Dankbarkeit – es ist nie zu spät für ein glückliches Jahr

Neun Fragen für den Jahres-Rückblick

Wie war das Jahr für dich? Traumhaft, ganz besonders, voller Glück, Erfüllung und Erfolg? Oder war es eher anstrengend, schwierig, krisenbehaftet und du bist froh, dass es bald vorbei ist? Ich kenne beide Varianten. Und ehrlich gesagt gab es bisher wenige Jahre in meinem Leben, von denen ich uneingeschränkt sagen kann, dass sie toll waren, oder gar ohne Probleme und Schwierigkeiten. Das ist auch ok so, denn sonst wäre es ja langweilig. Zumal ich einen wichtigen Schlüssel gefunden habe, der mir hilft, die Dinge immer wieder aus einer anderen Perspektive zu sehen: Dankbarkeit.

Ich gebe zu: Das ist jetzt nicht unbedingt der neueste Tipp zum glücklich sein. Eher wohl ein alter Hut, denn schon meine Großeltern haben uns immer gepredigt: sei dankbar. So ziemlich jedes Kind wächst mit der Maxime auf: „immer schön danke sagen“, ob es will oder nicht. Kein Wunder, dass der Begriff „Dankbarkeit“ oft eher negativ belegt ist. Nämlich mit Zwang, Pflicht und Schuldgefühlen, wenn man als Kind nicht immer „schön brav danke“ gesagt hat oder gar Dankeskarten geschrieben hat. So hatten wir eine Tante, die uns irgendwann keine Weihnachtsgeschenke mehr geschickt hat, weil wir es mal versäumt hatten, eine Dankeskarte zu schreiben. Die fehlenden Geschenke waren dabei weniger schlimm als unsere Schuldgefühle dazu.

Und doch lege ich selbst jetzt bei meinem Sohn genauso Wert darauf, dass er „Danke“ sagt. Was würde schließlich die Metzgerin denken, die ihm gerade das Stückchen Fleischwurst geschenkt hat, wenn er nicht „danke“ sagt? Was die Bäckerin, die ihm ein Brötchen schenkt, oder gar der Onkel, der ihm auf jeder Familienfeier einen 5-Euro-Schein zusteckt? Diese Menschen will ich ja auch nicht verprellen, und schon gar nicht mein Kind als ungezogenes Blag dastehen lassen. Also bleibt „immer schön danke sagen“ auch bei uns – wie bei vielen anderen Eltern auch – eine wichtige Pflicht.

Die wahre Bedeutung von Dankbarkeit

Die wirkliche Bedeutung von Dankbarkeit habe ich erst verstanden, als ich dachte, ich hätte alles verloren – Job weg, Beziehung kaputt. Dann bin ich nach Indien gereist und habe Menschen gesehen, die alles dafür geben würden, ein Leben wie meines führen zu dürfen. Die froh wären, überhaupt ein Dach über dem Kopf und medizinische Versorgung zu haben. Ich habe dort gelernt, das wertzuschätzen, was gerade ist. Ich habe gelernt, dass es immer etwas gibt, wofür ich dankbar sein kann. Und dass Dankbarkeit eine Lebenseinstellung ist, mit der wir alles verändern können.

Wenn wir auf das schauen, was da ist, statt auf das, was uns fehlt, dann kommen wir in die Fülle. Und aus der Fülle heraus fliegen uns die Dinge im Leben leichter zu als wenn wir ständig das Gefühl haben, zu kurz zu kommen. Schon lange weiß man um die Kraft der Dankbarkeit.

„Nicht die Glücklichen sind dankbar. Es sind die Dankbaren, die glücklich sind.“ Francis Bacon

Die Kraft der Dankbarkeit aus Sicht der Glücksforschung

Auch in der Glücksforschung gibt es zahlreiche Erkenntnisse darüber, dass dankbare Menschen optimistischer, glücklicher, einfühlsamer, gesünder und belastbarer sind als andere. Robert Emmons, Professor für Psychologie an der University of California, führte dazu eine Studie durch. Er bildete drei Versuchsgruppen:

  • Die erste Gruppe sollte 10 Wochen lang abends fünf Dinge notieren, für die sie dankbar waren.
  • Eine zweite Versuchsgruppe schrieb über fünf Ärgernisse des Tages
  • Eine dritte Kontrollgruppe notierte fünf allgemeine wichtige Dinge, die an diesem Tag geschehen waren.

Das Ergebnis war deutlich: Die Teilnehmer der Dankbarkeitsgruppe waren optimistischer und zufriedener mit ihrem Leben. Zudem erlebten sie sich als gesünder, denn sie litten weniger unter Kopfschmerzen, Husten oder Schwindel. Und sie trieben mehr Sport.

In einer weiteren Studie mit chronisch Kranken stellte man zudem fest, dass Menschen, die regelmäßig „Dankbarkeitstage“ praktizierten, mehr positive Gefühle erlebten (wie Interesse, Begeisterung, Freude, Stolz), sich sozial verbundener fühlten und sogar besser schliefen.

Höflichkeitsfloskel oder Herzensangelegenheit?

Dennoch sollte Dankbarkeit nicht zu einer mechanischen Pflichtübung verkommen. So waren in einer weiteren Studie diejenigen, die nur einmal die Woche bewusst einen Dankbarkeitsrückblick vornahmen, langfristig zufriedener als diejenigen, die dreimal pro Woche ihre Dankbarkeit aufschreiben sollten. Man vermutet, dass dann eine Art „Gewöhnungseffekt“ eintritt. Bewährt hat sich hingegen ein kurzes inne halten abends im Bett. Den Tag nochmal Revue passieren lassen und den Geist für die schönen Dinge und kleinen Glücksmomente im Alltag schärfen (siehe auch Blogartikel „Das Ei das auf den Teppich fiel„).

Wenn wir also als Kind oder Erwachsener „danke“ sagen und dies gar nicht fühlen, so bleibt das erstmal eine Höflichkeitsfloskel und erscheint uns vielleicht sogar überflüssig oder heuchlerisch. Dem ist aber nicht so. Denn nicht nur in Beziehungen, sondern auch im Arbeitsleben ist es absolut förderlich, anderen gegenüber Wertschätzung auszudrücken – die wünschen wir uns schließlich auch. Es mag als Floskel beginnen. Aber wenn wir die wahre Power der Dankbarkeit erkannt haben, dann können wir auch dem Bäcker, dem Briefträger und der Verkäuferin von ganzem Herzen und ehrlich „danke“ sagen. Und uns dabei nochmal mehr bewusst machen, was all diese Menschen jeden Tag für uns leisten oder uns Gutes tun.

Dankbarkeit als wichtige Voraussetzung für Glück

„In der Dankbarkeit gewinne ich das rechte Verhältnis zu meiner Vergangenheit. In ihr wird das Vergangene fruchtbar für die Gegenwart.“ Dietrich Bonhoeffer

Ich möchte dich hier einladen, dein persönliches Glücks-Jahres-Resümee zu ziehen – ein Resümee in Dankbarkeit. Warum ist es so wichtig, nochmal zurück zu schauen und Bilanz zu ziehen? Heißt es nicht sonst immer, man solle Ziele und Visionen formulieren und nach vorne schauen? Auf einer Autofahrt gibt man doch auch nur das Ziel ein und schaut nicht mehr, wo man herkommt, oder? Aber mal umgekehrt gedacht: Wenn ich mich auf dem Weg zu einem bestimmten Ziel schon Hundert Mal verfahren haben, dann ist es doch sinnvoll, wenn ich mir die bisherige Strecke nochmal anschaue, um künftig Umwege zu vermeiden, oder?

Außerdem: wenn das Vergangene so unwichtig wäre – warum knabbern dann so viele Menschen noch an ihrer Vergangenheit, schieben die Schuld für ihre Misere auf die „unglückliche Kindheit“, frühere Verletzungen oder unfaires Verhalten anderer, das sie irgendwann mal erlebt haben und nehmen dies als Vorwand, um nicht selbst Verantwortung zu übernehmen? Mit anderen Worten:

Erst dann, wenn du die Vergangenheit in Frieden und Dankbarkeit annehmen kannst, kannst du das loslassen, was du nicht mehr in deinem Leben haben möchtest. Dann kannst du einen „fruchtbaren Boden“ für all das bereiten, was du neu in dein Leben holen möchtest. Du schaffst neuen Raum für deine Träume und Wünsche und kannst diese mit Zuversicht und Entschlusskraft umsetzen. Und dann machst du dich auf zur nächsten Stufe der Dankbarkeit: schon jetzt dankbar für das zu sein, was noch kommen wird!

Dein persönliches Glücks-Resümee des Jahres

Schau dir also nochmal an, was in diesem Jahr war. Die schönen und die schmerzhaften Dinge. Schau es dir aus einer Haltung der Akzeptanz und der Liebe heraus an. Und gib dann deinen Segen. Akzeptiere alles. Auch die Ereignisse, bei denen du dich unfair oder ungerecht behandelt oder verletzt gefühlt hast. Gib deinen Segen auf das, wo du selbst Schuld auf dich geladen hast oder dich im Nachhinein ärgerst über bestimmte Entscheidungen oder Verhaltensweisen. Akzeptiere die Fehlbarkeiten der anderen Menschen und von dir selbst. Nimm alles – auch die „negativen Dinge“ – in Dankbarkeit an. Und mach dir bewusst, dass alles für irgendetwas gut war (siehe auch den Blogartikel „Pech gehabt – Glück gehabt“…). Lass in Vergebung los.

Wenn du magst, nimm dafür die unten stehenden Fragen, um dein persönliches Glücks-Resümee des Jahres zu ziehen. Mir selbst hat es nochmal die Augen geöffnet, mich zu Tränen gerührt und mir eine wichtige neue Erkenntnis gebracht. Es ist nie zu spät, ein glückliches Jahr zu haben! Mache dieses Jahr zu deinem Glücksjahr – und schaffe damit den Nährboden für viele weitere erfüllte, bombastische und sensationelle Jahre in der Zukunft!

Namasté, Angela

 

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Fragen für den Jahres-Rückblick in Dankbarkeit

Hier findest du die Fragen als Workbook zum ausdrucken und eintragen – zum pdf…

1. Welche schönen Dinge hast du erlebt? Was war gut? Wofür bist du dankbar? Wenn dir nicht spontan etwas einfällt, gehe nochmal einzeln die Monate durch.

Zum Beispiel: einen schönen Urlaub erlebt, liebe Menschen wiedergesehen, schönes Seminar mitgemacht, eine Ausbildung abgeschlossen / bestanden o.ä.

2. Was war allgemein in diesem Jahr etwas Besonderes für dich? Unter welchem „Stern“ stand es?

Zum Beispiel: ich habe viele neue Erkenntnisse in Bezug auf mich selbst gehabt, meine Ziele weiter verfolgt, bestimmte Fähigkeiten erweitert, mich selbst weiterentwickelt o.ä.

3. Wie zufrieden bist du mit deinem Jahr in Bezug auf verschiedene Lebensbereiche: Gesundheit, Job, Familie, Beziehung, Freunde, eigene Weiterentwicklung?

Zum Beispiel: Endlich mehr Zeit mit Freundinnen verbracht, öfters Sport gemacht, zu wenig für die Gesundheit getan o.ä.

4. Welchen Menschen bist du besonders dankbar? Wie kannst du ihnen deine Wertschätzung zum Ausdruck bringen?

Zum Beispiel: dem Partner, dass er mir zugehört hat – diesen umarmen – der Kollegin, dass sie mich weiterempfohlen hat – diese mal zum Essen einladen o.ä.

5. Was war nicht so toll in diesem Jahr? Welche Herausforderungen sind dir begegnet? Womit bist du nicht zufrieden? Wo warst du selbst möglicherweise ungerecht oder unfair anderen gegenüber? Liste auf, was dir spontan einfällt:

Zum Beispiel: Konflikte mit anderen Menschen, misslungene Urlaube, Rückschläge im Job, Krankheit bei dir selbst oder anderen, Trennung o.ä.

6. Gehe dann die Punkte aus Frage 5 nochmal durch und überlege dir jeweils dazu:
  • Welche Erkenntnis ziehst du daraus? Wo liegt das Geschenk?
  • Was würdest du nächstes Mal anders machen?
  • Wo gilt es, jemand anderem oder dir selbst zu vergeben?

Zum Beispiel: bestimmte Augenblicke mehr genießen, mehr Mut und Klarheit in Konflikten, akzeptieren was ist, mehr für mich tun, mehr für andere tun o.ä.

7. Was sind deine Prioritäten für dein nächstes Jahr? Schau dir nochmal die Erkenntnisse aus den vorherigen Fragen an und fasse daraus ca. 3-5 Prioritäten zusammen

Zum Beispiel: mehr Klarheit leben, bestimmte Projekte umsetzen, mehr Zeit mit lieben Menschen verbringen o.ä.

8. Dankbarkeit für künftige Ereignisse – die Königsdisziplin

Formuliere 3-5 Wünsche für das nächste Jahr, und zwar in Dankbarkeit dafür, dass sie sich bereits erfüllt haben. Beginne jeden Satz mit „Ich bin so glücklich und dankbar, dass…“ und beende ihn in Gegenwartsform. Formuliere positiv!

Zum Beispiel: Ich bin so glücklich und dankbar, dass ich so viele wunderschöne Momente und Erlebnisse mit meiner Familie habe. Ich bin glücklich und dankbar, dass ich regelmäßig Yoga praktiziere o.ä.

9. Raus aus der Komfortzone!

Was möchtest du im kommenden Jahr machen, was dich richtig Überwindung kostet, was vielleicht verrückt ist, auf Kritik stoßen könnte oder keiner verstehen wird? Was könnte dir so richtig einen Schub verpassen, um voll durchzustarten?

Zum Beispiel: mit dem intriganten Kollegen Tacheles reden – eine Freundschaft beenden, die mir nicht mehr gut tut – ein Hilfsprojekt unterstützen – mich ehrenamtlich engagieren – einen Job kündigen, der mir nicht mehr gut tut.

Vergleichen macht unglücklich – fünf Tipps, wie du dein Ding machen kannst

Geht dir das auch so? Gestern noch in Flipflops im Freibad umherspaziert, und jetzt soll man plötzlich den Adventskranz fertig, Geschenke organisiert und Plätzchen gebacken haben. Weihnachten überfällt mich jedes Jahr einfach völlig aus dem Nichts. Ich glaube, ich habe da so eine Art „Weihnachtsblindheit“ entwickelt: Der Termin rückt näher, das sehe ich im Kalender und in den Schaufenstern. Aber ich ignoriere sowas einfach. Bis es mich eben dann doch überfällt – meist kurz vor dem 1. Advent, wenn ich merke, dass wir noch ohne Adventskranz dastehen.

Also beschließe ich am 1. Advent, dem Anlass mal gerecht zu werden und hole – zwischen aufräumen, Essen machen und Hausaufgaben kontrollieren –die Kinderbibel aus dem Regal. Vielleicht bringt das meinen Sohn und mich ja etwas in weihnachtliche Stimmung. Wir landen aber nicht bei der Weihnachtsgeschichte, sondern bei der Geschichte der Arbeiter vom Weinberg.

Doppelte Arbeit – halber Lohn?

Ich stelle mal wieder wieder fest, wie viel aus der Bibel direkt auf heute übertragbar ist. Bei dieser Geschichte geht es um einen Weinbauern, der sich Arbeiter für die Rebenernte organisiert. Erst holt er sich morgens ein paar Tagelöhner und später nochmal mittags, weil er mehr Unterstützung braucht. Abends erhalten alle – wie vorher versprochen – ihren Lohn, nämlich ein Silberstück. Woraufhin sich diejenigen, die schon morgens angefangen haben zu arbeiten, beschweren – schließlich haben sie ja länger gearbeitet. Doch der Weinbauer lässt sich nicht beirren. Er habe ein Silberstück zugesagt und somit sein Wort gehalten. Unabhängig davon, was die anderen bekommen, sollten die Arbeiter doch mit ihrem Lohn zufrieden sein.

Die Tendenz, sich die eigene Zufriedenheit durch Vergleiche madig zu machen, haben wir auch heute noch. Am Anfang freuen wir uns vielleicht über etwas –bis jemand anders es nochmal besser hat oder kann. Das neue Auto? Schick! Aber nur solange, bis der Nachbar sich eine Klasse höher anschafft. Die Beförderung? Stolz erfüllt uns! Aber in dem Moment, in dem die vermeintlich unfähige Kollegin plötzlich einen neuen und besseren Job findet, ist die Freude dahin.

Lieber der Beste unter den Schlechten als der Schlechte unter den Besten

Kein Wunder: Wettbewerb und Vergleich werden uns spätestens ab dem Grundschulalter eingetrichtert. Wenn mein Sohn nachmittags aus der Schule kommt, kann er mir genau sagen, welcher seiner Kumpels im Übungsheft am weitesten ist (neben ihm selbst natürlich), und wer noch völlig hinterher hängt. Und bei Schulnoten ist in der Regel nicht die absolute Leistung die Grundlage, sondern es wird ein Schnitt aus den Gesamtergebnissen der Klasse gezogen. Das ständige Vergleichen geht weiter bei Sportwettbewerben, Fußballturnieren, im Job und bei der Partnersuche. Überall müssen wir mithalten – und wollen selbst nicht zu kurz kommen.

In einer Studie hat man herausgefunden, dass Menschen sogar mit einem niedrigeren Gehalt zufrieden sind, solange ihre Kollegen noch weniger verdienen als sie. Wenn sie selbst mehr bekommen, aber andere Kollegen noch mehr als sie, dann sind sie unzufriedener. Menschen bevorzugen es also, weniger zu verdienen, solange es im Vergleich zu ihren Kollegen mehr ist. Der Philosoph Montesquieu beschrieb es so: „Man will nicht nur glücklich sein, sondern glücklicher als die anderen. Und das ist deshalb so schwer, weil wir die anderen für glücklicher halten, als sie sind.“

Warum vergleichen wir überhaupt?

Unser Drang zum ständigen Vergleichen kommt nicht von ungefähr. Kinder machen ihre ersten wichtigen Lernerfahrungen, indem sie ihr Verhalten mit den Erwachsenen vergleichen und imitieren. Die Spiegelneuronen im Gehirn sorgen dafür, dass wir auch im Erwachsenenalter noch auf andere schauen, sie oft unbewusst imitieren und somit auch vergleichen.

Natürlich kann es uns anspornen und motivieren, wenn wir uns mit anderen messen. Aber wenn wir ständig nach rechts und nach links schauen, uns ungerecht behandelt oder benachteiligt fühlen, dann verzetteln wir uns oder enden gar in Komplexen und Depressionen. Auch Sportler haben schon Wettkämpfe deshalb knapp verloren, weil sie eine Millisekunde lang zur Konkurrenz geschaut haben.

Glücklich sind immer die anderen – dank Social Media

Doch wer schafft es schon, sich in einer Welt von Show und Selbstdarstellung dem ständigen Vergleichen zu entziehen? Wenn zahlreiche aufgehübschte und perfekt erscheinende Influencerinnen in Insta posieren und selbst sprachgestörte Nerds es offenbar geschafft haben, sich dank „Affiliate Marketing“ oder anderen Techniken zum Online-Millionär zu machen –  was bleibt da noch an Ausreden? Mit welcher Begründung können wir noch auf der Couch sitzen und einfach mal jammern? Wie können wir den Bauchspeck noch rechtfertigen, wenn eine vormals-150-Kilo-Frau es dank täglicher Disziplin es geschafft hat, nicht nur den perfekten Body zu bekommen, sondern nebenbei auch noch Youtube-Star zu werden? Wir sehen dabei nicht, dass das Bild, was wir in den Social Media von der Welt bekommen, völlig verzerrt ist.

In einer Studie der Stanford University in Kalifornien stellten Psychologen fest, dass ihre Probanden dazu neigten, generell zu überschätzen, wie viel Freude die Mitmenschen in deren Leben verspüren. Da sie im direkten Vergleich schlechter abschnitten, fühlten sie sich selbst niedergeschlagener, als man vermuten würde. Egal, wie sehr wir also danach streben, besser, schöner, glücklicher oder erfolgreicher zu werden – der Kampf bleibt aussichtslos. Denn es wird immer jemanden geben, der / die besser, schöner oder erfolgreicher ist als wir selbst.

Ich bin manchmal ganz erleichtert, wenn ich aus der digitalen Welt heraus und in die „normale Welt“ eintrete. Dann sehe ich dort ältere Damen mit schlechter Fönfrisur, Mütter mit blassem Gesicht und Ringen unter den Augen, Männer mit Glatze und Bierbauch, dicke Kinder, und ich denke mir: ja, das ist echtes Leben! Aber auch das ist natürlich ein Vergleich und kein Garant für die eigene Zufriedenheit.

Raus aus der Vergleichsfalle!

Letztlich ist doch nur eines entscheidend: dass wir uns selbst gerecht werden und nachsichtig mit uns selbst sind. Auch mal Fünfe gerade sein lassen und sagen können: „Einen Scheiß muss ich“. Dass wir uns selbst akzeptieren mit all unseren Schwächen, der fehlenden Disziplin, den Macken und der Unperfektheit. Dass wir herausfinden, wie wir unsere Ziele und Träume mit dem Unbewussten in Einklang bringen können. Welche von diesen Zielen wirklich uns selbst entsprechen – und nicht den Erwartungen anderer oder der Gesellschaft. Wenn wir dauerhaft mit dem Verstand etwas erzwingen, was unserem Inneren nicht entspricht, dann folgen Krankheit und Depression.

Wenn wir jedoch immer wieder auf unsere Intuition lauschen, unsere Herzenswünsche ergründen und uns dafür auf den Weg machen – Schritt für Schritt – dann bleiben wir authentisch. Wir sind zufriedener mit uns selbst, egal was andere gerade so machen. Das Paradoxe dabei: Je mehr wir mit uns selbst zufrieden sind, umso überzeugender kommen wir auch in der Außenwelt rüber. Doch das ist ja am Ende gar nicht mehr so wichtig.

 

5 Ideen, um dein Ding zu machen statt zu vergleichen

 

1. Werde dir deines eigenen Wertes bewusst

Du bist einzigartig. Du hast das vollkommene Potenzial und besondere Fähigkeiten. Schreibe dir 10 Punkte auf, die du an dir magst, gut kannst oder die etwas Besonderes an dir sind. Hänge sie an die Wand und lies sie dir jeden Tag durch. Oder nutze die Affirmationen aus der Glücksmeditation….

Hier geht’s zur Glücksmeditation…

2. Höre auf deine Intuition

Statt dir von anderen einreden zu lassen, was jetzt richtig oder cool ist und was nicht – komme regelmäßig in die Stille, meditiere, werde ruhig, atme und mach den Kopf frei für das, was deine Seele dir mitteilen möchte. Die geführte Seelenmeditation unterstützt dich dabei.

Zur Seelenmeditation…

3. Werde dir deiner eigenen Ziele und Träume bewusst

Konzentriere dich auf das, was DICH glücklich macht und verwirkliche dies mit Geduld und Herzblut. Im Online-Kurs „Aktiviere dein inneres Glück“ hast du die Möglichkeit, Schritt für Schritt deinen Träumen und Visionen auf die Spur zu kommen und dein eigenes Ding zu machen.

Zum Online-Kurs…

4. Reduziere deine Social Media-Aktivitäten

Musst du wirklich jeden Tag wissen, wer wieder auf einem tollen Konzert war, an einem sensationellen Urlaubsort oder im schönsten Restaurant der Stadt? Sei es jedem gegönnt! Aber lass dich dadurch nicht entmutigen, wenn du einfach gerade grauen Alltag erlebst und nichts Sensationelles zu berichten hast. Freue dich über die kleinen Selbstverständlichkeiten des Lebens und sammle Glücksmomente! Wenn du dich hierzu austauschen möchtest, dann mach mit bei der Glücksmomente-Challenge… hier geht es nicht um Protzerei, sondern um den Austausch von den kleinen, wahren Glücksmomenten des Alltags.

Zur Glücksmomente-Challenge…

5. Wenn du schon vergleichst, dann sieh das Gesamtpaket

Vergleichem macht auch deshalb unglücklich, weil wir meist nur einen Aspekt sehen. Wir sehen in dem Moment nicht, dass der Traumurlaub vielleicht hart verdient war und derjenige sich sonst jeden Morgen aus dem Bett quält für eine Arbeit, die keinen Spaß macht. Dass die Diet Queen schon seit Jahren auf Essenseinladungen oder Genuss völlig verzichtet. Es hilft also immer wieder die Frage: Willst du wirklich tauschen?

Siehe dazu auch den Blogartikel „Wer bin ich – wer sind die anderen?“…

Ich wünsche dir viel Glück und Erfüllung bei allem!

Namasté, Angela

 

Buchtipps:

„Glück kommt selten allein“ von Hirschhausen

„Einen Scheiß muss ich“ von Tommy Jaud

„Am Arsch vorbei geht auch ein Weg“ von Alexandra Reinwarth

 

Zitate

„Das Vergleichen ist das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit.“ Søren Kierkegaard

„Man will nicht nur glücklich sein, sondern glücklicher als die anderen. Und das ist deshalb so schwer, weil wir die anderen für glücklicher halten, als sie sind.“ Montesquieu