Wie Yoga dein Leben verändern kann
Gymnastik für Hausfrauen…
…so dachte ich früher über den heutigen Trendsport, als ich mitbekam, wie meine Mutter wöchentlich mit der Matte unter dem Arm zu ihrem „Sport“ ging. Was sollte daran auch schon „Sport“ sein, wo ich mich damals als Teenagerin beim Leichtathletik und Volleyball so richtig ausgepowert habe…
Meine Meinung über Yoga sollte sich später radikal ändern. Ich war in Indien unterwegs, auf der Suche nach Sinn und Selbstliebe. Dabei klapperte ich so ziemlich alle Ashrams, spirituellen Zentren und Yoga-Schulen ab, die mir unterkamen.
Unter anderem auch das „Yoga Mandir“ in Varanasi. Hier traf ich den Yogalehrer Peetambar. Er startete die Stunde direkt mit dem Kopfstand. Und auch der Rest der Stunde war körperlich so fordernd und anspruchsvoll, dass ich hinterher 3 Tage lang Muskelkater hatte. Von da an war ich infiziert…
Süchtig nach Yoga
Nun wusste ich, was Yoga auch sein kann: ein anspruchsvolles Kraftprogramm, das die Muskeln stärkt und den Körper strafft, mich aber auch in die Entspannung bringt und den ständigen Gedankenkreislauf runterfährt.
Als ich aus Indien zurück war, suchte ich in ganz Berlin nach einer Yogaschule, einem Lehrer, der so war wie Peetambar – vergeblich. Ich akzeptierte schließlich, dass kein Yogalehrer wie der andere ist und machte trotzdem weiter.
Heute bin ich selbst Yogalehrerin und sehr dankbar, dass ich diesen „Sport“ ausüben und unterrichten darf. Ich kenne keine andere Methode, die auf so geniale und gleichzeitig einfache Art und Weise alles vereint, was unser Körper und Geist braucht. Sowohl Hatha Yoga als auch Lachyoga (siehe hier…) sind für mich das optimale „Rundumprogramm“ für Körper, Geist und Seele.
Was ist Yoga?
Meist denken wir ja beim Begriff „Yoga“ vor allem an die Körperübungen, genannt „Asanas“, die hier praktiziert werden. Doch Yoga bedeutet vielmehr als das.
Ursprünglich ist es eine indische Methode und Tradition, um sich spirituell weiterzuentwickeln und zur Erleuchtung zu kommen.
Heute wird bei uns meist „Hatha Yoga“ praktiziert. Das ist der Überbegriff für alle Yogastile (zum Beispiel Ashtanga, Iyengar, Kundalini und Yin Yoga) und bezieht sich auf den Bereich der Asanas (Körperhaltungen) und Pranayama (Atemübungen).
Wissenschaftlich erprobt: Yoga als Gesundheitsmethode
Der Begriff „Hatha“ setzt sich aus den Wörtern „Ha“ (Sonne) und „Tha“ (Mond) zusammen, was die Vereinigung gegensätzlicher Energien symbolisiert. Das Ziel von Hatha Yoga ist es, den Körper zu stärken und die Energien wieder in den Ausgleich zu bringen.
Was man vor Tausenden von Jahren nur erahnt hat, ist mittlerweile wissenschaftlich belegt: Yoga hat unzählige positive Effekte, sowohl körperlich als auch mental. Nicht ohne Grund praktizieren Millionen Menschen in aller Welt regelmäßig Yoga.
Sechs Gründe, um Yoga zu praktizieren
Hier findest du sechs Gründe, warum es sich lohnt, regelmäßig Yoga zu praktizieren. Vielleicht ist dies ja auch eine kleine Anregung für dich, es mal auszuprobieren. Oder wieder einzusteigen, falls du länger nicht praktiziert hast.
1. Bessere Flexibilität und Beweglichkeit
Durch die verschiedenen Körperhaltungen dehnen wir unsere Muskeln und Bänder und bleiben beweglich. Schließlich „rosten“ die Gelenke und Bänder mit jedem Jahr, das wir älter werden, weiter ein – wenn wir nicht regelmäßig etwas dagegen tun. Je flexibler wir jedoch bleiben, umso eher vermeiden wir Schmerzen und Verletzungsgefahren.
Auch die Muskelkraft wird durch Yoga gestärkt. Wir brauchen dafür nicht mal Gewichte, da wir mit unserem eigenen Körpergewicht arbeiten. Immer wieder ist es interessant, wenn sich im Fitness-Studio, in dem ich Yoga unterrichte, Männer hierher „verirren“, die dann oft ganz erstaunt sind, wie anstrengend Yoga sein kann, quasi muskelkaterverdächtig. Siehe auch Journal of Strength and Conditioning Research
2. Verbesserung der Körperhaltung
Wer kennt das nicht: den ganzen Tag in ungünstiger Haltung am Schreibtisch verbringen oder den ganzen Tag stehen müssen, Stress und Zeitdruck, all das kann Rückenschmerzen zur Folge haben. Laut Studien leiden etwa 60-80% der Deutschen mindestens einmal in ihrem Leben an Rückenschmerzen.
Auch mir ging es jahrelang so, und ich habe versucht, dies mit Medikamenten und Globuli zu bekämpfen. Die Wirkung davon hielt aber immer nur kurzfristig an. Seitdem ich Yoga praktiziere und unterrichte, sind Rückenschmerzen für mich kein Thema mehr.
Mit welcher Haltung gehst du durchs Leben?
Mir fällt es oft auf, dass Menschen mit gebeugtem Rücken gehen oder stehen und generell eine schlechte Körperhaltung haben. Yoga sorgt dafür, dass wir die Muskeln stärken – gerade auch die Rückenmuskulatur – und eine bessere Haltung einnehmen.
Die Haltungen, die wir im Yoga üben – gute Standposition, Rückbeugen, Rotationen – wirken sich automatisch auf unsere Körperhaltung im Alltag aus.
Hinzu kommen die Erkenntnisse aus dem Embodiment (siehe Blogartikel „Motion creates Emotion“…), dass Körperhaltungen auch mental etwas in uns bewirken. Sind wir oft in gebeugter Haltung, kraftlos und ohne Spannung, dann symbolisiert dies Unsicherheit und Energielosigkeit und wirkt sich entsprechend auf unsere innere Einstellung aus.
Stehen wir kraftvoll, aufrecht und stabil, dann bringen wir uns über die Haltung auch in eine mentale Haltung der Kraft, des Selbstbewusstseins und der Zuversicht.
Forschungen zeigen, dass Yoga die Körperhaltung verbessert und Rückenschmerzen reduziert, indem es die Rumpfmuskulatur stärkt und die Beweglichkeit erhöht.
3. Herz-Kreislauf-Gesundheit
Studien haben gezeigt, dass Yoga positive Auswirkungen auf die Herz-Kreislauf-Gesundheit haben kann. Regelmäßige Praxis kann den Blutdruck senken, den Puls beruhigen und die allgemeine Herzfunktion verbessern.
Alle Yoga-Übungen basieren auf der Formel „Strecken-Entspannen-Tiefenatmung“. Sie steigern die Blutzirkulation und Konzentration. Durch langsame, kontrollierte Bewegungen, richtige Atmung und Entspannung wird das Herz nicht belastet, sondern gestärkt. Das kräftige Herz pumpt mehr Blut und verbessert die Durchblutung und Sauerstoffzufuhr im ganzen Körper.
Wenn wir Yoga-Übungen richtig ausführen, wird die Ansammlung von Giftstoffen im Körper verhindert. Gleichzeitig kann der Körper diese sowie Mineralienablagerungen in Knochen und Arterien leichter ausscheiden.
4. Stressabbau und Entspannung
Yoga ist bekannt für seine beruhigende Wirkung auf den Geist. Durch Yoga wird das parasympathische Nervensystem aktiviert, was zu einem Zustand tiefer Entspannung führt. Dadurch kann sich der Körper erholen und regenerieren.
Die Übungen helfen hilft nicht nur bei bestehendem Stress, sondern auch zur Prävention von Stress. Yoga erweitert die eigenen Ressourcen, die wir brauchen, um Stress zu bewältigen.
Immer wieder berichten mir Teilnehmer:innen, dass sie es besser schaffen, auch in stressigen Situationen gelassen zu bleiben, zum Beispiel, indem sie ihre Atmung vertiefen oder sich bewusst entspannen.
Regelmäßige Yoga-Praxis kann somit helfen, Stress abzubauen und die allgemeine Stimmung zu verbessern.
Eine Meta-Analyse im Journal of Evidence-Based Complementary & Alternative Medicine zeigte, dass Yoga signifikant Stress und Ängste reduziert sowie das allgemeine Wohlbefinden steigert.
5. Mehr Konzentration und Achtsamkeit
Oft bekomme ich die Rückmeldung, dass Teilnehmer:innen in der Yogastunde komplett abschalten können und endlich mal all ihre Gedanken und Probleme vergessen.
Genau das bedeutet Achtsamkeit: im Hier und Jetzt ankommen, die ständigen Gedankenschleifen mal loslassen.
Dies fällt vielen Menschen leichter, wenn sie sich auf bestimmte Übungen und Atemtechniken konzentrieren, als wenn sie einfach still sitzen und meditieren.
Der Geist ist nur noch beim Atem und bei den Übungen. Die im Yoga praktizierten Atemtechniken können auch im Alltag eingesetzt werden, um Gedanken abzuschalten oder die Energie zu erhöhen.
Der Fokus der Aufmerksamkeit auf die Übungen und die Wahrnehmung des Körpers kann zudem die Konzentrationsfähigkeit und das geistige Wohlbefinden verbessern.
Eine Studie in Mindfulness zeigte, dass regelmäßige Yoga-Praxis die Achtsamkeit und Konzentration bei den Teilnehmern deutlich verbesserte.
6. Förderung der inneren Balance
Das Besondere am Yoga im Vergleich zu anderen Sportarten: es geht nicht nur um den Körper, sondern es ist ein Rundumprogramm für den Körper und die Seele.
Durch die Kombination von körperlichen Übungen, Atemtechniken und Meditation entsteht ein harmonisches Gleichgewicht zwischen Körper und Geist.
Regelmäßiges Yoga sorgt dafür, dass wir langfristig unsere innere Einstellung verändern. Im traditionellen Yoga spricht man von einem „neutralen Geist“. Das bedeutet, dass wir uns immer weniger von den Problemen des Alltags herunterziehen lassen.
Wir lassen unsere Stimmung nicht mehr von den Gefühlen beherrschen, die durch Situationen und Erlebnisse im Alltag ausgelöst werden, sondern bleiben gelassen, in der inneren Balance.
Dies führt dazu, dass wir gelassener und zufriedener durchs Leben gehen. Eine neuere Studie hat sogar gezeigt, dass durch Yoga Depressionen und Angstzustände verringert werden (siehe Blogartikel „Sorge dich nicht, bewege!“)
Und sonst noch…
Dies sind nur einige der Wirkungen des Yoga für den Körper und die Seele. Weiterhin kann Yoga als ergänzende Therapie bei chronischen Erkrankungen wie Asthma, Diabetes und Arthritis eingesetzt werden, Symptome lindern und die Lebensqualität verbessern.
Es hilft Menschen, die Schwierigkeiten mit dem Einschlafen haben und verbessert die Schlafqualität.
Lachyoga als spezielle Variante des klassischen Yoga ist eine tolle Ergänzung, um die Stimmung zu verbessern, die Verbundenheit mit anderen Menschen zu stärken, Glückshormone zu aktivieren und Stress zu lindern. Gerade auch für Menschen, die körperlich nicht so fit sind, ist dies eine gute Alternative.
Yoga – alles was wir brauchen
Ich bin sehr dankbar darüber, dass Yoga schon lange nicht mehr nur als esoterische Nische oder „Hausfrauensport“ belächelt wird, sondern zum beliebten Sport geworden ist.
Zahlreiche Promis praktizieren überzeugt Yoga, aber auch Senior:innen in der VHS, körperbewusste Mütter im Fitness-Studio oder Sinnsuchende in Indien.
Yoga ist für viele Menschen zum Bestandteil ihres täglichen Lebens geworden und sorgt dafür, dass so mancher gelassener, bewusster und glücklicher durchs Leben geht.
Die Kombination von körperlichen und geistigen Übungen hilft ihnen, Stress abzubauen, die körperliche Fitness zu verbessern und eine tiefere Verbindung zu sich selbst zu finden.
Peace mit Yoga
Je mehr Menschen mit sich selbst im Reinen und im inneren Frieden sind, umso mehr sorgen wir dafür, dass es in der Gesellschaft, im Umfeld und in der Welt weniger Stress und Konflikte gibt. Somit tun wir durch Yoga nicht nur etwas Gutes für uns selbst, sondern auch für die Welt.
Namasté Angela
P.S. du bist neugierig geworden? Dann komm mit auf die Happiness Yoga Ferien und probiere es mal aus! Auch Anfänger:innen sind hier herzlich willkommen!


