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Verbundenheit

Verbundenheit als Glücks- und Resilienzfaktor

Hast du schon mal in einem Zug festgesessen der nicht weiterfuhr? Mir ist es vor einiger Zeit mal wieder passiert. Eine Stunde lang stand der ICE auf freier Strecke und bewegte sich nicht. So genervt die Menschen auch sind, beobachte ich in solchen Situationen immer wieder ein spannendes Phänomen: Die Menschen, die sich vorher jeder für sich mit Laptop oder Smart Phone und Kopfhörer eingeigelt hatten, beginnen sich zu verbinden. Der gemeinsame Feind „Bahn“ und die missliche Situation scheint uns in solchen Momenten zusammenzuschweißen. Man fängt an, sich zu unterhalten, sich gegenseitig etwas anzubieten und sich irgendwie zu solidarisieren.

Die Krisen dieser Welt – wir schaffen es nur gemeinsam

Ein ähnlicher Effekt zeigt sich auch jetzt bei den großen Krisen dieser Welt: wir verbinden uns dann, wenn die Gefahr so groß ist, dass es nicht mehr anders geht: Corona, Krieg und Klimakrise, die großen Herausforderungen dieser Zeit. Wenn wir auch nur irgendetwas Positives daraus ziehen können, dann wohl die Erkenntnis: Wir schaffen es nur gemeinsam! Das gibt mir immer wieder einen kleinen Funken Hoffnung und lässt mich darauf vertrauen, dass wir Menschen gemeinsam viel mehr erreichen können als mit Egoismus.

Die Klimakrise spitzt sich vor allem deshalb zu, weil die Länder sich seit Jahrzehnten nicht auf gemeinsame Ziele oder Vorgehensweisen einigen konnten. Die Coronakrise mit all den Einschränkungen, Lock-Downs und dem Verzicht auf die sonst so selbstverständlichen Vergnügungen des Lebens hat die viele Menschen noch einsamer gemacht als sie es eh schon waren (siehe Blogartikel „Einsamkeit“). Diejenigen hingegen, die sich mit anderen verbunden haben, kamen besser durch die Zeit.

Der Krieg zeigt uns jüngst nochmal mehr, wie wichtig es ist, gemeinsam zu handeln. Und es tut sich was: Die vielbeschworene „Spaltung der Gesellschaft“ durch Corona rückt in den Hintergrund. Hunderttausende von Menschen gehen derzeit gemeinsam auf die Straße, um für den Frieden zu demonstrieren. Die EU und die USA rücken zusammen, wie es vorher lange nicht mehr denkbar gewesen wäre. Dieser Krieg ist schrecklich, grausam, unmenschlich. Wenn wir auch nur irgendwas dagegen tun können, dann nur in Verbundenheit und nicht im Einzelkämpfertum. Dies ist die größte Chance, die wir haben, um einen größenwahnsinnigen und selbstverliebten Egomanen wie Putin aufzuhalten. Das ukrainische Volk macht uns auf beeindruckende Weise vor, dass Zusammenhalt und Verbundenheit stärker sein können als Panzer und Raketen.

Einsamkeit ist ungesund

Lange sind wir in dem Irrglauben erlegen, dass derjenige am erfolgreichsten ist, der sich am besten durchsetzen kann. Der am skrupellosesten seine Ziele verfolgt und nur um das eigene Wohl bemüht ist. „Ellbogenmentalität“ wurde als notwendig erachtet, um weiter zu kommen. Doch das Gegenteil ist der Fall: Studie zeigt, dass die Menschen, die andere betrügen oder belügen, um sich selbst Vorteile zu verschaffen, eher das Gegenteil erreichen: sie werden isoliert, ausgeschlossen bei der Arbeit, haben mehr Stress und sind am Ende eher unglücklich (Metastudie von David Sloan Wilson über „machiavellistische Menschen“ – also solche, die nur auf den eigenen Vorteil bedacht sind und andere dafür klein machen).

Doch nicht nur selbstverliebte Egomanen haben ein Problem. Die Entwicklungen der neuen Zeit – Digitalisierung, Social Media, die Gentrifizierung in Großstädten und nicht zuletzt Corona – haben dazu geführt, dass Einsamkeit zu einem drängenden Problem unserer Zeit geworden ist. Laut Umfragen ist die Zahl der engen Freunde, die Menschen im Durchschnitt haben, seit 1985 von 3 auf 1 geschrumpft (siehe Buch „Die neue Einsamkeit“ von Diana Kinnert). Dreimal mehr Menschen als damals geben an, dass sie keinen Menschen haben, mit dem sie ernsthaft reden können. Einsamkeit ist Ursache für Stress, Krankheit, psychische Probleme und sogar den vorzeitigen Tod. Sie ist gesundheitlich genauso schädlich wie das Rauchen von 15 Zigaretten täglich. Die „Social Media“ haben mit „sozial“ genauso wenig zu tun wie Putin mit dem Begriff „Friedensmission“. Jeder stellt sich selbst dar, kaum einer fühlt sich hier wirklich verbunden. Hasskommentare, Fake News und destruktive Diskussionen über Corona haben den Trend  verschärft.

Evolution durch Kooperation

Umso wichtiger ist es derzeit, echte Verbundenheit wiederzufinden und zu leben. Wir müssen uns dafür nicht mal verbiegen. Das Bedürfnis nach Kooperation und Miteinander liegt in unserer Natur. Dies hat unsere Evolution geprägt und unser Überleben gesichert. Selbst unsere Körperzellen arbeiten auf geniale Weise und so perfekt aufeinander abgestimmt zusammen, wie wir selbst es logistisch niemals hinkriegen würden. In der Natur und der Tierwelt ist das Zusammenspiel von Systemen und Populationen wichtiger Bestandteil, zum Beispiel bei den Bienen und Ameisen. Auch Schimpansen zeigen Kooperationsbereitschaft und suchen gegenseitige Nähe – sogar dann, wenn es vorher Auseinandersetzungen gab. Immer mehr Erkenntnisse zeigen: In der Evolution hat nicht der Stärkste überlebt, sondern die Spezies, die am besten kooperieren kann.

Verbundenheit ist nicht nur die Voraussetzung für das Überleben der Menschheit, sondern auch für persönliches Glück. Die „Grant Study“ – eine Harvard Glücksstudie über einen lebenslangen Zeitraum  – zeigt: Menschen, die glückliche Beziehungen haben, leben länger, zufriedener und sind im Alter gesünder. Viele weitere Studien bestätigen: Menschen mit erfüllten Beziehungen – unabhängig ob mit Freunden oder Liebespartnern – sind glücklicher und gesünder. Sie haben ein besseres Immunsystem und verfügen über bessere psychische Widerstandskraft, also „Resilienz“. Kinder aus schwierigen Familien, die eine wichtige Bezugsperson hatten, waren im späteren Leben psychisch stabiler als andere, die sich allein gelassen fühlten. Nicht nur das: die Aktivität „Zeit mit Freunden verbringen“ oder „gute Gespräche führen“ verschafft uns einen Riesenschwall an positiven Gefühlen, stressmindernden Effekten und aktiviert die Belohnungszentren im Gehirn.

Verbundenheit leben – 5 Anregungen

Es spricht also vieles dafür, Verbundenheit zu suchen und zu leben. Doch wie können wir selbst dazu beitragen, dass Menschen sich wieder mehr verbinden, zugehörig fühlen und gemeinsam an einem Strang ziehen, um diesen Planeten als einen lebenswerten Ort zu erhalten? Ich bin der Meinung: beginne bei dir selbst! Wenn du mit dir selbst verbunden bist, kannst du auch Verbundenheit mit anderen Menschen fühlen. Du kannst vergeben und andere Menschen unterstützen, ohne dich selbst aufzugeben. So können Netzwerke entstehen, die von Liebe, Fürsorge und Miteinander geprägt sind. Je mehr wir diese Verbundenheit mit uns selbst und im eigenen Umfeld leben, umso weniger haben Kriege im Außen eine Chance. Hier ein paar Anregungen dazu.

1. Mit sich selbst im Reinen sein

Wir können nicht über den Krieg jammern, wenn wir gegen uns selbst Krieg führen, uns ständig selbst rügen oder gar beschimpfen. Sei nachsichtig mit dir selbst und behandle dich gut. Schließlich bist du der Mensch, mit dem du die meiste Zeit im Leben verbringst. Verdränge nicht deine Schattenseiten, sondern schaue liebevoll hin und erkenne sie an. Dann darfst du sie in den Urlaub schicken und deine Stärken feiern.

2. Mit anderen im Reinen sein

Übe Vergebung – nicht anderen zuliebe, sondern für dich selbst. Dann wirst du frei von Groll und offen für neue, nährende Menschen und Beziehungen sein.

3. Für andere da sein

Einer der größten Glücksfaktoren ist es, anderen zu helfen. Eine sehr effektive Übung ist es, jeden Tag 3 kleine „Gesten der Freundlichkeit“ auszuüben und dies abends aufzuschreiben. Das können unterschiedliche Dinge bei unterschiedlichen Menschen sein – einem Freund ein Kompliment machen, einem Kollegen etwas aus der Kantine mitbringen, mit einem Obdachlosen ein Gespräch führen – die Möglichkeiten sind unendlich. Diese Übung ist ein wahrer Glücksbooster.

4. Die Familie wertschätzen

So sehr Familien auch Verletzungs- und Konfliktpotenzial bieten – Freunde können wir loslassen, die Familie bleibt Familie. So lohnt es sich, mit Eltern und Geschwistern ins Reine zu kommen und Vergebung zu üben – jeder hat es so gut gemacht wie er / sie konnte. Wenn du selbst eine Familie hast, dann mach dir bewusst: Frieden beginnt auch hier im Kleinen. Es geht nicht darum, keine Konflikte zu haben, sondern diese mit Liebe und Wertschätzung lösen zu können.

5. Gemeinschaft suchen, in der man sich gegenseitig unterstützt

Studien in verschiedenen Gemeinschaften – z.B. in der Nachbarschaft – zeigen, dass die Gemeinschaften, in denen man sich gegenseitig besonders unterstützt, erstaunliche Wirkungen auf die Menschen haben:

  • die Kinder sind gesünder und haben bessere Hoschulabschlüsse
  • die Älteren haben eine höhere Lebenserwartung
  • insgesamt gibt es weniger soziale Schwierigkeiten wie z.B. Prügeleien

Vielleicht hast du ja bereits eine solche Gemeinschaft. Oder magst dich nach einer umschauen. Dies kann ein Verein sein, eine Gemeinde, eine Nordic Walking Gruppe oder ein Chor. Großes Potenzial liegt auch in der „Lachyoga Community“ bzw. den Lachclubs. Hier verbinden sich Menschen im Lachen, sowohl live als auch online. Unabhängig von Alter, Nationalität, Herkunft oder politischer Richtung wird hier jeder akzeptiert. Es geht um Toleranz, Frieden, Gesundheit und Glücksmomente. Hier entstehen Freundschaften, gemeinsame Unternehmungen und gegenseitige Unterstützung. Menschen verbinden sich, werden kreativ, mutig und blühen auf. Probiere es mal aus! Hier findest du Angebote live in Köln oder in Berlin oder deutschlandweit. Und hier online per Zoom.

Wir müssen nicht warten, bis der Zug stehen bleibt, das Klima kollabiert oder die Wirtschaftskrise kommt. Verbinde dich jetzt mit liebevollen und gleichgesinnten Menschen, unterstützt euch gegenseitig mit Trost und Hoffnung und habt gemeinsam Spaß! So tust du etwas für deine Resilienz und für die Aktivierung von Glücksgefühlen.

Ich wünsche mir von Herzen, dass die Menschen, die JETZT zusammenhalten und für Miteinander und Verbundenheit stehen, auf diesem Planeten überleben werden. So wie es die bisherige Evolution auch gezeigt hat.

Namasté Angela

P.S: Du hast Sehnsucht nach Verbundenheit an einem schönen Ort, guten Gesprächen und netten Menschen? Dann sind vielleicht die Happiness Yoga Ferien interessant für dich. In St. Peter Ording oder auf Zypern.

Glücklich machen macht glücklich

„Mitgefühl und Liebe sind keine bloßen Luxusgüter. Als die Quelle von innerem und äußerem Frieden sind sie grundlegend für das Überleben unserer Spezies.“ Dalai Lama

In meinem Leben gab es eine Zeit, in der ich sehr unglücklich war – mein Job war futsch, die Beziehung kaputt. Ich steckte im Negativ-Kreislauf und fühlte mich als Opfer äußerer Umstände. Der Leidensdruck war so groß, dass er mich aus meiner Komfortzone heraus katapultierte. Etwas musste sich ändern. So beschloss ich, länger nach Indien zu reisen, um in einem Hilfsprojekt mitzuarbeiten. Gelandet bin ich bei einem französischen Arzt, der Kranke behandelte – in den Slums, auf der Straße. Dort sah ich Lebensumstände, die ich mir vorher nicht mal ansatzweise vorstellen konnte. Menschen, die auf Bahnsteigen lebten, Kinder, die im Müll und Dreck spielten, Frauen, deren Brandwunden sich über den ganzen Körper zogen. Das Erstaunliche aber war: Egal, wie miserabel es diesen Menschen ging – sie hatten immer ein Lächeln und einen „Namasté“-Gruß als Dankeschön für uns übrig.

Wie konnten diese Menschen noch lächeln? Und wie konnte ich es mir je anmaßen, mich als Opfer gefühlt zu haben? Ich hatte ein Dach über dem Kopf, sauberes Wasser, eine Ausbildung, alle Möglichkeiten. In dem Moment schämte ich mich fast dafür, dass ich zu Hause vor lauter Selbstmitleid zerflossen war. Aber noch erstaunlicher war die Erkenntnis: Ich war hier so glücklich wie selten zuvor! Ja, es flashte mich geradezu, mal wirklich etwas für andere tun zu können, statt um mich selbst und mein eigenes Leid zu kreisen. Mir wurde bewusst, wie unglaublich gut es uns in Deutschland geht – besser als dem größten Teil der Menschheit. Ich stellte fest, dass die freiwilligen Helfer, die hier in dem Projekt ihre Urlaubszeit opferten, allesamt mindestens genauso viel zurück bekamen wie sie gaben. Und ich sah, dass materieller Wohlstand, so wie wir ihn in Deutschland genießen, nicht zwangsweise glückliche Menschen hervorbringt. Während die Inder stets Zeit hatten für einen Plausch beim Chai, zusammen saßen, dabei scherzten und viel lachten, sind in Deutschland Depression und Einsamkeit zu einem ernsthaften Problem geworden.

Weltglückstag: Gemeinschaft statt Wachstumswahn

Bis vor wenigen Jahren herrschte in den Industrieländern noch die gängige Meinung, dass Wirtschaftswachstum das einzige anzustrebende Ziel sei. Und tatsächlich sind laut „World Happiness Report“ die Menschen in wohlhabenden Ländern wie Finnland oder Dänemark glücklicher als in „Krisenländern“ wie Griechenland oder Venezuela. Ein gewisses Grundmaß an Wohlstand und Einkommen ist sicherlich erforderlich, um zufrieden zu leben. Trotzdem setzt sich immer mehr die Erkenntnis durch, dass bedingungsloses Wachstum um jeden Preis kein Garant für Wohlstand ist.

Mit dem „Weltglückstag„, den es seit 2013 gibt, haben die Vereinten Nationen anerkannt, dass Glück ein „grundlegendes Ziel für die Menschen“ ist. Sie betonen, dass „Fortschritt“ nicht nur Wachstum bedeuten sollte – sondern auch die Erhöhung von Glück und Wohlbefinden für die Menschen. Sie berufen sich dabei auf die drei Säulen „Soziales“, „Wirtschaft“ und „Umwelt“, die gleichsam wichtig sind. Auch bei den „17 Zielen für nachhaltige Entwicklung“ (2015 von den UN beschlossen) geht es nicht nur um Reduzierung der Armut, sondern auch um Wohlbefinden und Gesundheit, Frieden, Gerechtigkeit, Bildung und Nachhaltigkeit. Das kleine Land Bhutan macht es vor. Schon seit den 70er Jahren hat hier das „Bruttonationalglück“ vor dem Bruttosozialprodukt Priorität. Bereits die Schulkinder erlernen hier „Glückskompetenzen“ wie Achtsamkeit, Empathie, Konfliktmanagement und Meditation. Was können wir also in unserem Umfeld tun, um Glück und Freude zu verbreiten und auch zu leben?

Drei Glückstipps zum Weltglückstag

  1. Gutes tun: Nutze an diesem Tag jede Gelegenheit, um andere Menschen glücklich zu machen. Studien belegen, dass „Gutes tun“ einer der besten Wege ist, selbst zufrieden zu sein. Daher ruft der Weltglückstag Menschen dazu auf, an diesem Tag ganz bewusst Mitgefühl, Empathie und Hilfsbereitschaft zu leben.
  2. Beziehungen kultivieren: Nimm Kontakt auf zu einem lieben Menschen, den du besonders magst oder den du länger nicht gesehen hast. Schreibe ihm eine Karte oder sag ihm etwas Nettes. Glückliche und erfüllte Beziehungen sind der Glücksfaktor schlechthin. Damit sind sowohl Familie und enge Freunde gemeint als auch Arbeitskollegen, Freizeitgefährten oder die Gemeinschaft in einer Gruppe oder einem Verein.
  3. Dankbarkeit leben: Halte inne, atme und denke an mindestens drei Dinge, für die du dankbar bist. Dankbarkeit ist eine Lebenseinstellung, die vielleicht altmodisch klingt, aber definitiv glücklich macht.

All das sollte natürlich nicht nur am Weltglückstag geschehen, sondern jeden Tag neu. Probier es aus und berichte gerne hier! Aus meiner Erfahrung in Indien kann ich nur bestätigen: für andere etwas tun macht glücklich. Gemeinschaft mit Gleichgesinnten macht glücklich. Und Dankbarkeit macht glücklich. Unter anderem dafür, dass wir hier in einem wohlhabenden und freien Land wie Deutschland leben. Das können wir uns regelmäßig bewusst machen – auch ohne nach Indien gereist zu sein.

Namasté,

Angela

„Wir leben von dem, was wir bekommen, aber wir gestalten unser Leben durch das, was wir geben.“ Winston Churchill

Trainiere dein Glück!

Du möchtest dein inneres Glück aktivieren, dein Mindset langfristig auf glücklich sein programmieren und dies nachhaltig im Alltag umsetzen? Dann ist vielleicht dieser Online-Kurs „Aktiviere dein inneres Glück und leuchte“ das Richtige für dich. Mehr Infos hier…

 Glücksgedanken für die Woche

  • Anderen Menschen etwas Gutes zu tun macht glücklicher als ständig selbst etwas zu fordern
  • Gemeinschaft und Mitmenschlichkeit sind als Glücksfaktor entscheidender als alle anderen äußeren Lebensumstände
  • Wir können unendlich dankbar sein, wie gut es uns geht und dass wir in Frieden, Wohlstand und Freiheit leben

Mögliche Aktionen zum glücklich machen

Jeder kann dazu beitragen, das Glück und Wohlbefinden auf dieser Welt zu erhöhen.  Hier ein paar Anregungen dazu:

  • Ein nettes Wort an die Kassiererin im Supermarkt richten
  • Sich Zeit nehmen für einen kurzen Plausch mit dem Nachbarn
  • Eine Freundin oder Freund anrufen, die du länger nicht gesehen hast
  • Einen älteren Menschen auf der Straße einfach ansprechen
  • Mit einem Obdachlosen oder Bettler ins Gespräch kommen, ihm zuhören
  • Ein paar herzliche Worte mit der Erzieherin / Lehrerin / Schwiegermutter wechseln
  • Eine Umarmungsaktion (Free Hugs) starten
  • Deinen Partner/in lange umarmen
  • Einen bestimmten Menschen einen ganzen Tag lang besonders zuvorkommend behandeln.
  • Jemandem ein Kompliment machen

Ich würde mich freuen, wenn du hinterher davon berichtest, was du gemacht hast und wie es war – hinterlasse gerne einen Kommentar :-)

 

Von innen nach außen – wir erleben, was wir denken

Kennt ihr solche Tage, an denen man gerade eine blöde Nachricht oder gar eine „Hiobsbotschaft“ erhalten hat? Vielleicht nur eine Kleinigkeit, aber trotzdem ärgerlich: der Bußgeldbescheid, die Steuernachzahlung, die fällige Reparatur des Autos. Ich erhielt zum Beispiel neulich bei meiner Zahnärztin die Nachricht, dass aufgrund eines „Problemzahns“ demnächst eine nicht unerhebliche Summe auf mich zukommen wird. Klar, es ist „nur“ Geld. Aber irgendwie fällt es mir nach dieser Nachricht trotzdem schwer, weiter gut gelaunt durch den Tag zu gehen. Draußen macht sich zum ersten Mal der Frühling bemerkbar, die Sonne scheint, die Vögel jubilieren wie noch nie in diesem Frühjahr.

Doch mein Geist ist getrübt, und nichts vermag mich in diesem Moment aufzuheitern. Wo ich doch eigentlich wissen müsste, wie es geht, in gute Laune zu kommen. Früher hätte ich mir dafür noch zusätzlich Vorwürfe gemacht. Mittlerweile weiß ich, dass es manchmal einfach Momente gibt, in denen man sich die schlechte Laune erlauben sollte. Ich registriere es also, beobachte mich selbst dabei und denke mir: Okay, mal wieder eine Bestätigung dafür, wie sehr die innere Einstellung darüber entscheidet, wie man die Welt sieht und erlebt.

Unser Umfeld als Spiegel des inneren Zustands

In der Yogatradition geht man schon lange davon aus, dass der Zustand des Geistes darüber entscheidet, wie wir die Außenwelt wahrnehmen. Mit „Geist“ bezeichnet man hier das Feld in uns, auf dem sich Wahrnehmung, Erinnerungen, Gefühle, Empfindungen, Gedanken und Phantasien abspielen. Ziel von Yoga und Meditation ist es dementsprechend, den Geist in einen Zustand zu bringen, in dem wir alle vorgeprägten Bewertungen und Gedankenmuster loslassen können.

Aus heutiger Sicht wissen wir zudem: von den Millionen von Bits an Informationen, die pro Sekunde auf uns einprasseln, nimmt unser Gehirn nur 0,0004% bewusst auf. Doch wie wählt unser Gehirn die Informationen aus? Entsprechend unserer unbewussten Fragestellungen. Auch hier bestätigt sich also: Wir erleben die Welt so, wie wir darüber denken. Die alten Yogis liegen wohl richtig: Offenbar macht es keinen Sinn, ständig an den Rahmenbedingungen herum zu schrauben, solange wir nicht beginnen, an unserer inneren Denkweise – dem Geist – etwas zu verändern.

Der Fokus ist entscheidend

Denn wenn wir den Fokus auf Liebe, Freude und Dankbarkeit richten, dann verändert sich nicht nur unsere Sichtweise, sondern auch das, was wir erleben. Unser Gehirn und dessen Synapsenverbindungen sind in ständiger Veränderung und Anpassung. Doch damit neue Verdrahtungen entstehen können, sind besondere Eiweißmoleküle erforderlich. Diese werden dann freigesetzt, wenn wir Begeisterung erleben oder emotional berührt sind. Also über das Erleben, das Tun, das Gefühl. Auch hier können wir uns der traditionellen Techniken aus dem Yoga bedienen, um den Fokus immer mehr auf Freude, Liebe, Dankbarkeit und Glück zu richten.

Drei Tipps, um die Synapsen im Gehirn neu zu verdrahten

1. Meditation praktizieren

Komm in die Stille, nimm die düsteren Gedankenwolken (z.B. „Hiobsbotschaften“) wahr, aber lasse sie vorüberziehen. Meditation bringt dich in einen Bewusstseinszustand, in dem du negative wie positive Dinge annehmen kannst, ohne dass sie dich zu sehr runterziehen. In Studien hat man zudem festgestellt, dass Menschen, die regelmäßig meditieren, ein besseres Wohlbefinden, geringere Ängste und ein stärkeres Immunsystem haben.

2. Begeisterung leben

Es sind die „Glücksmomente“, die unsere Begeisterung entfachen, unsere Emotionen wecken und für neue Verdrahtungen im Gehirn sorgen. Also die vielen kleinen wunderbaren Momente, die wir kultivieren und erleben können, auch unabhängig von den äußeren Umständen. Die Erfahrung zeigt: je mehr wir sie wahrnehmen, umso mehr davon erleben wir auch.

Wann warst du das letzte Mal albern, begeistert, übermütig, verrückt, voller Freude? Wirkliche Begeisterung haben viele von uns verlernt. Wir haben gelernt, uns zu beherrschen und vernünftig zu sein. Um wieder mehr Begeisterung zu leben, hilft auch ein so tun als ob, oder einfach zu sein wie die Kinder. Eine weitere gute Möglichkeit, Begeisterung regelrecht zu trainieren, ist die Teilnahme am Lachyoga. Hier findest du offene und neugierige Menschen, die es sich gegenseitig und gemeinsam erlauben, mal ausgelassen zu sein. Der geniale Spielplatz für Erwachsene!

3. Herzensaufgabe entdecken

In jedem von uns brennt eine kleine Flamme, unser Potenzial, unser Beitrag für die Welt, den wir zum Ausdruck bringen wollen. Wenn wir uns dessen bewusst werden und erkennen, wo wir hingehören, dann ist dies mit einer tiefen emotionalen Erfahrung verbunden. Wenn wir dann weiter unserer „inneren Sehnsucht“ folgen, dann richtet unser Gehirn den Fokus automatisch auf alle Erfahrungen, die uns auf diesem Wege weiter bringen. Für Jammern und Grübeln bleibt dann kein Platz mehr.

Annehmen, was ist

Natürlich: Hiobsbotschaften wird es immer mal geben. Genauso wie „Arschengel“ oder Menschen, die einem das Leben schwer machen. Oder auch Wut, Ärger, Trauer und Verzweiflung. Solange wir dagegen ankämpfen oder uns selbst Vorwürfe machen, wird es nur noch schlimmer. Wenn wir allen Gedanken und Gefühlen erlauben, da zu sein, verlieren sie ihre Bedrohlichkeit, und unser Grundvertrauen wächst. Wir können einen Sinn darin sehen und die Ressourcen aktivieren, die wir brauchen, um die Verdrahtungen im Gehirn neu auszurichten – auf Liebe, Freude und Dankbarkeit.

Dabei wünsche ich dir viel Erfolg!

Namasté, Angela

 

 

Glücksgedanken für die Woche

  • Der Zustand unseres Geistes entscheidet darüber, wie wir die Welt erleben
  • Das Gehirn nimmt von den vielen Sinneseindrücken das bewusst wahr, was unseren Gedankenmustern entspricht
  • Veränderung geschieht von innen nach außen
  • Die Verdrahtungen im Gehirn können jederzeit neu verknüpft und auf Freude programmiert werden: durch Meditation, sich in die Welt einbringen und das Entfachen von Begeisterung.

 

Zitat

„Im höchsten Zustand der Erkenntnis basiert das Wissen eines Menschen nicht länger auf Erinnerungen oder Schlussfolgerungen. Sein Wissen ist spontan und unmittelbar und von außerordentlicher Qualität und Intensität.“ Aus dem Yoga Sutra des Patanjali