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Verbundenheit

Verbundenheit als Glücks- und Resilienzfaktor

Hast du schon mal in einem Zug festgesessen der nicht weiterfuhr? Mir ist es vor einiger Zeit mal wieder passiert. Eine Stunde lang stand der ICE auf freier Strecke und bewegte sich nicht. So genervt die Menschen auch sind, beobachte ich in solchen Situationen immer wieder ein spannendes Phänomen: Die Menschen, die sich vorher jeder für sich mit Laptop oder Smart Phone und Kopfhörer eingeigelt hatten, beginnen sich zu verbinden. Der gemeinsame Feind „Bahn“ und die missliche Situation scheint uns in solchen Momenten zusammenzuschweißen. Man fängt an, sich zu unterhalten, sich gegenseitig etwas anzubieten und sich irgendwie zu solidarisieren.

Die Krisen dieser Welt – wir schaffen es nur gemeinsam

Ein ähnlicher Effekt zeigt sich auch jetzt bei den großen Krisen dieser Welt: wir verbinden uns dann, wenn die Gefahr so groß ist, dass es nicht mehr anders geht: Corona, Krieg und Klimakrise, die großen Herausforderungen dieser Zeit. Wenn wir auch nur irgendetwas Positives daraus ziehen können, dann wohl die Erkenntnis: Wir schaffen es nur gemeinsam! Das gibt mir immer wieder einen kleinen Funken Hoffnung und lässt mich darauf vertrauen, dass wir Menschen gemeinsam viel mehr erreichen können als mit Egoismus.

Die Klimakrise spitzt sich vor allem deshalb zu, weil die Länder sich seit Jahrzehnten nicht auf gemeinsame Ziele oder Vorgehensweisen einigen konnten. Die Coronakrise mit all den Einschränkungen, Lock-Downs und dem Verzicht auf die sonst so selbstverständlichen Vergnügungen des Lebens hat die viele Menschen noch einsamer gemacht als sie es eh schon waren (siehe Blogartikel „Einsamkeit“). Diejenigen hingegen, die sich mit anderen verbunden haben, kamen besser durch die Zeit.

Der Krieg zeigt uns jüngst nochmal mehr, wie wichtig es ist, gemeinsam zu handeln. Und es tut sich was: Die vielbeschworene „Spaltung der Gesellschaft“ durch Corona rückt in den Hintergrund. Hunderttausende von Menschen gehen derzeit gemeinsam auf die Straße, um für den Frieden zu demonstrieren. Die EU und die USA rücken zusammen, wie es vorher lange nicht mehr denkbar gewesen wäre. Dieser Krieg ist schrecklich, grausam, unmenschlich. Wenn wir auch nur irgendwas dagegen tun können, dann nur in Verbundenheit und nicht im Einzelkämpfertum. Dies ist die größte Chance, die wir haben, um einen größenwahnsinnigen und selbstverliebten Egomanen wie Putin aufzuhalten. Das ukrainische Volk macht uns auf beeindruckende Weise vor, dass Zusammenhalt und Verbundenheit stärker sein können als Panzer und Raketen.

Einsamkeit ist ungesund

Lange sind wir in dem Irrglauben erlegen, dass derjenige am erfolgreichsten ist, der sich am besten durchsetzen kann. Der am skrupellosesten seine Ziele verfolgt und nur um das eigene Wohl bemüht ist. „Ellbogenmentalität“ wurde als notwendig erachtet, um weiter zu kommen. Doch das Gegenteil ist der Fall: Studie zeigt, dass die Menschen, die andere betrügen oder belügen, um sich selbst Vorteile zu verschaffen, eher das Gegenteil erreichen: sie werden isoliert, ausgeschlossen bei der Arbeit, haben mehr Stress und sind am Ende eher unglücklich (Metastudie von David Sloan Wilson über „machiavellistische Menschen“ – also solche, die nur auf den eigenen Vorteil bedacht sind und andere dafür klein machen).

Doch nicht nur selbstverliebte Egomanen haben ein Problem. Die Entwicklungen der neuen Zeit – Digitalisierung, Social Media, die Gentrifizierung in Großstädten und nicht zuletzt Corona – haben dazu geführt, dass Einsamkeit zu einem drängenden Problem unserer Zeit geworden ist. Laut Umfragen ist die Zahl der engen Freunde, die Menschen im Durchschnitt haben, seit 1985 von 3 auf 1 geschrumpft (siehe Buch „Die neue Einsamkeit“ von Diana Kinnert). Dreimal mehr Menschen als damals geben an, dass sie keinen Menschen haben, mit dem sie ernsthaft reden können. Einsamkeit ist Ursache für Stress, Krankheit, psychische Probleme und sogar den vorzeitigen Tod. Sie ist gesundheitlich genauso schädlich wie das Rauchen von 15 Zigaretten täglich. Die „Social Media“ haben mit „sozial“ genauso wenig zu tun wie Putin mit dem Begriff „Friedensmission“. Jeder stellt sich selbst dar, kaum einer fühlt sich hier wirklich verbunden. Hasskommentare, Fake News und destruktive Diskussionen über Corona haben den Trend  verschärft.

Evolution durch Kooperation

Umso wichtiger ist es derzeit, echte Verbundenheit wiederzufinden und zu leben. Wir müssen uns dafür nicht mal verbiegen. Das Bedürfnis nach Kooperation und Miteinander liegt in unserer Natur. Dies hat unsere Evolution geprägt und unser Überleben gesichert. Selbst unsere Körperzellen arbeiten auf geniale Weise und so perfekt aufeinander abgestimmt zusammen, wie wir selbst es logistisch niemals hinkriegen würden. In der Natur und der Tierwelt ist das Zusammenspiel von Systemen und Populationen wichtiger Bestandteil, zum Beispiel bei den Bienen und Ameisen. Auch Schimpansen zeigen Kooperationsbereitschaft und suchen gegenseitige Nähe – sogar dann, wenn es vorher Auseinandersetzungen gab. Immer mehr Erkenntnisse zeigen: In der Evolution hat nicht der Stärkste überlebt, sondern die Spezies, die am besten kooperieren kann.

Verbundenheit ist nicht nur die Voraussetzung für das Überleben der Menschheit, sondern auch für persönliches Glück. Die „Grant Study“ – eine Harvard Glücksstudie über einen lebenslangen Zeitraum  – zeigt: Menschen, die glückliche Beziehungen haben, leben länger, zufriedener und sind im Alter gesünder. Viele weitere Studien bestätigen: Menschen mit erfüllten Beziehungen – unabhängig ob mit Freunden oder Liebespartnern – sind glücklicher und gesünder. Sie haben ein besseres Immunsystem und verfügen über bessere psychische Widerstandskraft, also „Resilienz“. Kinder aus schwierigen Familien, die eine wichtige Bezugsperson hatten, waren im späteren Leben psychisch stabiler als andere, die sich allein gelassen fühlten. Nicht nur das: die Aktivität „Zeit mit Freunden verbringen“ oder „gute Gespräche führen“ verschafft uns einen Riesenschwall an positiven Gefühlen, stressmindernden Effekten und aktiviert die Belohnungszentren im Gehirn.

Verbundenheit leben – 5 Anregungen

Es spricht also vieles dafür, Verbundenheit zu suchen und zu leben. Doch wie können wir selbst dazu beitragen, dass Menschen sich wieder mehr verbinden, zugehörig fühlen und gemeinsam an einem Strang ziehen, um diesen Planeten als einen lebenswerten Ort zu erhalten? Ich bin der Meinung: beginne bei dir selbst! Wenn du mit dir selbst verbunden bist, kannst du auch Verbundenheit mit anderen Menschen fühlen. Du kannst vergeben und andere Menschen unterstützen, ohne dich selbst aufzugeben. So können Netzwerke entstehen, die von Liebe, Fürsorge und Miteinander geprägt sind. Je mehr wir diese Verbundenheit mit uns selbst und im eigenen Umfeld leben, umso weniger haben Kriege im Außen eine Chance. Hier ein paar Anregungen dazu.

1. Mit sich selbst im Reinen sein

Wir können nicht über den Krieg jammern, wenn wir gegen uns selbst Krieg führen, uns ständig selbst rügen oder gar beschimpfen. Sei nachsichtig mit dir selbst und behandle dich gut. Schließlich bist du der Mensch, mit dem du die meiste Zeit im Leben verbringst. Verdränge nicht deine Schattenseiten, sondern schaue liebevoll hin und erkenne sie an. Dann darfst du sie in den Urlaub schicken und deine Stärken feiern.

2. Mit anderen im Reinen sein

Übe Vergebung – nicht anderen zuliebe, sondern für dich selbst. Dann wirst du frei von Groll und offen für neue, nährende Menschen und Beziehungen sein.

3. Für andere da sein

Einer der größten Glücksfaktoren ist es, anderen zu helfen. Eine sehr effektive Übung ist es, jeden Tag 3 kleine „Gesten der Freundlichkeit“ auszuüben und dies abends aufzuschreiben. Das können unterschiedliche Dinge bei unterschiedlichen Menschen sein – einem Freund ein Kompliment machen, einem Kollegen etwas aus der Kantine mitbringen, mit einem Obdachlosen ein Gespräch führen – die Möglichkeiten sind unendlich. Diese Übung ist ein wahrer Glücksbooster.

4. Die Familie wertschätzen

So sehr Familien auch Verletzungs- und Konfliktpotenzial bieten – Freunde können wir loslassen, die Familie bleibt Familie. So lohnt es sich, mit Eltern und Geschwistern ins Reine zu kommen und Vergebung zu üben – jeder hat es so gut gemacht wie er / sie konnte. Wenn du selbst eine Familie hast, dann mach dir bewusst: Frieden beginnt auch hier im Kleinen. Es geht nicht darum, keine Konflikte zu haben, sondern diese mit Liebe und Wertschätzung lösen zu können.

5. Gemeinschaft suchen, in der man sich gegenseitig unterstützt

Studien in verschiedenen Gemeinschaften – z.B. in der Nachbarschaft – zeigen, dass die Gemeinschaften, in denen man sich gegenseitig besonders unterstützt, erstaunliche Wirkungen auf die Menschen haben:

  • die Kinder sind gesünder und haben bessere Hoschulabschlüsse
  • die Älteren haben eine höhere Lebenserwartung
  • insgesamt gibt es weniger soziale Schwierigkeiten wie z.B. Prügeleien

Vielleicht hast du ja bereits eine solche Gemeinschaft. Oder magst dich nach einer umschauen. Dies kann ein Verein sein, eine Gemeinde, eine Nordic Walking Gruppe oder ein Chor. Großes Potenzial liegt auch in der „Lachyoga Community“ bzw. den Lachclubs. Hier verbinden sich Menschen im Lachen, sowohl live als auch online. Unabhängig von Alter, Nationalität, Herkunft oder politischer Richtung wird hier jeder akzeptiert. Es geht um Toleranz, Frieden, Gesundheit und Glücksmomente. Hier entstehen Freundschaften, gemeinsame Unternehmungen und gegenseitige Unterstützung. Menschen verbinden sich, werden kreativ, mutig und blühen auf. Probiere es mal aus! Hier findest du Angebote live in Köln oder in Berlin oder deutschlandweit. Und hier online per Zoom.

Wir müssen nicht warten, bis der Zug stehen bleibt, das Klima kollabiert oder die Wirtschaftskrise kommt. Verbinde dich jetzt mit liebevollen und gleichgesinnten Menschen, unterstützt euch gegenseitig mit Trost und Hoffnung und habt gemeinsam Spaß! So tust du etwas für deine Resilienz und für die Aktivierung von Glücksgefühlen.

Ich wünsche mir von Herzen, dass die Menschen, die JETZT zusammenhalten und für Miteinander und Verbundenheit stehen, auf diesem Planeten überleben werden. So wie es die bisherige Evolution auch gezeigt hat.

Namasté Angela

P.S: Du hast Sehnsucht nach Verbundenheit an einem schönen Ort, guten Gesprächen und netten Menschen? Dann sind vielleicht die Happiness Yoga Ferien interessant für dich. In St. Peter Ording oder auf Zypern.

Pessimisten überleben – Optimisten leben

Was Pessimismus uns bringt – und warum trotzdem Optimismus angebracht ist

Yoga-Angebot im Beach Hotel auf Zypern – das schaue ich mir doch gerne mal an, nachdem ich selbst eine Woche lang Yoga unterrichtet habe. Ich komme morgens um viertel vor acht in den Raum, und es läuft „So much Magnificence“ von Deva Premal – mein absolutes Lieblings-Mantra, besetzt mit vielen schönen Erinnerungen. Die nächste Teilnehmerin, die in den Raum kommt, sieht das offenbar nicht so: „Boh, ist das laut“ ist das einzige, was ihr dazu einfällt. Dies ist nur eines von vielen Beispielen dafür, wie unterschiedlich Menschen die Welt sehen. Bestimmte Ereignisse oder Situationen bringen die einen zur Entzückung, die anderen an den Rand der Verzweiflung. Irgendwie ist es ja auch legitim, die Musik zu laut, das Event zu voll oder die Kinder zu wild zu finden – und dies auch zu äußern. Man weiß schließlich nicht, welche Vorgeschichte ein Mensch hat oder welche schlechten Erfahrungen er irgendwo gemacht hat.

Aber es gibt eben auch diese typischen „Jammerer“, die an allem etwas auszusetzen haben. Das sind die Eltern in der Schule, die sich aufregen, wenn die Hausaufgaben unklar sind – statt ihr Kind einfach mal selbst zu fragen. Das sind die Büro-Kollegen, denen das Essen in der Kantine nicht passt, der Chef zu cholerisch oder die Kollegin zu neugierig ist. Dann gibt es die, denen das Wetter entweder zu heiß, zu kalt oder zu regnerisch ist – oder auch die „Zweck-Pessimisten“, die lieber erstmal mit dem Schlimmsten rechnen, damit es dann nur noch halb so schlimm ist. Aber wollen wir wirklich „halb so schlimm“ leben? Oder in Dankbarkeit, Fülle und Freude?

Pessimismus als Überlebenschance?

Generell scheinen wir einen Hang zum Negativen zu haben. Nicht ohne Grund werden wir in den Medien zugeballert mit schlechten Nachrichten. Autounfälle, Eifersuchtsdramen oder Erdbeben erregen nunmal mehr Aufmerksamkeit als der normale Alltag oder ein sicher angekommenes Flugzeug. Hier schließt sich der Kreislauf – denn diese Nachrichten führen wiederum dazu, dass wir immer mehr davon überzeugt sind, wie schlimm die Welt ist. Auch im Privaten neigen wir zum Pessimismus. Eine verletzende Bemerkung des Partners halten wir ihm wochenlang, ja monatelang vor, während ein Kompliment sehr schnell wieder verpufft. Einmal die U-Bahn verpasst am Morgen, und die Laune ist dahin für den Rest des Tages – wenn hingegen alles glatt läuft, nehmen wir es für selbstverständlich. Unsere Gesundheit wissen wir oft erst zu schätzen wenn wir mal krank sind.

All das hat einen guten Grund: ohne diese „negativity bias“ (=“Hang zum Negativen“) gäbe es uns vermutlich nicht mehr. Der Evolution sei Dank. Wir sind darauf geeicht, auf Bedrohungen und Unannehmlichkeiten schneller zu reagieren als auf angenehme Erfahrungen oder Erlebnisse. Wenn in früheren Zeiten der Säbelzahntiger unsere Spezies angriff, konnte auch nur eine Sekunde Zögern uns das Leben kosten. Kein Wunder also, dass unser Gehirn darauf geeicht ist, auf Bedrohungen und Gefahren schneller zu reagieren als auf die angenehmen Dinge des Lebens.

Abkürzung im Gehirn bei akutem Stress

Auch ohne ständige Bedrohung durch Säbelzahntiger und co. ist uns dieser „Stress-Reaktions-Mechanismus“ erhalten geblieben. Auch heute noch wird bei bedrohlichen Situationen sofort das gesamte Körpersystem in Alarmbereitschaft versetzt. Normalerweise nehmen wir eine Situation mit unseren Sinnen wahr. Diese Sinneseindrücke werden im Gehirn verarbeitet, bewertet, eingeordnet, und es werden entsprechende Gefühle oder Reaktionen ausgelöst.

Bei einer akuten Gefahr hingegen wird direkt die Amygdala eingeschaltet, die für die klassische Kampf- oder Fluchtreaktion zuständig ist. Sie lässt uns sofort reagieren, wenn ein Auto auf uns zurast, etwas von oben herunterfällt oder ein Hund uns angreift. Dieser Mechanismus hat uns also geholfen, als Spezies zu überleben – und das ist gut so. Aber es führt eben auch dazu, dass wir Glücksmomente übersehen oder die schönen Dinge des Lebens nicht zu schätzen wissen. Das lässt sich ändern – auch ohne unser „natürliches Alarmsystem“ auszuschalten.

Optimisten leben länger

So sehr Zweck-Pessimismus manchmal hilft, so sehr lohnt es sich, Optimist zu sein. Also daran zu glauben, dass gute Dinge passieren werden und dass man selbst etwas ändern oder bestimmte Ziele erreichen kann. Man weiß mittlerweile, dass Optimisten zufriedener leben, besser mit Schwierigkeiten umgehen können und es ihnen leichter fällt, gute Beziehungen zu führen. Eine neue, gerade erst beendete Langzeitstudie (Lewina Lee, Boston University School of Medicine, August 2019) hat gezeigt, dass Optimisten sogar länger leben als Pessimisten. Diejenigen, die sich als besonders optimistisch zeigten, hatten laut dieser Studie eine 50% größere Wahrscheinlichkeit, das Alter von 85 zu erreichen als diejenigen, die sehr pessimistisch waren.

Doch was macht es aus, ob jemand optimistisch oder pessimistisch ist? Sicherlich ist dies zum Teil genetisch bedingt. Aber Optimismus lässt sich auch erlernen und trainieren – zum Beispiel durch kognitive Therapie oder Meditation. Mein ganz persönlicher Tipp dazu: werde Zweck-Optimist! Denn wenn es Zweck-Pessimisten gibt, warum sollen wir dann nicht auch Zweck-Optimisten sein können?

Drei Eigenschaften, die Zweck-Optimisten auszeichnen

 

1. Sie tun so, als ob sie Optimisten sind

„Fake it until you make it“ ist nicht nur beim Lachyoga das Motto, sondern es gilt für verschiedenste Emotionen, die wir erleben. Schauspieler, die ständig tragische Rollen spielen, können darüber depressiv werden – selbst wenn es nur gespielt ist. Unser Gehirn ist drauf ausgerichtet, Emotionen, die wir oft empfinden, immer leichter zu empfinden. Das gilt für Freude wie auch für Wut oder Ärger. Das Schöne dabei: Wir sind nicht unser Gefühl, sondern wir können bewusst und absichtlich bestimmte Gefühle in uns erzeugen. Warum also nicht bewusst Freude erzeugen?

2. Sie haben den Fokus verändert

Die Welt ist schlecht. Und die Welt ist gut. Energie folgt der Aufmerksamkeit. Wir können viel Energie dafür verwenden, um uns über irgendetwas zu ärgern. Oder wir können uns auf die Dinge fokussieren, die uns Freude und Wohlbefinden bringen. Wir müssen nicht die Augen verschließen vor den Problemen dieser Welt. Aber wir können in unserem kleinen Umfeld die schönen Dinge erkennen und diese in Dankbarkeit annehmen.

3. Sie trainieren regelmäßig Optimismus

Wenn wir Muskelaufbau betreiben wollen, gehen wir regelmäßig ins Fitness-Studio. Genauso sollten wir Optimismus regelmäßig, am besten täglich trainieren, um nicht wieder in alte pessimistische Gewohnheiten zurück zu fallen.

So kannst du Optimismus trainieren…

…und falls du schon Optimist bist – dann sieh es einfach als Präventionsmaßnahme für schlechte Zeiten:

  • Humor und Lachen – lache viel, nimm dich selbst nicht immer allzu ernst, sei albern und bring dein inneres Kind wieder zum Ausdruck – Kinder lachen 400 Mal am Tag, Erwachsene 15 Mal und Tote gar nicht. Lachyoga hilft uns dabei, auch unabhängig von den äußeren Umständen viel zu lachen.
  • Körperhaltung und Bewegung – Bewegung ist eine natürliche Pille gegen Depressionen und schlechte Stimmung. Das wissen die meisten aus eigener Erfahrung, und es ist mittlerweile belegt durch verschiedene Studien. Auch durch bestimmte Körperhaltungen können wir unsere Gemütsverfassung positiv beeinflussen – zum Beispiel mal zwischendurch einatmend die Arme nach oben strecken, sich weit machen, präsent sein und dann mit einem erleichterten Seufzer wieder ausatmen. Übungen dazu findest du auf meinem youtube-Channel…
  • Innere Kommunikation – wie sprichst du mit dir selbst? Wie oft entfährt einem mal ein „Ich Idiot“, „bin ich blöd!“ oder „ich krieg’s einfach nicht hin“. Probiere es mal andersherum: Überlege dir eine passende Affirmation, zum Beispiel „ich bin klasse, großartig, wunderbar“, stelle dich jeden Morgen vor den Spiegel und sprich sie aus. Du kannst dafür auch die besondere „Glücks-Meditation“ nutzen, die du hier auf Soundcloud findest…

Ich wünsche dir viel Anlass zum Optimismus und viele glückliche Momente!

Namasté Angela

P.S: Du möchtest tiefer einsteigen und deine innere Einstellung Schritt für Schritt auf glücklich sein programmieren? Dann mach jetzt den Hapinness Check und  komm in das Online Coaching Programm „SMILE – für Resilienz und Lebensfreude“

Klimademo

Nicht jammern – engagieren! Sinn macht glücklich

Millionen von Kindern und Erwachsenen gehen derzeit auf die Straße, um für den Erhalt der Erde und für Klimaschutz zu demonstrieren. Noch vor gut einem Jahr hätte kein Mensch es für möglich gehalten, dass eine 15-jährige Schülerin es schafft, solche Massen zu mobilisieren und einen fast historischen Bewusstseinswandel zu initiieren. Ich finde, das gibt Hoffnung. Die Hoffnung darauf, dass wir gemeinsam viel mehr bewirken können als wir jemals dachten. Und es motiviert. Es motiviert jeden einzelnen von uns dazu, für das zu stehen und zu gehen, was sein Herz bewegt – aber eben auch für ein gemeinsames Anliegen. Es bestätigt mal wieder, dass es viel erfüllender sein kann, sich für die Anliegen der Menschen zu engagieren, als ständig um sich selbst zu kreisen und darüber zu jammern, wie schwer das Leben ist.

Jammern oder Helfen – wir haben die Wahl

Klar, jeder Mensch hat seine Themen. Ich bewundere es, wenn Menschen sich bewusst damit auseinander setzen, sich weiterentwickeln. Aber ich denke, einigen würde es manchmal gut tun, wenn sie mit dem Jammern aufhören und stattdessen schauen würden, wo sie anderen etwas Gutes tun können. Ich sehe das nicht als „Flucht“ oder Ablenkung vor den eigenen Problemen, sondern bin davon überzeugt, dass man sich selbst damit den größten Gefallen tut.

Ich selbst habe früher viel über meine Lebenssituation gejammert: Mobbing im Job, Beziehung kaputt, Arbeitgeber pleite, warum immer ich? Diese Fragen haben mich gequält und mir immer wieder mein Glück vermiest. Ich habe mir mein Unglück selbst kreiert – vor lauter Angst, dass mal wieder etwas schief geht, ist alles schief gegangen. Dann flog ich nach Indien, arbeitete in einem Hilfsprojekt mit und hatte dort ganz unerwartet eine meiner glücklichsten Zeiten. Ich sah so viel Leid wie nie zuvor, aber endlich hatte ich das Gefühl, etwas beitragen zu können.

Immer wieder erlebe ich Menschen, die so in der Opferrolle feststecken, dass sie völlig beratungsresistent sind. Sie wollen meist gar nichts ändern. Sie kreisen gedanklich nur um sich selbst und ihr eigenes miserables Leben und merken dabei nicht, wie gut es ihnen eigentlich geht. In der Regel sind sie gesund und so gutsituiert, dass sie sich bestimmte Seminare oder Urlaube leisten können. Wir alle leben in einem sicheren und freien Land, können im Supermarkt um die Ecke alles kaufen, und wenn wir doch mal den Job verlieren sollten, sind wir abgesichert. Doch reicht das aus, um wirklich sinnerfüllt zu leben?

Engagement macht glücklich

In einer Langzeitstudie (Thoits und Hewitt, 2001) wurden über viele Jahre hinweg Tausende Menschen beobachtet und hinsichtlich ihres ehrenamtlichen Engagements und ihres Wohlbefindens befragt. Dabei bestätigte sich: Bei Menschen, die sich stärker freiwillig engagierten, verbesserte sich das Wohlempfinden und die allgemeine Lebenszufriedenheit. Dieser Effekt verstärkte ich sogar noch bei älteren Menschen, die dank ehrenamtlichem Engagement gesünder blieben und sogar länger lebten.

Eine weitere Studie (Stephanie Brown, Uni Michigan, 2003) zeigte, dass gerade ältere Menschen, die ihren Verwandten, ihren Freunden, ihrer Familie halfen, länger lebten als diejenigen, die keinem halfen. Ob jemand wiederum selbst viel Hilfe empfangen hatte, spielte keine Rolle für das Glücksempfinden.

Liebe statt Langeweile

So scheint sich der Spruch „Geben ist seliger denn nehmen“ auch wissenschaftlich zu bestätigen. Es lohnt sich also, sich zu engagieren, einen Beitrag zu leisten, für etwas Größeres einzustehen – für etwas, wofür unser Herz brennt, was uns von der Couch wegholt. Etwas, das über Haus bauen, Karriere machen und Wohlstand anhäufen hinausgeht.

So kann ich nur dazu ermutigen: Lebe, kämpfe, leide, lache, liebe! Kämpfe für dein Glück und das Glück deiner Mitmenschen. Und wenn du abends erschöpft, aber zufrieden im Bett liegst, dann weißt du, wofür. Jeden Tag neu. Vielleicht geht es bei den aktuellen Demonstrationen nicht nur um den Klimaschutz. Wer von uns ist da schon 100%ig konsequent? Wer verzichtet schon komplett auf Fleisch, Fliegen oder Auto fahren? Trotzdem beginnen die Menschen auf dieser Welt, das Prinzip zu begreifen. Nämlich, dass es nicht um Machterhalt, Krieg, Streiterei und Herumgezackere geht. Sondern dass wir alle hier ein Anliegen haben –  noch möglichst lange und glücklich gemeinsam auf diesem Planeten zu leben. Vielleicht ist es schon zu spät, um das Klimaruder noch herumzureißen. Vermutlich wird es diesen Planeten Erde noch sehr viel länger geben als uns Menschen.

Doch wir können etwas tun, um diese verbleibende gemeinsame Zeit gut zu gestalten. Wir können zusammen rücken, uns neu und anders begegnen und für unsere Herzensangelegenheiten einstehen – unabhängig von gesellschaftlichen Vorgaben. Selbst wenn es irgendwann vorbei ist mit uns Menschen, wünsche ich mir, dass jeder einzelne auf dieser Welt zum Strahlen gekommen ist. Dass jeder seinen Beitrag geleistet und seine Mission in die Welt gebracht hat.

 

„Kennst du das 11. Gebot? Du sollst Gott nicht langweilen.“ Veit Lindau

 

Fünf Anregungen gegen Langeweile

  1. Scher dich nicht darum, was andere von dir denken oder erwarten
  2. Kreise nicht ständig um dich selbst und deine eigenen Probleme, sondern schau, was du für andere tun kannst
  3. Pfeif auf das, was die Gesellschaft vorgibt, sondern finde deinen eigenen Sinn
  4. Gehe jeden Tag ein Stückchen aus deiner Komfortzone heraus
  5. Blamiere dich täglich und lache über dich selbst

 

Du möchtest herausfinden, was deine Mission ist und diese in die Welt bringen? Der Kurs „Aktiviere dein inneres Glück“ unterstützt dich dabei – mehr Infos hier…

Endlich Ruhe! Digital Detox im Selbstversuch

Wie lange kann man es ohne Internet und Social Media aushalten? Früher ging es schließlich auch. Heute hat man schon ein komisches Gefühl, wenn man mal ausversehen das Handy liegen lässt oder dreht sogar nochmal um, um es zu holen. Viele Menschen bekommen Entzugserscheinungen und greifen verzweifelt immer wieder zum imaginären Handy, wenn sie es nicht dabei haben. Es fehlt ja auch der ständige Dopaminkick. Wäre es wirklich so schlimm? Ich möchte es mal ausprobieren. Zugegebenermaßen, mein Plan ist nicht allzu spektakulär: Ich habe mir den Urlaub dafür ausgesucht, um mal abzuschalten. „Digital Detox“, wie es so schön heißt. Und davon auch nur drei Tage.

Abschalten – doch wie?

Doch auch das will geplant sein. Was, wenn genau jetzt ein wichtiger Kunde mit dem Traumauftrag anruft? Eine Teilnehmerin sich nach einem Seminar erkundigen will? Oder mit meiner Mutter, Vater, Geschwistern oder sonstiger Verwandtschaft irgendetwas ist?

Ich wäge ab, dass die Wahrscheinlichkeit auf den Traumauftrag, den Lottogewinn oder den plötzlichen Herzinfarkt eines Verwandten zwischen Freitag- und Montagvormittag relativ gering ist. Genauso wie alle anderen Anfragen bis Montag warten können. Für meine WhatsApp-Freunde ändere ich meinen Status in „bin grad offline“. Für sonstige Eventualitäten beschließe ich, einmal am Abend kurz mein Handy vom Flugmodus in den normalen Modus zu wechseln – ohne Paketdaten. Nun aber wirklich ab in den Flugmodus! Am liebsten würde ich ganz abschalten – aber das geht nicht, weil ich es ja im Urlaub zum Fotografieren brauche. Der normale Fotoapparat liegt zu Hause.

Am ersten Tag vermisse ich nichts – ich ertappe mich nur hier und da, auf einem Ausflug ständig nach Instagram-tauglichen Fotomotiven zu suchen. Ganz schön stressig. Abends, als ich im Bett liege und den Tag Revue passieren lasse, werde ich irgendwie traurig. Nicht, weil mir Facebook fehlt oder ich mir den Kopf zerbreche, was ich alles gerade auf Instagram und co. verpasse. Sondern im Gegenteil: Mir wird schmerzlich bewusst, wie überflüssig das alles ist. Hat diese ganze Selbstdarstellung und Selbstprofilierung noch mit uns selbst als Mensch zu tun? Wer soll das alles lesen? Müssen wir wirklich so viel Zeit mit Facebook, Instagram, Xing, Twitter, Flickr, Youtube und co. verbringen? Und vor allem: macht uns das glücklich? Psychologen wissen, dass das Gegenteil der Fall ist: Wir vergleichen uns mit den tollen Erlebnissen der anderen und kommen dabei zwangsweise zu kurz. Denn wer ist schon im Dauerurlaub, geht immer auf tolle Konzerte oder ist ständig frisch verliebt? Den schnöden Alltag der Leute, das kämpfen, scheitern, die Leere, die Langeweile kriegen wir nicht mit.

Nicht nur das: die digitalen Medien kosten uns Zeit, rauben uns die Konzentrationsfähigkeit und vermutlich auch einige Gehirnzellen. Viele Menschen können zudem immer schlechter schlafen, weil sie gerade in den Abendstunden noch mit digitalen Medien beschäftigt sind. Eine Studie, die von Microsoft unter Kanadiern durchgeführt wurde, bestätigt Beängstigendes:

  • Menschen verbringen täglich 11 Stunden mit digitalen Medien
  • Sie werfen im Schnitt 253 Blicke täglich auf das Handy
  • 44% haben Schwierigkeiten, sich auf eine Sache zu konzentrieren.
  • Insgesamt sinkt die Aufmerksamkeitsspanne: Menschen können 8 Sekunden bei der Sache bleiben – ein Goldfisch 9 Sekunden.

In Deutschland ist es noch nicht ganz so schlimm, aber auch hier verbringen Menschen zweieinhalb bis drei Stunden täglich mit Social Media, gerade jüngere Leute.

Ist „Digital Detox“ ein Ausweg?

Da liegt es nahe, einfach mal das Smart Phone abzuschalten und zu „fasten“. Macht das Sinn? Experten sagen, dass es jedoch nicht reicht, einmalig länger abzuschalten und danach so weiterzumachen wie vorher. Viel wichtiger sei es, sich regelmäßige Auszeiten zu nehmen, mal ohne Handy spazieren zu gehen oder bei Verabredungen nicht auf das Gerät zu starren, sondern sich dem Gegenüber zu widmen. Sie betonen aber auch: Social Media an sich müssen nicht unglücklich machen. Sondern es kommt darauf an, wie man sie nutzt – man kann sie einsetzen, um Hetze zu betreiben oder einen Spendenaufruf zu tätigen, um zu verblöden oder sich weiterzubilden.

Ich finde es klasse, dass ich dank Facebook Kontakte mit Menschen in aller Welt pflegen kann, die ich kennengelernt habe. Doch ich merke, dass die Relationen nicht mehr stimmen: Muss ich wissen, wo entfernte Bekannte gerade im Urlaub sind und welche Cocktails sie dort schlürfen? Welchen Sandburgenbau-Wettbewerb die Kinder gewonnen haben, ob die Katze getanzt oder der Hund gesungen hat? Während ich andererseits nicht mal die Zeit finde, meine besten Freundinnen „live“ zu sehen? Da stimmt doch was nicht. Am zweiten Detox-Tag nehme ich mir vor, ganz bald meine Freundin zu besuchen, die ich lange nicht gesehen habe.

Achtsamkeit und digitale Welt – passt das zusammen?

Zum Glück findet jeder Wahnsinn auch irgendwann einen Gegentrend. So entstehen Trends, dass moderne Menschen nicht nur vegan, ökologisch, biologisch und fair leben wollen, sondern auch „low digital“. Da wird zum Beispiel vor Meetings in einigen Unternehmen eine Minute in Stille inne gehalten und bewusst geatmet. Da wird empfohlen, statt ein Selfie zu machen, lieber in die Ruhe zu kommen, in sich hinein zu fühlen, wie es einem geht und wo man gerade steht.

Atem, Yoga, Achtsamkeit – alles nichts Neues und dennoch aktueller denn je. All diese Methoden helfen uns dabei, „low digital“ umzusetzen. Zumindest hat man beim Yoga einen Anlass, abzuschalten. Besser noch, wenn es dabei nicht bleibt. Im Café, beim Treffen mit Freunden oder beim Spielen mit dem Kind könnte man es ebenfalls ausprobieren. Übrigens: es gibt bereits Apps, die „low digital“ unterstützen. Da sieht man dann abends, wie oft man online war. Verrückte Welt, aber vielleicht hilft es ja.

Am dritten Digital Detox Tag nehme ich vor, „low digital“ mehr in meinen Alltag zu integrieren. Auch wenn es nicht so leicht fällt wie ich dachte. Nicht weil ich selbst nicht klar komme. Sondern weil die anderen ja auch mit Smart Phone leben –  und das dann eben auch von mir erwarten. Dazu ist das Smart Phone schon so sehr Bestandteil des Alltags geworden – von der Einkaufsliste über den Wecker, Kalender, Taschenlampe, Notizbuch, Rechner bis hin zu Google Maps.

Wie konsequent soll es sein?

Das wurde mir in meinem drei-tägigen Urlaubs-Detox sehr bewusst: Eine Fahrradtour mit unseren Freunden und den Kindern stellte sich als um einiges länger heraus als geplant, so dass letztere irgendwann streikten. Na gut, Detoxbruch Nr. 1: Ich schalte den Flugmodus aus, rufe meinen Partner an, der eh als „Besenwagen“ eingeplant war und bitte ihn, die Kinder mit dem Auto abzuholen. Doch er findet uns nicht, während wir irgendwo bei Hitze in einem abgelegenen Feld zwischen Molkerei und Tulpenfeld sitzen. Hmmpf, es hilft ja alles nichts –  Detoxbruch Nr. 2. Ich schalte die Paketdaten an, sende ihm per WhatsApp unseren Standort, und innerhalb von wenigen Minuten ist er da und sammelt drei erschöpfte, aber glückliche Kinder ein. Ein Hoch auf das Smart Phone! Und ein Hoch auf die Möglichkeit, es auch mal auszuschalten.

Digital Detox – mein persönliches Fazit

Abgesehen von diesem kleinen geschummelten „Notfall“ habe ich aber auch viele schöne Dinge erlebt und erfahren: Mehr entspannte Phasen, mehr Ideen und Kreativität, gute Gespräche mit den Freunden und der Familie (sofern diese auch mal ihr Smart Phone weggelegt haben), in Ruhe ein Buch lesen, den Kindern beim Sandburgen bauen zuschauen (ohne ein Bild zu posten!) und einfach nur auf die Wellen schauen. Der Urlaub ist schnell vorbei. Bereits auf der Rückfahrt erlaube ich mir, wieder einzuschalten und die ca. 100 neuen WhatsApp Nachrichten zu überfliegen. Nichts Wichtiges – vieles aus Gruppen, kaum etwas Persönliches. Ein lieber Freund hatte sich Sorgen gemacht – weil er vergeblich versucht hatte, mich auf verschiedenen Kanälen zu erreichen. Irgendwie schön zu wissen.

Wenn du diesen Blog auf deinem Smart Phone oder Tablet bis hierhin gelesen hast – egal wo du gerade bist – dann atme einmal tief durch, halte inne und lass vor deinem inneren Auge die Menschen erscheinen, die dir wirklich wichtig sind. Denn wenn du mal traurig, angeschlagen, deprimiert oder in Not bist, dann werden nicht deine Facebook-oder Insta-Follower für dich da sein – sondern die Menschen, mit denen du echte, wertvolle und erfüllende Zeit verbracht hast.

Namasté Angela

 

7 Tipps für „Low Digital“ – das empfehlen Experten

  1. Eingewöhnung: mal ein bis drei Tage ganz verzichten – es ist einen Versuch wert
  2. Handyfreie Zonen einrichten: Raus mit dem geliebten Knochen – vor allem aus dem Schlafzimmer! Denn allein der kurze Smart Phone Check kurz vor dem Einschlafen kann einem den letzten Schlaf rauben.
  3. Handyfreie Zeiten einplanen – beim Essen mit der Familie oder Freunden, bei Verabredungen, beim Spaziergang im Wald – da geht’s sicherlich auch mal ohne.
  4. Im Ungewissen bleiben – wie hieß noch gerade der Schauspieler, der damals…? Kaum hat man in geselliger Runde eine solche Frage gestellt, werden die Handys gezückt, Siri, Google und co. befragt. Warum nicht mal etwas herumraten und sich freuen, wenn es einem auch so irgendwann einfällt?
  5. Live statt Video- wie oft werden wir bei Treffen mit Freunden gedrängt, uns mal eben kurz die letzten Urlaubsbilder oder das neueste lustige Video anzuschauen. Ist das wirklich nötig, wenn man sich eh selten sieht und sich vielleicht viel wichtigere Themen zu erzählen hat?
  6. Benachrichtigungen ausschalten – mindestens auf stumm schalten, besser noch die Anzeige von neuen Nachrichten ausschalten – so sinkt mit der Zeit die Versuchung, ständig zu schauen, was es Neues gibt. Ist vielleicht gewöhnungsbedürftig, aber garantiert stressfreier.
  7. Zurück zu analog – nimm die Taschenlampe, Stift und Papier, einen Wecker oder gar einen Stadtplan – und wenn du mal deine AirBNB-Unterkunft oder die Blabla-Car nicht findest, dann frage einfach jemanden nach dem Weg ;-).

 

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Pech gehabt? Glück gehabt! Es ist nicht so wie es aussieht…

Warum die kleinen Ärgernisse des Lebens auch etwas Gutes haben

Endlich Urlaub! Eine Woche Holland liegt vor uns, zusammen mit lieben Freunden, den Kindern, Sand, Strand und hoffentlich Sonne. Gerade sind wir kurz vor der Autobahnauffahrt, da fällt meinem Partner etwas ein: „Mist, wir haben den Schraubenschlüssel für die Fahrräder vergessen.“ Sowas Dummes, wo wir eh schon spät dran sind. Aber ohne den Schlüssel können wir die Fahrräder nicht benutzen. Schließlich haben wir sie mühselig auf den wackeligen Ständer gehievt. Dazu bekomme ich eh schon bei jedem Blick in den Rückspiegel einen Panikanfall, weil ich mich frage, ob dieses Konstrukt wirklich so hält. Wir drehen also um, ab nach Hause, den Schraubenschlüssel holen. Dort wartet eine Überraschung: Hier liegt nicht nur der Schraubenschlüssel, sondern auch mein Rucksack – darin Laptop, Portemonnaie, alle Ausweise und alles, was sonst noch so wichtig ist. Eben habe ich mich noch geärgert, jetzt bin ich erleichtert: Wenn wir nicht nochmal umgedreht wären, hätte ich das Wichtigste vergessen. Und dies vermutlich erst 3 Stunden später am Zielort gemerkt.

Oft genug ärgern wir uns über die kleinen Nachlässigkeiten und Geschehnisse im Alltag. Und ja, manche Dinge sind einfach nur ärgerlich. Doch die meisten von uns haben es auch schonmal erlebt, dass „unangenehme“ Ereignisse sich im Nachhinein als Glücksfall herausstellen. Nicht nur im Kleinen, sondern auch im Großen.

Nichts ist unbedeutend – solange es dir selbst etwas bedeutet

Schaut man sich die inspirierenden und erfolgreichen Persönlichkeiten der Zeitgeschichte an, so haben sie meist eines gemeinsam: Sie haben sich von den Rückschlägen des Lebens nicht entmutigen lassen. So hat zum Beispiel Steve Jobs – der Begründer von Apple – damals sein Studium hingeschmissen, sehr zum Missfallen seiner Eltern. Er hat daraufhin nur noch Dinge gemacht, auf die er Lust hatte. Unter anderem Kalligraphie – schönes Schreiben. Nicht unbedingt ein Fach, das Erfolg, Wohlstand und Karriere versprach. Doch genau diese Kenntnisse haben laut Steve Jobs bei der Entwicklung des Mac den Unterschied gemacht. Nur so kam er auf die Idee, verschiedene Schriftarten zu integrieren. Eine Besonderheit, die damals einzigartig war. So war sein „Scheitern“ die Grundlage für einen Riesen-Markterfolg. Und doch wurde ihm das erst lange später bewusst. Seine Erkenntnis daraus:

„Ihr könnt keinen Zusammenhang herstellen, indem ihr vorausschaut. Ihr könnt diesen nur herstellen, indem ihr zurückschaut. Ihr müsst also darauf vertrauen, dass sich die Punkte in der Zukunft irgendwie verbinden.“ Steve Jobs

Die Erkenntnis ist nicht ganz neu. Auch Buddha wusste bereits, dass so manche leidvolle Ereignisse im nachhinein betrachtet ein Segen sein können:

„Jedes Leben hat sein Maß an Leid. Manchmal bewirkt eben dieses unser Erwachen.“ Buddha

Unschöne Erlebnisse oder gar „Leid“ – wer hat das schon gerne? Aber es passiert nunmal – und dann kann es uns helfen, eine andere Sichtweise darauf einzunehmen. Und genau hier zeigt sich der Unterschied zwischen den Menschen, die an Herausforderungen zerbrechen oder irgendwann entnervt aufgeben, und denen, die auch langfristig zufrieden und erfolgreich sind. Letztere erkennen, dass alle Dinge im Leben zwei Seiten haben, und dass nicht eine Sache nur gut oder nur schlecht ist.

Ich mach mir die Welt so wie sie mir gefällt?

Psychologen nennen das „günstige Erklärungsstile“. Damit ist gemeint, dass zufriedene Menschen die Ursachen für Misserfolge nicht nur bei sich selbst suchen, sondern diese auch als Gesetzmäßigkeit des Lebens sehen. Sie erkennen, dass jeder vermeintliche Rückschlag irgendwo einen tieferen Sinn hat und nur vorübergehend ist, also auch wieder bessere Zeiten kommen. Sie geben sich nicht selbst die Schuld an allem Geschehen und hadern nicht unnötig lange damit.

Umgekehrt glauben sie jedoch im positiven Sinne an eine Art „Selbstwirksamkeit. Das heißt, sie sehen zwar einen tieferen Sinn in Schicksalsschlägen, glauben aber auch daran, dass sie selbst einen positiven Einfluss auf ihr Schicksal haben und diesem nicht hilflos ausgeliefert sind. Das klingt erstmal paradox: Ist nun alles Schicksal oder können wir das, was uns passiert, selbst beeinflussen? Meine Erfahrung zeigt:

Wir können es nicht immer beeinflussen, was uns passiert. Aber wir können entscheiden, wie wir darüber denken und wie wir damit umgehen.

Diese Grundeinstellung kann sowohl im Job als auch in Beziehungen mit anderen Menschen sehr hilfreich sein. So haben Forscher in den USA bei Versicherungsvertretern anhand von Fragebögen untersucht, warum einige erfolgreicher waren als andere. Sie haben festgestellt: Diejenigen, die sich von Absagen nicht entmutigen ließen, verkauften 20% mehr Versicherungen.

Weitere Studien zeigen: wer in Gesprächen das Gefühl hat, von seinem Gegenüber gemocht zu werden, neigt dazu, in einer angenehmeren Tonlage zu sprechen und freundlicher zu agieren. Dies wirkt sich wiederum positiv auf den Gesprächspartner aus, womit die gegenseitige Sympathie sich verstärkt.

Positiv denken oder schön reden?

Sicherlich ist mit „positiv denken“ nicht gemeint, alles Schlimme schön zu reden oder Probleme zu verdrängen. Aber die Psychologie belegt: Je stärker wir daran glauben, dass die Welt – und auch die Zukunft – Gutes für uns bereit hält, umso weniger lassen wir uns von Problemen entmutigen. Das führt dazu, dass wir unsere Ziele nicht so schnell aufgeben und diese somit besser erreichen.

Wird alles gut? Alles wird gut!

Eine solche optimistische Lebenseinstellung hätte mir persönlich sicherlich geholfen, als ich vor vielen Jahren meinen Job verlor und ziemlich verzweifelt war. Ich konnte lange nicht daran glauben, dass es für irgendetwas gut sein sollte. Erst später habe ich erkannt, dass dieses Ereignis mir dazu verholfen hat, mich auf den Weg zu machen – und dass ohne diese Entscheidung viele erstaunliche und schöne Dinge in meinem Leben nicht passiert wären. Dass ich mich ohne dieses Ereignis vielleicht nicht so sehr aus meiner Komfortzone heraus bewegt hätte.

Doch wie kann man bei solchen Ereignissen gelassener bleiben, nicht daran verzweifeln und trotzdem optimistisch in die Zukunft blicken? Gehirnforscher sagen: Einiges, was unsere Grundeinstellung ausmacht, ist genetisch bedingt oder durch die Erfahrungen, die wir als Kind gemacht haben. Doch es ist nicht hoffnungslos. Denn eine positive Lebenseinstellung lässt sich auch trainieren. Hier findest du einige Tipps, wie du mit den kleinen und großen Ärgernissen und Rückschlägen des Lebens besser umgehen kannst.

Ich wünsche dir das Vertrauen, die Dinge so nehmen zu können wie sie sind und dass du an Fehlschlägen wachsen kannst, statt daran zu verzweifeln.

Namasté Angela

 

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Sechs Tipps, um die Ärgernisse und Rückschläge des Lebens gelassener zu nehmen

  1. Versetze dich 10 Jahre in die Zukunft und frage dich, inwiefern dieses Ereignis dich dann noch betreffen wird.
  2. Frage dich, ob in diesem Erlebnis – so ärgerlich es auch gerade ist – irgendein Geschenk oder eine Botschaft für dich enthalten ist.
  3. Überlege dir 3 Beispiele aus deinem Leben, bei denen ein ärgerliches Ereignis oder Erlebnis sich im Nachhinein als gut herausgestellt hat.
  4. Bei kleinen Ärgernissen: denke nicht zu viel drüber nach, analysiere nicht unnötig viel, sondern hake es mit einem Lachen und einer wegwerfenden Handbewegung ab.
  5. Bei größeren Misserfolgen oder Scheitern: schau dir ehrlich an, welchen Anteil du selbst daran gehabt haben könntest und schreibe dir die „Lessons learned“ – dein Fazit – für das nächste Mal auf. Dann lass los und vergib dir selbst. Mach dir bewusst: du bist auch nur ein Mensch und du hast dein Bestes getan.
  6. Wenn das Leben dich mal so richtig ungerecht behandelt und du das Gefühl hast, immer wieder kämpfen zu müssen: Bade in Selbstmitleid und jammere! Manchmal ist es nun mal ungerecht und gibt es nichts zu beschönigen. Lege für dich einen bestimmten Zeitraum fest, in dem dies bewusst tust. Danach richte dich neu aus und schau nach vorne.

Mach dir bewusst: wer nicht den Mut hat, zu scheitern, wird immer in seiner Komfortzone bleiben und keine Risiken eingehen. Glücklich und erfolgreich sind die Menschen, die den Mut haben, zu springen, auch ohne dass sie das Netz sehen.

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Zitate

„Ihr könnt keinen Zusammenhang herstellen, indem ihr vorausschaut. Ihr könnt diesen nur herstellen, indem ihr zurückschaut. Ihr müsst also darauf vertrauen, dass sich die Punkte in der Zukunft irgendwie verbinden.“ Steve Jobs

„Jedes Leben hat sein Maß an Leid. Manchmal bewirkt eben dieses unser Erwachen.“ Buddha

„Wenn du ein Problem hast, versuche es zu lösen. Kannst du es nicht lösen, dann mache kein Problem daraus.“ Buddha

FLOW: Arbeiten, ohne zu Arbeiten

Fünf Tipps für mehr Flow im Leben

Kennst du diese Tage, an denen man überhaupt nicht in die Gänge kommt? Ich zur Genüge. Ich ärgere mich an solchen Tagen immer, dass die Zeit so nutzlos dahin fließt, ohne dass ich etwas Produktives geschafft habe. Wenn es dann noch draußen sommerlich heiß ist, man die Zeit auch gut und gerne im Freibad oder am See verbringen könnte und gleich das Kind abgeholt werden will – da ist der Frust vorprogrammiert.

Manchmal geht es mir aber auch so, dass ich – wenn ich erstmal mit etwas angefangen habe – unendlich viele Stunden damit verbringen kann, etwas fertig zu kriegen. Ich vergesse dabei sogar, zu essen oder mir etwas zu trinken zu holen – und das will was heißen. Ich gehe dann voll in meiner Aufgabe auf. Ich schau nicht auf die Uhr, weil ich hoffe, dass endlich Feierabend ist, sondern weil ich hoffe, dass noch genügend Zeit bleibt, um weiter zu machen, bevor ich das Kind abholen oder abends ins Bett muss.

Sinn und Potenzialentfaltung bei der Arbeit – wie ist das möglich?

Diesen letzteren beschriebenen Zustand nennen Wissenschaftler den „Flow-Zustand.“ Seitdem die meisten von uns nicht mehr schweißtreibende und harte Arbeit am Fließband machen müssen, rückt immer mehr die Frage in den Vordergrund: wie können wir so arbeiten, dass wir einerseits unser Potenzial voll einsetzen (so hätten es gerne die Chefs), wir andererseits aber auch mit Spaß und Leichtigkeit dabei sind? So wünschen es sich zumindest die meisten Berufstätigen.

Ein Forscher, der sich mit diesem Phänomen besonders einen Namen gemacht hat – wenn auch einen unaussprechlichen –  ist der ungarische Wissenschaftler Mihaly Csikszentmihalyi. Er hat bei Künstlern beobachtet, dass diese in ihrem kreativen Schaffen wie in einer Art „Trance“ den Pinsel geschwungen oder ein Lied komponiert haben. Er machte außerdem Erhebungen mit Spitzensportlern und stellte fest, dass diese vor allem im Flow-Zustand zu Höchstleistungen fähig waren.

Csikszentmihalyi beschreibt Flow auch als „Entrücktsein vom aktuellen Tagesgeschehen“, „das völlige Aufgehen in der momentanen Tätigkeit“ oder „das Verweilen in einem Zustand des glücklichen Unendlichkeitsgefühls.“

Kinder im Dauerflow

Kindern scheint das sehr viel näher zu liegen als Erwachsenen. Im Gegensatz zu mir fällt es meinem Kind überhaupt nicht schwer, in den Flow-Zustand zu kommen. Er nimmt sich ein Spielzeug, Bauklötze oder Playmobil und kann sich so intensiv damit beschäftigen, dass er es auch beim 10. Mal nicht hört, wenn ich ihn dazu auffordere, sich anzuziehen oder die Zähne zu putzen.

Auch wenn mir dann manchmal fast der Geduldsfaden reißt, kann ich es ihm nicht verübeln, dass er in seine Welt eintaucht. Zumal Kinder in diesem Zustand unendlich kreativ sind und mehr lernen, als sie es je durch Belehrungen von außen tun. Sie brauchen in solchen Momenten nicht mal eine positive Rückmeldung – die Aufgabe an sich ist Belohnung genug. Wenn ich meinen Sohn lobe, was er Tolles gebaut hat, will er das nicht hören.

Der Psychologe Siegbert A. Warwitz hat festgestellt, dass bei spielenden Kindern der Urzustand des Flow zu finden ist. Er nennt dies auch „glückseligen Zustand des Bei-sich-Seins.“ Wenn Kinder zum Beispiel Rollenspiele machen, dann spielen sie nicht Captain Sharky, sondern sie sind es. Sie gehen voll in der Figur auf, die sie gerade spielen.

Voraussetzungen für Flow

Doch kann auch ein normaler Erwachsener in diesen Zustand kommen, wenn er nicht Künstler oder Sportler ist? Wie können wir es erreichen, dass Arbeit nicht mehr als Arbeit erscheint, sondern als sinnvoller Ausdruck des eigenen Potenzials? Laut Csikszentmihalyi braucht es folgende Voraussetzungen, um in den Flow-Zustand zu kommen:

⇒ Das richtige Maß an Herausforderung

Mir geht es oft so: wenn die Aufgabe langweilig ist, kann ich mich nicht aufraffen, sie zu beginnen. Wenn mir umgekehrt etwas zu schwierig, komplex oder zu viel erscheint, dann gerate ich in eine Art „Schockstarre“ und es geht auch nichts mehr.

Wichtig ist es, eine gewisse Herausforderung zu haben, aber keine Überforderung. Die Stressforschung bestätigt: „Guter Stress“ – auch „Eustress“ genannt –macht produktiv und kreativ. Zu viel oder zu wenig Stress macht krank.

⇒ Ein Ziel vor Augen haben

Diese alte Geschichte macht deutlich, worum es geht:
Ein Passant traf auf seinem Wege drei verschiedene Arbeiter. Er fragte den ersten, was er denn da tue, als dieser mürrisch einen Stein bearbeitete. „Das siehst du doch. Ich maure“ sagt er dem Passanten. Der zweite tat das Gleiche, schien aber etwas motivierter zu sein. Auf die Frage des Passanten hin antwortete er „ich arbeite an einem Fenster.“ Der dritte Arbeiter bearbeitete mit einer solchen Hingabe den Stein, dass er kaum ansprechbar war. Seine Antwort auf die Frage des Passanten: „Ich baue eine Kathedrale.“

Das Gefühl, für etwas Größeres zu arbeiten, beflügelt uns. Selbst wenn die Tätigkeit an sich nicht spannend ist. Die Sichtweise entscheidet.

⇒ Vollkommene Konzentration und direkt sichtbares Handlungsergebnis

Wenn mein Sohn einen Turm baut, dann stürzt der zusammen oder bleibt stehen. Er sieht sofort, ob er „erfolgreich“ gebaut hat oder nicht. In unserem Arbeits- und Privatleben ist es leider nicht immer so direkt ersichtlich, ob ein Projekt klappt, eine Beziehung hält oder eine Strategie aufgeht. Wichtig ist, dass das Gehirn optimal gefordert ist. Und dass man schnell merkt, ob die Tätigkeit zum Erfolg führt. Ein Fliesenleger sieht schnell, ob es passt, ein Lehrer hingegen braucht viel Geduld und Feingefühl, um kleine Erfolge zu erzielen.

⇒ Die Zeit vergessen

Wer auf der Arbeit nichts zu tun hat, für den zieht sich die Zeit wie Kaugummi. Wer im Flow ist, vergisst die Zeit. Nachteulen wir ich merken dann gegen 2:00 nachts, dass sie doch mal langsam ins Bett gehen sollten.

⇒ Glücksgefühl aus sich heraus

Im „Flow-Zustand“ ist auch die Tätigkeit an sich schon Belohnung genug. Wer in einem Chor singt, zieht sein Glücksgefühl nicht nur aus dem großen Auftritt, sondern auch aus den zahlreichen Proben, in denen jeder kleine Erfolg, jede gelungene Partitur schon zählt.

Auch hier machen Kinder es vor: Wenn mein Sohn ein richtig tolles Schiff aus Magnetspielzeug gebaut hat, dann zerstört er es meist sofort wieder, um neu anzufangen. Das Tun macht ihn glücklich.

Mehr Flow im Alltag – so geht’s

Was bedeutet das für uns? Wir wollen doch schließlich produktiv sein und nicht das, was wir erschaffen, gleich wieder kaputt machen, oder? Chirurgen haben nur eine Chance, es richtig zu machen, sonst kommen sie in Teufels Küche. Auch Baufirmen können ein Haus nicht immer wieder abreißen, bis es ihnen gefällt. Doch wenn wir unsere vielen kleinen Tätigkeiten im Berufs- und Privatleben mal genauer betrachten, können wir trotzdem Voraussetzungen schaffen, um öfters in den Flow-Zustand zu kommen. Und somit mehr Erfüllung, Produktivität, Kreativität und sogar Spaß bei dem zu empfinden, was wir tun.

Flowtipp 1: Lass den Perfektionismus los

Oft lähmt uns das Gefühl, es unbedingt richtig machen zu wollen. Perfektionismus ist ein Grund dafür, dass wir vieles entweder gar nicht anfangen oder es nicht zum Ende bringen. Wie oft höre ich Menschen sagen, „Ich muss vorher noch die oder die Ausbildung machen, bevor ich loslegen kann.“ Auch Fehler dürfen sein und gehören dazu. Edison hat es Tausende Male immer wieder neu versucht mit der Glühbirne. Vertriebler müssen sich zahlreiche „Neins“ einholen, um irgendwann mal ein „Ja“ zu bekommen. Lass den Gedanken los, dass alles sofort perfekt sein muss. Fange einfach an – der Rest kommt von selbst.

Flowtipp 2: Sieh das Große Ganze

Um in den Flow zu kommen, ist es hilfreich, ein Ziel vor Augen zu haben, das Größere Ganze. Im beruflichen Zusammenhang bedeutet das: Sieh das Ziel des Unternehmens, des Projektes oder des Produktes an und führ dir vor Augen, inwiefern dieses Produkt oder diese Organisation etwas für das Wohl der Menschen tut. So ziemlich jede Aufgabe – vom Manager bis zur Putzfrau – hat ihre Bedeutung, sonst gäbe es sie nicht.

Solltest du in deiner Tätigkeit auch bei genauerer Betrachtung absolut nichts finden, was der Menschheit dient, dann wechsele deinen Job. Gleiches gilt auch, wenn du dich ständig über- oder unterfordert fühlst mit den Aufgaben, die dir zugetragen werden.

Flowtipp 3: Schalte Ablenkungen aus

Es fällt uns immer schwerer, uns länger auf eine Aufgabe zu konzentrieren. Ständig tingeln neue Nachrichten ein, WhatsApp-, Telegram-, Mails, Facebook etc. Wie oft sind wir versucht, mal eben zwischendurch drauf zu schauen. Und schon brauchen wir wieder richtig lange, um zurück in die jeweilige Aufgabe zu finden. Also: Benachrichtigungen ausschalten, das Handy auf stumm oder weit weg gelegt, die Bürotür zu und Eintauchen in die wirklich wichtige Aufgabe. Es ist bei dir im Büro nicht machbar? Dann finde Wege – vielleicht durch Home Office oder ein Schild an der Tür.

Flowtipp 4: Lerne zu spielen und zu lachen

Jeder von uns konnte spielen. Doch mit der Zeit haben wir es verlernt. Erwecke deinen Spieltrieb wieder. Mache etwas Albernes, spiele mit Kindern, tue etwas, was du sonst nie tun würdest. Humor ist dabei das A und O, denn damit geht alles leichter. Suche dir eine Lachyoga-Gruppe. Hier gibt es einen Raum, in dem du ungestört und ungehemmt spielen kannst. Hier ist albern sein erlaubt, loslassen, lachen und lustig sein.

Wenn wir etwas verkrampft tun oder wollen, entsteht kein Flow. Wenn wir jedoch üben, spielerisch an Dinge heran gehen, dann meistern wir auch Herausforderungen leichter.

Flowtipp 5: Erschaffe dir Flow-Momente

„Flow“ ist in deinem Beruf nicht machbar, aber du kannst derzeit nicht kündigen? Dann schaue privat nach Möglichkeiten und Aktivitäten, die dich in den Flow bringen. Singe in einem Chor, mache einen Malkurs, schreibe Gedichte oder koche etwas nach einem besonderen Rezept. Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, sich Flow-Erlebnisse – und somit auch Glücksmomente – zu erschaffen. Mehr Ideen und Tipps dazu findest du auch im vorherigen Blog „Das Ei das auf den Teppich fiel„.

Ich wünsche dir viel Leichtigkeit und FLOW!

Namasté

Angela

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Zitate

„Indem wir uns mit jedem Detail unseres Lebens befassen, egal ob gut oder schlecht, finden wir Glück, nicht indem wir direkt danach suchen.“ Mihály Csíkszentmihályi

„Glück entsteht auf der Grenze zwischen Langeweile und Angst, wenn also die Herausforderung genauso groß ist wie die Fähigkeit, mit ihr umzugehen.“ Mihaly Csikszentmihalyi

„Der Mensch spielt nur, wo er in voller Bedeutung des Wortes Mensch ist, und er ist nur da ganz Mensch, wo er spielt.“ Friedrich Schiller

Buchtipp

Mihaly Csikszentmihalyi: Flow. Das Geheimnis des Glücks

Fels in der Brandung des Lebens – warum Meditation glücklich macht

Boh, ist das langweilig! Ferse, Spann, Ballen, Zehen – gaanz langsam schreite ich durch die Gehmeditation. Lieber würde ich jetzt joggen gehen oder mich mit jemandem angeregt unterhalten. Aber ich soll eben lahm gehen, hier im „Vipassana Meditation Center“ in Nepal. Ich müsste nachher mal mein T-Shirt durchwaschen, fällt mir da ein. Und bald gibt es endlich Frühstück! Meine Gedanken schweifen ab. Ich zwinge mich, bei der Wahrnehmung meiner Fersen zu bleiben, bei jedem einzelnen Muskel, der sich anspannt, wieder entspannt, bei jedem Druckpunkt, der meinen Fuß nacheinander mit der Erde verbindet. Dann spüre ich die aufgehende Morgensonne auf meinen Wangen, dazu den sanften Wind. In der Ferne ertönt der Gong des nahen japanischen Tempels, exotische Vögel beginnen ihr Lied zu singen. Am Wegesrand sehe ich eine Blume, die in einem solch tiefen Rot blüht, wie ich es noch nie zuvor gesehen habe. Ein Schmetterling tanzt um sie herum. Was für eine unendliche Fülle an Sinneseindrücken!

Später, in der Sitzmeditation, geht es nur noch um die Innenwelt. Der Raum ist abgedunkelt, man soll sich anderthalb Stunden lang nicht bewegen, die Füße schlafen ein. Die Schmerzen wandern von einer Stelle im Körper zur nächsten. Manchmal sind sie kaum noch aushaltbar. Wenn ich dann trotzdem ausharre, beginnt die Energie in meinem Körper zu fließen. Wow! Solche Momente gehören zu den schönsten in diesen 10 Tagen, dich ich mir hier auferlegt habe. Die längsten 10 Tage meines Lebens – und doch auch mit die prägendsten.

Meditation – Trend nicht nur in der Wirtschaftswelt

Meditation: das ist heute keine weltferne Eso-Masche mehr, sondern in aller Munde. In der Wirtschaftswelt redet man von „Achtsamkeit“ und so manch ein gestandener Manager meditiert vor wichtigen Meetings, um gelassen und mit innerer Kraft in die Verhandlung gehen zu können. Entspannung, MBSR und Meditation werden nicht nur in zahlreichen Frauenmagazinen als Weg zur Gelassenheit empfohlen, sondern auch in ZEIT, FAZ und Wirtschaftswoche. Dies birgt jedoch die Gefahr, dass Menschen sich gedrängt fühlen, diesem Trend zu folgen. Um fit für den Erfolg oder leistungsfähiger zu werden oder um noch besser zu funktionieren.

Innere Einkehr – neue Perspektiven

Doch es geht um das Gegenteil. Nämlich darum, einfach mal zu sein statt zu tun und zu machen. Ziel ist es, inne zu halten, zur Ruhe zu kommen, den eigenen – meist negativen – Gedankenkreislauf zu durchbrechen. Bei der Meditation üben wir, im Hier und Jetzt zu sein, die Perspektive zu wechseln und Zugang zur eigenen Intuition, göttlichen Essenz oder inneren Weisheit zu finden. Durch Meditation stärken wir unsere innere Kraft und machen unsere Lebenszufriedenheit und Gefühle unabhängig von den Stürmen des Lebens. Sie hilft uns, aus der Opferrolle auszusteigen und zu erkennen, in welchen Bereichen des Lebens wir uns viel zu viele Sorgen und Gedanken machen. Wir werden uns bewusst, dass wir dem alltäglichen Stress und unseren Problemen nicht hilflos ausgeliefert sind. Viele Probleme verlieren an Bedrohlichkeit, wenn wir unsere Einstellung dazu verändern. Durch Meditation können wir dies Schritt für Schritt tun – in Richtung mehr Lebensfreude, Gelassenheit und Zufriedenheit. Dabei wiederum können bessere Konzentrationsfähigkeit, Stressresistenz und somit auch mehr Erfolg im Leben durchaus eine Folge von regelmäßiger Meditationspraxis sein.

Meditation verändert Gehirnstrukturen

Auch für Skeptiker oder diejenigen, die sich gerne selbst als „Verstandesmensch“ bezeichnen, gibt es mittlerweile genügend Argumente und Studien, die die positive Wirkung von Meditation belegen. Forscher weltweit haben herausgefunden, dass bei der Meditation der Blutdruck sinkt, der Herzschlag sich verlangsamt, die Atmung sich vertieft und Muskelanspannungen reduziert werden. Hirnforscher haben festgestellt, dass sich durch regelmäßige Meditation die Aktivität des Gehirns messbar verändert. Und zwar genau in den Hirnregionen, wo es um Gefühle geht, und auch um körperliche Empfindungen. Der Hirnbereich, in dem Sinneseindrücke gebündelt werden (Thalamus) und die gesamte Aufmerksamkeit sich sammelt, wird gestärkt. Der Fokus richtet sich auf positive Dinge und die Hirnregion, in der Angst und Stress entstehen (Amygdala), wird gedämpft. Auch konkrete körperliche Beschwerden lassen sich nachweislich durch Meditation reduzieren, so zum Beispiel Kopfschmerzen, Schlafprobleme, Herzstolpern oder Durchblutungsstörungen.

Meditation gegen Kriminalität?

Einige Studien beschreiben darüber hinaus noch den sogenannten „Maharishi-Effekt“: demnach sei in den Städten in den USA, in denen mindestens 1% der Bevölkerung regelmäßig Meditation ausübten, die Kriminalität signifikant zurückgegangen. So könnte Meditation auch ein Weg sein, um zu mehr Frieden, Harmonie und Mitgefühl auf dieser Welt beizutragen. Die Belegbarkeit dieser These wird jedoch von einigen Seiten angezweifelt.

Unabhängig von wissenschaftlichen Ergebnissen und Belegen erlebe ich, was in unseren Kursen und Seminaren passiert, in denen Menschen inne halten, meditieren, atmen, entspannen oder Yoga praktizieren. Der Gruppenzusammenhalt steigt, es entstehen Mitgefühl, Liebe und Verständnis für die Mitmenschen. Statt Stress, Misstrauen oder Konkurrenz breitet sich eine Atmosphäre von Gelassenheit und Zufriedenheit aus. Da jeder einzelne ein sehr viel stärkeres Bewusstsein für die eigenen Bedürfnisse – aber auch die Bedürfnisse der anderen – entwickelt, finden die meisten eine gute und gesunde Ausgewogenheit zwischen „für sich selbst sorgen“ und für andere da sein. Nicht nur im Seminar selbst, sondern auch später im Alltag.

5 Tipps, um Meditation in den Alltag zu integrieren

Doch wie lässt sich Meditation dauerhaft und sinnvoll in den Alltag integrieren? Ich selbst kam damals mit den besten Vorsätzen aus dem Meditationszentrum heraus: Jeden Tag zweimal anderthalb Stunden, das hatte ich mir vorgenommen. Zwei Wochen lang habe ich das durchgehalten. Dann kamen wieder Lebensphasen, in denen ich völlig vom Alltag verschluckt wurde, gar nicht meditierte oder nur selten. Nach jahrelangem Experimentieren habe ich nun Wege gefunden, die mir helfen, dran zu bleiben. Diese Erfahrungen möchte ich hier mit dir teilen.

1. Weniger ist mehr

Jeden Tag anderthalb Stunden in tiefe Meditation versinken? Das schaffen vielleicht Mönche im Himalaya, aber für einen normalen berufstätigen Menschen ziemlich unrealistisch. Macht aber überhaupt nichts. Der Wissenschaftler John Kabat Zinn hat festgestellt, dass auch kurzes, regelmäßiges Meditieren positive Effekte zeigt. Nimm dir also lieber eine kürzere Zeitdauer vor und versuche, dies regelmäßig zu machen, statt nach wenigen Tagen entnervt aufzugeben, weil du keine anderthalb Stunden schaffst. 15 Minuten täglich reichen schon aus.

2. Sei nicht zu streng mit dir selbst – aber bleibe dran

Geißele dich nicht selbst, wenn es mal an einem Tag nicht klappt. Es wäre schade, wenn Schuldgefühle die bereits erzielten Fortschritte wieder zunichte machten. Mache dann einfach am nächsten Tag wieder weiter! Wichtiger ist, dass du dauerhaft dran bleibst, auch wenn du immer wieder neu anfängst.

3. Fange leicht an und probiere aus

Du musst nicht gleich die schwierigsten Meditationstechniken beherrschen, um loszulegen. Absolute Gedankenlosigkeit mag für einige das Ziel sein, sollte aber nicht krampfhaft angestrebt werden. Beginne sanft, vielleicht mit einem täglichem „Body Scan“ oder Yoga Nidra, oder auch einer geführten Phantasiereise. Wenn du dann das Gefühl hast, dabei schon ruhiger zu werden, kannst du weitere Techniken ausprobieren.

4. Nutze die 40-Tage-Formel

Laut Yoga-Tradition braucht der Mensch 40 Tage, bis sich eine neue Denk- oder Handlungsweise als Gewohnheit etabliert hat. Laut Gehirnforschung braucht es 30 Tage, bis sich neue neuronale Verbindungen im Gehirn bilden. Wenn du verschiedene Arten von Meditation ausprobieren möchtest, dann bleibe mindestens 40 Tage am Stück bei einer Technik. Führe dabei Tagebuch über das, was in deinem Leben so passiert. Dann kannst du die Wirkung verschiedener Techniken noch besser reflektieren.

5. Sei ohne Erwartungen

Wie bei vielen anderen Dingen ist es bei der Meditation auch: Je mehr wir mit einer bestimmten Vorerwartung oder Vorbewertung herangehen, umso weniger erfüllt sich dies. Erwarte weder Erleuchtung noch Wunderheilung von irgendeiner Art der Meditation. Denn genau das ist auch das Prinzip: Löse dich von allen Vorstellungen, wie die Dinge sein sollten und akzeptiere das, was gerade ist. Je mehr du dich der Erwartungslosigkeit hingibst, umso mehr wirst du positiv überrascht werden.

Ich wünsche dir viel Spaß dabei!

Namasté Angela

 

Glücksaufgabe

Mache dir eine Notiz in deinem Kalender, in 40 Tagen. Wähle eine Meditationstechnik für dich aus, die du in diesen 40 Tagen anwenden möchtest. Besorge dir ein Tagebuch und schreibe jeden Tag deine Erfahrungen auf.

Meditationen für dich

Hier findest du Entspannungsreisen, Meditationen, Yoga Nidra und vieles mehr. Such dir einfach eine raus und lege los!

 

Buchtipps

Meditation löst Lebensprobleme von Safi Nidiaye

Jetzt! Die Kraft der Gegenwart von Eckhart Tolle

 

Bekannte Entspannungs- und Meditationstechniken

Body Scan

Eine sehr einfache und effektive Möglichkeit, den Grübelkreislauf der Gedanken zu unterbrechen, inne zu halten und in die Entspannung zu kommen. Dieser wird eingesetzt als Vorbereitung auf autogenes Training sowie zur Entspannung nach einer Yoga-Stunde oder auch Fitness-Stunde. Hierbei geht man den Körper gedanklich durch und entspannt nach und nach jeden Körperteil. Hier findest du einen angeleiteten Body Scan…

Yoga Nidra

Yoga Nidra bedeutet „yogischer Schlaf“. Dies ist eine Yoga-Technik aus der tantrischen Tradition, die durch tiefe Entspannung und bewussten Schlaf den Zugang zu tiefen Bewusstseinsschichten ermöglicht. Yoga Nidra ist eine systematische Methode, um vollkommene mentale, emotionale und physische Entspannung herbeizuführen. Diese geführte Reise durch den Körper lenkt das Bewusstsein auf alle Körperteile. Die Teilnehmer scannen dabei ihren Körper vom Kopf bis zu den Zehen und entspannen dabei jeden einzelnen Teil ihres Körpers. Optional führt der Gruppenleiter sie danach durch verschiedene Visualisierungen und Empfindungen, z.B. heiß/ kalt, leicht / schwer, Atemräume (Nase, Brustraum, Bauch), Orte der Entspannung (Meer, Wald, Landschaft). Weiterhin gibt es die Möglichkeit, am Anfang einen Wunsch oder Intention (Sankalpa) einzugeben und die Aufmerksamkeit am Anfang und Ende darauf zu lenken. Hier findest du eine Yoga Nidra Kurzentspannung…

Phantasiereise

Fantasie-, Märchen- oder Traumreisen sind imaginative Verfahren. In der Psychotherapie werden sie zum Aufspüren von innerer Kraft und Weisheit eingesetzt. Als Entspannungsverfahren wirken sie therapeutisch. Sie werden als Geschichten von einem Sprecher erzählt. Ein tiefer Ruhe- und Erholungszustand wird durch eine entspannte Körperposition, die Zuwendung durch den Sprecher sowie die Hinwendung auf die meist als angenehm erlebten Bilder in der eigenen Fantasie erzielt. Durch eine herabgesetzte Muskelspannung kommt es zu einer körperlich-seelischen Entspannung. Der Zuhörer stellt sich innere Bilder zu den Texten vor, in die möglichst viele angenehme Sinneseindrücke eingebaut sind. Hier geht es zur Phantasiereise „Die Oase“…

Vipassana-Meditation

Vipassana ist eine der ältesten Meditationstechniken Indiens und bedeutet soviel wie „die Dinge zu sehen, wie sie wirklich sind“. Es geht hier darum, den Geist von trüben Gedanken und „Unreinheiten“ zu befreien. Dies geschieht durch Selbstbeobachtung. Man beobachtet den Atem, körperliche Empfindungen und die Gedanken. Alles was gerade da ist – Gedanken, Sorgen, Schmerzen – wird als reine Empfindung angesehen und von einer Bewertung (gut oder schlecht) abgekoppelt.

Zen-Meditation

Zen ist eine wichtige Richtung im Buddhismus. Der Begriff „Zen“ leitet sich vom Sanskrit ab und bedeutet „Meditation“ oder „Versenkung“. Man versucht dabei, im gegenwärtigen Augenblick präsent zu sein, sei es bei der Zen-Meditation in der Konzentration auf die Haltung und Atmung oder auch bei allen anderen Tätigkeiten des Alltags. Um den Gedankenkreislauf zu stoppen, arbeitet man hier mit „Tricks“, wie z.B. von 1 bis 10 zählen, den Atem beobachten, sich mit Rätseln („Koans“) befassen. Das sind unlösbare Aufgaben oder paradoxe Aussagen, die der Lehrer dem Schüler in die Meditation mitgibt.

MBSR – Mindfulness Based Stress Reduction

Die Achtsamkeitsbasierte Stressreduktion (Mindfulness-Based Stress Reduction – MBSR) ist ein von dem Molekularbiologen Jon Kabat-Zinn in den späten 1970er Jahren in den USA entwickeltes Programm zur Stressbewältigung durch gezielte Lenkung von Aufmerksamkeit und durch Entwicklung, Einübung und Stabilisierung erweiterter Achtsamkeit. Hier geht es um eine Kombination von Yoga, Sitz- und Gehmeditation. Bei allen Übungen steht das nicht-wertende Annehmen dessen im Vordergrund, was gerade im Augenblick wahrnehmbar ist. Das können Körperempfindungen (z. B. Druck, Kribbeln), Gefühle (angenehm / unangenehm), Emotionen (z. B. Angst, Trauer), Stimmungen, Sinneswahrnehmungen oder Gedanken sein. Diese Methode findet sowohl in der Wirtschaftswelt immer größere Verbreitung, wird aber auch im klinischen Bereich (zum Beispiel mit chronisch Kranken) eingesetzt.

Dynamische Meditationen

Der spirituelle Lehrer Osho hat verschiedene Meditationen entwickelt, die mit Bewegung verbunden sind: zum Beispiel schütteln, tanzen, springen, aber auch Wut oder Albernheit herauslassen. Verschiedene Gefühle wie Weinen und Lachen finden hier ebenso ihren Ausdruck.

Besonders effektiv ist vor allem die Lachmeditation, die auch im Lachyoga nach Dr. Madan Kataria eingesetzt wird. Hier lässt man ca. 10 – 30 Minuten lang das Lachen frei sprudeln. Dies kann alleine praktiziert werden, ist aber einfacher in einer Gruppe, weil hier der gegenseitige Ansteckungseffekt genutzt werden kann. Hier findest du eine „Lachaufnahme„, die dich dabei unterstützen kann, in das freie Lachen hinein zu kommen.

Zitate

„Bei der Meditation geht es nicht um den Versuch, irgendwo hinzugelangen. Es geht darum, dass wir uns selbst erlauben, genau dort zu sein, wo wir sind, und genau so zu sein, wie wir sind, und desgleichen der Welt zu erlauben, genau so zu sein, wie sie in diesem Augenblick ist.“ Jon Kabat-Zinn

„Das Gegenstück zum äußeren Lärm ist der innere Lärm des Denkens. Das Gegenstück zur äußeren Stille ist innere Stille jenseits der Gedanken.“ Eckhart Tolle

„Du kannst die Wellen nicht stoppen, aber du kannst lernen zu surfen.“ Jon Kabat-Zinn

„Meditation ist das Reinigen des Geistes und Herzens vom Egoismus; durch diese Reinigung entsteht das richtige Denken, das allein den Menschen vom Leid befreien kann.“ Jiddu Krishnamurti

„Existenz ist nur im gegenwärtigen Moment. Der Verstand ist niemals im gegenwärtigen Moment.“ Osho

 

Wo ist unsere Zeit geblieben?

Neulich saß ich an einem Sonntagmorgen gemütlich mit Mann und Sohn am Frühstückstisch. Das kommt selten vor, da ich oft an Wochenenden unterwegs bin –  umso mehr genieße ich den freien Morgen. Wir unterhalten uns und überlegen, was wir heute so unternehmen könnten. „Ich schau mal, wie das Wetter ist“, sagt mein Partner und holt sein Smartphone hervor. „Ok“ sage ich, „dann hole ich mir solange noch einen Kaffee.“ Der Weg zur Küche führt durch den Flur. Dort liegt mein Smartphone. Ach, ich schau mal eben, wie spät es ist, denke ich, und schon sehe ich dieses trügerische Zeichen auf dem Telefon: eine neue WhatsApp! Dopamin befeuert mein Hirn. Es könnte etwas Wichtiges sein, denke ich, vielleicht wegen des Kurses morgen? Ich nehme mein Smartphone mit zum Tisch und schaue drauf. Der Kaffee ist plötzlich vergessen. „Darf ich einen Film gucken?“ fragt mein Sohn, sobald er dieses Gerät sieht. „Bitte, nur ganz kurz!“ PAFF, voll ertappt! Warum sitzen wir plötzlich alle mit dem Smartphone da? Warum dreht sich alles nun nur noch um dieses kleine Gerät?

War früher alles besser?

Ich würde in solchen Momenten am liebsten die Zeit anhalten und zurück drehen. Zurück zu den Zeiten, in denen ich in der S-Bahn und auf Reisen noch ein Buch gelesen habe. In denen ich Kindern (damals noch als Babysitterin) auf dem Spielplatz einfach nur beim Spielen zugeschaut habe – ja, mich vielleicht sogar ein bisschen gelangweilt habe. Aber mit voller Aufmerksamkeit da war, und nicht bei Facebook, WhatsApp oder Instagram. Zurück zu der Zeit, wo ich mit meiner ersten Liebe verliebt am Strand gesessen habe – ohne sofort zu überlegen, welches Bild wir jetzt posten, um allen zu zeigen, wie glücklich wir sind. Zeiten, in denen mein Sohn nicht sagen würde „Mama, gib das mal eben in Google ein“, sondern wir gemeinsam erwartungsvoll einen Duden aufschlagen würden, so wie mein Opa es früher mit uns gemacht hat. Oder wir sogar zusammen in die Stadtbibliothek fahren, um etwas über ein Thema herauszufinden. Eine Zeit, in der ich mit Freunden in der Kneipe zusammen gesessen habe, ohne gleich Videos und Bilder vom Haustier, den Kindern, dem letzten Urlaub oder der letzten Mahlzeit aufgedrückt zu bekommen. Oder ich selbst reflexartig mein Smartphone zücke, um Bilder von meinem Sohn oder sonstigen Erlebnissen zu zeigen.

Zeit – jeder will sie, keiner hat sie

Aber wir können die Zeit nicht zurück drehen. Und das ist letztlich auch gut so. Wir alle kennen die Vorteile der neuen Technologien. Vieles ist praktischer und bequemer geworden, das ganze Wissen der Welt steht uns innerhalb von Sekunden zur Verfügung. Doch eines hat sich durch die Digitalisierung nicht geändert, so zumindest der Eindruck: Wir haben nicht mehr Zeit gewonnen. Wie kann das sein? Und wo soll das noch hinführen? Warum haben wir alle das Gefühl, dass wir nur noch der Zeit hinterher hetzen?

Offenbar reißt die Beschleunigung fast jeden von uns mit, der nicht zurückgezogen in der Almhütte oder im brasilianischen Urwald lebt. Das Wissen der Menschheit hat sich innerhalb von kürzester Zeit vervielfacht, das Tempo auch. Wir Menschen passen uns daran an, kaum einer kann sich dem entziehen, selbst wenn er möchte. Studien zeigen, dass Menschen, die nicht ihren Fähigkeiten entsprechend eingesetzt oder gefordert sind, über kurz oder lang in Langeweile und Resignation verfallen. Menschen, die erst unter Zeitdruck eine Aufgabe lösen mussten, langweilen sich, wenn sie später dafür mehr Zeit haben. Nicht ohne Grund entwickeln Menschen, die dauerhaft unter dem Label „Hartz IV“ aussortiert werden und sich nicht gebraucht fühlen, Lethargie bis hin zur Depression. Es liegt in unserer Natur, dass wir gefordert sein wollen, uns weiter entwickeln und wachsen wollen.

Ich glaube sogar, dass es der Sinn unseres Lebens ist, die eigene Lebensaufgabe zu entdecken und diese umzusetzen. Mit anderen Worten: unser vollkommenes Potenzial zu leben. Doch geht das nicht auch, ohne dass wir uns ständig gehetzt und getrieben fühlen angesichts all der Aufgaben, Nachrichten und Verpflichtungen, die auf uns einprasseln? Wie können wir es hinkriegen, mal runterzufahren und uns auf die wesentlichen Dinge zu fokussieren?

Vielleicht können und wollen wir auf unsere technologischen Errungenschaften nicht verzichten. Aber wir können beginnen,  damit bewusster umzugehen. Denn wie sollen wir unseren Kindern das Spielen mit dem Smart Phone untersagen, wenn wir selbst es ständig vormachen? Übrigens: Im Silicon Valley achten die meisten Eltern sehr streng darauf, dass ihr Nachwuchs möglichst wenig Zeit mit Smartphones, Tablets und Computern verbringt. Das sollte einem zu denken geben.

Gefragt oder gelangweilt?

Neben dem „digitalen Wahnsinn“ gibt es natürlich noch weitere Ursachen dafür, dass viele von uns sich so gestresst und getrieben fühlen: nicht nein sagen können, Leistungsdruck, Perfektionismus oder die Befürchtung, nicht mehr mitzukommen oder nicht gemocht zu werden. Hinzu kommen Angst vor Langeweile oder Leere. Kennst du das Phänomen, dass Termine sich wundersamerweise sofort wieder auffüllen, sobald einer frei wird? Die  Leere lässt sich heutzutage so leicht stopfen und verdrängen – egal ob durch Freizeitstress, Smartphone, TV oder Tablet. Auch viel arbeiten ist eine effektive Möglichkeit, sich selbst und der Begegnung mit dem Inneren aus dem Weg zu gehen.

Mir selbst wurde das schmerzlich bewusst, als ein Freund zu mir sagte „du hast ja anscheinend nie Zeit.“ Ja, da ist was dran. Von meinem Ausbilder – Dieter Hörner – habe ich damals den Gedanken mitgenommen: „Zeit ist Existenz.“ Das führt zu der Frage: Welche Existenz gestehen wir uns selbst, unserem Leben zu? Wenn wir dieser Frage nachgehen, dann geht es nicht mehr um Zeitmanagement oder Zeitersparnis durch irgendwelche technischen Innovationen. Dann geht es um die Frage: Was ist wirklich wichtig im Leben?

Jeder von uns könnte morgen einen Unfall haben und monatelang im Krankenhaus liegen. Die Erde würde sich weiter drehen. Keiner von uns ist unersetzbar, auch wenn wir das manchmal denken. Keiner von uns weiß, wie lange er oder sie noch lebt. Alle reden davon, man müsse die Zeit optimal nutzen, den Tag genießen, aus jedem Augenblick das Beste rausholen. Aber setzt uns das nicht auch wieder unter Druck? Muss Zeit immer effektiv genutzt werden, oder darf sie auch mal so dahin plätschern?

Was ist wirklich wichtig?

Ich denke, dass die größte Herausforderung „unserer Zeit“ darin liegt, uns noch konsequenter auf unsere eigenen Werte und Prioritäten zu besinnen. Wenn wir selbst Klarheit darüber haben, was uns wichtig ist im Leben, dann finden wir auch den Mut, dafür einzustehen. Dann geht es nicht mehr darum, was die anderen von uns denken oder ob jeder uns mag, sondern darum, dass wir selbst glücklich sind. Und das heißt auch, mit dem Unperfekten glücklich zu sein. Einfach nur zu SEIN, ohne ständig etwas tun oder darstellen zu müssen. Die eigenen Prioritäten zu kennen und zu diesen zu stehen, ohne es allen recht machen zu wollen.

Wie wir das umsetzen, liegt in unserer Hand. Wir selbst können uns dafür entscheiden, einfach mal mit dem Kind – oder auch alleine – in die Bibliothek zu gehen. Wir selbst können beim Essen oder beim Treff mit Freunden das Smartphone ausgeschaltet lassen. Mal wieder ein Buch aus Papier lesen oder eine Postkarte an jemanden schreiben. Und beim Frühstückstisch am Sonntagmorgen mal nicht auf das Smartphone, sondern einfach aus dem Fenster schauen, wie das Wetter ist.

Fragen für die Woche

  • Was ist dir wirklich wichtig im Leben?
  • Was möchtest du mal eine Zeit lang bleiben lassen, was dir unnötig Zeit raubt?
  • Womit möchtest du wieder mehr Zeit verbringen?

Glücksanregungen für die Woche

  • Lasse mal einen Tag lang dein Smartphone aus
  • Schreibe einen Brief oder eine Postkarte an einen Menschen, bei dem du dich länger nicht gemeldet hast

Tipps

Buchtipp: „Das Leben ist keine ToDo-Liste“ von Shirley Seul

Filmtipp: arte-Reportage „Speed. Auf der Suche nach der verlorenen Zeit“, anzusehen auf youtube …

Podcast-Tipp: Veit Lindau mit dem Vortrag „Mensch 4.0“, auf youtube…

Zitate

„Jetzt sind die guten alten Zeiten, nach denen wir uns in zehn Jahren zurücksehnen.“ Peter Ustinov

„Ihre Zeit ist begrenzt, also verschwenden Sie sie nicht damit, das Leben eines anderen zu leben. Lassen Sie sich nicht von Dogmen in die Falle locken. Lassen Sie nicht zu, dass die Meinungen anderer Ihre innere Stimme ersticken. Am wichtigsten ist es, dass Sie den Mut haben, Ihrem Herzen und Ihrer Intuition zu folgen. Alles andere ist nebensächlich.“ Steve Jobs

Glücklich machen macht glücklich

„Mitgefühl und Liebe sind keine bloßen Luxusgüter. Als die Quelle von innerem und äußerem Frieden sind sie grundlegend für das Überleben unserer Spezies.“ Dalai Lama

In meinem Leben gab es eine Zeit, in der ich sehr unglücklich war – mein Job war futsch, die Beziehung kaputt. Ich steckte im Negativ-Kreislauf und fühlte mich als Opfer äußerer Umstände. Der Leidensdruck war so groß, dass er mich aus meiner Komfortzone heraus katapultierte. Etwas musste sich ändern. So beschloss ich, länger nach Indien zu reisen, um in einem Hilfsprojekt mitzuarbeiten. Gelandet bin ich bei einem französischen Arzt, der Kranke behandelte – in den Slums, auf der Straße. Dort sah ich Lebensumstände, die ich mir vorher nicht mal ansatzweise vorstellen konnte. Menschen, die auf Bahnsteigen lebten, Kinder, die im Müll und Dreck spielten, Frauen, deren Brandwunden sich über den ganzen Körper zogen. Das Erstaunliche aber war: Egal, wie miserabel es diesen Menschen ging – sie hatten immer ein Lächeln und einen „Namasté“-Gruß als Dankeschön für uns übrig.

Wie konnten diese Menschen noch lächeln? Und wie konnte ich es mir je anmaßen, mich als Opfer gefühlt zu haben? Ich hatte ein Dach über dem Kopf, sauberes Wasser, eine Ausbildung, alle Möglichkeiten. In dem Moment schämte ich mich fast dafür, dass ich zu Hause vor lauter Selbstmitleid zerflossen war. Aber noch erstaunlicher war die Erkenntnis: Ich war hier so glücklich wie selten zuvor! Ja, es flashte mich geradezu, mal wirklich etwas für andere tun zu können, statt um mich selbst und mein eigenes Leid zu kreisen. Mir wurde bewusst, wie unglaublich gut es uns in Deutschland geht – besser als dem größten Teil der Menschheit. Ich stellte fest, dass die freiwilligen Helfer, die hier in dem Projekt ihre Urlaubszeit opferten, allesamt mindestens genauso viel zurück bekamen wie sie gaben. Und ich sah, dass materieller Wohlstand, so wie wir ihn in Deutschland genießen, nicht zwangsweise glückliche Menschen hervorbringt. Während die Inder stets Zeit hatten für einen Plausch beim Chai, zusammen saßen, dabei scherzten und viel lachten, sind in Deutschland Depression und Einsamkeit zu einem ernsthaften Problem geworden.

Weltglückstag: Gemeinschaft statt Wachstumswahn

Bis vor wenigen Jahren herrschte in den Industrieländern noch die gängige Meinung, dass Wirtschaftswachstum das einzige anzustrebende Ziel sei. Und tatsächlich sind laut „World Happiness Report“ die Menschen in wohlhabenden Ländern wie Finnland oder Dänemark glücklicher als in „Krisenländern“ wie Griechenland oder Venezuela. Ein gewisses Grundmaß an Wohlstand und Einkommen ist sicherlich erforderlich, um zufrieden zu leben. Trotzdem setzt sich immer mehr die Erkenntnis durch, dass bedingungsloses Wachstum um jeden Preis kein Garant für Wohlstand ist.

Mit dem „Weltglückstag„, den es seit 2013 gibt, haben die Vereinten Nationen anerkannt, dass Glück ein „grundlegendes Ziel für die Menschen“ ist. Sie betonen, dass „Fortschritt“ nicht nur Wachstum bedeuten sollte – sondern auch die Erhöhung von Glück und Wohlbefinden für die Menschen. Sie berufen sich dabei auf die drei Säulen „Soziales“, „Wirtschaft“ und „Umwelt“, die gleichsam wichtig sind. Auch bei den „17 Zielen für nachhaltige Entwicklung“ (2015 von den UN beschlossen) geht es nicht nur um Reduzierung der Armut, sondern auch um Wohlbefinden und Gesundheit, Frieden, Gerechtigkeit, Bildung und Nachhaltigkeit. Das kleine Land Bhutan macht es vor. Schon seit den 70er Jahren hat hier das „Bruttonationalglück“ vor dem Bruttosozialprodukt Priorität. Bereits die Schulkinder erlernen hier „Glückskompetenzen“ wie Achtsamkeit, Empathie, Konfliktmanagement und Meditation. Was können wir also in unserem Umfeld tun, um Glück und Freude zu verbreiten und auch zu leben?

Drei Glückstipps zum Weltglückstag

  1. Gutes tun: Nutze an diesem Tag jede Gelegenheit, um andere Menschen glücklich zu machen. Studien belegen, dass „Gutes tun“ einer der besten Wege ist, selbst zufrieden zu sein. Daher ruft der Weltglückstag Menschen dazu auf, an diesem Tag ganz bewusst Mitgefühl, Empathie und Hilfsbereitschaft zu leben.
  2. Beziehungen kultivieren: Nimm Kontakt auf zu einem lieben Menschen, den du besonders magst oder den du länger nicht gesehen hast. Schreibe ihm eine Karte oder sag ihm etwas Nettes. Glückliche und erfüllte Beziehungen sind der Glücksfaktor schlechthin. Damit sind sowohl Familie und enge Freunde gemeint als auch Arbeitskollegen, Freizeitgefährten oder die Gemeinschaft in einer Gruppe oder einem Verein.
  3. Dankbarkeit leben: Halte inne, atme und denke an mindestens drei Dinge, für die du dankbar bist. Dankbarkeit ist eine Lebenseinstellung, die vielleicht altmodisch klingt, aber definitiv glücklich macht.

All das sollte natürlich nicht nur am Weltglückstag geschehen, sondern jeden Tag neu. Probier es aus und berichte gerne hier! Aus meiner Erfahrung in Indien kann ich nur bestätigen: für andere etwas tun macht glücklich. Gemeinschaft mit Gleichgesinnten macht glücklich. Und Dankbarkeit macht glücklich. Unter anderem dafür, dass wir hier in einem wohlhabenden und freien Land wie Deutschland leben. Das können wir uns regelmäßig bewusst machen – auch ohne nach Indien gereist zu sein.

Namasté,

Angela

„Wir leben von dem, was wir bekommen, aber wir gestalten unser Leben durch das, was wir geben.“ Winston Churchill

Trainiere dein Glück!

Du möchtest dein inneres Glück aktivieren, dein Mindset langfristig auf glücklich sein programmieren und dies nachhaltig im Alltag umsetzen? Dann ist vielleicht dieser Online-Kurs „Aktiviere dein inneres Glück und leuchte“ das Richtige für dich. Mehr Infos hier…

 Glücksgedanken für die Woche

  • Anderen Menschen etwas Gutes zu tun macht glücklicher als ständig selbst etwas zu fordern
  • Gemeinschaft und Mitmenschlichkeit sind als Glücksfaktor entscheidender als alle anderen äußeren Lebensumstände
  • Wir können unendlich dankbar sein, wie gut es uns geht und dass wir in Frieden, Wohlstand und Freiheit leben

Mögliche Aktionen zum glücklich machen

Jeder kann dazu beitragen, das Glück und Wohlbefinden auf dieser Welt zu erhöhen.  Hier ein paar Anregungen dazu:

  • Ein nettes Wort an die Kassiererin im Supermarkt richten
  • Sich Zeit nehmen für einen kurzen Plausch mit dem Nachbarn
  • Eine Freundin oder Freund anrufen, die du länger nicht gesehen hast
  • Einen älteren Menschen auf der Straße einfach ansprechen
  • Mit einem Obdachlosen oder Bettler ins Gespräch kommen, ihm zuhören
  • Ein paar herzliche Worte mit der Erzieherin / Lehrerin / Schwiegermutter wechseln
  • Eine Umarmungsaktion (Free Hugs) starten
  • Deinen Partner/in lange umarmen
  • Einen bestimmten Menschen einen ganzen Tag lang besonders zuvorkommend behandeln.
  • Jemandem ein Kompliment machen

Ich würde mich freuen, wenn du hinterher davon berichtest, was du gemacht hast und wie es war – hinterlasse gerne einen Kommentar :-)

 

Lebst du schon dein IKIGAI? Wie sich die Lebensaufgabe mit der Welt vereinbaren lässt

Als ich zum ersten Mal von IKIGAI hörte, dachte ich, es wäre entweder eine Sushi-Spezialität oder ein japanischer Wissenschaftler. Als ich dann nochmal genauer nachgeforscht habe, durfte ich feststellen, dass IKIGAI ein ziemlich geniales Konzept ist, um unsere „Mission“ oder „Lebensaufgabe“ in dieser Welt einzuordnen. Und zwar so, dass sie nicht nur real umsetzbar wird, sondern auch dazu beiträgt, in dem, was wir tun, Erfüllung zu finden. Denn die Frage, was wir den ganzen Tag tun und wie wir unsere Lebenszeit verbringen, betrifft jeden von uns. Egal, ob jemand in einer Festanstellung oder auf Hartz IV ist, „brotlose Kunst“ betreibt oder einen Haufen Geld in einem Job verdient, der in seinen Augen völlig sinnentleert ist.

IKIGAI beschreibt einen Idealzustand, die Schnittmenge von dem, was du gerne tust, gut kannst, in die Welt einbringst und wovon du gleichzeitig leben kannst. Wenn du bereits in diesem Idealzustand bist, wunderbar. Wenn dieser dir hingegen eher schwer erreichbar scheint, ist das kein Grund zur Verzewiflung. Denn allein das Hinschauen mit der Frage „wo stehe ich, wo kann ich noch etwas verändern?“ kann dir helfen, bewusst dein Tun und dein Sein in eine Richtung zu steuern, die deinem Herzen entspricht. Das muss nicht heißen, dass du alles, was du jetzt beruflich tust, über Bord werfen musst – manchmal helfen kleine Veränderungen, um sich dem persönlichen „IKIGAI“ zu nähern. Doch was genau bedeutet nun IKIGAI?

IKIGAI – das, was das Leben lebenswert macht

Wörtlich übersetzt bedeutet IKIGAI „lebens (=IKI) wert (=GAI)“. Damit ist zum einen gemeint, dass man den Sinn seines Lebens findet, aber auch dass man erfüllt, stressfrei und vor allem glücklich lebt. Vorbild ist dabei die Insel Okinawa, die dafür bekannt ist, dass die Menschen dort besonders glücklich sind und sehr lange leben. Die „Insel der Hunderjährigen“ wird Okinawa auch genannt, und unzählige Wissenschaftler haben sich bereits mit der Frage befasst, was das Geheimnis dieses Phänomens ist. Zu den wichtigsten Rahmenbedingungen der Bewohner gehören unter anderem Entschleunigung, viel Bewegung in der Natur, gelebte Gemeinschaft und gesunde Ernährung.

Bei IKIGAI geht es aber nicht nur um die Rahmenbedingungen – sondern auch um die innere Motivation, den Sinn, die Frage nach der Mission auf dieser Welt. Aber auch um die Frage, inwieweit dies mit der Realität vereinbar ist. Denn was nützt es uns, wenn wir dem Herzen folgen, das tun, was uns Spaß macht, aber am Ende die Miete nicht bezahlen können? IKIGAI setzt an vier verschiedenen Ebenen an.

Vier Fragen, die dir helfen, dein IKIGAI zu finden

1. Was liebst du zu tun?

Wofür brennt dein Herz? Wofür würdest du jeden Morgen begeistert aus dem Bett springen? Was hast du möglicherweise schon als Kind gerne gemacht? Wobei vergisst du die Zeit, wenn du es tust, kommst so richtig in den „Flow?“ Im vorhergehenden Blog „Finde Dein Warum“ findest du Anregungen, wie du das herausfinden kannst.

2. Was braucht die Welt?

Was ist deine „Mission“? Hast du eine Idee, wofür du auf dieser Welt bist? Welchen Beitrag kannst oder möchtest du für die Welt leisten? Oder auch: was möchtest du erschaffen? Für wen kannst du durch dein Sein einen Unterschied machen? Inwiefern wird die Welt ein anderer Ort sein, weil du hier gewesen bist? Denn das, was du tust, sollte nicht nur mit deinem Herzen in Einklang sein, sondern auch mit der Welt.

3. Worin bist du gut oder talentiert?

Was sind deine Fähigkeiten? Welche Erfahrungen und Kompetenzen bringst du mit? Was ist dein erlernter Beruf oder eine Tätigkeit, in der du richtig gut bist? In welchem Feld kannst du der oder die Beste sein oder bist es bereits?

4. Womit kannst du Geld verdienen?

Womit verdienst du derzeit dein Geld? Gibt es ein Hobby, das du so zum Beruf machen kannst, dass du Geld damit verdienst? Gibt es andere Möglichkeiten, das Geld verdienen mit den anderen Bereichen in Einklang zu bringen? Viele Menschen vernachlässigen den finanziellen Bereich, wenn es um die Frage nach der Mission oder Lebensaufgabe geht. So mancher hat schon überstürzt seinen Job gekündigt, um der „Lebensaufgabe“ zu folgen, um dann ernüchtert festzustellen, dass die Aufgabe das Leben nicht ermöglicht. Umgekehrt sitzen in unseren Bürotürmen unzählige fremdbestimmte Menschen, die zwar einen Haufen Geld verdienen, aber sich abends im Bett fragen „wofür mache ich das hier?“.

Wie IKIGAI erreichen?

Was können wir also tun, um unser IKIGAI zu erreichen? Zunächst wohl erstmal eines der wichtigsten Prinzipien des IKIGAI beherzigen: Fließen lassen, kein Stress, kein übertriebener Aktionismus, um unbedingt etwas erreichen zu wollen. In die Ruhe kommen, und dann Schritt für Schritt die verschiedenen Bereiche anschauen und reflektieren. Dankbar sein für das, was bereits da ist und gleichzeitig offen für Veränderungen sein.

Denn letztendlich ist es mit dem IKIGAI genauso wie mit der Suche nach dem Glück: Es ist kein einmal erreichter statischer Endzustand, der dann so bleibt. Das Bild des IKIGAI beinhaltet auch einen Prozess, ein ständiges und fließendes Anpassen – etwas verändern – wieder anpassen. Dieser Prozess wird vermutlich lebenslang sein. Es gilt also, diesen mit Spaß und Gelassenheit zu genießen, ganz entspannt im Fluss mitzufließen und ab und zu mal die Richtung zu korrigieren. Die Hundertjährigen von Okinawa haben viel Zeit dafür. Doch selbst wenn wir nicht hundert Jahre alt werden – die entsprechende Gelassenheit können wir uns trotzdem von ihnen abschauen.

Namasté, Angela

P.S: Möchtest du dich noch intensiver mit deinem IKIGAI, deiner Mission, deinem „Warum“ beschäftigen und dich auf den Weg machen? Dann sei dabei beim Online Coaching Programm „SMILE“

 

Zitate

„Nicht alle von uns können große Dinge tun. Aber wir können kleine Dinge mit großer Liebe tun.“ Mutter Teresa

 „Die Sklaven von heute werden nicht mit Peitschen, sondern mit Terminkalendern angetrieben.“ John Steinbeck

  „Viele würden gern ein einfacheres Leben führen, wenn der Weg dahin nicht so kompliziert wäre.“ Justus Jonas der Ältere

 

Glücksgedanken

  • Das, wofür dein Herz brennt, sollte im Einklang mit der Welt sein
  • Begib dich den Fluss des Lebens, lass dich treiben und korrigiere die Richtung, wenn erforderlich
  • Finde dein persönliches „IKIGAI“ – aber mach dir keinen Stress beim Suchen
  • Nimm dir Zeit für jeden bewussten Schritt
  • Suche die Stille in der Natur und Gemeinschaft bei den Menschen, die dir wirklich wichtig sind

 

Humor

Fragt ein Beamter den anderen: „Was hältst du davon, wenn wir uns ein Aquarium kaufen?“ „Ach nein, Fische sind mir zu hektisch.“

Finde dein Warum – das innere Feuer entfachen

Wie ich im vergangenen Jahr meine neue Ausrichtung neu fokussiert habe: 5 Tipps, wie du dich ausrichten und die Basis für deine Ziele und Träume schaffen kannst

Manchmal kann man sich dem Wind der Veränderung einfach nicht entziehen –  auch wenn man am liebsten in der alten Komfortzone verharren würde. Bei mir war es Anfang 2018 soweit: Obwohl ich seit über 12 Jahren begeistert Seminare gebe, merkte ich, dass Veränderung her musste. Ich war schon länger auf der Suche nach einer Möglichkeit, all die vielseitigen Themen, die ich anbot – von Lachyoga, Stress-Management, Persönlichkeitstraining bis hin zum Yoga – zu fokussieren.

Doch das ist nur die eine Seite der Medaille. In meiner Arbeit mit Menschen, die aus der Krise wieder in die Lebensfreude hinein finden wollen oder auch selbst als Trainer aktiv werden wollen, habe ich immer wieder eins festgestellt: Entscheidend ist nicht die Frage: ist alles perfekt? Bin ich gut genug? Mache ich alles richtig? Sondern entscheidend ist die Frage: was treibt mich an? Wofür lohnt es sich, jeden Morgen aufzustehen? Was bringt meine Augen zum Leuchten? Wofür brenne ich?

Ich stellte fest: diejenigen meiner Teilnehmer, die mit innerer Motivation an die Sache heran gingen, verwirklichten mit vollem Herzen ihre Träume und blieben dran. Sie waren offen und ließen sich auf das Abenteuer mit sich selbst ein, trotz aller Widerstände und Hürden. Diejenigen, die nur ihre äußere Hülle aufpolieren wollten, entzogen sich, sobald wirkliche Veränderung anstand. Dies konnte ich immer wieder beobachten, egal ob es dabei um private Träume oder berufliche Projekte ging.

So habe auch ich mir in regelmäßigen Abständen die Frage nach meiner inneren Ausrichtung, dem „Warum“, gestellt. Dies wieder ganz besonders und intensiv im letzten Jahr 2018. Daraus wurde ein Abenteuer, das ich mit dir teilen möchte – so, dass du an diesem Weg teilhaben und auch selbst davon profitieren kannst. Diese 5 Schritte haben mir persönlich dabei geholfen:

1. Schritt: Eine Entscheidung treffen

Am Anfang steht immer die Entscheidung, sich zu verändern. Vielleicht aus Leidensdruck, vielleicht aus dem Wunsch heraus, sich weiterzuentwickeln. Mit dieser Entscheidung übernehmen wir die volle Verantwortung für unser Glück. Keine Ausreden mehr, kein „die äußeren Umstände ermöglichen es nicht“. „Selbstwirksamkeit“, so nennt man in der Resilienzforschung die Fähigkeit, etwas selbst zu gestalten und das Wissen darüber, dass dies für uns möglich ist.

Wenn du also irgendeinen Wunsch, ein Projekt oder einen Traum hast: triff zuerst die klare Entscheidung, es durchzuziehen! Die äußeren Umständen werden von da an nicht mehr gegen dich arbeiten, sondern dich unterstützen.

2. Schritt: Infos sammeln

Das, wofür du brennst, kommt von innen, aus dem Herzen heraus. Doch um diese innere Motivation wirklich freizuschaufeln und im Außen zum Ausdruck zu bringen, hilft es, sich Inspirationen zu holen.

In meinem Fall sah das so aus, dass ich alle Informationen aufgesaugt habe, die ich nur kriegen konnte – zu den Themen persönliches Wachstum, Glück, Gehirnforschung, Resilienz, Lebensfreude, Yoga, aber auch zu Marketing und Unternehmertum. Nie war es einfacher als in der heutigen Zeit: ich habe mir Youtube-Videos reingezogen, Off- und Online-Kurse besucht, an Webinaren teilgenommen und so viele Bücher gelesen, wie es mit Kind und Familie nur irgend vereinbar war. Dabei habe ich meine wichtigsten Anregungen für den weiteren Weg erhalten.

Ein wichtiger Meilenstein war dabei ein Interview von Coach Veit Lindau mit dem Chef der Hotelkette Upstalsboom, Bodo Janssen. Letzterer sagte darin den Satz „ich möchte Menschen glücklich sehen“. Und plötzlich war mein Warum klar: Ich möchte dazu beitragen, dass Menschen glücklich sind, dass sie wieder in ihre Freude kommen. Denn egal ob es um Lachyoga geht oder um andere Themen: das ist letztlich das, was ich in meinen Seminaren vermitteln kann – wie Menschen Lebensfreude erfahren, wieder unbeschwert sein können. 

Wenn du also für irgendein Thema, irgendeine Sache brennst, die vielleicht noch nicht so recht Form annehmen will: sammle Infos zu allem, was dich interessiert, und irgendwann wird sich etwas herauskristallisieren.

3. Schritt: sacken lassen und nach innen lauschen

Es ist gut, in Aktion zu kommen und loszulegen auf dem Weg. Aber es ist genauso wichtig, immer wieder in sich hinein zu horchen, ob die Richtung stimmt. Das geht am besten in der Stille. Dafür muss man nicht in den Himalaya gehen und sich monatelang meditativ zurück ziehen, sondern es reichen 11 Minuten am Tag, um zu meditieren und die Seele zu befragen. Die inspirierendsten Top-Manager und Führungskräfte der Wirtschaftswelt meditieren regelmäßig. Die Forschung bestätigt, dass regelmäßige Meditation die Gehirnstrukturen verändert – hin zu einer gelassenen und zufriedenen Lebenseinstellung.

Mir selbst hat dabei am besten die Seelenmeditation geholfen. Sie dient dazu, Gedanken abzuschalten, in die Essenz der Seele zu schauen und Antworten auf aktuelle Fragen zu bekommen. Wann immer ich in die Stille gegangen bin, ist Vertrauen entstanden – in mich selbst und in meine Projekte. Oft sind auch viele neuen Ideen entstanden – und schließlich mein Projekt „Happiness.Community“.

4. Auf das Ziel fokussieren

Wenn du das „Warum“ gefunden hast, dann kannst du alle Energie darauf ausrichten. Das heißt nicht, dass du alles andere an den Nagel hängen musst. Im Gegenteil, ein solches „inneres Feuer“ kann dir auch wieder Kraft für alles andere geben und die „Alltagsroutine“ in neuem Licht erscheinen lassen. Allerdings: das heißt noch nicht, dass sofort alles perfekt läuft.

Bei mir ist es ein ständiger und fortlaufender Prozess des Lernens, Wachsens und der ständigen Kurskorrektur. Ich tue viel – aber ich weiß, wofür ich es tue: Weil mein Herz dafür brennt und meine Seele mir gut zuredet. Weil ich Menschen dazu inspirieren möchte, ihren Weg zu gehen und ihre Träume zu leben. Nicht ganz uneigennützig: denn wenn ich das bewirken kann, dann macht es mich selbst glücklich. 

5. Loslaufen

Wenn also die Basis stimmt, dann kann der Weg beginnen. Und der wird garantiert nicht langweilig. Aber er wird Spaß machen. Der Rest wird eine Mischung sein aus inne halten, den Kurs überprüfen, genügend Pausen machen, sich neu fokussieren und darauf vertrauen, dass die richtigen Wegbegleiter und Anregungen zur richtigen Zeit da sein werden. 

Ich wünsche auch dir viel Freude und Klarheit auf deinem Weg! 

Namasté – Angela

 

Ausblick

Wenn du derzeit den Wunsch hast, etwas zu verändern, deine innere Sehnsucht zu entdecken oder eine Basis für deinen weiteren Weg zu schaffen, dann komm in das SMILE-Programm und mach jetzt den Happiness Check…

 

Happiness Gedanken

  • Egal ob es um ein berufliches Projekt geht oder um persönliche Wünsche und Träume – die innere Motivation ist entscheidend
  • Wenn dein inneres Feuer entfacht ist, kann es dich auch für andere Lebensbereiche motivieren
  • Lass dich inspirieren, sammle Infos, lerne und wachse kontinuierlich
  • Gehe in die Stille und lausche in dich hinein, wo es lang geht
  • Fokussiere dich und laufe los!

Neues Jahr, neuer Anfang? Warum gute Vorsätze nicht funktionieren…

… und wie wir Ziele trotzdem richtig formulieren

Kennst du diese Menschen, die sich voller Elan in eine neue Sache stürzen, begeistert davon erzählen, und dann… ja, und dann? So erzählte mir zum Beispiel neulich ein Freund, er habe sich im Fitnessstudio angemeldet und will jetzt endlich Diät machen – diesmal mit einer neuen teuren Methode, mit der es ganz bestimmt klappen wird. Als ich dann ein paar Wochen später vorsichtig nachfrage, gibt es triftige Gründe, warum das nicht machbar war. „Meine Fitnesstrainerin war so gar nicht auf meiner Wellenlänge“, heißt es dann. Oder „jetzt war gerade so viel im Job los, dass es einfach nicht passte.“ Um ehrlich zu sein, das könnte auch ich sein – oder jeder andere. Doch warum ist es oft so, dass wir gute Vorsätze einfach nicht durchhalten?

Das Jahr ist neu – wir aber nicht

Dabei heißt es doch immer so schön „ein neues Jahr ist wie ein neuer Anfang“, …, „ein unbeschriebenes Blatt“ etc. Der Jahreswechsel ist sicherlich ein guter Zeitpunkt, um das alte Jahr Revue passieren zu lassen und sich zu überlegen, wo es im neuen Jahr hingehen soll. Doch wir Menschen sind nun mal kein unbeschriebenes Blatt. Wir werden nicht von heute auf morgen jemand anders. Wir haben uns über viele Jahre hinweg bestimmte Denkweisen angeeignet, die wiederum unser Verhalten prägen. „Neuroplastizität“ nennt man das in der Gehirnforschung. Je nachdem, welche Erfahrungen wir also im Laufe des Lebens gemacht haben, ordnet das Gehirn die Erlebnisse ein. Wenn wir unsere Denkweise verändern wollen, dann geht das nicht allein über den bewussten Verstand. Denn die alten Denkmuster laufen unbewusst mit und torpedieren die besten Ziele und Vorsätze. Wenn der Abnehm- und Fitnessplan bereits vorher ein paar Mal gescheitert ist, dann kann ein unbewusstes „ich schaff’s ja eh nicht“ zum Hindernis werden. Gleiches gilt auch für die Umsetzung beruflicher Ideen und Projekte. Und auch die Partnersuche wird schwierig, wenn ich mir unbewusst einrede, ich sei nicht liebenswert.

Ziele setzen – aber richtig!

Doch was ist die Konsequenz daraus? Am besten gar keine Ziele setzen, da es ja eh nicht klappt? Im Gegenteil: Wenn wir unser Leben so gestalten wollen, dass wir glücklich und zufrieden sind, ist es wichtig, sich mit den eigenen Zielen und Träumen zu beschäftigen. Wenn wir dies nicht tun, dann kann es passieren, dass wir vom Leben herumgeschubst werden oder das Leben anderer leben. Es lohnt sich, die Zeit zu investieren und zu überlegen, was in diesem neuen Jahr – oder auch in 5 Jahren – ansteht.

Die Glücksforschung bestätigt: Stagnation macht nicht glücklich. Studenten, die für das „Nichtstun“ sogar gut bezahlt wurden, haben dies in einer Studie gerade mal wenige Stunden, kaum aber länger als zwei Tage durchgehalten. Seit Beginn der Evolution sind wir offenbar von Natur aus dazu bestimmt, unser Potenzial zu entwickeln, uns zu verändern, uns weiterzuentwickeln. Unser Gehirn ist so angelegt, dass es uns belohnt, wenn wir neue Herausforderungen gemeistert haben – chemische Substanzen sorgen dafür, dass wir Erfolge genießen können – wir sind stolz auf das, das wir erreicht haben.

Fünf Tipps für die Formulierung von Zielen

1. Der Weg ist das Ziel

Doch nicht allein das Erreichte macht uns glücklich. „Wenn ich erstmal das Projekt umgesetzt habe / den richtigen Partner gefunden habe, dann wird alles gut“, so heißt es oft. Doch das ist ein Denken aus dem Mangel heraus. Genauso wichtig wie das Ziel ist der Weg dahin. Das Ankommen an einem Ziel ist dann etwas Besonderes, wenn wir den Weg dahin bewusst gegangen sind und genossen haben. Als ich bei einem Auslandsaufenthalt in Peru den berühmten Machu Picchu besucht habe, bin ich vorher fünf Tage lang auf dem „Inka Trail“ gewandert – mit Übernachtung in Zelten, zum Teil sehr anstrengenden Etappen, aber auch vielen tollen Momenten. Als wir am letzten Tag erstmals in der Ferne den Machu Picchu im Lichte des Sonnenaufgangs erblickten, war dies eine unvergessliche Erfahrung. Die Bustouristen, die später bequem dorthin kutschiert wurden, haben dies sicherlich nicht so intensiv erlebt.

2. Finde ein Ziel, das dir wirklich etwas bedeutet

Der Hauptgrund, warum „gute Vorsätze“ nicht funktionieren: Es fehlt die innere Begeisterung. Denn was steckt wirklich hinter dem Wunsch, abzunehmen, fit zu sein oder Karriere zu machen? Ist das wirklich dein eigener Herzenswunsch, deine tiefste Sehnsucht? Oft werden „äußere Ziele“ bedeutungslos, wenn wir in uns hinein horchen und uns fragen, was uns wirklich in Begeisterung versetzt. Vielleicht ist es etwas, das du schon als Kind gerne gemacht und aus den Augen verloren hast. Was treibt dich an? Möchtest du Menschen helfen, etwas in der Welt verändern, Neues kreieren? Wichtig ist es dabei, ehrlich zu hinterfragen, ob es auch dein eigenes Ziel ist, oder ob du nur meinst, dass dies von anderen, deinen Eltern, deinem Partner, der Gesellschaft, erwartet wird.

3. Erkenne deine Stärken und bringe sie ein

Spätestens ab Beginn der Schulzeit an werden wir darauf geeicht, Fehler zu entdecken und auszumerzen. Dabei verlieren wir den Blick für unsere Stärken und Fähigkeiten und somit auch unser Selbstvertrauen. Martin Seligman, Begründer der positiven Psychologie, hat in Versuchen gezeigt, dass die konsequente Fokussierung auf Stärken uns kontinuierlich wachsen lässt und das Selbstwertgefühl stärkt. Wenn wir uns jeden Tag unserer Stärken bewusst sind, dann bestätigen wir uns selbst in jedem kleinen Erfolg. Wir ändern mit der Zeit unsere Sichtweise und werden zu Höchstleistungen fähig, die wir vorher nie für möglich gehalten hätten.

4. Hab Spaß!

Oft denken wir, es muss anstrengend und leidensvoll sein, um ein Ziel wirklich zu erreichen. „Ohne Fleiß kein Preis“, „man muss hart arbeiten, um erfolgreich zu sein“ oder ähnliche Glaubenssätze sind verbreitet. Doch viel wichtiger ist der Spaß an der Sache. Die Wanderung zum Machu Picchu kann zwar anstrengend sein, aber sie sollte auch Spaß machen. Das erleichtert nicht nur den Weg, sondern führt laut wissenschaftlichen Erkenntnissen auch zu besseren Ergebnissen. An etwas dran zu bleiben ist gut und wichtig. Aber es bringt uns nichts, wenn wir so verbissen ein Ziel verfolgen, dass uns der Spaß vergeht.

5. Verankere dein Ziel im Unterbewusstsein

Dies ist der wichtigste Schritt, wenn wir am Anfang der Reise stehen: Es reicht nicht aus, sich mit dem Verstand oder allein mit Willenskraft etwas „vorzunehmen“. Die Herausforderung ist es, das Unterbewusstsein langfristig und nachhaltig so zu „programmieren“, dass die oben beschriebenen alten Denk- und Verhaltensmuster überlistet werden. 30 Tage braucht es, bis sich eine neue Gewohnheit oder Denkweise im Gehirn eingeprägt hat. Doch letztlich sollte Veränderung dauerhaft geschehen. Hier ein paar Techniken, die dich dabei unterstützen können:

  • Verknüpfung mit körperlichen Aktivitäten – kombiniere die neu formulierten Ziele oder Gedanken mit bestimmten Gesten, einer Übung oder einer Handbewegung
  • Schreiben – schreibe die Ziele auf, am besten immer wieder neu
  • Visualisierung – das Gehirn kann nicht unterscheiden, ob wir etwas wirklich erleben oder es uns nur vorstellen. Visualisiere regelmäßig dein Ziel – dann nimmt das Unterbewusstsein dieses irgendwann als Realität an. Die Verknüpfungen ändern sich, Sabotage-Mechanismen werden mit der Zeit ausgeschaltet.
  • aktiviere deine Ressourcen – jedes Ziel ist mit einem bestimmten Gefühl oder einer bestimmten Qualität verbunden – wie Mut, Vertrauen, Freude, Liebe etc. Aktiviere diese „Ressourcen“, indem du sie täglich liest, laut aussprichst, mit einer Handbewegung kombinierst oder darüber meditierst. Unter Videos findest du eine passende Übung, um Qualitäten zu bestärken…

Aus eigener Erfahrung weiß ich: hat man einmal ein Ziel formuliert und sich auf den Weg gemacht, gibt es kein Zurück. Es ist ein Abenteuer, ein kontinuierliches Lernen und Wachsen, eine Achterbahn der Gefühle zwischen Aufstieg und Tal. Es wird nie langweilig. Aber mit der richtigen Sichtweise macht es eine Menge Spaß!

Egal, ob du gerade am Anfang eines neuen Projektes stehst oder mitten auf dem Weg bist: ich wünsche dir viel Spaß dabei!

Happiness Gedanken für die Woche

  • Es liegt in unserer Natur, unser Potenzial zu entfalten und uns weiterzuentwickeln
  • Es reicht nicht aus, Veränderungen nur über den Verstand zu bewirken
  • Wenn wir den Weg genießen, dann ist das Ziel leichter erreichbar
  • Es zählt die innere Motivation, nicht der äußere Zwang
  • Wenn du deine Fähigkeiten erkennst und einsetzt, läufst du zu Höchstform auf
  • Hab Spaß bei allem, was du tust!

Übungen und Meditationen zur Verankerung von Zielen

Übung „Qualitäten bestärken“ auf Video hier…

Meditation „Berggipfel“ – geh deinen Weg mit Spaß und genieße die Aussicht oben!

Brauchen wir Religion, um glücklich zu sein?

Die Kirche – Fluch oder Segen?

Warst du Weihnachten in der Kirche? Ich ja. Nach langer Pause. Die Kirche war überfüllt, mit Glück haben wir noch den letzten Sitzplatz ergattert. Das erlebt man wohl in der Tat nur noch an Weihnachten so. Früher fand ich das blöd. Wie heuchlerisch, nur an Weihnachten in die Kirche zu gehen und das ganze Jahr nicht! Heute mache ich es genauso – ohne schlechtes Gewissen. Denn mittlerweile habe ich verstanden, dass man überall das finden kann, was Menschen früher in der Kirche gesucht haben: inne halten, Gedanken stoppen, Gemeinschaft mit Gleichgesinnten erleben, gemeinsam singen und inspirierende Worte von jemandem hören, der sich mit einem Thema beschäftigt und uns an das erinnert, was wirklich wichtig ist im Leben.

Als evangelische Pastorentochter war mein Verhältnis zur Kirche schon immer zwiegespalten. Es ging damit los, dass wir nie richtig Weihnachten feiern konnten. Mein Vater hetzte von einem Gottesdienst zum nächsten, wir Kinder waren eingespannt mit Singen, Flöten, Zettel verteilen und warten, bis der Sturm vorüber war. Essen und Bescherung wurden dann zwischen 18:00 Uhr-Gottesdienst und Mitternachtsandacht eingequetscht. Doch es war auch immer irgendwie schön und veranlasst mich heute dazu, Mann und Kind in die Kirche zu schleppen, um wenigstens einmal zum Abschluss „Oh du Fröhliche“ zu singen.

Andere Dinge fand ich damals weniger schön. Zum Beispiel die Diskussionen, in die ich – ob ich wollte oder nicht – verwickelt wurde. Das Hauptargument war meist: „Ach, mit der Kirche hab ich abgeschlossen. Die Kirche hat damals so viel Unrecht getan, Kreuzzüge gemacht und kann es auch heute nicht lassen, uns und Menschen in aller Welt zu missionieren…“ So oder ähnlich waren die Sätze, die ich zu hören bekam – wie wenn man sich mir gegenüber dafür rechtfertigen müsste, warum man sich nicht mit dem Thema Kirche, Religion oder Gott beschäftigen will. Aber genau das ist ja der Knackpunkt dabei: viele schmeißen „die Religion“ und „die Kirche“ mit allem anderen in einen Topf.

Es sind die Menschen, die Gutes oder Schlechtes tun

Ich selbst habe eine Weile gebraucht, um zu verstehen: Es ist nicht „die Kirche“, die Schlimmes getan hat oder tut. Es sind immer Menschen –Menschen, die fehlbar sind, die Gutes tun, die Schreckliches tun. Und das ist nicht nur in der Kirche so, sondern überall, im Kleinen wie im Großen. Ob in der Wirtschaft, der Politik, im Job oder im örtlichen Kegelverein: Es gibt immer Menschen, die unterschiedliche Ansichten haben und Menschen, die ihre Meinung durchsetzen oder Macht ausüben wollen. Es gibt immer Menschen, die andere kontrollieren wollen – meist aus eigener Angst heraus. Und genau dort entstehen die Konflikte dieser Welt – dort wo Menschen nicht miteinander reden, sondern meinen, dass nur sie die richtige Ansicht über etwas haben. Schon immer wurden Religionen missbraucht, um Grausamkeiten zu begehen oder Unrecht zu tun. Kein Wunder, dass Menschen misstrauisch geworden sind.

Ob es nun Jesus gab oder nicht – ob er nur irgendein Prophet war oder wirklich der Sohn Gottes. Er hat uns einiges vorgemacht in Sachen Frieden. Er hat sich mit denen an den Tisch gesetzt, die anderer Meinung waren. Er hat sich nie als „großer Guru“ aufgespielt, sondern war zutiefst demütig und hat anderen die Füße gewaschen. Er hat uns vorgelebt, wie man Frieden schafft – durch Liebe, Hingabe, Mitgefühl und Toleranz. Andere Menschen in unserer Geschichte – wie ein Nelson Mandela, Mahatma Gandhi oder der Dalai Lama – haben uns ähnliches vorgelebt oder tun es heute noch.

Alltagsengel sind überall

Aber auch im täglichen Leben gibt es Menschen, die durch ihr Handeln einen Unterschied machen. Nicht durch große Taten, sondern indem sie Liebe, Frieden und Toleranz im Kleinen leben – in der Familie, auf der Straße, im Job. Da ist der junge Student, der im Zug die beiden Flüchtlinge nicht misstrauisch beäugt, sondern ein Gespräch beginnt. Da ist die Altenpflegerin, die durch eine liebevolle Geste die einsame Dame zum Strahlen bringt. Der Läufer, der Spenden für Kinder sammelt. Viele von uns haben ein tiefes inneres Bedürfnis, Gutes zu tun. Irgendeine innere Kraft motiviert uns, an das Gute zu glauben und dafür einzustehen. Wo kommt diese Kraft her? Egal ob wir es Gott, heiliger Geist oder biochemische Reaktionen im Gehirn nennen. Diese innere Motivation ist da – zumindest bei vielen von uns. Vielleicht gibt es einige Menschen, die diese Kraft nicht mehr spüren können – oder sie aus lauter Verzweiflung ins Gegenteil umgedreht haben. Vielleicht ist es unsere Aufgabe, diese Menschen zu berühren – mit Worten, mit Taten, mit Toleranz. Dann leben wir das, was Jesus vorgelebt hat – dann leben wir das, was man „Liebe“ nennt.

Glaube macht glücklich

Auch in der Glücksforschung gibt es viele Hinweise darauf, dass Menschen glücklicher sind, die an einen „höheren Sinn“ glauben. Sie sind allgemein zufriedener, sie leben länger und gehen konstruktiver mit Krankheiten und Schicksalsschlägen um. Befragungen zeigen, dass Menschen, die eine Religion ausüben – zum Beispiel regelmäßig in die Kirche gehen – zufriedener mit ihrem Leben sind als andere.

Vielleicht muss es nicht die Religion im klassischen Sinne sein. Denn Gemeinschaft, Geborgenheit, gegenseitige Unterstützung und den Glauben an einen höheren Sinn können wir auch außerhalb der „Kirche“ finden. Aber auf jeden Fall lohnt es sich, danach zu suchen. Jesus hat es uns gezeigt: Gott ist nicht (nur) in der Kirche – sondern überall dort, wo Liebe gelebt wird.

Glücksgedanken für die Woche

  • Verwechsle niemals eine Sache mit den Menschen, die sie repräsentieren
  • Finde die Werte, die für DICH wichtig sind, und lass dich nicht durch andere Menschen davon abbringen, sie zu leben
  • Es lohnt sich, die Frage nach dem „höheren Sinn“ zu stellen – sie lässt uns vieles besser ertragen und bringt unser Leben zum Leuchten
  • Das Göttliche entsteht nicht durch große Taten – sondern durch die kleinen Handlungen, in denen Liebe zum Ausdruck kommt.

Zitat

„Wenn ihr meint, Gott eher in der Kirche zu finden als im Stall, liegt das an euch und nicht an Gott.“ Meister Eckart

Macht Erfolg glücklich?

„Ich will nicht in den Kindergarten“, jammert mein Kind. Der Wäscheberg türmt sich, die Dokumente für das Seminar sind noch nicht parat, und in drei Stunden geht mein Zug nach Berlin. Mein Partner sitzt unbehelligt am Computer und lässt die Hektik des Morgens an sich abperlen. Könnte er nicht auch mal anbieten, das Kind in den Kindergarten zu bringen, wenigstens dann, wenn er Home Office hat? Ohne mit ihm zu sprechen, steigere ich mich in meinen Unmut hinein.

Männer machen Karriere und erzählen dann auf der Bühne oder im Small Talk rührselige Geschichten, was sie Tolles mit ihren Kindern machen – meist im Urlaub oder am Wochenende. Wenn Männer in Deutschland oder der Welt herumtingeln, dann sagt keine Erzieherin zu ihnen „du bist ja so oft weg“. Auch sehe ich im Alltag hauptsächlich Mamas, die ihre Kinder in die Kita bringen, zum Fußball oder zum Ballett fahren oder einspringen, wenn die Kita mal wieder geschlossen ist. Klar macht man das alles gerne – aber in manchen Momenten scheint der Spagat einfach zu viel. Ich steigere mich schön hinein in meinen negativen Gedankenkreislauf. „Du kannst alles schaffen“, heißt es doch immer so schön bei den Motivationstrainern. Komisch, dass da immer noch mehrheitlich Männer auf der Bühne stehen.

Was bedeutet „Erfolg“ überhaupt?

Doch was heißt überhaupt „geschafft“? Reich und berühmt? Bewundert? Erfolgreich? Und was bedeutet „Erfolg“? Laut Duden ist es das „positive Ergebnis einer Bemühung; Eintreten einer beabsichtigten, erstrebten Wirkung.“ Man muss sich also um etwas bemüht haben – aber auch eine Absicht gehabt haben. Und dafür muss man ja erstmal wissen, was die Absicht ist. „Erfolg“ sollten wir demnach nicht an von außen diktierten Zielen messen, sondern daran, was vorher unsere „Absicht“ war und ob wir diese Absicht umgesetzt haben. Es lohnt sich also, sich mit den eigenen Zielen und Visionen zu beschäftigen statt es anderen beweisen zu wollen.

Wer urteilt am Ende?

Denn wer beurteilt uns, wenn wir am Ende unseres Lebens stehen? Nicht unser Chef, nicht unser Partner, nicht die Gesellschaft. Keiner steht da und sagt zu uns „du hast die Beförderung nicht bekommen“ oder „du hast dein Auto nicht oft genug gewaschen“. Wer entscheidet letztlich darüber, ob mein Leben für mich Sinn gemacht hat? Nur ich selbst. Vielleicht hat das Leben nicht mal einen Sinn. Aber wenn ich mich entscheide, daran zu glauben, dass ich nicht aus Zufall hier bin, dann macht das Ganze einen Sinn. Wenn ich für mich definiere, was „sinnvolles Leben“ bedeutet, dann gehe ich meinen eigenen Weg und nicht mehr den der Gesellschaft.

Meine trüben Gedanken verfliegen langsam. Ich weiß genau, dass ich selbst es jederzeit in der Hand habe, meine Einstellung und somit mein Erleben zu verändern. Ich weiß, dass ich nicht Opfer der äußeren Umstände bin, sondern selbst gestalten kann. Dass die Veränderung im Außen mit der Veränderung der inneren Sichtweise beginnt. Und das bedeutet auch zu akzeptieren: Das Leben darf auch mal nicht perfekt sein, ja sogar anstrengend oder nervig. Wir als Menschen müssen nicht perfekt sein, das stresst nur. Wir dürfen uns ärgern, Fehler machen und darüber lachen. Wir dürfen unsere Unzulänglichkeiten annehmen, diese zeigen und uns immer wieder neu ausprobieren.

Perfektionismus macht nicht glücklich, so bestätigt es die Glücksforschung. Erkenntnisse aus vielen Studien zeigen: nicht erfolgreiche Menschen sind glücklicher, sondern glückliche Menschen sind erfolgreicher. Sie sind kreativer, hilfsbereiter, motivierter und sozial kompetenter. Sie ruhen in sich statt ständiger Anerkennung oder Statussymbolen hinterher zu hetzen. Die Anerkennung finden sie in sich selbst – in Form von Selbstliebe und innerer Fülle. Wenn diese gegeben ist, dann kommt auch der „Erfolg“ im Außen.

Schritte der Veränderung

Doch wie lässt sich die innere Einstellung verändern? Es sind die kleinen Dinge, die den Unterschied machen. Zum Beispiel Dankbarkeit über das, was wir für selbstverständlich halten – ein Dach über dem Kopf, Leben in Freiheit oder genug zu Essen. Ein Lächeln zu den Menschen auf der Straße, ein liebevolles Wort zum Kind, selbst wenn es gerade jammert. Eine Umarmung und ein Dankeschön als Wertschätzung für den Partner, der auf seine Art und Weise unendlich viel beiträgt. Und Nachsicht uns selbst gegenüber, wenn wir nicht alles schaffen, was wir uns vorgenommen haben. Wir müssen nicht alles perfekt machen. Vielmehr können wir darauf vertrauen, dass sich vieles von selbst erledigt. Oder, wie Dr. Madan Kataria, der Erfinder des Lachyoga, es passend ausdrückt: „Do your best and leave the rest.“

Glücksgedanken

  • Nur wir selbst definieren, was „Erfolg“ für uns bedeutet
  • Wenn wir dem Leben einen „Sinn“ geben, dann werden wir es auch als sinnvoll erleben
  • Veränderung beginnt mit den kleinen Dingen: Dankbarkeit leben, Menschen wertschätzen
  • Am Ende entscheidest nur du, ob du „dein Leben“ gelebt hast

Zitate
„Do your best and leave the rest“ Dr. Madan Kataria

Gedicht „Der Mensch im Spiegel“ nach Dale Wimbrow…

Audio

Meditation „Selbstakzeptanz“ für die Harmonisierung der Persönlichkeit…

Videos

Lachyoga-Übung: „ich weiß nichts, ich weiß überhaupt nichts…“ mit Norbert Hagen

Lachyoga-Übung „Guru-Lachen“ mit Angela

Dauerhaft glücklich – geht das?

Glücklich sein ist kein einmal erreichter Zustand – sondern eine Lebenseinstellung, mit der wir die schwierigen Dinge mit einem Lächeln meistern und die schönen Dinge dankbar genießen können.

Glück als Egotrip?

Glückliche Menschen waren mir früher gar nicht geheuer. Schließlich gehören doch Probleme zum Leben dazu, fand ich. Wer diese einfach verdrängt, der kann doch auf Dauer nicht glücklich sein, oder? Und wer glücklich oder gut drauf ist? Der ist bestimmt oberflächlich und egoistisch. Schließlich kann man doch nicht einfach so auf Knopfdruck Lachen, Tanzen oder fröhlich sein, wenn es im Leben nicht läuft, dachte ich. Und so blieb ich weiter skeptisch, kritisch und missmutig, egal welche Chance ich vorgesetzt bekam.

Bis der Leidensdruck in meinem Leben so groß war, dass ich mich dann doch auf den Weg machte, um endlich glücklich zu werden. Irgendwann fing ich dann tatsächlich einfach an, so zu tun als ob ich glücklich sei – mit Unterstützung von Lachyoga, positiven Affirmationen und Persönlichkeitsseminaren. Irgendwie konnte ich mir zwar nicht vorstellen, dass es funktioniert, aber ich probierte es aus. Ich wusste, es konnte in meinem Leben nicht mehr so weitergehen wie vorher und ich war so weit, dass ich beschlossen hatte, alles zu tun, um glücklich zu sein. Und langsam begann sich tatsächlich in meinem Leben etwas zu verändern.

Was ich aussende, kommt zurück…

Je mehr ich so tat, als ob ich glücklich war, umso positiver war die Reaktion meines Umfeldes – und umso besser war ich selbst wieder drauf. Die Wirkung der Spiegelneuronen, so nennt man es in der Psychologie. Das heißt, wir fühlen mit was andere fühlen und bleiben davon nicht unbeeindruckt. Wenn wir ins Kino gehen und die Hauptdarstellerin im Film etwas Trauriges oder Ungerechtes erlebt, dann fühlen wir es, wie wenn es unsere eigene Trauer oder Ungerechtigkeit wäre. Wenn wir durch das Leben gehen, dann senden wir immer etwas aus – dies bestätigte sich für mich immer wieder, je mehr ich darauf achtete. Ich trat heraus aus dem „Teufelskreislauf“ des Missmuts in einen Kreislauf, in dem ich plötzlich schöne Reaktionen und Erlebnisse hatte. Das beflügelte mich, so dass ich zuversichtlicher wurde und diese Freude auch als „echt“ erleben konnte.

Mein Leben veränderte sich und viele schöne Dinge passierten. Ich lernte meinen Partner kennen, wurde Mama, schwebte auf Wolken. Aber das Schweben hielt nie dauerhaft an. Irgendwann trat immer wieder der Gewöhnungseffekt ein. Zunächst holten mich die kleinen Alltagsproblemchen ein, dann kamen auch schon wieder größere Herausforderungen.

Krisen als Geschenk

Dauerhaft glücklich? Wer ist das schon? Bei wem läuft alles perfekt? Und wenn ja, sind solche Menschen überhaupt interessant? Oder sind es nicht eher diejenigen, die schon so viel erlebt haben, dass sie gar nichts mehr umhauen kann? Diejenigen, die aus Krisen lernen, die das Geschenk darin sehen und daran wachsen? Die, die uns wirklich etwas mitzuteilen haben statt uns vorzugaukeln, wie toll ihr Leben ist?

Wenn ich zurück blicke, so sind es immer die Schicksalsschläge gewesen, die mich dazu gezwungen haben, in meinem Leben radikal etwas zu verändern und aus Konventionen auszubrechen. Auch bei den Teilnehmer/innen, die zu mir in die Kurse kommen, haben Krisen oder Sinnfragen dazu geführt, dass sie sich auf den Weg gemacht haben – um ihre Träume zu leben und glücklich zu sein. Verbunden war damit immer auch der Wunsch, etwas Gutes für andere zu bewirken – nichts daran war oberflächlich oder egoistisch. Die Glücksforschung bestätigt: Menschen, die sich für etwas engagieren, sind glücklicher.

Glück beginnt im Kleinen und wirkt im Großen

Ich bin mittlerweile davon überzeugt: glücklich sein ist das Beste, was wir für die Welt tun können. Vieles, was in der Welt passiert, scheint beängstigend. Wir können uns darüber Sorgen machen und verzweifeln. Oder gemeinsam ein Feld erschaffen, in dem Liebe, Respekt und Mitgefühl selbstverständlich sind. Ein Feld, in dem wir uns selbst und uns gegenseitig annehmen, mit allen Schwächen, und doch in liebevoller Verbindung. Denn wenn wir genau hinschauen, dann sehen wir, dass die Welt nicht nur schlecht ist – sondern dass immer mehr Räume entstehen, in denen Menschen respektvoll und bewusst leben – und somit zu ihrem eigenen Glück und zum Glück anderer beitragen.

Glücksgedanken für die Woche

  1. Glück ist kein Egotrip – wenn wir dafür sorgen, dass wir glücklich sind, tun wir auch unserem Umfeld etwas Gutes.
  2. Glücklich sein muss nicht bedeuten, dass alles im Leben perfekt ist – es ist vielmehr die Fähigkeit, mit Krisen umzugehen und daran zu wachsen.
  3. Die Welt ist so, wie wir sie sehen – wir können über die Dunkelheit jammern oder dorthin schauen, wo Licht ist.
  4. Wenn wir im eigenen Umfeld anfangen, Glück zu verbreiten, können wir auch im Großen etwas bewirken.
  5. Glücklich sein ist das Beste, was wir für die Welt tun können.

Übungen für Glück

Lachyoga-Übung „Füllhorn des Glücks“ (Video)

Yoga-Übung „Herzensgruß“ (Video)

neueste Videos außerdem hier…

Geführte Meditation

Glücks-Meditation „das innere Lächeln“ (Audio) – Link zu Soundcloud…

neueste Audio-Dateien außerdem hier…

Das Hamsterrad des Glücks – nur 10% sind entscheidend

Schickes Auto, Beförderung im Job, Eigenheim, Traumpartner und am besten noch der Lottogewinn? Viele Menschen meinen, dass diese Dinge glücklich machen. Sie strengen sich ordentlich an, um diese Ziele zu erreichen, nehmen dafür Stress und Strapazen in Kauf. Doch wenn sie dann ein bestimmtes Ziel erreicht haben, ist das Glücksgefühl meist nur von kurzer Dauer. Es gibt sogar zahlreiche Beispiele von Menschen, die Spitzenleistungen erzielt haben und sich danach eher sinnentleert und traurig fühlten.

Studien aus der Glücksforschung bestätigen: kurzfristig fühlen wir uns gut, wenn wir ein bestimmtes Ziel erreicht haben – aber langfristig pendelt sich das Glücksniveau wieder auf den gleichen Stand wie vorher ein. In der Steinzeit war das überlebenswichtig. Denn da konnte man sich nicht auf den erreichten Zielen „ausruhen“, sondern musste sich immer wieder an die sich ändernden Gegebenheiten anpassen. Heute führt dieses Phänomen dazu, dass wir uns – kaum ist ein Ziel erreicht – gleich wieder das nächste, höhere Ziel setzen – weil wir meinen, dass uns das endlich glücklich macht. Dieser Irrglaube führt dazu, dass wir wie die Ratten im Hamsterrad immer weiter rennen, um an das Ziel zu kommen. „Life of a rat racer“ ist der amerikanisch geprägte Begriff dafür. Wir strengen uns immer mehr an, um immer höhere Ziele zu erreichen. Langfristig treibt uns das eher in den Burnout als zu echtem Glücksempfinden.

Was ist wirklich wichtig?

Äußere Faktoren wie Status, Geld, Wohnort oder Besitztümer spielen nur eine geringe Rolle für unser wirkliches inneres Glücksempfinden. Laut internationalen Studien sind nur 10% des Glücks solchen äußeren Lebensumständen zuzuschreiben. Die Gene – also die Veranlagung – bestimmen zu 50% darüber, wie glücklich wir uns fühlen bzw. wie wir mit dem Leben und Schicksalsschlägen umgehen.

Können wir also gar nichts tun, wenn die Gene uns nicht wohlgesonnen sind? Ist dies der Freifahrtschein für alle Jammerer und „Opfer“ des Lebens? Können wir uns nun immer auf unsere Gene berufen, wenn es uns nicht gut geht, uns im Selbstmitleid suhlen, da wir ja eh nichts daran ändern können? Hier kommt die schlechte Nachricht für alle notorischen Jammerer: die restlichen 40%, die unser Glücksempfinden ausmachen, können wir selbst beeinflussen. Hier spielen vor allem Werte wie Familie, stabile Beziehungen, ein gutes soziales Umfeld, Sinn im Leben und eine erfüllende Aufgabe eine Rolle. Wenn dies alles da ist – umso besser. Solange es auch hier nicht anstrengend wird, diesen Werten „hinterher zu rennen.“ Denn anhand einer Studie hat man festgestellt (Rutgers University Newark und der University of Toronto vom März 2018): Wenn etwas zu anstrengend wird, leidet die Lebenszufriedenheit. Doch wie kann man etwas bekommen, ohne es zu sehr zu wollen?

Es ist nie zu spät, um glücklich sein

Hier kommt uns eine Erkenntnis aus der Gehirnforschung zugute: Neurobiologen haben festgestellt, dass unser Gehirn nicht zu einem bestimmten Zeitpunkt fertig ausgereift ist, sondern sich ständig verändern kann – auch im höheren Alter. Diese sogenannte „Neuroplastizität“ des Gehirns können wir zu unserem Vorteil nutzen. Das bedeutet nämlich für uns: wir können durch unser Denken und Tun selbst beeinflussen, wie sich unser Gehirn prägt. Das beginnt mit Gedächtnistraining, geht über Mentaltraining bis hin zu Achtsamkeit und Meditation, von der mittlerweile nicht mehr nur Buddhisten wissen, dass sie unser Gehirn verändert. Wir können also unser Gehirn darauf trainieren, dass wir uns gut fühlen. Verschiedene Gehirnareale sind nämlich für verschiedene Emotionen und Bereiche zuständig. Und die Areale, die wir häufig aktivieren, stärken sich, während die anderen kleiner werden. Wenn wir also häufig Freude empfinden, stärkt sich das Areal für Freude, und wir können schneller und öfter Freude empfinden. Umgekehrt gilt dies auch für Ärger, Wut, Angst und Verbitterung.

Doch das Leben ist natürlich nicht nur Freude. Führt dieses Wissen also nun dazu, dass wir uns noch mehr ärgern, wenn wir uns ärgern? Weil wir ja wissen, dass Ärger unser Gehirn verändern kann? Damit wäre der Negativ-Kreislauf vorprogrammiert. Einfacher ist es, in solchen Momenten zu akzeptieren, was ist. Den Ärger annehmen, ihn sich selbst erlauben und dann einen Gegenpol setzen, der uns in gute Stimmung bringt. Doch sich gut fühlen auf Kommando – wie soll das gehen?

Nicht denken, sondern Tun

Spannend ist dafür die Erkenntnis, dass bestimmte Körperaktivitäten und – haltungen unsere Emotionen beeinflussen. Gedanken sind nicht immer kontrollierbar – es sei denn, man ist buddhistischer Mönch mit jahrelanger Meditationserfahrung. Doch wer kann sich schon seinen Gedanken komplett entziehen: Was alles noch zu erledigen ist, wer einem die Vorfahrt genommen hat oder dass der Chef / Partner / die Freundin sich irgendwie komisch verhalten hat.

Einfacher ist es, aktiv zu werden statt zu grübeln. Sport und Bewegung helfen zum Beispiel langfristig depressiven Menschen besser als Psychopharmaka, so die Erkenntnisse einer Studie. Längeres Laufen bringt uns genauso in einen Zustand des „Flow“ wie das Malen eines Bildes oder das Singen im Chor. Es beginnt schon mit bestimmten Körperhaltungen. Wenn wir bewusst stabil und fest stehen, verbessert sich unser Selbstbewusstsein. Wenn wir lächeln – oder gar lachen – werden Endorphine ausgeschüttet, die uns gut fühlen lassen. Wenn wir die Arme regelmäßig begeistert und jubelnd nach oben strecken, stärkt dies unser Charisma. Dies funktioniert auch dann, wenn wir das Gefühl mental noch nicht empfinden können. Es reicht schon, wenn wir so tun, als ob wir ein bestimmtes Gefühl erleben.

„Fake it until you make it“ ist auch ein Motto, das im Lachyoga praktiziert wird. Hier geht es darum, ganz konkret positive Gefühle zu trainieren. Absichtlich erzeugtes Lachen in Kombination mit Bewegung und positiven Affirmationen kann uns dabei unterstützen.

Will man sein Gehirn auf „glücklich sein“ programmieren, hilft es außerdem, sogenannte „Momente der Freude“ zu kultivieren und zu genießen. Das kann die Freude über kleine Dinge sein, Momente in der Natur, das Spielen mit Kindern, Sport treiben, kreativ sein, singen, herumtoben, spontan und abenteuerlustig sein. Hinzu kommt das Prinzip Dankbarkeit – über alles, was ist. Das geht auch ohne Lottogewinn.