht, kreativ zu sein.

Hier kann es ebenfalls hilfreich sein, in anderen Bereichen neue, positive Erfahrungen zu machen. Zum Beispiel durch ein kreatives Hobby wie Malen oder musizieren, singen oder schreinern.

Akzeptanz als Grundlage jeder Veränderung

Wie geht es dir damit? Kennst du solche Phasen, in denen du das Gefühl hast, es geht nichts voran? Wie gehst du damit um?

Neben den oben genannten möglichen Ursachen gilt es vor allem, sich klar zu machen: Blockaden dürfen sein! Bevor wir also hingehen und versuchen, etwas zu verändern, sollten wir zunächst mal die Grundeinstellung zum Thema „Schaffensblockaden“ zu verändern. Mir hat dabei geholfen, sich folgende Aspekte nochmal bewusst zu machen:

1. Akzeptieren, was ist

Es nützt keinem etwas, wenn wir uns noch selbst verurteilen und geißeln. Leerlaufphasen gehören dazu und sind sogar wichtig. Mehr noch: Wer sich die nicht bewusst nimmt, endet womöglich im Burnout.

2. Gerade die Zeiten, in denen gefühlt nichts vorangeht, sind wichtig

Sie helfen uns, neue Ideen entstehen zu lassen und alles Alte loszulassen, was nicht mehr zu uns passt. In den Zeiten, in denen alles super läuft, sind wir oft viel zu beschäftigt, um überhaupt einen klaren Kopf zu bekommen.

3. Jede Blockade macht uns stärker

Es liegt nicht in der Natur der Sache, dass immer alles perfekt läuft, und wir würden es davon abgesehen auch gar nicht zu schätzen wissen. Also: annehmen, für Neues öffnen und wachsen! Das stärkt die Resilienz.

Dies hilft uns sofort, die innere Einstellung zu verändern. Und die Erfahrung zeigt: wenn wir aus der Bewertung heraustreten und etwas nicht mehr per se als „negativ“ beurteilen, ist schon der erste Schritt getan, um den Druck und Stress, der mit Schaffensblockaden verbunden ist, loszulassen. Dann können wir natürlich hingehen und diese zum Anlass nehmen für eine kleine Bestandsaufnahme: bin ich noch an der Position, wo ich am besten wirken kann? Kann ich selbst meine Arbeitsbedingungen verändern und beeinflussen? Wenn nein, ist es Zeit für Veränderung? Oder sollte ich im Innen anfangen, nach hinderlichen Glaubenssätzen und mentalen Blockaden forschen?

Was auch immer für dich passt: Ich wünsche dir, dass du auch deine Leerlaufphasen genießen kannst! Und dass diese zu einer fruchtbaren Grundlage für neue, kreative Ideen werden können.

Übrigens: wenn du dir Begleitung in diesen Prozessen wünschst, dann ist das SMILE-Programm genau richtig für dich.