Beiträge

Fünf Charakter-Eigenschaften glücklicher Menschen

Ist das Leben gerecht?

„Die Schule ist so ungerecht! Alle sind gemein und unfair!“ Schimpfend und zutiefst verärgert kommt mein Sohn nach Hause. Es ist soweit: Er hat seinen ersten Eintrag ins Hausaufgabenheft bekommen. Er sei überhaupt nicht Schuld daran, betont er immer wieder. Schließlich habe der andere Junge damit angefangen, ihn beim Sport herum zu schubsen, er habe sich nur gewehrt. Ich versichere ihm, dass ich zu ihm halte, nicht schimpfen werde und er sich keine Sorgen zu machen braucht.

Im Eintrag lese ich nach, dass er – neben dem „herumschubsen“ – sich nicht mit den anderen in den Kreis gestellt habe. Nun gut: dass mein Sohn sich mal außerhalb des Kreises bewegt, finde ich nicht wirklich schlimm. Etwas anderes an der Sache finde ich sogar richtig gut. Ich entdecke nämlich eine Charaktereigenschaft an ihm, die ich viel wichtiger für das Leben finde, als sich in einen Kreis einzuordnen: einen ausgeprägten Sinn für Gerechtigkeit. Mag ja sein, dass es sich bisher eher darin äußert, dass er Ungerechtigkeiten nicht ausstehen kann. Aber auf der anderen Seite sehe ich eben auch den Wunsch nach Fairness, Gemeinschaftssinn und Loyalität.

Glück ist Charaktersache

Das gefällt mir. Denn diese und weitere Eigenschaften gehören laut positiver Psychologie zu den Charakterstärken, die uns mehr Sinn, Freude und Erfüllung im Leben verschaffen. Insgesamt 24 Charaktereigenschaften und 6 „Tugenden“ haben Experten definiert, die zu einem erfüllten Leben beitragen. Sie finden sich in allen Kulturen, in allen Religionen und Philosophien wieder. Menschen in aller Welt sind sich einig, dass dies „gute“ Eigenschaften sind, die moralisch wertvoll sind und eine positive Wirkung für die Menschen und die Gesellschaft haben.

Werte, die wirken = das „Values in Action“ Modell

Die Initiative, einen solchen „Katalog“ zu entwickeln, kam von Martin Seligman, dem Pionier der Positiven Psychologie. Zusammen mit 55 weiteren Experten forschte und recherchierte er dazu. Er wollte damit auch einen Gegenpol dazu setzen, dass man sich in der Psychologie ständig nur auf Krankheiten und Defizite fokussierte. So ist 2004 das „Values-in-Action“ Modell (oder auch „VIA-Klassifikation„) entstanden, das mittlerweile zu einer der wichtigsten Säulen in der Positiven Psychologie geworden ist.

Dabei unterscheiden die Experten sechs „Tugenden“, denen jeweils verschiedene Charakterstärken zugeordnet sind. Mit den Tugenden ist in diesem Fall nicht moralisches Verhalten gemeint, sondern Grundeigenschaften, die das „Gute im Menschen“ ausmachen:

  1. Weisheit und Wissen
  2. Mut
  3. Liebe und Menschlichkeit
  4. Gerechtigkeit
  5. Mäßigung
  6. Spiritualität und Transzendenz.

Mit „Charakterstärken“ wiederum ist die Art gemeint, wie wir handeln bzw. wie wir eine bestimmte Tugend erreichen können. So hilft die Charakterstärke „Neugier“ dabei, mehr Wissen und Weisheit zu erlangen. Der Sinn für Gerechtigkeit als Tugend führt dazu, dass wir anderen gegenüber Fairness leben und diese auch einfordern (so wie mein Sohn es tut). Eine gute Selbstregulation bewirkt, dass wir die Tugend „Mäßigung“ leben können und nicht bei jeder Versuchung schwach oder exzessiv werden.

Ist unser Charakter erlernt oder angeboren?

Doch wo kommen unsere Charaktereigenschaften her? Ist es genetisch vorgeprägt, wie wir werden? Oder hat es doch eher mit dem Umfeld zu tun, in dem wir aufwachsen? Seit Jahren streiten sich Experten darüber, und für beide Seiten finden sich Beispiele. Es gibt Zwillinge, die erstaunlich viel gemeinsam haben, obwohl sie getrennt aufwuchsen. Es gibt aber auch Beispiele von vernachlässigten Kindern, die mit großen Defiziten zurück bleiben. Dann gibt es wiederum Adoptivkinder aus schwierigen Verhältnissen, die dank „guter Erziehung“ ihr Leben gut meistern konnten. Mittlerweile weiß man, dass beides stimmt. Die genetischen Voraussetzungen sind unsere Grundlage. Aber was wir daraus machen, das wird zum einen durch unser Umfeld geprägt, zum anderen liegt es aber auch in unserer eigenen Hand.

Fünf Eigenschaften, die glücklich machen

Und das ist die gute Nachricht: Unser Gehirn ist in jedem Alter lernfähig (Neuroplastizität des Gehirns). Du hast jederzeit und in jedem Alter die Möglichkeit, dein Gehirn  zu verändern und die Charaktereigenschaften zu stärken, die dich glücklich machen.

Dabei hat sich heraus kristallisiert, dass fünf dieser Charakterstärken in besonders engem Zusammenhang mit einem glücklichen Leben stehen. Wenn also die folgenden Charakterstärken bei dir besonders gut ausgeprägt sind, dürftest du ziemlich zufrieden mit deinem Leben sein. Falls nicht – keine Sorge. Dann kannst du etwas für dein Glück tun. Mehr Infos dazu, siehe unten.

1. Neugier und Interesse

Neugier – klingt erstmal eher nach Tratsch und Klatsch als nach guter Eigenschaft. Doch damit ist nicht die Neugier gemeint, was die Nachbarn für komische Leute zu Besuch haben oder was gerade im britischen Königshaus abgeht. Gemeint ist hier ein Interesse an der Welt, am Leben. Die Lust daran, Dinge zu erforschen, Zusammenhänge zu verstehen, kontinuierlich das persönliche Wissen zu erweitern. Menschen, die über Neugier verfügen, stellen viele Fragen und interessieren sich für ein breites Spektrum an Themen. Sie lieben es, zu forschen und zu entdecken. Kein Wunder, dass diese Menschen durch ihre Neugier die dazu gehörige Tugend „Wissen und Weisheit“ stärken.

2. Dankbarkeit

Dankbarkeit ist einer der wichtigsten Schlüssel zum glücklich sein. Immer wieder betone ich dies in meinen Seminaren und Kursen und habe diesem Thema bereits einen eigenen Blogartikel gewidmet. Viele Menschen stehen sich jedoch selbst im Weg, weil sie in die „hedonistische Falle“ geraten: Wenn sie ein Ziel erreicht haben (z.B. eine Beförderung), tritt der Gewöhnungseffekt ein. Sie wissen das Erreichte nicht mehr zu schätzen und das nächste Ziel muss her. So rennen sie ständig irgendwelchen Zielen hinterher, ohne wirkliche Erfüllung zu finden (siehe auch „Die Paradoxie des Glücks – hinterher rennen bringt nichts“).

Menschen, die schöne Ereignisse oder das Gute in ihrem Leben zu schätzen wissen, sind glücklicher. Sie nehmen nichts für selbstverständlich, sondern sind dankbar für alles, was ist und was sie erleben. Menschen, die Dankbarkeit leben, sind davon überzeugt, dass sie mit etwas Größerem verbunden sind. Sie haben auch einen Sinn für Spiritualität, die der Dankbarkeit zugehörige Tugend.

3. Hoffnung / Optimismus

Hoffnung ist ein etwas altmodischer Begriff, der in der Bibel vielleicht etwas überstrapaziert wurde. Doch sie ist ein wichtiges Lebenselixier, das uns hohe Motivation und Durchhaltekraft verschafft. Natürlich müssen wir manchmal auch erkennen, wann es an der Zeit ist, die Hoffnung aufzugeben – zum Beispiel darauf, den Ex wiederzuerobern oder den Lotto-Jackpot zu knacken.

Doch hier meint die Charakterstärke Hoffnung auch Optimismus und Zuversicht – zum Beispiel, dass alles sich zum Guten wenden wird. Menschen, die Hoffnung leben, wissen, dass sie ihr Schicksal in der Hand haben. Rückschläge sehen sie als Chance, um daran zu wachsen. Pessimisten hingegen fühlen sich dem Leben hilflos ausgeliefert („immer passiert mir das“, oder „die anderen sind schuld“). Dabei belegen zahlreiche Studien, dass Menschen mit einer optimistischen Lebenseinstellung zufriedener leben (siehe auch Blogartikel „Optimisten – Pessimisten“…).

4. Bindungsfähigkeit und Liebe

Langzeitstudien aus der Glücksforschung bestätigen, dass Menschen, die gute Beziehungen haben, länger und zufriedener leben. Damit ist nicht nur die Partnerbeziehung oder Ehe gemeint, sondern auch die Bindung zu Freunden oder der Familie. Menschen, die Nähe zulassen und andere Menschen lieben können, verfügen über die Tugend der „Menschlichkeit“. Es liegt ihnen am Herzen, dass es anderen Menschen gut geht. Sie handeln nicht aus Egoismus, sondern aus echtem Interesse an deren Wohlbefinden. Sie lieben sich selbst und die Liebe anderer Menschen fließt ihnen wie selbstverständlich zu. Diese können sie wiederum vorbehaltlos annehmen. Sie müssen keine Fassade aufbauen, sondern wissen, dass sie in ihrem inneren Kern liebenswert sind.

5. Tatendrang und Enthusiasmus

Wer begeistert seine Ziele verfolgt, tut dies in der Regel auch mutig. Mut ist eine der sechs Tugenden, die durch Enthusiasmus gestärkt wird. Wer über viel Begeisterungsfähigkeit verfügt, hat die größte Chance auf ein glückliches Leben. Menschen mit Tatendrang und Enthusiasmus sehen das Leben als Abenteuer an. Sie verschanzen sich nicht hinter ihren Sicherheitsbedürfnissen, sondern springen immer wieder aus der Komfortzone heraus. Sie machen nichts halbherzig, sondern setzen ihre Ziele mit viel Engagement und Tatkraft um. Sie verfügen über ein hohes Energielevel, das ihnen Kraft für alle Herausforderungen gibt.

Ich wünsche dir viel Spaß beim Training mit diesen Charakterstärken, siehe unten! Übrigens: eine weitere Eigenschaft zieht sich wie ein roter Faden durch alle anderen hindurch und sollte überall angewendet werden: Humor! Nimm also alles mit Humor und lache dabei auch immer wieder mal über dich selbst.

Namasté, Angela

 

Kurstipp: Du möchtest mehr tun, um deine höchstes Selbst zum Strahlen zu bringen? Dann komm in das

Online Coaching Programm SMILE – für Resilienz und Lebensfreude! Mehr Infos hier…

Glückstipps – so kannst du die 5 Eigenschaften stärken

1. Neugier und Interesse

Frage einen Menschen in deinem Umfeld nach einem Thema, für das er oder sie brennt. Egal, ob es dich zunächst interessiert oder nicht, frage ihn danach aus, versuche, seine Leidenschaft nachzuvollziehen. Recherchiere, wie wenn du einen Artikel darüber schreiben wolltest. Als Zusatz-Glückseffekt genieße die leuchtenden Augen, wenn dieser Mensch davon erzählt. Stärkt zudem die Empathie.

2. Dankbarkeit

Dankbarkeits-Tagebuch: schreibe jeden Tag 3 Dinge auf, für die du dankbar bist.

3. Hoffnung und Optimismus

Dein Resilienz-Werdegang: Liste 3 Ereignisse auf, die in deinem Leben eher unangenehm waren. Dann schau sie dir nochmal an mit folgenden Fragen:

  • was ist das Geschenk?
  • was habe ich daraus gelernt?
  • wie habe ich daraus Kraft gewinnen oder mein Leben neu ausrichten können?

4. Liebe und Bindungsfähigkeit

Beginne bei dir selbst, indem du die Selbstliebe stärkst. Das ist für viele leichter gesagt als getan. Deshalb sei achtsam und nachsichtig mit dir selbst und habe bei allem Geduld.

Starte deinen Morgen mit der Lachyoga-Übungich hab mich selber gern

5. Tatendrang und Begeisterung

Kultiviere Begeisterung! Nimm dir jede Woche etwas vor, das dich entweder aus der Komfortzone heraus schubst oder dich in Begeisterung versetzt. Sprich Menschen an, geh klettern, tanze wild oder stell dich in die Straßenbahn und lache einfach mal laut drauf los!

Übrigens: Lachyoga ist einer der besten und einfachsten Wege, um Begeisterung und kindliche Verspieltheit zu kultivieren. Auch Yoga hilft, das eigene Energielevel zu erhöhen.

 

Weitere Tipps und Links

Meditation zur Stärkung einer Eigenschaft oder Qualität: „Charaktereigenschaft stärken“ – hier bei Soundcloud…

Du möchtest gemeinsam mit mir und einer wunderbaren Gruppe deine Stärken kennenlernen und dich auf deine Ziele ausrichten? Dann komm zum nächsten Happiness Training!

Oder dir vielleicht sogar mal eine Woche Auszeit nehmen, dich mit Yoga stärken und gleichzeitig dein inneres Feuer zum Leuchten bringen? Dann komm mit auf die Happiness Yoga Ferien!

 

Teste deine Charakterstärken – Du bist dir nicht sicher, welche Charaktereigenschaften bereits gut entwickelt sind und welche noch gestärkt werden könnten? Dann mach den offiziellen Test der Uni Zürich! Hier geht’s zum Fragebogen. Du gibst damit dein Einverständnis, dass deine Ergebnisse (anonym) für die Studie genutzt werden dürfen und bekommst dafür ein ausführliches Profil.

 

Buchtipp: „Kraft“ von Claudia Croos-Müller. Sie arbeitet in ihrem „Body2Brain“-Konzept ebenfalls mit den Charakterstärken und bietet jede Menge hilfreiche Körperübungen dazu an.

Beliebt oder geliebt

Willst du beliebt sein oder dich geliebt fühlen?

Ein Unterschied, der glücklich macht

Letzte Woche hatte mein Sohn seinen ersten Schultag – begleitet von einer rührseligen Einschulungsfeier, aber auch von den Sorgen und Ängsten der Mama. Da kommen schon mal alte Erinnerungen aus der eigenen Schulzeit hoch. Einige ganz nett, andere weniger schön. Denn wer kann schon von sich sagen, dass alles während der Schulzeit toll war? Wer hat nicht schon das ein oder andere „Trauma“ hinter sich, vielleicht sogar „Mobbing“ erlebt?

Den Begriff kannte ich zu meinen Schulzeiten damals noch nicht. Aber ich lernte schnell, wie es sich anfühlt, nicht zu den hippen Kreisen oder Cliquen zu gehören, sondern eher am Rande zu stehen, „Außenseiter“ zu sein. Irgendwie war ich da hinein gerutscht, ohne es anfangs direkt zu merken. Ich hatte damals eben einfach keine Lust, mich in diesem Wahnsinn ständig behaupten oder „profilieren“ zu müssen. Ich hab lieber ein Buch gelesen, statt auf den Spielplatz zu gehen oder mit anderen Mädels Schminktipps auszutauschen. Das führte aber auch dazu, dass ich in den Pausen keine Spielkameradinnen mehr hatte und im Sport oder auf Klassenfahrten nicht mehr wusste, mit wem ich zusammen sitzen oder die Übung machen sollte. Bis heute mag ich in Seminaren oder bei anderen Anlässen keine Sätze wie „so, nun findet euch mal zu zweit zusammen“.

Beliebt sein um jeden Preis?

Doch was war meine Konsequenz daraus? Ich habe mit der Zeit gelernt, mich zu verbiegen. Nie wieder wollte ich das erleben und habe von da an alles dafür getan, um „beliebt“ zu sein. Der Preis war hoch. Ich habe mich selbst dabei verloren. Ich habe das gemacht, von dem ich meinte, dass es gut ankommt, aber nicht mehr das, was wirklich mir entsprach. Ich habe meine eigene Meinung nicht mehr gesagt und aus lauter Unsicherheit keinem mehr widersprochen. Das hat eine lange Zeit lang auch ganz gut funktioniert. Ich eckte nicht mehr an, hatte keine Feinde mehr, war auf aalglatt getrimmt und angepasst, soweit es nur ging. Ich hatte wieder Freundinnen, wurde überall eingeladen und war überall dabei. Doch glücklich war ich damit nur kurzzeitig.

Es hat lange gedauert, bis ich das merkte. Es hat mich viel Mut, viele Seminare und viele Lernerfahrungen gekostet, zu mir zu stehen, in meine Kraft zu kommen und nicht mehr so viel auf die Meinung anderer zu geben. Ich musste akzeptieren, dass man auch Feinde haben kann – ja sogar sollte. Dass nicht alles harmonisch und glatt läuft, sondern dass Konflikte zu Beziehungen dazu gehören. Dass Menschen im Leben kommen und gehen, dass man sich reibt, lernt, sich weiterentwickelt. Wer will schon verletzt werden? Und doch ist Verletzlichkeit unsere wahre Stärke. Denn es erfordert Mut, die gewohnten Verbiegungs- und Verteidigungsmechanismen fallen zu lassen und die eigene Menschlichkeit offen zu zeigen.

Bedürftig nach Anerkennung – oder im Vertrauen?

Ich weiß heute: ich kann es nie allen recht machen. Aber ich kann in Liebe handeln. Ich sehe heute den Unterschied zwischen „beliebt sein“ und „sich geliebt fühlen“. Wer sich geliebt fühlt, hat ein tiefes Vertrauen darin, dass es eine universelle Liebe gibt, die alle einschließt. Wer sich geliebt fühlt, liebt vor allem erstmal sich selbst – von innen heraus und nicht abhängig davon, welche Erfolge man vorzuweisen hat oder wie viele Likes man in Facebook hat. Wer sich geliebt fühlt, hat möglicherweise Feinde. Nicht aufgrund von Unsicherheit oder unsozialem Verhalten, sondern weil er zu sich steht, in seiner Kraft ist, präsent ist. Damit kommt nicht jeder im Umfeld klar. Denn wer sich geliebt fühlt, hat den Mut, sich zu zeigen – mit allen Ecken und Kanten, allen Schwächen und Unzulänglichkeiten.

„Liebe leben“ geschieht aus der Fülle heraus, nicht aus der Bedürftigkeit nach Anerkennung. Es bedeutet, erst zu geben, ohne herumzufeilschen oder zu erwarten, dass etwas zurückkommt. Es bedeutet, anderen Menschen ihr Glück zu gönnen und sie dabei zu unterstützen.

Ein Mensch, der sich an der Liebe orientiert, hat keine Angst vor der Zukunft. Er fürchtet sich nicht vor irgendwelchen Konsequenzen oder Ergebnissen. Er lebt im Hier und Jetzt und macht sich keinen Kopf über den Kleinkram des Lebens.

Der Weg vom Ego zum erfüllten Selbst

Wirft man einen Blick in die Positive Psychologie, so entspricht der Weg vom „Ich“ (Ego) zum „Selbst“ dem Lauf des Lebens: Wir sind zunächst darauf geeicht, uns anzupassen – auf die Anforderungen der Gesellschaft und die Anforderungen unserer Existenz. Wir werden Experten darin, allem zu genügen, aber wir verlieren dabei allmählich unser Potenzial, unsere Kreativität, unsere Flexibilität. Wenn wir dies verhindern wollen, dann gilt es, immer wieder eigene Lernerfahrungen zu machen, daran zu wachsen. Dinge selbst zu tun, zu erfahren, zu erleben, statt vor dem Fernseher oder im Internet zu hängen.

Der Begriff „Selbst-Optimierung“ ist mittlerweile in aller Munde und wird oft leider falsch verstanden. Denn es geht hier nicht darum, „optimal angepasst für die Gesellschaft“ zu sein. Es geht darum, das eigene Potenzial so zu leben, dass man Erfüllung findet – und zwar in dem, was dem eigenen Selbst entspricht  – und nicht in dem, was die Gesellschaft einem vorgibt.

Du willst ankommen? Dann gehe los!

Glücksforscher Tobias Esch beschreibt dies auch als einen Prozess, der uns von „Angst vermeiden und Stress bekämpfen“ über „Wollen, Neugier, Vergnügen und Abenteuer“ hinführt zu einem Zustand des „Angekommen seins“. Hier geht es nicht mehr um Schein, sondern um Sein. Dabei entsteht Vertrauen, Zufriedenheit, Entspannung und Ruhe. Es wird wichtiger, anderen etwas weiterzugeben. In diesem Zustand  ist man im inneren Frieden mit sich selbst und mit sich im Reinen. Bei vielen älteren Menschen – sofern sie sich eine positive Lebenseinstellung bewahrt haben – kann man beobachten, dass sie gelassener sind und sich von negativen Dingen und Menschen nicht mehr mitreißen lassen.

Meiner Meinung nach müssen wir nicht auf das Alter warten, um in diese Grundeinstellung von Gelassenheit und Vertrauen zu kommen. Im Gegenteil – ich denke, wir können uns nicht früh genug auf diesen „Weg des Bewusstseins“ machen: weg von „um jeden Preis beliebt sein wollen“, hin zu „geliebt sein“, „sich selbst lieben“ und „Liebe leben“.

Die neuen Schulkinder stehen vielleicht damit ganz am Anfang. Sie wollen beliebt sein, anerkannt und gelobt werden. Doch das Beste, was wir tun können, ist es, ihnen schon jetzt zu vermitteln, dass sie geliebt sind – einfach so, nur für ihr Sein – unabhängig davon, was sie tun oder erreichen.

Ich wünsche dir, dass du Liebe leben kannst – zu dir selbst und zu anderen!

Namasté Angela

Der Unterschied zwischen „beliebt sein“ und „sich geliebt fühlen“

Wenn du beliebt bist, dann…
  • finden alle dich toll, aber kennen dich nicht wirklich
  • hast du viele Freunde, on- und offline
  • musst du nie allein sein
  • wirst du überall eingeladen, weil du cool und hip bist
  • Bist du damit beschäftigt, den äußeren Schein zu wahren, damit keiner deine Schwächen erkennt
  • Orientierst du dich an den Zielen, die andere als erstrebenswert ansehen
  • Bist du äußerlich stark, aber innerlich unsicher
  • Machst du dein Selbstwertgefühl abhängig von der Bestätigung durch andere
  • Weißt du nicht, wem du wirklich trauen kannst
  • Lebst du im Mangel
  • Hast du ständig Angst, etwas falsch zu machen und diesen Status zu verlieren

 

Wenn du geliebt bist, dann…
  • Weißt du um dein inneres vollkommenes Potenzial
  • Hast du Feinde oder „Widersacher“, lässt dich aber davon nicht beeindrucken
  • Ruhst du in dir selbst und gönnst dir den Rückzug, den du brauchst
  • Bist du nicht „cool“, „hip“ oder „perfekt schön“, aber strahlst von innen heraus
  • Hast du keine Angst, dich so zu zeigen, wie du bist, weil du zu deinen Schwächen stehst
  • Kennst du deine Mission im Leben und gehst dafür
  • Bist du innerlich stark und strahlst dies nach außen aus
  • Liebst du dich selbst, unabhängig von der Bestätigung durch andere
  • Hast du ein Grundvertrauen darin, dass es eine universelle Liebe gibt, die uns alle einschließt
  • Lebst du in der Fülle
  • Weißt du, dass du keine Fehler machen kannst – sondern nur Lernerfahrungen

 

Jetzt loslaufen

Du möchtest dich auf den Weg machen und wünschst dir Begleitung dazu? Dann gönne dir eine Woche für dich selbst auf unseren „Happiness Yoga Ferien“ – hier werden wir in Workshops Schritt für Schritt deine Lebensaufgabe erkunden und Ressourcen aktivieren, um Schritt für Schritt in dein echtes erfülltes Sein zu finden. Mehr Infos hier…

Wenn derzeit kein Urlaub drin ist, dann lass dich begleiten durch den Online-Kurs „Aktiviere dein inneres Glück und leuchte.Infos und Anmeldung hier…