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Verbundenheit

Verbundenheit als Glücks- und Resilienzfaktor

Hast du schon mal in einem Zug festgesessen der nicht weiterfuhr? Mir ist es vor einiger Zeit mal wieder passiert. Eine Stunde lang stand der ICE auf freier Strecke und bewegte sich nicht. So genervt die Menschen auch sind, beobachte ich in solchen Situationen immer wieder ein spannendes Phänomen: Die Menschen, die sich vorher jeder für sich mit Laptop oder Smart Phone und Kopfhörer eingeigelt hatten, beginnen sich zu verbinden. Der gemeinsame Feind „Bahn“ und die missliche Situation scheint uns in solchen Momenten zusammenzuschweißen. Man fängt an, sich zu unterhalten, sich gegenseitig etwas anzubieten und sich irgendwie zu solidarisieren.

Die Krisen dieser Welt – wir schaffen es nur gemeinsam

Ein ähnlicher Effekt zeigt sich auch jetzt bei den großen Krisen dieser Welt: wir verbinden uns dann, wenn die Gefahr so groß ist, dass es nicht mehr anders geht: Corona, Krieg und Klimakrise, die großen Herausforderungen dieser Zeit. Wenn wir auch nur irgendetwas Positives daraus ziehen können, dann wohl die Erkenntnis: Wir schaffen es nur gemeinsam! Das gibt mir immer wieder einen kleinen Funken Hoffnung und lässt mich darauf vertrauen, dass wir Menschen gemeinsam viel mehr erreichen können als mit Egoismus.

Die Klimakrise spitzt sich vor allem deshalb zu, weil die Länder sich seit Jahrzehnten nicht auf gemeinsame Ziele oder Vorgehensweisen einigen konnten. Die Coronakrise mit all den Einschränkungen, Lock-Downs und dem Verzicht auf die sonst so selbstverständlichen Vergnügungen des Lebens hat die viele Menschen noch einsamer gemacht als sie es eh schon waren (siehe Blogartikel „Einsamkeit“). Diejenigen hingegen, die sich mit anderen verbunden haben, kamen besser durch die Zeit.

Der Krieg zeigt uns jüngst nochmal mehr, wie wichtig es ist, gemeinsam zu handeln. Und es tut sich was: Die vielbeschworene „Spaltung der Gesellschaft“ durch Corona rückt in den Hintergrund. Hunderttausende von Menschen gehen derzeit gemeinsam auf die Straße, um für den Frieden zu demonstrieren. Die EU und die USA rücken zusammen, wie es vorher lange nicht mehr denkbar gewesen wäre. Dieser Krieg ist schrecklich, grausam, unmenschlich. Wenn wir auch nur irgendwas dagegen tun können, dann nur in Verbundenheit und nicht im Einzelkämpfertum. Dies ist die größte Chance, die wir haben, um einen größenwahnsinnigen und selbstverliebten Egomanen wie Putin aufzuhalten. Das ukrainische Volk macht uns auf beeindruckende Weise vor, dass Zusammenhalt und Verbundenheit stärker sein können als Panzer und Raketen.

Einsamkeit ist ungesund

Lange sind wir in dem Irrglauben erlegen, dass derjenige am erfolgreichsten ist, der sich am besten durchsetzen kann. Der am skrupellosesten seine Ziele verfolgt und nur um das eigene Wohl bemüht ist. „Ellbogenmentalität“ wurde als notwendig erachtet, um weiter zu kommen. Doch das Gegenteil ist der Fall: Studie zeigt, dass die Menschen, die andere betrügen oder belügen, um sich selbst Vorteile zu verschaffen, eher das Gegenteil erreichen: sie werden isoliert, ausgeschlossen bei der Arbeit, haben mehr Stress und sind am Ende eher unglücklich (Metastudie von David Sloan Wilson über „machiavellistische Menschen“ – also solche, die nur auf den eigenen Vorteil bedacht sind und andere dafür klein machen).

Doch nicht nur selbstverliebte Egomanen haben ein Problem. Die Entwicklungen der neuen Zeit – Digitalisierung, Social Media, die Gentrifizierung in Großstädten und nicht zuletzt Corona – haben dazu geführt, dass Einsamkeit zu einem drängenden Problem unserer Zeit geworden ist. Laut Umfragen ist die Zahl der engen Freunde, die Menschen im Durchschnitt haben, seit 1985 von 3 auf 1 geschrumpft (siehe Buch „Die neue Einsamkeit“ von Diana Kinnert). Dreimal mehr Menschen als damals geben an, dass sie keinen Menschen haben, mit dem sie ernsthaft reden können. Einsamkeit ist Ursache für Stress, Krankheit, psychische Probleme und sogar den vorzeitigen Tod. Sie ist gesundheitlich genauso schädlich wie das Rauchen von 15 Zigaretten täglich. Die „Social Media“ haben mit „sozial“ genauso wenig zu tun wie Putin mit dem Begriff „Friedensmission“. Jeder stellt sich selbst dar, kaum einer fühlt sich hier wirklich verbunden. Hasskommentare, Fake News und destruktive Diskussionen über Corona haben den Trend  verschärft.

Evolution durch Kooperation

Umso wichtiger ist es derzeit, echte Verbundenheit wiederzufinden und zu leben. Wir müssen uns dafür nicht mal verbiegen. Das Bedürfnis nach Kooperation und Miteinander liegt in unserer Natur. Dies hat unsere Evolution geprägt und unser Überleben gesichert. Selbst unsere Körperzellen arbeiten auf geniale Weise und so perfekt aufeinander abgestimmt zusammen, wie wir selbst es logistisch niemals hinkriegen würden. In der Natur und der Tierwelt ist das Zusammenspiel von Systemen und Populationen wichtiger Bestandteil, zum Beispiel bei den Bienen und Ameisen. Auch Schimpansen zeigen Kooperationsbereitschaft und suchen gegenseitige Nähe – sogar dann, wenn es vorher Auseinandersetzungen gab. Immer mehr Erkenntnisse zeigen: In der Evolution hat nicht der Stärkste überlebt, sondern die Spezies, die am besten kooperieren kann.

Verbundenheit ist nicht nur die Voraussetzung für das Überleben der Menschheit, sondern auch für persönliches Glück. Die „Grant Study“ – eine Harvard Glücksstudie über einen lebenslangen Zeitraum  – zeigt: Menschen, die glückliche Beziehungen haben, leben länger, zufriedener und sind im Alter gesünder. Viele weitere Studien bestätigen: Menschen mit erfüllten Beziehungen – unabhängig ob mit Freunden oder Liebespartnern – sind glücklicher und gesünder. Sie haben ein besseres Immunsystem und verfügen über bessere psychische Widerstandskraft, also „Resilienz“. Kinder aus schwierigen Familien, die eine wichtige Bezugsperson hatten, waren im späteren Leben psychisch stabiler als andere, die sich allein gelassen fühlten. Nicht nur das: die Aktivität „Zeit mit Freunden verbringen“ oder „gute Gespräche führen“ verschafft uns einen Riesenschwall an positiven Gefühlen, stressmindernden Effekten und aktiviert die Belohnungszentren im Gehirn.

Verbundenheit leben – 5 Anregungen

Es spricht also vieles dafür, Verbundenheit zu suchen und zu leben. Doch wie können wir selbst dazu beitragen, dass Menschen sich wieder mehr verbinden, zugehörig fühlen und gemeinsam an einem Strang ziehen, um diesen Planeten als einen lebenswerten Ort zu erhalten? Ich bin der Meinung: beginne bei dir selbst! Wenn du mit dir selbst verbunden bist, kannst du auch Verbundenheit mit anderen Menschen fühlen. Du kannst vergeben und andere Menschen unterstützen, ohne dich selbst aufzugeben. So können Netzwerke entstehen, die von Liebe, Fürsorge und Miteinander geprägt sind. Je mehr wir diese Verbundenheit mit uns selbst und im eigenen Umfeld leben, umso weniger haben Kriege im Außen eine Chance. Hier ein paar Anregungen dazu.

1. Mit sich selbst im Reinen sein

Wir können nicht über den Krieg jammern, wenn wir gegen uns selbst Krieg führen, uns ständig selbst rügen oder gar beschimpfen. Sei nachsichtig mit dir selbst und behandle dich gut. Schließlich bist du der Mensch, mit dem du die meiste Zeit im Leben verbringst. Verdränge nicht deine Schattenseiten, sondern schaue liebevoll hin und erkenne sie an. Dann darfst du sie in den Urlaub schicken und deine Stärken feiern.

2. Mit anderen im Reinen sein

Übe Vergebung – nicht anderen zuliebe, sondern für dich selbst. Dann wirst du frei von Groll und offen für neue, nährende Menschen und Beziehungen sein.

3. Für andere da sein

Einer der größten Glücksfaktoren ist es, anderen zu helfen. Eine sehr effektive Übung ist es, jeden Tag 3 kleine „Gesten der Freundlichkeit“ auszuüben und dies abends aufzuschreiben. Das können unterschiedliche Dinge bei unterschiedlichen Menschen sein – einem Freund ein Kompliment machen, einem Kollegen etwas aus der Kantine mitbringen, mit einem Obdachlosen ein Gespräch führen – die Möglichkeiten sind unendlich. Diese Übung ist ein wahrer Glücksbooster.

4. Die Familie wertschätzen

So sehr Familien auch Verletzungs- und Konfliktpotenzial bieten – Freunde können wir loslassen, die Familie bleibt Familie. So lohnt es sich, mit Eltern und Geschwistern ins Reine zu kommen und Vergebung zu üben – jeder hat es so gut gemacht wie er / sie konnte. Wenn du selbst eine Familie hast, dann mach dir bewusst: Frieden beginnt auch hier im Kleinen. Es geht nicht darum, keine Konflikte zu haben, sondern diese mit Liebe und Wertschätzung lösen zu können.

5. Gemeinschaft suchen, in der man sich gegenseitig unterstützt

Studien in verschiedenen Gemeinschaften – z.B. in der Nachbarschaft – zeigen, dass die Gemeinschaften, in denen man sich gegenseitig besonders unterstützt, erstaunliche Wirkungen auf die Menschen haben:

  • die Kinder sind gesünder und haben bessere Hoschulabschlüsse
  • die Älteren haben eine höhere Lebenserwartung
  • insgesamt gibt es weniger soziale Schwierigkeiten wie z.B. Prügeleien

Vielleicht hast du ja bereits eine solche Gemeinschaft. Oder magst dich nach einer umschauen. Dies kann ein Verein sein, eine Gemeinde, eine Nordic Walking Gruppe oder ein Chor. Großes Potenzial liegt auch in der „Lachyoga Community“ bzw. den Lachclubs. Hier verbinden sich Menschen im Lachen, sowohl live als auch online. Unabhängig von Alter, Nationalität, Herkunft oder politischer Richtung wird hier jeder akzeptiert. Es geht um Toleranz, Frieden, Gesundheit und Glücksmomente. Hier entstehen Freundschaften, gemeinsame Unternehmungen und gegenseitige Unterstützung. Menschen verbinden sich, werden kreativ, mutig und blühen auf. Probiere es mal aus! Hier findest du Angebote live in Köln oder in Berlin oder deutschlandweit. Und hier online per Zoom.

Wir müssen nicht warten, bis der Zug stehen bleibt, das Klima kollabiert oder die Wirtschaftskrise kommt. Verbinde dich jetzt mit liebevollen und gleichgesinnten Menschen, unterstützt euch gegenseitig mit Trost und Hoffnung und habt gemeinsam Spaß! So tust du etwas für deine Resilienz und für die Aktivierung von Glücksgefühlen.

Ich wünsche mir von Herzen, dass die Menschen, die JETZT zusammenhalten und für Miteinander und Verbundenheit stehen, auf diesem Planeten überleben werden. So wie es die bisherige Evolution auch gezeigt hat.

Namasté Angela

P.S: Du hast Sehnsucht nach Verbundenheit an einem schönen Ort, guten Gesprächen und netten Menschen? Dann sind vielleicht die Happiness Yoga Ferien interessant für dich. In St. Peter Ording oder auf Zypern.

Mut: Der Lebensbooster für Glück und Erfolg

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„Nenn mich nicht feige!“

Das war immer wieder der Moment, in dem Marty Mc Flys Augen zu blitzen anfingen, und er entgegen jeder Vernunft beschloss, in den Kampf zu gehen, statt sich zurück zu ziehen. Diese Momente ziehen sich wie ein roter Faden durch den spannenden Zeitreise-Klassiker „Zurück in die Zukunft“, den ich neulich nochmal mit meinem Sohn zusammen angeschaut habe. Während mein Sohn sich bei den wilden Action-Szenen schlapp lachte, fand ich es eher interessant, wie sich nur kleine Veränderungen in der Vergangenheit auf die Situation in der Zukunft auswirkten. Und ich fand es lustig zu sehen, wie man sich damals das Jahr 2015 vorgestellt hat, was ja jetzt schon wieder Vergangenheit ist. Natürlich war Marty Mc Fly im Laufe der Film-Trilogie am Ende immer der mutige Held, der sich von keinem noch so ansgteinflößenden oder bulligen Prügler einschüchtern ließ.

Warum lieben wir nur all diese Filme so sehr, in denen ein mutiger Held allen Widrigkeiten trotzt, sich nicht unterkriegen lässt und niemals aufgibt, so aussichtslos eine Situation auch erscheinen mag? Die gesamte Filmindustrie lebt von der Inszenierung solcher Heldenreisen, bei denen diese vor allem eines gemeinsam haben: Mut und Tapferkeit. Sie erleben Abenteuer, das Ungewöhnliche, das Unerwartete. Manchmal frage ich mich, ob viele Menschen vielleicht genau deshalb so fasziniert davon sind, weil es in ihrem eigenen Leben so wenig davon gibt.

Besitzstand wahren oder Potenzial nutzen?

Statt dessen hängen die meisten in ihrem Lebensalltag und in altbewährten Mustern fest. Sie haben sich bestimmte Routinen angeeignet, die Leidenschaft ist eingefroren. Sie wagen nichts Neues und verbringen die meiste Zeit mit Dingen, die ihnen keinen Spaß machen. Laut Hirnforscher Gerald Hüther hat dies fatale Folgen: Viele Menschen werden immer mehr zu Ressourcennutzern und Besitzstandswahrern – sie machen Dienst nach Vorschrift und lassen ihr eigenes Potenzial ungenutzt verkümmern. Das Schlimme daran: sie merken es nicht mal.

Laut Palliativpflegerin Bronnie Ware bedauern viele Menschen erst am Ende ihres Lebens, dass sie nicht den Mut hatten, ihr eigenes Leben zu leben. In ihrem Buch „Fünf Dinge, die Sterbende am meisten bereuen“ erzählt sie von Patienten, die jahrelang in Beziehungen festhingen, die ihnen nicht gut taten – von Menschen, die ein Leben lang in ihren Gewohnheiten und im Hamsterrad feststeckten, statt sich für Freiheit und Glück zu entscheiden. „Ich wünschte, ich hätte mir erlaubt, glücklicher zu sein“ ist eine der fünf Hauptaussagen, die sie oft zu hören bekam.

Wer mutig ist, lebt vielleicht aufregender – aber auch zufriedener, erfolgreicher und intensiver. Mut unterstützt uns dabei, uns ständig weiterzuentwickeln und unser volles Potenzial zu leben. Mut hilft uns, aus Lebenssituationen auszusteigen, die uns nicht mehr gut tun – oder die uns einfach langweilen. Am Anfang einer jeden gesellschaftlichen Veränderung oder politischen Revolution standen mutige Menschen mit einer Vision. Mut hat dafür gesorgt, dass wir nicht mehr in der Steinzeit leben – dass wir keine Mauer mehr hier stehen haben, dass es kein Sklaventum mehr gibt und dass Frauen wählen dürfen. Mut ist das Elixier, das unsere Gesellschaft voran bringt – und das die Welt verbessern kann. Also lasst uns mutig sein!

Was uns daran hindert, mutig zu sein

Doch warum fällt es uns so schwer, ausgetretene Pfade zu verlassen? Warum sind wir nicht so mutig wie die Helden in den Filmen, sondern verfolgen deren Abenteuer lieber warm und sicher von der Couch aus? Mut und Tapferkeit sind offenbar Eigenschaften, die wir zwar bei den Filmhelden bewundern, aber selbst viel zu wenig leben. Warum? Laut Glücksphilosoph Frank Kinslow ist die Angst vor dem Scheitern eines der größten Hindernisse, das unserem Mut im Wege steht. Wir denken, dass alles perfekt sein muss, dass wir nicht scheitern dürfen. Dies führt dazu, dass jedes tatsächliche Scheitern unser Selbstbewusstsein noch weiter herunter zieht – wir fühlen uns immer schlechter und probieren es irgendwann gar nicht mehr. Kinslow uns ermutigt dazu, Scheitern als natürlichen und zugehörigen Teil des Lebens zu akzeptieren, statt es wegzudrängen und immer nach dem Perfekten zu streben.

Klar, es ist erstmal einfacher und bequemer, nichts zu verändern. Denn dann können wir auch nicht scheitern. Wenn wir Neues wagen, ausbrechen, mutig sind, dann müssen wir eben auch mit der Möglichkeit des Scheiterns rechnen. Also doch lieber alles bei den alten Gewohnheiten lassen? Oder jetzt erst recht aufstehen, die Waffe zücken und zur Heldin oder zum Helden werden?

Die Facetten von Mut

Keine Sorge: Wir müssen nicht mit dem Lichtschwert durch die Galaxien wirbeln, um mutig zu sein – und auch nicht mit abenteuerlichen Zeitmaschinen durch die Epochen rasen und machtsüchtige Egomanen daran hindern, die Herrschaft zu übernehmen. Im Gegenteil: Mut bedeutet manchmal auch den „Mut zur guten Resignation und zum klugen Rückzug“, wie Claudia Croos-Müller es in ihrem Buch „Kraft“ beschreibt. Wer „kopflos die Flucht nach vorne“ erzwingt, erntet ihr zufolge eher Chaos und Scherben als Ruhm. Manchmal kann also sogar das, was eigentlich als „Scheitern“ gilt, der mutigere und vor allem schlauere Weg sein.

Doch was genau ist dann Mut? Laut Psychologen Martin Seligman („Der Glücks-Faktor“) bedeutet Mut, dass jemand absolut für seine Ziele geht, auch wenn er dabei heftige Widrigkeiten überwinden muss. Er definiert Mut als eine von sechs „Tugenden“, die übergreifend als Kerneigenschaften des guten Miteinanders angesehen werden (siehe auch Blogartikel „Fünf Charaktereigenschaften glücklicher Menschen„). Seligman unterscheidet drei Aspekte von Mut:

1. Tapferkeit und Zivilcourage

Auch ich habe noch nie mit einem Lichtschwert kämpfen müssen – außer mit dem Spielzeugschwert meines Sohnes. Aber tapfer finde ich mich, wenn ich eine dicke Spinne an der Wand sehe und nicht schreie. Wenn ich dann auch noch meinen Flucht- und Ekelreflex überwinde, sie mit einem Glas fange und brav irgendwo hinaus trage (man will ja Vorbild sein für das Kind). Da bin ich sowas von tapfer, denn ich habe meiner Furcht getrotzt. Oder wenn ich trotz meiner Flugangst in den Flieger steige, um das nächste Urlaubs-Retreat zu geben.
Tapfer ist es auch, wenn alle Leute gegen Flüchtlinge / Ausländer / Corona-Maßnahmen wettern und man diesen etwas entgegen setzt (moralische Tapferkeit), oder wenn Menschen lieber ins Gefängnis gehen, statt ihre Überzeugungen oder Werte zu verraten (seelische Tapferkeit). Das nennt man dann „Zivilcourage“. Leider gibt es für diese Art von Mut eher weniger Beispiele und Geschichten als für die mit Waffen kämpfenden Helden.

2. Durchhaltekraft und Fleiß

Durchhaltevermögen – das hört sich erstmal nicht so sexy an, sondern eher altmodisch oder gar verbissen. Viele Menschen halten in Jobs durch, an denen sie schon lange keine Freude mehr haben, ja, sie beißen sich geradezu daran fest, aus Angst vor Veränderung. So, wie wenn man einen richtig schlechten Film im Kino sieht, aber bis zum Ende bleibt, weil man ja dafür bezahlt hat.

Doch mit Durchhaltekraft ist hier etwas anderes gemeint. Im positiven Sinne unterstützt sie uns, wenn wir dabei flexibel, realistisch und vor allem nicht zu perfektionistisch sind. Statt an Altem festzuhalten, ist es viel wichtiger, klug zu entscheiden, wann es sich lohnt zu kämpfen und wann der Rückzug angemessen ist.

3. Integrität und Echtheit

Hier geht es um Zuverlässigkeit, auch anderen gegenüber. Und authentisch zu sein, in Worten wie in Taten. Das beinhaltet mehr, als nur ehrlich oder zuverlässig zu sein. Es bedeutet auch, dass die Worte, die wir sprechen, mit unseren Handlungen im Einklang sind. Ich habe schon viele Menschen erlebt, die großmundig erzählen, was sie alles Tolles planen – es aber am Ende nie in die Realität gebracht haben. Inneres und Äußeres stehen bei ihnen offenbar nicht im Einklang, sie sind mit sich selbst im Unreinen. „Nur wenn du zu dir selbst treu bist, kannst du andere nicht betrügen.“ sagt Seligman.

Das Mutzentrum im Gehirn

Auch Gehirnforscher haben das Phänomen „Mut“ schon untersucht – zum Beispiel das Weizman Institute of Science in Israel. Man hat dafür Probanden in den Hirnscanner geschickt, die entscheiden sollten, wie nah eine Schlange an ihren Kopf kommen darf – wohlgemerkt, es waren Menschen, die Angst vor Schlangen hatten. Die Angst, die sie dabei empfanden, zeigte sich dabei vor allem im rechten Temporallappen (Amygdala) und löste auch körperliche Reaktionen aus.

Noch spannender war es aber zu sehen, was im sogenannten „Brodmann-Areal 25“ („subgenual Anterior Cingulate Cortex“) passierte. Dieser Bereich im Gehirn wurde dann umso aktiver, wenn die Probanden zwar Angst hatten, sich aber trotzdem dafür entschieden, die Angst zu überwinden. Die Aktivität in diesem Gehirnbereich führte sogar dazu, dass die körperliche Angstreaktion sank. Dies scheint also eine Art „Mutzentrum“ im Gehirn zu sein, das uns sogar belohnt und wieder gelassener werden lässt, wenn wir mutig sind und etwas tun, vor dem wir uns eigentlich fürchten.

Das Glück ist mit den Mutigen

Und wie gesagt: das muss nicht der Kampf mit dem Lichtschwert sein. Mut kann auch einfach mal bedeuten, in einer Gruppe eine andere Meinung zu vertreten als die anderen und dazu zu stehen. Nicht mitzumachen, wenn alle über jemanden lästern. Mut kann ein lässiger Rückzug sein, statt in einem Streit unbedingt Recht haben zu wollen.

Ich selbst weiß aus eigener Erfahrung: immer wenn ich mutig war, bin ich dafür um ein Vielfaches belohnt worden. Egal ob ich mit dem Rucksack durch Indien gereist bin, mich vor anderen mit Lachyoga „zum Affen gemacht“ habe, alleine im Wald übernachtet oder einen sicheren Job mit guten Karrierechancen ausgeschlagen habe. Ich habe dabei immer faszinierende und schöne Begegnungen erlebt, jede Menge Spaß gehabt, Adrenalin pur gespürt und kann über vieles im nachinein lachen. Ja, ich bin auch gescheitert, hatte stressige Situationen, Ärger, Angst und Rückschläge. Aber ich bin mir ziemlich sicher, dass ich am Ende meines Lebens keines von den fünf Dingen bereuen werde, die Bronnie Ware in ihrem Buch beschreibt.

Drei Tipps, um deinen Mut zu trainieren

Ob jemand mutig ist, hat auch mit der erblichen Veranlagung zu tun – man sagt, um die 30-50%. Dennoch lässt sich die Eigenschaft „Mut“ – wie alle anderen Charaktereigenschaften auch – trainieren und verändern. Hier einige Anregungen dazu:

1. Üben, üben, üben

Baue bewusst kleine Handlungen in deinen Alltag ein, die dich ein ganz bisschen Überwindung kosten: der Freundin ehrlich sagen, dass ihr das Kleid nicht steht, an der Bushaltestelle jemanden ansprechen, auf einer Geburtstagsfeier eine kleine Rede halten (z.B. ein Loblied auf die Gastgeberin) oder laut lachen in der Öffentlichkeit (Lachyoga hilft, dies in der Gruppe zu tun und mit noch mehr Spaß). Je mehr wir merken, dass nichts Schlimmes dabei passiert, umso mehr können wir Spaß daran finden und umso weniger Angst haben wir dabei.

2. Meditation

Um den „Mutmuskel“ im Gehirn zu trainieren, gibt es auch noch eine andere Möglichkeit: man hat nämlich festgestellt, dass Meditation ebenfalls die Aktivität in diesem Gehirnbereich verstärkt (siehe auch Blogartikel „Meditation„).

3. Körperübung „loslassen – Mut fassen“

Stelle dich locker hin und strecke beide Arme nach vorne aus. Atme durch die spitzen Lippen ein und ziehe dabei die Hände zum Herzen heran. Atme soweit wie möglich ein. Halte kurz die Luft und atme dann mit lockeren Lippen aus, schnaube und pruste dabei, so dass die Lippen flattern. Wiederhole dies noch zweimal. Beim dritten Mal atme lachend aus.

Ich wünsche dir Kraft und Mut, um deinen Weg so zu gehen, dass du am Ende sagen kannst „Ich bereue nichts – denn ich habe gelebt.“

Namasté Angela

Tipps

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Zitate

„Wenn Du immer wieder das tust, was Du immer schon getan hast, dann wirst Du immer wieder das bekommen, was Du immer schon bekommen hast. Wenn Du etwas Anderes haben willst, musst Du etwas Anderes tun!“ Paul Watzlawick

„Lieber X Mal scheitern und wieder aufstehen als im Lebenstrott zu erstarren und am Ende gar nicht mehr aufstehen können“ Angela

Vier Manipulationstricks und wie du dich schützen kannst

Achtung:

Wenn du diesen Artikel bis zum Ende liest, dann werde ich dir ein spannendes Geheimnis verraten…

 

Neugierig geworden?

Wenn ja, dann hat es funktioniert – mein Versuch, dich zu manipulieren. Ich tue das in diesem Fall natürlich auf positive Art und Weise, ohne dir sofort etwas verkaufen zu wollen. Doch egal, ob jemand gute oder „unlautere“ Absichten hat, Manipulation ist überall. Kein normaler Mensch kann sich dem entziehen oder es völlig ignorieren, was Marketing-Experten, Medien und Politiker täglich mit uns machen. Das beginnt mit sanfter Musik und Kaffeeduft in den Supermärkten und Bäckereien und geht weiter mit Süßigkeiten und Schnäppchen an der Kasse. Der Weg im Kaufhaus führt uns einmal ums Karree, an allen Produkten vorbei, bevor wir mit der Rolltreppe weiter fahren können. Menschen kaufen ein Produkt eher, wenn ein vorher durchgestrichener Preis da steht und sie das Gefühl haben, ein Schnäppchen zu machen.

Und damit nicht genug. Die Social Media bombardieren uns jeden Tag mit Anzeigen von Rolex Trägern und Porschefahrern, die das schnelle Geld versprechen – reich werden vermutlich nur sie selbst. Doch man muss es ihnen lassen – sie tun es geschickt und mit allen Mitteln der Manipulation. Ich muss gestehen, dass ich auch schon mal einen 4-stelligen Betrag ausgegeben habe, weil mir versprochen wurde, dass die Conversion Rate meiner Website sprunghaft nach oben steigt, wenn ich genau dieses Programm buche. Begeisterte Kundenvideos haben mir weisgemacht, dass es funktioniert und dass jeder das kann. Leider wurde mir erst im nachhinein klar: die Arbeit nimmt einem keiner ab, und die begeisterten Kunden waren meist schon vor dem Programm kurz vor ihrem Durchbruch und haben möglicherweise Jahre investiert, um dahin zu kommen.  Am Ende des Trainings war man nicht fertig, sondern sollte nun das „richtige“ Programm kaufen – diesmal für einen 5-stelligen Betrag.

Wie Worte wirken

Auch Meinungsmacher – meist aus der rechtspopulistischen Ecke – versuchen, die Unsicherheit der Menschen auszunutzen, um ihre Thesen zu verbreiten. Besonders in Zeiten der Krise – wie jetzt zu Corona – sind Menschen verunsichert, ängstlich und wissen vor lauter Meinungen und Infos oft gar nicht mehr, was sie glauben sollen. Da entsteht fruchtbarer Boden für jedwede Form von Manipulationstechniken. Beliebt ist dabei z.B. die Suche nach Schuldigen („Bill Gates“, „die Systemmedien“, „die Gutmenschen“) oder das bewusste Einsetzen von bestimmten Begriffen wie „Kontrolle“, „demokratiefeindlich“, „Lügenpresse“, „Überwachung“ etc.

Aus der Psychologie und der Linguistik weiß man, dass Worte weit mehr bedeuten als nur ihr Wortlaut. Mit jedem Wort, das wir hören, wird sofort eine Begriffsreihe von Assoziationen und Bewertungsmustern im Gehirn aktiviert. Das Gehirn ordnet diese ein und löst entsprechend damit verbundene Gefühle aus, wie zum Beispiel Angst oder Freude. Dieses Wissen nutzen Manipulierer, um Menschen von vornherein in einen bestimmten Denkrahmen hinein zu drängen. „Framing“ nennt sich die Methode, die – manipulativ eingesetzt – schon Menschen wie Trump zum Wahlsieg verholfen hat. Im sogenannten „Florida-Experiment“ (Bargh, 1996) haben Menschen, die mit „alt“ assoziierte Begriffe gelesen hatten („Glatze“, „grau“ oder „Falten“) langsamer einen bestimmten Weg zurück gelegt als diejenigen, die Begriffe wie „sportlich“, „vital“ oder „Party“ gelesen hatten. Sie haben sich also allein aufgrund der Wort-Assoziationen mit Älteren identifiziert, die eben langsamer laufen. Worte wirken.

Sind wir willenlos der Manipulation ausgesetzt?

Was bedeutet das für uns? Ist unser Gehirn letztlich auch nur wie ein Computer, der mit Informationen gefüttert wird, um dann die gewünschten Reaktionen auszuspucken? Sind wir gar wie willenlose Roboter, die einfach nur apathisch die Befehle ausführen, die Chefs, Marketingprofis oder Politiker uns „einimpfen“? Zum Glück ist dem nicht so. Natürlich sind wir nicht gefeit vor Manipulation. Aber je mehr wir uns darüber bewusst werden, was da gerade passiert, umso leichter können wir unsere eigenen unbewussten Verhaltensmuster erkennen, die uns einreden, dass wir unbedingt das neueste Gartensofa für den kommenden Sommer brauchen oder dass gerade ganz Deutschland vor dem Kollaps steht.

Ein wichtiges Stilmittel der Manipulation ist die ständige Wiederholung. Sie trägt der Erkenntnis Rechnung, dass unsere Synapsen im Gehirn sich umso mehr ausprägen, je mehr sie mit einer bestimmten Information und dem entsprechenden Gefühl dazu gefüttert werden. Das Gehirn beginnt, diese Informationen leichter aufzunehmen und dadurch die Muster immer wieder zu bestätigen. Dies funktioniert unabhängig davon, ob es negativ gefüttert wird („Flüchtlinge sind kriminell“) oder positiv („ich bin gut in dem, was ich tue“).

Wie du dich vor Manipulation schützt

Und das ist die gute Nachricht. Denn wir können zum Beispiel der ständigen (negativen) Manipulation von außen trotzen, indem wir den Spieß umdrehen und uns kontinuierlich und bewusst wiederholt mit positiven Gedanken und Nachrichten füttern. Aber auch, indem wir öfters mal inne halten, den gesunden Menschenverstand einschalten und uns fragen: „Was will mein Gegenüber gerade damit erreichen, dass er / sie mir dies jetzt sagt?“. Soll ich etwas kaufen, etwas tun, meine Meinung ändern, und was hat derjenige dann davon, wenn ich das tue? Mit dieser Frage lässt sich schnell erkennen, woran man ist.

Die beste Grundlage, um weniger manipulierbar zu sein, ist es, mit sich selbst im Reinen zu sein. Sich selbst zu lieben, die eigenen Werte zu kennen und Klarheit darüber zu haben, was wichtig ist im Leben und wo man hin will. Um dahin zu kommen, kannst du aktiv etwas tun: zum Beispiel regelmäßig meditieren, mit positiven Affirmationen arbeiten, die Eigenschaften stärken, die dich glücklich machen. Anregungen dazu findest du unten. Besonders beliebt sind übrigens folgende Manipulationstricks:

Manipulationstrick #1: Charme und Komplimente

Deine Chefin ist fest davon überzeugt, dass nur du diese Aufgabe stemmen kannst, die mit der zusätzlichen Nachtschicht verbunden ist? Dein Dating-Partner sagt, dass er noch NIE mit einer Frau sofort in die Kiste gehüpft ist – aber mit DIR sei das was anderes und er würde es so gerne jetzt tun? In beiden Fällen könnte es sein, dass jemand dir Komplimente macht, um etwas zu erreichen, von dem du vielleicht gar nicht weißt, ob du es wirklich willst.

Was tun? Wenn so etwas an dich herangetragen wird: nimm dir Zeit mit der Antwort und horche in dich hinein. Auch hier gilt: Menschen, die unsicher sind und wenig Selbstwert haben, sind süchtig nach Bestätigung und Komplimenten und würden alles dafür tun. Je mehr du mit dir selbst im Reinen bist und von deinen eigenen Stärken überzeugt, umso weniger brauchst du die ständige Bestätigung von außen. Das Paradoxe dabei: Je weniger man es braucht, umso mehr kommt es von außen – dann aber ehrlich gemeint.

Manipulationstrick #2: Schuldige suchen

Es ist immer leichter, Sündenböcke zu suchen als selbst Verantwortung zu übernehmen und etwas zu tun, um die eigene Misere zu beenden. Siehe Coronakrise: Von Bill Gates über den Staat, die Pharmaindustrie bis hin zu den „Schafen“, die sich das alles gefallen lassen (also wir) müssen derzeit ziemlich viele Sündenböcke herhalten, um zu erklären, was nicht erklärbar ist. Doch auch im normalen Büroalltag ist es einfacher, sich über den Chef aufzuregen als selbst die Probleme anzugehen.

Was tun? Wann immer jemand über andere Menschen lästert oder ständig Ausreden hat, werde hellhörig! Stell dir innerlich vor, dass dieser Mensch, der sich gerade über jemand anders so sehr aufregt, letztlich über sich selbst redet. Frage diesen Menschen direkt „Warum erzählst du mir das?“ oder „was willst du damit erreichen, dass du mir das erzählst?“ Oder bitte ihn, dir seine Ansicht genauer zu erläutern, z.B. wer genau unsere Meinung einschränken möchte. Menschen, die in einem bestimmten „Framing“ (Denkmuster) gefangen sind, verzetteln sich schnell, sobald man sie dort heraus holt und ihnen liebevoll andere Perspektiven aufzeigt.

Manipulationstrick #3: die Tränendrüse drücken oder einsetzen

Dies ist gängig bei Hilfsorganisationen, die offenbar noch genügend Budget für Marketingberater von ihrem Spendenaufkommen abzwacken können. Sie setzen auf Bilder von hungernden Kindern und dazu das Horrorszenario, was passiert, wenn wir jetzt nicht spenden. Da fällt es jedem auch nur halbwegs empathischen Menschen schwer, nein zu sagen. Wenn’s hilft, ok. Trotzdem sollte man sich bewusst überlegen, wofür man spendet und ob bei kleineren Organisationen nicht am Ende mehr für den Empfänger übrig bleibt als bei den ganz Großen.

Meister im Tränendrüse einsetzen sind natürlich Kinder – indem sie zetern, schreien und so lange nerven, bis wir doch das bestimmte Spielzeug oder Kuscheltier gekauft haben. Es können aber auch Partner sein – die zum Beispiel ohne dich keinen Sinn mehr im Leben sehen und dich doch so sehr „brauchen“.

Was tun? Hier hilft es, sich klar zu machen, dass nichts so heiß gegessen wird wie gekocht. Wie oft habe ich nachgegeben, wenn mein Sohn noch länger als vereinbart fernsehen wollte. Und wenn ich mal nicht nachgebe? Dann ist es am Anfang echt anstrengend. Aber dann merke ich, dass es gar nicht so schlimm ist für mein Kind. Er hat es halt versucht. Wenn also mal wieder jemand bei dir versucht, die Tränendrüse zu drücken – ja, fühle mit und habe Empathie. Aber versetze dich auch in eine Art „Beobachterperspektive“ und frage dich, ob das, was dieser Mensch will, wirklich im Sinne aller Beteiligten ist oder ob es für ihn gerade einfacher ist, Opfer zu spielen statt selbst Verantwortung zu übernehmen.

Manipulationstrick #4: Schuldgefühle erzeugen

Diese Methode geht noch einen Schritt weiter als die Tränendrüse und ist besonders verführerisch. Wir alle wollen gefallen, integer sein, in den Augen der anderen nicht die „Bösen“ sein. Je empathischer wir sind, umso anfälliger sind wir dafür, dass wir uns für die Probleme anderer verantwortlich fühlen. Beliebt ist da zum Beispiel der Spruch „ich hab doch so viel für dich getan“ – gerne verwendet in Beziehungen. Ich persönlich bin für diese Art Manipulation sehr anfällig, da ich Harmonie mag und brauche.

Was tun? Um trotzdem eine Chance zu haben, versuche ich mir in solchen Situationen immer klar zu machen, dass letztendlich nur jeder sich selbst glücklich machen kann und dass ich nie für das Glück oder Unglück anderer verantwortlich sein kann. Klar kann ich jemandem mal einen Gefallen tun – aber nicht aus Schuldgefühlen heraus, sondern dann, wenn ich das wirklich will. Dann greift auch der Effekt, der in der Glücksforschung beschrieben wird: Es macht glücklich, sich für andere zu engagieren – sofern es nicht aus einem bedürftigen „Helfersyndrom“ heraus geschieht.

Pssst! Jetzt kommt das Geheimnis…

Ich hoffe, du hast nicht geschummelt und diesen Artikel jetzt schön bis hierher gelesen. Falls nicht, dann Schande über dich (Schuldgefühle), es verletzt mich zutiefst, wenn du meinen Artikel nicht wertschätzt (Tränendrüse), dann gehörst du wohl zu den Menschen, die unachtsam sind (Wording). Doch wenn du ein bewusster, empathischer und aufmerksamer Leser/in bist (Kompliment!), dann wirst du jetzt verstehen, was ich meine. Und hoffentlich direkt den nächsten Kurs buchen, siehe unten…

Hier also nun das Geheimnis:

Menschen reagieren am meisten auf Kinder, Tiere und Sex!

Hab also acht, wenn das nächste Katzenvideo herein kommt oder große MeinungsBILDer-Zeitungen mit barbusigen Frauen um Zuschauer buhlen. Bleibe wachsam und lass dich nicht ins Bockshorn jagen!

 

 

Weitere Infos und Angebote

Online Coaching Programm SMILE

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Meditation „Fels in der Brandung“

werde zum Fels in der Brandung und lasse dich nicht von der stürmischen See mitreißen! Diese Meditation unterstützt dich dabei – brandneu auf Soundcloud und auf youtube!

 

 

Zitate

„Der Aufbau von Feindbildern ist die wirksamste Methode zur Manipulation der Massen.“ Thomas Pfitzer

„Wer immer nur auf seine Mitmenschen hört, wird mit der Zeit schwerhörig für seine innere Stimme.“ Ernst Ferstl

„Du brauchst keinen Lehrer, der dich beeinflusst, du brauchst einen Lehrer, der dich lehrt, dich nicht mehr beeinflussen zu lassen!“ (Dieter M. Hörner, Positiv Factory)

Dankbarkeit – es ist nie zu spät für ein glückliches Jahr

Neun Fragen für den Jahres-Rückblick

Wie war das Jahr für dich? Traumhaft, ganz besonders, voller Glück, Erfüllung und Erfolg? Oder war es eher anstrengend, schwierig, krisenbehaftet und du bist froh, dass es bald vorbei ist? Ich kenne beide Varianten. Und ehrlich gesagt gab es bisher wenige Jahre in meinem Leben, von denen ich uneingeschränkt sagen kann, dass sie toll waren, oder gar ohne Probleme und Schwierigkeiten. Das ist auch ok so, denn sonst wäre es ja langweilig. Zumal ich einen wichtigen Schlüssel gefunden habe, der mir hilft, die Dinge immer wieder aus einer anderen Perspektive zu sehen: Dankbarkeit.

Ich gebe zu: Das ist jetzt nicht unbedingt der neueste Tipp zum glücklich sein. Eher wohl ein alter Hut, denn schon meine Großeltern haben uns immer gepredigt: sei dankbar. So ziemlich jedes Kind wächst mit der Maxime auf: „immer schön danke sagen“, ob es will oder nicht. Kein Wunder, dass der Begriff „Dankbarkeit“ oft eher negativ belegt ist. Nämlich mit Zwang, Pflicht und Schuldgefühlen, wenn man als Kind nicht immer „schön brav danke“ gesagt hat oder gar Dankeskarten geschrieben hat. So hatten wir eine Tante, die uns irgendwann keine Weihnachtsgeschenke mehr geschickt hat, weil wir es mal versäumt hatten, eine Dankeskarte zu schreiben. Die fehlenden Geschenke waren dabei weniger schlimm als unsere Schuldgefühle dazu.

Und doch lege ich selbst jetzt bei meinem Sohn genauso Wert darauf, dass er „Danke“ sagt. Was würde schließlich die Metzgerin denken, die ihm gerade das Stückchen Fleischwurst geschenkt hat, wenn er nicht „danke“ sagt? Was die Bäckerin, die ihm ein Brötchen schenkt, oder gar der Onkel, der ihm auf jeder Familienfeier einen 5-Euro-Schein zusteckt? Diese Menschen will ich ja auch nicht verprellen, und schon gar nicht mein Kind als ungezogenes Blag dastehen lassen. Also bleibt „immer schön danke sagen“ auch bei uns – wie bei vielen anderen Eltern auch – eine wichtige Pflicht.

Die wahre Bedeutung von Dankbarkeit

Die wirkliche Bedeutung von Dankbarkeit habe ich erst verstanden, als ich dachte, ich hätte alles verloren – Job weg, Beziehung kaputt. Dann bin ich nach Indien gereist und habe Menschen gesehen, die alles dafür geben würden, ein Leben wie meines führen zu dürfen. Die froh wären, überhaupt ein Dach über dem Kopf und medizinische Versorgung zu haben. Ich habe dort gelernt, das wertzuschätzen, was gerade ist. Ich habe gelernt, dass es immer etwas gibt, wofür ich dankbar sein kann. Und dass Dankbarkeit eine Lebenseinstellung ist, mit der wir alles verändern können.

Wenn wir auf das schauen, was da ist, statt auf das, was uns fehlt, dann kommen wir in die Fülle. Und aus der Fülle heraus fliegen uns die Dinge im Leben leichter zu als wenn wir ständig das Gefühl haben, zu kurz zu kommen. Schon lange weiß man um die Kraft der Dankbarkeit.

„Nicht die Glücklichen sind dankbar. Es sind die Dankbaren, die glücklich sind.“ Francis Bacon

Die Kraft der Dankbarkeit aus Sicht der Glücksforschung

Auch in der Glücksforschung gibt es zahlreiche Erkenntnisse darüber, dass dankbare Menschen optimistischer, glücklicher, einfühlsamer, gesünder und belastbarer sind als andere. Robert Emmons, Professor für Psychologie an der University of California, führte dazu eine Studie durch. Er bildete drei Versuchsgruppen:

  • Die erste Gruppe sollte 10 Wochen lang abends fünf Dinge notieren, für die sie dankbar waren.
  • Eine zweite Versuchsgruppe schrieb über fünf Ärgernisse des Tages
  • Eine dritte Kontrollgruppe notierte fünf allgemeine wichtige Dinge, die an diesem Tag geschehen waren.

Das Ergebnis war deutlich: Die Teilnehmer der Dankbarkeitsgruppe waren optimistischer und zufriedener mit ihrem Leben. Zudem erlebten sie sich als gesünder, denn sie litten weniger unter Kopfschmerzen, Husten oder Schwindel. Und sie trieben mehr Sport.

In einer weiteren Studie mit chronisch Kranken stellte man zudem fest, dass Menschen, die regelmäßig „Dankbarkeitstage“ praktizierten, mehr positive Gefühle erlebten (wie Interesse, Begeisterung, Freude, Stolz), sich sozial verbundener fühlten und sogar besser schliefen.

Höflichkeitsfloskel oder Herzensangelegenheit?

Dennoch sollte Dankbarkeit nicht zu einer mechanischen Pflichtübung verkommen. So waren in einer weiteren Studie diejenigen, die nur einmal die Woche bewusst einen Dankbarkeitsrückblick vornahmen, langfristig zufriedener als diejenigen, die dreimal pro Woche ihre Dankbarkeit aufschreiben sollten. Man vermutet, dass dann eine Art „Gewöhnungseffekt“ eintritt. Bewährt hat sich hingegen ein kurzes inne halten abends im Bett. Den Tag nochmal Revue passieren lassen und den Geist für die schönen Dinge und kleinen Glücksmomente im Alltag schärfen (siehe auch Blogartikel „Das Ei das auf den Teppich fiel„).

Wenn wir also als Kind oder Erwachsener „danke“ sagen und dies gar nicht fühlen, so bleibt das erstmal eine Höflichkeitsfloskel und erscheint uns vielleicht sogar überflüssig oder heuchlerisch. Dem ist aber nicht so. Denn nicht nur in Beziehungen, sondern auch im Arbeitsleben ist es absolut förderlich, anderen gegenüber Wertschätzung auszudrücken – die wünschen wir uns schließlich auch. Es mag als Floskel beginnen. Aber wenn wir die wahre Power der Dankbarkeit erkannt haben, dann können wir auch dem Bäcker, dem Briefträger und der Verkäuferin von ganzem Herzen und ehrlich „danke“ sagen. Und uns dabei nochmal mehr bewusst machen, was all diese Menschen jeden Tag für uns leisten oder uns Gutes tun.

Dankbarkeit als wichtige Voraussetzung für Glück

„In der Dankbarkeit gewinne ich das rechte Verhältnis zu meiner Vergangenheit. In ihr wird das Vergangene fruchtbar für die Gegenwart.“ Dietrich Bonhoeffer

Ich möchte dich hier einladen, dein persönliches Glücks-Jahres-Resümee zu ziehen – ein Resümee in Dankbarkeit. Warum ist es so wichtig, nochmal zurück zu schauen und Bilanz zu ziehen? Heißt es nicht sonst immer, man solle Ziele und Visionen formulieren und nach vorne schauen? Auf einer Autofahrt gibt man doch auch nur das Ziel ein und schaut nicht mehr, wo man herkommt, oder? Aber mal umgekehrt gedacht: Wenn ich mich auf dem Weg zu einem bestimmten Ziel schon Hundert Mal verfahren haben, dann ist es doch sinnvoll, wenn ich mir die bisherige Strecke nochmal anschaue, um künftig Umwege zu vermeiden, oder?

Außerdem: wenn das Vergangene so unwichtig wäre – warum knabbern dann so viele Menschen noch an ihrer Vergangenheit, schieben die Schuld für ihre Misere auf die „unglückliche Kindheit“, frühere Verletzungen oder unfaires Verhalten anderer, das sie irgendwann mal erlebt haben und nehmen dies als Vorwand, um nicht selbst Verantwortung zu übernehmen? Mit anderen Worten:

Erst dann, wenn du die Vergangenheit in Frieden und Dankbarkeit annehmen kannst, kannst du das loslassen, was du nicht mehr in deinem Leben haben möchtest. Dann kannst du einen „fruchtbaren Boden“ für all das bereiten, was du neu in dein Leben holen möchtest. Du schaffst neuen Raum für deine Träume und Wünsche und kannst diese mit Zuversicht und Entschlusskraft umsetzen. Und dann machst du dich auf zur nächsten Stufe der Dankbarkeit: schon jetzt dankbar für das zu sein, was noch kommen wird!

Dein persönliches Glücks-Resümee des Jahres

Schau dir also nochmal an, was in diesem Jahr war. Die schönen und die schmerzhaften Dinge. Schau es dir aus einer Haltung der Akzeptanz und der Liebe heraus an. Und gib dann deinen Segen. Akzeptiere alles. Auch die Ereignisse, bei denen du dich unfair oder ungerecht behandelt oder verletzt gefühlt hast. Gib deinen Segen auf das, wo du selbst Schuld auf dich geladen hast oder dich im Nachhinein ärgerst über bestimmte Entscheidungen oder Verhaltensweisen. Akzeptiere die Fehlbarkeiten der anderen Menschen und von dir selbst. Nimm alles – auch die „negativen Dinge“ – in Dankbarkeit an. Und mach dir bewusst, dass alles für irgendetwas gut war (siehe auch den Blogartikel „Pech gehabt – Glück gehabt“…). Lass in Vergebung los.

Wenn du magst, nimm dafür die unten stehenden Fragen, um dein persönliches Glücks-Resümee des Jahres zu ziehen. Mir selbst hat es nochmal die Augen geöffnet, mich zu Tränen gerührt und mir eine wichtige neue Erkenntnis gebracht. Es ist nie zu spät, ein glückliches Jahr zu haben! Mache dieses Jahr zu deinem Glücksjahr – und schaffe damit den Nährboden für viele weitere erfüllte, bombastische und sensationelle Jahre in der Zukunft!

Namasté, Angela

 

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Fragen für den Jahres-Rückblick in Dankbarkeit

Hier findest du die Fragen als Workbook zum ausdrucken und eintragen – zum pdf…

1. Welche schönen Dinge hast du erlebt? Was war gut? Wofür bist du dankbar? Wenn dir nicht spontan etwas einfällt, gehe nochmal einzeln die Monate durch.

Zum Beispiel: einen schönen Urlaub erlebt, liebe Menschen wiedergesehen, schönes Seminar mitgemacht, eine Ausbildung abgeschlossen / bestanden o.ä.

2. Was war allgemein in diesem Jahr etwas Besonderes für dich? Unter welchem „Stern“ stand es?

Zum Beispiel: ich habe viele neue Erkenntnisse in Bezug auf mich selbst gehabt, meine Ziele weiter verfolgt, bestimmte Fähigkeiten erweitert, mich selbst weiterentwickelt o.ä.

3. Wie zufrieden bist du mit deinem Jahr in Bezug auf verschiedene Lebensbereiche: Gesundheit, Job, Familie, Beziehung, Freunde, eigene Weiterentwicklung?

Zum Beispiel: Endlich mehr Zeit mit Freundinnen verbracht, öfters Sport gemacht, zu wenig für die Gesundheit getan o.ä.

4. Welchen Menschen bist du besonders dankbar? Wie kannst du ihnen deine Wertschätzung zum Ausdruck bringen?

Zum Beispiel: dem Partner, dass er mir zugehört hat – diesen umarmen – der Kollegin, dass sie mich weiterempfohlen hat – diese mal zum Essen einladen o.ä.

5. Was war nicht so toll in diesem Jahr? Welche Herausforderungen sind dir begegnet? Womit bist du nicht zufrieden? Wo warst du selbst möglicherweise ungerecht oder unfair anderen gegenüber? Liste auf, was dir spontan einfällt:

Zum Beispiel: Konflikte mit anderen Menschen, misslungene Urlaube, Rückschläge im Job, Krankheit bei dir selbst oder anderen, Trennung o.ä.

6. Gehe dann die Punkte aus Frage 5 nochmal durch und überlege dir jeweils dazu:
  • Welche Erkenntnis ziehst du daraus? Wo liegt das Geschenk?
  • Was würdest du nächstes Mal anders machen?
  • Wo gilt es, jemand anderem oder dir selbst zu vergeben?

Zum Beispiel: bestimmte Augenblicke mehr genießen, mehr Mut und Klarheit in Konflikten, akzeptieren was ist, mehr für mich tun, mehr für andere tun o.ä.

7. Was sind deine Prioritäten für dein nächstes Jahr? Schau dir nochmal die Erkenntnisse aus den vorherigen Fragen an und fasse daraus ca. 3-5 Prioritäten zusammen

Zum Beispiel: mehr Klarheit leben, bestimmte Projekte umsetzen, mehr Zeit mit lieben Menschen verbringen o.ä.

8. Dankbarkeit für künftige Ereignisse – die Königsdisziplin

Formuliere 3-5 Wünsche für das nächste Jahr, und zwar in Dankbarkeit dafür, dass sie sich bereits erfüllt haben. Beginne jeden Satz mit „Ich bin so glücklich und dankbar, dass…“ und beende ihn in Gegenwartsform. Formuliere positiv!

Zum Beispiel: Ich bin so glücklich und dankbar, dass ich so viele wunderschöne Momente und Erlebnisse mit meiner Familie habe. Ich bin glücklich und dankbar, dass ich regelmäßig Yoga praktiziere o.ä.

9. Raus aus der Komfortzone!

Was möchtest du im kommenden Jahr machen, was dich richtig Überwindung kostet, was vielleicht verrückt ist, auf Kritik stoßen könnte oder keiner verstehen wird? Was könnte dir so richtig einen Schub verpassen, um voll durchzustarten?

Zum Beispiel: mit dem intriganten Kollegen Tacheles reden – eine Freundschaft beenden, die mir nicht mehr gut tut – ein Hilfsprojekt unterstützen – mich ehrenamtlich engagieren – einen Job kündigen, der mir nicht mehr gut tut.

Beliebt oder geliebt

Willst du beliebt sein oder dich geliebt fühlen?

Ein Unterschied, der glücklich macht

Letzte Woche hatte mein Sohn seinen ersten Schultag – begleitet von einer rührseligen Einschulungsfeier, aber auch von den Sorgen und Ängsten der Mama. Da kommen schon mal alte Erinnerungen aus der eigenen Schulzeit hoch. Einige ganz nett, andere weniger schön. Denn wer kann schon von sich sagen, dass alles während der Schulzeit toll war? Wer hat nicht schon das ein oder andere „Trauma“ hinter sich, vielleicht sogar „Mobbing“ erlebt?

Den Begriff kannte ich zu meinen Schulzeiten damals noch nicht. Aber ich lernte schnell, wie es sich anfühlt, nicht zu den hippen Kreisen oder Cliquen zu gehören, sondern eher am Rande zu stehen, „Außenseiter“ zu sein. Irgendwie war ich da hinein gerutscht, ohne es anfangs direkt zu merken. Ich hatte damals eben einfach keine Lust, mich in diesem Wahnsinn ständig behaupten oder „profilieren“ zu müssen. Ich hab lieber ein Buch gelesen, statt auf den Spielplatz zu gehen oder mit anderen Mädels Schminktipps auszutauschen. Das führte aber auch dazu, dass ich in den Pausen keine Spielkameradinnen mehr hatte und im Sport oder auf Klassenfahrten nicht mehr wusste, mit wem ich zusammen sitzen oder die Übung machen sollte. Bis heute mag ich in Seminaren oder bei anderen Anlässen keine Sätze wie „so, nun findet euch mal zu zweit zusammen“.

Beliebt sein um jeden Preis?

Doch was war meine Konsequenz daraus? Ich habe mit der Zeit gelernt, mich zu verbiegen. Nie wieder wollte ich das erleben und habe von da an alles dafür getan, um „beliebt“ zu sein. Der Preis war hoch. Ich habe mich selbst dabei verloren. Ich habe das gemacht, von dem ich meinte, dass es gut ankommt, aber nicht mehr das, was wirklich mir entsprach. Ich habe meine eigene Meinung nicht mehr gesagt und aus lauter Unsicherheit keinem mehr widersprochen. Das hat eine lange Zeit lang auch ganz gut funktioniert. Ich eckte nicht mehr an, hatte keine Feinde mehr, war auf aalglatt getrimmt und angepasst, soweit es nur ging. Ich hatte wieder Freundinnen, wurde überall eingeladen und war überall dabei. Doch glücklich war ich damit nur kurzzeitig.

Es hat lange gedauert, bis ich das merkte. Es hat mich viel Mut, viele Seminare und viele Lernerfahrungen gekostet, zu mir zu stehen, in meine Kraft zu kommen und nicht mehr so viel auf die Meinung anderer zu geben. Ich musste akzeptieren, dass man auch Feinde haben kann – ja sogar sollte. Dass nicht alles harmonisch und glatt läuft, sondern dass Konflikte zu Beziehungen dazu gehören. Dass Menschen im Leben kommen und gehen, dass man sich reibt, lernt, sich weiterentwickelt. Wer will schon verletzt werden? Und doch ist Verletzlichkeit unsere wahre Stärke. Denn es erfordert Mut, die gewohnten Verbiegungs- und Verteidigungsmechanismen fallen zu lassen und die eigene Menschlichkeit offen zu zeigen.

Bedürftig nach Anerkennung – oder im Vertrauen?

Ich weiß heute: ich kann es nie allen recht machen. Aber ich kann in Liebe handeln. Ich sehe heute den Unterschied zwischen „beliebt sein“ und „sich geliebt fühlen“. Wer sich geliebt fühlt, hat ein tiefes Vertrauen darin, dass es eine universelle Liebe gibt, die alle einschließt. Wer sich geliebt fühlt, liebt vor allem erstmal sich selbst – von innen heraus und nicht abhängig davon, welche Erfolge man vorzuweisen hat oder wie viele Likes man in Facebook hat. Wer sich geliebt fühlt, hat möglicherweise Feinde. Nicht aufgrund von Unsicherheit oder unsozialem Verhalten, sondern weil er zu sich steht, in seiner Kraft ist, präsent ist. Damit kommt nicht jeder im Umfeld klar. Denn wer sich geliebt fühlt, hat den Mut, sich zu zeigen – mit allen Ecken und Kanten, allen Schwächen und Unzulänglichkeiten.

„Liebe leben“ geschieht aus der Fülle heraus, nicht aus der Bedürftigkeit nach Anerkennung. Es bedeutet, erst zu geben, ohne herumzufeilschen oder zu erwarten, dass etwas zurückkommt. Es bedeutet, anderen Menschen ihr Glück zu gönnen und sie dabei zu unterstützen.

Ein Mensch, der sich an der Liebe orientiert, hat keine Angst vor der Zukunft. Er fürchtet sich nicht vor irgendwelchen Konsequenzen oder Ergebnissen. Er lebt im Hier und Jetzt und macht sich keinen Kopf über den Kleinkram des Lebens.

Der Weg vom Ego zum erfüllten Selbst

Wirft man einen Blick in die Positive Psychologie, so entspricht der Weg vom „Ich“ (Ego) zum „Selbst“ dem Lauf des Lebens: Wir sind zunächst darauf geeicht, uns anzupassen – auf die Anforderungen der Gesellschaft und die Anforderungen unserer Existenz. Wir werden Experten darin, allem zu genügen, aber wir verlieren dabei allmählich unser Potenzial, unsere Kreativität, unsere Flexibilität. Wenn wir dies verhindern wollen, dann gilt es, immer wieder eigene Lernerfahrungen zu machen, daran zu wachsen. Dinge selbst zu tun, zu erfahren, zu erleben, statt vor dem Fernseher oder im Internet zu hängen.

Der Begriff „Selbst-Optimierung“ ist mittlerweile in aller Munde und wird oft leider falsch verstanden. Denn es geht hier nicht darum, „optimal angepasst für die Gesellschaft“ zu sein. Es geht darum, das eigene Potenzial so zu leben, dass man Erfüllung findet – und zwar in dem, was dem eigenen Selbst entspricht  – und nicht in dem, was die Gesellschaft einem vorgibt.

Du willst ankommen? Dann gehe los!

Glücksforscher Tobias Esch beschreibt dies auch als einen Prozess, der uns von „Angst vermeiden und Stress bekämpfen“ über „Wollen, Neugier, Vergnügen und Abenteuer“ hinführt zu einem Zustand des „Angekommen seins“. Hier geht es nicht mehr um Schein, sondern um Sein. Dabei entsteht Vertrauen, Zufriedenheit, Entspannung und Ruhe. Es wird wichtiger, anderen etwas weiterzugeben. In diesem Zustand  ist man im inneren Frieden mit sich selbst und mit sich im Reinen. Bei vielen älteren Menschen – sofern sie sich eine positive Lebenseinstellung bewahrt haben – kann man beobachten, dass sie gelassener sind und sich von negativen Dingen und Menschen nicht mehr mitreißen lassen.

Meiner Meinung nach müssen wir nicht auf das Alter warten, um in diese Grundeinstellung von Gelassenheit und Vertrauen zu kommen. Im Gegenteil – ich denke, wir können uns nicht früh genug auf diesen „Weg des Bewusstseins“ machen: weg von „um jeden Preis beliebt sein wollen“, hin zu „geliebt sein“, „sich selbst lieben“ und „Liebe leben“.

Die neuen Schulkinder stehen vielleicht damit ganz am Anfang. Sie wollen beliebt sein, anerkannt und gelobt werden. Doch das Beste, was wir tun können, ist es, ihnen schon jetzt zu vermitteln, dass sie geliebt sind – einfach so, nur für ihr Sein – unabhängig davon, was sie tun oder erreichen.

Ich wünsche dir, dass du Liebe leben kannst – zu dir selbst und zu anderen!

Namasté Angela

Der Unterschied zwischen „beliebt sein“ und „sich geliebt fühlen“

Wenn du beliebt bist, dann…
  • finden alle dich toll, aber kennen dich nicht wirklich
  • hast du viele Freunde, on- und offline
  • musst du nie allein sein
  • wirst du überall eingeladen, weil du cool und hip bist
  • Bist du damit beschäftigt, den äußeren Schein zu wahren, damit keiner deine Schwächen erkennt
  • Orientierst du dich an den Zielen, die andere als erstrebenswert ansehen
  • Bist du äußerlich stark, aber innerlich unsicher
  • Machst du dein Selbstwertgefühl abhängig von der Bestätigung durch andere
  • Weißt du nicht, wem du wirklich trauen kannst
  • Lebst du im Mangel
  • Hast du ständig Angst, etwas falsch zu machen und diesen Status zu verlieren

 

Wenn du geliebt bist, dann…
  • Weißt du um dein inneres vollkommenes Potenzial
  • Hast du Feinde oder „Widersacher“, lässt dich aber davon nicht beeindrucken
  • Ruhst du in dir selbst und gönnst dir den Rückzug, den du brauchst
  • Bist du nicht „cool“, „hip“ oder „perfekt schön“, aber strahlst von innen heraus
  • Hast du keine Angst, dich so zu zeigen, wie du bist, weil du zu deinen Schwächen stehst
  • Kennst du deine Mission im Leben und gehst dafür
  • Bist du innerlich stark und strahlst dies nach außen aus
  • Liebst du dich selbst, unabhängig von der Bestätigung durch andere
  • Hast du ein Grundvertrauen darin, dass es eine universelle Liebe gibt, die uns alle einschließt
  • Lebst du in der Fülle
  • Weißt du, dass du keine Fehler machen kannst – sondern nur Lernerfahrungen

 

Jetzt loslaufen

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