Lebst du schon dein IKIGAI? Wie sich die Lebensaufgabe mit der Welt vereinbaren lässt

Als ich zum ersten Mal von IKIGAI hörte, dachte ich, es wäre entweder eine Sushi-Spezialität oder ein japanischer Wissenschaftler. Als ich dann nochmal genauer nachgeforscht habe, durfte ich feststellen, dass IKIGAI ein ziemlich geniales Konzept ist, um unsere „Mission“ oder „Lebensaufgabe“ in dieser Welt einzuordnen. Und zwar so, dass sie nicht nur real umsetzbar wird, sondern auch dazu beiträgt, in dem, was wir tun, Erfüllung zu finden. Denn die Frage, was wir den ganzen Tag tun und wie wir unsere Lebenszeit verbringen, betrifft jeden von uns. Egal, ob jemand in einer Festanstellung oder auf Hartz IV ist, „brotlose Kunst“ betreibt oder einen Haufen Geld in einem Job verdient, der in seinen Augen völlig sinnentleert ist.

IKIGAI beschreibt einen Idealzustand, die Schnittmenge von dem, was du gerne tust, gut kannst, in die Welt einbringst und wovon du gleichzeitig leben kannst. Wenn du bereits in diesem Idealzustand bist, wunderbar. Wenn dieser dir hingegen eher schwer erreichbar scheint, ist das kein Grund zur Verzewiflung. Denn allein das Hinschauen mit der Frage „wo stehe ich, wo kann ich noch etwas verändern?“ kann dir helfen, bewusst dein Tun und dein Sein in eine Richtung zu steuern, die deinem Herzen entspricht. Das muss nicht heißen, dass du alles, was du jetzt beruflich tust, über Bord werfen musst – manchmal helfen kleine Veränderungen, um sich dem persönlichen „IKIGAI“ zu nähern. Doch was genau bedeutet nun IKIGAI?

IKIGAI – das, was das Leben lebenswert macht

Wörtlich übersetzt bedeutet IKIGAI „lebens (=IKI) wert (=GAI)“. Damit ist zum einen gemeint, dass man den Sinn seines Lebens findet, aber auch dass man erfüllt, stressfrei und vor allem glücklich lebt. Vorbild ist dabei die Insel Okinawa, die dafür bekannt ist, dass die Menschen dort besonders glücklich sind und sehr lange leben. Die „Insel der Hunderjährigen“ wird Okinawa auch genannt, und unzählige Wissenschaftler haben sich bereits mit der Frage befasst, was das Geheimnis dieses Phänomens ist. Zu den wichtigsten Rahmenbedingungen der Bewohner gehören unter anderem Entschleunigung, viel Bewegung in der Natur, gelebte Gemeinschaft und gesunde Ernährung.

Bei IKIGAI geht es aber nicht nur um die Rahmenbedingungen – sondern auch um die innere Motivation, den Sinn, die Frage nach der Mission auf dieser Welt. Aber auch um die Frage, inwieweit dies mit der Realität vereinbar ist. Denn was nützt es uns, wenn wir dem Herzen folgen, das tun, was uns Spaß macht, aber am Ende die Miete nicht bezahlen können? IKIGAI setzt an vier verschiedenen Ebenen an.

Vier Fragen, die dir helfen, dein IKIGAI zu finden

1. Was liebst du zu tun?

Wofür brennt dein Herz? Wofür würdest du jeden Morgen begeistert aus dem Bett springen? Was hast du möglicherweise schon als Kind gerne gemacht? Wobei vergisst du die Zeit, wenn du es tust, kommst so richtig in den „Flow?“ Im vorhergehenden Blog „Finde Dein Warum“ findest du Anregungen, wie du das herausfinden kannst.

2. Was braucht die Welt?

Was ist deine „Mission“? Hast du eine Idee, wofür du auf dieser Welt bist? Welchen Beitrag kannst oder möchtest du für die Welt leisten? Oder auch: was möchtest du erschaffen? Für wen kannst du durch dein Sein einen Unterschied machen? Inwiefern wird die Welt ein anderer Ort sein, weil du hier gewesen bist? Denn das, was du tust, sollte nicht nur mit deinem Herzen in Einklang sein, sondern auch mit der Welt.

3. Worin bist du gut oder talentiert?

Was sind deine Fähigkeiten? Welche Erfahrungen und Kompetenzen bringst du mit? Was ist dein erlernter Beruf oder eine Tätigkeit, in der du richtig gut bist? In welchem Feld kannst du der oder die Beste sein oder bist es bereits?

4. Womit kannst du Geld verdienen?

Womit verdienst du derzeit dein Geld? Gibt es ein Hobby, das du so zum Beruf machen kannst, dass du Geld damit verdienst? Gibt es andere Möglichkeiten, das Geld verdienen mit den anderen Bereichen in Einklang zu bringen? Viele Menschen vernachlässigen den finanziellen Bereich, wenn es um die Frage nach der Mission oder Lebensaufgabe geht. So mancher hat schon überstürzt seinen Job gekündigt, um der „Lebensaufgabe“ zu folgen, um dann ernüchtert festzustellen, dass die Aufgabe das Leben nicht ermöglicht. Umgekehrt sitzen in unseren Bürotürmen unzählige fremdbestimmte Menschen, die zwar einen Haufen Geld verdienen, aber sich abends im Bett fragen „wofür mache ich das hier?“.

Wie IKIGAI erreichen?

Was können wir also tun, um unser IKIGAI zu erreichen? Zunächst wohl erstmal eines der wichtigsten Prinzipien des IKIGAI beherzigen: Fließen lassen, kein Stress, kein übertriebener Aktionismus, um unbedingt etwas erreichen zu wollen. In die Ruhe kommen, und dann Schritt für Schritt die verschiedenen Bereiche anschauen und reflektieren. Dankbar sein für das, was bereits da ist und gleichzeitig offen für Veränderungen sein.

Denn letztendlich ist es mit dem IKIGAI genauso wie mit der Suche nach dem Glück: Es ist kein einmal erreichter statischer Endzustand, der dann so bleibt. Das Bild des IKIGAI beinhaltet auch einen Prozess, ein ständiges und fließendes Anpassen – etwas verändern – wieder anpassen. Dieser Prozess wird vermutlich lebenslang sein. Es gilt also, diesen mit Spaß und Gelassenheit zu genießen, ganz entspannt im Fluss mitzufließen und ab und zu mal die Richtung zu korrigieren. Die Hundertjährigen von Okinawa haben viel Zeit dafür. Doch selbst wenn wir nicht hundert Jahre alt werden – die entsprechende Gelassenheit können wir uns trotzdem von ihnen abschauen.

Namasté, Angela

P.S: Möchtest du dich noch intensiver mit deinem IKIGAI, deiner Mission, deinem „Warum“ beschäftigen und dich auf den Weg machen? Dann sei dabei beim Online Coaching Programm „SMILE“

 

Zitate

„Nicht alle von uns können große Dinge tun. Aber wir können kleine Dinge mit großer Liebe tun.“ Mutter Teresa

 „Die Sklaven von heute werden nicht mit Peitschen, sondern mit Terminkalendern angetrieben.“ John Steinbeck

  „Viele würden gern ein einfacheres Leben führen, wenn der Weg dahin nicht so kompliziert wäre.“ Justus Jonas der Ältere

 

Glücksgedanken

  • Das, wofür dein Herz brennt, sollte im Einklang mit der Welt sein
  • Begib dich den Fluss des Lebens, lass dich treiben und korrigiere die Richtung, wenn erforderlich
  • Finde dein persönliches „IKIGAI“ – aber mach dir keinen Stress beim Suchen
  • Nimm dir Zeit für jeden bewussten Schritt
  • Suche die Stille in der Natur und Gemeinschaft bei den Menschen, die dir wirklich wichtig sind

 

Humor

Fragt ein Beamter den anderen: „Was hältst du davon, wenn wir uns ein Aquarium kaufen?“ „Ach nein, Fische sind mir zu hektisch.“

Finde dein Warum – das innere Feuer entfachen

Wie ich im vergangenen Jahr meine neue Ausrichtung neu fokussiert habe: 5 Tipps, wie du dich ausrichten und die Basis für deine Ziele und Träume schaffen kannst

Manchmal kann man sich dem Wind der Veränderung einfach nicht entziehen –  auch wenn man am liebsten in der alten Komfortzone verharren würde. Bei mir war es Anfang 2018 soweit: Obwohl ich seit über 12 Jahren begeistert Seminare gebe, merkte ich, dass Veränderung her musste. Ich war schon länger auf der Suche nach einer Möglichkeit, all die vielseitigen Themen, die ich anbot – von Lachyoga, Stress-Management, Persönlichkeitstraining bis hin zum Yoga – zu fokussieren.

Doch das ist nur die eine Seite der Medaille. In meiner Arbeit mit Menschen, die aus der Krise wieder in die Lebensfreude hinein finden wollen oder auch selbst als Trainer aktiv werden wollen, habe ich immer wieder eins festgestellt: Entscheidend ist nicht die Frage: ist alles perfekt? Bin ich gut genug? Mache ich alles richtig? Sondern entscheidend ist die Frage: was treibt mich an? Wofür lohnt es sich, jeden Morgen aufzustehen? Was bringt meine Augen zum Leuchten? Wofür brenne ich?

Ich stellte fest: diejenigen meiner Teilnehmer, die mit innerer Motivation an die Sache heran gingen, verwirklichten mit vollem Herzen ihre Träume und blieben dran. Sie waren offen und ließen sich auf das Abenteuer mit sich selbst ein, trotz aller Widerstände und Hürden. Diejenigen, die nur ihre äußere Hülle aufpolieren wollten, entzogen sich, sobald wirkliche Veränderung anstand. Dies konnte ich immer wieder beobachten, egal ob es dabei um private Träume oder berufliche Projekte ging.

So habe auch ich mir in regelmäßigen Abständen die Frage nach meiner inneren Ausrichtung, dem „Warum“, gestellt. Dies wieder ganz besonders und intensiv im letzten Jahr 2018. Daraus wurde ein Abenteuer, das ich mit dir teilen möchte – so, dass du an diesem Weg teilhaben und auch selbst davon profitieren kannst. Diese 5 Schritte haben mir persönlich dabei geholfen:

1. Schritt: Eine Entscheidung treffen

Am Anfang steht immer die Entscheidung, sich zu verändern. Vielleicht aus Leidensdruck, vielleicht aus dem Wunsch heraus, sich weiterzuentwickeln. Mit dieser Entscheidung übernehmen wir die volle Verantwortung für unser Glück. Keine Ausreden mehr, kein „die äußeren Umstände ermöglichen es nicht“. „Selbstwirksamkeit“, so nennt man in der Resilienzforschung die Fähigkeit, etwas selbst zu gestalten und das Wissen darüber, dass dies für uns möglich ist.

Wenn du also irgendeinen Wunsch, ein Projekt oder einen Traum hast: triff zuerst die klare Entscheidung, es durchzuziehen! Die äußeren Umständen werden von da an nicht mehr gegen dich arbeiten, sondern dich unterstützen.

2. Schritt: Infos sammeln

Das, wofür du brennst, kommt von innen, aus dem Herzen heraus. Doch um diese innere Motivation wirklich freizuschaufeln und im Außen zum Ausdruck zu bringen, hilft es, sich Inspirationen zu holen.

In meinem Fall sah das so aus, dass ich alle Informationen aufgesaugt habe, die ich nur kriegen konnte – zu den Themen persönliches Wachstum, Glück, Gehirnforschung, Resilienz, Lebensfreude, Yoga, aber auch zu Marketing und Unternehmertum. Nie war es einfacher als in der heutigen Zeit: ich habe mir Youtube-Videos reingezogen, Off- und Online-Kurse besucht, an Webinaren teilgenommen und so viele Bücher gelesen, wie es mit Kind und Familie nur irgend vereinbar war. Dabei habe ich meine wichtigsten Anregungen für den weiteren Weg erhalten.

Ein wichtiger Meilenstein war dabei ein Interview von Coach Veit Lindau mit dem Chef der Hotelkette Upstalsboom, Bodo Janssen. Letzterer sagte darin den Satz „ich möchte Menschen glücklich sehen“. Und plötzlich war mein Warum klar: Ich möchte dazu beitragen, dass Menschen glücklich sind, dass sie wieder in ihre Freude kommen. Denn egal ob es um Lachyoga geht oder um andere Themen: das ist letztlich das, was ich in meinen Seminaren vermitteln kann – wie Menschen Lebensfreude erfahren, wieder unbeschwert sein können. 

Wenn du also für irgendein Thema, irgendeine Sache brennst, die vielleicht noch nicht so recht Form annehmen will: sammle Infos zu allem, was dich interessiert, und irgendwann wird sich etwas herauskristallisieren.

3. Schritt: sacken lassen und nach innen lauschen

Es ist gut, in Aktion zu kommen und loszulegen auf dem Weg. Aber es ist genauso wichtig, immer wieder in sich hinein zu horchen, ob die Richtung stimmt. Das geht am besten in der Stille. Dafür muss man nicht in den Himalaya gehen und sich monatelang meditativ zurück ziehen, sondern es reichen 11 Minuten am Tag, um zu meditieren und die Seele zu befragen. Die inspirierendsten Top-Manager und Führungskräfte der Wirtschaftswelt meditieren regelmäßig. Die Forschung bestätigt, dass regelmäßige Meditation die Gehirnstrukturen verändert – hin zu einer gelassenen und zufriedenen Lebenseinstellung.

Mir selbst hat dabei am besten die Seelenmeditation geholfen. Sie dient dazu, Gedanken abzuschalten, in die Essenz der Seele zu schauen und Antworten auf aktuelle Fragen zu bekommen. Wann immer ich in die Stille gegangen bin, ist Vertrauen entstanden – in mich selbst und in meine Projekte. Oft sind auch viele neuen Ideen entstanden – und schließlich mein Projekt „Happiness.Community“.

4. Auf das Ziel fokussieren

Wenn du das „Warum“ gefunden hast, dann kannst du alle Energie darauf ausrichten. Das heißt nicht, dass du alles andere an den Nagel hängen musst. Im Gegenteil, ein solches „inneres Feuer“ kann dir auch wieder Kraft für alles andere geben und die „Alltagsroutine“ in neuem Licht erscheinen lassen. Allerdings: das heißt noch nicht, dass sofort alles perfekt läuft.

Bei mir ist es ein ständiger und fortlaufender Prozess des Lernens, Wachsens und der ständigen Kurskorrektur. Ich tue viel – aber ich weiß, wofür ich es tue: Weil mein Herz dafür brennt und meine Seele mir gut zuredet. Weil ich Menschen dazu inspirieren möchte, ihren Weg zu gehen und ihre Träume zu leben. Nicht ganz uneigennützig: denn wenn ich das bewirken kann, dann macht es mich selbst glücklich. 

5. Loslaufen

Wenn also die Basis stimmt, dann kann der Weg beginnen. Und der wird garantiert nicht langweilig. Aber er wird Spaß machen. Der Rest wird eine Mischung sein aus inne halten, den Kurs überprüfen, genügend Pausen machen, sich neu fokussieren und darauf vertrauen, dass die richtigen Wegbegleiter und Anregungen zur richtigen Zeit da sein werden. 

Ich wünsche auch dir viel Freude und Klarheit auf deinem Weg! 

Namasté – Angela

 

Ausblick

Wenn du derzeit den Wunsch hast, etwas zu verändern, deine innere Sehnsucht zu entdecken oder eine Basis für deinen weiteren Weg zu schaffen, dann komm in das SMILE-Programm und mach jetzt den Happiness Check…

 

Happiness Gedanken

  • Egal ob es um ein berufliches Projekt geht oder um persönliche Wünsche und Träume – die innere Motivation ist entscheidend
  • Wenn dein inneres Feuer entfacht ist, kann es dich auch für andere Lebensbereiche motivieren
  • Lass dich inspirieren, sammle Infos, lerne und wachse kontinuierlich
  • Gehe in die Stille und lausche in dich hinein, wo es lang geht
  • Fokussiere dich und laufe los!

Neues Jahr, neuer Anfang? Warum gute Vorsätze nicht funktionieren…

… und wie wir Ziele trotzdem richtig formulieren

Kennst du diese Menschen, die sich voller Elan in eine neue Sache stürzen, begeistert davon erzählen, und dann… ja, und dann? So erzählte mir zum Beispiel neulich ein Freund, er habe sich im Fitnessstudio angemeldet und will jetzt endlich Diät machen – diesmal mit einer neuen teuren Methode, mit der es ganz bestimmt klappen wird. Als ich dann ein paar Wochen später vorsichtig nachfrage, gibt es triftige Gründe, warum das nicht machbar war. „Meine Fitnesstrainerin war so gar nicht auf meiner Wellenlänge“, heißt es dann. Oder „jetzt war gerade so viel im Job los, dass es einfach nicht passte.“ Um ehrlich zu sein, das könnte auch ich sein – oder jeder andere. Doch warum ist es oft so, dass wir gute Vorsätze einfach nicht durchhalten?

Das Jahr ist neu – wir aber nicht

Dabei heißt es doch immer so schön „ein neues Jahr ist wie ein neuer Anfang“, …, „ein unbeschriebenes Blatt“ etc. Der Jahreswechsel ist sicherlich ein guter Zeitpunkt, um das alte Jahr Revue passieren zu lassen und sich zu überlegen, wo es im neuen Jahr hingehen soll. Doch wir Menschen sind nun mal kein unbeschriebenes Blatt. Wir werden nicht von heute auf morgen jemand anders. Wir haben uns über viele Jahre hinweg bestimmte Denkweisen angeeignet, die wiederum unser Verhalten prägen. „Neuroplastizität“ nennt man das in der Gehirnforschung. Je nachdem, welche Erfahrungen wir also im Laufe des Lebens gemacht haben, ordnet das Gehirn die Erlebnisse ein. Wenn wir unsere Denkweise verändern wollen, dann geht das nicht allein über den bewussten Verstand. Denn die alten Denkmuster laufen unbewusst mit und torpedieren die besten Ziele und Vorsätze. Wenn der Abnehm- und Fitnessplan bereits vorher ein paar Mal gescheitert ist, dann kann ein unbewusstes „ich schaff’s ja eh nicht“ zum Hindernis werden. Gleiches gilt auch für die Umsetzung beruflicher Ideen und Projekte. Und auch die Partnersuche wird schwierig, wenn ich mir unbewusst einrede, ich sei nicht liebenswert.

Ziele setzen – aber richtig!

Doch was ist die Konsequenz daraus? Am besten gar keine Ziele setzen, da es ja eh nicht klappt? Im Gegenteil: Wenn wir unser Leben so gestalten wollen, dass wir glücklich und zufrieden sind, ist es wichtig, sich mit den eigenen Zielen und Träumen zu beschäftigen. Wenn wir dies nicht tun, dann kann es passieren, dass wir vom Leben herumgeschubst werden oder das Leben anderer leben. Es lohnt sich, die Zeit zu investieren und zu überlegen, was in diesem neuen Jahr – oder auch in 5 Jahren – ansteht.

Die Glücksforschung bestätigt: Stagnation macht nicht glücklich. Studenten, die für das „Nichtstun“ sogar gut bezahlt wurden, haben dies in einer Studie gerade mal wenige Stunden, kaum aber länger als zwei Tage durchgehalten. Seit Beginn der Evolution sind wir offenbar von Natur aus dazu bestimmt, unser Potenzial zu entwickeln, uns zu verändern, uns weiterzuentwickeln. Unser Gehirn ist so angelegt, dass es uns belohnt, wenn wir neue Herausforderungen gemeistert haben – chemische Substanzen sorgen dafür, dass wir Erfolge genießen können – wir sind stolz auf das, das wir erreicht haben.

Fünf Tipps für die Formulierung von Zielen

1. Der Weg ist das Ziel

Doch nicht allein das Erreichte macht uns glücklich. „Wenn ich erstmal das Projekt umgesetzt habe / den richtigen Partner gefunden habe, dann wird alles gut“, so heißt es oft. Doch das ist ein Denken aus dem Mangel heraus. Genauso wichtig wie das Ziel ist der Weg dahin. Das Ankommen an einem Ziel ist dann etwas Besonderes, wenn wir den Weg dahin bewusst gegangen sind und genossen haben. Als ich bei einem Auslandsaufenthalt in Peru den berühmten Machu Picchu besucht habe, bin ich vorher fünf Tage lang auf dem „Inka Trail“ gewandert – mit Übernachtung in Zelten, zum Teil sehr anstrengenden Etappen, aber auch vielen tollen Momenten. Als wir am letzten Tag erstmals in der Ferne den Machu Picchu im Lichte des Sonnenaufgangs erblickten, war dies eine unvergessliche Erfahrung. Die Bustouristen, die später bequem dorthin kutschiert wurden, haben dies sicherlich nicht so intensiv erlebt.

2. Finde ein Ziel, das dir wirklich etwas bedeutet

Der Hauptgrund, warum „gute Vorsätze“ nicht funktionieren: Es fehlt die innere Begeisterung. Denn was steckt wirklich hinter dem Wunsch, abzunehmen, fit zu sein oder Karriere zu machen? Ist das wirklich dein eigener Herzenswunsch, deine tiefste Sehnsucht? Oft werden „äußere Ziele“ bedeutungslos, wenn wir in uns hinein horchen und uns fragen, was uns wirklich in Begeisterung versetzt. Vielleicht ist es etwas, das du schon als Kind gerne gemacht und aus den Augen verloren hast. Was treibt dich an? Möchtest du Menschen helfen, etwas in der Welt verändern, Neues kreieren? Wichtig ist es dabei, ehrlich zu hinterfragen, ob es auch dein eigenes Ziel ist, oder ob du nur meinst, dass dies von anderen, deinen Eltern, deinem Partner, der Gesellschaft, erwartet wird.

3. Erkenne deine Stärken und bringe sie ein

Spätestens ab Beginn der Schulzeit an werden wir darauf geeicht, Fehler zu entdecken und auszumerzen. Dabei verlieren wir den Blick für unsere Stärken und Fähigkeiten und somit auch unser Selbstvertrauen. Martin Seligman, Begründer der positiven Psychologie, hat in Versuchen gezeigt, dass die konsequente Fokussierung auf Stärken uns kontinuierlich wachsen lässt und das Selbstwertgefühl stärkt. Wenn wir uns jeden Tag unserer Stärken bewusst sind, dann bestätigen wir uns selbst in jedem kleinen Erfolg. Wir ändern mit der Zeit unsere Sichtweise und werden zu Höchstleistungen fähig, die wir vorher nie für möglich gehalten hätten.

4. Hab Spaß!

Oft denken wir, es muss anstrengend und leidensvoll sein, um ein Ziel wirklich zu erreichen. „Ohne Fleiß kein Preis“, „man muss hart arbeiten, um erfolgreich zu sein“ oder ähnliche Glaubenssätze sind verbreitet. Doch viel wichtiger ist der Spaß an der Sache. Die Wanderung zum Machu Picchu kann zwar anstrengend sein, aber sie sollte auch Spaß machen. Das erleichtert nicht nur den Weg, sondern führt laut wissenschaftlichen Erkenntnissen auch zu besseren Ergebnissen. An etwas dran zu bleiben ist gut und wichtig. Aber es bringt uns nichts, wenn wir so verbissen ein Ziel verfolgen, dass uns der Spaß vergeht.

5. Verankere dein Ziel im Unterbewusstsein

Dies ist der wichtigste Schritt, wenn wir am Anfang der Reise stehen: Es reicht nicht aus, sich mit dem Verstand oder allein mit Willenskraft etwas „vorzunehmen“. Die Herausforderung ist es, das Unterbewusstsein langfristig und nachhaltig so zu „programmieren“, dass die oben beschriebenen alten Denk- und Verhaltensmuster überlistet werden. 30 Tage braucht es, bis sich eine neue Gewohnheit oder Denkweise im Gehirn eingeprägt hat. Doch letztlich sollte Veränderung dauerhaft geschehen. Hier ein paar Techniken, die dich dabei unterstützen können:

  • Verknüpfung mit körperlichen Aktivitäten – kombiniere die neu formulierten Ziele oder Gedanken mit bestimmten Gesten, einer Übung oder einer Handbewegung
  • Schreiben – schreibe die Ziele auf, am besten immer wieder neu
  • Visualisierung – das Gehirn kann nicht unterscheiden, ob wir etwas wirklich erleben oder es uns nur vorstellen. Visualisiere regelmäßig dein Ziel – dann nimmt das Unterbewusstsein dieses irgendwann als Realität an. Die Verknüpfungen ändern sich, Sabotage-Mechanismen werden mit der Zeit ausgeschaltet.
  • aktiviere deine Ressourcen – jedes Ziel ist mit einem bestimmten Gefühl oder einer bestimmten Qualität verbunden – wie Mut, Vertrauen, Freude, Liebe etc. Aktiviere diese „Ressourcen“, indem du sie täglich liest, laut aussprichst, mit einer Handbewegung kombinierst oder darüber meditierst. Unter Videos findest du eine passende Übung, um Qualitäten zu bestärken…

Aus eigener Erfahrung weiß ich: hat man einmal ein Ziel formuliert und sich auf den Weg gemacht, gibt es kein Zurück. Es ist ein Abenteuer, ein kontinuierliches Lernen und Wachsen, eine Achterbahn der Gefühle zwischen Aufstieg und Tal. Es wird nie langweilig. Aber mit der richtigen Sichtweise macht es eine Menge Spaß!

Egal, ob du gerade am Anfang eines neuen Projektes stehst oder mitten auf dem Weg bist: ich wünsche dir viel Spaß dabei!

Happiness Gedanken für die Woche

  • Es liegt in unserer Natur, unser Potenzial zu entfalten und uns weiterzuentwickeln
  • Es reicht nicht aus, Veränderungen nur über den Verstand zu bewirken
  • Wenn wir den Weg genießen, dann ist das Ziel leichter erreichbar
  • Es zählt die innere Motivation, nicht der äußere Zwang
  • Wenn du deine Fähigkeiten erkennst und einsetzt, läufst du zu Höchstform auf
  • Hab Spaß bei allem, was du tust!

Übungen und Meditationen zur Verankerung von Zielen

Übung „Qualitäten bestärken“ auf Video hier…

Meditation „Berggipfel“ – geh deinen Weg mit Spaß und genieße die Aussicht oben!