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Gelassenheit als Glücksgarant: Neun Anregungen, um souverän zu bleiben

Stell dir vor, du sitzt im ICE auf dem Weg zu einem wichtigen Termin. Dann hält der Zug mitten in der Walachei an und es kommt eine Durchsage: „20 Minuten Verspätung wegen unvorhergesehener Bauarbeiten.“ Aus den 20 Minuten werden 40 Minuten, dann eine Stunde. Du wirst langsam nervös… und nervöser… kommt dir das bekannt vor?

So ist es mir neulich ergangen auf dem Weg zu einem Workshop, zu dem ich unbedingt pünktlich sein musste. Die Verspätung wurde immer länger und ich mit jeder Durchsage nervöser. Klar hatte ich genügend Puffer eingeplant, aber ich wusste aus Erfahrung, dass bei der Bahn so manches passieren konnte (wobei ich mich eh fragte, wie Bauarbeiten „unerwartet“ auftreten konnten, wenn nicht gerade ein Hurricane durch das Land wehte – oder Schneesturm – oder Wüstensand – na gut…). Irgendwann fuhr der ICE zum Glück weiter, und ich kam gerade noch rechtzeitig zum Workshop. Ähnliches trug sich auf der Rückfahrt zu. Wieder begann die Verspätung erst mit nur 20 Minuten (machen die das absichtlich, um den „Ärgerpegel“ bei den Leuten niedrig zu halten?), am Ende kam ich wieder eine ganze Stunde später an als geplant. In dem Fall war ich jedoch relativ entspannt, denn ich wusste ja, dass kein wichtiger Termin mehr anstand. Ob ich nun eine Stunde später zu Hause ankam, war nicht ganz so entscheidend. Die fast gleiche Situation hatte also ein sehr unterschiedliches Potenzial dazu, mich aus meiner Gelassenheit zu bringen.

Gelassen bleiben lohnt sich

Warum können über manche Dinge easy peasy hinwegsehen, während uns andere Situationen auf die Palme bringen? Warum bleiben in ein- und derselben Situation die einen ruhig und andere rasten aus? Und müssen wir überhaupt immer gelassen bleiben? Ist es nicht manchmal sogar gut, den Ärger „rauszulassen“, statt runterzuschlucken? Warum bestimmte Situationen uns „triggern“, kann viele Gründe haben. Vielleicht wurden unsere Werte verletzt, vielleicht hat jemand uns provoziert, vielleicht fühlen wir uns hilflos den Umständen ausgeliefert. Manchmal geschehen auch Dinge, die braucht kein Mensch. Diesen Blogartikel zum Beispiel hatte ich gerade fertig geschrieben, in einer Spätschicht. Als ich am nächsten Morgen die Datei wieder öffnen wollte, da war sie weg. Einfach weg! Der Name der Datei sprang mir zwar entgegen unter „zuletzt verwendet“, aber ich konnte nicht darauf zugreifen. Jeder Wiederherstellungsversuch war vergeblich. Welch eine Ironie, dass mir dies gerade beim Blogartikel zum Thema „Gelassenheit“ passiert! Ich hätte hochgehen können, schreien, toben, stampfen. Aber was nützt es – dadurch taucht die Datei auch nicht wieder auf.

Und irgendwo tief in mir drin wusste ich: Es lohnt sich, gelassen zu bleiben. Der Schaden ist oft größer, wenn wir uns von unseren Emotionen davon tragen lassen, als wenn wir besonnen und lösungsorientiert bleiben. Intuitiv handeln ist gut – impulsiv nicht (siehe auch Artikel zu „Emotionale Intelligenz„). Was ist der Unterschied? Intuitiv handeln bedeutet, kurz innezuhalten, auf die „innere Stimme“ zu hören, vielleicht auch die Perspektive zu wechseln und dann von Herzen her zu agieren. Impulsiv sind wir dann, wenn wir unsere Emotionen – egal welcher Art – nicht mehr unter Kontrolle haben und diese womöglich auf eher nicht konstruktive Weise zum Ausdruck bringen.

Die Vorteile von Gelassenheit

  • Gelassene Menschen haben mehr Handlungsspielraum und sind sich immer dessen bewusst, dass sie einer Situation nicht hilflos ausgeliefert sind (siehe auch Blogartikel zu Selbstwirksamkeit…)
  • Sie sind empathischer und haben deshalb auch bessere Beziehungen – wer will schon Menschen um sich haben, die bei jeder Kleinigkeit hochgehen?
  • Gelassene Menschen sind optimistischer und glauben daran, dass es immer eine optimale Lösung geben wird.
  • Gelassene Menschen können auch in brenzligen Situationen ruhig bleiben und lösungsorientiert handeln. Sie sind dementsprechend auch leistungsfähiger.

Kurzum: gelassene Menschen sind glücklicher und erfolgreicher!

Die Bewertung ist entscheidend

Doch warum sind manche Menschen wie ein Fels in der Brandung und andere wie ein brodelnder Vulkan, der jederzeit ausbrechen könnte? Ist das Veranlagung – oder einfach Glückssache? Und: Können wir etwas für unsere Gelassenheit tun? Die gute Nachricht: die Frage, ob wir etwas gelassen sehen können oder nicht, hängt gar nicht so sehr von der Situation selbst ab. Sondern eher davon, wie wir diese bewerten (siehe auch Blogartikel zum Thema „Mindset“). Denn alles – jede Kleinigkeit, jedes Ereignis, das wir erfahren und erleben – durchläuft in unserem Gehirn einen Einordnungs- und Bewertungsprozess. Der amerikanische Emotionspsychologe und bekannte Stressforscher Richard Lazarus hat aufgrund zahlreicher Studien festgestellt, dass Menschen ein- und dieselbe Stress-Situation sehr unterschiedlich bewertet haben. Er hat auf der Basis all dieser Erkenntnisse das „transaktionale Stressmodell“ entwickelt. Dieses hilft uns verstehen, warum und wann bestimmte Situationen uns „triggern“ und an welchen Stellen wir etwas verändern können.

Du fühlst dich getriggert? Das passiert im Gehirn

Alles beginnt mit der Wahrnehmung einer bestimmten Situation durch unsere Sinnesreize. Jede Sekunde prasseln unendlich viele davon auf unser Gehirn ein – 11 Millionen Bits, heißt es. Das Gehirn nimmt jedoch nur einen Bruchteil davon bewusst auf – nämlich nur 40 Bits. Das ist auch gut so, denn sonst würden wir aufgrund von kontinuierlicher Informationsüberflutung schier verrückt werden. Um bei dem Beispiel Bahndurchsage zu bleiben: Ich höre die Durchsage, nehme die Inhalte wahr und es beginnt im Gehirn zu arbeiten. Alle anderen Reize sind in dem Moment ausgeblendet: der Regenschauer draußen, der Lebewurstbrotgeruch am Tisch gegenüber, das Geschrei eines Babys weiter hinten oder das Streitgespräch des Mannes, der vor mir sitzt, am Telefon.

Primäre Bewertung

Nun entscheidet das Gehirn, ob die Situation eine ernsthafte Bedrohung oder Gefahr darstellt oder nicht. Lazarus nennt es „primäre Bewertung“. Ist das hier gerade lebensgefährlich? Oder gar nicht relevant? Vielleicht sogar positiv zu bewerten? So ist eine verspätete Bahn zwar erstmal Stressfaktor. Aber wenn ich mit einer Gruppe netter Menschen zu einem Ausflug unterwegs bin und wir an der Fahrt an sich schon Spaß haben, wäre es vielleicht etwas anderes. Nur wenn mich das Ganze nervös macht, springen die Alarmsysteme im Gehirn auf die nächste Stufe, nämlich die „sekundäre Bewertung“ nach Lazarus.

Sekundäre Bewertung

Selbst wenn die Situation nun also brisant ist, bedeutet das noch lange nicht, dass die Gelassenheit dahin ist. Dann rattert das Gehirn weiter und überprüft: habe ich die Ressourcen, um die Situation zu managen? Habe ich möglicherweise schon einmal ähnliche Dinge gut gemeistert? Ist das, was passiert, wirklich bedrohlich oder komme ich damit klar? In meinem ICE-Beispiel wäre es vielleicht die Frage: kann ich damit leben, wenn ich den Workshop aufgrund er Verspätung absagen muss? Wenn dies vom Gehirn als Bedrohung eingeordnet wird, dann werden Alarmsignale an den Körper gesendet und der Stressmechanismus in Gang gesetzt. Schweiß bricht aus, der Herzschlag wird schneller, der ganze Körper wird aktiviert, um schnell zu reagieren auf – ja, was? Kampf gegen den Schaffner? Flucht aus dem Fenster? Kaum möglich! Also entweder den Schaffner anschreien (auch nicht empfehlenswert) oder sich wieder beruhigen.

Bewältigung

Hier ist die Frage: schlucke ich den Ärger runter, damit er in mir weiterköchelt? Oder finde ich gute Möglichkeiten, um Emotionen rauszulassen und verlorene Energie wieder aufzuladen? Dies nennt man dann in der Stressforschung „Coping-Strategie“ (siehe auch Blogartikel zum Thema „Resilienz“). Also die Frage, wie gut wir solche „Trigger-Situationen“ meistern. Wenn alles hier gut läuft, dann speichert mein Gehirn die Situation als „gut gemeistert“, eine Neubewertung findet statt, und so kann ich auch in künftigen ähnlichen Situationen gelassen bleiben. Komme ich jedoch nicht mit alldem klar, wird ein „Stress-Kreislauf“ in Gang gesetzt. Der wiederholte Stress sammelt sich an, der Körper ist nicht imstande, diesen aufzufangen und das Gehirn setzt eine Warnung nach der anderen ab. Auf Dauer endet das in körperlichen oder mentalen Stress-Symptomen und im schlimmsten Falle in psychischen Krankheiten.

Neun Anregungen, um gelassen zu bleiben

Wie können wir also auch dann gelassen bleiben, wenn vermeintlich alles schief läuft? Oder wenn ein Mitmensch uns triggert, provoziert oder mit seinem Verhalten verletzt? Wichtig ist zunächst die Erkenntnis: du bist einer Situation oder einem Menschen nie hilflos ausgeliefert. Wir können immer selbstbestimmt handeln und reagieren. Sich dies immer wieder bewusst zu machen, ist der erste Schritt zu mehr Gelassenheit. Weiterhin möchte ich hier noch ein paar weitere Anregungen mit dir teilen, um gelassener zu bleiben und auch zu werden. Denn du kannst auf verschiedenen Ebenen agieren und reagieren, wenn ein Ereignis droht, dich auf die Palme zu bringen.

Was tun bei akutem Trigger-Alarm? Mögliche Sofortmaßnahmen

1. Durchatmen – der Zug hat Verspätung? Du stehst im Stau? Dein Kind ist bockig? Einmal tief ein- und ausatmen kann Wunder bewirken. Wenn dein Herz rast, dann kannst du dies willentlich nicht stoppen. Aber mit entsprechenden Atemübungen kannst du dein gesamtes System beruhigen und wieder eine gute Basis finden, um die Kontrolle zu behalten und wieder handlungsfähig zu werden (siehe auch „Wunderwerkzeug Atem„).

2. Schweigen – dein Kollege hat immer wieder eine kleine Spitze für dich parat oder trifft deine verbale Schwachstelle? In solchen Fällen lohnt es sich meist nicht, darauf einzugehen. Tu ihm nicht den Gefallen, dich auch noch zu ärgern oder runterziehen zu lassen, sondern schütze dich lieber vor negativer Energie. Manchmal ist auch die Kombi mit einem Rückzug hilfreich.

3. Analysieren – halte kurz inne und frage dich: ist die Situation wirklich so schlimm wie es gerade scheint? Was wäre das Schlimmste, was passieren könnte und könnte ich irgendwie damit klar kommen? Diese Frage relativiert meist so einiges. Denn zumindest die Überlebenschance ist meist recht hoch.

Nachhaltig agieren – vorbeugende Strategien

Doch neben diesen Sofort-Reaktionsmöglichkeiten ist eine gewisse Grund-Gelassenheit durchaus empfehlenswert. Diese kannst du zum Beispiel durch folgende Maßnahmen trainieren:

4. Entspannungstechniken – egal, ob eine geführte Meditation (hier findest du verschiedene Meditationen), autogenes Training oder Yoga – alles, was uns in die Entspannung bringt, erhöht die Grundgelassenheit und hilft uns, nicht mehr so schnell in Rage zu geraten.

5. Bewegung – Bewegung ist nicht nur körperlich gesund, sondern erhöht auch die Stimmung. Und sie ist das beste Ventil, um aufgestauten Stress abzubauen und Emotionen rauszulassen. Durch Sport oder Bewegung aktivierst du zunächst das sympathische Nervensystem und bringst den Körper in (positiven) Stress. Danach wird automatisch das parasympathische Nervensystem in Gang gesetzt und somit die Erholung aktiviert.

6. Lachyoga – Lachen ist gesund und senkt Stresshormone. Zudem können viele Übungen aus dem Lachyoga uns konkret dabei unterstützen, bestimmte „Trigger-Situationen“ nicht so ernst zu nehmen und den Ärger lachend loszulassen. Humor und Lachen – der beste Weg, um gelassen zu bleiben. Angebote, siehe hier…

Doch wie Richard Lazarus schon festgestellt hat: die Bewertung ist entscheidend. Wie können wir also unsere innere Einstellung verändern, um nicht so leicht aus der Fassung zu geraten, wenn etwas nicht so läuft, wie wir es uns vorstellen? Hier ein paar Strategien.

Innere Einstellung verändern – kognitive Tricks

7. Akzeptanz – Manchmal hilft nur eines, wenn die Situation ausweglos erscheint: Das, was ist, annehmen. Die Verspätung der Bahn kann ich nicht aufhalten, den Stau nicht wegzaubern. Auch meine Mitmenschen werden sich nicht ändern, nur weil ich das von ihnen erwarte. Also kann ich mir überlegen, ob ich mir das Leben zusätzlich schwer mache, indem ich mich ärgere, oder es eben erstmal annehme. Wenn bestimmte Menschen mir Energie rauben oder mir auf Dauer nicht gut tun, habe ich ja dann zumindest noch die Möglichkeit, Abstand zu nehmen (siehe „Umgang mit Deppen“ etc…).

8. Dankbarkeit – So unangenehm eine Situation auch sein mag – meist gibt es trotz allem immer einen Anlass, dankbar zu sein. Deine Chefin macht dir Druck, dass etwas noch bis Morgen fertig werden muss? Das mag nerven, aber immerhin scheinst du deinen Job gut zu machen, sonst würde sie dich nicht fragen. Und – du hast einen Job! Auch das kann so manches wieder relativieren. Siehe auch Blog zu Dankbarkeit…

9. Perspektive wechseln – Gerade wenn andere Personen im Spiel sind, kann es hilfreich sein, sich zu fragen, ob der andere wirklich eine böse Absicht hatte oder vielleicht einfach nicht nachgedacht hat. Vielleicht gibt es auch eine bestimmte Vorgeschichte genau mit diesem Menschen, und nur deshalb gehst du direkt hoch bei Anlässen, die dich vielleicht bei jemand anders gar nicht stören würden. Spannend wird es auch dann, wenn wir uns klar machen – das, was mich bei der anderen Person triggert, hat immer auch mit mir zu tun. In dem Fall ist diese mein perfekter „Arschengel“.

Eines ist klar: Gelassenheit ist nicht die Herausforderung, wenn alles gut läuft. Sondern dann, wenn alles schief geht. Ich muss gestehen, dass ich in meinen Beispielen nicht immer die Gelassenheit in Person war – weder bei der Zugverspätung noch, als dieser Blogartikel einfach im Nirvana meines Computers verschwunden war. Ich habe mich tierisch geärgert, mich aufgeregt und war gefrustet. Doch was hilft es – irgendwann habe ich die Lage akzeptiert und diesen Text einfach neu geschrieben. Wenn du bis hier gelesen hast, dann bin ich dir sehr dankbar. Ich atme tief durch, lache drüber und habe für das nächste Mal gelernt.

Gebet für Gelassenheit

Von Reinhold Niebuhr, amerikanischer Theologe

Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann,
den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann,
und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.

 

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Selfcare: Fünf Tipps, um deine Energie zu erhöhen

Wir leben in einer Zeit, in der die Welt im Aufruhr scheint. Pandemie, Flutkatastrophen, nichts ist mehr planbar. Hinzu kommt der vermeintlich harmlose, aber nicht zu unterschätzende Alltagsstress: Beruf, Familie, Home Office, Home Schooling, Schließungen, Aufhebungen, ständige Änderungen der Situation und all die psychischen Belastungen, die damit einhergehen. Die Pandemie, von der wir dachten, sie sei in wenigen Monaten vorüber, zieht sich seit fast 2 Jahren dahin. Da kann so ziemlich jeder und jedem irgendwann mal die Puste ausgehen.

Was bedeutet überhaupt „Energie erhöhen“?

Gerade in diesen Zeiten ist es wichtig, in guter Energie zu bleiben und dafür zu sorgen, dass wir genügend Kraft haben, um all das zu meistern. Doch was genau bedeutet das, „Energie erhöhen“? Sich noch mehr vornehmen, um noch mehr zu schaffen? Alles daran setzen, um noch leistungsfähiger zu werden und noch besser zu funktionieren? Das kann nicht der Weg sein. Viele Menschen „halten durch“ bis zum Wochenende oder bis zum nächsten Urlaub. Dann werden sie krank. Meist auch deshalb, weil der Körper sein Tribut an Entspannung regelrecht einfordert. Kein Mensch kann dauerhaft wie ein Duracell-Häschen immer nur auf Hochtouren laufen. Wenn keine Erholungsphasen eingelegt werden, endet das im Burnout, das weiß man aus der Stressforschung.

Den Begriff „Energie“ kennen wir auch als Begriff für Antriebskraft, die wiederum durch Einsatz bestimmter Ressourcen erzeugt wird und etwas in Bewegung bringt. Wenn diese Energie verbraucht ist, dann gilt es, die Ressourcen einzusetzen, um nachladen zu können. Ein Elektroauto muss nach ein paar Hundert Kilometern an eine Steckdose. Dort gibt es Energie, die bestenfalls aus Wind oder Sonne erzeugt wurde. Ohne den Strom bzw. die Energie nützt uns das schönste Elektroauto nichts.

Warum wir zu wenig für uns selbst sorgen

Während das Auto regelmäßig brav getankt und geladen wird, vernachlässigen wir dies bei uns selbst und bei unserem Körper allzu oft. Obwohl dies nicht mal so zeitaufwändig ist wie bei einem Elektroauto, sondern es meist schon ausreicht, sich wenige Minuten am Tag Zeit für sich selbst zu nehmen. Stress lässt sich nicht reduzieren, indem wir nur auf der Couch hocken. Aber auch nicht, indem wir ihn ignorieren und immer weitermachen. Wenn wir hingegen die richtige Balance aus Aktivität und Entspannung finden, dann vermeiden wir, dass uns am Ende komplett die Puste ausgeht.

Kennst du es auch: du findest keine Zeit für 10 Minuten Meditation am Morgen, aber ertappst dich dabei, wie du dich im Instagram-Feed verlierst? Du findest keine Zeit, raus in die Natur zu gehen und bleibst bis spät nachts bei irgendeiner Netflix-Serie hängen? Mir kommt das jedenfalls ziemlich bekannt vor. Viel zu oft vergessen wir, für uns selbst zu sorgen und uns diese Zeit zu nehmen – und empfinden das Leben nur noch als eine Reihe von Verpflichtungen und Erledigungen.

Erhöhe deine Energie – für dich selbst und für andere

Wenn wir als Mensch unsere Energie erhöhen wollen, dann geht es nicht allein darum, mehr Energie oder Antrieb zu haben. Sondern es geht darum, auf eine „höhere Schwingungsebene“ zu kommen. Also nicht nur mehr Kraft zu haben, sondern Spaß an der Sache zu haben und in Leichtigkeit, Vertrauen und Gelassenheit durch den Alltag zu gehen. Wenn wir unsere Energie im positiven Sinne erhöhen, dann lassen wir uns vom Alltagsstress nicht mehr so leicht runterziehen. Dann sind wir mutig genug, auch mal nein zu sagen und für uns selbst zu sorgen. Dann sind wir nachsichtiger mit uns selbst und anderen und wissen genau, wann der Körper und der Geist mal eine Auszeit braucht. Dann haben wir erkannt, wie wichtig es ist, sich die erforderliche „Me-Time“ zu nehmen statt durchzuballern. Und wir kennen unsere eigenen Ressourcen, die dafür sorgen, dass wir in einer guten Balance bleiben und uns nicht selbst überfordern. Wir fühlen eine innere Kraft, aber auch Gelassenheit, um alles zu meistern.

Menschen, die in höherer Energie unterwegs sind, sind meist diejenigen, die „Leuchttürme“ in der Gesellschaft sind, die anpacken und die Herausforderungen dieser Zeit angehen. Wenn du also dafür sorgst, deine Energie zu erhöhen und hoch zu halten, dann tust du nicht nur dir selbst einen Gefallen, sondern auch deinen Mitmenschen. Wie das gehen kann? Ich habe hier fünf Tipps für dich zusammengestellt.

Energy Uplift: Fünf Tipps für mehr Energie

 

1. Perspektivenwechsel

Manchmal lassen sich die äußeren Umstände nicht ändern – wie jetzt in der Pandemie oder auch in anderen Lebenskrisen. Doch wir können immer noch unsere innere Einstellung dazu verändern. Indem wir zum Beispiel das Geschenk in der Krise sehen, die Themen anschauen, die dahinter stehen oder einfach den Fokus auf das richten, was uns glücklich macht statt über das zu grübeln, was nicht gut läuft. Aus der Mindset-Forschung (siehe Blogartikel zu „Selbstwirksamkeit“…) weiß man, dass die Art, WIE wir die Dinge sehen, auch einen großen Einfluss darauf hat wie wir Dinge erleben.

Wie kannst du die Sicht auf die Dinge verändern? Indem du z.B. Dankbarkeit traininerst (siehe Blog zu Dankbarkeit…) oder Glücksmomente sammelst. Auch hilft es, die Dinge aus der Perspektive von jemand anders zu sehen oder dein „zukünftiges Ich“ zu befragen. Und dir immer wieder deiner eigenen Ressourcen bewusst zu werden und diese zu aktivieren.

2. Achtsamkeit

Um die Energie zu erhöhen, ist es auch wichtig, erstmal die Energie runterzufahren und bewusst wahrzunehmen, auf welchem Energielevel du dich gerade in diesem Moment befindest. Allein die bewusste Wahrnehmung darüber verändert schon dein Energielevel. Dabei helfen Achtsamkeitsübungen, die du gut und einfach in den Alltag einbauen kannst. Zum Beispiel den Atem beobachten, oder alltägliche Dinge wie gehen, essen, aufräumen bewusst langsam ausführen und mit der Aufmerksamkeit genau bei der Sache zu sein, die du gerade tust. Auch wenn es die Buchhaltung oder das Sortieren von Unterlagen ist. Der Atem ist dafür immer wieder ein guter Begleiter (siehe Blogartikel „Atem – das unterschätzte Wunderwerkzeug“…)

 

3. Bewegung

Egal ob du Laufen gehst, regelmäßig schwimmst oder Yoga machst: Bewegung ist auch deshalb ein Energy Booster, weil sie uns sehr schnell aus dem Kopf und aus dem Grübeln rausbringt und hinein in die Körperwahrnehmung. Gerade wenn wir uns vorher ordentlich mit Bewegung auspowern, können wir hinterher die Batterien umso besser wieder aufladen. Es ist, wie wenn wir ein Glas spülen, in dem sich noch abgestandenes Wasser befindet. Wir müssen erst das alte Wasser auskippen, um das Glas spülen und es mit neuem, frischen Wasser füllen zu können.

Bewegung tut somit nicht nur dem Körper gut, sondern auch dem Geist. Durch bestimmte Körperhaltungen, Yoga oder Lachyoga kannst du deine Stimmung ins Positive beeinflussen und dich sofort in eine bessere Energie bringen. Zum Beispiel mit der Lachyoga-Übung „Power Poses.“

 

4. Lächeln

Ein weiterer Booster für bessere Stimmung und Ausrichtung auf die schönen Dinge im Leben ist Lächeln. Studien aus dem Body Feedback zeigen, dass allein das Hochziehen der Mundwinkel zu einer Lächelbewegung schon unsere Stimmung ins Positive beeinflusst.

Eine Minute Lächeln morgens vor dem Spiegel lässt uns ganz anders in den Tag hineingehen. Du möchtest es ausprobieren? Dann hol dir hier die kostenlose Meditation für Lächeln und positive Energie…

 

5. Lachen

Beim Lachen werden Glückshormone ausgeschüttet, der Stress wird gesenkt, das Immunsystem gestärkt (Fakten zum Lachen, siehe auch…). Nur wenige Minuten herzhaftes Lachen sorgen dafür, dass wir in eine ganz andere Energie kommen und uns wie euphorisiert fühlen. Das Schöne beim Lachen: Wir trainieren einerseits den Körper (Zwerchfell, Bauchmuskulatur), schwingen uns aber auch mental auf eine bessere Energie ein. Menschen, die regelmäßig lachen, werden gelassener und nehmen auch stressigen Alltagskleinkram nicht so ernst (was uns wiederum hilft, die innere Einstellung zu verändern). Du hast keinen Anlass zum Lachen? Dann probier es mal mit Lachyoga! Hier findest du Angebote und Möglichkeiten dazu…

 

Diese 5 Tipps sind nur eine kleine Auswahl an Strategien, mit denen wir in höhere, bessere und positivere Energie hineinkommen können. Nicht für jeden passt die gleiche Methode, sondern es ist wichtig herauszufinden, was für dich passt. Auch geht es nicht darum, alles gleichzeitig zu machen oder viel Zeit zu investieren, sondern für dich selbst eine Möglichkeit zu finden, mit der du effektiv und mit wenig Zeitaufwand deine Energie erhöhen kannst.

Du möchtest dabei Begleitung? Dann komm in das SMILE-Programm und mache jetzt den Happiness Check…

Atem – das unterschätzte Wunder-werkzeug

„Ich habe Kopfschmerzen“ sagte die Fotografin. Wir hatten gerade stundenlang mit dem WDR eine Sendung gedreht. Es hatte super Spaß gemacht, aber es war auch anstrengend. Unsere Köpfe rauchten, und wir waren ziemlich kaputt. Eine meine Yoga-Teilnehmerinnen stand neben mir und brachte mich drauf: „Angela, du machst im Yoga doch immer diese Atemübung, mit den beiden Nasenlöchern.“ Ja, klar, die Wechselatmung. Ich zeigte sie der Fotografin und machte gleich selbst mit. Innerhalb von wenigen Minuten sagte sie: „Ich fühle mich schon viel besser.“ Und ich selbst fühlte mich auch gleich besser.

Atem verbindet…

Manchmal kann es so einfach sein und wir kommen nicht drauf. Der Atem verbindet uns mit dem Hier und Jetzt. Wir können nur jetzt atmen, nicht morgen, nicht gestern. Wenn wir bewusst atmen, dann verbinden wir uns mit unserem Körper und dem Geist. Es reicht schon aus, die Aufmerksamkeit auf den Atem zu richten, und der Atem verändert sich, er wird ruhiger. Anhand des Atems können wir Körperfunktionen beeinflussen, die wir normalerweise nicht steuern können.

Klar, wir können willentlich mit dem Kopf nicken, einen Fuß vor den anderen setzen oder mit der Hand nach unserem Handy greifen. Wir können aber nicht unserem Herzen befehlen, langsamer oder schneller zu schlagen. Wir können auch nicht unserer Verdauung sagen „Jetzt mach mal hinne, ich mag diesen Klotz im Bauch nicht mehr haben“. Wenn wir ausgepowert sind, können wir unserem Körpersystem nicht einfach so den Auftrag geben, die Batterien wieder aufzuladen. Dies geht nur anhand von kleinen „Tricks“ und Umwegen. Der Atem ist ein genialer Schlüssel dazu.

Die Wirkung des Atems

Die „Wunderwaffe Atem“ können wir aber nur dann nutzen, wenn wir ab und zu mal bewusster atmen. Wir achten jedoch viel zu selten darauf, wie wir atmen. Mit einem normalen Atemzug nehmen wir nur einen halben Liter Atemluft auf, bei einer gesamten Lungenkapazität von 6 Litern. Wenn wir unter Stress stehen, atmen wir noch schneller, flacher und oberflächlicher und nehmen noch weniger Atemluft auf. Dies führt dazu, dass weniger Sauerstoff in den Körper gelangt, was wiederum die Gesundheit beeinträchtigen kann: „Sauerstoffunterversorgung kann als die schlimmste Krankheitsursache angesehen werden“ sagt Stephen Levine, Molekularbiologe und Genetiker.

Dr. Otto Warburg, Biochemiker, Arzt und Physiologe, war sogar der Meinung, dass fehlende Sauerstoffversorgung die Hauptursache von Krebs sei. Auch wenn seine These umstritten ist, gibt es viele wissenschaftliche Belege dafür, dass die Art, wie wir atmen, entscheidend unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden beeinflusst. Dr. Robert Fried erklärt in seinem Buch „Breath Connection“, dass alle Körperfunktionen mit der Atmung zusammenhängen und dass die richtige Sauerstoffversorgung aller Körperteile entscheidend für Gesundheit und Wohlbefinden sei. Das richtige Atmen sei der beste Weg, um den Körper mit genügend Sauerstoff zu versorgen. Laut Dr. Sheldon Hendler, Ärztin und Forscherin zum Thema zelluläre Sauerstoffversorgung stärkt tiefes Atmen das Immunsystem und kann den Körper sogar von chronischen Krankheiten befreien. Das Gehirn braucht sogar 25% mehr Sauerstoff als der restliche Körper. Davon hängt es auch ab, wie gut und wie lange wir uns auf etwas konzentrieren können oder wie schnell wir müde werden.

Sauerstoff – Essenz des Lebens

Zahlreiche weitere Wissenschaftler haben Belege dafür gefunden, wie wichtig die richtige Atmung und somit die Versorgung des Körpers mit genügend Sauerstoff ist. Zum Beispiel:

Ein erhöhter Sauerstoffgehalt verbessert die Wirkung einiger Antibiotika und des Immunsystems und regt den Zell-Stoffwechsel an (Linda Collison)

Tiefe Zwerchfellatmung stimuliert die Reinigung des Lymphsystems – durch den Vakuum-Effekt werden die Lymphe durch das Blut befördert, wodurch wiederum die Entgiftung 15 Mal besser als normalerweise funktioniert (Dr. J.W. Shields)

Bei tiefer Bauchatmung ist das Zwerchfell beteiligt, bei flacher Atmung im Brustbereich (also unter Stress) nicht. Wenn das Zwerchfell aktiv ist, wird der Parasympathikus aktiviert. Dieser sorgt dafür, dass in Ruhephasen unsere Energiereserven wieder aufgebaut werden können. Auch aktiviert der Parasympathikus das Verdauungssystem. Tiefes Atmen ist somit – neben der Ernährung – ein Schlüssel, mit dem wir auch unsere Verdauung beeinflussen und verbessern können.

Laut Thomas Loew, Leiter der Abteilung Psychosomatik und Psychotherapie am Universitätsklinikum Regensburg, senkt langsames Atmen den Blutdruck und ist bei manchen Menschen sogar genauso effektiv wie z.B. Blutdrucksenker oder angstlösende Mittel.

Atem ist Leben…

Nicht nur für das körperliche Wohlbefinden spielt die Atmung eine wichtige Rolle. Die traditionellen östlichen Lehren gehen sogar noch weiter.

Laut Yoga-Tradition ist „Prana“ (= Atem) die Lebensenergie, die durch unseren Körper fließt und die wir durch Atemlenkungstechniken („Pranayama“) aktivieren und harmonisieren können. Die traditionellen Yogis sind davon überzeugt, dass wir im Leben nur eine bestimmte Anzahl von Atemzügen haben, woraus sie folgern: je langsamer wir atmen, umso länger leben wir.

Auch in der traditionellen chinesischen Medizin spricht man von „Chi“ (oder auch „Qi“) , auf dessen Verständnis Lehren wie Qi Gong, Feng Shui und zahlreiche Kampfkünste basieren. Im Japanischen heißt Atem „Iki“ und bedeutet von der Wortzusammensetzung so viel wie „Selbst“ und „Herz“ in Verbindung. Die darauf basierende Technik der „Zen-Atmung“ wird auch bei uns immer beliebter und wurde mittlerweile sogar als Abnehmtechnik entdeckt (siehe hier…). „Ikigai“ wiederum steht für eine japanische Lebensphilosophie, bei dem das, was wir tun, im Einklang mit dem ist, was die Welt braucht und was wir gut können (siehe auch Blogartikel „IKIGAI“).

Seelisches Wohlbefinden durch Atem

Auch für unser seelisches Wohlbefinden spielt der Atem eine wichtige Rolle. In der Meditation hilft die Verbindung mit dem Atem uns, trübe Gedanken und Sorgen loszulassen und im Hier und Jetzt anzukommen. Dafür reicht es schon aus, nur den Atem zu beobachten – wahrzunehmen, wie die Ein- und Ausatmung geschieht, die Pause zwischen den Atemzügen wahrzunehmen, den Atem fließen zu lassen oder mit der Ein- und Ausatmung bestimmte Visualisierungen zu verknüpfen.

Oft setze ich in meinen Workshops und Yogastunden die Visualisierung von Atem als goldenem Licht ein, das durch den Körper und in alle Körperteile hineinströmt. Mir selbst und vielen Teilnehmer:innen hilft diese Vorstellung und kleine Übung bei Schmerzen oder Verspannungen, und es gibt sogar Beispiele, wie dadurch Heilung geschehen ist. Auch im Bereich der Selbsterkenntnis werden Atemtechniken erfolgreich genutzt, um das Bewusstsein zu erweitern und sich in einen fast rauschartigen Zustand zu versetzen, in dem wir Zugang zum Unterbewusstsein finden und die Begrenzungen des Verstandes und des „inneren Zweiflers“ vorübergehend loslassen. Zum Beispiel beim „Rebirthing“, durch das „holotrope Atmen“ oder auch die „Quantum Light Breathing“ Meditation.

Atemübungen für DICH

Wenn der Atem so wichtig ist – vielleicht fragst du dich jetzt auch, wie du konkret die Atmung nutzen kannst, um dein Stresslevel zu senken, dein Wohlbefinden zu erhöhen und deinen Geist in einen guten Energiezustand zu versetzen? Keine Sorge, es braucht keine komplizierten Techniken oder stundenlange Meditationen. Ich habe hier ein paar Übungen und Techniken für dich zusammen gestellt, die leicht machbar sind und sich gut in den Alltag integrieren lassen. Probiere sie aus und teile gerne in unserer Facebook-Community, welche Erfahrungen du damit gemacht hast. Ich empfehlen, dir zuerst nur eine oder zwei dieser Übungen herauszusuchen und diese eine Zeit lang zu machen. Im Yoga spricht man von 40 Tagen, die es braucht, damit die Wirkung einer Übung sich auf das Leben überträgt. Schau aber, wie es für dich passt, denn es gilt immer, in kleinen Schritten anzufangen und sich nicht zu viel vorzunehmen. Hier ein paar Übungen zur Auswahl für dich:

  1. Den Atem verlängern – mit 4711

Bei fast allen Atemtechniken geht es darum, länger auszuatmen als einzuatmen. Durch längeres Ausatmen leeren wir die Lunge und schaffen Platz für frischen Sauerstoff. Durch längeres Ausatmen vertieft sich die Atmung automatisch, das Zwerchfell wird beteiligt, das parasympathische Nervensystem aktiviert.

Eine einfache Möglichkeit, die man jederzeit am Tag einsetzen und sich noch gut merken kann, ist die „4711“-Übung: 4 Sekunden einatmen, 7 Sekunden ausatmen, dies 11 Mal wiederholen. Probier es aus! Es geht schnell und beruhigt sofort.

 

  1. Wechselatmung (Anuloma-Villoma)

Diese Technik bringt das Zwerchfell in Bewegung, verlängert ebenfalls die Atmung und beruhigt den Geist. Hinzu kommt der Effekt, dass wir hierbei abwechselnd durch die verschiedenen Nasenlöcher ein- und ausatmen und dadurch wieder ein Gleichgewicht zwischen aktivierenden und beruhigenden Systemen herstellen. Zum Beispiel Wärme und Kühle, Sonne und Mond, sympathischen und parasympathischen System sowie linker und rechter Gehirnhälfte. Viele berichten, dass die Wechseltmung ihnen gegen Schlafstörungen oder bei Einschlafproblemen hilft.

Hier findest du eine leicht machbare Variante der Wechseltamung.: Die Anuloma-Ujay…

Wenn du gerne mehr Pranayama-Techniken kennenlernen möchtest, dann komm doch auf einen meiner Yoga-Kurse oder zu den Happiness Yoga Ferien!

 

  1. Lachen!

Wenn wir lachen, dann atmen wir automatisch lachend so lange aus, bis die Lunge fast vollständig entleert ist. Lachen ist eine der besten und schönsten Atemübungen, die wir praktizieren können! Lache 3-5 Minuten täglich und du sorgst automatisch dafür, dass mehr Sauerstoff in deinen Körper kommt. Doch wie kannst du einfach so ins Lachen kommen? Hier nur einige wenige Möglichkeiten:

Mit der geführten Meditation „Inneres Lachen“ kannst du 3-minütiges Lachen mit bewusster Atmung kombinieren.

Der Online-Kurs „Lachyoga Basics“ vermittelt die Grundlagen und Wirkungen des Lachyoga und jede Menge Übungen dazu

Hier findest d weitere Lachyoga-Angebote und -Seminare, sowohl online als auch offline.

 

  1. Bienensummen / Humming-Atmung

Diese Technik ist besonders wirkungsvoll, um den Blutdruck zu senken, bei Stress in die Ruhe zu kommen und den eigenen Körper wieder wahrzunehmen. Hierfür solltest du einen Platz finden, an dem du ein paar Minuten lang ungestört bist und auch keinen anderen störst. Atme tief ein und töne beim ausatmen ein „Hammm!“ Atme so lange summend aus, wie es geht, dann atme wieder langsam und tief ein für das nächste Humming. Schließe dabei die Augen und spüre das Vibrieren im Körper. Dies lässt sich noch intensiver spüren, wenn du dabei auch beide Ohren verschließt. Wiederhole dies ca. 10 Mal. Du möchtest die Atemtechniken unter Anleitung kennenlernen? Im Online-Kurs „Lachyoga Basics“ gibt es eine ausführliche Lektion dazu.

  1. Visualisierung des Atems

Stell dir beim Einatmen vor, wie du Licht einatmest. Mit jedem Ausatmen stell dir vor, wie sich dieses Licht im Körper verteilt. Dabei kannst du nach und nach den Fokus auf alle Körperteile richten: Füße, Beine, Gesäß, Rücken, Bauch, Brust, Schultern, Arme, Hände, Hals- und Nackenbereich, Kopfhaut, Augenpartie und Kiefermuskulatur.

Auch hierfür würde ich dir jedoch empfehlen, eine angeleitete Meditation zu nutzen, am besten die Meditation „Licht-Atmung“, siehe hier…

Wie oft vergessen wir im stressigen Alltag das, was uns am meisten hilft! Es reichen 1-3 Minuten, kurz inne halten, den Atem wahrnehmen, länger und tiefer ein- und ausatmen. Gut, dass meine Yogaschülerin mich in dem Moment wieder daran erinnert hat, wie einfach es sein kann. Das Wunderwerkzeug Atem steht jedem zur Verfügung. Nutze es und sorge für mehr Energie und Wohlbefinden in deinem Leben.

 

Ich wünsche dir viel Spaß damit!

Namasté Angela

Beliebt oder geliebt

Willst du beliebt sein oder dich geliebt fühlen?

Ein Unterschied, der glücklich macht

Letzte Woche hatte mein Sohn seinen ersten Schultag – begleitet von einer rührseligen Einschulungsfeier, aber auch von den Sorgen und Ängsten der Mama. Da kommen schon mal alte Erinnerungen aus der eigenen Schulzeit hoch. Einige ganz nett, andere weniger schön. Denn wer kann schon von sich sagen, dass alles während der Schulzeit toll war? Wer hat nicht schon das ein oder andere „Trauma“ hinter sich, vielleicht sogar „Mobbing“ erlebt?

Den Begriff kannte ich zu meinen Schulzeiten damals noch nicht. Aber ich lernte schnell, wie es sich anfühlt, nicht zu den hippen Kreisen oder Cliquen zu gehören, sondern eher am Rande zu stehen, „Außenseiter“ zu sein. Irgendwie war ich da hinein gerutscht, ohne es anfangs direkt zu merken. Ich hatte damals eben einfach keine Lust, mich in diesem Wahnsinn ständig behaupten oder „profilieren“ zu müssen. Ich hab lieber ein Buch gelesen, statt auf den Spielplatz zu gehen oder mit anderen Mädels Schminktipps auszutauschen. Das führte aber auch dazu, dass ich in den Pausen keine Spielkameradinnen mehr hatte und im Sport oder auf Klassenfahrten nicht mehr wusste, mit wem ich zusammen sitzen oder die Übung machen sollte. Bis heute mag ich in Seminaren oder bei anderen Anlässen keine Sätze wie „so, nun findet euch mal zu zweit zusammen“.

Beliebt sein um jeden Preis?

Doch was war meine Konsequenz daraus? Ich habe mit der Zeit gelernt, mich zu verbiegen. Nie wieder wollte ich das erleben und habe von da an alles dafür getan, um „beliebt“ zu sein. Der Preis war hoch. Ich habe mich selbst dabei verloren. Ich habe das gemacht, von dem ich meinte, dass es gut ankommt, aber nicht mehr das, was wirklich mir entsprach. Ich habe meine eigene Meinung nicht mehr gesagt und aus lauter Unsicherheit keinem mehr widersprochen. Das hat eine lange Zeit lang auch ganz gut funktioniert. Ich eckte nicht mehr an, hatte keine Feinde mehr, war auf aalglatt getrimmt und angepasst, soweit es nur ging. Ich hatte wieder Freundinnen, wurde überall eingeladen und war überall dabei. Doch glücklich war ich damit nur kurzzeitig.

Es hat lange gedauert, bis ich das merkte. Es hat mich viel Mut, viele Seminare und viele Lernerfahrungen gekostet, zu mir zu stehen, in meine Kraft zu kommen und nicht mehr so viel auf die Meinung anderer zu geben. Ich musste akzeptieren, dass man auch Feinde haben kann – ja sogar sollte. Dass nicht alles harmonisch und glatt läuft, sondern dass Konflikte zu Beziehungen dazu gehören. Dass Menschen im Leben kommen und gehen, dass man sich reibt, lernt, sich weiterentwickelt. Wer will schon verletzt werden? Und doch ist Verletzlichkeit unsere wahre Stärke. Denn es erfordert Mut, die gewohnten Verbiegungs- und Verteidigungsmechanismen fallen zu lassen und die eigene Menschlichkeit offen zu zeigen.

Bedürftig nach Anerkennung – oder im Vertrauen?

Ich weiß heute: ich kann es nie allen recht machen. Aber ich kann in Liebe handeln. Ich sehe heute den Unterschied zwischen „beliebt sein“ und „sich geliebt fühlen“. Wer sich geliebt fühlt, hat ein tiefes Vertrauen darin, dass es eine universelle Liebe gibt, die alle einschließt. Wer sich geliebt fühlt, liebt vor allem erstmal sich selbst – von innen heraus und nicht abhängig davon, welche Erfolge man vorzuweisen hat oder wie viele Likes man in Facebook hat. Wer sich geliebt fühlt, hat möglicherweise Feinde. Nicht aufgrund von Unsicherheit oder unsozialem Verhalten, sondern weil er zu sich steht, in seiner Kraft ist, präsent ist. Damit kommt nicht jeder im Umfeld klar. Denn wer sich geliebt fühlt, hat den Mut, sich zu zeigen – mit allen Ecken und Kanten, allen Schwächen und Unzulänglichkeiten.

„Liebe leben“ geschieht aus der Fülle heraus, nicht aus der Bedürftigkeit nach Anerkennung. Es bedeutet, erst zu geben, ohne herumzufeilschen oder zu erwarten, dass etwas zurückkommt. Es bedeutet, anderen Menschen ihr Glück zu gönnen und sie dabei zu unterstützen.

Ein Mensch, der sich an der Liebe orientiert, hat keine Angst vor der Zukunft. Er fürchtet sich nicht vor irgendwelchen Konsequenzen oder Ergebnissen. Er lebt im Hier und Jetzt und macht sich keinen Kopf über den Kleinkram des Lebens.

Der Weg vom Ego zum erfüllten Selbst

Wirft man einen Blick in die Positive Psychologie, so entspricht der Weg vom „Ich“ (Ego) zum „Selbst“ dem Lauf des Lebens: Wir sind zunächst darauf geeicht, uns anzupassen – auf die Anforderungen der Gesellschaft und die Anforderungen unserer Existenz. Wir werden Experten darin, allem zu genügen, aber wir verlieren dabei allmählich unser Potenzial, unsere Kreativität, unsere Flexibilität. Wenn wir dies verhindern wollen, dann gilt es, immer wieder eigene Lernerfahrungen zu machen, daran zu wachsen. Dinge selbst zu tun, zu erfahren, zu erleben, statt vor dem Fernseher oder im Internet zu hängen.

Der Begriff „Selbst-Optimierung“ ist mittlerweile in aller Munde und wird oft leider falsch verstanden. Denn es geht hier nicht darum, „optimal angepasst für die Gesellschaft“ zu sein. Es geht darum, das eigene Potenzial so zu leben, dass man Erfüllung findet – und zwar in dem, was dem eigenen Selbst entspricht  – und nicht in dem, was die Gesellschaft einem vorgibt.

Du willst ankommen? Dann gehe los!

Glücksforscher Tobias Esch beschreibt dies auch als einen Prozess, der uns von „Angst vermeiden und Stress bekämpfen“ über „Wollen, Neugier, Vergnügen und Abenteuer“ hinführt zu einem Zustand des „Angekommen seins“. Hier geht es nicht mehr um Schein, sondern um Sein. Dabei entsteht Vertrauen, Zufriedenheit, Entspannung und Ruhe. Es wird wichtiger, anderen etwas weiterzugeben. In diesem Zustand  ist man im inneren Frieden mit sich selbst und mit sich im Reinen. Bei vielen älteren Menschen – sofern sie sich eine positive Lebenseinstellung bewahrt haben – kann man beobachten, dass sie gelassener sind und sich von negativen Dingen und Menschen nicht mehr mitreißen lassen.

Meiner Meinung nach müssen wir nicht auf das Alter warten, um in diese Grundeinstellung von Gelassenheit und Vertrauen zu kommen. Im Gegenteil – ich denke, wir können uns nicht früh genug auf diesen „Weg des Bewusstseins“ machen: weg von „um jeden Preis beliebt sein wollen“, hin zu „geliebt sein“, „sich selbst lieben“ und „Liebe leben“.

Die neuen Schulkinder stehen vielleicht damit ganz am Anfang. Sie wollen beliebt sein, anerkannt und gelobt werden. Doch das Beste, was wir tun können, ist es, ihnen schon jetzt zu vermitteln, dass sie geliebt sind – einfach so, nur für ihr Sein – unabhängig davon, was sie tun oder erreichen.

Ich wünsche dir, dass du Liebe leben kannst – zu dir selbst und zu anderen!

Namasté Angela

Der Unterschied zwischen „beliebt sein“ und „sich geliebt fühlen“

Wenn du beliebt bist, dann…
  • finden alle dich toll, aber kennen dich nicht wirklich
  • hast du viele Freunde, on- und offline
  • musst du nie allein sein
  • wirst du überall eingeladen, weil du cool und hip bist
  • Bist du damit beschäftigt, den äußeren Schein zu wahren, damit keiner deine Schwächen erkennt
  • Orientierst du dich an den Zielen, die andere als erstrebenswert ansehen
  • Bist du äußerlich stark, aber innerlich unsicher
  • Machst du dein Selbstwertgefühl abhängig von der Bestätigung durch andere
  • Weißt du nicht, wem du wirklich trauen kannst
  • Lebst du im Mangel
  • Hast du ständig Angst, etwas falsch zu machen und diesen Status zu verlieren

 

Wenn du geliebt bist, dann…
  • Weißt du um dein inneres vollkommenes Potenzial
  • Hast du Feinde oder „Widersacher“, lässt dich aber davon nicht beeindrucken
  • Ruhst du in dir selbst und gönnst dir den Rückzug, den du brauchst
  • Bist du nicht „cool“, „hip“ oder „perfekt schön“, aber strahlst von innen heraus
  • Hast du keine Angst, dich so zu zeigen, wie du bist, weil du zu deinen Schwächen stehst
  • Kennst du deine Mission im Leben und gehst dafür
  • Bist du innerlich stark und strahlst dies nach außen aus
  • Liebst du dich selbst, unabhängig von der Bestätigung durch andere
  • Hast du ein Grundvertrauen darin, dass es eine universelle Liebe gibt, die uns alle einschließt
  • Lebst du in der Fülle
  • Weißt du, dass du keine Fehler machen kannst – sondern nur Lernerfahrungen

 

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Veränderung: Die einzige Konstante im Leben

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Veränderung war immer Teil meines Lebens. Ich bin mindestens 20 Mal umgezogen, habe an 12 verschiedenen Orten gelebt, davon vier im Ausland, und in mindestens 10 verschiedenen Jobs gearbeitet. Auch meine „Lebensabschnittsgefährten“ haben öfters gewechselt. Das habe ich mir nicht ausgesucht. Ich mag zwar Freiheit und Abenteuer, aber oft habe ich mich nach mehr Beständigkeit und Sicherheit gesehnt.

Nicht festklammern, sondern loslassen – nur wie?

Doch immer wenn ich das Gefühl hatte, jetzt kann ich mich mal zurücklehnen, hat das Leben mich wieder aus meiner Komfortzone heraus geschubst – manchmal auch ziemlich hart, anhand von Jobverlust oder ungewollten Trennungen. Je mehr ich mich an etwas festgeklammert habe, umso schneller ist es zwischen meinen Händen in Scherben zerfallen. Mein Nicht-Loslassen-Wollen hat mich dazu gezwungen, loszulassen.

Weißt du, wie in Indien die Affen gefangen werden? Die Jäger legen eine Banane in eine Kokosnuss, deren Öffnung gerade so groß ist, dass die Pfote hindurch passt. Der Affe umfasst seine Beute, macht die Pfote zur Faust und kommt nicht mehr heraus, weil er krampfhaft daran festhält. Der Jäger hat dann ein leichtes Spiel.

Genauso habe ich damals versucht, alles festzuhalten – den Job, den Partner, die Sicherheit – in der Hoffnung auf mehr Beständigkeit in meinem Leben. Doch vergeblich. Bis ich von einem Trainer einen entscheidenden Satz hörte, der mein Leben veränderte:

„Veränderung ist die einzige Konstante im Leben“

Mir wurde klar: Es geht darum, die Veränderung anzunehmen. Die Wellen des Lebens gehören dazu, und wir können uns nicht dagegen wehren. Es kann sogar Spaß machen, darauf zu reiten. Wenn wir lernen, Veränderungen als Teil des Lebens anzunehmen, gehen wir darin nicht mehr unter. Wie bei einem Surfer: Er paddelt in das Meer, nutzt die Kraft der Wellen und hat jede Menge Spaß dabei. Wenn es ihn umhaut, stellt er sich wieder drauf und surft weiter.

Als ich mit diesem Bild meine Sichtweise änderte, passierte etwas Erstaunliches: mein Leben wurde beständiger. Die Abstände zwischen Job-, Stadt-, und Partnerwechsel wurden größer. Und irgendwann hatte ich das Gefühl, angekommen zu sein. Wenn Veränderung ansteht, dann geht es sanft und ohne Drama. Schließlich bin ich mittlerweile darin geübt, immer wieder meine Komfortzone zu erweitern.

Viele von den Menschen, die ich früher beneidet habe – weil sie die „sichere Variante“ des Lebens gewählt haben, mit Hochzeit, Hausbau, festem Job – sind mittlerweile getrennt oder haben aufgrund von Umstrukturierungen mindestens einmal ihren Job verloren. Andere wiederum sagen mir, dass sie nichts lieber tun würden, als aus ihrem Hamsterrad auszusteigen. Veränderung geht an keinem vorbei. Doch wie viel oder wenig davon ist gut?

Macht Veränderung glücklich?

Veränderungsbereitschaft ist Typsache. Manche sind schnell überfordert. Sie brauchen die äußere Sicherheit. Auf der anderen Seite sprechen Psychologen von den „Sensation Seekers“, die immer wieder den Kick brauchen, um nicht in Langeweile unterzugehen. Sie werden dann zu Freeclimbern, Base Jumpern oder Höhlentauchern. Aber auch diejenigen, die Beziehungen oder Jobs beenden, sobald sich Routine einstellt oder ihnen etwas nicht passt, zählen als „Sensation Seekers“.

Dann gibt es die Menschen, die jahrelang ein scheinbar „normales“, geradliniges Leben geführt haben. Bis die Sinnkrise oder ein Schicksalsschlag sie dazu bringt, den Sprung aus der Sicherheit zu wagen und sich komplett neu zu orientieren. Sie verfolgen mutig ihren Lebenstraum: Der Bänker, der zum Yogalehrer wird, die Ärztin, die nach Nepal auswandert, um in einem Entwicklungshilfeprojekt zu arbeiten oder der Anwalt, der auf LKW-Fahrer umsattelt. Befragt man diese Menschen, so ist das Fazit bei den meisten: Sie haben zwar weniger Status und Geld als vorher, sind aber glücklicher. Doch ob ein solcher Schritt realisierbar scheint, hängt auch von der Lebensphase ab.

Wann macht Veränderung Sinn?

Forscher des Max-Planck-Instituts haben festgestellt, dass Menschen bis 30 eher bereit sind für Veränderung. Es hängt noch nicht so viel dran, wie Kinder, eigenes Haus oder Karriere. Danach ist vielen das Risiko zu hoch. Erst ab Mitte 60 steigt wieder die Veränderungsbereitschaft. Man tritt in eine neue Lebensphase ein, die Kinder sind aus dem Haus, es geht wieder leichter.

Grundsätzlich ist das Bedürfnis nach Sicherheit tief in uns verankert. Unser Gehirn ist darauf programmiert, effizient zu arbeiten und möglichst viele Prozesse automatisch ablaufen zu lassen. Selbst im Ruhezustand verbrauchen unsere 80 Milliarden Nervenzellen im Gehirn viel Energie. Routinierte Abläufe reduzieren den Stress und verschaffen uns ein ruhiges Gefühl. Was dazu führt, dass wir oft lieber den Status Quo beibehalten als etwas zu ändern, auch wenn dieser nicht mehr angenehm ist.

Neue Erlebnisse? Glückstraining für’s Gehirn!

Trotzdem lohnt sich der Schritt aus der Komfortzone: In einer Studie wurden Menschen befragt, die mit großen Veränderungen im Leben rangen. Sechs Monate nach der Entscheidung waren diejenigen glücklicher, die sich für die große Veränderung entschieden hatten. Aber es geht auch im Kleinen. Alles, was das Gehirn aus der Routine herausreißt, mag sich zunächst ungewohnt anfühlen. Laut Forschung aktivieren jedoch gerade neue, positive Erfahrungen das Gehirn und überfluten das Belohnungszentrum mit Glückshormonen.

Schon kleine Erlebnisse reichen dafür aus. Probiere es mal aus: ein neues Musikstück hören, mal irgendwo hingehen, wo du sonst nie landen würdest: Nähkurs, Doppelkopfabend, Salsa-Tanzkurs oder Infoabend zum Thema Renaissance. Vielleicht mal wahllos in einen Zug oder eine S-Bahn steigen, irgendwo aussteigen, wo du noch nie warst und dort in die Eckkneipe gehen. In ein Land reisen, wo du noch nie warst.

Wenn also ein kompletter „Reset“ im Leben nicht ansteht, dann kannst du auch im Kleinen dafür sorgen, dass das Gehirn aktiv bleibt und dich mit Glücksgefühlen versorgt. Das ist wie eine Art „Training“: Wenn du innerlich flexibel bist und eine positive Grundeinstellung hast, dann bist du gut aufgestellt, wenn mal eine „große“ Veränderung im Leben ansteht. Egal, ob diese durch äußere Umstände erzwungen wird, oder du dich selbst dafür entscheidest.

Happiness Gedanken

  • Wir können nichts halten, indem wir uns daran festklammern
  • Sobald wir die Veränderung als Teil des Lebens akzeptieren, geht alles leichter
  • Wir können unser Gehirn auf Veränderung programmieren, indem wir im Alltag neue Erfahrungen suchen
  • Wenn wir im Kleinen neue Erfahrungen erleben, sind wir für große Veränderungen besser gewappnet.
  • Die Surfer machen es vor: auf den Wellen reiten, genießen, und wenn es uns umhaut, einfach wieder aufstehen

Happiness Tipp

Suche dir eine ungewöhnliche Aktivität, etwas, was du noch nie oder selten gemacht hast. Tue dies in einem Bewusstsein von kindlicher Neugier, Freude und Offenheit. Fühle hinein, wie es dir dabei geht und hab Spaß daran!

Coaching-Programm: Der Glücks-Charakter-Booster

Trainiere die Eigenschaften, die dich glücklich machen!

Zitate

»Wenn der Wind der Veränderung weht, bauen die einen Mauern und die anderen Windmühlen.« Chinesisches Sprichwort

»Es sind nicht die äußeren Umstände, die das Leben verändern, sondern die inneren Veränderungen, die sich im Leben äußern.«, Wilma Thomalla, Deutsche Publizistin

»Nichts in der Geschichte des Lebens ist beständiger als der Wandel.« Charles Darwin, Englischer Naturforscher

Buchtipp

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