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Vergleichen macht unglücklich – fünf Tipps, wie du dein Ding machen kannst

Geht dir das auch so? Gestern noch in Flipflops im Freibad umherspaziert, und jetzt soll man plötzlich den Adventskranz fertig, Geschenke organisiert und Plätzchen gebacken haben. Weihnachten überfällt mich jedes Jahr einfach völlig aus dem Nichts. Ich glaube, ich habe da so eine Art „Weihnachtsblindheit“ entwickelt: Der Termin rückt näher, das sehe ich im Kalender und in den Schaufenstern. Aber ich ignoriere sowas einfach. Bis es mich eben dann doch überfällt – meist kurz vor dem 1. Advent, wenn ich merke, dass wir noch ohne Adventskranz dastehen.

Also beschließe ich am 1. Advent, dem Anlass mal gerecht zu werden und hole – zwischen aufräumen, Essen machen und Hausaufgaben kontrollieren –die Kinderbibel aus dem Regal. Vielleicht bringt das meinen Sohn und mich ja etwas in weihnachtliche Stimmung. Wir landen aber nicht bei der Weihnachtsgeschichte, sondern bei der Geschichte der Arbeiter vom Weinberg.

Doppelte Arbeit – halber Lohn?

Ich stelle mal wieder wieder fest, wie viel aus der Bibel direkt auf heute übertragbar ist. Bei dieser Geschichte geht es um einen Weinbauern, der sich Arbeiter für die Rebenernte organisiert. Erst holt er sich morgens ein paar Tagelöhner und später nochmal mittags, weil er mehr Unterstützung braucht. Abends erhalten alle – wie vorher versprochen – ihren Lohn, nämlich ein Silberstück. Woraufhin sich diejenigen, die schon morgens angefangen haben zu arbeiten, beschweren – schließlich haben sie ja länger gearbeitet. Doch der Weinbauer lässt sich nicht beirren. Er habe ein Silberstück zugesagt und somit sein Wort gehalten. Unabhängig davon, was die anderen bekommen, sollten die Arbeiter doch mit ihrem Lohn zufrieden sein.

Die Tendenz, sich die eigene Zufriedenheit durch Vergleiche madig zu machen, haben wir auch heute noch. Am Anfang freuen wir uns vielleicht über etwas –bis jemand anders es nochmal besser hat oder kann. Das neue Auto? Schick! Aber nur solange, bis der Nachbar sich eine Klasse höher anschafft. Die Beförderung? Stolz erfüllt uns! Aber in dem Moment, in dem die vermeintlich unfähige Kollegin plötzlich einen neuen und besseren Job findet, ist die Freude dahin.

Lieber der Beste unter den Schlechten als der Schlechte unter den Besten

Kein Wunder: Wettbewerb und Vergleich werden uns spätestens ab dem Grundschulalter eingetrichtert. Wenn mein Sohn nachmittags aus der Schule kommt, kann er mir genau sagen, welcher seiner Kumpels im Übungsheft am weitesten ist (neben ihm selbst natürlich), und wer noch völlig hinterher hängt. Und bei Schulnoten ist in der Regel nicht die absolute Leistung die Grundlage, sondern es wird ein Schnitt aus den Gesamtergebnissen der Klasse gezogen. Das ständige Vergleichen geht weiter bei Sportwettbewerben, Fußballturnieren, im Job und bei der Partnersuche. Überall müssen wir mithalten – und wollen selbst nicht zu kurz kommen.

In einer Studie hat man herausgefunden, dass Menschen sogar mit einem niedrigeren Gehalt zufrieden sind, solange ihre Kollegen noch weniger verdienen als sie. Wenn sie selbst mehr bekommen, aber andere Kollegen noch mehr als sie, dann sind sie unzufriedener. Menschen bevorzugen es also, weniger zu verdienen, solange es im Vergleich zu ihren Kollegen mehr ist. Der Philosoph Montesquieu beschrieb es so: „Man will nicht nur glücklich sein, sondern glücklicher als die anderen. Und das ist deshalb so schwer, weil wir die anderen für glücklicher halten, als sie sind.“

Warum vergleichen wir überhaupt?

Unser Drang zum ständigen Vergleichen kommt nicht von ungefähr. Kinder machen ihre ersten wichtigen Lernerfahrungen, indem sie ihr Verhalten mit den Erwachsenen vergleichen und imitieren. Die Spiegelneuronen im Gehirn sorgen dafür, dass wir auch im Erwachsenenalter noch auf andere schauen, sie oft unbewusst imitieren und somit auch vergleichen.

Natürlich kann es uns anspornen und motivieren, wenn wir uns mit anderen messen. Aber wenn wir ständig nach rechts und nach links schauen, uns ungerecht behandelt oder benachteiligt fühlen, dann verzetteln wir uns oder enden gar in Komplexen und Depressionen. Auch Sportler haben schon Wettkämpfe deshalb knapp verloren, weil sie eine Millisekunde lang zur Konkurrenz geschaut haben.

Glücklich sind immer die anderen – dank Social Media

Doch wer schafft es schon, sich in einer Welt von Show und Selbstdarstellung dem ständigen Vergleichen zu entziehen? Wenn zahlreiche aufgehübschte und perfekt erscheinende Influencerinnen in Insta posieren und selbst sprachgestörte Nerds es offenbar geschafft haben, sich dank „Affiliate Marketing“ oder anderen Techniken zum Online-Millionär zu machen –  was bleibt da noch an Ausreden? Mit welcher Begründung können wir noch auf der Couch sitzen und einfach mal jammern? Wie können wir den Bauchspeck noch rechtfertigen, wenn eine vormals-150-Kilo-Frau es dank täglicher Disziplin es geschafft hat, nicht nur den perfekten Body zu bekommen, sondern nebenbei auch noch Youtube-Star zu werden? Wir sehen dabei nicht, dass das Bild, was wir in den Social Media von der Welt bekommen, völlig verzerrt ist.

In einer Studie der Stanford University in Kalifornien stellten Psychologen fest, dass ihre Probanden dazu neigten, generell zu überschätzen, wie viel Freude die Mitmenschen in deren Leben verspüren. Da sie im direkten Vergleich schlechter abschnitten, fühlten sie sich selbst niedergeschlagener, als man vermuten würde. Egal, wie sehr wir also danach streben, besser, schöner, glücklicher oder erfolgreicher zu werden – der Kampf bleibt aussichtslos. Denn es wird immer jemanden geben, der / die besser, schöner oder erfolgreicher ist als wir selbst.

Ich bin manchmal ganz erleichtert, wenn ich aus der digitalen Welt heraus und in die „normale Welt“ eintrete. Dann sehe ich dort ältere Damen mit schlechter Fönfrisur, Mütter mit blassem Gesicht und Ringen unter den Augen, Männer mit Glatze und Bierbauch, dicke Kinder, und ich denke mir: ja, das ist echtes Leben! Aber auch das ist natürlich ein Vergleich und kein Garant für die eigene Zufriedenheit.

Raus aus der Vergleichsfalle!

Letztlich ist doch nur eines entscheidend: dass wir uns selbst gerecht werden und nachsichtig mit uns selbst sind. Auch mal Fünfe gerade sein lassen und sagen können: „Einen Scheiß muss ich“. Dass wir uns selbst akzeptieren mit all unseren Schwächen, der fehlenden Disziplin, den Macken und der Unperfektheit. Dass wir herausfinden, wie wir unsere Ziele und Träume mit dem Unbewussten in Einklang bringen können. Welche von diesen Zielen wirklich uns selbst entsprechen – und nicht den Erwartungen anderer oder der Gesellschaft. Wenn wir dauerhaft mit dem Verstand etwas erzwingen, was unserem Inneren nicht entspricht, dann folgen Krankheit und Depression.

Wenn wir jedoch immer wieder auf unsere Intuition lauschen, unsere Herzenswünsche ergründen und uns dafür auf den Weg machen – Schritt für Schritt – dann bleiben wir authentisch. Wir sind zufriedener mit uns selbst, egal was andere gerade so machen. Das Paradoxe dabei: Je mehr wir mit uns selbst zufrieden sind, umso überzeugender kommen wir auch in der Außenwelt rüber. Doch das ist ja am Ende gar nicht mehr so wichtig.

 

5 Ideen, um dein Ding zu machen statt zu vergleichen

 

1. Werde dir deines eigenen Wertes bewusst

Du bist einzigartig. Du hast das vollkommene Potenzial und besondere Fähigkeiten. Schreibe dir 10 Punkte auf, die du an dir magst, gut kannst oder die etwas Besonderes an dir sind. Hänge sie an die Wand und lies sie dir jeden Tag durch. Oder nutze die Affirmationen aus der Glücksmeditation….

Hier geht’s zur Glücksmeditation…

2. Höre auf deine Intuition

Statt dir von anderen einreden zu lassen, was jetzt richtig oder cool ist und was nicht – komme regelmäßig in die Stille, meditiere, werde ruhig, atme und mach den Kopf frei für das, was deine Seele dir mitteilen möchte. Die geführte Seelenmeditation unterstützt dich dabei.

Zur Seelenmeditation…

3. Werde dir deiner eigenen Ziele und Träume bewusst

Konzentriere dich auf das, was DICH glücklich macht und verwirkliche dies mit Geduld und Herzblut. Im Online-Kurs „Aktiviere dein inneres Glück“ hast du die Möglichkeit, Schritt für Schritt deinen Träumen und Visionen auf die Spur zu kommen und dein eigenes Ding zu machen.

Zum Online-Kurs…

4. Reduziere deine Social Media-Aktivitäten

Musst du wirklich jeden Tag wissen, wer wieder auf einem tollen Konzert war, an einem sensationellen Urlaubsort oder im schönsten Restaurant der Stadt? Sei es jedem gegönnt! Aber lass dich dadurch nicht entmutigen, wenn du einfach gerade grauen Alltag erlebst und nichts Sensationelles zu berichten hast. Freue dich über die kleinen Selbstverständlichkeiten des Lebens und sammle Glücksmomente! Wenn du dich hierzu austauschen möchtest, dann mach mit bei der Glücksmomente-Challenge… hier geht es nicht um Protzerei, sondern um den Austausch von den kleinen, wahren Glücksmomenten des Alltags.

Zur Glücksmomente-Challenge…

5. Wenn du schon vergleichst, dann sieh das Gesamtpaket

Vergleichem macht auch deshalb unglücklich, weil wir meist nur einen Aspekt sehen. Wir sehen in dem Moment nicht, dass der Traumurlaub vielleicht hart verdient war und derjenige sich sonst jeden Morgen aus dem Bett quält für eine Arbeit, die keinen Spaß macht. Dass die Diet Queen schon seit Jahren auf Essenseinladungen oder Genuss völlig verzichtet. Es hilft also immer wieder die Frage: Willst du wirklich tauschen?

Siehe dazu auch den Blogartikel „Wer bin ich – wer sind die anderen?“…

Ich wünsche dir viel Glück und Erfüllung bei allem!

Namasté, Angela

 

Buchtipps:

„Glück kommt selten allein“ von Hirschhausen

„Einen Scheiß muss ich“ von Tommy Jaud

„Am Arsch vorbei geht auch ein Weg“ von Alexandra Reinwarth

 

Zitate

„Das Vergleichen ist das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit.“ Søren Kierkegaard

„Man will nicht nur glücklich sein, sondern glücklicher als die anderen. Und das ist deshalb so schwer, weil wir die anderen für glücklicher halten, als sie sind.“ Montesquieu

Humor – der rote Faden, der das Leben leichter macht

Humor – nicht immer passend

„Steht am Wochenende etwas an?“ fragt mich mein Partner – weil er sich mit Kumpels verabreden und dabei netterweise Rücksicht auf die Familien-Wochend-Planung nehmen will. „Nö“, sage ich, „höchstens wir in der Schlange beim Einkaufen“. Das findet er nicht lustig. Gut, nach einem langen Arbeitstag ist man vielleicht für solche Späßchen nicht mehr zu haben. Humorversuch missglückt – ich nehm’s mal mit Humor. Denn ich habe mir neulich vorgenommen, bewusst mit noch mehr Humor durch den Alltag zu gehen.

Oft funktioniert es auch. Mit meinem 6-jährigen Sohn zum Beispiel. Auf Zypern waren wir mit einem öffentlichen Bus unterwegs, um zu verschiedenen Ausgrabungsstätten zu fahren. Der Busfahrer entpuppte sich als Choleriker vom Feinsten. Erst machte er eine arme Nonne runter, weil sie nicht die passenden Münzen dabei hatte. Dann wies er barsch einen älteren Herrn zurück, der seinen Koffer mit zum Platz nehmen wollte, statt ihn – wie es sich gehört – nach unten in den Gepäckraum zu verfrachten. Das Ganze gipfelte darin, dass er ein junges Pärchen laut anschrie und mitten auf der Straße rauswarf, weil sie es gewagt hatten, vor dem Anhalten des Busses aufzustehen.

Mein Sohn wirkte etwas eingeschüchtert, und ich fragte mich, ob ich ihm die Weiterfahrt mit diesem überhitzten Choleriker überhaupt noch zumuten konnte. Dann sagte ich einfach zu ihm: „Weißt du: Diese Busstrecke ist weltberühmt dafür, dass sie den unfreundlichsten Busfahrer von ganz Zypern hat. Jetzt haben wir das auch mal erlebt.“ Als uns dann auf der Rückfahrt wieder der gleiche cholerische Busfahrer mit finsterer Mine erwartete, grinsten mein Sohn und ich uns nur vielsagend an. Diese Geschichte haben wir danach immer wieder gerne erzählt und jedes Mal darüber gelacht. Humoreinsatz gelungen.

Humor schreibt Geschichten

Mit Humor verbinde ich auch bestimmte Situationen im Leben, über die ich immer wieder gerne lache, selbst Wochen oder Jahre später. So habe ich zu meinen Agenturzeiten mal einen wichtigen und sehr sensiblen Kunden, der mit Nachnamen „Herrmann“ hieß, mit „Sehr geehrter Herrmann“ angeschrieben und es leider erst gemerkt, als die Mail schon raus war. Noch heute lache ich darüber. Genauso über das Gespräch mit drei Mitarbeiterinnen in einem Unternehmen, das kürzlich statt fand. Dort hatte ich vorher in einem Workshop über die Miesmacher und Pessimisten dieser Welt gesprochen. Die eine sagte hinterher zu mir: „Ich bin mit einem Pessimisten verheiratet, obwohl ich Optimistin bin – anscheinend ziehen sich Gegensätze an.“, die nächste bestätigte das Gleiche. Die Dritte sagte daraufhin: „Ich bin Single – ich suche noch einen Pessimisten.“

Fettnäpfchen und Missgeschicke? Mit Humor geht’s leichter

Das Leben wird leichter mit Humor. Humor ermöglicht einen Perspektivenwechsel, er macht alles etwas erträglicher, Schlimmes ist nicht mehr so schlimm. Humor hilft uns, über die Missgeschicke des Lebens zu lachen, vor allem auch über die eigenen Missgeschicke. Das, worüber wir uns aufregen könnten, wird plötzlich lustig, und wenn wir es richtig verpacken, wird sogar eine gute Story daraus. Nicht ohne Grund sind Comedys und Kabarett so beliebt – vor allem die, in denen Menschen sich ständig selbst zum Affen machen. Situationen, in denen anderen genau das passiert, vor dem wir Angst haben. Angst, bestimmten Ansprüchen nicht zu genügen, Angst, dass andere uns schief anschauen, wenn wir etwas Dummes sagen oder tun. Die Tatsache, dass sowas auch anderen passieren kann – und wenn es nur im Film ist – lässt uns menschlicher fühlen. Sich blamieren im Edelrestaurant, im Kostüm zu einer Party kommen, die gar keine Kostümparty ist, den Schlussstrich des Freundes für einen Heiratsantrag halten. Manchmal bitter, das Ganze – und trotzdem macht es Spaß, über die Blamagen anderer zu lachen.

Ich liebe es ja zum Beispiel, wenn im Kabarett über die Helikopter-Mamas gescherzt wird. Wenn ich im richtigen Leben eine treffe, fühle ich mich immer so unzulänglich. Weil mein Sohn halt noch nicht chinesisch lernt oder Klavier spielt, und weil er zum Fußballtraining eher überredet werden muss, statt jetzt schon ehrgeizig und diszipliniert seine künftige Profi-Karriere vorzubereiten oder gar für den Auftritt als Star-Pianist zu üben. Andererseits erkenne ich mich auch selbst wieder in der Heli-Mama-Satire. Schließlich helfe auch ich dem Kind immer noch beim Anziehen, bin ständig als Chauffeurin im Einsatz und stelle bei Kälte sofort sicher, dass er auch ja drei Schichten Kleidung an und noch ne Winterjacke drüber hat.

Ist Humor das Gleiche wie Lachen?

Humor ist super! Doch kann man das lernen? Oder wenigstens üben? Als „Lachexpertin“ stelle ich immer wieder fest, dass Humor und Lachen gerne in einen Topf geworfen werden. Doch meiner Meinung nach ist Lachen eher eine Folge von Humor, quasi ein Symptom oder eine Begleiterscheinung. Denn Lachen kann auch anders ausgelöst werden, wie wir aus dem Lachyoga wissen – nämlich durch Hochziehen der Mundwinkel, gefolgt von einem stoßweise absichtlich abgegebenen „Hahahahaha“. Zum wirklich herzhaften Lachen braucht es dann nicht mehr viel.

Humor hingegen ist erstmal kognitiv einzuordnen. Wir hören oder sehen etwas, das nicht zusammen passt, das Gehirn wird in die Irre geleitet, um dann das Lachen als befreienden Reflex auszulösen. Dabei gibt es verschiedene Arten von Humor.

Formen von Humor

Manche Menschen können sich über Situationskomik vor Lachen ausschütten. Mein Partner zum Beispiel schaut mit Freude all diese lustigen Videos, bei denen Menschen rückwärts vom Laufband fallen, beim Springen mit dem Mountain Bike im Bach landen oder mit einer Rüttelplatte in der Hand versuchen, ein Bier zu trinken. Ich finde das eher befremdlich. Wobei – das mit der Rüttelplatte ist zugegebenermaßen schon lustig (siehe hier…).

Ich stehe da schon eher auf Wortwitze. Sowas wie „der Scheck heiligt die Mittel“ oder „das Leben muss ja auch einen Gin machen“. Ja, auch über so flache Reißer wie „Wie nennt man das Lieblingsessen von Models? – Laufsteak“ oder über „Was macht ein Dieb im Zirkus? – Clown.“ kann ich mich wegschmeißen.

Auch Übertreibungen sind eine intelligente und humorvolle Art, auf provozierende Fragen gewitzt zu antworten, statt sich zu rechtfertigen. So fragt der Tourist den Bürgermeister des Kurortes: „Ist das Klima hier wirklich so gesund?“ – „Und ob! Um den Friedhof endlich einweihen zu können, waren wir gezwungen, unseren ältesten Einwohner zu vergiften.“

Humor lebt zudem von Widersprüchen und Paradoxien – also einer Aussage, die entweder so banal ist, dass sie schon wieder lustig ist, oder die man einfach nicht erwartet. Darunter fallen auch Aussagen wie „Maß halten sollte man nicht übertreiben“ oder „Reinkarnation? Nur über meine Leiche!“

Besonders pikant ist natürlich der schwarze Humor. Dazu passt die Aussage von Woody Allen „Ich habe keine Angst vor meinem eigenen Tod. Ich möchte einfach nicht da sein, wenn es passiert.“

Wie definiert man Humor?

Doch Humor ist nicht nur eine Ansammlung guter Witze. Humor ist eine Lebenseinstellung. Sigmund Freud definierte Humor als “ Seelische Grundhaltung, die in den Missständen des Lebens menschliche Unzulänglichkeiten erkennt und lachend verzeiht.“ Laut Wikipedia ist Humor „die Begabung eines Menschen, der Unzulänglichkeit der Welt und der Menschen, den alltäglichen Schwierigkeiten und Missgeschicken mit heiterer Gelassenheit zu begegnen.“ Gerne wird dazu auch die Aussage „Humor ist, wenn man trotzdem lacht“ von dem deutschen Schriftsteller Otto Julius Bierbaum zitiert.

Der Ursprung von Humor

Laut ursprünglicher Wortherkunft bedeutet Humor, lateinisch umor, Feuchtigkeit oder Flüssigkeit. In der griechischen Antike wurde Humor mit den vier Körpersäften assoziiert, die entscheidend sind für Leben und Gesundheit. Die seelische Gestimmtheit des Menschen war gemäß der von Galen entwickelten Temperamentenlehre von den im Körper wirksamen Säften abhängig, die das cholerische, melancholische, phlegmatische oder sanguinische Temperament hervorbringen. Wenn diese vier Körpersäfte ausgeglichen waren, war ein Mensch gesund. Neben dieser durchaus schlüssigen Theorie weiß man heute auch aus wissenschaftlicher Sicht, dass humorvolle Menschen viele Vorzüge und Vorteile haben.

Humor zeugt von Intelligenz

In einer Studie von Gil Greengross und Geoffrey Miller an der University of New Mexico, USA, wurden rund 400 Probanden auf ihre Intelligenz getestet, aber auch auf ihre Fähigkeit, Humor zu zeigen. Fazit: Während der Intelligenzquotient der durchschnittlichen Probanden zwischen 90 und 110 lag, kamen die besonders Humorvollen auf einen Wert von 126 bis 138 Punkten. Besonders schwarzer Humor sei Ausdruck von Intelligenz, so stellte auch Ulrike Willinger von der Uni Wien in einer weiteren Studie fest.

Humor macht attraktiv

Spannendes Ergebnis der ersten Studie war auch, dass humorvolle Menschen deutlich attraktiver auf das andere Geschlecht wirkten. Vor allem Frauen legten demnach sehr viel Wert auf humorvolle Männer. Eine weitere aktuelle Studie von Media Control Media Control unter 1.243 Online-Nutzern zeigte, dass die Eigenschaft „Humor“ für 53 Prozent der Männer ein wichtiges Kriterium bei der Partnerwahl darstellte. Umgekehrt wünschten sich sogar 57 Prozent der Frauen einen humorvollen Partner.

Humor bleibt in Erinnerung

Weitere Wissenschaftler (Kaplan und Pascoe sowie Forscher der Universität Michigan) fanden heraus, dass Personen sich eher an eine Rede erinnerten, wenn diese humorvolle Elemente enthielt. Auch erinnert man sich generell eher an humorvolle Menschen, und diese werden öfters weiterempfohlen.

Humor macht erfolgreich

Die Psychologin Alice Isen (New York) fand heraus, dass humorvolle Kollegen beliebter und populärer sind und häufig besser bewertet und befördert werden als ihre miesmuffeligen Kollegen. Was zur Folge hat, dass die humorvollen Kollegen erfolgreicher sind und am Ende mehr Einkommen erzielen.

Lässt sich Humor erlernen?

Während die Fähigkeit zum Lächeln und Lachen allen Menschen angeboren ist, ist das beim Sinn für Humor nur teilweise der Fall. Willibald Ruch, Professor für Persönlichkeitspsychologie an der Uni Zürich, fand anhand von Zwillingsstudien heraus, dass es nicht genetisch bedingt ist, ob jemand etwas komisch findet oder nicht.

In einer Studie führte er Humortrainings mit verschiedenen Testgruppen durch, bei denen er den Sinn von Humor der Probanden anhand von Fragebögen und Aufgaben erfasste. Er verglich den Verlauf mit einer Kontrollgruppe, die kein Humortraining erhielt. Fazit: Bei den Personen, die das Humortraining absolviert hatten, stieg der Sinn für Humor auf einer Humor-Skala an. Ihre schlechte Laune im Alltag wurde seltener, ihre Heiterkeit nahm zu und die Lebenszufriedenheit stieg an. Dies bestätigte auch Ruchs Erkenntnis, dass Humor eine der wichtigsten Charaktereigenschaften ist, die die Lebenszufriedenheit ausmachen.

Doch was können wir konkret tun, um mehr Humor in unser Leben zu bringen und zu einem humorvolleren Menschen zu werden?

So kannst du Humor trainieren – vier humorvolle Hex ;-)

1. Sei unperfekt!

Warum streben wir eigentlich immer danach, perfekt zu sein? Weiterentwicklung ja, aber aalglatt werden, um bloß nirgendwo anzuecken? Viktor Frankl, österreichischer Neurologe und Psychiater, drückte es so aus: „Wären alle Menschen vollkommen, dann wären alle einander gleich… und ersetzlich. Gerade aus der Unvollkommenheit des Menschen folgt aber die Unentbehrlichkeit und Unaustauschbarkeit jedes Einzelnen, denn der Einzelne ist zwar unvollkommen, aber jeder ist es in seiner Art.“

Also, sei fehlbar, ecke mal an und springe mal ruhig in ein paar Fettnäpfchen hinein. „Blamiere dich täglich“ ist ein Motto, das uns hilft, vieles mal weniger ernst zu nehmen. Dazu gehört es auch, sich nicht ständig zu rechtfertigen, sondern es mit Humor zu nehmen.

2. Lache so viel wie möglich!

„Nichts ist fürs Leben wichtiger als das Lachen. Lachen bedeutet Stärke, Selbstvergessenheit und Leichtigkeit.“ So brachte es Frida Kahlo auf den Punkt, die in ihrem Leben sicherlich nicht immer Grund zum Lachen hatte. Aber genau darum geht es: auch dann zu lachen, wenn das Leben nicht zum Lachen ist. Durch regelmäßiges Lachen trainieren wir unsere Humorfähigkeit und lernen immer mehr, gelassener und optimistischer durch Krisen zu gehen. Davon abgesehen ist Lachen gesund, stärkt die Fitness und beugt Krankheiten vor. Wenn du wieder mehr Lachen in dein Leben holen möchtest, dann probiere es mal mit Lachyoga.

3. Schalte jeden Morgen den Humorknopf an

Triff morgens bewusst die Enscheidung: „Heute werde ich so oft wie möglich humorvoll reagieren“. Dann halte immer mal wieder inne – gerade in Situationen, in denen du dich sonst ärgern würdest – und frage dich selbst: wie kann ich heute anders reagieren? Mit Humor, mit Wortwitz, mit Ironie? Überlege dir, wie daraus jetzt eine lustige Geschichte werden könnte. Das nimmt Missgeschicken und unangenehmen Situationen sofort ihre Schwere und bringt dich in die spielerische Leichtigkeit.

4. Kultiviere kindliche Verspieltheit

Erlaube dir, albern zu sein, Quatsch zu machen, andere zu überraschen, mal nicht die Vernunft zu bewahren. All die Kreativität und Spontaneität, die Kinder noch haben, wurde uns mit der Zeit abgewöhnt – in der Schule, später im Arbeitsleben. Wenn wir auch nur ein Stück davon zurück erobern, dann fördert das nicht nur unsere Kreativität, sondern auch unsere Unbefangenheit und unser Gute-Laune-Potenzial.

Humor bringt uns zum Lachen, durch Lachen entwickeln wir Humor – was uns wiederum mehr Anlässe zum Lachen verschafft. Hier schließt sich der Kreis. Ich wünsche dir, dass du jeden Tag humorvoll und mit Lebensfreude in den Tag gehen kannst und so dein Leben mit Freude und Gelassenheit meistern kannst!

Namasté, Angela

 

P.S: Du möchtest mal wieder unter Menschen sein, mit denen du richtig viel lachen kannst? Einfach mal entspannen, jeden Tag Lachen und Humor leben, in schöner Umgebung? Dann komm mit auf die Happiness Yoga Ferien!

 

Zitate

„Humor zu umschreiben ist eine denkbar humorlose Angelegenheit, mehr noch – Humor ist offenbar genau das, was abhanden kommt, wenn er definiert werden soll.“  Johannes Gruntz- Stoll

„Aller Humor fängt damit an, dass man die eigene Person nicht mehr ernst nimmt.“ Herrmann Hesse

„Deutscher Humor ist, wenn man trotzdem nicht lacht.“ Sigismund von Radecki

„Sehen sie sich um. Die meisten Ehemänner sind der beste Beweis dafür, dass Frauen Humor haben.“ Donna Leon

„Humor ist, wenn man trotzdem lacht.“ Otto Julius Bierbaum

 

Buchtipps

Die Humorstrategie. Michael Titze und Inge Patsch

Lachen trotz und alledem. Von meiner wunderbaren Kollegin Silvia Rößler

Humor in Coaching, Beratung und Training. Von Cornelia Schinzilarz und Charlotte Friedl

Am Ende ist nicht Schluss mit lustig. Von meinem wunderbaren Kollegen Harald-Alexander Korp

Pessimisten überleben – Optimisten leben

Was Pessimismus uns bringt – und warum trotzdem Optimismus angebracht ist

Yoga-Angebot im Beach Hotel auf Zypern – das schaue ich mir doch gerne mal an, nachdem ich selbst eine Woche lang Yoga unterrichtet habe. Ich komme morgens um viertel vor acht in den Raum, und es läuft „So much Magnificence“ von Deva Premal – mein absolutes Lieblings-Mantra, besetzt mit vielen schönen Erinnerungen. Die nächste Teilnehmerin, die in den Raum kommt, sieht das offenbar nicht so: „Boh, ist das laut“ ist das einzige, was ihr dazu einfällt. Dies ist nur eines von vielen Beispielen dafür, wie unterschiedlich Menschen die Welt sehen. Bestimmte Ereignisse oder Situationen bringen die einen zur Entzückung, die anderen an den Rand der Verzweiflung. Irgendwie ist es ja auch legitim, die Musik zu laut, das Event zu voll oder die Kinder zu wild zu finden – und dies auch zu äußern. Man weiß schließlich nicht, welche Vorgeschichte ein Mensch hat oder welche schlechten Erfahrungen er irgendwo gemacht hat.

Aber es gibt eben auch diese typischen „Jammerer“, die an allem etwas auszusetzen haben. Das sind die Eltern in der Schule, die sich aufregen, wenn die Hausaufgaben unklar sind – statt ihr Kind einfach mal selbst zu fragen. Das sind die Büro-Kollegen, denen das Essen in der Kantine nicht passt, der Chef zu cholerisch oder die Kollegin zu neugierig ist. Dann gibt es die, denen das Wetter entweder zu heiß, zu kalt oder zu regnerisch ist – oder auch die „Zweck-Pessimisten“, die lieber erstmal mit dem Schlimmsten rechnen, damit es dann nur noch halb so schlimm ist. Aber wollen wir wirklich „halb so schlimm“ leben? Oder in Dankbarkeit, Fülle und Freude?

Pessimismus als Überlebenschance?

Generell scheinen wir einen Hang zum Negativen zu haben. Nicht ohne Grund werden wir in den Medien zugeballert mit schlechten Nachrichten. Autounfälle, Eifersuchtsdramen oder Erdbeben erregen nunmal mehr Aufmerksamkeit als der normale Alltag oder ein sicher angekommenes Flugzeug. Hier schließt sich der Kreislauf – denn diese Nachrichten führen wiederum dazu, dass wir immer mehr davon überzeugt sind, wie schlimm die Welt ist. Auch im Privaten neigen wir zum Pessimismus. Eine verletzende Bemerkung des Partners halten wir ihm wochenlang, ja monatelang vor, während ein Kompliment sehr schnell wieder verpufft. Einmal die U-Bahn verpasst am Morgen, und die Laune ist dahin für den Rest des Tages – wenn hingegen alles glatt läuft, nehmen wir es für selbstverständlich. Unsere Gesundheit wissen wir oft erst zu schätzen wenn wir mal krank sind.

All das hat einen guten Grund: ohne diese „negativity bias“ (=“Hang zum Negativen“) gäbe es uns vermutlich nicht mehr. Der Evolution sei Dank. Wir sind darauf geeicht, auf Bedrohungen und Unannehmlichkeiten schneller zu reagieren als auf angenehme Erfahrungen oder Erlebnisse. Wenn in früheren Zeiten der Säbelzahntiger unsere Spezies angriff, konnte auch nur eine Sekunde Zögern uns das Leben kosten. Kein Wunder also, dass unser Gehirn darauf geeicht ist, auf Bedrohungen und Gefahren schneller zu reagieren als auf die angenehmen Dinge des Lebens.

Abkürzung im Gehirn bei akutem Stress

Auch ohne ständige Bedrohung durch Säbelzahntiger und co. ist uns dieser „Stress-Reaktions-Mechanismus“ erhalten geblieben. Auch heute noch wird bei bedrohlichen Situationen sofort das gesamte Körpersystem in Alarmbereitschaft versetzt. Normalerweise nehmen wir eine Situation mit unseren Sinnen wahr. Diese Sinneseindrücke werden im Gehirn verarbeitet, bewertet, eingeordnet, und es werden entsprechende Gefühle oder Reaktionen ausgelöst.

Bei einer akuten Gefahr hingegen wird direkt die Amygdala eingeschaltet, die für die klassische Kampf- oder Fluchtreaktion zuständig ist. Sie lässt uns sofort reagieren, wenn ein Auto auf uns zurast, etwas von oben herunterfällt oder ein Hund uns angreift. Dieser Mechanismus hat uns also geholfen, als Spezies zu überleben – und das ist gut so. Aber es führt eben auch dazu, dass wir Glücksmomente übersehen oder die schönen Dinge des Lebens nicht zu schätzen wissen. Das lässt sich ändern – auch ohne unser „natürliches Alarmsystem“ auszuschalten.

Optimisten leben länger

So sehr Zweck-Pessimismus manchmal hilft, so sehr lohnt es sich, Optimist zu sein. Also daran zu glauben, dass gute Dinge passieren werden und dass man selbst etwas ändern oder bestimmte Ziele erreichen kann. Man weiß mittlerweile, dass Optimisten zufriedener leben, besser mit Schwierigkeiten umgehen können und es ihnen leichter fällt, gute Beziehungen zu führen. Eine neue, gerade erst beendete Langzeitstudie (Lewina Lee, Boston University School of Medicine, August 2019) hat gezeigt, dass Optimisten sogar länger leben als Pessimisten. Diejenigen, die sich als besonders optimistisch zeigten, hatten laut dieser Studie eine 50% größere Wahrscheinlichkeit, das Alter von 85 zu erreichen als diejenigen, die sehr pessimistisch waren.

Doch was macht es aus, ob jemand optimistisch oder pessimistisch ist? Sicherlich ist dies zum Teil genetisch bedingt. Aber Optimismus lässt sich auch erlernen und trainieren – zum Beispiel durch kognitive Therapie oder Meditation. Mein ganz persönlicher Tipp dazu: werde Zweck-Optimist! Denn wenn es Zweck-Pessimisten gibt, warum sollen wir dann nicht auch Zweck-Optimisten sein können?

Drei Eigenschaften, die Zweck-Optimisten auszeichnen

 

1. Sie tun so, als ob sie Optimisten sind

„Fake it until you make it“ ist nicht nur beim Lachyoga das Motto, sondern es gilt für verschiedenste Emotionen, die wir erleben. Schauspieler, die ständig tragische Rollen spielen, können darüber depressiv werden – selbst wenn es nur gespielt ist. Unser Gehirn ist drauf ausgerichtet, Emotionen, die wir oft empfinden, immer leichter zu empfinden. Das gilt für Freude wie auch für Wut oder Ärger. Das Schöne dabei: Wir sind nicht unser Gefühl, sondern wir können bewusst und absichtlich bestimmte Gefühle in uns erzeugen. Warum also nicht bewusst Freude erzeugen?

2. Sie haben den Fokus verändert

Die Welt ist schlecht. Und die Welt ist gut. Energie folgt der Aufmerksamkeit. Wir können viel Energie dafür verwenden, um uns über irgendetwas zu ärgern. Oder wir können uns auf die Dinge fokussieren, die uns Freude und Wohlbefinden bringen. Wir müssen nicht die Augen verschließen vor den Problemen dieser Welt. Aber wir können in unserem kleinen Umfeld die schönen Dinge erkennen und diese in Dankbarkeit annehmen.

3. Sie trainieren regelmäßig Optimismus

Wenn wir Muskelaufbau betreiben wollen, gehen wir regelmäßig ins Fitness-Studio. Genauso sollten wir Optimismus regelmäßig, am besten täglich trainieren, um nicht wieder in alte pessimistische Gewohnheiten zurück zu fallen.

So kannst du Optimismus trainieren…

…und falls du schon Optimist bist – dann sieh es einfach als Präventionsmaßnahme für schlechte Zeiten:

  • Humor und Lachen – lache viel, nimm dich selbst nicht immer allzu ernst, sei albern und bring dein inneres Kind wieder zum Ausdruck – Kinder lachen 400 Mal am Tag, Erwachsene 15 Mal und Tote gar nicht. Lachyoga hilft uns dabei, auch unabhängig von den äußeren Umständen viel zu lachen.
  • Körperhaltung und Bewegung – Bewegung ist eine natürliche Pille gegen Depressionen und schlechte Stimmung. Das wissen die meisten aus eigener Erfahrung, und es ist mittlerweile belegt durch verschiedene Studien. Auch durch bestimmte Körperhaltungen können wir unsere Gemütsverfassung positiv beeinflussen – zum Beispiel mal zwischendurch einatmend die Arme nach oben strecken, sich weit machen, präsent sein und dann mit einem erleichterten Seufzer wieder ausatmen. Übungen dazu findest du auf meinem youtube-Channel…
  • Innere Kommunikation – wie sprichst du mit dir selbst? Wie oft entfährt einem mal ein „Ich Idiot“, „bin ich blöd!“ oder „ich krieg’s einfach nicht hin“. Probiere es mal andersherum: Überlege dir eine passende Affirmation, zum Beispiel „ich bin klasse, großartig, wunderbar“, stelle dich jeden Morgen vor den Spiegel und sprich sie aus. Du kannst dafür auch die besondere „Glücks-Meditation“ nutzen, die du hier auf Soundcloud findest…

Ich wünsche dir viel Anlass zum Optimismus und viele glückliche Momente!

Namasté Angela

P.S: Du möchtest tiefer einsteigen und deine innere Einstellung Schritt für Schritt auf glücklich sein programmieren? Dann mach jetzt den Hapinness Check und  komm in das Online Coaching Programm „SMILE – für Resilienz und Lebensfreude“

Einmal mehr aufstehen als hinfallen – sieben Tipps für die Stärkung der Resilienz

Ich habe eine Freundin, da scheint es einfach im Leben zu flutschen. Sie macht Karriere, hat ihren Partner fürs Leben gefunden, mit dem sie tolle Kinder hat und lebt in einem Land, in dem immer die Sonne scheint. Eine andere Freundin von mir hat es immer irgendwie schwer. Viele ihrer Wünsche – zum Beispiel eine eigene Familie – haben sich nicht erfüllt, im Job hat sie Mobbing erlebt, in der Beziehung Stalking, bis hin zu einer lebensbedrohlichen Krankheit, mit der sie jahrelang zu kämpfen hatte. So manches Mal habe ich mich gefragt, ob ich nicht an ihrer Stelle schon verzweifelt aufgegeben hätte. Doch sie hat sich nicht beirren lassen und immer wieder die positiven Aspekte gesehen. Sie ist optimistisch geblieben, hat sich durchgebissen und durchgekämpft – und es hat sich gelohnt. Heute hat sie einen lieben Menschen an ihrer Seite, macht den Job den sie liebt, und es geht ihr besser als je zuvor. Auf dem Weg dahin hat ihr vor allem eins geholfen: Resilienz.

So gibt es einige Menschen, die bei einer kleinen Lebenskrise schon zusammen brechen, andere wiederum, die eine Krise nach der anderen wuppen und dabei noch optimistisch bleiben. Selbst traumatische Erlebnisse oder Erfahrungen aus der Kindheit scheinen die einen umzuhauen, die anderen nicht wirklich zu beeinträchtigen. Auch das ist Resilienz.

Widerstand kann hilfreich sein

In der Stressforschung ist der Begriff „Resilienz“ mittlerweile unverzichtbar. Er kommt von lateinisch „resilire“, was so viel wie „zurückspringen“ oder „abprallen“ bedeutet. Gemeint ist damit die „psychische Widerstandsfähigkeit“ eines Menschen. Dies basiert auch auf der Erkenntnis, dass es nicht das Ziel sein kann, dass im Leben immer alles stressfrei oder perfekt funktioniert. Auch geht es nicht darum, sich in Watte einzupacken, das Leben vor sich hindümpeln zu lassen oder Probleme zu vermeiden. Viel wichtiger ist es, auch bei schwierigen und negativen Ereignissen gute Laune zu behalten und sich nicht umhauen zu lassen. Wissenschaftler haben sich schon viel mit der Frage beschäftigt, was die „Resilienz“ von Menschen stärkt und wie sie gefördert werden kann.

Eine wichtige Erkenntnis dazu hatte die US-amerikanische Psychologin Emmy Werner. Sie führte eine Langzeitstudie mit Kindern aus schwierigen Verhältnissen auf Hawaii durch. Viele von ihnen waren schon früh mit Gewalt, Missbrauch, Drogen oder Kriminalität konfrontiert worden. Die meisten schafften es nicht, aus diesem Kreislauf heraus zu kommen. Aber ein Drittel dieser Kinder schaffte es doch. Der Unterschied: Sie hatten von Anfang an eine Bezugsperson, der sie sich anvertrauen konnten. Eine solche Bezugsperson scheint wichtig für die Entwicklung von Resilienz. Das muss nicht ein Elternteil sein, sondern es kann auch ein Lehrer, eine Tante oder ein Freund der Familie sein, der dem Kind Geborgenheit gibt, seine Fortschritte anerkennt und es unabhängig von Leistungen oder Erwartungen liebt und unterstützt.

Die sieben Säulen der Resilienz

Mittlerweile sind Psychologen ausführlich der Frage nachgegangen, welche Faktoren für eine gute Resilienz entscheidend sind und wie diese beeinflusst werden können. Folgende „Sieben Säulen der Resilienz“ haben sie dabei als besonders entscheidend benannt.

  1. Selbstwirksamkeit

Diejenigen, die daran glauben, dass sie selbst für ihr Glück verantwortlich sind und bewusst etwas dafür tun können, lassen sich auch nicht so leicht von den Krisen des Lebens unterkriegen und fühlen sich weniger hilflos den äußeren Umständen ausgesetzt.

  1. Positive Lebenseinstellung

Oft ist es gar nicht die Sache selbst, die uns umhaut, sondern unsere Denkweise darüber. Menschen, die auch in negativen Ereignissen einen Sinn sehen und ihren Optimismus nicht verlieren, leben zufriedener. Siehe auch den Blogartikel…PECH GEHABT? GLÜCK GEHABT! ES IST NICHT SO WIE ES AUSSIEHT…

  1. Soziale Kontakte

Tiefe, innige Beziehungen sind die wichtigste Voraussetzung, um auch in Krisen psychisch stabil zu bleiben und sich geborgen zu fühlen.

  1. Mit Veränderung umgehen können

Viele Menschen wollen krampfhaft das beibehalten, was gerade ist und verzweifeln daran, wenn sich die Dinge im Leben verändern. Wer jedoch flexibel auf Veränderungen reagiert und immer noch das Beste daraus machen kann, lebt freier und unbeschwerter.

  1. Ziele setzen

Menschen, die Ziele und Träume haben und diese Schritt für Schritt umsetzen, sehen auch negative Ereignisse nur als kleine Rückschläge auf ihrem Weg. Sie lassen sich nicht davon abbringen, ihre Ziele zu verfolgen und ihre Träume zu leben.

  1. Mut zum Risiko

Viele bereuen es eher, bestimmte Dinge nicht getan oder ausprobiert zu haben, als etwas getan zu haben, was gescheitert ist. Das bestätigen auch die Gespräche, die z.B. die Australierin Bronnie Ware als Palliativschwester mit Sterbenden geführt hat (siehe Buchtipp…). Wer nichts riskiert, kann vielleicht nicht scheitern – aber auch nichts Neues erschließen.

  1. Lösungsorientiertheit

Das Leben besteht aus Herausforderungen und „Problemen“, daran gibt es keinen Zweifel. Es läuft nicht immer alles glatt. Doch es gibt unterschiedliche Arten, mit Problemen umzugehen. Wer nach Lösungen sucht, statt Probleme zu wälzen, ist nicht nur im Job erfolgreicher, sondern auch im Leben zufriedener.

Ist Resilienz Glückssache?

Schon die frühe Kindheit kann darüber entscheiden, wie resilient jemand im Leben wird und wie gut er mit Schicksalsschlägen umgehen kann. Das heißt aber nicht, dass für Erwachsene alles zu spät ist. Denn egal, was früher war –  jeder kann auch im späteren Alter noch etwas für seine Resilienz tun. Alle Eigenschaften, die Resilienz ausmachen, können trainiert und weiterentwickelt werden. Hier findest du ein paar Strategien, die dir dabei helfen können.

 

Sieben Tipps für die Stärkung der Resilienz

 

  1. Übernimm Verantwortung

Entscheide dich bewusst dafür, dein Leben in die Hand zu nehmen und für das zu gehen, was dir selbst wirklich wichtig ist – nicht anderen. Mach dir bewusst: Du bist zu 100% verantwortlich für alles in deinem Leben!

  1. Nimm’s mit Humor

Viele Dinge nehmen wir sehr ernst und machen uns einen Riesenkopf darüber. Sobald wir lernen, über uns selbst und unsere kleinen Missgeschicke zu lachen, geht alles mit mehr Leichtigkeit. Humor hilft uns, optimistisch zu bleiben und die Perspektive zu wechseln. Um Humor zu trainieren, hilft Lachen. Und wenn kein Grund zum Lachen da ist, dann können wir immer noch ohne Grund lachen – mit Lachyoga!

  1. Pflege Freundschaften

Es geht nicht darum, Hunderte von Menschen oberflächlich zu kennen oder sich in den Social Media toll darzustellen. Viel wichtiger sind die wirklich wahren Freunde, die auch zu uns stehen, wenn es uns mal schlecht geht oder wir an etwas scheitern.

Sorge schon in guten Zeiten dafür, dass jemand für dich da ist, der dich auch in schlechten Zeiten auffängt. Gute innige Beziehungen und Freundschaften sind das wichtigste Elixier, um glücklich und zufrieden zu sein. Siehe auch den Blogartikel „Das Hamsterrad des Glücks – nur 10% sind entscheidend“…

  1. Sei offen für Veränderung

Wenn du nicht Spielball des Lebens sein möchtest, sondern dein Glück selbst gestalten willst, dann nimm rechtzeitig Veränderungen vor – bevor das Leben es tut. Nimm ab und zu eine „Standortbestimmung“ vor, schau dir die verschiedenen Lebensbereiche an und frage dich: was möchtest du verändern, was loslassen, was gilt es zu akzeptieren? Frei nach dem Motto „Love it, leave it or change it.“

  1. Setze dir Ziele und finde deine Vision

Formuliere für dich deine Vision, wie du – z.B. in 5 oder 7 Jahren – leben möchtest. Was machst du beruflich, welche Menschen umgeben dich, wie und wo lebst du? Erlaube dir, zu träumen und überlasse den Rest dem Universum. Setze dir gleichzeitig aber auch realistische Zwischenziele, z.B. indem du aufschreibst, was du in einem Jahr umgesetzt haben möchtest. Denn nur wenn du weißt, wie du leben willst, kannst du dir auch dein Leben so gestalten, wie du es dir wünschst.

  1. Suche das Risiko

Es muss nicht gleich der Bungee Jump oder die Alpenüberquerung sein – manchmal ist es auch schon eine gute Übung, mal anders zu reagieren, mal „nein“ zu sagen oder dich absichtlich zu blamieren. Wenn wir im Kleinen das Risiko trainieren, können wir auch die „großen Risiken“ besser bewältigen.

  1. Finde Lösungen, statt Probleme zu wälzen

Wenn mal etwas nicht so läuft, dann gibt es verschiedene Möglichkeiten, damit umzugehen: ständig nachsinnen, was passiert ist und was hätte anders laufen können. Oder nach vorne zu schauen und Lösungen zu finden für das, was jetzt ansteht.

Ich wünsche dir eine wundervolle Zeit und viel Kraft, um die Herausforderungen des Lebens mit Leichtigkeit und guter Laune zu meistern!

Namasté, Angela

 

Übrigens: Der Online-Kurs „Aktiviere dein inneres Glück und leuchte“ begleitet dich dabei, eine solche Standortbestimmung aufzunehmen und dich neu auszurichten auf das, was du wirklich möchtest.

 

 

Zitate

„Wir können den Wind nicht ändern, aber die Segel anders setzen“ Aristoteles

„Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.“ Gelassenheitsgebet, verfasst von dem US-amerikanischen Theologen Reinhold Niebuhr

 

Buchtipps

Resilienz: Das Geheimnis der psychischen Widerstandskraft, Was uns stark macht gegen Stress, Depressionen und Burn-out

5 Dinge, die Sterbende am meisten bereuen: Einsichten, die Ihr Leben verändern werden

Work Life Balance: Ideal oder Irrtum?

Sommerferien…

…für Schulkinder ein Traum, für Eltern oft ein Albtraum. Von allen Seiten höre ich derzeit von verzweifelten Versuchen, die freie Zeit der Kinder mit der Arbeitszeit der Eltern unter einen Hut zu bringen. Da kommt es schonmal vor, dass der Papa von 6:00 bis 11:00 Frühschicht schiebt, damit die Mama dann zur Gleitzeit in ihr Büro fahren kann. Wenn am Ende noch eine Woche Urlaub für alle zusammen übrig bleibt, ist das schon ein Privileg. Auch für mich ist dieses Thema nun aktuell, da mein Sohn ab September zum Schulkind wird. Ich bin zwar in meiner Selbständigkeit relativ flexibel, aber die Projekte wollen trotzdem organisiert sein.

Work-Life-Balance als Aushängeschild für Arbeitgeber

Früher gab’s das nicht. Da haben Familien einen Betrieb gehabt, einen Laden oder einen Hof. Die Kinder haben mitgeholfen, wenn sie aus der Schule kamen oder sind „nebenbei mitgelaufen“, wie es so schön heißt. Mit der Industrialisierung kam der Umbruch: man ging in das Büro oder in die Fabrik und kam erst spät abends wieder zum „Feierabend“ nach Hause. Die Arbeit war zum Geld verdienen da, die wohlverdiente Freizeit zum Entspannen.

Hinzu kamen mit steigendem Wohlstand immer mehr Freizeitaktivitäten und der Anspruch, in der Freizeit „Spaß zu haben“ und etwas Schönes zu unternehmen. Vielen wurde bewusst, dass Arbeit nicht alles ist im Leben, und dass es wichtig ist, die verschiedenen Lebensbereiche („Life Domains“) unter einen Hut zu kriegen. Auch Unternehmen erkannten, dass eine gute Work-Life-Balance dazu beiträgt, dass die Mitarbeiter ausgeglichener sind und entsprechend produktiver arbeiten. Fortschrittliche Konzerne unterstützen dies heutzutage mit Betriebskindergärten, Teilzeitmodellen, Home Office und Entspannungs- und Sportangeboten in der Firma. So ist „Work-Life-Balance“ – oder auch die Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben – für viele zum Aushängeschild geworden, auch um Nachwuchskräfte zu werben.

Ist Arbeit das richtige Leben?

Doch es gibt auch kritische Stimmen. Denn allein die Begrifflichkeit, mit der „Arbeit“ und „Leben“ überhaupt unterschieden wird, suggeriert, dass „Arbeit“ nicht das Leben ist, sondern etwas, das erledigt werden muss, zum Geld verdienen. Findet demnach das „richtige Leben“ nur in der Freizeit statt? Kein Wunder, dass wir uns die Freizeit voll stopfen, weil wir meinen, jetzt unbedingt richtig leben zu müssen. Trotzdem verbringen die meisten von uns einen Großteil des Lebens mit Arbeit. Da wäre es schade, wenn schon ab 50 die Jahre bis zur Rente gezählt werden.

Diese Trennung von Arbeit und Privatleben scheint eh bald hinfällig. Durch die Digitalisierung verschmelzen Arbeit und Freizeit immer mehr miteinander. Home Office, Telearbeit, Videokonferenzen und die zunehmende Zahl von Selbständigen, Freelancern und Teilzeitarbeitenden lösen den klassischen 9-to-5-Job ab. Dazu gehört es auch, dass wir nach Feierabend oder im Urlaub in unsere dienstlichen Mails schauen – oder umgekehrt während der Arbeit in Sozialen Medien unterwegs sind.

Da dies auch stressen kann, versuchen einige Arbeitgeber, die Erholung der Mitarbeiter*innen durch Abschalten des Servers nach Feierabend zu unterstützen. Doch die zunehmende Verschmelzung von beruflich und privat lässt sich dadurch nicht aufhalten.

Von Work-Life-Balance zu „Work Life Happiness Balance“

Um diesen Trends gerecht zu werden, entstehen neue Begriffe – von „Work Life Integration“ bis hin zu „Work Fun Balance“. Mit „Work Life Sleep Balance“ wirbt gar ein großer schwedischer Möbelhersteller für „gute Schlafkultur“ und letztlich seine Möbel.

Ich selbst plädiere für „Work Life Happiness Balance“. Ich finde es ok, wenn man die „Life Domains“ getrennt betrachtet – ohne einen davon per se als „schlecht“ oder „falsch“ zu bewerten. Vielleicht lassen sie sich räumlich nicht mehr so trennen, vielleicht auch nicht immer zeitlich. Aber inhaltlich sprechen wir hier von verschiedenen Lebensbereichen, die es gilt, in Einklang zu bringen. Man könnte es auch „Work-Life-Heart-Family-Health-Welfare-Self-Development-Balance“ nennen. Dabei ist nicht ein Bereich wichtiger als der andere oder das „richtige“ bzw. das „falsche“ Leben, sondern jeder Bereich gehört dazu.

Die Natur macht es vor: Pflanzen brauchen Wasser, Erde und Sonne. Aus eigener Erfahrung weiß ich: bekommen unsere Pflanzen im Sommer zu wenig Wasser, so kann dies nicht durch mehr Sonne ausgewogen werden. Auch im Yoga geht es darum, die sieben Energiezentren – oder auch „Chakren“ – in Ausgleich zu bringen. Dies ist die Grundlage, um wiederum Körper, Seele und Geist in Balance zu bringen. Wenn ein Bereich zu kurz kommt, dann kann dies kaum durch ein Mehr in anderen Bereichen ausgeglichen werden.

Das Leben in Balance bringen – wie geht das?

Mit anderen Worten: Wenn der Job keinen Spaß macht, wenn du gemobbt wirst, dich langweilst, etwas tun „musst“, das gegen deine Ethik verstößt, dann nützt die beste Work-Life-Balance nichts. Wenn andererseits deine Beziehung in der Krise steckt, dann wirst du das Yoga-Angebot oder den Pausenraum in der Firma auch nicht wirklich genießen können.

Um das Leben wieder in Balance zu bringen, gilt es, die verschiedenen Lebensbereiche zu benennen und anzuschauen. Wenn ich dies in meinen Coachings und Seminaren mache, dann wird meist schnell deutlich, welche Bereiche nicht im Einklang sind. Sei es der Job, die Beziehung, die Familie, die Gesundheit. Oft liegt in dem Bereich, der gerade „im Argen“ ist, das größte Entwicklungspotenzial. Ich bin davon überzeugt, dass jeder Mensch bestimmte Lebensthemen hat, die gelöst werden wollen. Dies zu erkennen, ist für viele schon eine große Erleichterung und der erste Schritt auf einem unumkehrbaren Weg Richtung Freude und Erfüllung.

Sieben Anregungen für eine gute „Work Life Happiness Balance“

Doch was kann man noch tun, um die verschiedenen Lebensbereiche unter einen Hut zu bringen, ohne in völliger Erschöpfung oder Frust zu enden? Hier ein paar Anregungen dazu:

1. Nicht den Arbeitsort, sondern die Arbeitszeit klar abgrenzen

Bei den meisten liegt das Problem am Home Office nicht darin, dass man zu Hause ist, sondern dass die Zeiten nicht klar abgegrenzt sind. Statt morgens irgendwo einzustempeln, wird die Arbeitszeit nach Vertrauen gehandhabt. Der Plausch mit Kollegen im Büro ist ok, aber beim Wäsche machen zu Hause meldet sich der „innere Kritiker“ mit Vorwürfen und Schuldgefühlen. Was bei vielen dazu führt, dass man bis spät abends oder ohne weitere Pausen durcharbeitet, um das schlechte Gewissen zu beruhigen.

Ich selbst habe oft nächtelang gearbeitet und mich wie ein „Workaholic“ gefühlt. Mittlerweile erfasse ich meine Zeiten und sehe, wann mein selbst gesetztes Stundenkontingent erreicht ist. Das Arbeitsvolumen wird dadurch nicht weniger – aber die Einstellung verändert sich und der Genussfaktor steigt. Wenn ich zwischendurch joggen gehe oder meditiere, dann ohne schlechtes Gewissen. Wenn ich abends die Zeit dran hänge, dann mit einem guten Gefühl.

2. Glücksmomente zwischenschieben statt aufschieben

Wir neigen dazu, uns erst dann etwas Schönes zu gönnen, wenn die Arbeit geschafft oder das Projekt beendet ist. Da fallen so manche Dinge hintenüber. Studien von Psychologen (Ed O’Brien und Ellen Roney, 2017) haben jedoch gezeigt, dass wir eine schöne Aktivität auch dann genießen können, wenn später noch Arbeit ansteht. Warum also nicht mal zwischendurch einen Mittagsschlaf oder einen Spaziergang machen, oder mit dem Kind auf den Spielplatz gehen? Wichtig ist dabei nur, vorher die erforderliche telefonische Erreichbarkeit abzuklären.

Pausen sind ehedem wichtig: Laut Erkenntnissen im Zeitmanagement funktioniert das Gehirn besser, wenn wir alle 25 – 50 Minuten eine Pause machen. Es braucht solche Auszeiten, um neue Informationen zu verarbeiten und von hier aus wieder in einen kreativen Prozess zu kommen.

3. Nie wieder „ich müsste noch“

Der Reifenwechsel, die Hausreparatur – klar muss das gemacht werden. Man könnte den ganzen Tag mit sowas füllen. Hier hilft manchmal nur noch die Taktik des „aktiven Ignorierens“: Erstmal auf die wesentlichen Dinge konzentrieren – und sich bei allem fragen: was davon ist wirklich wichtig?

4. Erholen – aber richtig!

Nach dem Bürotag auf die Couch, um runterzukommen? Kontraproduktiv! Laut Stressforscher Prof. Dr. Gert Kaluza ist es empfehlenswert, sich außerhalb der Arbeitswelt eine „regenerative Gegenwelt“ zu erschaffen. Wer viel im Büro sitzt, sollte sich hinterher beim Sport auspowern. Wer im Job geistig unterfordert ist, den erfüllen möglicherweise kreative oder künstlerische Tätigkeiten in der Freizeit, oder auch ehrenamtliches Engagement. Wer sich nach der Arbeit – vor allem bei körperlicher Tätigkeit – erschöpft und ausgelaugt fühlt, dem kann ein Vollbad, ein Saunagang oder einfach mal Nichtstun helfen.

5. Die Arbeit sollte Spaß machen – zumindest grundsätzlich

In der Selbstentwicklungsszene sprechen viele von „Herzensaufgabe finden“, „Berufung leben“ oder „Lebensaufgabe finden“. Das finde ich zwar erstrebenswert, aber nicht immer 100%ig und sofort realisierbar. Meiner Meinung nach muss es nicht immer „die eine Sache“ sein, die Berufung, die uns von heute auf morgen für immer glücklich macht.

Aber natürlich solltest du morgens mit einem guten Gefühl und nicht mit Magenschmerzen zur Arbeit gehen. Wenn Letzteres der Fall ist, dann ist es vielleicht an der Zeit, über Veränderung nachzudenken und ggf. den Job zu wechseln.

6. Schuldgefühle loslassen statt sie anderen zuzuschieben

Wir werden nie alles perfekt machen. Gehen wir pünktlich von der Arbeit weg, um Zeit mit Familie oder Freunden zu haben, nagt das schlechte Gewissen, weil wir dem Chef nein gesagt haben zu Überstunden. Sagen wir ja und bleiben länger im Büro, wartet möglicherweise der Partner mit versauerter Mine, weil er alleine die Kinder ins Bett bringen musste. Vor lauter eigenen Schuldgefühlen fangen wir an, dem anderen Vorwürfe zu machen oder aufzurechnen, wer wie viel macht. Dies führt zu Mangeldenken und hilft uns keinen Deut weiter. Also am besten gleich die eigenen Schuldgefühle loslassen und Nachsicht dem Umfeld gegenüber walten lassen.

7. Bestandsaufnahme machen und Lebensbereiche in Einklang bringen

Das Leben ist im Fluss. Unsere Lebensthemen verändern sich kontinuierlich und wollen gelöst werden. Das, was anfangs vielleicht als anstrengend, problematisch und leidvoll erscheint, birgt für die eigene Entwicklung oft das größte Potenzial. Ein erster Schritt in Richtung Balance ist es, Ungleichgewichte zu erkennen, Wünsche zu definieren und Veränderungen vorzunehmen. Wer sich hiermit näher befassen möchte, für den ist vielleicht der Online-Kurs „Aktiviere dein inneres Glück“ interessant. Mehr Infos findest du hier…

Oder du suchst nach Möglichkeiten, eine ausgewogene Balance zwischen Familie und Zeit für dich selbst mal im Urlaub zu finden? Dann informiere dich hier über die Happiness Yoga Ferien – mit Kinderbetreuung…

…oder trage dich direkt hier ganz unverbindlich in die Interessentenliste für die Happiness Yoga Ferien ein…

 

Ich wünsche Dir die richtige Work Life Happiness Balance in allen Lebensbereichen!

Namasté

Angela

 

Buchtipps

„Das Leben ist keine ToDo-Liste“ von Shirley Seul

„Einen Scheiß muss ich“ von Tommy Jaud

 

Videotipp

Robert Betz zum Thema „Work-Life-Balance“

Pech gehabt? Glück gehabt! Es ist nicht so wie es aussieht…

Warum die kleinen Ärgernisse des Lebens auch etwas Gutes haben

Endlich Urlaub! Eine Woche Holland liegt vor uns, zusammen mit lieben Freunden, den Kindern, Sand, Strand und hoffentlich Sonne. Gerade sind wir kurz vor der Autobahnauffahrt, da fällt meinem Partner etwas ein: „Mist, wir haben den Schraubenschlüssel für die Fahrräder vergessen.“ Sowas Dummes, wo wir eh schon spät dran sind. Aber ohne den Schlüssel können wir die Fahrräder nicht benutzen. Schließlich haben wir sie mühselig auf den wackeligen Ständer gehievt. Dazu bekomme ich eh schon bei jedem Blick in den Rückspiegel einen Panikanfall, weil ich mich frage, ob dieses Konstrukt wirklich so hält. Wir drehen also um, ab nach Hause, den Schraubenschlüssel holen. Dort wartet eine Überraschung: Hier liegt nicht nur der Schraubenschlüssel, sondern auch mein Rucksack – darin Laptop, Portemonnaie, alle Ausweise und alles, was sonst noch so wichtig ist. Eben habe ich mich noch geärgert, jetzt bin ich erleichtert: Wenn wir nicht nochmal umgedreht wären, hätte ich das Wichtigste vergessen. Und dies vermutlich erst 3 Stunden später am Zielort gemerkt.

Oft genug ärgern wir uns über die kleinen Nachlässigkeiten und Geschehnisse im Alltag. Und ja, manche Dinge sind einfach nur ärgerlich. Doch die meisten von uns haben es auch schonmal erlebt, dass „unangenehme“ Ereignisse sich im Nachhinein als Glücksfall herausstellen. Nicht nur im Kleinen, sondern auch im Großen.

Nichts ist unbedeutend – solange es dir selbst etwas bedeutet

Schaut man sich die inspirierenden und erfolgreichen Persönlichkeiten der Zeitgeschichte an, so haben sie meist eines gemeinsam: Sie haben sich von den Rückschlägen des Lebens nicht entmutigen lassen. So hat zum Beispiel Steve Jobs – der Begründer von Apple – damals sein Studium hingeschmissen, sehr zum Missfallen seiner Eltern. Er hat daraufhin nur noch Dinge gemacht, auf die er Lust hatte. Unter anderem Kalligraphie – schönes Schreiben. Nicht unbedingt ein Fach, das Erfolg, Wohlstand und Karriere versprach. Doch genau diese Kenntnisse haben laut Steve Jobs bei der Entwicklung des Mac den Unterschied gemacht. Nur so kam er auf die Idee, verschiedene Schriftarten zu integrieren. Eine Besonderheit, die damals einzigartig war. So war sein „Scheitern“ die Grundlage für einen Riesen-Markterfolg. Und doch wurde ihm das erst lange später bewusst. Seine Erkenntnis daraus:

„Ihr könnt keinen Zusammenhang herstellen, indem ihr vorausschaut. Ihr könnt diesen nur herstellen, indem ihr zurückschaut. Ihr müsst also darauf vertrauen, dass sich die Punkte in der Zukunft irgendwie verbinden.“ Steve Jobs

Die Erkenntnis ist nicht ganz neu. Auch Buddha wusste bereits, dass so manche leidvolle Ereignisse im nachhinein betrachtet ein Segen sein können:

„Jedes Leben hat sein Maß an Leid. Manchmal bewirkt eben dieses unser Erwachen.“ Buddha

Unschöne Erlebnisse oder gar „Leid“ – wer hat das schon gerne? Aber es passiert nunmal – und dann kann es uns helfen, eine andere Sichtweise darauf einzunehmen. Und genau hier zeigt sich der Unterschied zwischen den Menschen, die an Herausforderungen zerbrechen oder irgendwann entnervt aufgeben, und denen, die auch langfristig zufrieden und erfolgreich sind. Letztere erkennen, dass alle Dinge im Leben zwei Seiten haben, und dass nicht eine Sache nur gut oder nur schlecht ist.

Ich mach mir die Welt so wie sie mir gefällt?

Psychologen nennen das „günstige Erklärungsstile“. Damit ist gemeint, dass zufriedene Menschen die Ursachen für Misserfolge nicht nur bei sich selbst suchen, sondern diese auch als Gesetzmäßigkeit des Lebens sehen. Sie erkennen, dass jeder vermeintliche Rückschlag irgendwo einen tieferen Sinn hat und nur vorübergehend ist, also auch wieder bessere Zeiten kommen. Sie geben sich nicht selbst die Schuld an allem Geschehen und hadern nicht unnötig lange damit.

Umgekehrt glauben sie jedoch im positiven Sinne an eine Art „Selbstwirksamkeit. Das heißt, sie sehen zwar einen tieferen Sinn in Schicksalsschlägen, glauben aber auch daran, dass sie selbst einen positiven Einfluss auf ihr Schicksal haben und diesem nicht hilflos ausgeliefert sind. Das klingt erstmal paradox: Ist nun alles Schicksal oder können wir das, was uns passiert, selbst beeinflussen? Meine Erfahrung zeigt:

Wir können es nicht immer beeinflussen, was uns passiert. Aber wir können entscheiden, wie wir darüber denken und wie wir damit umgehen.

Diese Grundeinstellung kann sowohl im Job als auch in Beziehungen mit anderen Menschen sehr hilfreich sein. So haben Forscher in den USA bei Versicherungsvertretern anhand von Fragebögen untersucht, warum einige erfolgreicher waren als andere. Sie haben festgestellt: Diejenigen, die sich von Absagen nicht entmutigen ließen, verkauften 20% mehr Versicherungen.

Weitere Studien zeigen: wer in Gesprächen das Gefühl hat, von seinem Gegenüber gemocht zu werden, neigt dazu, in einer angenehmeren Tonlage zu sprechen und freundlicher zu agieren. Dies wirkt sich wiederum positiv auf den Gesprächspartner aus, womit die gegenseitige Sympathie sich verstärkt.

Positiv denken oder schön reden?

Sicherlich ist mit „positiv denken“ nicht gemeint, alles Schlimme schön zu reden oder Probleme zu verdrängen. Aber die Psychologie belegt: Je stärker wir daran glauben, dass die Welt – und auch die Zukunft – Gutes für uns bereit hält, umso weniger lassen wir uns von Problemen entmutigen. Das führt dazu, dass wir unsere Ziele nicht so schnell aufgeben und diese somit besser erreichen.

Wird alles gut? Alles wird gut!

Eine solche optimistische Lebenseinstellung hätte mir persönlich sicherlich geholfen, als ich vor vielen Jahren meinen Job verlor und ziemlich verzweifelt war. Ich konnte lange nicht daran glauben, dass es für irgendetwas gut sein sollte. Erst später habe ich erkannt, dass dieses Ereignis mir dazu verholfen hat, mich auf den Weg zu machen – und dass ohne diese Entscheidung viele erstaunliche und schöne Dinge in meinem Leben nicht passiert wären. Dass ich mich ohne dieses Ereignis vielleicht nicht so sehr aus meiner Komfortzone heraus bewegt hätte.

Doch wie kann man bei solchen Ereignissen gelassener bleiben, nicht daran verzweifeln und trotzdem optimistisch in die Zukunft blicken? Gehirnforscher sagen: Einiges, was unsere Grundeinstellung ausmacht, ist genetisch bedingt oder durch die Erfahrungen, die wir als Kind gemacht haben. Doch es ist nicht hoffnungslos. Denn eine positive Lebenseinstellung lässt sich auch trainieren. Hier findest du einige Tipps, wie du mit den kleinen und großen Ärgernissen und Rückschlägen des Lebens besser umgehen kannst.

Ich wünsche dir das Vertrauen, die Dinge so nehmen zu können wie sie sind und dass du an Fehlschlägen wachsen kannst, statt daran zu verzweifeln.

Namasté Angela

 

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Sechs Tipps, um die Ärgernisse und Rückschläge des Lebens gelassener zu nehmen

  1. Versetze dich 10 Jahre in die Zukunft und frage dich, inwiefern dieses Ereignis dich dann noch betreffen wird.
  2. Frage dich, ob in diesem Erlebnis – so ärgerlich es auch gerade ist – irgendein Geschenk oder eine Botschaft für dich enthalten ist.
  3. Überlege dir 3 Beispiele aus deinem Leben, bei denen ein ärgerliches Ereignis oder Erlebnis sich im Nachhinein als gut herausgestellt hat.
  4. Bei kleinen Ärgernissen: denke nicht zu viel drüber nach, analysiere nicht unnötig viel, sondern hake es mit einem Lachen und einer wegwerfenden Handbewegung ab.
  5. Bei größeren Misserfolgen oder Scheitern: schau dir ehrlich an, welchen Anteil du selbst daran gehabt haben könntest und schreibe dir die „Lessons learned“ – dein Fazit – für das nächste Mal auf. Dann lass los und vergib dir selbst. Mach dir bewusst: du bist auch nur ein Mensch und du hast dein Bestes getan.
  6. Wenn das Leben dich mal so richtig ungerecht behandelt und du das Gefühl hast, immer wieder kämpfen zu müssen: Bade in Selbstmitleid und jammere! Manchmal ist es nun mal ungerecht und gibt es nichts zu beschönigen. Lege für dich einen bestimmten Zeitraum fest, in dem dies bewusst tust. Danach richte dich neu aus und schau nach vorne.

Mach dir bewusst: wer nicht den Mut hat, zu scheitern, wird immer in seiner Komfortzone bleiben und keine Risiken eingehen. Glücklich und erfolgreich sind die Menschen, die den Mut haben, zu springen, auch ohne dass sie das Netz sehen.

Du bist derzeit in einer schwierigen Situation und möchtest dich neu ausrichten, nach vorne schauen, deinen Lebensmut, deine Träume neu entdecken? Dann lass dich begleiten – mit dem Online-Kurs „Aktiviere dein inneres Glück und leuchte!“

Zitate

„Ihr könnt keinen Zusammenhang herstellen, indem ihr vorausschaut. Ihr könnt diesen nur herstellen, indem ihr zurückschaut. Ihr müsst also darauf vertrauen, dass sich die Punkte in der Zukunft irgendwie verbinden.“ Steve Jobs

„Jedes Leben hat sein Maß an Leid. Manchmal bewirkt eben dieses unser Erwachen.“ Buddha

„Wenn du ein Problem hast, versuche es zu lösen. Kannst du es nicht lösen, dann mache kein Problem daraus.“ Buddha

FLOW: Arbeiten, ohne zu Arbeiten

Fünf Tipps für mehr Flow im Leben

Kennst du diese Tage, an denen man überhaupt nicht in die Gänge kommt? Ich zur Genüge. Ich ärgere mich an solchen Tagen immer, dass die Zeit so nutzlos dahin fließt, ohne dass ich etwas Produktives geschafft habe. Wenn es dann noch draußen sommerlich heiß ist, man die Zeit auch gut und gerne im Freibad oder am See verbringen könnte und gleich das Kind abgeholt werden will – da ist der Frust vorprogrammiert.

Manchmal geht es mir aber auch so, dass ich – wenn ich erstmal mit etwas angefangen habe – unendlich viele Stunden damit verbringen kann, etwas fertig zu kriegen. Ich vergesse dabei sogar, zu essen oder mir etwas zu trinken zu holen – und das will was heißen. Ich gehe dann voll in meiner Aufgabe auf. Ich schau nicht auf die Uhr, weil ich hoffe, dass endlich Feierabend ist, sondern weil ich hoffe, dass noch genügend Zeit bleibt, um weiter zu machen, bevor ich das Kind abholen oder abends ins Bett muss.

Sinn und Potenzialentfaltung bei der Arbeit – wie ist das möglich?

Diesen letzteren beschriebenen Zustand nennen Wissenschaftler den „Flow-Zustand.“ Seitdem die meisten von uns nicht mehr schweißtreibende und harte Arbeit am Fließband machen müssen, rückt immer mehr die Frage in den Vordergrund: wie können wir so arbeiten, dass wir einerseits unser Potenzial voll einsetzen (so hätten es gerne die Chefs), wir andererseits aber auch mit Spaß und Leichtigkeit dabei sind? So wünschen es sich zumindest die meisten Berufstätigen.

Ein Forscher, der sich mit diesem Phänomen besonders einen Namen gemacht hat – wenn auch einen unaussprechlichen –  ist der ungarische Wissenschaftler Mihaly Csikszentmihalyi. Er hat bei Künstlern beobachtet, dass diese in ihrem kreativen Schaffen wie in einer Art „Trance“ den Pinsel geschwungen oder ein Lied komponiert haben. Er machte außerdem Erhebungen mit Spitzensportlern und stellte fest, dass diese vor allem im Flow-Zustand zu Höchstleistungen fähig waren.

Csikszentmihalyi beschreibt Flow auch als „Entrücktsein vom aktuellen Tagesgeschehen“, „das völlige Aufgehen in der momentanen Tätigkeit“ oder „das Verweilen in einem Zustand des glücklichen Unendlichkeitsgefühls.“

Kinder im Dauerflow

Kindern scheint das sehr viel näher zu liegen als Erwachsenen. Im Gegensatz zu mir fällt es meinem Kind überhaupt nicht schwer, in den Flow-Zustand zu kommen. Er nimmt sich ein Spielzeug, Bauklötze oder Playmobil und kann sich so intensiv damit beschäftigen, dass er es auch beim 10. Mal nicht hört, wenn ich ihn dazu auffordere, sich anzuziehen oder die Zähne zu putzen.

Auch wenn mir dann manchmal fast der Geduldsfaden reißt, kann ich es ihm nicht verübeln, dass er in seine Welt eintaucht. Zumal Kinder in diesem Zustand unendlich kreativ sind und mehr lernen, als sie es je durch Belehrungen von außen tun. Sie brauchen in solchen Momenten nicht mal eine positive Rückmeldung – die Aufgabe an sich ist Belohnung genug. Wenn ich meinen Sohn lobe, was er Tolles gebaut hat, will er das nicht hören.

Der Psychologe Siegbert A. Warwitz hat festgestellt, dass bei spielenden Kindern der Urzustand des Flow zu finden ist. Er nennt dies auch „glückseligen Zustand des Bei-sich-Seins.“ Wenn Kinder zum Beispiel Rollenspiele machen, dann spielen sie nicht Captain Sharky, sondern sie sind es. Sie gehen voll in der Figur auf, die sie gerade spielen.

Voraussetzungen für Flow

Doch kann auch ein normaler Erwachsener in diesen Zustand kommen, wenn er nicht Künstler oder Sportler ist? Wie können wir es erreichen, dass Arbeit nicht mehr als Arbeit erscheint, sondern als sinnvoller Ausdruck des eigenen Potenzials? Laut Csikszentmihalyi braucht es folgende Voraussetzungen, um in den Flow-Zustand zu kommen:

⇒ Das richtige Maß an Herausforderung

Mir geht es oft so: wenn die Aufgabe langweilig ist, kann ich mich nicht aufraffen, sie zu beginnen. Wenn mir umgekehrt etwas zu schwierig, komplex oder zu viel erscheint, dann gerate ich in eine Art „Schockstarre“ und es geht auch nichts mehr.

Wichtig ist es, eine gewisse Herausforderung zu haben, aber keine Überforderung. Die Stressforschung bestätigt: „Guter Stress“ – auch „Eustress“ genannt –macht produktiv und kreativ. Zu viel oder zu wenig Stress macht krank.

⇒ Ein Ziel vor Augen haben

Diese alte Geschichte macht deutlich, worum es geht:
Ein Passant traf auf seinem Wege drei verschiedene Arbeiter. Er fragte den ersten, was er denn da tue, als dieser mürrisch einen Stein bearbeitete. „Das siehst du doch. Ich maure“ sagt er dem Passanten. Der zweite tat das Gleiche, schien aber etwas motivierter zu sein. Auf die Frage des Passanten hin antwortete er „ich arbeite an einem Fenster.“ Der dritte Arbeiter bearbeitete mit einer solchen Hingabe den Stein, dass er kaum ansprechbar war. Seine Antwort auf die Frage des Passanten: „Ich baue eine Kathedrale.“

Das Gefühl, für etwas Größeres zu arbeiten, beflügelt uns. Selbst wenn die Tätigkeit an sich nicht spannend ist. Die Sichtweise entscheidet.

⇒ Vollkommene Konzentration und direkt sichtbares Handlungsergebnis

Wenn mein Sohn einen Turm baut, dann stürzt der zusammen oder bleibt stehen. Er sieht sofort, ob er „erfolgreich“ gebaut hat oder nicht. In unserem Arbeits- und Privatleben ist es leider nicht immer so direkt ersichtlich, ob ein Projekt klappt, eine Beziehung hält oder eine Strategie aufgeht. Wichtig ist, dass das Gehirn optimal gefordert ist. Und dass man schnell merkt, ob die Tätigkeit zum Erfolg führt. Ein Fliesenleger sieht schnell, ob es passt, ein Lehrer hingegen braucht viel Geduld und Feingefühl, um kleine Erfolge zu erzielen.

⇒ Die Zeit vergessen

Wer auf der Arbeit nichts zu tun hat, für den zieht sich die Zeit wie Kaugummi. Wer im Flow ist, vergisst die Zeit. Nachteulen wir ich merken dann gegen 2:00 nachts, dass sie doch mal langsam ins Bett gehen sollten.

⇒ Glücksgefühl aus sich heraus

Im „Flow-Zustand“ ist auch die Tätigkeit an sich schon Belohnung genug. Wer in einem Chor singt, zieht sein Glücksgefühl nicht nur aus dem großen Auftritt, sondern auch aus den zahlreichen Proben, in denen jeder kleine Erfolg, jede gelungene Partitur schon zählt.

Auch hier machen Kinder es vor: Wenn mein Sohn ein richtig tolles Schiff aus Magnetspielzeug gebaut hat, dann zerstört er es meist sofort wieder, um neu anzufangen. Das Tun macht ihn glücklich.

Mehr Flow im Alltag – so geht’s

Was bedeutet das für uns? Wir wollen doch schließlich produktiv sein und nicht das, was wir erschaffen, gleich wieder kaputt machen, oder? Chirurgen haben nur eine Chance, es richtig zu machen, sonst kommen sie in Teufels Küche. Auch Baufirmen können ein Haus nicht immer wieder abreißen, bis es ihnen gefällt. Doch wenn wir unsere vielen kleinen Tätigkeiten im Berufs- und Privatleben mal genauer betrachten, können wir trotzdem Voraussetzungen schaffen, um öfters in den Flow-Zustand zu kommen. Und somit mehr Erfüllung, Produktivität, Kreativität und sogar Spaß bei dem zu empfinden, was wir tun.

Flowtipp 1: Lass den Perfektionismus los

Oft lähmt uns das Gefühl, es unbedingt richtig machen zu wollen. Perfektionismus ist ein Grund dafür, dass wir vieles entweder gar nicht anfangen oder es nicht zum Ende bringen. Wie oft höre ich Menschen sagen, „Ich muss vorher noch die oder die Ausbildung machen, bevor ich loslegen kann.“ Auch Fehler dürfen sein und gehören dazu. Edison hat es Tausende Male immer wieder neu versucht mit der Glühbirne. Vertriebler müssen sich zahlreiche „Neins“ einholen, um irgendwann mal ein „Ja“ zu bekommen. Lass den Gedanken los, dass alles sofort perfekt sein muss. Fange einfach an – der Rest kommt von selbst.

Flowtipp 2: Sieh das Große Ganze

Um in den Flow zu kommen, ist es hilfreich, ein Ziel vor Augen zu haben, das Größere Ganze. Im beruflichen Zusammenhang bedeutet das: Sieh das Ziel des Unternehmens, des Projektes oder des Produktes an und führ dir vor Augen, inwiefern dieses Produkt oder diese Organisation etwas für das Wohl der Menschen tut. So ziemlich jede Aufgabe – vom Manager bis zur Putzfrau – hat ihre Bedeutung, sonst gäbe es sie nicht.

Solltest du in deiner Tätigkeit auch bei genauerer Betrachtung absolut nichts finden, was der Menschheit dient, dann wechsele deinen Job. Gleiches gilt auch, wenn du dich ständig über- oder unterfordert fühlst mit den Aufgaben, die dir zugetragen werden.

Flowtipp 3: Schalte Ablenkungen aus

Es fällt uns immer schwerer, uns länger auf eine Aufgabe zu konzentrieren. Ständig tingeln neue Nachrichten ein, WhatsApp-, Telegram-, Mails, Facebook etc. Wie oft sind wir versucht, mal eben zwischendurch drauf zu schauen. Und schon brauchen wir wieder richtig lange, um zurück in die jeweilige Aufgabe zu finden. Also: Benachrichtigungen ausschalten, das Handy auf stumm oder weit weg gelegt, die Bürotür zu und Eintauchen in die wirklich wichtige Aufgabe. Es ist bei dir im Büro nicht machbar? Dann finde Wege – vielleicht durch Home Office oder ein Schild an der Tür.

Flowtipp 4: Lerne zu spielen und zu lachen

Jeder von uns konnte spielen. Doch mit der Zeit haben wir es verlernt. Erwecke deinen Spieltrieb wieder. Mache etwas Albernes, spiele mit Kindern, tue etwas, was du sonst nie tun würdest. Humor ist dabei das A und O, denn damit geht alles leichter. Suche dir eine Lachyoga-Gruppe. Hier gibt es einen Raum, in dem du ungestört und ungehemmt spielen kannst. Hier ist albern sein erlaubt, loslassen, lachen und lustig sein.

Wenn wir etwas verkrampft tun oder wollen, entsteht kein Flow. Wenn wir jedoch üben, spielerisch an Dinge heran gehen, dann meistern wir auch Herausforderungen leichter.

Flowtipp 5: Erschaffe dir Flow-Momente

„Flow“ ist in deinem Beruf nicht machbar, aber du kannst derzeit nicht kündigen? Dann schaue privat nach Möglichkeiten und Aktivitäten, die dich in den Flow bringen. Singe in einem Chor, mache einen Malkurs, schreibe Gedichte oder koche etwas nach einem besonderen Rezept. Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, sich Flow-Erlebnisse – und somit auch Glücksmomente – zu erschaffen. Mehr Ideen und Tipps dazu findest du auch im vorherigen Blog „Das Ei das auf den Teppich fiel„.

Ich wünsche dir viel Leichtigkeit und FLOW!

Namasté

Angela

P.S: du weißt nicht so recht, welche Ziele du dir setzen sollst oder bist noch unklar über deine Ausrichtung, den Sinn, deine Visionen? Dann lerne das SMILE-Programm kennen und lass dich begleiten – mach jetzt den kostenlosen Happiness Check…

Zitate

„Indem wir uns mit jedem Detail unseres Lebens befassen, egal ob gut oder schlecht, finden wir Glück, nicht indem wir direkt danach suchen.“ Mihály Csíkszentmihályi

„Glück entsteht auf der Grenze zwischen Langeweile und Angst, wenn also die Herausforderung genauso groß ist wie die Fähigkeit, mit ihr umzugehen.“ Mihaly Csikszentmihalyi

„Der Mensch spielt nur, wo er in voller Bedeutung des Wortes Mensch ist, und er ist nur da ganz Mensch, wo er spielt.“ Friedrich Schiller

Buchtipp

Mihaly Csikszentmihalyi: Flow. Das Geheimnis des Glücks

Fels in der Brandung des Lebens – warum Meditation glücklich macht

Boh, ist das langweilig! Ferse, Spann, Ballen, Zehen – gaanz langsam schreite ich durch die Gehmeditation. Lieber würde ich jetzt joggen gehen oder mich mit jemandem angeregt unterhalten. Aber ich soll eben lahm gehen, hier im „Vipassana Meditation Center“ in Nepal. Ich müsste nachher mal mein T-Shirt durchwaschen, fällt mir da ein. Und bald gibt es endlich Frühstück! Meine Gedanken schweifen ab. Ich zwinge mich, bei der Wahrnehmung meiner Fersen zu bleiben, bei jedem einzelnen Muskel, der sich anspannt, wieder entspannt, bei jedem Druckpunkt, der meinen Fuß nacheinander mit der Erde verbindet. Dann spüre ich die aufgehende Morgensonne auf meinen Wangen, dazu den sanften Wind. In der Ferne ertönt der Gong des nahen japanischen Tempels, exotische Vögel beginnen ihr Lied zu singen. Am Wegesrand sehe ich eine Blume, die in einem solch tiefen Rot blüht, wie ich es noch nie zuvor gesehen habe. Ein Schmetterling tanzt um sie herum. Was für eine unendliche Fülle an Sinneseindrücken!

Später, in der Sitzmeditation, geht es nur noch um die Innenwelt. Der Raum ist abgedunkelt, man soll sich anderthalb Stunden lang nicht bewegen, die Füße schlafen ein. Die Schmerzen wandern von einer Stelle im Körper zur nächsten. Manchmal sind sie kaum noch aushaltbar. Wenn ich dann trotzdem ausharre, beginnt die Energie in meinem Körper zu fließen. Wow! Solche Momente gehören zu den schönsten in diesen 10 Tagen, dich ich mir hier auferlegt habe. Die längsten 10 Tage meines Lebens – und doch auch mit die prägendsten.

Meditation – Trend nicht nur in der Wirtschaftswelt

Meditation: das ist heute keine weltferne Eso-Masche mehr, sondern in aller Munde. In der Wirtschaftswelt redet man von „Achtsamkeit“ und so manch ein gestandener Manager meditiert vor wichtigen Meetings, um gelassen und mit innerer Kraft in die Verhandlung gehen zu können. Entspannung, MBSR und Meditation werden nicht nur in zahlreichen Frauenmagazinen als Weg zur Gelassenheit empfohlen, sondern auch in ZEIT, FAZ und Wirtschaftswoche. Dies birgt jedoch die Gefahr, dass Menschen sich gedrängt fühlen, diesem Trend zu folgen. Um fit für den Erfolg oder leistungsfähiger zu werden oder um noch besser zu funktionieren.

Innere Einkehr – neue Perspektiven

Doch es geht um das Gegenteil. Nämlich darum, einfach mal zu sein statt zu tun und zu machen. Ziel ist es, inne zu halten, zur Ruhe zu kommen, den eigenen – meist negativen – Gedankenkreislauf zu durchbrechen. Bei der Meditation üben wir, im Hier und Jetzt zu sein, die Perspektive zu wechseln und Zugang zur eigenen Intuition, göttlichen Essenz oder inneren Weisheit zu finden. Durch Meditation stärken wir unsere innere Kraft und machen unsere Lebenszufriedenheit und Gefühle unabhängig von den Stürmen des Lebens. Sie hilft uns, aus der Opferrolle auszusteigen und zu erkennen, in welchen Bereichen des Lebens wir uns viel zu viele Sorgen und Gedanken machen. Wir werden uns bewusst, dass wir dem alltäglichen Stress und unseren Problemen nicht hilflos ausgeliefert sind. Viele Probleme verlieren an Bedrohlichkeit, wenn wir unsere Einstellung dazu verändern. Durch Meditation können wir dies Schritt für Schritt tun – in Richtung mehr Lebensfreude, Gelassenheit und Zufriedenheit. Dabei wiederum können bessere Konzentrationsfähigkeit, Stressresistenz und somit auch mehr Erfolg im Leben durchaus eine Folge von regelmäßiger Meditationspraxis sein.

Meditation verändert Gehirnstrukturen

Auch für Skeptiker oder diejenigen, die sich gerne selbst als „Verstandesmensch“ bezeichnen, gibt es mittlerweile genügend Argumente und Studien, die die positive Wirkung von Meditation belegen. Forscher weltweit haben herausgefunden, dass bei der Meditation der Blutdruck sinkt, der Herzschlag sich verlangsamt, die Atmung sich vertieft und Muskelanspannungen reduziert werden. Hirnforscher haben festgestellt, dass sich durch regelmäßige Meditation die Aktivität des Gehirns messbar verändert. Und zwar genau in den Hirnregionen, wo es um Gefühle geht, und auch um körperliche Empfindungen. Der Hirnbereich, in dem Sinneseindrücke gebündelt werden (Thalamus) und die gesamte Aufmerksamkeit sich sammelt, wird gestärkt. Der Fokus richtet sich auf positive Dinge und die Hirnregion, in der Angst und Stress entstehen (Amygdala), wird gedämpft. Auch konkrete körperliche Beschwerden lassen sich nachweislich durch Meditation reduzieren, so zum Beispiel Kopfschmerzen, Schlafprobleme, Herzstolpern oder Durchblutungsstörungen.

Meditation gegen Kriminalität?

Einige Studien beschreiben darüber hinaus noch den sogenannten „Maharishi-Effekt“: demnach sei in den Städten in den USA, in denen mindestens 1% der Bevölkerung regelmäßig Meditation ausübten, die Kriminalität signifikant zurückgegangen. So könnte Meditation auch ein Weg sein, um zu mehr Frieden, Harmonie und Mitgefühl auf dieser Welt beizutragen. Die Belegbarkeit dieser These wird jedoch von einigen Seiten angezweifelt.

Unabhängig von wissenschaftlichen Ergebnissen und Belegen erlebe ich, was in unseren Kursen und Seminaren passiert, in denen Menschen inne halten, meditieren, atmen, entspannen oder Yoga praktizieren. Der Gruppenzusammenhalt steigt, es entstehen Mitgefühl, Liebe und Verständnis für die Mitmenschen. Statt Stress, Misstrauen oder Konkurrenz breitet sich eine Atmosphäre von Gelassenheit und Zufriedenheit aus. Da jeder einzelne ein sehr viel stärkeres Bewusstsein für die eigenen Bedürfnisse – aber auch die Bedürfnisse der anderen – entwickelt, finden die meisten eine gute und gesunde Ausgewogenheit zwischen „für sich selbst sorgen“ und für andere da sein. Nicht nur im Seminar selbst, sondern auch später im Alltag.

5 Tipps, um Meditation in den Alltag zu integrieren

Doch wie lässt sich Meditation dauerhaft und sinnvoll in den Alltag integrieren? Ich selbst kam damals mit den besten Vorsätzen aus dem Meditationszentrum heraus: Jeden Tag zweimal anderthalb Stunden, das hatte ich mir vorgenommen. Zwei Wochen lang habe ich das durchgehalten. Dann kamen wieder Lebensphasen, in denen ich völlig vom Alltag verschluckt wurde, gar nicht meditierte oder nur selten. Nach jahrelangem Experimentieren habe ich nun Wege gefunden, die mir helfen, dran zu bleiben. Diese Erfahrungen möchte ich hier mit dir teilen.

1. Weniger ist mehr

Jeden Tag anderthalb Stunden in tiefe Meditation versinken? Das schaffen vielleicht Mönche im Himalaya, aber für einen normalen berufstätigen Menschen ziemlich unrealistisch. Macht aber überhaupt nichts. Der Wissenschaftler John Kabat Zinn hat festgestellt, dass auch kurzes, regelmäßiges Meditieren positive Effekte zeigt. Nimm dir also lieber eine kürzere Zeitdauer vor und versuche, dies regelmäßig zu machen, statt nach wenigen Tagen entnervt aufzugeben, weil du keine anderthalb Stunden schaffst. 15 Minuten täglich reichen schon aus.

2. Sei nicht zu streng mit dir selbst – aber bleibe dran

Geißele dich nicht selbst, wenn es mal an einem Tag nicht klappt. Es wäre schade, wenn Schuldgefühle die bereits erzielten Fortschritte wieder zunichte machten. Mache dann einfach am nächsten Tag wieder weiter! Wichtiger ist, dass du dauerhaft dran bleibst, auch wenn du immer wieder neu anfängst.

3. Fange leicht an und probiere aus

Du musst nicht gleich die schwierigsten Meditationstechniken beherrschen, um loszulegen. Absolute Gedankenlosigkeit mag für einige das Ziel sein, sollte aber nicht krampfhaft angestrebt werden. Beginne sanft, vielleicht mit einem täglichem „Body Scan“ oder Yoga Nidra, oder auch einer geführten Phantasiereise. Wenn du dann das Gefühl hast, dabei schon ruhiger zu werden, kannst du weitere Techniken ausprobieren.

4. Nutze die 40-Tage-Formel

Laut Yoga-Tradition braucht der Mensch 40 Tage, bis sich eine neue Denk- oder Handlungsweise als Gewohnheit etabliert hat. Laut Gehirnforschung braucht es 30 Tage, bis sich neue neuronale Verbindungen im Gehirn bilden. Wenn du verschiedene Arten von Meditation ausprobieren möchtest, dann bleibe mindestens 40 Tage am Stück bei einer Technik. Führe dabei Tagebuch über das, was in deinem Leben so passiert. Dann kannst du die Wirkung verschiedener Techniken noch besser reflektieren.

5. Sei ohne Erwartungen

Wie bei vielen anderen Dingen ist es bei der Meditation auch: Je mehr wir mit einer bestimmten Vorerwartung oder Vorbewertung herangehen, umso weniger erfüllt sich dies. Erwarte weder Erleuchtung noch Wunderheilung von irgendeiner Art der Meditation. Denn genau das ist auch das Prinzip: Löse dich von allen Vorstellungen, wie die Dinge sein sollten und akzeptiere das, was gerade ist. Je mehr du dich der Erwartungslosigkeit hingibst, umso mehr wirst du positiv überrascht werden.

Ich wünsche dir viel Spaß dabei!

Namasté Angela

 

Glücksaufgabe

Mache dir eine Notiz in deinem Kalender, in 40 Tagen. Wähle eine Meditationstechnik für dich aus, die du in diesen 40 Tagen anwenden möchtest. Besorge dir ein Tagebuch und schreibe jeden Tag deine Erfahrungen auf.

Meditationen für dich

Hier findest du Entspannungsreisen, Meditationen, Yoga Nidra und vieles mehr. Such dir einfach eine raus und lege los!

 

Buchtipps

Meditation löst Lebensprobleme von Safi Nidiaye

Jetzt! Die Kraft der Gegenwart von Eckhart Tolle

 

Bekannte Entspannungs- und Meditationstechniken

Body Scan

Eine sehr einfache und effektive Möglichkeit, den Grübelkreislauf der Gedanken zu unterbrechen, inne zu halten und in die Entspannung zu kommen. Dieser wird eingesetzt als Vorbereitung auf autogenes Training sowie zur Entspannung nach einer Yoga-Stunde oder auch Fitness-Stunde. Hierbei geht man den Körper gedanklich durch und entspannt nach und nach jeden Körperteil. Hier findest du einen angeleiteten Body Scan…

Yoga Nidra

Yoga Nidra bedeutet „yogischer Schlaf“. Dies ist eine Yoga-Technik aus der tantrischen Tradition, die durch tiefe Entspannung und bewussten Schlaf den Zugang zu tiefen Bewusstseinsschichten ermöglicht. Yoga Nidra ist eine systematische Methode, um vollkommene mentale, emotionale und physische Entspannung herbeizuführen. Diese geführte Reise durch den Körper lenkt das Bewusstsein auf alle Körperteile. Die Teilnehmer scannen dabei ihren Körper vom Kopf bis zu den Zehen und entspannen dabei jeden einzelnen Teil ihres Körpers. Optional führt der Gruppenleiter sie danach durch verschiedene Visualisierungen und Empfindungen, z.B. heiß/ kalt, leicht / schwer, Atemräume (Nase, Brustraum, Bauch), Orte der Entspannung (Meer, Wald, Landschaft). Weiterhin gibt es die Möglichkeit, am Anfang einen Wunsch oder Intention (Sankalpa) einzugeben und die Aufmerksamkeit am Anfang und Ende darauf zu lenken. Hier findest du eine Yoga Nidra Kurzentspannung…

Phantasiereise

Fantasie-, Märchen- oder Traumreisen sind imaginative Verfahren. In der Psychotherapie werden sie zum Aufspüren von innerer Kraft und Weisheit eingesetzt. Als Entspannungsverfahren wirken sie therapeutisch. Sie werden als Geschichten von einem Sprecher erzählt. Ein tiefer Ruhe- und Erholungszustand wird durch eine entspannte Körperposition, die Zuwendung durch den Sprecher sowie die Hinwendung auf die meist als angenehm erlebten Bilder in der eigenen Fantasie erzielt. Durch eine herabgesetzte Muskelspannung kommt es zu einer körperlich-seelischen Entspannung. Der Zuhörer stellt sich innere Bilder zu den Texten vor, in die möglichst viele angenehme Sinneseindrücke eingebaut sind. Hier geht es zur Phantasiereise „Die Oase“…

Vipassana-Meditation

Vipassana ist eine der ältesten Meditationstechniken Indiens und bedeutet soviel wie „die Dinge zu sehen, wie sie wirklich sind“. Es geht hier darum, den Geist von trüben Gedanken und „Unreinheiten“ zu befreien. Dies geschieht durch Selbstbeobachtung. Man beobachtet den Atem, körperliche Empfindungen und die Gedanken. Alles was gerade da ist – Gedanken, Sorgen, Schmerzen – wird als reine Empfindung angesehen und von einer Bewertung (gut oder schlecht) abgekoppelt.

Zen-Meditation

Zen ist eine wichtige Richtung im Buddhismus. Der Begriff „Zen“ leitet sich vom Sanskrit ab und bedeutet „Meditation“ oder „Versenkung“. Man versucht dabei, im gegenwärtigen Augenblick präsent zu sein, sei es bei der Zen-Meditation in der Konzentration auf die Haltung und Atmung oder auch bei allen anderen Tätigkeiten des Alltags. Um den Gedankenkreislauf zu stoppen, arbeitet man hier mit „Tricks“, wie z.B. von 1 bis 10 zählen, den Atem beobachten, sich mit Rätseln („Koans“) befassen. Das sind unlösbare Aufgaben oder paradoxe Aussagen, die der Lehrer dem Schüler in die Meditation mitgibt.

MBSR – Mindfulness Based Stress Reduction

Die Achtsamkeitsbasierte Stressreduktion (Mindfulness-Based Stress Reduction – MBSR) ist ein von dem Molekularbiologen Jon Kabat-Zinn in den späten 1970er Jahren in den USA entwickeltes Programm zur Stressbewältigung durch gezielte Lenkung von Aufmerksamkeit und durch Entwicklung, Einübung und Stabilisierung erweiterter Achtsamkeit. Hier geht es um eine Kombination von Yoga, Sitz- und Gehmeditation. Bei allen Übungen steht das nicht-wertende Annehmen dessen im Vordergrund, was gerade im Augenblick wahrnehmbar ist. Das können Körperempfindungen (z. B. Druck, Kribbeln), Gefühle (angenehm / unangenehm), Emotionen (z. B. Angst, Trauer), Stimmungen, Sinneswahrnehmungen oder Gedanken sein. Diese Methode findet sowohl in der Wirtschaftswelt immer größere Verbreitung, wird aber auch im klinischen Bereich (zum Beispiel mit chronisch Kranken) eingesetzt.

Dynamische Meditationen

Der spirituelle Lehrer Osho hat verschiedene Meditationen entwickelt, die mit Bewegung verbunden sind: zum Beispiel schütteln, tanzen, springen, aber auch Wut oder Albernheit herauslassen. Verschiedene Gefühle wie Weinen und Lachen finden hier ebenso ihren Ausdruck.

Besonders effektiv ist vor allem die Lachmeditation, die auch im Lachyoga nach Dr. Madan Kataria eingesetzt wird. Hier lässt man ca. 10 – 30 Minuten lang das Lachen frei sprudeln. Dies kann alleine praktiziert werden, ist aber einfacher in einer Gruppe, weil hier der gegenseitige Ansteckungseffekt genutzt werden kann. Hier findest du eine „Lachaufnahme„, die dich dabei unterstützen kann, in das freie Lachen hinein zu kommen.

Zitate

„Bei der Meditation geht es nicht um den Versuch, irgendwo hinzugelangen. Es geht darum, dass wir uns selbst erlauben, genau dort zu sein, wo wir sind, und genau so zu sein, wie wir sind, und desgleichen der Welt zu erlauben, genau so zu sein, wie sie in diesem Augenblick ist.“ Jon Kabat-Zinn

„Das Gegenstück zum äußeren Lärm ist der innere Lärm des Denkens. Das Gegenstück zur äußeren Stille ist innere Stille jenseits der Gedanken.“ Eckhart Tolle

„Du kannst die Wellen nicht stoppen, aber du kannst lernen zu surfen.“ Jon Kabat-Zinn

„Meditation ist das Reinigen des Geistes und Herzens vom Egoismus; durch diese Reinigung entsteht das richtige Denken, das allein den Menschen vom Leid befreien kann.“ Jiddu Krishnamurti

„Existenz ist nur im gegenwärtigen Moment. Der Verstand ist niemals im gegenwärtigen Moment.“ Osho

 

Glücklich machen macht glücklich

„Mitgefühl und Liebe sind keine bloßen Luxusgüter. Als die Quelle von innerem und äußerem Frieden sind sie grundlegend für das Überleben unserer Spezies.“ Dalai Lama

In meinem Leben gab es eine Zeit, in der ich sehr unglücklich war – mein Job war futsch, die Beziehung kaputt. Ich steckte im Negativ-Kreislauf und fühlte mich als Opfer äußerer Umstände. Der Leidensdruck war so groß, dass er mich aus meiner Komfortzone heraus katapultierte. Etwas musste sich ändern. So beschloss ich, länger nach Indien zu reisen, um in einem Hilfsprojekt mitzuarbeiten. Gelandet bin ich bei einem französischen Arzt, der Kranke behandelte – in den Slums, auf der Straße. Dort sah ich Lebensumstände, die ich mir vorher nicht mal ansatzweise vorstellen konnte. Menschen, die auf Bahnsteigen lebten, Kinder, die im Müll und Dreck spielten, Frauen, deren Brandwunden sich über den ganzen Körper zogen. Das Erstaunliche aber war: Egal, wie miserabel es diesen Menschen ging – sie hatten immer ein Lächeln und einen „Namasté“-Gruß als Dankeschön für uns übrig.

Wie konnten diese Menschen noch lächeln? Und wie konnte ich es mir je anmaßen, mich als Opfer gefühlt zu haben? Ich hatte ein Dach über dem Kopf, sauberes Wasser, eine Ausbildung, alle Möglichkeiten. In dem Moment schämte ich mich fast dafür, dass ich zu Hause vor lauter Selbstmitleid zerflossen war. Aber noch erstaunlicher war die Erkenntnis: Ich war hier so glücklich wie selten zuvor! Ja, es flashte mich geradezu, mal wirklich etwas für andere tun zu können, statt um mich selbst und mein eigenes Leid zu kreisen. Mir wurde bewusst, wie unglaublich gut es uns in Deutschland geht – besser als dem größten Teil der Menschheit. Ich stellte fest, dass die freiwilligen Helfer, die hier in dem Projekt ihre Urlaubszeit opferten, allesamt mindestens genauso viel zurück bekamen wie sie gaben. Und ich sah, dass materieller Wohlstand, so wie wir ihn in Deutschland genießen, nicht zwangsweise glückliche Menschen hervorbringt. Während die Inder stets Zeit hatten für einen Plausch beim Chai, zusammen saßen, dabei scherzten und viel lachten, sind in Deutschland Depression und Einsamkeit zu einem ernsthaften Problem geworden.

Weltglückstag: Gemeinschaft statt Wachstumswahn

Bis vor wenigen Jahren herrschte in den Industrieländern noch die gängige Meinung, dass Wirtschaftswachstum das einzige anzustrebende Ziel sei. Und tatsächlich sind laut „World Happiness Report“ die Menschen in wohlhabenden Ländern wie Finnland oder Dänemark glücklicher als in „Krisenländern“ wie Griechenland oder Venezuela. Ein gewisses Grundmaß an Wohlstand und Einkommen ist sicherlich erforderlich, um zufrieden zu leben. Trotzdem setzt sich immer mehr die Erkenntnis durch, dass bedingungsloses Wachstum um jeden Preis kein Garant für Wohlstand ist.

Mit dem „Weltglückstag„, den es seit 2013 gibt, haben die Vereinten Nationen anerkannt, dass Glück ein „grundlegendes Ziel für die Menschen“ ist. Sie betonen, dass „Fortschritt“ nicht nur Wachstum bedeuten sollte – sondern auch die Erhöhung von Glück und Wohlbefinden für die Menschen. Sie berufen sich dabei auf die drei Säulen „Soziales“, „Wirtschaft“ und „Umwelt“, die gleichsam wichtig sind. Auch bei den „17 Zielen für nachhaltige Entwicklung“ (2015 von den UN beschlossen) geht es nicht nur um Reduzierung der Armut, sondern auch um Wohlbefinden und Gesundheit, Frieden, Gerechtigkeit, Bildung und Nachhaltigkeit. Das kleine Land Bhutan macht es vor. Schon seit den 70er Jahren hat hier das „Bruttonationalglück“ vor dem Bruttosozialprodukt Priorität. Bereits die Schulkinder erlernen hier „Glückskompetenzen“ wie Achtsamkeit, Empathie, Konfliktmanagement und Meditation. Was können wir also in unserem Umfeld tun, um Glück und Freude zu verbreiten und auch zu leben?

Drei Glückstipps zum Weltglückstag

  1. Gutes tun: Nutze an diesem Tag jede Gelegenheit, um andere Menschen glücklich zu machen. Studien belegen, dass „Gutes tun“ einer der besten Wege ist, selbst zufrieden zu sein. Daher ruft der Weltglückstag Menschen dazu auf, an diesem Tag ganz bewusst Mitgefühl, Empathie und Hilfsbereitschaft zu leben.
  2. Beziehungen kultivieren: Nimm Kontakt auf zu einem lieben Menschen, den du besonders magst oder den du länger nicht gesehen hast. Schreibe ihm eine Karte oder sag ihm etwas Nettes. Glückliche und erfüllte Beziehungen sind der Glücksfaktor schlechthin. Damit sind sowohl Familie und enge Freunde gemeint als auch Arbeitskollegen, Freizeitgefährten oder die Gemeinschaft in einer Gruppe oder einem Verein.
  3. Dankbarkeit leben: Halte inne, atme und denke an mindestens drei Dinge, für die du dankbar bist. Dankbarkeit ist eine Lebenseinstellung, die vielleicht altmodisch klingt, aber definitiv glücklich macht.

All das sollte natürlich nicht nur am Weltglückstag geschehen, sondern jeden Tag neu. Probier es aus und berichte gerne hier! Aus meiner Erfahrung in Indien kann ich nur bestätigen: für andere etwas tun macht glücklich. Gemeinschaft mit Gleichgesinnten macht glücklich. Und Dankbarkeit macht glücklich. Unter anderem dafür, dass wir hier in einem wohlhabenden und freien Land wie Deutschland leben. Das können wir uns regelmäßig bewusst machen – auch ohne nach Indien gereist zu sein.

Namasté,

Angela

„Wir leben von dem, was wir bekommen, aber wir gestalten unser Leben durch das, was wir geben.“ Winston Churchill

Trainiere dein Glück!

Du möchtest dein inneres Glück aktivieren, dein Mindset langfristig auf glücklich sein programmieren und dies nachhaltig im Alltag umsetzen? Dann ist vielleicht dieser Online-Kurs „Aktiviere dein inneres Glück und leuchte“ das Richtige für dich. Mehr Infos hier…

 Glücksgedanken für die Woche

  • Anderen Menschen etwas Gutes zu tun macht glücklicher als ständig selbst etwas zu fordern
  • Gemeinschaft und Mitmenschlichkeit sind als Glücksfaktor entscheidender als alle anderen äußeren Lebensumstände
  • Wir können unendlich dankbar sein, wie gut es uns geht und dass wir in Frieden, Wohlstand und Freiheit leben

Mögliche Aktionen zum glücklich machen

Jeder kann dazu beitragen, das Glück und Wohlbefinden auf dieser Welt zu erhöhen.  Hier ein paar Anregungen dazu:

  • Ein nettes Wort an die Kassiererin im Supermarkt richten
  • Sich Zeit nehmen für einen kurzen Plausch mit dem Nachbarn
  • Eine Freundin oder Freund anrufen, die du länger nicht gesehen hast
  • Einen älteren Menschen auf der Straße einfach ansprechen
  • Mit einem Obdachlosen oder Bettler ins Gespräch kommen, ihm zuhören
  • Ein paar herzliche Worte mit der Erzieherin / Lehrerin / Schwiegermutter wechseln
  • Eine Umarmungsaktion (Free Hugs) starten
  • Deinen Partner/in lange umarmen
  • Einen bestimmten Menschen einen ganzen Tag lang besonders zuvorkommend behandeln.
  • Jemandem ein Kompliment machen

Ich würde mich freuen, wenn du hinterher davon berichtest, was du gemacht hast und wie es war – hinterlasse gerne einen Kommentar :-)

 

Neues Jahr, neuer Anfang? Warum gute Vorsätze nicht funktionieren…

… und wie wir Ziele trotzdem richtig formulieren

Kennst du diese Menschen, die sich voller Elan in eine neue Sache stürzen, begeistert davon erzählen, und dann… ja, und dann? So erzählte mir zum Beispiel neulich ein Freund, er habe sich im Fitnessstudio angemeldet und will jetzt endlich Diät machen – diesmal mit einer neuen teuren Methode, mit der es ganz bestimmt klappen wird. Als ich dann ein paar Wochen später vorsichtig nachfrage, gibt es triftige Gründe, warum das nicht machbar war. „Meine Fitnesstrainerin war so gar nicht auf meiner Wellenlänge“, heißt es dann. Oder „jetzt war gerade so viel im Job los, dass es einfach nicht passte.“ Um ehrlich zu sein, das könnte auch ich sein – oder jeder andere. Doch warum ist es oft so, dass wir gute Vorsätze einfach nicht durchhalten?

Das Jahr ist neu – wir aber nicht

Dabei heißt es doch immer so schön „ein neues Jahr ist wie ein neuer Anfang“, …, „ein unbeschriebenes Blatt“ etc. Der Jahreswechsel ist sicherlich ein guter Zeitpunkt, um das alte Jahr Revue passieren zu lassen und sich zu überlegen, wo es im neuen Jahr hingehen soll. Doch wir Menschen sind nun mal kein unbeschriebenes Blatt. Wir werden nicht von heute auf morgen jemand anders. Wir haben uns über viele Jahre hinweg bestimmte Denkweisen angeeignet, die wiederum unser Verhalten prägen. „Neuroplastizität“ nennt man das in der Gehirnforschung. Je nachdem, welche Erfahrungen wir also im Laufe des Lebens gemacht haben, ordnet das Gehirn die Erlebnisse ein. Wenn wir unsere Denkweise verändern wollen, dann geht das nicht allein über den bewussten Verstand. Denn die alten Denkmuster laufen unbewusst mit und torpedieren die besten Ziele und Vorsätze. Wenn der Abnehm- und Fitnessplan bereits vorher ein paar Mal gescheitert ist, dann kann ein unbewusstes „ich schaff’s ja eh nicht“ zum Hindernis werden. Gleiches gilt auch für die Umsetzung beruflicher Ideen und Projekte. Und auch die Partnersuche wird schwierig, wenn ich mir unbewusst einrede, ich sei nicht liebenswert.

Ziele setzen – aber richtig!

Doch was ist die Konsequenz daraus? Am besten gar keine Ziele setzen, da es ja eh nicht klappt? Im Gegenteil: Wenn wir unser Leben so gestalten wollen, dass wir glücklich und zufrieden sind, ist es wichtig, sich mit den eigenen Zielen und Träumen zu beschäftigen. Wenn wir dies nicht tun, dann kann es passieren, dass wir vom Leben herumgeschubst werden oder das Leben anderer leben. Es lohnt sich, die Zeit zu investieren und zu überlegen, was in diesem neuen Jahr – oder auch in 5 Jahren – ansteht.

Die Glücksforschung bestätigt: Stagnation macht nicht glücklich. Studenten, die für das „Nichtstun“ sogar gut bezahlt wurden, haben dies in einer Studie gerade mal wenige Stunden, kaum aber länger als zwei Tage durchgehalten. Seit Beginn der Evolution sind wir offenbar von Natur aus dazu bestimmt, unser Potenzial zu entwickeln, uns zu verändern, uns weiterzuentwickeln. Unser Gehirn ist so angelegt, dass es uns belohnt, wenn wir neue Herausforderungen gemeistert haben – chemische Substanzen sorgen dafür, dass wir Erfolge genießen können – wir sind stolz auf das, das wir erreicht haben.

Fünf Tipps für die Formulierung von Zielen

1. Der Weg ist das Ziel

Doch nicht allein das Erreichte macht uns glücklich. „Wenn ich erstmal das Projekt umgesetzt habe / den richtigen Partner gefunden habe, dann wird alles gut“, so heißt es oft. Doch das ist ein Denken aus dem Mangel heraus. Genauso wichtig wie das Ziel ist der Weg dahin. Das Ankommen an einem Ziel ist dann etwas Besonderes, wenn wir den Weg dahin bewusst gegangen sind und genossen haben. Als ich bei einem Auslandsaufenthalt in Peru den berühmten Machu Picchu besucht habe, bin ich vorher fünf Tage lang auf dem „Inka Trail“ gewandert – mit Übernachtung in Zelten, zum Teil sehr anstrengenden Etappen, aber auch vielen tollen Momenten. Als wir am letzten Tag erstmals in der Ferne den Machu Picchu im Lichte des Sonnenaufgangs erblickten, war dies eine unvergessliche Erfahrung. Die Bustouristen, die später bequem dorthin kutschiert wurden, haben dies sicherlich nicht so intensiv erlebt.

2. Finde ein Ziel, das dir wirklich etwas bedeutet

Der Hauptgrund, warum „gute Vorsätze“ nicht funktionieren: Es fehlt die innere Begeisterung. Denn was steckt wirklich hinter dem Wunsch, abzunehmen, fit zu sein oder Karriere zu machen? Ist das wirklich dein eigener Herzenswunsch, deine tiefste Sehnsucht? Oft werden „äußere Ziele“ bedeutungslos, wenn wir in uns hinein horchen und uns fragen, was uns wirklich in Begeisterung versetzt. Vielleicht ist es etwas, das du schon als Kind gerne gemacht und aus den Augen verloren hast. Was treibt dich an? Möchtest du Menschen helfen, etwas in der Welt verändern, Neues kreieren? Wichtig ist es dabei, ehrlich zu hinterfragen, ob es auch dein eigenes Ziel ist, oder ob du nur meinst, dass dies von anderen, deinen Eltern, deinem Partner, der Gesellschaft, erwartet wird.

3. Erkenne deine Stärken und bringe sie ein

Spätestens ab Beginn der Schulzeit an werden wir darauf geeicht, Fehler zu entdecken und auszumerzen. Dabei verlieren wir den Blick für unsere Stärken und Fähigkeiten und somit auch unser Selbstvertrauen. Martin Seligman, Begründer der positiven Psychologie, hat in Versuchen gezeigt, dass die konsequente Fokussierung auf Stärken uns kontinuierlich wachsen lässt und das Selbstwertgefühl stärkt. Wenn wir uns jeden Tag unserer Stärken bewusst sind, dann bestätigen wir uns selbst in jedem kleinen Erfolg. Wir ändern mit der Zeit unsere Sichtweise und werden zu Höchstleistungen fähig, die wir vorher nie für möglich gehalten hätten.

4. Hab Spaß!

Oft denken wir, es muss anstrengend und leidensvoll sein, um ein Ziel wirklich zu erreichen. „Ohne Fleiß kein Preis“, „man muss hart arbeiten, um erfolgreich zu sein“ oder ähnliche Glaubenssätze sind verbreitet. Doch viel wichtiger ist der Spaß an der Sache. Die Wanderung zum Machu Picchu kann zwar anstrengend sein, aber sie sollte auch Spaß machen. Das erleichtert nicht nur den Weg, sondern führt laut wissenschaftlichen Erkenntnissen auch zu besseren Ergebnissen. An etwas dran zu bleiben ist gut und wichtig. Aber es bringt uns nichts, wenn wir so verbissen ein Ziel verfolgen, dass uns der Spaß vergeht.

5. Verankere dein Ziel im Unterbewusstsein

Dies ist der wichtigste Schritt, wenn wir am Anfang der Reise stehen: Es reicht nicht aus, sich mit dem Verstand oder allein mit Willenskraft etwas „vorzunehmen“. Die Herausforderung ist es, das Unterbewusstsein langfristig und nachhaltig so zu „programmieren“, dass die oben beschriebenen alten Denk- und Verhaltensmuster überlistet werden. 30 Tage braucht es, bis sich eine neue Gewohnheit oder Denkweise im Gehirn eingeprägt hat. Doch letztlich sollte Veränderung dauerhaft geschehen. Hier ein paar Techniken, die dich dabei unterstützen können:

  • Verknüpfung mit körperlichen Aktivitäten – kombiniere die neu formulierten Ziele oder Gedanken mit bestimmten Gesten, einer Übung oder einer Handbewegung
  • Schreiben – schreibe die Ziele auf, am besten immer wieder neu
  • Visualisierung – das Gehirn kann nicht unterscheiden, ob wir etwas wirklich erleben oder es uns nur vorstellen. Visualisiere regelmäßig dein Ziel – dann nimmt das Unterbewusstsein dieses irgendwann als Realität an. Die Verknüpfungen ändern sich, Sabotage-Mechanismen werden mit der Zeit ausgeschaltet.
  • aktiviere deine Ressourcen – jedes Ziel ist mit einem bestimmten Gefühl oder einer bestimmten Qualität verbunden – wie Mut, Vertrauen, Freude, Liebe etc. Aktiviere diese „Ressourcen“, indem du sie täglich liest, laut aussprichst, mit einer Handbewegung kombinierst oder darüber meditierst. Unter Videos findest du eine passende Übung, um Qualitäten zu bestärken…

Aus eigener Erfahrung weiß ich: hat man einmal ein Ziel formuliert und sich auf den Weg gemacht, gibt es kein Zurück. Es ist ein Abenteuer, ein kontinuierliches Lernen und Wachsen, eine Achterbahn der Gefühle zwischen Aufstieg und Tal. Es wird nie langweilig. Aber mit der richtigen Sichtweise macht es eine Menge Spaß!

Egal, ob du gerade am Anfang eines neuen Projektes stehst oder mitten auf dem Weg bist: ich wünsche dir viel Spaß dabei!

Happiness Gedanken für die Woche

  • Es liegt in unserer Natur, unser Potenzial zu entfalten und uns weiterzuentwickeln
  • Es reicht nicht aus, Veränderungen nur über den Verstand zu bewirken
  • Wenn wir den Weg genießen, dann ist das Ziel leichter erreichbar
  • Es zählt die innere Motivation, nicht der äußere Zwang
  • Wenn du deine Fähigkeiten erkennst und einsetzt, läufst du zu Höchstform auf
  • Hab Spaß bei allem, was du tust!

Übungen und Meditationen zur Verankerung von Zielen

Übung „Qualitäten bestärken“ auf Video hier…

Meditation „Berggipfel“ – geh deinen Weg mit Spaß und genieße die Aussicht oben!

Stress? Gut so!

Stress-Management beginnt im Kopf

Vorweihnachtszeit: „Komm in die Stille“, „halte inne“, „besinne dich auf Freunde und Familie – auf das Wesentliche…“, so sollte man es doch nun eigentlich in dieser Zeit tun, fernab von Konsumrausch und Einkaufsstress, oder? Runterfahren und entspannen, mal alle „Pflichten“ beiseite lassen – das wär doch mal schön, jetzt um die besinnliche Zeit, oder? Ist bei den meisten aber keine Realität. Die sieht anders aus: Termine häufen sich, der Kalender ist voll: Weihnachtsfeiern, Plätzchen backen, Adventskalender organisieren und am besten noch in diesem Jahr alle Freunde treffen. Bei vielen bleibt am Ende jeden Tages eine lange Liste im Kopf, was man alles nicht geschafft hat.

Stress ist individuell unterschiedlich

Oft habe ich mir deswegen ein schlechtes Gewissen gemacht und gedacht, ich mache irgendwas falsch. Aber das macht die Situation ja auch nicht besser. Viel interessanter ist dann eine andere Frage: Wie viel von dem Stress kommt wirklich durch äußere Verpflichtungen, und wie viel davon mache ich mir selbst? Was davon empfinde ich überhaupt als Stress? Wie viel Stress wir haben und wie viel gut für uns ist, kann individuell sehr unterschiedlich sein.

Stressforscher haben festgestellt, dass das gleiche „Stresserlebnis“ von jedem unterschiedlich wahrgenommen wird. Der eine regt sich auf und kommt nicht mehr runter, wenn er im Stau steht. Der nächste sieht’s gelassen und macht sich einen guten Podcast an. Ändern lässt es sich eh nicht. Die einen fühlen sich absolut überfordert, wenn sie mehr als einen Termin pro Tag haben. Bei anderen platzt der Terminkalender aus allen Nähten, und sie schweben trotzdem fröhlich von einem Termin zum nächsten. Eine gewisse Dosis „Eustress“ – also guter Stress – ist sogar wichtig, damit wir gut, in Freude und konzentriert handeln können. Wer auf Dauer unter seinen Fähigkeiten agiert, endet unmotiviert und antriebslos.

Echter Stress oder hausgemacht?

Stress ist also grundsätzlich schon gut – er wird nur dann schädlich, wenn wir uns selbst unter Stress setzen – durch die Anforderungen, die wir an uns selbst stellen. Das tun wir meist nicht bewusst, sondern weil wir bestimmte Muster in uns haben, die uns antreiben. In der Stressforschung spricht man von den „5 Stressverstärkern“:

1. Perfektionismus: Am besten soll es das selbstgebastelte Geschenk, mit perfekter Karte dazu und originell dekorierter Verpackung sein. Auch beruflich verwenden Menschen viel Zeit auf das letzte Ausfeilen einer Präsentation oder Aufgabe. Laut Pareto brauchen wir für die letzten 20% der Aufgabe nochmal 80% der Arbeitszeit. Hier ist die Frage: lohnt sich auch mal der Mut zur Lücke? Bzw. reicht als Geschenk vielleicht doch mal eine gekaufte Pralinenschachtel oder die Flasche Wein?

2. Wunsch nach Anerkennung: Die beste Freundin zieht um, der Kollege kommt mit der neuen Software nicht klar, die Freundinnen wollen genau jetzt mal wieder tanzen gehen. Da kann man doch nicht nein sagen, oder? Man könnte ja was verpassen – oder wird nachher gar nicht mehr gefragt, wenn man einmal nein sagt. Was, wenn jemand die Freundschaft kündigt, weil das Geschenk voll daneben war? Mal ehrlich: würde das passieren? Und wenn ja, wäre das echte Freundschaft? Hier könnte man sich auch fragen: warum brauche ich die äußere Anerkennung so sehr? Was kann ich tun, um mir selbst die Anerkennung zu schenken, die ich mir wünsche?

3. Stark sein wollen: Kennst du auch die Menschen, die kategorisch „nein“ sagen, wenn man ihnen ihre Hilfe anbietet? Oder gehörst du vielleicht selbst zu denjenigen, die alles am liebsten selbst wuppen wollen? Da hilft die Frage: was kann ich delegieren? Wo kann ich mir Unterstützung suchen? Oft ist dies keine Einbahnstraße, sondern es können ganz neue Ideen und Verbindungen entstehen, die für alle Seiten gewinnbringend sind.

4. Übertriebene Vorsicht: alles, was wir tun, kann schief gehen. Wenn wir dabei ständig Angst vor Fehlern oder negativen Konsequenzen haben, ist der Stress vorprogrammiert. Wir können nicht immer alles kontrollieren. Aber wir können unser Vertrauen stärken, dass es schon irgendwie gut gehen wird. Und dabei Schritt für Schritt mutiger werden. Um etwas zu bewegen, braucht es nunmal Mut. Der kommt nicht von heute auf morgen, aber er lässt sich trainieren. Jeden Tag einen kleinen Schritt weiter aus der Komfortzone.

5. Bequemlichkeit: klingt paradox, aber auch Bequemlichkeit kann Stress verursachen. Wenn wir die Steuererklärung ewig aufschieben, steht irgendwann die Nachtschicht an – oder der Gerichtsvollzieher vor der Tür. Ohne regelmäßiges Zähne putzen droht irgendwann die langwierige und zeitaufwändige Zahnbehandlung. Frage: Wann ist es also hilfreich, doch lieber kleine Dinge schnell zu erledigen?

Du findest dich in dem einen oder anderen Beispiel wieder? Kein Stress! Denn das Bewusstsein darüber ist oft schon ein erster Schritt zur Veränderung. Bis dahin gilt: lieber stressige Zeiten annehmen und genießen, statt sich verrückt zu machen.

Nicht der Stress selbst ist schädlich, sondern unser Glaube darüber

Eine Erkenntnis aus der Forschung bestätigt dies auf frappierende Weise: 30.000 Menschen wurden über mehrere Jahre hinweg befragt, wie viel Stress sie in letzter Zeit hatten. Weiterhin wurden sie gefragt, ob sie glauben, dass Stress gesundheitsschädlich sei. Jahre später wurden die Sterberaten der Befragten erhoben. Das Ergebnis: diejenigen, die viel Stress hatten und glaubten, dass Stress gesundheitsschädlich ist, hatten das höchste Sterberisiko. Diejenigen, die zwar viel Stress hatten, diesen aber nicht für gesundheitsschädlich hielten, hatten das niedrigste Sterberisiko – sogar niedriger als diejenigen, die nur wenig Stress hatten. Das heißt: nicht der Stress selbst schadet uns, sondern die Überzeugung, dass Stress schädlich ist, wird zum tödlichen Verhängnis. Es wäre also kontraproduktiv, Stress zu verteufeln. Wichtiger ist es, die positiven Aspekte zu sehen. Wie kann das gehen?

Wir können stressige Phasen im Leben nutzen, um die innere Kraft zu aktivieren und zu Höchstform aufzulaufen. Wir können dabei unsere Widerstandsfähigkeit trainieren und somit die „Resilienz“ stärken. Wir können uns bewusst machen, dass nach stressigen Zeiten auch wieder ruhigere Zeiten kommen. Denn natürlich braucht es diese Phasen auch, um wieder neue Energie aufzuladen.

15 Minuten täglich für mehr Zufriedenheit und Gelassenheit

Bis dahin können wir auch durch stressige Zeiten mit Achtsamkeit und wachem Bewusstsein gehen – dies erfordert weder großen Zeitaufwand noch große geistige Anstrengungen. Mit 15 Minuten am Tag ist schon viel erreicht. 15 Minuten nur für dich selbst – zum meditieren, still sitzen, eine Runde um den Block laufen, lächeln, lachen oder 3 Dinge aufschreiben, für die du dankbar bist. Wenn wir uns diese Zeit für uns selbst nehmen, dann macht das schon einen Unterschied. Egal ob wir am Ende mit oder ohne Geschenk dastehen. Und wenn du es nicht alleine machen möchtest, dann komm zu unserer Happy Break. Die smarte Pause, 2 Mal die Woche kostenlos und unverbindlich. Siehe hier…

Glücksgedanken für die Woche

  • Jeder empfindet Stress unterschiedlich
  • Wenn wir Stress als positiv ansehen, kann er uns nicht schaden
  • Schon kleine Momente des inne haltens reichen aus, um stressige Phasen zu überstehen
  • Viel von unserem Stress ist hausgemacht – durch die eigenen Ansprüche an uns selbst

Fragen an dich selbst

  • Wo könntest du auch mal Fünfe gerade sein lassen?
  • Wo tust du die Dinge, um Anerkennung von außen zu bekommen statt von dir selbst?
  • In welchen Bereichen könntest du dir von anderen Unterstützung holen oder mit ihnen zusammen arbeiten?
  • Wo wäre es auch mal gut, mutig zu sein?
  • Wenn du eine Sache vor dir herschiebst: ist es wirklich, weil du nicht dazu kommst, oder vielleicht weil es dir irgendwie unangenehm ist oder du keine Lust dazu hast?

Zitate

„Wenn du es eilig hast, gehe langsam.“ Lothar Seiwert

„An sich ist nichts weder gut noch böse, das Denken macht es erst dazu.“ Shakespeare

 

Audio

Meditation „Oase“ – nimm dir ein paar Minuten Zeit, um abzuschalten und deine Gedanken aufzufrischen – hier zum kostenlosen Download…

Video

Stärke deine innere Kraft und lasse äußere Ärgernisse weniger an dich heran – hier gehts zur entsprechenden Übung…

Happiness.Community

Hier gibt es Anregungen und Austausch für mehr Lebensqualität, Lebensfreude, Glück und Gelassenheit. Sei dabei und sorge dafür, dass es dir und deinem Umfeld gut geht. Denn so können wir einen Unterschied machen.

Dauerhaft glücklich – geht das?

Glücklich sein ist kein einmal erreichter Zustand – sondern eine Lebenseinstellung, mit der wir die schwierigen Dinge mit einem Lächeln meistern und die schönen Dinge dankbar genießen können.

Glück als Egotrip?

Glückliche Menschen waren mir früher gar nicht geheuer. Schließlich gehören doch Probleme zum Leben dazu, fand ich. Wer diese einfach verdrängt, der kann doch auf Dauer nicht glücklich sein, oder? Und wer glücklich oder gut drauf ist? Der ist bestimmt oberflächlich und egoistisch. Schließlich kann man doch nicht einfach so auf Knopfdruck Lachen, Tanzen oder fröhlich sein, wenn es im Leben nicht läuft, dachte ich. Und so blieb ich weiter skeptisch, kritisch und missmutig, egal welche Chance ich vorgesetzt bekam.

Bis der Leidensdruck in meinem Leben so groß war, dass ich mich dann doch auf den Weg machte, um endlich glücklich zu werden. Irgendwann fing ich dann tatsächlich einfach an, so zu tun als ob ich glücklich sei – mit Unterstützung von Lachyoga, positiven Affirmationen und Persönlichkeitsseminaren. Irgendwie konnte ich mir zwar nicht vorstellen, dass es funktioniert, aber ich probierte es aus. Ich wusste, es konnte in meinem Leben nicht mehr so weitergehen wie vorher und ich war so weit, dass ich beschlossen hatte, alles zu tun, um glücklich zu sein. Und langsam begann sich tatsächlich in meinem Leben etwas zu verändern.

Was ich aussende, kommt zurück…

Je mehr ich so tat, als ob ich glücklich war, umso positiver war die Reaktion meines Umfeldes – und umso besser war ich selbst wieder drauf. Die Wirkung der Spiegelneuronen, so nennt man es in der Psychologie. Das heißt, wir fühlen mit was andere fühlen und bleiben davon nicht unbeeindruckt. Wenn wir ins Kino gehen und die Hauptdarstellerin im Film etwas Trauriges oder Ungerechtes erlebt, dann fühlen wir es, wie wenn es unsere eigene Trauer oder Ungerechtigkeit wäre. Wenn wir durch das Leben gehen, dann senden wir immer etwas aus – dies bestätigte sich für mich immer wieder, je mehr ich darauf achtete. Ich trat heraus aus dem „Teufelskreislauf“ des Missmuts in einen Kreislauf, in dem ich plötzlich schöne Reaktionen und Erlebnisse hatte. Das beflügelte mich, so dass ich zuversichtlicher wurde und diese Freude auch als „echt“ erleben konnte.

Mein Leben veränderte sich und viele schöne Dinge passierten. Ich lernte meinen Partner kennen, wurde Mama, schwebte auf Wolken. Aber das Schweben hielt nie dauerhaft an. Irgendwann trat immer wieder der Gewöhnungseffekt ein. Zunächst holten mich die kleinen Alltagsproblemchen ein, dann kamen auch schon wieder größere Herausforderungen.

Krisen als Geschenk

Dauerhaft glücklich? Wer ist das schon? Bei wem läuft alles perfekt? Und wenn ja, sind solche Menschen überhaupt interessant? Oder sind es nicht eher diejenigen, die schon so viel erlebt haben, dass sie gar nichts mehr umhauen kann? Diejenigen, die aus Krisen lernen, die das Geschenk darin sehen und daran wachsen? Die, die uns wirklich etwas mitzuteilen haben statt uns vorzugaukeln, wie toll ihr Leben ist?

Wenn ich zurück blicke, so sind es immer die Schicksalsschläge gewesen, die mich dazu gezwungen haben, in meinem Leben radikal etwas zu verändern und aus Konventionen auszubrechen. Auch bei den Teilnehmer/innen, die zu mir in die Kurse kommen, haben Krisen oder Sinnfragen dazu geführt, dass sie sich auf den Weg gemacht haben – um ihre Träume zu leben und glücklich zu sein. Verbunden war damit immer auch der Wunsch, etwas Gutes für andere zu bewirken – nichts daran war oberflächlich oder egoistisch. Die Glücksforschung bestätigt: Menschen, die sich für etwas engagieren, sind glücklicher.

Glück beginnt im Kleinen und wirkt im Großen

Ich bin mittlerweile davon überzeugt: glücklich sein ist das Beste, was wir für die Welt tun können. Vieles, was in der Welt passiert, scheint beängstigend. Wir können uns darüber Sorgen machen und verzweifeln. Oder gemeinsam ein Feld erschaffen, in dem Liebe, Respekt und Mitgefühl selbstverständlich sind. Ein Feld, in dem wir uns selbst und uns gegenseitig annehmen, mit allen Schwächen, und doch in liebevoller Verbindung. Denn wenn wir genau hinschauen, dann sehen wir, dass die Welt nicht nur schlecht ist – sondern dass immer mehr Räume entstehen, in denen Menschen respektvoll und bewusst leben – und somit zu ihrem eigenen Glück und zum Glück anderer beitragen.

Glücksgedanken für die Woche

  1. Glück ist kein Egotrip – wenn wir dafür sorgen, dass wir glücklich sind, tun wir auch unserem Umfeld etwas Gutes.
  2. Glücklich sein muss nicht bedeuten, dass alles im Leben perfekt ist – es ist vielmehr die Fähigkeit, mit Krisen umzugehen und daran zu wachsen.
  3. Die Welt ist so, wie wir sie sehen – wir können über die Dunkelheit jammern oder dorthin schauen, wo Licht ist.
  4. Wenn wir im eigenen Umfeld anfangen, Glück zu verbreiten, können wir auch im Großen etwas bewirken.
  5. Glücklich sein ist das Beste, was wir für die Welt tun können.

Übungen für Glück

Lachyoga-Übung „Füllhorn des Glücks“ (Video)

Yoga-Übung „Herzensgruß“ (Video)

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Geführte Meditation

Glücks-Meditation „das innere Lächeln“ (Audio) – Link zu Soundcloud…

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Das Hamsterrad des Glücks – nur 10% sind entscheidend

Schickes Auto, Beförderung im Job, Eigenheim, Traumpartner und am besten noch der Lottogewinn? Viele Menschen meinen, dass diese Dinge glücklich machen. Sie strengen sich ordentlich an, um diese Ziele zu erreichen, nehmen dafür Stress und Strapazen in Kauf. Doch wenn sie dann ein bestimmtes Ziel erreicht haben, ist das Glücksgefühl meist nur von kurzer Dauer. Es gibt sogar zahlreiche Beispiele von Menschen, die Spitzenleistungen erzielt haben und sich danach eher sinnentleert und traurig fühlten.

Studien aus der Glücksforschung bestätigen: kurzfristig fühlen wir uns gut, wenn wir ein bestimmtes Ziel erreicht haben – aber langfristig pendelt sich das Glücksniveau wieder auf den gleichen Stand wie vorher ein. In der Steinzeit war das überlebenswichtig. Denn da konnte man sich nicht auf den erreichten Zielen „ausruhen“, sondern musste sich immer wieder an die sich ändernden Gegebenheiten anpassen. Heute führt dieses Phänomen dazu, dass wir uns – kaum ist ein Ziel erreicht – gleich wieder das nächste, höhere Ziel setzen – weil wir meinen, dass uns das endlich glücklich macht. Dieser Irrglaube führt dazu, dass wir wie die Ratten im Hamsterrad immer weiter rennen, um an das Ziel zu kommen. „Life of a rat racer“ ist der amerikanisch geprägte Begriff dafür. Wir strengen uns immer mehr an, um immer höhere Ziele zu erreichen. Langfristig treibt uns das eher in den Burnout als zu echtem Glücksempfinden.

Was ist wirklich wichtig?

Äußere Faktoren wie Status, Geld, Wohnort oder Besitztümer spielen nur eine geringe Rolle für unser wirkliches inneres Glücksempfinden. Laut internationalen Studien sind nur 10% des Glücks solchen äußeren Lebensumständen zuzuschreiben. Die Gene – also die Veranlagung – bestimmen zu 50% darüber, wie glücklich wir uns fühlen bzw. wie wir mit dem Leben und Schicksalsschlägen umgehen.

Können wir also gar nichts tun, wenn die Gene uns nicht wohlgesonnen sind? Ist dies der Freifahrtschein für alle Jammerer und „Opfer“ des Lebens? Können wir uns nun immer auf unsere Gene berufen, wenn es uns nicht gut geht, uns im Selbstmitleid suhlen, da wir ja eh nichts daran ändern können? Hier kommt die schlechte Nachricht für alle notorischen Jammerer: die restlichen 40%, die unser Glücksempfinden ausmachen, können wir selbst beeinflussen. Hier spielen vor allem Werte wie Familie, stabile Beziehungen, ein gutes soziales Umfeld, Sinn im Leben und eine erfüllende Aufgabe eine Rolle. Wenn dies alles da ist – umso besser. Solange es auch hier nicht anstrengend wird, diesen Werten „hinterher zu rennen.“ Denn anhand einer Studie hat man festgestellt (Rutgers University Newark und der University of Toronto vom März 2018): Wenn etwas zu anstrengend wird, leidet die Lebenszufriedenheit. Doch wie kann man etwas bekommen, ohne es zu sehr zu wollen?

Es ist nie zu spät, um glücklich sein

Hier kommt uns eine Erkenntnis aus der Gehirnforschung zugute: Neurobiologen haben festgestellt, dass unser Gehirn nicht zu einem bestimmten Zeitpunkt fertig ausgereift ist, sondern sich ständig verändern kann – auch im höheren Alter. Diese sogenannte „Neuroplastizität“ des Gehirns können wir zu unserem Vorteil nutzen. Das bedeutet nämlich für uns: wir können durch unser Denken und Tun selbst beeinflussen, wie sich unser Gehirn prägt. Das beginnt mit Gedächtnistraining, geht über Mentaltraining bis hin zu Achtsamkeit und Meditation, von der mittlerweile nicht mehr nur Buddhisten wissen, dass sie unser Gehirn verändert. Wir können also unser Gehirn darauf trainieren, dass wir uns gut fühlen. Verschiedene Gehirnareale sind nämlich für verschiedene Emotionen und Bereiche zuständig. Und die Areale, die wir häufig aktivieren, stärken sich, während die anderen kleiner werden. Wenn wir also häufig Freude empfinden, stärkt sich das Areal für Freude, und wir können schneller und öfter Freude empfinden. Umgekehrt gilt dies auch für Ärger, Wut, Angst und Verbitterung.

Doch das Leben ist natürlich nicht nur Freude. Führt dieses Wissen also nun dazu, dass wir uns noch mehr ärgern, wenn wir uns ärgern? Weil wir ja wissen, dass Ärger unser Gehirn verändern kann? Damit wäre der Negativ-Kreislauf vorprogrammiert. Einfacher ist es, in solchen Momenten zu akzeptieren, was ist. Den Ärger annehmen, ihn sich selbst erlauben und dann einen Gegenpol setzen, der uns in gute Stimmung bringt. Doch sich gut fühlen auf Kommando – wie soll das gehen?

Nicht denken, sondern Tun

Spannend ist dafür die Erkenntnis, dass bestimmte Körperaktivitäten und – haltungen unsere Emotionen beeinflussen. Gedanken sind nicht immer kontrollierbar – es sei denn, man ist buddhistischer Mönch mit jahrelanger Meditationserfahrung. Doch wer kann sich schon seinen Gedanken komplett entziehen: Was alles noch zu erledigen ist, wer einem die Vorfahrt genommen hat oder dass der Chef / Partner / die Freundin sich irgendwie komisch verhalten hat.

Einfacher ist es, aktiv zu werden statt zu grübeln. Sport und Bewegung helfen zum Beispiel langfristig depressiven Menschen besser als Psychopharmaka, so die Erkenntnisse einer Studie. Längeres Laufen bringt uns genauso in einen Zustand des „Flow“ wie das Malen eines Bildes oder das Singen im Chor. Es beginnt schon mit bestimmten Körperhaltungen. Wenn wir bewusst stabil und fest stehen, verbessert sich unser Selbstbewusstsein. Wenn wir lächeln – oder gar lachen – werden Endorphine ausgeschüttet, die uns gut fühlen lassen. Wenn wir die Arme regelmäßig begeistert und jubelnd nach oben strecken, stärkt dies unser Charisma. Dies funktioniert auch dann, wenn wir das Gefühl mental noch nicht empfinden können. Es reicht schon, wenn wir so tun, als ob wir ein bestimmtes Gefühl erleben.

„Fake it until you make it“ ist auch ein Motto, das im Lachyoga praktiziert wird. Hier geht es darum, ganz konkret positive Gefühle zu trainieren. Absichtlich erzeugtes Lachen in Kombination mit Bewegung und positiven Affirmationen kann uns dabei unterstützen.

Will man sein Gehirn auf „glücklich sein“ programmieren, hilft es außerdem, sogenannte „Momente der Freude“ zu kultivieren und zu genießen. Das kann die Freude über kleine Dinge sein, Momente in der Natur, das Spielen mit Kindern, Sport treiben, kreativ sein, singen, herumtoben, spontan und abenteuerlustig sein. Hinzu kommt das Prinzip Dankbarkeit – über alles, was ist. Das geht auch ohne Lottogewinn.

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