Macht Erfolg glücklich?

„Ich will nicht in den Kindergarten“, jammert mein Kind. Der Wäscheberg türmt sich, die Dokumente für das Seminar sind noch nicht parat, und in drei Stunden geht mein Zug nach Berlin. Mein Partner sitzt unbehelligt am Computer und lässt die Hektik des Morgens an sich abperlen. Könnte er nicht auch mal anbieten, das Kind in den Kindergarten zu bringen, wenigstens dann, wenn er Home Office hat? Ohne mit ihm zu sprechen, steigere ich mich in meinen Unmut hinein.

Männer machen Karriere und erzählen dann auf der Bühne oder im Small Talk rührselige Geschichten, was sie Tolles mit ihren Kindern machen – meist im Urlaub oder am Wochenende. Wenn Männer in Deutschland oder der Welt herumtingeln, dann sagt keine Erzieherin zu ihnen „du bist ja so oft weg“. Auch sehe ich im Alltag hauptsächlich Mamas, die ihre Kinder in die Kita bringen, zum Fußball oder zum Ballett fahren oder einspringen, wenn die Kita mal wieder geschlossen ist. Klar macht man das alles gerne – aber in manchen Momenten scheint der Spagat einfach zu viel. Ich steigere mich schön hinein in meinen negativen Gedankenkreislauf. „Du kannst alles schaffen“, heißt es doch immer so schön bei den Motivationstrainern. Komisch, dass da immer noch mehrheitlich Männer auf der Bühne stehen.

Was bedeutet „Erfolg“ überhaupt?

Doch was heißt überhaupt „geschafft“? Reich und berühmt? Bewundert? Erfolgreich? Und was bedeutet „Erfolg“? Laut Duden ist es das „positive Ergebnis einer Bemühung; Eintreten einer beabsichtigten, erstrebten Wirkung.“ Man muss sich also um etwas bemüht haben – aber auch eine Absicht gehabt haben. Und dafür muss man ja erstmal wissen, was die Absicht ist. „Erfolg“ sollten wir demnach nicht an von außen diktierten Zielen messen, sondern daran, was vorher unsere „Absicht“ war und ob wir diese Absicht umgesetzt haben. Es lohnt sich also, sich mit den eigenen Zielen und Visionen zu beschäftigen statt es anderen beweisen zu wollen.

Wer urteilt am Ende?

Denn wer beurteilt uns, wenn wir am Ende unseres Lebens stehen? Nicht unser Chef, nicht unser Partner, nicht die Gesellschaft. Keiner steht da und sagt zu uns „du hast die Beförderung nicht bekommen“ oder „du hast dein Auto nicht oft genug gewaschen“. Wer entscheidet letztlich darüber, ob mein Leben für mich Sinn gemacht hat? Nur ich selbst. Vielleicht hat das Leben nicht mal einen Sinn. Aber wenn ich mich entscheide, daran zu glauben, dass ich nicht aus Zufall hier bin, dann macht das Ganze einen Sinn. Wenn ich für mich definiere, was „sinnvolles Leben“ bedeutet, dann gehe ich meinen eigenen Weg und nicht mehr den der Gesellschaft.

Meine trüben Gedanken verfliegen langsam. Ich weiß genau, dass ich selbst es jederzeit in der Hand habe, meine Einstellung und somit mein Erleben zu verändern. Ich weiß, dass ich nicht Opfer der äußeren Umstände bin, sondern selbst gestalten kann. Dass die Veränderung im Außen mit der Veränderung der inneren Sichtweise beginnt. Und das bedeutet auch zu akzeptieren: Das Leben darf auch mal nicht perfekt sein, ja sogar anstrengend oder nervig. Wir als Menschen müssen nicht perfekt sein, das stresst nur. Wir dürfen uns ärgern, Fehler machen und darüber lachen. Wir dürfen unsere Unzulänglichkeiten annehmen, diese zeigen und uns immer wieder neu ausprobieren.

Perfektionismus macht nicht glücklich, so bestätigt es die Glücksforschung. Erkenntnisse aus vielen Studien zeigen: nicht erfolgreiche Menschen sind glücklicher, sondern glückliche Menschen sind erfolgreicher. Sie sind kreativer, hilfsbereiter, motivierter und sozial kompetenter. Sie ruhen in sich statt ständiger Anerkennung oder Statussymbolen hinterher zu hetzen. Die Anerkennung finden sie in sich selbst – in Form von Selbstliebe und innerer Fülle. Wenn diese gegeben ist, dann kommt auch der „Erfolg“ im Außen.

Schritte der Veränderung

Doch wie lässt sich die innere Einstellung verändern? Es sind die kleinen Dinge, die den Unterschied machen. Zum Beispiel Dankbarkeit über das, was wir für selbstverständlich halten – ein Dach über dem Kopf, Leben in Freiheit oder genug zu Essen. Ein Lächeln zu den Menschen auf der Straße, ein liebevolles Wort zum Kind, selbst wenn es gerade jammert. Eine Umarmung und ein Dankeschön als Wertschätzung für den Partner, der auf seine Art und Weise unendlich viel beiträgt. Und Nachsicht uns selbst gegenüber, wenn wir nicht alles schaffen, was wir uns vorgenommen haben. Wir müssen nicht alles perfekt machen. Vielmehr können wir darauf vertrauen, dass sich vieles von selbst erledigt. Oder, wie Dr. Madan Kataria, der Erfinder des Lachyoga, es passend ausdrückt: „Do your best and leave the rest.“

Glücksgedanken

  • Nur wir selbst definieren, was „Erfolg“ für uns bedeutet
  • Wenn wir dem Leben einen „Sinn“ geben, dann werden wir es auch als sinnvoll erleben
  • Veränderung beginnt mit den kleinen Dingen: Dankbarkeit leben, Menschen wertschätzen
  • Am Ende entscheidest nur du, ob du „dein Leben“ gelebt hast

Zitate
„Do your best and leave the rest“ Dr. Madan Kataria

Gedicht „Der Mensch im Spiegel“ nach Dale Wimbrow…

Audio

Meditation „Selbstakzeptanz“ für die Harmonisierung der Persönlichkeit…

Videos

Lachyoga-Übung: „ich weiß nichts, ich weiß überhaupt nichts…“ mit Norbert Hagen

Lachyoga-Übung „Guru-Lachen“ mit Angela

Wer bin ich? Wer sind die anderen?

Von Missgunst zu Mitgefühl: 3 Fragen über andere, mit denen du viel über dich selbst lernst

Als Kind habe ich mich manchmal gefragt „warum bin ich eigentlich ich und nicht jemand anders?“ Was genau macht es aus, dass ich ich bin? Und wie wäre es , wenn ich jemand anders wäre? Sind wir vielleicht gar nicht alle „ich“, sondern auch jemand anders? Würde sich dann unsere Einstellung verändern?

Um ehrlich zu sein: ich ertappe mich schon manchmal dabei, dass ich neidisch bin – zum Beispiel wenn eine Freundin eine tolle Beförderung erhält oder ein guter Freund gerade glücklich verliebt ist und mir stundenlang davon vorschwärmt. Jedesmal habe ich dabei Schuldgefühle. Bin ich so egoistisch, dass ich es anderen nicht gönnen kann, wenn sie glücklich sind? Ist es einfacher für mich, wenn es anderen schlecht geht? Denn dann bin ich gerne für sie da, höre zu, gebe Tipps und Unterstützung – und bin irgendwie gleichzeitig froh, dass nicht ich selbst gerade den Liebeskummer, den Stress im Job oder die Sorgen mit dem Kind habe. Wenn es hingegen bei anderen fluppt und bei mir nicht, dann werden mir die eigenen Unzulänglichkeiten und Unzufriedenheiten des Lebens direkt vor Augen geführt – und das kann manchmal weh tun.

Macht lästern glücklich?

Geht es nur mir so? Ich denke nicht. Denn warum schauen sich Menschen Sendungen über Messie-Haushalte, „sozial schwache“ Familien und andere Peinlichkeiten an? Warum kommen Sensations- und Schreckens-Nachrichten besser an als Berichte über schöne Ereignisse oder glückliche Menschen? Irgendwie scheint es menschlich: wir wollen uns besser fühlen, indem wir zu anderen schauen, denen es schlechter geht oder die noch unzulänglicher sind als wir.

Interessanterweise ist die „Neugier = Offenheit für Neues“ laut Glücksforschung durchaus eine wichtige Voraussetzung für Zufriedenheit. Klatsch und Tratsch entspringen auch der Neugier. Lästern gibt Menschen das Gefühl von Verbindung, es hilft ihnen, etwas einzuordnen und zu vergleichen. Nicht ohne Grund ist Lästern eine der Lieblingsbeschäftigungen in den Büros und Cafés unserer Stadt. Jeder ist froh, wenn nicht über ihn selbst gelästert wird, wenn ein anderes „Opfer“ gefunden wurde. Bei Paaren hat man sogar festgestellt, dass es sie näher zusammen bringt, wenn sie gemeinsam lästern – zum Beispiel über die Nachbarn, die jeden Freitag das ganze Haus wienern oder Freunde, bei denen sie gerade zum Essen eingeladen waren. Jeder weiß innerlich, dass es „sich nicht gehört“, über andere zu lästern – wir haben Schuldgefühle und tun es trotzdem.

So wie ich in den Wald hinein rufe…

Doch die moralischen Vorbehalte sind nur ein Aspekt. Wenn wir ständig und exzessiv über andere lästern, dann schaden wir letztlich uns selbst. Das, was wir aussenden, fällt auf uns zurück, so besagt es das Gesetz der Resonanz. Wenn wir jemandem schaden – ob mit Worten oder Taten – dann entsteht ein Ungleichgewicht, das irgendwo anders wieder Ausgleich sucht – vielleicht an anderer Stelle als erwartet. Umgekehrt: Wenn jemand mir Unrecht zufügt, dann brauche ich nicht für „Rache“ zu sorgen, sondern kann davon ausgehen, dass sich das schon selbst erledigt. So hart das klingt, so oft habe ich dies schon in meinem Umfeld miterlebt. Gesetz von Ursache und Wirkung, so nennen es die Gurus in Indien. Es lohnt sich also, auf die eigenen Worte und Handlungen zu achten – weniger aus moralischen Gründen, sondern vor allem aus reinem Eigeninteresse.

Doch wie kommen wir aus dem Teufelskreislauf von Lästern – Neid – Schuldgefühlen – sich schlecht fühlen – Neid – sich noch schlechter fühlen – heraus? Mit den folgenden drei Fragen können wir der Sache auf den Grund gehen und dabei viele Erkenntnisse über uns selbst gewinnen:

1. Was ist das Thema dahinter?

Wenn wir uns über bestimmte Menschen aufregen oder sie kritisieren wollen, dann sollten wir uns ehrlich bewusst machen, dass dies auch immer etwas mit uns selbst zu tun hat. Dann können wir genauer hinschauen und Aufschluss über die eigenen Lebensthemen erhalten. Vielleicht lebt dieser Mensch genau die Freiheit, die wir uns eigentlich wünschen. Vielleicht nimmt er sich Dinge heraus, die wir uns nie erlauben würden, aber insgeheim ersehnen. Vielleicht repräsentiert dieser Mensch eine „schlechte“ Eigenschaft, von der wir meinten, dass wir sie uns endlich abgewöhnt haben und merken, dass es doch noch nicht so ist. Wenn wir das Thema dahinter betrachten und uns selbst damit ehrlich auseinander setzen, dann werden wir mit der Zeit merken, dass uns genau dieses Thema irgendwann nicht mehr so sehr „triggert“.

2. Was ist der Wunsch dahinter?

Wenn wir neidisch sind oder jemandem sein Glück gerade nicht gönnen können, dann hilft die Frage, ob wir wirklich mit demjenigen tauschen wollten. Die meisten kommen dann zu dem Schluss, dass dieser Mensch vielleicht ein viel größeres Päckchen zu tragen hat als sie selbst – dass auch dort nicht alles so rosig ist wie es nach außen aussieht. Wichtig ist dann auch: inne halten und sich anschauen, worauf genau man neidisch ist. Oft gibt das Aufschluss über die eigenen Ziele und Wünsche: in welchen Lebensbereichen ist man selbst noch so unzufrieden, dass man den anderen beneidet? Was sollte endlich verändert werden, um in dem Lebensbereich zufriedener zu sein? Wenn es uns selbst gut geht, können wir auch anderen ihr Glück gönnen und uns mit ihnen freuen. Dann entsteht Verbindung und Empathie. Dann ist Glück kein Egotrip mehr, sondern Grundvoraussetzung für ein großzügiges und unterstützendes Miteinander unter Menschen.

3. Wer ist der Mensch dahinter?

Und schließlich kann man einfach mal experimentieren mit dem Gedanken: bin ich wirklich ich? Könnte ich nicht auch jemand anders sein? Und sich im Gespräch mit anderen vorstellen, dass man der / die andere ist – sich überlegen, was man selbst jetzt tun würde in der Situation, wie man handeln würde oder ob man glücklich wäre. Dann entsteht Empathie, dann entsteht eine wirkliche Verbindung – von Herzen her.

Happiness Gedanken für die Woche

  • Neid und Konkurrenz können hilfreiche Indikatoren für die eigenen Ziele und Wünsche sein
  • Neugier ist ein Glücksfaktor – Lästern fällt auf uns selbst zurück
  • Menschen, über die wir uns ärgern oder die wir kritisieren, sind unsere effektivsten Coaches

Zitate

„Urteile nie über einen anderen, bevor Du nicht einen Mond lang in seinen Mokassins gelaufen bist.“ Indianer in Nordamerika.

„Man sieht nur mit dem Herzen gut – Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar. “ Antoine de St. Exupéry

Audio: Die Maitri-Meditation für Mitgefühl und Wohlbefinden

Video: Herzlachen

Happiness.Community

Hier gibt es Anregungen und Austausch für mehr Lebensqualität, Lebensfreude, Glück und Gelassenheit. Sei dabei und sorge dafür, dass es dir und deinem Umfeld gut geht. Denn so können wir einen Unterschied machen.

Dauerhaft glücklich – geht das?

Glücklich sein ist kein einmal erreichter Zustand – sondern eine Lebenseinstellung, mit der wir die schwierigen Dinge mit einem Lächeln meistern und die schönen Dinge dankbar genießen können.

Glück als Egotrip?

Glückliche Menschen waren mir früher gar nicht geheuer. Schließlich gehören doch Probleme zum Leben dazu, fand ich. Wer diese einfach verdrängt, der kann doch auf Dauer nicht glücklich sein, oder? Und wer glücklich oder gut drauf ist? Der ist bestimmt oberflächlich und egoistisch. Schließlich kann man doch nicht einfach so auf Knopfdruck Lachen, Tanzen oder fröhlich sein, wenn es im Leben nicht läuft, dachte ich. Und so blieb ich weiter skeptisch, kritisch und missmutig, egal welche Chance ich vorgesetzt bekam.

Bis der Leidensdruck in meinem Leben so groß war, dass ich mich dann doch auf den Weg machte, um endlich glücklich zu werden. Irgendwann fing ich dann tatsächlich einfach an, so zu tun als ob ich glücklich sei – mit Unterstützung von Lachyoga, positiven Affirmationen und Persönlichkeitsseminaren. Irgendwie konnte ich mir zwar nicht vorstellen, dass es funktioniert, aber ich probierte es aus. Ich wusste, es konnte in meinem Leben nicht mehr so weitergehen wie vorher und ich war so weit, dass ich beschlossen hatte, alles zu tun, um glücklich zu sein. Und langsam begann sich tatsächlich in meinem Leben etwas zu verändern.

Was ich aussende, kommt zurück…

Je mehr ich so tat, als ob ich glücklich war, umso positiver war die Reaktion meines Umfeldes – und umso besser war ich selbst wieder drauf. Die Wirkung der Spiegelneuronen, so nennt man es in der Psychologie. Das heißt, wir fühlen mit was andere fühlen und bleiben davon nicht unbeeindruckt. Wenn wir ins Kino gehen und die Hauptdarstellerin im Film etwas Trauriges oder Ungerechtes erlebt, dann fühlen wir es, wie wenn es unsere eigene Trauer oder Ungerechtigkeit wäre. Wenn wir durch das Leben gehen, dann senden wir immer etwas aus – dies bestätigte sich für mich immer wieder, je mehr ich darauf achtete. Ich trat heraus aus dem „Teufelskreislauf“ des Missmuts in einen Kreislauf, in dem ich plötzlich schöne Reaktionen und Erlebnisse hatte. Das beflügelte mich, so dass ich zuversichtlicher wurde und diese Freude auch als „echt“ erleben konnte.

Mein Leben veränderte sich und viele schöne Dinge passierten. Ich lernte meinen Partner kennen, wurde Mama, schwebte auf Wolken. Aber das Schweben hielt nie dauerhaft an. Irgendwann trat immer wieder der Gewöhnungseffekt ein. Zunächst holten mich die kleinen Alltagsproblemchen ein, dann kamen auch schon wieder größere Herausforderungen.

Krisen als Geschenk

Dauerhaft glücklich? Wer ist das schon? Bei wem läuft alles perfekt? Und wenn ja, sind solche Menschen überhaupt interessant? Oder sind es nicht eher diejenigen, die schon so viel erlebt haben, dass sie gar nichts mehr umhauen kann? Diejenigen, die aus Krisen lernen, die das Geschenk darin sehen und daran wachsen? Die, die uns wirklich etwas mitzuteilen haben statt uns vorzugaukeln, wie toll ihr Leben ist?

Wenn ich zurück blicke, so sind es immer die Schicksalsschläge gewesen, die mich dazu gezwungen haben, in meinem Leben radikal etwas zu verändern und aus Konventionen auszubrechen. Auch bei den Teilnehmer/innen, die zu mir in die Kurse kommen, haben Krisen oder Sinnfragen dazu geführt, dass sie sich auf den Weg gemacht haben – um ihre Träume zu leben und glücklich zu sein. Verbunden war damit immer auch der Wunsch, etwas Gutes für andere zu bewirken – nichts daran war oberflächlich oder egoistisch. Die Glücksforschung bestätigt: Menschen, die sich für etwas engagieren, sind glücklicher.

Glück beginnt im Kleinen und wirkt im Großen

Ich bin mittlerweile davon überzeugt: glücklich sein ist das Beste, was wir für die Welt tun können. Vieles, was in der Welt passiert, scheint beängstigend. Wir können uns darüber Sorgen machen und verzweifeln. Oder gemeinsam ein Feld erschaffen, in dem Liebe, Respekt und Mitgefühl selbstverständlich sind. Ein Feld, in dem wir uns selbst und uns gegenseitig annehmen, mit allen Schwächen, und doch in liebevoller Verbindung. Denn wenn wir genau hinschauen, dann sehen wir, dass die Welt nicht nur schlecht ist – sondern dass immer mehr Räume entstehen, in denen Menschen respektvoll und bewusst leben – und somit zu ihrem eigenen Glück und zum Glück anderer beitragen.

Glücksgedanken für die Woche

  1. Glück ist kein Egotrip – wenn wir dafür sorgen, dass wir glücklich sind, tun wir auch unserem Umfeld etwas Gutes.
  2. Glücklich sein muss nicht bedeuten, dass alles im Leben perfekt ist – es ist vielmehr die Fähigkeit, mit Krisen umzugehen und daran zu wachsen.
  3. Die Welt ist so, wie wir sie sehen – wir können über die Dunkelheit jammern oder dorthin schauen, wo Licht ist.
  4. Wenn wir im eigenen Umfeld anfangen, Glück zu verbreiten, können wir auch im Großen etwas bewirken.
  5. Glücklich sein ist das Beste, was wir für die Welt tun können.

Übungen für Glück

Lachyoga-Übung „Füllhorn des Glücks“ (Video)

Yoga-Übung „Herzensgruß“ (Video)

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Geführte Meditation

Glücks-Meditation „das innere Lächeln“ (Audio) – Link zu Soundcloud…

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Das Hamsterrad des Glücks – nur 10% sind entscheidend

Schickes Auto, Beförderung im Job, Eigenheim, Traumpartner und am besten noch der Lottogewinn? Viele Menschen meinen, dass diese Dinge glücklich machen. Sie strengen sich ordentlich an, um diese Ziele zu erreichen, nehmen dafür Stress und Strapazen in Kauf. Doch wenn sie dann ein bestimmtes Ziel erreicht haben, ist das Glücksgefühl meist nur von kurzer Dauer. Es gibt sogar zahlreiche Beispiele von Menschen, die Spitzenleistungen erzielt haben und sich danach eher sinnentleert und traurig fühlten.

Studien aus der Glücksforschung bestätigen: kurzfristig fühlen wir uns gut, wenn wir ein bestimmtes Ziel erreicht haben – aber langfristig pendelt sich das Glücksniveau wieder auf den gleichen Stand wie vorher ein. In der Steinzeit war das überlebenswichtig. Denn da konnte man sich nicht auf den erreichten Zielen „ausruhen“, sondern musste sich immer wieder an die sich ändernden Gegebenheiten anpassen. Heute führt dieses Phänomen dazu, dass wir uns – kaum ist ein Ziel erreicht – gleich wieder das nächste, höhere Ziel setzen – weil wir meinen, dass uns das endlich glücklich macht. Dieser Irrglaube führt dazu, dass wir wie die Ratten im Hamsterrad immer weiter rennen, um an das Ziel zu kommen. „Life of a rat racer“ ist der amerikanisch geprägte Begriff dafür. Wir strengen uns immer mehr an, um immer höhere Ziele zu erreichen. Langfristig treibt uns das eher in den Burnout als zu echtem Glücksempfinden.

Was ist wirklich wichtig?

Äußere Faktoren wie Status, Geld, Wohnort oder Besitztümer spielen nur eine geringe Rolle für unser wirkliches inneres Glücksempfinden. Laut internationalen Studien sind nur 10% des Glücks solchen äußeren Lebensumständen zuzuschreiben. Die Gene – also die Veranlagung – bestimmen zu 50% darüber, wie glücklich wir uns fühlen bzw. wie wir mit dem Leben und Schicksalsschlägen umgehen.

Können wir also gar nichts tun, wenn die Gene uns nicht wohlgesonnen sind? Ist dies der Freifahrtschein für alle Jammerer und „Opfer“ des Lebens? Können wir uns nun immer auf unsere Gene berufen, wenn es uns nicht gut geht, uns im Selbstmitleid suhlen, da wir ja eh nichts daran ändern können? Hier kommt die schlechte Nachricht für alle notorischen Jammerer: die restlichen 40%, die unser Glücksempfinden ausmachen, können wir selbst beeinflussen. Hier spielen vor allem Werte wie Familie, stabile Beziehungen, ein gutes soziales Umfeld, Sinn im Leben und eine erfüllende Aufgabe eine Rolle. Wenn dies alles da ist – umso besser. Solange es auch hier nicht anstrengend wird, diesen Werten „hinterher zu rennen.“ Denn anhand einer Studie hat man festgestellt (Rutgers University Newark und der University of Toronto vom März 2018): Wenn etwas zu anstrengend wird, leidet die Lebenszufriedenheit. Doch wie kann man etwas bekommen, ohne es zu sehr zu wollen?

Es ist nie zu spät, um glücklich sein

Hier kommt uns eine Erkenntnis aus der Gehirnforschung zugute: Neurobiologen haben festgestellt, dass unser Gehirn nicht zu einem bestimmten Zeitpunkt fertig ausgereift ist, sondern sich ständig verändern kann – auch im höheren Alter. Diese sogenannte „Neuroplastizität“ des Gehirns können wir zu unserem Vorteil nutzen. Das bedeutet nämlich für uns: wir können durch unser Denken und Tun selbst beeinflussen, wie sich unser Gehirn prägt. Das beginnt mit Gedächtnistraining, geht über Mentaltraining bis hin zu Achtsamkeit und Meditation, von der mittlerweile nicht mehr nur Buddhisten wissen, dass sie unser Gehirn verändert. Wir können also unser Gehirn darauf trainieren, dass wir uns gut fühlen. Verschiedene Gehirnareale sind nämlich für verschiedene Emotionen und Bereiche zuständig. Und die Areale, die wir häufig aktivieren, stärken sich, während die anderen kleiner werden. Wenn wir also häufig Freude empfinden, stärkt sich das Areal für Freude, und wir können schneller und öfter Freude empfinden. Umgekehrt gilt dies auch für Ärger, Wut, Angst und Verbitterung.

Doch das Leben ist natürlich nicht nur Freude. Führt dieses Wissen also nun dazu, dass wir uns noch mehr ärgern, wenn wir uns ärgern? Weil wir ja wissen, dass Ärger unser Gehirn verändern kann? Damit wäre der Negativ-Kreislauf vorprogrammiert. Einfacher ist es, in solchen Momenten zu akzeptieren, was ist. Den Ärger annehmen, ihn sich selbst erlauben und dann einen Gegenpol setzen, der uns in gute Stimmung bringt. Doch sich gut fühlen auf Kommando – wie soll das gehen?

Nicht denken, sondern Tun

Spannend ist dafür die Erkenntnis, dass bestimmte Körperaktivitäten und – haltungen unsere Emotionen beeinflussen. Gedanken sind nicht immer kontrollierbar – es sei denn, man ist buddhistischer Mönch mit jahrelanger Meditationserfahrung. Doch wer kann sich schon seinen Gedanken komplett entziehen: Was alles noch zu erledigen ist, wer einem die Vorfahrt genommen hat oder dass der Chef / Partner / die Freundin sich irgendwie komisch verhalten hat.

Einfacher ist es, aktiv zu werden statt zu grübeln. Sport und Bewegung helfen zum Beispiel langfristig depressiven Menschen besser als Psychopharmaka, so die Erkenntnisse einer Studie. Längeres Laufen bringt uns genauso in einen Zustand des „Flow“ wie das Malen eines Bildes oder das Singen im Chor. Es beginnt schon mit bestimmten Körperhaltungen. Wenn wir bewusst stabil und fest stehen, verbessert sich unser Selbstbewusstsein. Wenn wir lächeln – oder gar lachen – werden Endorphine ausgeschüttet, die uns gut fühlen lassen. Wenn wir die Arme regelmäßig begeistert und jubelnd nach oben strecken, stärkt dies unser Charisma. Dies funktioniert auch dann, wenn wir das Gefühl mental noch nicht empfinden können. Es reicht schon, wenn wir so tun, als ob wir ein bestimmtes Gefühl erleben.

„Fake it until you make it“ ist auch ein Motto, das im Lachyoga praktiziert wird. Hier geht es darum, ganz konkret positive Gefühle zu trainieren. Absichtlich erzeugtes Lachen in Kombination mit Bewegung und positiven Affirmationen kann uns dabei unterstützen.

Will man sein Gehirn auf „glücklich sein“ programmieren, hilft es außerdem, sogenannte „Momente der Freude“ zu kultivieren und zu genießen. Das kann die Freude über kleine Dinge sein, Momente in der Natur, das Spielen mit Kindern, Sport treiben, kreativ sein, singen, herumtoben, spontan und abenteuerlustig sein. Hinzu kommt das Prinzip Dankbarkeit – über alles, was ist. Das geht auch ohne Lottogewinn.