Der Ton macht die Musik – das „limbische System“ und wie wir es positiv nutzen können

Emotionale Erfahrungen bleiben hängen

Wo warst du am 11. September 2001? Sicherlich wurdest du das schon öfters mal gefragt. Und vermutlich wirst du es auch ganz genau wissen. Genauso wie du höchstwahrscheinlich wissen wirst, wo du am Tag des Mauerfalls, am 9. November 1989, warst – zumindest wenn du über 35 Jahre alt bist.

Doch kannst du dich auch daran erinnern, was du am 9. Februar 2013 gemacht hast? Ich schon: Ich habe da meinen Sohn geboren. Aber ich weiß es eben nur deshalb, weil ich an dem Datum diese höchst einschneidende und emotionale Erfahrung gemacht habe. Wenn für dich dieser Tag hingegen ein Tag wie jeder andere war, dann wirst du vermutlich nicht mehr wissen, wo du warst oder was du gemacht hast.

Warum ist es so, dass solche hoch emotionalen Erfahrungen oder gar traumatische Erlebnisse, genauso wie zutiefst glückliche Ereignisse sich so sehr in unser Gedächtnis einprägen, während wir das normale Dahinplätschern des Alltags so schnell wieder vergessen? Das hat vor allem mit unserem „limbischen System“ im Gehirn zu tun.

Falls du diesen Begriff – manchmal auch liebevoll als „Limbi“ bezeichnet – schon öfters mal gelesen hast, wundert mich das nicht. Gerne wird „Limbi“ herangezogen, um zu erklären, warum es so schwer ist, Gewohnheiten zu verändern. Der gute alte „Limbi“ steht uns nämlich oft im Weg, wenn wir versuchen, über den Verstand bestimmte Entscheidungen zu treffen oder schlechte Gewohnheiten loszuwerden. „Limbi“ sorgt so manches Mal dafür, dass wir lieber shoppen gehen als das Geld auf das Sparkonto zu bringen. Dass wir abends den Wein aufmachen, statt Tee zu kochen, und dass wir bis nachts um 3 Uhr die Netflix-Serie schauen, obwohl wir wissen, dass wir morgens um 6:00 aufstehen müssen.

Im limbischen System entstehen unsere Triebe, unsere Emotionen, unsere Süchte und leider auch Angst und Wut. Doch wir würden „Limbi“ nicht gerecht werden, wenn wir ihn einfach nur als triebhaften Suchtbolzen oder „Vernunftsverhinderer“ ansehen. Denn er ist viel mehr als nur das.

Das limbische System – mehr als nur Instinkt und Affekt

Und ja, im limbischen System entstehen Stress und Angst, wenn wir in bedrohlichen Situationen sind, oder auch Wut, wenn wir uns ärgern. Auch die sexuelle Lust entspringt dem limbischen System, aber auch alle möglichen Glückshormone werden hier produziert.

In späteren Studien der Hirnforschung hat man festgestellt, dass im limbischen System noch viel mehr Funktionen verortet sind als nur „emotionale affektive Impulse“. Hier finden nämlich auch wichtige Lernprozesse statt, und Gedächtnisinhalte werden hier abgespeichert.

Amygdala – die innere Jury

Wie entscheidet das Gehirn, was wir uns merken und im Gedächtnis abspeichern, und was wir als unwichtig abtun? Hierfür ist die Amygdala zuständig, zu deutsch „Mandelkern“. Die Amygdala ist als Teil des limbischen Systems mit verschiedenen anderen Hirnregionen verbunden und bekommt von dort aus die von außen aufgenommenen Sinnesreize als Signale gesendet. Die Amygdala nimmt all diese Signale auf, ordnet sie ein und bewertet sie – wie eine Art „innere Jury“.

Doch egal ob bei DSDS, Let’s dance oder The Voice: In der Jury sitzen immer (meistens zumindest :-)) fachkundige Menschen, die aufgrund ihrer Vorerfahrungen bewerten können, ob eine Darbietung exzellent oder grottenschlecht ist.

Bestandteile des Gehirns

Und so zieht auch das Gehirn in jeder Situation, die wir erleben, vorher gemachte Erfahrungen heran, um neue Ereignisse zu bewerten. Je nachdem, ob wir gute oder schlechte Erlebnisse hatten, bewertet es neue, ähnliche Situationen als gut, bedrohlich oder unwichtig. Hatten wir als Kind traumatische Trennungserfahrungen, so führt dies oft später in Beziehungen zu Verlustangst, während positive Bindungserfahrung uns auch in Krisen oder getrennten Phasen nicht so schnell verzweifeln lässt.

Welche Rolle spielt die Amygdala bei Stress?

Genauso ist es in Stress-Situationen. Die Situation selbst ist oft gar nicht bedrohlich. Wenn wir uns in einer wichtigen Verhandlung mit einem Kunden oder der Chefin befinden, dann ist das erstmal nur ein Gespräch. Je nach Vorerfahrung (ist ein solches Gespräch schonmal katastrophal gelaufen?) bewertet die Amygdala die Situation.

Sollte die Situation als „bedrohlich“ eingeordnet werden, folgt eine körperliche Reaktion: schweißnasse Hände, Herzrasen, Anspannung aller Muskeln. Auch unser Verhalten wird dadurch gesteuert: Möglicherweise gehen wir in die Defensive, werden emotional oder bringen kein Wort mehr heraus.

Wenn sich das Ganze jedoch als harmlos herausstellt, erfolgt Entwarnung und wir entspannen uns wieder. Wir können vielleicht sogar mit dem Gegenüber locker scherzen und selbstbewusst unsere Verhandlungsziele durchsetzen. Die innere Jury hat entschieden und somit auch unsere Reaktion geprägt.

Der Hippocampus – Datenspeicher des Gehirns

Diese innere Jury ist unverzichtbar, damit wir Wichtiges von Unwichtigem unterscheiden können. Das limbische System sorgt auch dafür, dass zunächst wichtige Dinge abgespeichert und selbstverständlich werden. So können wir Bewegungsabläufe wie schwimmen, Zähne putzen oder sogar Auto fahren automatisch ausführen, ohne dabei nachzudenken oder jede Bewegung einzeln zu steuern. Das haben wir einmal gelernt, das sitzt, und das verlernen wir in der Regel auch nicht wieder.

Dafür ist im limbischen System der Hippocampus zuständig. Dieser verarbeitet die Informationen aus anderen Bereichen des Gehirns und überführt alles Wichtige ins Langzeitgedächtnis. Wenn der Hippocampus geschädigt oder verkümmert ist, kann dies zu vorübergehendem oder dauerhaftem Gedächtnisverlust führen (Amnesie). Auch bei Alzheimer ist vor allem der Hippocampus die Ursache. Auch hat man festgestellt, dass Menschen mit Depressionen oder starkem emotionalen Stress ein reduziertes Hippocampus-Volumen haben. Genauso kann Epilepsie eine Folge davon sein.

Musik braucht Noten und Dirigenten – die Rolle des kognitiven Verstandes

Das limbische System ist also weder gut noch hinderlich für uns, sondern es beinhaltet eine riesige Klaviatur von Funktionen, Gefühlen und Instinkten, die alle zu unserem emotionalen Spektrum dazugehören. Dabei sind Wut, Angst und Trauer genauso ein Bestandteil wie Euphorie und Glück.

Man könnte das Ganze auch wie ein Musikstück ansehen, in dem alle Töne – auch mal Dissonanzen – anklingen, aber in der Gesamtheit ein wunderschönes und stimmiges Meisterwerk erklingt. Das wäre nicht der Fall, wenn einfach alle Töne wild durcheinander gespielt werden würden. Es funktioniert dann, wenn die Musiker Noten haben und von einer Dirigentin geführt werden.

Auf das Gehirn übertragen bedeutet das: das limbische System steht für die Töne und Emotionen, während der rationale Teil des Gehirns von der Dirigentin gesteuert wird.

Dieser rationale Teil des Gehirns ist der Präfrontale Cortex, zu deutsch die vordere Stirnhirnrinde. Hier sitzt das rationale und vernünftige Wissen, die Vorausschau, die Koordination von Zahlen und Fakten.

Emotionale vs. kognitive Prozesse im Gehirn

Wir Menschen und auch unser Gehirn sind so genial entworfen worden, dass in unserem Gehirn alle Komponenten, die wir brauchen, vorhanden sind. Ohne das limbische System wäre das Leben fad und langweilig. Im limbischen System findet das statt, was wir „Leben“ nennen, Spannung, Abenteuer, Begeisterung, Ekstase und größte Glücksgefühle! Hier spielt die Musik des Lebens!

Doch damit das nicht in Chaos ausartet, brauchen wir genauso den Verstand. Der präfrontale Cortex sorgt dafür, dass wir „vernünftig“ planen, abwägen und etwas rational betrachten können. Dabei ist nicht ein Teil besser als der andere, sondern das Zusammenspiel von beiden ist wichtig.

Gerade dann, wenn wir schlechte Gewohnheiten oder Denkweisen loslassen wollen, oder auch, um bewusst die innere Einstellung auf Freude und positive Gedanken zu trainieren, statt auf Grübeln und Jammern.

Veränderung geschieht nicht über Willenskraft

Was passiert im Gehirn, wenn wir „uns was vornehmen“? Irgendwie wissen wir ja, dass es z.B. nicht gut ist, jeden Abend Wein zu trinken oder bis in die Puppen Netflix zu schauen. Im präfrontalen Cortex können wir also rational – per Willenskraft – entscheiden, keinen Wein mehr zu trinken oder den Fernseher auszulassen. Doch gleichzeitig hat das limbische System gespeichert, dass dabei  ein Wohlfühlgefühl entsteht und kurzfristig sogar Glücksgefühle ausgeschüttet werden (vor allem Dopamin).

Vielleicht gelingt es uns ein paar Mal, bewusst den Wein wegzulassen und ganz „vernünftig“ zu bleiben. Doch die Krux dabei ist: Wenn wir unter Stress stehen, dann sorgen die beiden Stress-Hormone Cortisol und Noradrenalin dafür, dass die Funktionen des Frontalhirns – also des präfrontalen Cortex – heruntergefahren werden. Dies haben Psychologen der Ruhr-Universität Bochum herausgefunden. Das heißt, sobald wir unter Stress stehen – zum Beispiel im Job – können wir nicht mehr langfristig planen und zielgerichtet denken – nicht mehr „dirigieren“. Kein Wunder, dass wir nach einem anstrengenden Arbeitstag trotz aller guten Vorsätze wieder zum Alkohol oder den Süßigkeiten greifen. Wir haben den Kontakt zur Koordinationsstelle verloren. Wenn sie sich vorsichtig meldet, wird sie schnell mit einer Ausrede wie „das brauch ich jetzt“ oder „das gönne ich mir zum Feierabend“ besänftigt.

Die schlechten alten Gewohnheiten…

Meist können wir also nicht mit dem „Verstand“ allein – also dem präfrontalen Cortex –unsere eingeschliffenen Gewohnheiten verändern. Wir können auch umgekehrt nicht einfach mit dem Verstand beschließen, nur noch Glücksgefühle oder positive Gedanken zu haben. Wie kriegen wir es dann hin, zu unserem höchsten Wohle das limbische System und den Verstand in Einklang zu bringen? Hier hilft folgender „Trick“.

Wir können zwar nicht per Verstand beschließen, einfach gut drauf zu sein oder positiv zu denken. Aber wir können mit dem Verstand beschließen, positive emotionale Erfahrungen zu machen! Wir können bewusst Glücksmomente erschaffen und Freude kultivieren. Wir können uns jeden Tag neu über Körperaktivität, Bewegung, Meditation oder wertvolle Begegnungen in einen emotionalen Zustand der Freude versetzen. Genauso können wir schlechte Gewohnheiten zwar nicht einfach über den Verstand bleiben lassen. Aber wir können diese Schritt für Schritt durch neue gute Gewohnheiten ersetzen und positiv emotional aufladen. Zum Beispiel statt Netflix anzumachen, eine Runde um den Block gehen. Oder ein gutes Buch zur Hand nehmen.

Mit dem Verstand – also kognitiv – können wir uns außerdem bewusst dafür entscheiden, über Umwege die Produktion von Glückshormonen wie z.B. Serotonin anzuregen und deren Ausschüttung zu unterstützen. Hier ein paar konkrete Anregungen dafür.

Drei Tipps, um „Limbi“ zu begeistern

 1. Biete ihm immer etwas Spannendes!

Das limbische System liebt es, Neues zu lernen. Wenn sich ein neuer Inhalt nach einer gewissen Zeit ins Gedächtnis eingepflanzt hat (z.B. Auto fahren, schwimmen, ein Smart Phone bedienen), wird dies zum Automatismus und somit für das limbische System „langweilig“. Dann dürfen neue Erfahrungen kommen, um das limbische System lebendig zu halten. Also sorge immer wieder dafür, dass du ungewöhnliche, anregende und inspirierende Erfahrungen machst oder auch immer wieder neue, spannende Dinge dazulernst.

„Um herauszufinden, was in dir steckt, ist es wichtig, großes und freies Denken zu trainieren. Jeden Tag. Großes Denken heißt, außerhalb der von dir selbst oder anderen vorgegebenen Überzeugungsboxen zu denken.“ Veit Lindau

2. Kultiviere aktiv Momente der Freude

Wenn wir darauf warten, dass ein äußeres Ereignis Freude auslöst, dann funktioniert das nur selten. Ein besserer Weg ist es, bewusst Aktivitäten der Freude auszuführen und dadurch „automatisch“ im Gehirn Freudeprozesse und somit die Glückschemie auszulösen.

Dazu gehören Lachen, Tanzen, Singen, albern sein, aber auch eine Umarmung, ein Kompliment machen, ein gutes Gespräch, jemandem eine Freude bereiten. Hier kommt uns die Erkenntnis über die „Neuroplastizität des Gehirns“ zugute. Wenn das limbische System mit Erfahrungen von Freude, Glück, Geborgenheit etc. gefüttert wird, dann speichert es diese als positive emotionale Erfahrungen im Gedächtnis ab. Das heißt nicht, dass wir nie wieder wütend oder traurig sind. Aber Erfahrungen und Gefühle der Freude werden immer leichter und schneller abrufbar.

3. Iss dich glücklich!

Wusstest du, dass 90% des körpereigenen Glückshormons Serotonin nicht im Gehirn, sondern im Darm produziert werden? Von dort aus werden sie dann über den Vagusnerv zum Gehirn gesendet. Die Produktion von Serotonin im Darm geschieht durch die sogenannten „Enterochromaffinen Zellen“ (EC-Zellen), die wiederum durch unzählige mikrobiotische Bakterien unterstützt werden. Die Ansammlung all dieser Bakterien nennt man „Mikrobiom“ oder auch „Darmflora“. Durch probiotische Ernährung können wir das Mikrobiom im Darm stärken und intakt halten.

Dies sind zum Beispiel fermentierte Lebensmittel wie Sauerkraut, Jogurt, Apfelessig, Sauerteigbrot oder die japanische „Misosuppe“. Weiterhin gibt es auch bestimmte probiotische Käsesorten, wie zum Beispiel Cheddar Cheese, Gouda oder Mozzarella.

Auch „präbiotische Lebensmittel“ stärken das Mikrobiom, da die „guten Bakterien“ sich von diesen ernähren. Das sind zum Beispiel Ballaststoffe, Wurzelgemüse (Karotten), Gemüse (Chicorée, Tomaten, Spargel) und sogar Bananen. Weiterhin zählen dazu Zwiebelgewächse (Lauch, Porree, Knoblauch) sowie Hülsenfrüchte und Getreide.

Kurzum: Wenn du diese Zutaten in deinen Speiseplan einbeziehst, förderst du die Produktion von Serotonin und befeuerst das limbische System mit positiven Emotionen, die in deinem Gedächtnis abgespeichert werden können.

Ich wünsche dir viel Spaß damit! Natürlich ist dieser Blogartikel ist nur ein kleiner Erklärungsversuch komplexer Prozesse, über die es ganze wissenschaftliche Fachbücher und Abhandlungen gibt und die noch lange nicht auch nur ansatzweise erforscht oder erklärt sind.

Aber ein Grundbewusstsein davon kann uns helfen, den Kreislauf von Gedanken – Gefühlen – Handlungen – Erfahrungen und Bewertungen ein bisschen bewusster zu steuern und zu unserem Besten zu beeinflussen.

„Achte auf Deine Gedanken, denn sie werden Worte. 


Achte auf Deine Worte, denn sie werden Handlungen. 


Achte auf Deine Handlungen, denn sie werden Gewohnheiten. 


Achte auf Deine Gewohnheiten, denn sie werden Dein Charakter. 


Achte auf Deinen Charakter, denn er wird Dein Schicksal.“

scheitern

Erfolgreich scheitern – wie geht das?

Diesen Blogartikel schreibe ich schonmal vorsorglich, denn es könnte sein, dass ich demnächst scheitere. Nein, es könnte nicht sein, es wird früher oder später so sein! Ich hoffe natürlich auf eher später als früher. In diesem Fall geht es um den Speaker Wettbewerb, zu dem ich mich angemeldet habe. Ich dachte mir einfach, ach, sende mal ein Video ein, versuchen kannst du es ja mal.

Erst als es dann an die ersten Ausscheidungsrunden ging, wurde mir klar: Hilfe, ich kann ja jederzeit scheitern! Dann kamen Gedanken wie „Oje, dann blamiere ich mich ja total! Was sollen die Leute bloß denken, wenn ich sie alle mobilisiere und dann mit Pauken und Trompeten scheitere?“ Plötzlich habe ich mich völlig unter Erfolgsdruck gefühlt, obwohl doch alles einfach leicht und locker sein sollte. Ein kleiner Spaß nebenbei.

Nur wer es nie versucht, kann nicht scheitern

Doch plötzlich wurde mir auch mehr denn je klar: Die einzige Möglichkeit, nicht zu scheitern wäre, es gar nicht erst zu versuchen! Doch was passiert, wenn wir nie irgendetwas versuchen?

  • Wir gehen nie eine Beziehung ein, denn sie könnte ja scheitern
  • Wir erleben nie etwas Neues, denn es könnte ja schiefgehen
  • Wir verwirklichen niemals einen Lebenstraum oder auch nur irgendein Projekt, da es ja sein könnte, dass es im Sande verläuft
  • Wir starten nie einen Kurs oder eine Ausbildung, weil wir ja mittendrin aufgeben könnten.

Kurzum: wir würden im besten Falle ein vorhersehbares, seichtes, dahinplätscherndes Leben führen, bei dem wir völlig unter unseren Möglichkeiten bleiben und niemals die Beziehung, die Berufung oder den Lebenstraum finden könnten, die für uns bestimmt sind! Im schlimmsten Falle würden uns trotzdem im Leben Schicksalsschläge und Krisen begegnen – denn die totale Sicherheit gibt es einfach nicht!

Dann doch lieber ab und zu mal scheitern, oder? Und das Geniale dabei: Je öfter wir scheitern, umso größer die Wahrscheinlichkeit, dass wir unsere Ziele und Träume erreichen und umsetzen! Es kommt also gar nicht darauf an, nicht zu scheitern, sondern im Gegenteil so oft zu scheitern, bis wir erfolgreich sind!

Scheitern will gelernt sein

Doch wir haben es so eben nie gelernt: Mein Sohn lernt in der Schule immer noch, dass eine Zwei gut ist und eine Vier schlecht, und dass man es nur mit Zweien auf das Gymnasium schaffen kann. Wäre es nicht schön, wenn eine „schlechte Note“ einfach als ein weiterer Schritt zum Erfolg gesehen werden könnte? Das fällt selbst mir als Mama noch schwer. Generell fällt es uns offenbar schwer, „richtig“ zu scheitern. Gerade in Deutschland herrscht immer noch die Grundeinstellung, dass man auf keinen Fall scheitern darf.

Eine Studie der Universität Hohenheim (Andeas Kuckertz, Christoph Mandl und Martin P. Allmendinger) hat herausgefunden: 42 Prozent der Deutschen sind der Meinung: „Man sollte kein Unternehmen gründen, wenn das Risiko des Scheiterns besteht.“ Und wenn es dann doch mal passiert, dann spricht man lieber nicht drüber: Scheitern ist hier ein Tabu-Thema. Schaut man dagegen in die USA, dann hat Scheitern dort eine ganz andere Bedeutung: All die Ideen, die im Silicon Valley tagtäglich neu hervorsprießen, haben vor allem deshalb eine Chance, weil sie das mögliche Scheitern mit einkalkulieren.

Scheitern scheint also eine der wichtigsten Voraussetzungen für den Erfolg zu sein. Also gilt doch viel eher:

Es geht nicht darum, nicht zu scheitern, sondern auf die richtige Art zu scheitern!

Vier Anregungen, um erfolgreich zu scheitern

Wie können wir also nicht nur scheitern, sondern „erfolgreich“ scheitern? Hier ein paar Anregungen dazu:

  1. Das Geschenk im Scheitern sehen

In der Resilienzforschung hat man erkannt: Es geht nicht darum, weniger Probleme oder Krisen im Leben zu haben. Resilient sind die Menschen, die mit Problemen, Krisen – und eben auch Scheitern – gut und konstruktiv umgehen können. Wer nach einmal Scheitern resigniert und nie wieder etwas versucht, wird immer unzufriedener werden. Doch wer immer wieder aufsteht und weiß, dass es ihn oder sie nicht umhaut, wird keine Angst mehr vor dem Scheitern haben. Der Autor Charles R. Swindoll sagt dazu: „Leben ist zu 10 Prozent was passiert und zu 90 Prozent wie wir reagieren.“ Wir haben immer die Möglichkeit, zu wählen: ob wir uns als Opfer sehen, die halt immer Pech haben, oder ob wir in jeder Krise, in jedem Scheitern, auch ein Geschenk sehen können. Mit jedem Scheitern wachsen wir.

Osho sagte mal dazu: „Wenn du die Wahl hast, entscheide dich immer für das Neue, Unbekannte. Selbst wenn du dabei leidest, wirst du daran wachsen und lernen.“

  1. Wenn dein Pferd tot ist, steige ab

Manchmal kann die Angst vor dem Scheitern jedoch auch dazu führen, dass wir zu verbissen an einem bestimmten Projekt oder einer Aufgabe festhalten – selbst wenn die Aussicht auf Erfolg nur noch gering ist. Dann kommt irgendwann der Punkt, an dem wir nur noch Zeit und Ressourcen verschwenden. Die Kunst ist es, zu erkennen, wann es sich lohnt, dranzubleiben und wann wir es besser sein lassen sollten.

Viele Menschen halten zum Beispiel an Beziehungen fest, die längst tot sind – wegen der Kinder, wegen des Hauses oder aus Angst vor dem allein sein. Vielleicht auch, weil sie sich das „Scheitern“ ihrer Beziehung nicht eingestehen wollen.

Umgekehrt habe ich in meiner Selbständigkeit immer wieder Momente gehabt, in denen ich fast aufgegeben hätte. Doch irgendwie wusste ich innerlich immer, dass dies mein Weg ist. Also habe ich weitergemacht. Heute bereue ich es nicht. Trotzdem scheitern auch immer wieder einige meiner Ideen und Projekte, die ich anstoße, oder sie verlaufen im Sande.

Stelle dir also immer die Frage: kann das Pferd  – das Projekt, die Beziehung, das Produkt – noch reanimiert werden, oder sollte man hier lieber keine Zeit und Herzblut mehr verschwenden? Und wenn das Pferd tot ist, dann steige würdevoll ab und sieh es als weitere Lernerfahrung.

  1. Nach vorne schauen, nicht nach hinten

Als ich damals meinen Job verloren habe, habe ich mir sehr lange den Kopf zermartert mit Fragen wie: Was hätte ich anders machen können, was habe ich falsch gemacht, was wäre wenn…? Klar, eine klare Analyse und die ungeschönte Betrachtung der „Lessons learned“ sind wichtig. Aber dann gilt es auch wieder, nach vorne zu schauen und das Gelernte auf neue Ideen und Projekte anzuwenden. Und nein, es ist nicht unser „Schicksal“, immer wieder zu scheitern. Viel zu lange habe ich das damals geglaubt.

Mach mal eine Bestandsanalyse und schreibe dir auf, wobei du gescheitert bist und was du erfolgreich gemeistert hast. Ich bin mir sicher, dass du vieles finden wirst, bei dem du erfolgreich warst. Schreibe die Liste mindestens so lang, bis du mehr Erfolgserlebnisse als Niederlagen gefunden hast! Und vielleicht sind ja auch aus einigen „Niederlagen“ am Ende Erfolgserlebnisse geworden?

  1. Scheitern trainieren

Vermeide nicht das Scheitern, sondern ändere deine Einstellung dazu. Auch hierzu hat Osho etwas gesagt, was ich sehr passend finde:

„Mache so viele Fehler wie möglich. Aber mache jeden Fehler nur einmal.“

Mit „Scheitern trainieren“ meine ich nicht, ständig was Neues anzufangen und es sofort wieder hinzuschmeißen, wenn es mal nicht so glatt läuft wie erwartet. Sondern damit meine ich, den Mut aufzubringen, Neues zu wagen, Herausforderungen anzunehmen, auch wenn du scheitern könntest. Also dranzubleiben, das Beste zu geben, dein Herzblut hinein zu geben und nicht sofort aufzugeben. Und gleichzeitig immer wieder zu prüfen: Werden die Samen, die ich säe, aufgehen? Ist die Freude, die ich daran habe, noch größer als die Anstrengung? Brenne ich noch so sehr dafür, das ich auch mühselige Phasen gut überstehe? Und wie schaffe ich es, die Begeisterung zu halten und motiviert zu bleiben?

Wenn du keine Angst mehr vor dem Scheitern hast, dann stehen dir alle Türen offen. Ich wünsche dir viel Erfolg beim Scheitern!

„Ich kann scheitern akzeptieren. Jeder scheitert bei etwas. Aber was ich nicht akzeptieren kann ist, es nicht versucht zu haben.“ Michael Jordan

Glückshormone

Glück beginnt im Gehirn – Glückshormone und ihre Wirkung

Sommerzeit ist Urlaubszeit – zahlreiche Menschen strömen nach zwei Jahren Coronapause an die Flughäfen, um endlich wieder in die Ferne zu reisen und Urlaub zu machen. Vielleicht mit einem Cocktail am Pool oder Strand zu liegen und sich die Sonne auf den Bauch scheinen zu lassen. Doch die Realität sieht derzeit noch anders aus: Menschenmassen an den Flughäfen, Sicherheits- und Check-In-Chaos, überfüllte Züge, teure Benzinpreise und wenn man es dann zum Urlaubsort schafft, ist auch nicht immer alles so perfekt, wie man sich das vorstellt.

Dabei geht es uns doch im Urlaub vor allem um eins: wir wollen uns wohl fühlen, glücklich und unbeschwert sein und einfach mal das tun, worauf wir Lust haben. Vielleicht Abenteuer und Action, vielleicht Nichtstun, vielleicht Gemeinschaft mit der Familie erleben.

Welcher Urlaubstyp bist du?

Wäre das nicht schön, wenn das auch ohne die beschwerliche Anreise ginge? Wenn du dir einfach dein körpereigenes Glückscocktail erzeugen und zusammen mixen könntest? Ohne einen ewigen Flug in die Ferne, teures Luxusresort oder nervige Animation? Die gute Nachricht: ja, das geht! Meist reichen ein paar kleine Aktivitäten schon aus, um dich in das „Urlaubsgefühl deiner Wahl“ zu versetzen.

Denn wie wir uns fühlen, entscheidet sich im Gehirn. Je nachdem, was wir gerade erleben, werden bestimmte Botenstoffe aktiviert und über die Synapsen an das Gehirn weitergeleitet. Hier wird das entsprechende Gefühl dazu erzeugt – vielleicht Wohlbefinden, Begeisterung, ein Glücksgefühl oder auch ein „Kick“. Im Folgenden findest du einen Überblick über die verschiedenen Glückshormone, wie sie wirken und wie du sie aktivieren kannst. Vielleicht bekommst du auch eine Idee davon, welcher dieser Urlaube dir am besten entsprechen würde. Und wie du die Gefühle dazu auch ohne die Reise erzeugen kannst.

Dopamin – Genuss pur, Herausforderungen meistern

Wie wäre es mit einem Urlaub in Italien – leckeres Essen, guter Wein, Dolce Vita? Dazu vielleicht ab und zu eine kleine Herausforderung, wie mit Händen und Füßen im Café einen Espresso bestellen? Oder dich mit dem Mietwagen durch den chaotischen Verkehr schlängeln, während alle um dich herum hupen und wild gestikulieren? Mamma Mia, dieses Land kann süchtig machen!

Genauso ist es mit dem Botenstoff Dopamin. Es wird dann aktiviert, wenn wir etwas Leckeres essen, schlemmen und genießen. Aber auch, wenn wir ein Projekt erfolgreich beendet oder eine Herausforderung gemeistert haben.

Dopamin fördert die Durchblutung der inneren Organe und erzeugt ein lebendiges Wohlgefühl. Es regt die Herz- und Nierenfunktion an und verbessert die kognitiven Funktionen. Dopamin stärkt die Feinmotorik und das Koordinationsvermögen. Nicht ohne Grund wird dem Dopamin dieser gewisse Suchtfaktor zugeschrieben, der vor allem durch den „Belohnungseffekt“ entsteht. Hast du es schonmal erlebt, dass du dich zu etwas überwinden musstest – zum Beispiel vom 3-Meter-Brett springen – und es direkt danach gleich wieder tun wolltest? Genau das passiert, wenn wir mit Dopamin vollgepumpt sind. Doch wir müssen nicht mal nach Italien fahren oder irgendwo runterspringen, um den Dopamin-Effekt zu erleben.

Wie lässt sich Dopamin aktivieren?

  • Bewegung an der frischen Luft
  • Lecker essen und trinken – genießen
  • Sich kleine Herausforderungen vornehmen
  • Erfolge feiern

Serotonin – entspannen, aufladen, wohlfühlen

Hättest du mal Lust auf einen richtig schönen Wellness-Urlaub? Mit Yoga und Meditation, tagsüber gechillt in der Sonne liegen, zwischendurch etwas Fahrrad fahren, Stand-Up-Paddeln oder Beachvolleyball spielen?

In dem Fall würdest du deinem Serotonin-Haushalt eine große Freude machen. Serotonin ist das Gute-Laune-Hormon schlechthin und auch als Stimmungsaufheller bekannt. Es reguliert das Herz-Kreislauf-System und senkt das Schmerzempfinden. Es wirkt ausgleichend und entspannend, stärkt unsere Stressresistenz und verschafft uns mehr Elan und Motivation. Insgesamt verbessert es unser Wohlbefinden und die allgemeine Stimmung.

Das Serotonin-Level lässt sich erhöhen durch

  • Bewegung an der frischen Luft
  • In der Sonne relaxen
  • Meditation und Entspannung
  • Folsäure oder Vitamin B (z.B. in Milchprodukten, Cerealien oder Hülsenfrüchten enthalten)

Übrigens: einen Urlaub genau dieser Art findest du auf den Happiness Yoga Ferien…

Endorphine – Energie anheben, Begeisterung entfachen

Stell dir vor, du machst einen richtig lustigen Städtetrip mit deinen besten Freundinnen – zum Beispiel nach London. Ihr habt jede Menge Spaß zusammen, nascht ohne Reue Schokopralinen und lacht euch über jede Kleinigkeit schlapp. Ihr schaut euch abends lustige Filme oder Comedy Shows an und tanzt danach wie im Rausch die ganze Nacht durch. Die wundern Füße in den High Heels und die Erschöpfung der durchgefeierten Nächte bemerkst du nicht einmal. Denn deine Endorphine tanzen vor Begeisterung gleich mit.

Diese Glückshormone lassen jedwedes Erschöpfungssymptom verschwinden. Sie versetzen uns in Euphorie und wirken wie ein natürliches Schmerzmittel, indem sie verhindern, dass Schmerzreize weitergeleitet werden. Endorphine (Kurzform von „endogene Morphine“) stärken die Motivation, erhöhen deine Energie und versetzen dich in eine Art Rauschzustand. Die Stimmung verbessert sich und die sexuelle Lust erhöht sich. Auch ohne teure Wochenendtrips lassen sich

Endorphine aktivieren, zum Beispiel durch:

  • Sport
  • Abtanzen nach deinem Lieblingssong
  • Comedy anschauen
  • Lachen- zum Beispiel mit Lachyoga

Oxytocin – kuscheln und sich verbunden fühlen

Träumst du davon, den Winter mal in einem schönen, gemütlichen Chalet in den Bergen zu genießen? Drinnen mit der Familie und dem Hund gemütlich vor dem Kamin zu sitzen, während draußen der Schneesturm tobt? Bei Kerzenlicht Spiele zu spielen und das Beisammensein und die Harmonie zu genießen? Deinen Kindern heißen Kakao zu machen, ihnen abends liebevoll Gute-Nacht-Geschichten vorzulesen, um dich danach mit deinem Liebsten aufs Sofa zu kuscheln? Dann kannst du gewiss sein, dass hier Oxytocin im Spiel ist.

Oxytocin ist dafür zuständig, dass wir uns verbunden fühlen. Es reduziert Angst, Stress und Aggressivität und lässt uns Treue, Liebe und Empathie empfinden. Dieses Hormon stärkt unser Vertrauen und fördert die soziale Kompetenz. Es wird schon während der Geburt eines Kindes ausgeschüttet und sorgt dafür, dass die Bindung zwischen Mutter und Kind gestärkt wird, aber auch die zu anderen Menschen. Es wird durch Umarmungen, kuscheln und auch nach dem Sex aktiviert. Für Menschen, sie sich nach einem One-Night-Stand lieber aus dem Staub machen wollen, ist dieses Hormon also eher kontraproduktiv. Doch auch ohne Familienharmonie oder Chalet in den Bergen gibt es

Möglichkeiten, um das „Kuschelhormon“ zu aktivieren:

  • Jemandem ein Kompliment machen
  • Einen Menschen umarmen
  • Kuscheln – oder auf eine Kuschelparty gehen
  • Ein Tier streicheln
  • Gemeinsam singen

Noradrenalin / Adrenalin – Abenteuer erleben

Du stehst nicht auf Familienharmonie, sondern mehr auf Action und Abenteuer? Du möchtest im Urlaub Wildwasser raften, Fallschirm springen, Bungee jumpen, paragliden oder an steilen Felswänden hochklettern? Dann brauchst du definitiv den berühmten Adrenalinkick!

Aber Achtung: Adrenalin sorgt nicht nur für den ultimativen Kick, sondern ist auch ein Stresshormon. Auch wenn es für positiven Stress steht, sollte es nicht in Überdosis und dauerhaft aktiviert sein. Erholungsphasen nach dem Adrenalinkick sind unabdingbar. In der richtigen Dosis eingesetzt kann Adrenalin jedoch Wunder bewirken. Es steigert die Motivation, erhöht die geistige Leistungsbereitschaft und sorgt für Wachheit und Aufmerksamkeit. In brenzligen Situationen lässt es uns sofort handeln und blitzschnell entscheiden: Kampf oder Flucht. Es verschafft uns Mut, neue Dinge anzugehen. Neben den oben genannten Abenteuer-Aktivitäten können wir folgendermaßen

den Adrenalinkick erzeugen:

  • Kleine Herausforderungen meistern
  • Etwas Neues, Ungewöhnliches tun
  • Stresssituationen managen oder etwas organisieren

Phenethylamin – der Verliebtheits-Kick

Und hier noch die Urlaubs-Krönung zum Abschluss – deine Flitterwochen! Egal ob nach deiner Hochzeit oder einfach so – vielleicht hast du dir immer mal so einen richtigen Liebesurlaub gewünscht, zum Beispiel auf den Malediven oder Bali? Ihr seid frisch verliebt, könnt die Hände nicht voneinander lassen, verbringt den ganzen Tag im Bett und geht allenfalls mal kurz zum Schnorcheln oder Essen raus? Dann hat euch vermutlich das „Lusthormon“ Phenethylamin (auch PEA genannt) fest im Griff.

Dieses sorgt dafür, dass wir die berühmten „Schmetterlinge im Bauch“ spüren, oder auch kribbeln und Herzklopfen. Wir haben durchgehend gute Laune, lassen uns von nichts unterkriegen und erleben immer wieder berauschende Glücksgefühle. Das Lustlevel ist hoch und wir könnten den ganzen Tag im Bett verbringen – natürlich zu zweit. Die Welt da draußen ist unwichtig, wir leben nur noch in unserem eigenen Universum. Da liegt es auf der Hand, wann das Hormon zum Einsatz kommt und

wie wir Phenethylamin aktivieren können:

  • Verliebt sein!
  • Sex haben
  • Marathon laufen

Doch: so schön die Verliebtheit auch ist, die Nebenwirkungen von diesem Hormon können langfristig große Nachteile haben. Der Rausch der Verliebtheit ist nämlich verbunden mit Konzentrationsstörungen, einem unruhigen Gefühl und möglicherweise Schlafstörungen. Vielleicht kannst du dich daran erinnern, dass es im Verliebtheits-Zustand sehr schwer war, einen klaren Kopf zu behalten oder dich auf die Arbeit zu konzentrieren? Kein Wunder, dass die Natur es so eingerichtet hat, dass wir nicht dauerverliebt durchs Leben rennen.

Es gibt aber auch eine Möglichkeit, sich den Kick dieses Hormons wohldosiert und punktuell zu verschaffen. Phenethylamin ist nämlich auch verantwortlich für das so genannten „Runner’s High“, das sich einstellt, wenn wir länger laufen oder Ausdauertraining machen. Also ab in die Turnschuhe und raus zum Training! Die nächste Verliebtheit kommt bestimmt.

Mixe dir dein persönliches Glückscocktail

Die hier beschriebenen Wirkungen und Auslöser der Botenstoffe sind natürlich nur Tendenzen, von denen sich viele überschneiden. Am Ende ist es immer die richtige Kombination aus verschiedenen Hormonen, die dafür sorgt, dass du gute Laune hast, begeistert bist oder dich glücklich fühlst. Ich hoffe, dass das Wissen um diese Hormone und deren Wirkung dir hilft, manche Lebenssituationen besser zu verstehen und möglicherweise gegenzusteuern.

Und wenn du gerade mal nicht in deinem Lieblingsurlaub bist: du kannst auch im Alltag bewusst den Fokus auf die Aktivitäten richten, die dein Glücks- und Wohlfühlgefühl befördern. Ein paar Dinge helfen immer: Bewegung an der frischen Luft, Gemeinschaft mit lieben Menschen und jede Menge lachen!

Wenn es dann doch mal ein richtiger Urlaub sein soll, dann findest du den genialen Glückscocktailmix auf den Happiness Yoga Ferien – sei dabei und schalte ab, tanke dich wieder auf, halte inne und richte dich neu aus!

Viel Spaß dabei und Namasté

Angela

Gelassenheit als Glücksgarant: Neun Anregungen, um souverän zu bleiben

Stell dir vor, du sitzt im ICE auf dem Weg zu einem wichtigen Termin. Dann hält der Zug mitten in der Walachei an und es kommt eine Durchsage: „20 Minuten Verspätung wegen unvorhergesehener Bauarbeiten.“ Aus den 20 Minuten werden 40 Minuten, dann eine Stunde. Du wirst langsam nervös… und nervöser… kommt dir das bekannt vor?

So ist es mir neulich ergangen auf dem Weg zu einem Workshop, zu dem ich unbedingt pünktlich sein musste. Die Verspätung wurde immer länger und ich mit jeder Durchsage nervöser. Klar hatte ich genügend Puffer eingeplant, aber ich wusste aus Erfahrung, dass bei der Bahn so manches passieren konnte (wobei ich mich eh fragte, wie Bauarbeiten „unerwartet“ auftreten konnten, wenn nicht gerade ein Hurricane durch das Land wehte – oder Schneesturm – oder Wüstensand – na gut…). Irgendwann fuhr der ICE zum Glück weiter, und ich kam gerade noch rechtzeitig zum Workshop. Ähnliches trug sich auf der Rückfahrt zu. Wieder begann die Verspätung erst mit nur 20 Minuten (machen die das absichtlich, um den „Ärgerpegel“ bei den Leuten niedrig zu halten?), am Ende kam ich wieder eine ganze Stunde später an als geplant. In dem Fall war ich jedoch relativ entspannt, denn ich wusste ja, dass kein wichtiger Termin mehr anstand. Ob ich nun eine Stunde später zu Hause ankam, war nicht ganz so entscheidend. Die fast gleiche Situation hatte also ein sehr unterschiedliches Potenzial dazu, mich aus meiner Gelassenheit zu bringen.

Gelassen bleiben lohnt sich

Warum können über manche Dinge easy peasy hinwegsehen, während uns andere Situationen auf die Palme bringen? Warum bleiben in ein- und derselben Situation die einen ruhig und andere rasten aus? Und müssen wir überhaupt immer gelassen bleiben? Ist es nicht manchmal sogar gut, den Ärger „rauszulassen“, statt runterzuschlucken? Warum bestimmte Situationen uns „triggern“, kann viele Gründe haben. Vielleicht wurden unsere Werte verletzt, vielleicht hat jemand uns provoziert, vielleicht fühlen wir uns hilflos den Umständen ausgeliefert. Manchmal geschehen auch Dinge, die braucht kein Mensch. Diesen Blogartikel zum Beispiel hatte ich gerade fertig geschrieben, in einer Spätschicht. Als ich am nächsten Morgen die Datei wieder öffnen wollte, da war sie weg. Einfach weg! Der Name der Datei sprang mir zwar entgegen unter „zuletzt verwendet“, aber ich konnte nicht darauf zugreifen. Jeder Wiederherstellungsversuch war vergeblich. Welch eine Ironie, dass mir dies gerade beim Blogartikel zum Thema „Gelassenheit“ passiert! Ich hätte hochgehen können, schreien, toben, stampfen. Aber was nützt es – dadurch taucht die Datei auch nicht wieder auf.

Und irgendwo tief in mir drin wusste ich: Es lohnt sich, gelassen zu bleiben. Der Schaden ist oft größer, wenn wir uns von unseren Emotionen davon tragen lassen, als wenn wir besonnen und lösungsorientiert bleiben. Intuitiv handeln ist gut – impulsiv nicht (siehe auch Artikel zu „Emotionale Intelligenz„). Was ist der Unterschied? Intuitiv handeln bedeutet, kurz innezuhalten, auf die „innere Stimme“ zu hören, vielleicht auch die Perspektive zu wechseln und dann von Herzen her zu agieren. Impulsiv sind wir dann, wenn wir unsere Emotionen – egal welcher Art – nicht mehr unter Kontrolle haben und diese womöglich auf eher nicht konstruktive Weise zum Ausdruck bringen.

Die Vorteile von Gelassenheit

  • Gelassene Menschen haben mehr Handlungsspielraum und sind sich immer dessen bewusst, dass sie einer Situation nicht hilflos ausgeliefert sind (siehe auch Blogartikel zu Selbstwirksamkeit…)
  • Sie sind empathischer und haben deshalb auch bessere Beziehungen – wer will schon Menschen um sich haben, die bei jeder Kleinigkeit hochgehen?
  • Gelassene Menschen sind optimistischer und glauben daran, dass es immer eine optimale Lösung geben wird.
  • Gelassene Menschen können auch in brenzligen Situationen ruhig bleiben und lösungsorientiert handeln. Sie sind dementsprechend auch leistungsfähiger.

Kurzum: gelassene Menschen sind glücklicher und erfolgreicher!

Die Bewertung ist entscheidend

Doch warum sind manche Menschen wie ein Fels in der Brandung und andere wie ein brodelnder Vulkan, der jederzeit ausbrechen könnte? Ist das Veranlagung – oder einfach Glückssache? Und: Können wir etwas für unsere Gelassenheit tun? Die gute Nachricht: die Frage, ob wir etwas gelassen sehen können oder nicht, hängt gar nicht so sehr von der Situation selbst ab. Sondern eher davon, wie wir diese bewerten (siehe auch Blogartikel zum Thema „Mindset“). Denn alles – jede Kleinigkeit, jedes Ereignis, das wir erfahren und erleben – durchläuft in unserem Gehirn einen Einordnungs- und Bewertungsprozess. Der amerikanische Emotionspsychologe und bekannte Stressforscher Richard Lazarus hat aufgrund zahlreicher Studien festgestellt, dass Menschen ein- und dieselbe Stress-Situation sehr unterschiedlich bewertet haben. Er hat auf der Basis all dieser Erkenntnisse das „transaktionale Stressmodell“ entwickelt. Dieses hilft uns verstehen, warum und wann bestimmte Situationen uns „triggern“ und an welchen Stellen wir etwas verändern können.

Du fühlst dich getriggert? Das passiert im Gehirn

Alles beginnt mit der Wahrnehmung einer bestimmten Situation durch unsere Sinnesreize. Jede Sekunde prasseln unendlich viele davon auf unser Gehirn ein – 11 Millionen Bits, heißt es. Das Gehirn nimmt jedoch nur einen Bruchteil davon bewusst auf – nämlich nur 40 Bits. Das ist auch gut so, denn sonst würden wir aufgrund von kontinuierlicher Informationsüberflutung schier verrückt werden. Um bei dem Beispiel Bahndurchsage zu bleiben: Ich höre die Durchsage, nehme die Inhalte wahr und es beginnt im Gehirn zu arbeiten. Alle anderen Reize sind in dem Moment ausgeblendet: der Regenschauer draußen, der Lebewurstbrotgeruch am Tisch gegenüber, das Geschrei eines Babys weiter hinten oder das Streitgespräch des Mannes, der vor mir sitzt, am Telefon.

Primäre Bewertung

Nun entscheidet das Gehirn, ob die Situation eine ernsthafte Bedrohung oder Gefahr darstellt oder nicht. Lazarus nennt es „primäre Bewertung“. Ist das hier gerade lebensgefährlich? Oder gar nicht relevant? Vielleicht sogar positiv zu bewerten? So ist eine verspätete Bahn zwar erstmal Stressfaktor. Aber wenn ich mit einer Gruppe netter Menschen zu einem Ausflug unterwegs bin und wir an der Fahrt an sich schon Spaß haben, wäre es vielleicht etwas anderes. Nur wenn mich das Ganze nervös macht, springen die Alarmsysteme im Gehirn auf die nächste Stufe, nämlich die „sekundäre Bewertung“ nach Lazarus.

Sekundäre Bewertung

Selbst wenn die Situation nun also brisant ist, bedeutet das noch lange nicht, dass die Gelassenheit dahin ist. Dann rattert das Gehirn weiter und überprüft: habe ich die Ressourcen, um die Situation zu managen? Habe ich möglicherweise schon einmal ähnliche Dinge gut gemeistert? Ist das, was passiert, wirklich bedrohlich oder komme ich damit klar? In meinem ICE-Beispiel wäre es vielleicht die Frage: kann ich damit leben, wenn ich den Workshop aufgrund er Verspätung absagen muss? Wenn dies vom Gehirn als Bedrohung eingeordnet wird, dann werden Alarmsignale an den Körper gesendet und der Stressmechanismus in Gang gesetzt. Schweiß bricht aus, der Herzschlag wird schneller, der ganze Körper wird aktiviert, um schnell zu reagieren auf – ja, was? Kampf gegen den Schaffner? Flucht aus dem Fenster? Kaum möglich! Also entweder den Schaffner anschreien (auch nicht empfehlenswert) oder sich wieder beruhigen.

Bewältigung

Hier ist die Frage: schlucke ich den Ärger runter, damit er in mir weiterköchelt? Oder finde ich gute Möglichkeiten, um Emotionen rauszulassen und verlorene Energie wieder aufzuladen? Dies nennt man dann in der Stressforschung „Coping-Strategie“ (siehe auch Blogartikel zum Thema „Resilienz“). Also die Frage, wie gut wir solche „Trigger-Situationen“ meistern. Wenn alles hier gut läuft, dann speichert mein Gehirn die Situation als „gut gemeistert“, eine Neubewertung findet statt, und so kann ich auch in künftigen ähnlichen Situationen gelassen bleiben. Komme ich jedoch nicht mit alldem klar, wird ein „Stress-Kreislauf“ in Gang gesetzt. Der wiederholte Stress sammelt sich an, der Körper ist nicht imstande, diesen aufzufangen und das Gehirn setzt eine Warnung nach der anderen ab. Auf Dauer endet das in körperlichen oder mentalen Stress-Symptomen und im schlimmsten Falle in psychischen Krankheiten.

Neun Anregungen, um gelassen zu bleiben

Wie können wir also auch dann gelassen bleiben, wenn vermeintlich alles schief läuft? Oder wenn ein Mitmensch uns triggert, provoziert oder mit seinem Verhalten verletzt? Wichtig ist zunächst die Erkenntnis: du bist einer Situation oder einem Menschen nie hilflos ausgeliefert. Wir können immer selbstbestimmt handeln und reagieren. Sich dies immer wieder bewusst zu machen, ist der erste Schritt zu mehr Gelassenheit. Weiterhin möchte ich hier noch ein paar weitere Anregungen mit dir teilen, um gelassener zu bleiben und auch zu werden. Denn du kannst auf verschiedenen Ebenen agieren und reagieren, wenn ein Ereignis droht, dich auf die Palme zu bringen.

Was tun bei akutem Trigger-Alarm? Mögliche Sofortmaßnahmen

1. Durchatmen – der Zug hat Verspätung? Du stehst im Stau? Dein Kind ist bockig? Einmal tief ein- und ausatmen kann Wunder bewirken. Wenn dein Herz rast, dann kannst du dies willentlich nicht stoppen. Aber mit entsprechenden Atemübungen kannst du dein gesamtes System beruhigen und wieder eine gute Basis finden, um die Kontrolle zu behalten und wieder handlungsfähig zu werden (siehe auch „Wunderwerkzeug Atem„).

2. Schweigen – dein Kollege hat immer wieder eine kleine Spitze für dich parat oder trifft deine verbale Schwachstelle? In solchen Fällen lohnt es sich meist nicht, darauf einzugehen. Tu ihm nicht den Gefallen, dich auch noch zu ärgern oder runterziehen zu lassen, sondern schütze dich lieber vor negativer Energie. Manchmal ist auch die Kombi mit einem Rückzug hilfreich.

3. Analysieren – halte kurz inne und frage dich: ist die Situation wirklich so schlimm wie es gerade scheint? Was wäre das Schlimmste, was passieren könnte und könnte ich irgendwie damit klar kommen? Diese Frage relativiert meist so einiges. Denn zumindest die Überlebenschance ist meist recht hoch.

Nachhaltig agieren – vorbeugende Strategien

Doch neben diesen Sofort-Reaktionsmöglichkeiten ist eine gewisse Grund-Gelassenheit durchaus empfehlenswert. Diese kannst du zum Beispiel durch folgende Maßnahmen trainieren:

4. Entspannungstechniken – egal, ob eine geführte Meditation (hier findest du verschiedene Meditationen), autogenes Training oder Yoga – alles, was uns in die Entspannung bringt, erhöht die Grundgelassenheit und hilft uns, nicht mehr so schnell in Rage zu geraten.

5. Bewegung – Bewegung ist nicht nur körperlich gesund, sondern erhöht auch die Stimmung. Und sie ist das beste Ventil, um aufgestauten Stress abzubauen und Emotionen rauszulassen. Durch Sport oder Bewegung aktivierst du zunächst das sympathische Nervensystem und bringst den Körper in (positiven) Stress. Danach wird automatisch das parasympathische Nervensystem in Gang gesetzt und somit die Erholung aktiviert.

6. Lachyoga – Lachen ist gesund und senkt Stresshormone. Zudem können viele Übungen aus dem Lachyoga uns konkret dabei unterstützen, bestimmte „Trigger-Situationen“ nicht so ernst zu nehmen und den Ärger lachend loszulassen. Humor und Lachen – der beste Weg, um gelassen zu bleiben. Angebote, siehe hier…

Doch wie Richard Lazarus schon festgestellt hat: die Bewertung ist entscheidend. Wie können wir also unsere innere Einstellung verändern, um nicht so leicht aus der Fassung zu geraten, wenn etwas nicht so läuft, wie wir es uns vorstellen? Hier ein paar Strategien.

Innere Einstellung verändern – kognitive Tricks

7. Akzeptanz – Manchmal hilft nur eines, wenn die Situation ausweglos erscheint: Das, was ist, annehmen. Die Verspätung der Bahn kann ich nicht aufhalten, den Stau nicht wegzaubern. Auch meine Mitmenschen werden sich nicht ändern, nur weil ich das von ihnen erwarte. Also kann ich mir überlegen, ob ich mir das Leben zusätzlich schwer mache, indem ich mich ärgere, oder es eben erstmal annehme. Wenn bestimmte Menschen mir Energie rauben oder mir auf Dauer nicht gut tun, habe ich ja dann zumindest noch die Möglichkeit, Abstand zu nehmen (siehe „Umgang mit Deppen“ etc…).

8. Dankbarkeit – So unangenehm eine Situation auch sein mag – meist gibt es trotz allem immer einen Anlass, dankbar zu sein. Deine Chefin macht dir Druck, dass etwas noch bis Morgen fertig werden muss? Das mag nerven, aber immerhin scheinst du deinen Job gut zu machen, sonst würde sie dich nicht fragen. Und – du hast einen Job! Auch das kann so manches wieder relativieren. Siehe auch Blog zu Dankbarkeit…

9. Perspektive wechseln – Gerade wenn andere Personen im Spiel sind, kann es hilfreich sein, sich zu fragen, ob der andere wirklich eine böse Absicht hatte oder vielleicht einfach nicht nachgedacht hat. Vielleicht gibt es auch eine bestimmte Vorgeschichte genau mit diesem Menschen, und nur deshalb gehst du direkt hoch bei Anlässen, die dich vielleicht bei jemand anders gar nicht stören würden. Spannend wird es auch dann, wenn wir uns klar machen – das, was mich bei der anderen Person triggert, hat immer auch mit mir zu tun. In dem Fall ist diese mein perfekter „Arschengel“.

Eines ist klar: Gelassenheit ist nicht die Herausforderung, wenn alles gut läuft. Sondern dann, wenn alles schief geht. Ich muss gestehen, dass ich in meinen Beispielen nicht immer die Gelassenheit in Person war – weder bei der Zugverspätung noch, als dieser Blogartikel einfach im Nirvana meines Computers verschwunden war. Ich habe mich tierisch geärgert, mich aufgeregt und war gefrustet. Doch was hilft es – irgendwann habe ich die Lage akzeptiert und diesen Text einfach neu geschrieben. Wenn du bis hier gelesen hast, dann bin ich dir sehr dankbar. Ich atme tief durch, lache drüber und habe für das nächste Mal gelernt.

Gebet für Gelassenheit

Von Reinhold Niebuhr, amerikanischer Theologe

Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann,
den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann,
und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.

 

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Verbundenheit

Verbundenheit als Glücks- und Resilienzfaktor

Hast du schon mal in einem Zug festgesessen der nicht weiterfuhr? Mir ist es vor einiger Zeit mal wieder passiert. Eine Stunde lang stand der ICE auf freier Strecke und bewegte sich nicht. So genervt die Menschen auch sind, beobachte ich in solchen Situationen immer wieder ein spannendes Phänomen: Die Menschen, die sich vorher jeder für sich mit Laptop oder Smart Phone und Kopfhörer eingeigelt hatten, beginnen sich zu verbinden. Der gemeinsame Feind „Bahn“ und die missliche Situation scheint uns in solchen Momenten zusammenzuschweißen. Man fängt an, sich zu unterhalten, sich gegenseitig etwas anzubieten und sich irgendwie zu solidarisieren.

Die Krisen dieser Welt – wir schaffen es nur gemeinsam

Ein ähnlicher Effekt zeigt sich auch jetzt bei den großen Krisen dieser Welt: wir verbinden uns dann, wenn die Gefahr so groß ist, dass es nicht mehr anders geht: Corona, Krieg und Klimakrise, die großen Herausforderungen dieser Zeit. Wenn wir auch nur irgendetwas Positives daraus ziehen können, dann wohl die Erkenntnis: Wir schaffen es nur gemeinsam! Das gibt mir immer wieder einen kleinen Funken Hoffnung und lässt mich darauf vertrauen, dass wir Menschen gemeinsam viel mehr erreichen können als mit Egoismus.

Die Klimakrise spitzt sich vor allem deshalb zu, weil die Länder sich seit Jahrzehnten nicht auf gemeinsame Ziele oder Vorgehensweisen einigen konnten. Die Coronakrise mit all den Einschränkungen, Lock-Downs und dem Verzicht auf die sonst so selbstverständlichen Vergnügungen des Lebens hat die viele Menschen noch einsamer gemacht als sie es eh schon waren (siehe Blogartikel „Einsamkeit“). Diejenigen hingegen, die sich mit anderen verbunden haben, kamen besser durch die Zeit.

Der Krieg zeigt uns jüngst nochmal mehr, wie wichtig es ist, gemeinsam zu handeln. Und es tut sich was: Die vielbeschworene „Spaltung der Gesellschaft“ durch Corona rückt in den Hintergrund. Hunderttausende von Menschen gehen derzeit gemeinsam auf die Straße, um für den Frieden zu demonstrieren. Die EU und die USA rücken zusammen, wie es vorher lange nicht mehr denkbar gewesen wäre. Dieser Krieg ist schrecklich, grausam, unmenschlich. Wenn wir auch nur irgendwas dagegen tun können, dann nur in Verbundenheit und nicht im Einzelkämpfertum. Dies ist die größte Chance, die wir haben, um einen größenwahnsinnigen und selbstverliebten Egomanen wie Putin aufzuhalten. Das ukrainische Volk macht uns auf beeindruckende Weise vor, dass Zusammenhalt und Verbundenheit stärker sein können als Panzer und Raketen.

Einsamkeit ist ungesund

Lange sind wir in dem Irrglauben erlegen, dass derjenige am erfolgreichsten ist, der sich am besten durchsetzen kann. Der am skrupellosesten seine Ziele verfolgt und nur um das eigene Wohl bemüht ist. „Ellbogenmentalität“ wurde als notwendig erachtet, um weiter zu kommen. Doch das Gegenteil ist der Fall: Studie zeigt, dass die Menschen, die andere betrügen oder belügen, um sich selbst Vorteile zu verschaffen, eher das Gegenteil erreichen: sie werden isoliert, ausgeschlossen bei der Arbeit, haben mehr Stress und sind am Ende eher unglücklich (Metastudie von David Sloan Wilson über „machiavellistische Menschen“ – also solche, die nur auf den eigenen Vorteil bedacht sind und andere dafür klein machen).

Doch nicht nur selbstverliebte Egomanen haben ein Problem. Die Entwicklungen der neuen Zeit – Digitalisierung, Social Media, die Gentrifizierung in Großstädten und nicht zuletzt Corona – haben dazu geführt, dass Einsamkeit zu einem drängenden Problem unserer Zeit geworden ist. Laut Umfragen ist die Zahl der engen Freunde, die Menschen im Durchschnitt haben, seit 1985 von 3 auf 1 geschrumpft (siehe Buch „Die neue Einsamkeit“ von Diana Kinnert). Dreimal mehr Menschen als damals geben an, dass sie keinen Menschen haben, mit dem sie ernsthaft reden können. Einsamkeit ist Ursache für Stress, Krankheit, psychische Probleme und sogar den vorzeitigen Tod. Sie ist gesundheitlich genauso schädlich wie das Rauchen von 15 Zigaretten täglich. Die „Social Media“ haben mit „sozial“ genauso wenig zu tun wie Putin mit dem Begriff „Friedensmission“. Jeder stellt sich selbst dar, kaum einer fühlt sich hier wirklich verbunden. Hasskommentare, Fake News und destruktive Diskussionen über Corona haben den Trend  verschärft.

Evolution durch Kooperation

Umso wichtiger ist es derzeit, echte Verbundenheit wiederzufinden und zu leben. Wir müssen uns dafür nicht mal verbiegen. Das Bedürfnis nach Kooperation und Miteinander liegt in unserer Natur. Dies hat unsere Evolution geprägt und unser Überleben gesichert. Selbst unsere Körperzellen arbeiten auf geniale Weise und so perfekt aufeinander abgestimmt zusammen, wie wir selbst es logistisch niemals hinkriegen würden. In der Natur und der Tierwelt ist das Zusammenspiel von Systemen und Populationen wichtiger Bestandteil, zum Beispiel bei den Bienen und Ameisen. Auch Schimpansen zeigen Kooperationsbereitschaft und suchen gegenseitige Nähe – sogar dann, wenn es vorher Auseinandersetzungen gab. Immer mehr Erkenntnisse zeigen: In der Evolution hat nicht der Stärkste überlebt, sondern die Spezies, die am besten kooperieren kann.

Verbundenheit ist nicht nur die Voraussetzung für das Überleben der Menschheit, sondern auch für persönliches Glück. Die „Grant Study“ – eine Harvard Glücksstudie über einen lebenslangen Zeitraum  – zeigt: Menschen, die glückliche Beziehungen haben, leben länger, zufriedener und sind im Alter gesünder. Viele weitere Studien bestätigen: Menschen mit erfüllten Beziehungen – unabhängig ob mit Freunden oder Liebespartnern – sind glücklicher und gesünder. Sie haben ein besseres Immunsystem und verfügen über bessere psychische Widerstandskraft, also „Resilienz“. Kinder aus schwierigen Familien, die eine wichtige Bezugsperson hatten, waren im späteren Leben psychisch stabiler als andere, die sich allein gelassen fühlten. Nicht nur das: die Aktivität „Zeit mit Freunden verbringen“ oder „gute Gespräche führen“ verschafft uns einen Riesenschwall an positiven Gefühlen, stressmindernden Effekten und aktiviert die Belohnungszentren im Gehirn.

Verbundenheit leben – 5 Anregungen

Es spricht also vieles dafür, Verbundenheit zu suchen und zu leben. Doch wie können wir selbst dazu beitragen, dass Menschen sich wieder mehr verbinden, zugehörig fühlen und gemeinsam an einem Strang ziehen, um diesen Planeten als einen lebenswerten Ort zu erhalten? Ich bin der Meinung: beginne bei dir selbst! Wenn du mit dir selbst verbunden bist, kannst du auch Verbundenheit mit anderen Menschen fühlen. Du kannst vergeben und andere Menschen unterstützen, ohne dich selbst aufzugeben. So können Netzwerke entstehen, die von Liebe, Fürsorge und Miteinander geprägt sind. Je mehr wir diese Verbundenheit mit uns selbst und im eigenen Umfeld leben, umso weniger haben Kriege im Außen eine Chance. Hier ein paar Anregungen dazu.

1. Mit sich selbst im Reinen sein

Wir können nicht über den Krieg jammern, wenn wir gegen uns selbst Krieg führen, uns ständig selbst rügen oder gar beschimpfen. Sei nachsichtig mit dir selbst und behandle dich gut. Schließlich bist du der Mensch, mit dem du die meiste Zeit im Leben verbringst. Verdränge nicht deine Schattenseiten, sondern schaue liebevoll hin und erkenne sie an. Dann darfst du sie in den Urlaub schicken und deine Stärken feiern.

2. Mit anderen im Reinen sein

Übe Vergebung – nicht anderen zuliebe, sondern für dich selbst. Dann wirst du frei von Groll und offen für neue, nährende Menschen und Beziehungen sein.

3. Für andere da sein

Einer der größten Glücksfaktoren ist es, anderen zu helfen. Eine sehr effektive Übung ist es, jeden Tag 3 kleine „Gesten der Freundlichkeit“ auszuüben und dies abends aufzuschreiben. Das können unterschiedliche Dinge bei unterschiedlichen Menschen sein – einem Freund ein Kompliment machen, einem Kollegen etwas aus der Kantine mitbringen, mit einem Obdachlosen ein Gespräch führen – die Möglichkeiten sind unendlich. Diese Übung ist ein wahrer Glücksbooster.

4. Die Familie wertschätzen

So sehr Familien auch Verletzungs- und Konfliktpotenzial bieten – Freunde können wir loslassen, die Familie bleibt Familie. So lohnt es sich, mit Eltern und Geschwistern ins Reine zu kommen und Vergebung zu üben – jeder hat es so gut gemacht wie er / sie konnte. Wenn du selbst eine Familie hast, dann mach dir bewusst: Frieden beginnt auch hier im Kleinen. Es geht nicht darum, keine Konflikte zu haben, sondern diese mit Liebe und Wertschätzung lösen zu können.

5. Gemeinschaft suchen, in der man sich gegenseitig unterstützt

Studien in verschiedenen Gemeinschaften – z.B. in der Nachbarschaft – zeigen, dass die Gemeinschaften, in denen man sich gegenseitig besonders unterstützt, erstaunliche Wirkungen auf die Menschen haben:

  • die Kinder sind gesünder und haben bessere Hoschulabschlüsse
  • die Älteren haben eine höhere Lebenserwartung
  • insgesamt gibt es weniger soziale Schwierigkeiten wie z.B. Prügeleien

Vielleicht hast du ja bereits eine solche Gemeinschaft. Oder magst dich nach einer umschauen. Dies kann ein Verein sein, eine Gemeinde, eine Nordic Walking Gruppe oder ein Chor. Großes Potenzial liegt auch in der „Lachyoga Community“ bzw. den Lachclubs. Hier verbinden sich Menschen im Lachen, sowohl live als auch online. Unabhängig von Alter, Nationalität, Herkunft oder politischer Richtung wird hier jeder akzeptiert. Es geht um Toleranz, Frieden, Gesundheit und Glücksmomente. Hier entstehen Freundschaften, gemeinsame Unternehmungen und gegenseitige Unterstützung. Menschen verbinden sich, werden kreativ, mutig und blühen auf. Probiere es mal aus! Hier findest du Angebote live in Köln oder in Berlin oder deutschlandweit. Und hier online per Zoom.

Wir müssen nicht warten, bis der Zug stehen bleibt, das Klima kollabiert oder die Wirtschaftskrise kommt. Verbinde dich jetzt mit liebevollen und gleichgesinnten Menschen, unterstützt euch gegenseitig mit Trost und Hoffnung und habt gemeinsam Spaß! So tust du etwas für deine Resilienz und für die Aktivierung von Glücksgefühlen.

Ich wünsche mir von Herzen, dass die Menschen, die JETZT zusammenhalten und für Miteinander und Verbundenheit stehen, auf diesem Planeten überleben werden. So wie es die bisherige Evolution auch gezeigt hat.

Namasté Angela

P.S: Du hast Sehnsucht nach Verbundenheit an einem schönen Ort, guten Gesprächen und netten Menschen? Dann sind vielleicht die Happiness Yoga Ferien interessant für dich. In St. Peter Ording oder auf Zypern.

Emotionale Intelligenz

Emotionale Intelligenz – Schlüssel zum Glück?

Fünf Tipps, wie du sie fördern kannst

„Mama, wenn irgendwann doch eh Computer und Roboter unsere ganze Arbeit erledigen, dann brauchen wir doch eigentlich gar nichts mehr zu lernen, oder? Wozu gehe ich dann noch zur Schule?“ Ich liebe es, mich mit meinem Sohn über mögliche Zukunftsszenarien auszutauschen. So abwegig ist der Gedanke ja auch gar nicht, dass irgendwann künstliche Intelligenz einen Großteil der geistigen Arbeit für uns erledigen wird. Schließlich hält diese schon jetzt in immer mehr Lebensbereichen Einzug: selbst fahrende Autos sind keine Zukunftsmusik mehr, und längst lassen sich so ziemlich alle hochkomplexen Fragestellungen von Computern lösen, bei denen wir gedanklich schon lange aufgeschmissen wären.

Und doch bin ich überzeugt davon, dass ein solches Szenario nicht realistisch ist. Denn es gibt einen Bereich, in dem immer noch wir menschlichen Wesen jedweder künstlichen Intelligenz überlegen sind: die emotionale Intelligenz. Schon in den 20er Jahren hat der amerikanische Psychologe Edward Lee Thorndike den Begriff der „sozialen Intelligenz“ aufgebracht. Richtig bekannt wurde die Emotionale Intelligenz vor allem durch das Buch „EQ. Emotionale Intelligenz“ von Daniel Goleman.

Was ist emotionale Intelligenz?

Der Begriff „Emotionale Intelligenz“ bezeichnet eine Erweiterung des Intelligenzbegriffs um emotionale Fähigkeiten. Mit Intelligenz können wir komplexe Fragestellungen lösen, neue Inhalte verstehen oder bestimmte Fachkompetenzen entwickeln und anwenden. Mit „Emotionaler Intelligenz“ können wir uns selbst reflektieren, die eigenen Gefühle wahrnehmen und auch die Gefühle anderer Menschen erkennen und einordnen. Dadurch haben wir die Möglichkeit, die eigenen Emotionen zu beeinflussen und Umgangsweisen mit den Emotionen anderer Menschen zu finden. Eine hohe emotionale Intelligenz verschafft uns Zugang zu einer Art Bauchgefühl oder auch „höherer Weisheit“. Und das ist genau das, was uns Menschen von Robotern, Computern oder sonstigem unterscheidet. Zum Glück.

Denn emotionale Intelligenz ist auch der Faktor, der uns Menschen verbindet, der uns weinen, lachen, mitfiebern, mitfühlen und Gutes tun lässt. Das stärkt unsere Verbundenheit und sorgt am Ende dafür, dass wir Glück empfinden und glücklich sind. Und ist das nicht letztendlich der Grund, warum wir alle hier sind?

Warum ist emotionale Intelligenz so wichtig?

Mittlerweile gibt es viele Belege dafür, dass emotionale Intelligenz uns nicht nur erfolgreicher im Job macht, sondern uns auch leichter durchs Leben gehen lässt. Laut Goleman können sich Menschen mit hoher emotionaler Intelligenz leichter an Veränderungen anpassen, sind belastbarer und erholen sich schneller von Stress. Sie verfügen über eine gute Resilienz (siehe auch Blogartikel zum Thema Resilienz), können sich gut motivieren und arbeiten effektiv auf ihre Ziele hin. Sie haben den Anspruch, nicht mit Ellbogen-Mentalität Karriere zu machen, sondern sie besitzen eine hohe soziale Kompetenz und legen auch bei anderen Wert darauf.

So manch eine ausgezeichnete Fachkraft ist schon daran gescheitert, wenn sie befördert wurde und es plötzlich darum ging, Teams zusammen zu halten und zu motivieren. Umgekehrt ist jedoch eine Leitungsfunktion nicht per se ein Beleg für emotionale Intelligenz. Bei so manch einer Führungspersönlichkeit dieser Welt würde man sich ein wenig mehr von dieser Fähigkeit wünschen – siehe Putin, Erdogan und co.

Emotionale Intelligenz lässt sich trainieren

Doch unabhängig davon, wie aussichtlos es bei manchen zu sein scheint, ist die gute Nachricht: Emotionale Intelligenz können wir lernen, trainieren und ausbauen. Goleman beschreibt 5 verschiedene Merkmale, die emotionale Intelligenz ausmachen. Und genau hier können wir ansetzen, um diese zu stärken. Folgende Säulen der emotionalen Intelligenz hat Goleman benannt:

1. Selbstreflektion

Hast du es schon mal erlebt, dass jemand sich verletzend, peinlich, überheblich oder grenzüberschreitend verhält und es nicht mal merkt? Er es womöglich weit von sich weist, wenn man ihn drauf anspricht und davon ausgeht, dass nur er Recht hat? Oft sind solche Menschen grundsätzlich „beratungsresistent“. Selbst wenn sie im ersten Moment sehr „selbstbewusst“ daher kommen, machen sie sich langfristig eher unbeliebt und schaden mit ihrem Verhalten vor allem sich selbst.

Menschen hingegen, die sich selbst reflektieren können, sind offen für Anregungen und (konstruktive) Kritik. Sie lernen immer dazu, hinterfragen regelmäßig ihre eigenen Werte und überprüfen, ob ihre Handlungsweise angemessen ist. Sie sind authentischer und weniger verletzbar – denn sie müssen nichts vor anderen verbergen.

Tipp: nimm dir Zeit, um deine Stärken und Schwächen aufzuschreiben und diese ehrlich zu hinterfragen. Zu welchen deiner Schwächen stehst du, in welchem Bereich möchtest du noch etwas verändern? Frage auch deine Freunde nach deinen Stärken und Schwächen und vergleiche dies mit deiner eigenen Wahrnehmung. Je mehr deine Eigen- und Fremdwahrnehmung im Einklang ist, umso entspannter lebst du. Schreibe dir die 10 Werte auf, die dir im Leben am wichtigsten sind. Z.B. Loyalität, Freundschaft, Erfolg, Liebe, Mitgefühl etc.

2. Selbstregulierung

Dies meint, dass man nicht nur die eigenen Gefühle erkennen kann, sondern auch die Fähigkeit hat, die eigenen Gefühle zu beeinflussen. Vielleicht kennst du diesen typischen „Grübelkreislauf“, in dem wir manchmal landen, wenn wir uns Sorgen machen oder bestimmte Konflikte im Leben haben. Wir zermartern uns das Hirn, sind vielleicht traurig, wütend oder verzweifelt und verlieren uns darin. Kein Wunder, dass wir in solchen Momenten nicht wirklich handlungsfähig sind. Wir fühlen uns den Umständen hilflos ausgeliefert.

Wenn wir uns jedoch bewusst machen, dass wir unseren Gefühlen nicht ausgeliefert sind, sondern diese auch steuern und beeinflussen können – ohne sie zu ignorieren – dann können wir etwas tun. Das bedeutet, unsere Selbstwirksamkeit anzuerkennen, die Gefühle wahrzunehmen und schließlich aktiv zu verändern.

Tipp: Willentlich und vom Verstand her ein Gefühl zu verändern fällt vielen schwer. Eine gute Möglichkeit ist es aber, über die körperliche oder mentale Ebene Gefühle zu verändern. Zum Beispiel durch Bewegung, Lachen, Lächeln, Body Moves (auf meinem Youtube-Channel findest du Beispiele), oder durch geführte Meditationen, die über das Unterbewusstsein neue positive Emotionen verankern.

3. Empathie

Die Gefühle anderer Menschen wahrnehmen und einordnen können – diese Eigenschaft ist auch in beruflichen Zusammenhängen mittlerweile eine der wichtigsten Erfolgsfaktoren geworden Wer über Empathie verfügt, ist nicht nur beruflich erfolgreicher, sondern auch beliebter und glücklicher: Empathische Menschen sind ausgeglichener, offener und können Beziehungen besser aufbauen und auch halten. Nicht nur im Beruf, sondern auch privat sind gute Beziehungen das A und O. Aus der Glücksforschung weiß man, dass gute und erfüllte Beziehungen dafür sorgen, dass wir länger, gesünder und zufriedener leben.

Tipp: Höre anderen Menschen einfach nur zu – ohne Kommentar, ohne Lösungen, ohne Ratschläge. Überlege dir, wie du handeln würdest, wenn du dieser Mensch wärst. Versuche, die Gefühle bei diesem Menschen zu erspüren und zu ergründen, wie diese entstanden sein könnten. Finde bei jeder Gelegenheit etwas heraus über andere Menschen. Zum Beispiel, was sie besonders macht, was sie bewegt, was sie motiviert und begeistert. Sieh es als Spiel.

Ich selbst erlebe es oft, dass ich Menschen einfach nur zuhöre und ab und zu mal nachfrage. Hinterher sagen diese mir dann „danke, das tat so gut, mit dir zu reden! Es hat mir geholfen, Klarheit zu bekommen und jetzt weiß ich genau, was zu tun ist.“ Ich schmunzle dann in mich hinein. Es bestätigt sich dann mal wieder, dass alles Wissen, was wir brauchen, bereits in uns ist.

4. Motivation

Wie oft habe ich es schon erlebt, dass Menschen sich für etwas begeistert haben, voll motiviert etwas begonnen haben und sobald die ersten Schwierigkeiten kamen, sehr schnell wieder aufgegeben haben. Motivation – bzw. Selbst-Motivation – entwickeln wir dann, wenn wir für etwas brennen. Wenn wir unsere Mission erkannt haben, wenn wir begeistert sind, dann verfolgen wir ein Ziel, ohne zu zweifeln, ohne zu fragen, ohne zu zögern. Selbst Rückschläge können wir dann gelassen hinnehmen. Und wir lassen uns von nichts und niemandem von unserem Plan abbringen. Für jedes Ziel, für jedes Projekt ist Motivation der Schlüssel zum Erfolg.

Tipp: Finde deine Herzensmission, völlig unabhängig von äußeren Erwartungen oder vermeintlich zu erreichenden Zielen. Überprüfe sie regelmäßig. Wenn es mal schwierig oder anstrengend ist, dann wirf nicht gleich alles hin, sondern frage dich, was du verändern kannst, um trotzdem deinen Weg zu gehen und deine Träume zu leben. Formuliere deine Glücksvision und visualisiere sie regelmäßig. In dem Kurs „aktiviere dein inneres Glück und leuchte“ findest du zahlreiche Anregungen dafür.

5. Soziale Kompetenz

Hier geht es nicht nur darum, die Gefühle anderer Menschen einzuordnen und nachzuvollziehen, sondern auch um eine gute Kommunikationsfähigkeit. Das bedeutet, dass wir selbst klar und überzeugend ausdrücken können, was uns bewegt, und dass wir andere zum Verstehen und Handeln motivieren können. Umgekehrt können Menschen mit hoher sozialer Kompetenz gut zuhören, mitfühlen und angemessen reagieren. Im beruflichen Zusammenhang können sie gut Teams bilden und führen. Sie sind imstande, Konflikte zu meistern und Probleme im Sinne aller zu lösen. Das Wohl anderer liegt ihnen am Herzen, sie können aber auch gut für sich selbst sorgen.

Tipp: Suche dir Gruppenaktivitäten, bei denen soziale Kompetenz eine Rolle spielt, z.B. Teamsport im Verein, oder auch ehrenamtliches Engagement. Auch gibt es gute Seminare und Angebote zum Thema Kommunikation oder Konfliktmanagement. Auch Lachyoga in der Gruppe ist eine hervorragende Möglichkeit, um die soziale Kompetenz zu stärken.

Vielleicht können ja ein paar dieser Anregungen dich oder Menschen in deinem Umfeld inspirieren. Wenn du diesen Artikel bis zum Ende gelesen hast und dich mit diesen Themen beschäftigst, dann gehe ich davon aus, dass du bereits eine hohe emotionale Intelligenz besitzt. Vielleicht inspiriert es dich ja auch, andere dabei zu begleiten oder es beruflich noch mehr einzusetzen. Gerade in der Wirtschaftswelt ist emotionale Intelligenz nötiger denn je. Sie trägt dazu bei, leichter und glücklicher durchs Leben zu gehen – für uns selbst und für unsere Mitmenschen.

„Ich hab dich lieb“ sagt mein Sohn abends im Bett zu mir. In diesem Moment fließt eine angenehme, wohlige und glückliche Welle von guten Gefühlen durch meinen Körper, wie ein warmes Licht, das sich bis in die letzte Zelle ausbreitet. Ein Glück, dass wir Menschen sind und keine Roboter!