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Der beste Erfolgscoach aller Zeiten

Auch wenn viele von uns nicht mehr in die Kirche gehen oder gar ausgetreten sind, feiern wir immer noch sehr gerne Feste wie Ostern und Weihnachten. Meist mit gutem Essen, Geschenken, Familientreffen, Verwandtschaftsbesuchen – sprich, oft auch jeder Menge Stress. Dann sind wir so beschäftigt mit Kuchen backen, Eier anmalen, Baum oder Strauch schmücken, die Wohnung dekorieren oder zu Verwandten fahren, dass wir vergessen, uns der eigentlichen Bedeutung dieser Feiertage bewusst zu werden.

Doch unabhängig davon, ob wir an Gott glauben oder nicht, bin ich der Meinung, dass Jesus – um den es sich ja bei diesen Festen vor allem dreht – ein besonderer Mensch und – nach heutigen Kriterien – ein richtig guter Coach war. Und das hat gar nicht mal etwas mit Religion zu tun, sondern einfach mit dem, was Jesus uns vorgelebt hat und welche Werte und Botschaften er uns vermittelt hat. Dabei ist es egal, ob wir Jesus als eine Art „Heiligen“ oder „Gottes Sohn“ sehen, oder einfach nur als besonderen Mensch, der Gutes getan hat, für Frieden gegangen ist und die Denkweise der Menschen verändert hat – so wie zum Beispiel auch Gandhi, Mutter Teresa oder Nelson Mandela.

Was, wenn Jesus also einfach ein guter „Erfolgscoach“ war? Ich bin davon überzeugt. Denn das, was heutige „Erfolgscoaches“ uns erzählen, hat Jesus schon wie selbstverständlich vor über Zweitausend Jahren vorgemacht und gelehrt. Hier einige seiner „Erfolgsgeheimnisse“, die ich mit euch teilen möchte:

1. Jesus hatte eine Vision

Jesus träumt von einer Welt, in der Liebe, Mitgefühl und Vergebung vorherrschen statt Krieg und Kampf. Er hat diese Vision mit den Menschen geteilt und hat alles dafür gegeben, um diese Vision Wirklichkeit werden zu lassen. Seine Vision für die Menschen und für die Welt war so stark, dass er sogar bereit war, mit seinem Leben dafür zu bezahlen. Er hat ganz klare Werte gehabt und ist für diese gegangen. Auch, wenn diese nicht dem „Establishment“ – also den damaligen Kirchenoberen – entsprochen haben, hat er sich nicht davon abbringen lassen, für diese Werte einzustehen.

2. Jesus hatte den Mut, sich mit seinen Werten zu zeigen

Viele Menschen haben vor allem deshalb Angst, zu ihren Werten zu stehen, weil sie damit auch Gefahr laufen, ausgelacht oder verspottet zu werden. Das Beispiel von Jesus zeigt: Je mehr wir ins Leuchten kommen, umso größer die Gefahr, dass Menschen Angst bekommen und dagegen ankämpfen. Doch Jesus hat sich davon nicht beirren lassen. Er hat sich gezeigt, mit seiner Vision und seinen Werten. Er hat es in Kauf genommen, ausgelacht, verspottet und letztlich sogar hingerichtet zu werden, um seine Botschaft zu verbreiten. Er hat sich auf den Berg gestellt, um zu reden, auf das Boot, überall hin, damit alle Menschen ihn sehen können.

Doch gleichzeitig hat er sich nie als der große, unfehlbare Guru aufgespielt. Er hat das Wohlwollen der Menschen nicht ausgenutzt, um sein Ego aufzupolieren, sondern es ging ihm immer um die Sache. Er ist bei allem immer demütig geblieben, hat anderen Menschen die Füße gewaschen, sich mit Verbrechern und Sünderinnen unterhalten, und er hat jedem vergeben, der sich Fehltritte geleistet hat, sogar wenn es gegen ihn selbst war.

3. Jesus konnte zuhören

Viele heutige Erfolgscoaches hören vor allem eine Person gerne reden: sich selbst. In heutigen Zeiten sind die meisten Menschen vor allem bestrebt, ihren eigenen „Ballast“ loszuwerden, doch sie hören nicht mehr zu. Dieser Trend zeigt sich sowohl in Social Media als auch oft privat. Dialoge, in denen zwei Menschen sich gegenseitig aktiv und aufmerksam zuhören und wirklich auf den anderen eingehen, sind rar geworden. Jesus wusste, wie wichtig es ist, anderen Menschen zuzuhören und sich auf sie einzulassen, ohne sie gleich zu bewerten oder abzukanzeln.

4. Jesus hat das mit dem Storytelling voll drauf gehabt

Damals hat man die heute sehr beliebte Marketing-Technik jedoch noch anders benannt. Sprich: Jesus hat Geschichten erzählt, oder auch „Gleichnisse“. Für jede Botschaft, die er vermitteln wollte, hat er den Menschen eine Geschichte erzählt und sie damit in ihrer Lebenswirklichkeit abgeholt. Ob es die Geschichte von Arbeitern am Weinberg ist, von einer Hochzeit, vom verlorenen Sohn – jeder konnte sich in diesen Geschichten wiederfinden.

5. Jesus hat sich ein gutes Team aufgebaut

Er hat sich seine 12 Jünger zusammen geholt und vermochte es, sie so zu begeistern und zu motivieren, dass sie von sich aus alles getan haben, um Jesus und seine Vision zu unterstützen. Er hat Gutes für sie getan, ihm waren der Zusammenhalt und die Gemeinschaft wichtig, er hat sie gelobt, gefördert und beschenkt.

Und er konnte nicht nur motivieren, sondern auch delegieren – eine Fähigkeit, die leider nicht bei jeder Führungskraft selbstverständlich ist. Er hat anderen zugetraut, seine Aufgaben – zum Beispiel das Taufen – zu übernehmen. Er hat sich ein Team von Menschen aufgebaut, das bedingungslos an ihn geglaubt hat, selbst als sonst kein anderer mehr an ihn geglaubt hat. Und ja, er hat mit Judas auch einen „Verräter“ in seinem Umfeld gehabt. Und ihm vergeben. Was wiederum in sich ein Beispiel dafür ist, dass kein Mensch unfehlbar ist. Auch nicht wir selbst. Und was vielleicht auch zeigt, dass wir mit dieser Fehlbarkeit einfach leben lernen müssen und dürfen.

Aber – war Jesus denn überhaupt erfolgreich?

Jetzt könnte man sich fragen, ob man Jesus überhaupt als einen erfolgreichen Coach bezeichnen kann. Schließlich hat er nicht in Saus und Braus gelebt, keine 5 Rolls-Royce besessen, und am Ende wurde er getötet und verspottet. „Erfolg ist das, was erfolgt, wenn wir aktiv werden“ heißt es immer so schön. Dafür ist ja zunächst die Frage, wie derjenige, der etwas erreichen möchte, sein Ziel definiert und damit auch erkennt, ob er erfolgreich ist oder nicht. Jesus hatte es zum Ziel, neues Bewusstsein unter die Menschen zu bringen. Er wollte Liebe vorleben und den Menschen deutlich machen, dass Liebe und Mitgefühl wichtiger sind als materielle Besitztümer oder Status. Er hat einen Ruck unter die Menschen gebracht und sie zum nachdenken inspiriert.

Und wenn man eines sagen kann: Wenn das Buch, in dem die Geschichte eines Menschen beschrieben ist, über Jahrtausende zum Dauerbestseller wird, wenn eine ganze Bewegung entstanden ist, die aus dieser Botschaft hervor geht, ja sogar eine neue Zeitrechnung beginnt – na, wenn man das nicht erfolgreich nennen kann, dann wüsste ich nicht, was sonst! Egal also, ob du an Religion glaubst, an Jesus als Heiligen, an die Bibel oder daran, ob er wirklich gelebt hat oder nicht – wir können uns auf jeden Fall etwas von ihm abgucken.

In dem Sinne wünsche ich dir Glück und Erfolg!

Alles Liebe

Angela

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Glückstipps: Wie du Jesus‘ Erfolgsgeheimnisse auch heute für dich nutzen kannst

 

1. Formuliere deine Vision

Wie möchtest du das nächste Jahr erleben? Ja, es gibt bestimmte äußere Umstände, die nicht veränderbar sind. Wir wissen nicht, wann das Leben wieder normal wird. Aber je klarer deine Absicht, was DU im neuen Jahr erleben möchtest, umso größer die Wahrscheinlichkeit, dass es auch eintritt. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, deine Vision zu formulieren – schreibe sie auf, suche dir Bilder heraus für ein Vision Board oder Mind Movie oder suche dir eine schöne Meditation, um in dein gewünschtes Zukunftsbild hinein zu gehen. Das SMILE-Programm unterstützt dich dabei…

2. Stehe zu deinen Werten

Sei dir deiner Werte klar und zeige dich damit – du kannst es nicht jedem Recht machen, also gehe dafür und trau dich, zu leuchten und deine Werte vorzuleben!

3. Höre zu

Nutze jede Gelegenheit, um anderen Menschen zuzuhören – das kann auch am Telefon oder in der Videokonferenz sein – versuche, dich wirklich in sie hinein zu fühlen und stell dir vor, du wärst an ihrer Stelle – wie würdest du selbst reagieren, was würdest du tun in ihrer Situation? Achte aber auch darauf, keine ungefragten „Coaching-Tipps“ zu geben.

4. Erzähle Geschichten

Was hast du zu erzählen? Wie kannst du eine Botschaft anhand von Geschichten, Bildern oder Beispielen vermitteln? Frage dich, ob das, was du erzählen möchtest, in die Lebenswirklichkeit der anderen passt und finde Ideen und Beispiele, um sie dort abzuholen. Sieh es als Spiel, das manchmal so richtig Spaß machen kann! So zeigt es zumindest meine eigene Erfahrung.

5. Suche dir ein gutes Team

Ob beruflich oder privat – du kannst selbst dein Umfeld gestalten. Tu den Menschen in deinem Umfeld Gutes, motiviere sie und gib auch Verantwortung ab. Statt dich zu beschweren, dass du alles alleine machen musst, delegiere immer wieder Aufgaben und lass dann los. Erwarte am Anfang nicht zu viel Reaktion, aber Schritt für Schritt kann sich etwas verändern. Gestehe dir selbst und anderen zu, dass keiner perfekt ist.

Viel Spaß und viel Erfolg damit!

Angela

Mut: Der Lebensbooster für Glück und Erfolg

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„Nenn mich nicht feige!“

Das war immer wieder der Moment, in dem Marty Mc Flys Augen zu blitzen anfingen, und er entgegen jeder Vernunft beschloss, in den Kampf zu gehen, statt sich zurück zu ziehen. Diese Momente ziehen sich wie ein roter Faden durch den spannenden Zeitreise-Klassiker „Zurück in die Zukunft“, den ich neulich nochmal mit meinem Sohn zusammen angeschaut habe. Während mein Sohn sich bei den wilden Action-Szenen schlapp lachte, fand ich es eher interessant, wie sich nur kleine Veränderungen in der Vergangenheit auf die Situation in der Zukunft auswirkten. Und ich fand es lustig zu sehen, wie man sich damals das Jahr 2015 vorgestellt hat, was ja jetzt schon wieder Vergangenheit ist. Natürlich war Marty Mc Fly im Laufe der Film-Trilogie am Ende immer der mutige Held, der sich von keinem noch so ansgteinflößenden oder bulligen Prügler einschüchtern ließ.

Warum lieben wir nur all diese Filme so sehr, in denen ein mutiger Held allen Widrigkeiten trotzt, sich nicht unterkriegen lässt und niemals aufgibt, so aussichtslos eine Situation auch erscheinen mag? Die gesamte Filmindustrie lebt von der Inszenierung solcher Heldenreisen, bei denen diese vor allem eines gemeinsam haben: Mut und Tapferkeit. Sie erleben Abenteuer, das Ungewöhnliche, das Unerwartete. Manchmal frage ich mich, ob viele Menschen vielleicht genau deshalb so fasziniert davon sind, weil es in ihrem eigenen Leben so wenig davon gibt.

Besitzstand wahren oder Potenzial nutzen?

Statt dessen hängen die meisten in ihrem Lebensalltag und in altbewährten Mustern fest. Sie haben sich bestimmte Routinen angeeignet, die Leidenschaft ist eingefroren. Sie wagen nichts Neues und verbringen die meiste Zeit mit Dingen, die ihnen keinen Spaß machen. Laut Hirnforscher Gerald Hüther hat dies fatale Folgen: Viele Menschen werden immer mehr zu Ressourcennutzern und Besitzstandswahrern – sie machen Dienst nach Vorschrift und lassen ihr eigenes Potenzial ungenutzt verkümmern. Das Schlimme daran: sie merken es nicht mal.

Laut Palliativpflegerin Bronnie Ware bedauern viele Menschen erst am Ende ihres Lebens, dass sie nicht den Mut hatten, ihr eigenes Leben zu leben. In ihrem Buch „Fünf Dinge, die Sterbende am meisten bereuen“ erzählt sie von Patienten, die jahrelang in Beziehungen festhingen, die ihnen nicht gut taten – von Menschen, die ein Leben lang in ihren Gewohnheiten und im Hamsterrad feststeckten, statt sich für Freiheit und Glück zu entscheiden. „Ich wünschte, ich hätte mir erlaubt, glücklicher zu sein“ ist eine der fünf Hauptaussagen, die sie oft zu hören bekam.

Wer mutig ist, lebt vielleicht aufregender – aber auch zufriedener, erfolgreicher und intensiver. Mut unterstützt uns dabei, uns ständig weiterzuentwickeln und unser volles Potenzial zu leben. Mut hilft uns, aus Lebenssituationen auszusteigen, die uns nicht mehr gut tun – oder die uns einfach langweilen. Am Anfang einer jeden gesellschaftlichen Veränderung oder politischen Revolution standen mutige Menschen mit einer Vision. Mut hat dafür gesorgt, dass wir nicht mehr in der Steinzeit leben – dass wir keine Mauer mehr hier stehen haben, dass es kein Sklaventum mehr gibt und dass Frauen wählen dürfen. Mut ist das Elixier, das unsere Gesellschaft voran bringt – und das die Welt verbessern kann. Also lasst uns mutig sein!

Was uns daran hindert, mutig zu sein

Doch warum fällt es uns so schwer, ausgetretene Pfade zu verlassen? Warum sind wir nicht so mutig wie die Helden in den Filmen, sondern verfolgen deren Abenteuer lieber warm und sicher von der Couch aus? Mut und Tapferkeit sind offenbar Eigenschaften, die wir zwar bei den Filmhelden bewundern, aber selbst viel zu wenig leben. Warum? Laut Glücksphilosoph Frank Kinslow ist die Angst vor dem Scheitern eines der größten Hindernisse, das unserem Mut im Wege steht. Wir denken, dass alles perfekt sein muss, dass wir nicht scheitern dürfen. Dies führt dazu, dass jedes tatsächliche Scheitern unser Selbstbewusstsein noch weiter herunter zieht – wir fühlen uns immer schlechter und probieren es irgendwann gar nicht mehr. Kinslow uns ermutigt dazu, Scheitern als natürlichen und zugehörigen Teil des Lebens zu akzeptieren, statt es wegzudrängen und immer nach dem Perfekten zu streben.

Klar, es ist erstmal einfacher und bequemer, nichts zu verändern. Denn dann können wir auch nicht scheitern. Wenn wir Neues wagen, ausbrechen, mutig sind, dann müssen wir eben auch mit der Möglichkeit des Scheiterns rechnen. Also doch lieber alles bei den alten Gewohnheiten lassen? Oder jetzt erst recht aufstehen, die Waffe zücken und zur Heldin oder zum Helden werden?

Die Facetten von Mut

Keine Sorge: Wir müssen nicht mit dem Lichtschwert durch die Galaxien wirbeln, um mutig zu sein – und auch nicht mit abenteuerlichen Zeitmaschinen durch die Epochen rasen und machtsüchtige Egomanen daran hindern, die Herrschaft zu übernehmen. Im Gegenteil: Mut bedeutet manchmal auch den „Mut zur guten Resignation und zum klugen Rückzug“, wie Claudia Croos-Müller es in ihrem Buch „Kraft“ beschreibt. Wer „kopflos die Flucht nach vorne“ erzwingt, erntet ihr zufolge eher Chaos und Scherben als Ruhm. Manchmal kann also sogar das, was eigentlich als „Scheitern“ gilt, der mutigere und vor allem schlauere Weg sein.

Doch was genau ist dann Mut? Laut Psychologen Martin Seligman („Der Glücks-Faktor“) bedeutet Mut, dass jemand absolut für seine Ziele geht, auch wenn er dabei heftige Widrigkeiten überwinden muss. Er definiert Mut als eine von sechs „Tugenden“, die übergreifend als Kerneigenschaften des guten Miteinanders angesehen werden (siehe auch Blogartikel „Fünf Charaktereigenschaften glücklicher Menschen„). Seligman unterscheidet drei Aspekte von Mut:

1. Tapferkeit und Zivilcourage

Auch ich habe noch nie mit einem Lichtschwert kämpfen müssen – außer mit dem Spielzeugschwert meines Sohnes. Aber tapfer finde ich mich, wenn ich eine dicke Spinne an der Wand sehe und nicht schreie. Wenn ich dann auch noch meinen Flucht- und Ekelreflex überwinde, sie mit einem Glas fange und brav irgendwo hinaus trage (man will ja Vorbild sein für das Kind). Da bin ich sowas von tapfer, denn ich habe meiner Furcht getrotzt. Oder wenn ich trotz meiner Flugangst in den Flieger steige, um das nächste Urlaubs-Retreat zu geben.
Tapfer ist es auch, wenn alle Leute gegen Flüchtlinge / Ausländer / Corona-Maßnahmen wettern und man diesen etwas entgegen setzt (moralische Tapferkeit), oder wenn Menschen lieber ins Gefängnis gehen, statt ihre Überzeugungen oder Werte zu verraten (seelische Tapferkeit). Das nennt man dann „Zivilcourage“. Leider gibt es für diese Art von Mut eher weniger Beispiele und Geschichten als für die mit Waffen kämpfenden Helden.

2. Durchhaltekraft und Fleiß

Durchhaltevermögen – das hört sich erstmal nicht so sexy an, sondern eher altmodisch oder gar verbissen. Viele Menschen halten in Jobs durch, an denen sie schon lange keine Freude mehr haben, ja, sie beißen sich geradezu daran fest, aus Angst vor Veränderung. So, wie wenn man einen richtig schlechten Film im Kino sieht, aber bis zum Ende bleibt, weil man ja dafür bezahlt hat.

Doch mit Durchhaltekraft ist hier etwas anderes gemeint. Im positiven Sinne unterstützt sie uns, wenn wir dabei flexibel, realistisch und vor allem nicht zu perfektionistisch sind. Statt an Altem festzuhalten, ist es viel wichtiger, klug zu entscheiden, wann es sich lohnt zu kämpfen und wann der Rückzug angemessen ist.

3. Integrität und Echtheit

Hier geht es um Zuverlässigkeit, auch anderen gegenüber. Und authentisch zu sein, in Worten wie in Taten. Das beinhaltet mehr, als nur ehrlich oder zuverlässig zu sein. Es bedeutet auch, dass die Worte, die wir sprechen, mit unseren Handlungen im Einklang sind. Ich habe schon viele Menschen erlebt, die großmundig erzählen, was sie alles Tolles planen – es aber am Ende nie in die Realität gebracht haben. Inneres und Äußeres stehen bei ihnen offenbar nicht im Einklang, sie sind mit sich selbst im Unreinen. „Nur wenn du zu dir selbst treu bist, kannst du andere nicht betrügen.“ sagt Seligman.

Das Mutzentrum im Gehirn

Auch Gehirnforscher haben das Phänomen „Mut“ schon untersucht – zum Beispiel das Weizman Institute of Science in Israel. Man hat dafür Probanden in den Hirnscanner geschickt, die entscheiden sollten, wie nah eine Schlange an ihren Kopf kommen darf – wohlgemerkt, es waren Menschen, die Angst vor Schlangen hatten. Die Angst, die sie dabei empfanden, zeigte sich dabei vor allem im rechten Temporallappen (Amygdala) und löste auch körperliche Reaktionen aus.

Noch spannender war es aber zu sehen, was im sogenannten „Brodmann-Areal 25“ („subgenual Anterior Cingulate Cortex“) passierte. Dieser Bereich im Gehirn wurde dann umso aktiver, wenn die Probanden zwar Angst hatten, sich aber trotzdem dafür entschieden, die Angst zu überwinden. Die Aktivität in diesem Gehirnbereich führte sogar dazu, dass die körperliche Angstreaktion sank. Dies scheint also eine Art „Mutzentrum“ im Gehirn zu sein, das uns sogar belohnt und wieder gelassener werden lässt, wenn wir mutig sind und etwas tun, vor dem wir uns eigentlich fürchten.

Das Glück ist mit den Mutigen

Und wie gesagt: das muss nicht der Kampf mit dem Lichtschwert sein. Mut kann auch einfach mal bedeuten, in einer Gruppe eine andere Meinung zu vertreten als die anderen und dazu zu stehen. Nicht mitzumachen, wenn alle über jemanden lästern. Mut kann ein lässiger Rückzug sein, statt in einem Streit unbedingt Recht haben zu wollen.

Ich selbst weiß aus eigener Erfahrung: immer wenn ich mutig war, bin ich dafür um ein Vielfaches belohnt worden. Egal ob ich mit dem Rucksack durch Indien gereist bin, mich vor anderen mit Lachyoga „zum Affen gemacht“ habe, alleine im Wald übernachtet oder einen sicheren Job mit guten Karrierechancen ausgeschlagen habe. Ich habe dabei immer faszinierende und schöne Begegnungen erlebt, jede Menge Spaß gehabt, Adrenalin pur gespürt und kann über vieles im nachinein lachen. Ja, ich bin auch gescheitert, hatte stressige Situationen, Ärger, Angst und Rückschläge. Aber ich bin mir ziemlich sicher, dass ich am Ende meines Lebens keines von den fünf Dingen bereuen werde, die Bronnie Ware in ihrem Buch beschreibt.

Drei Tipps, um deinen Mut zu trainieren

Ob jemand mutig ist, hat auch mit der erblichen Veranlagung zu tun – man sagt, um die 30-50%. Dennoch lässt sich die Eigenschaft „Mut“ – wie alle anderen Charaktereigenschaften auch – trainieren und verändern. Hier einige Anregungen dazu:

1. Üben, üben, üben

Baue bewusst kleine Handlungen in deinen Alltag ein, die dich ein ganz bisschen Überwindung kosten: der Freundin ehrlich sagen, dass ihr das Kleid nicht steht, an der Bushaltestelle jemanden ansprechen, auf einer Geburtstagsfeier eine kleine Rede halten (z.B. ein Loblied auf die Gastgeberin) oder laut lachen in der Öffentlichkeit (Lachyoga hilft, dies in der Gruppe zu tun und mit noch mehr Spaß). Je mehr wir merken, dass nichts Schlimmes dabei passiert, umso mehr können wir Spaß daran finden und umso weniger Angst haben wir dabei.

2. Meditation

Um den „Mutmuskel“ im Gehirn zu trainieren, gibt es auch noch eine andere Möglichkeit: man hat nämlich festgestellt, dass Meditation ebenfalls die Aktivität in diesem Gehirnbereich verstärkt (siehe auch Blogartikel „Meditation„).

3. Körperübung „loslassen – Mut fassen“

Stelle dich locker hin und strecke beide Arme nach vorne aus. Atme durch die spitzen Lippen ein und ziehe dabei die Hände zum Herzen heran. Atme soweit wie möglich ein. Halte kurz die Luft und atme dann mit lockeren Lippen aus, schnaube und pruste dabei, so dass die Lippen flattern. Wiederhole dies noch zweimal. Beim dritten Mal atme lachend aus.

Ich wünsche dir Kraft und Mut, um deinen Weg so zu gehen, dass du am Ende sagen kannst „Ich bereue nichts – denn ich habe gelebt.“

Namasté Angela

Tipps

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Zitate

„Wenn Du immer wieder das tust, was Du immer schon getan hast, dann wirst Du immer wieder das bekommen, was Du immer schon bekommen hast. Wenn Du etwas Anderes haben willst, musst Du etwas Anderes tun!“ Paul Watzlawick

„Lieber X Mal scheitern und wieder aufstehen als im Lebenstrott zu erstarren und am Ende gar nicht mehr aufstehen können“ Angela

Macht Erfolg glücklich?

„Ich will nicht in den Kindergarten“, jammert mein Kind. Der Wäscheberg türmt sich, die Dokumente für das Seminar sind noch nicht parat, und in drei Stunden geht mein Zug nach Berlin. Mein Partner sitzt unbehelligt am Computer und lässt die Hektik des Morgens an sich abperlen. Könnte er nicht auch mal anbieten, das Kind in den Kindergarten zu bringen, wenigstens dann, wenn er Home Office hat? Ohne mit ihm zu sprechen, steigere ich mich in meinen Unmut hinein.

Männer machen Karriere und erzählen dann auf der Bühne oder im Small Talk rührselige Geschichten, was sie Tolles mit ihren Kindern machen – meist im Urlaub oder am Wochenende. Wenn Männer in Deutschland oder der Welt herumtingeln, dann sagt keine Erzieherin zu ihnen „du bist ja so oft weg“. Auch sehe ich im Alltag hauptsächlich Mamas, die ihre Kinder in die Kita bringen, zum Fußball oder zum Ballett fahren oder einspringen, wenn die Kita mal wieder geschlossen ist. Klar macht man das alles gerne – aber in manchen Momenten scheint der Spagat einfach zu viel. Ich steigere mich schön hinein in meinen negativen Gedankenkreislauf. „Du kannst alles schaffen“, heißt es doch immer so schön bei den Motivationstrainern. Komisch, dass da immer noch mehrheitlich Männer auf der Bühne stehen.

Was bedeutet „Erfolg“ überhaupt?

Doch was heißt überhaupt „geschafft“? Reich und berühmt? Bewundert? Erfolgreich? Und was bedeutet „Erfolg“? Laut Duden ist es das „positive Ergebnis einer Bemühung; Eintreten einer beabsichtigten, erstrebten Wirkung.“ Man muss sich also um etwas bemüht haben – aber auch eine Absicht gehabt haben. Und dafür muss man ja erstmal wissen, was die Absicht ist. „Erfolg“ sollten wir demnach nicht an von außen diktierten Zielen messen, sondern daran, was vorher unsere „Absicht“ war und ob wir diese Absicht umgesetzt haben. Es lohnt sich also, sich mit den eigenen Zielen und Visionen zu beschäftigen statt es anderen beweisen zu wollen.

Wer urteilt am Ende?

Denn wer beurteilt uns, wenn wir am Ende unseres Lebens stehen? Nicht unser Chef, nicht unser Partner, nicht die Gesellschaft. Keiner steht da und sagt zu uns „du hast die Beförderung nicht bekommen“ oder „du hast dein Auto nicht oft genug gewaschen“. Wer entscheidet letztlich darüber, ob mein Leben für mich Sinn gemacht hat? Nur ich selbst. Vielleicht hat das Leben nicht mal einen Sinn. Aber wenn ich mich entscheide, daran zu glauben, dass ich nicht aus Zufall hier bin, dann macht das Ganze einen Sinn. Wenn ich für mich definiere, was „sinnvolles Leben“ bedeutet, dann gehe ich meinen eigenen Weg und nicht mehr den der Gesellschaft.

Meine trüben Gedanken verfliegen langsam. Ich weiß genau, dass ich selbst es jederzeit in der Hand habe, meine Einstellung und somit mein Erleben zu verändern. Ich weiß, dass ich nicht Opfer der äußeren Umstände bin, sondern selbst gestalten kann. Dass die Veränderung im Außen mit der Veränderung der inneren Sichtweise beginnt. Und das bedeutet auch zu akzeptieren: Das Leben darf auch mal nicht perfekt sein, ja sogar anstrengend oder nervig. Wir als Menschen müssen nicht perfekt sein, das stresst nur. Wir dürfen uns ärgern, Fehler machen und darüber lachen. Wir dürfen unsere Unzulänglichkeiten annehmen, diese zeigen und uns immer wieder neu ausprobieren.

Perfektionismus macht nicht glücklich, so bestätigt es die Glücksforschung. Erkenntnisse aus vielen Studien zeigen: nicht erfolgreiche Menschen sind glücklicher, sondern glückliche Menschen sind erfolgreicher. Sie sind kreativer, hilfsbereiter, motivierter und sozial kompetenter. Sie ruhen in sich statt ständiger Anerkennung oder Statussymbolen hinterher zu hetzen. Die Anerkennung finden sie in sich selbst – in Form von Selbstliebe und innerer Fülle. Wenn diese gegeben ist, dann kommt auch der „Erfolg“ im Außen.

Schritte der Veränderung

Doch wie lässt sich die innere Einstellung verändern? Es sind die kleinen Dinge, die den Unterschied machen. Zum Beispiel Dankbarkeit über das, was wir für selbstverständlich halten – ein Dach über dem Kopf, Leben in Freiheit oder genug zu Essen. Ein Lächeln zu den Menschen auf der Straße, ein liebevolles Wort zum Kind, selbst wenn es gerade jammert. Eine Umarmung und ein Dankeschön als Wertschätzung für den Partner, der auf seine Art und Weise unendlich viel beiträgt. Und Nachsicht uns selbst gegenüber, wenn wir nicht alles schaffen, was wir uns vorgenommen haben. Wir müssen nicht alles perfekt machen. Vielmehr können wir darauf vertrauen, dass sich vieles von selbst erledigt. Oder, wie Dr. Madan Kataria, der Erfinder des Lachyoga, es passend ausdrückt: „Do your best and leave the rest.“

Glücksgedanken

  • Nur wir selbst definieren, was „Erfolg“ für uns bedeutet
  • Wenn wir dem Leben einen „Sinn“ geben, dann werden wir es auch als sinnvoll erleben
  • Veränderung beginnt mit den kleinen Dingen: Dankbarkeit leben, Menschen wertschätzen
  • Am Ende entscheidest nur du, ob du „dein Leben“ gelebt hast

Zitate
„Do your best and leave the rest“ Dr. Madan Kataria

Gedicht „Der Mensch im Spiegel“ nach Dale Wimbrow…

Audio

Meditation „Selbstakzeptanz“ für die Harmonisierung der Persönlichkeit…

Videos

Lachyoga-Übung: „ich weiß nichts, ich weiß überhaupt nichts…“ mit Norbert Hagen

Lachyoga-Übung „Guru-Lachen“ mit Angela

Dauerhaft glücklich – geht das?

Glücklich sein ist kein einmal erreichter Zustand – sondern eine Lebenseinstellung, mit der wir die schwierigen Dinge mit einem Lächeln meistern und die schönen Dinge dankbar genießen können.

Glück als Egotrip?

Glückliche Menschen waren mir früher gar nicht geheuer. Schließlich gehören doch Probleme zum Leben dazu, fand ich. Wer diese einfach verdrängt, der kann doch auf Dauer nicht glücklich sein, oder? Und wer glücklich oder gut drauf ist? Der ist bestimmt oberflächlich und egoistisch. Schließlich kann man doch nicht einfach so auf Knopfdruck Lachen, Tanzen oder fröhlich sein, wenn es im Leben nicht läuft, dachte ich. Und so blieb ich weiter skeptisch, kritisch und missmutig, egal welche Chance ich vorgesetzt bekam.

Bis der Leidensdruck in meinem Leben so groß war, dass ich mich dann doch auf den Weg machte, um endlich glücklich zu werden. Irgendwann fing ich dann tatsächlich einfach an, so zu tun als ob ich glücklich sei – mit Unterstützung von Lachyoga, positiven Affirmationen und Persönlichkeitsseminaren. Irgendwie konnte ich mir zwar nicht vorstellen, dass es funktioniert, aber ich probierte es aus. Ich wusste, es konnte in meinem Leben nicht mehr so weitergehen wie vorher und ich war so weit, dass ich beschlossen hatte, alles zu tun, um glücklich zu sein. Und langsam begann sich tatsächlich in meinem Leben etwas zu verändern.

Was ich aussende, kommt zurück…

Je mehr ich so tat, als ob ich glücklich war, umso positiver war die Reaktion meines Umfeldes – und umso besser war ich selbst wieder drauf. Die Wirkung der Spiegelneuronen, so nennt man es in der Psychologie. Das heißt, wir fühlen mit was andere fühlen und bleiben davon nicht unbeeindruckt. Wenn wir ins Kino gehen und die Hauptdarstellerin im Film etwas Trauriges oder Ungerechtes erlebt, dann fühlen wir es, wie wenn es unsere eigene Trauer oder Ungerechtigkeit wäre. Wenn wir durch das Leben gehen, dann senden wir immer etwas aus – dies bestätigte sich für mich immer wieder, je mehr ich darauf achtete. Ich trat heraus aus dem „Teufelskreislauf“ des Missmuts in einen Kreislauf, in dem ich plötzlich schöne Reaktionen und Erlebnisse hatte. Das beflügelte mich, so dass ich zuversichtlicher wurde und diese Freude auch als „echt“ erleben konnte.

Mein Leben veränderte sich und viele schöne Dinge passierten. Ich lernte meinen Partner kennen, wurde Mama, schwebte auf Wolken. Aber das Schweben hielt nie dauerhaft an. Irgendwann trat immer wieder der Gewöhnungseffekt ein. Zunächst holten mich die kleinen Alltagsproblemchen ein, dann kamen auch schon wieder größere Herausforderungen.

Krisen als Geschenk

Dauerhaft glücklich? Wer ist das schon? Bei wem läuft alles perfekt? Und wenn ja, sind solche Menschen überhaupt interessant? Oder sind es nicht eher diejenigen, die schon so viel erlebt haben, dass sie gar nichts mehr umhauen kann? Diejenigen, die aus Krisen lernen, die das Geschenk darin sehen und daran wachsen? Die, die uns wirklich etwas mitzuteilen haben statt uns vorzugaukeln, wie toll ihr Leben ist?

Wenn ich zurück blicke, so sind es immer die Schicksalsschläge gewesen, die mich dazu gezwungen haben, in meinem Leben radikal etwas zu verändern und aus Konventionen auszubrechen. Auch bei den Teilnehmer/innen, die zu mir in die Kurse kommen, haben Krisen oder Sinnfragen dazu geführt, dass sie sich auf den Weg gemacht haben – um ihre Träume zu leben und glücklich zu sein. Verbunden war damit immer auch der Wunsch, etwas Gutes für andere zu bewirken – nichts daran war oberflächlich oder egoistisch. Die Glücksforschung bestätigt: Menschen, die sich für etwas engagieren, sind glücklicher.

Glück beginnt im Kleinen und wirkt im Großen

Ich bin mittlerweile davon überzeugt: glücklich sein ist das Beste, was wir für die Welt tun können. Vieles, was in der Welt passiert, scheint beängstigend. Wir können uns darüber Sorgen machen und verzweifeln. Oder gemeinsam ein Feld erschaffen, in dem Liebe, Respekt und Mitgefühl selbstverständlich sind. Ein Feld, in dem wir uns selbst und uns gegenseitig annehmen, mit allen Schwächen, und doch in liebevoller Verbindung. Denn wenn wir genau hinschauen, dann sehen wir, dass die Welt nicht nur schlecht ist – sondern dass immer mehr Räume entstehen, in denen Menschen respektvoll und bewusst leben – und somit zu ihrem eigenen Glück und zum Glück anderer beitragen.

Glücksgedanken für die Woche

  1. Glück ist kein Egotrip – wenn wir dafür sorgen, dass wir glücklich sind, tun wir auch unserem Umfeld etwas Gutes.
  2. Glücklich sein muss nicht bedeuten, dass alles im Leben perfekt ist – es ist vielmehr die Fähigkeit, mit Krisen umzugehen und daran zu wachsen.
  3. Die Welt ist so, wie wir sie sehen – wir können über die Dunkelheit jammern oder dorthin schauen, wo Licht ist.
  4. Wenn wir im eigenen Umfeld anfangen, Glück zu verbreiten, können wir auch im Großen etwas bewirken.
  5. Glücklich sein ist das Beste, was wir für die Welt tun können.

Übungen für Glück

Lachyoga-Übung „Füllhorn des Glücks“ (Video)

Yoga-Übung „Herzensgruß“ (Video)

neueste Videos außerdem hier…

Geführte Meditation

Glücks-Meditation „das innere Lächeln“ (Audio) – Link zu Soundcloud…

neueste Audio-Dateien außerdem hier…

Das Hamsterrad des Glücks – nur 10% sind entscheidend

Schickes Auto, Beförderung im Job, Eigenheim, Traumpartner und am besten noch der Lottogewinn? Viele Menschen meinen, dass diese Dinge glücklich machen. Sie strengen sich ordentlich an, um diese Ziele zu erreichen, nehmen dafür Stress und Strapazen in Kauf. Doch wenn sie dann ein bestimmtes Ziel erreicht haben, ist das Glücksgefühl meist nur von kurzer Dauer. Es gibt sogar zahlreiche Beispiele von Menschen, die Spitzenleistungen erzielt haben und sich danach eher sinnentleert und traurig fühlten.

Studien aus der Glücksforschung bestätigen: kurzfristig fühlen wir uns gut, wenn wir ein bestimmtes Ziel erreicht haben – aber langfristig pendelt sich das Glücksniveau wieder auf den gleichen Stand wie vorher ein. In der Steinzeit war das überlebenswichtig. Denn da konnte man sich nicht auf den erreichten Zielen „ausruhen“, sondern musste sich immer wieder an die sich ändernden Gegebenheiten anpassen. Heute führt dieses Phänomen dazu, dass wir uns – kaum ist ein Ziel erreicht – gleich wieder das nächste, höhere Ziel setzen – weil wir meinen, dass uns das endlich glücklich macht. Dieser Irrglaube führt dazu, dass wir wie die Ratten im Hamsterrad immer weiter rennen, um an das Ziel zu kommen. „Life of a rat racer“ ist der amerikanisch geprägte Begriff dafür. Wir strengen uns immer mehr an, um immer höhere Ziele zu erreichen. Langfristig treibt uns das eher in den Burnout als zu echtem Glücksempfinden.

Was ist wirklich wichtig?

Äußere Faktoren wie Status, Geld, Wohnort oder Besitztümer spielen nur eine geringe Rolle für unser wirkliches inneres Glücksempfinden. Laut internationalen Studien sind nur 10% des Glücks solchen äußeren Lebensumständen zuzuschreiben. Die Gene – also die Veranlagung – bestimmen zu 50% darüber, wie glücklich wir uns fühlen bzw. wie wir mit dem Leben und Schicksalsschlägen umgehen.

Können wir also gar nichts tun, wenn die Gene uns nicht wohlgesonnen sind? Ist dies der Freifahrtschein für alle Jammerer und „Opfer“ des Lebens? Können wir uns nun immer auf unsere Gene berufen, wenn es uns nicht gut geht, uns im Selbstmitleid suhlen, da wir ja eh nichts daran ändern können? Hier kommt die schlechte Nachricht für alle notorischen Jammerer: die restlichen 40%, die unser Glücksempfinden ausmachen, können wir selbst beeinflussen. Hier spielen vor allem Werte wie Familie, stabile Beziehungen, ein gutes soziales Umfeld, Sinn im Leben und eine erfüllende Aufgabe eine Rolle. Wenn dies alles da ist – umso besser. Solange es auch hier nicht anstrengend wird, diesen Werten „hinterher zu rennen.“ Denn anhand einer Studie hat man festgestellt (Rutgers University Newark und der University of Toronto vom März 2018): Wenn etwas zu anstrengend wird, leidet die Lebenszufriedenheit. Doch wie kann man etwas bekommen, ohne es zu sehr zu wollen?

Es ist nie zu spät, um glücklich sein

Hier kommt uns eine Erkenntnis aus der Gehirnforschung zugute: Neurobiologen haben festgestellt, dass unser Gehirn nicht zu einem bestimmten Zeitpunkt fertig ausgereift ist, sondern sich ständig verändern kann – auch im höheren Alter. Diese sogenannte „Neuroplastizität“ des Gehirns können wir zu unserem Vorteil nutzen. Das bedeutet nämlich für uns: wir können durch unser Denken und Tun selbst beeinflussen, wie sich unser Gehirn prägt. Das beginnt mit Gedächtnistraining, geht über Mentaltraining bis hin zu Achtsamkeit und Meditation, von der mittlerweile nicht mehr nur Buddhisten wissen, dass sie unser Gehirn verändert. Wir können also unser Gehirn darauf trainieren, dass wir uns gut fühlen. Verschiedene Gehirnareale sind nämlich für verschiedene Emotionen und Bereiche zuständig. Und die Areale, die wir häufig aktivieren, stärken sich, während die anderen kleiner werden. Wenn wir also häufig Freude empfinden, stärkt sich das Areal für Freude, und wir können schneller und öfter Freude empfinden. Umgekehrt gilt dies auch für Ärger, Wut, Angst und Verbitterung.

Doch das Leben ist natürlich nicht nur Freude. Führt dieses Wissen also nun dazu, dass wir uns noch mehr ärgern, wenn wir uns ärgern? Weil wir ja wissen, dass Ärger unser Gehirn verändern kann? Damit wäre der Negativ-Kreislauf vorprogrammiert. Einfacher ist es, in solchen Momenten zu akzeptieren, was ist. Den Ärger annehmen, ihn sich selbst erlauben und dann einen Gegenpol setzen, der uns in gute Stimmung bringt. Doch sich gut fühlen auf Kommando – wie soll das gehen?

Nicht denken, sondern Tun

Spannend ist dafür die Erkenntnis, dass bestimmte Körperaktivitäten und – haltungen unsere Emotionen beeinflussen. Gedanken sind nicht immer kontrollierbar – es sei denn, man ist buddhistischer Mönch mit jahrelanger Meditationserfahrung. Doch wer kann sich schon seinen Gedanken komplett entziehen: Was alles noch zu erledigen ist, wer einem die Vorfahrt genommen hat oder dass der Chef / Partner / die Freundin sich irgendwie komisch verhalten hat.

Einfacher ist es, aktiv zu werden statt zu grübeln. Sport und Bewegung helfen zum Beispiel langfristig depressiven Menschen besser als Psychopharmaka, so die Erkenntnisse einer Studie. Längeres Laufen bringt uns genauso in einen Zustand des „Flow“ wie das Malen eines Bildes oder das Singen im Chor. Es beginnt schon mit bestimmten Körperhaltungen. Wenn wir bewusst stabil und fest stehen, verbessert sich unser Selbstbewusstsein. Wenn wir lächeln – oder gar lachen – werden Endorphine ausgeschüttet, die uns gut fühlen lassen. Wenn wir die Arme regelmäßig begeistert und jubelnd nach oben strecken, stärkt dies unser Charisma. Dies funktioniert auch dann, wenn wir das Gefühl mental noch nicht empfinden können. Es reicht schon, wenn wir so tun, als ob wir ein bestimmtes Gefühl erleben.

„Fake it until you make it“ ist auch ein Motto, das im Lachyoga praktiziert wird. Hier geht es darum, ganz konkret positive Gefühle zu trainieren. Absichtlich erzeugtes Lachen in Kombination mit Bewegung und positiven Affirmationen kann uns dabei unterstützen.

Will man sein Gehirn auf „glücklich sein“ programmieren, hilft es außerdem, sogenannte „Momente der Freude“ zu kultivieren und zu genießen. Das kann die Freude über kleine Dinge sein, Momente in der Natur, das Spielen mit Kindern, Sport treiben, kreativ sein, singen, herumtoben, spontan und abenteuerlustig sein. Hinzu kommt das Prinzip Dankbarkeit – über alles, was ist. Das geht auch ohne Lottogewinn.