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Vergleichen macht unglücklich – fünf Tipps, wie du dein Ding machen kannst

Geht dir das auch so? Gestern noch in Flipflops im Freibad umherspaziert, und jetzt soll man plötzlich den Adventskranz fertig, Geschenke organisiert und Plätzchen gebacken haben. Weihnachten überfällt mich jedes Jahr einfach völlig aus dem Nichts. Ich glaube, ich habe da so eine Art „Weihnachtsblindheit“ entwickelt: Der Termin rückt näher, das sehe ich im Kalender und in den Schaufenstern. Aber ich ignoriere sowas einfach. Bis es mich eben dann doch überfällt – meist kurz vor dem 1. Advent, wenn ich merke, dass wir noch ohne Adventskranz dastehen.

Also beschließe ich am 1. Advent, dem Anlass mal gerecht zu werden und hole – zwischen aufräumen, Essen machen und Hausaufgaben kontrollieren –die Kinderbibel aus dem Regal. Vielleicht bringt das meinen Sohn und mich ja etwas in weihnachtliche Stimmung. Wir landen aber nicht bei der Weihnachtsgeschichte, sondern bei der Geschichte der Arbeiter vom Weinberg.

Doppelte Arbeit – halber Lohn?

Ich stelle mal wieder wieder fest, wie viel aus der Bibel direkt auf heute übertragbar ist. Bei dieser Geschichte geht es um einen Weinbauern, der sich Arbeiter für die Rebenernte organisiert. Erst holt er sich morgens ein paar Tagelöhner und später nochmal mittags, weil er mehr Unterstützung braucht. Abends erhalten alle – wie vorher versprochen – ihren Lohn, nämlich ein Silberstück. Woraufhin sich diejenigen, die schon morgens angefangen haben zu arbeiten, beschweren – schließlich haben sie ja länger gearbeitet. Doch der Weinbauer lässt sich nicht beirren. Er habe ein Silberstück zugesagt und somit sein Wort gehalten. Unabhängig davon, was die anderen bekommen, sollten die Arbeiter doch mit ihrem Lohn zufrieden sein.

Die Tendenz, sich die eigene Zufriedenheit durch Vergleiche madig zu machen, haben wir auch heute noch. Am Anfang freuen wir uns vielleicht über etwas –bis jemand anders es nochmal besser hat oder kann. Das neue Auto? Schick! Aber nur solange, bis der Nachbar sich eine Klasse höher anschafft. Die Beförderung? Stolz erfüllt uns! Aber in dem Moment, in dem die vermeintlich unfähige Kollegin plötzlich einen neuen und besseren Job findet, ist die Freude dahin.

Lieber der Beste unter den Schlechten als der Schlechte unter den Besten

Kein Wunder: Wettbewerb und Vergleich werden uns spätestens ab dem Grundschulalter eingetrichtert. Wenn mein Sohn nachmittags aus der Schule kommt, kann er mir genau sagen, welcher seiner Kumpels im Übungsheft am weitesten ist (neben ihm selbst natürlich), und wer noch völlig hinterher hängt. Und bei Schulnoten ist in der Regel nicht die absolute Leistung die Grundlage, sondern es wird ein Schnitt aus den Gesamtergebnissen der Klasse gezogen. Das ständige Vergleichen geht weiter bei Sportwettbewerben, Fußballturnieren, im Job und bei der Partnersuche. Überall müssen wir mithalten – und wollen selbst nicht zu kurz kommen.

In einer Studie hat man herausgefunden, dass Menschen sogar mit einem niedrigeren Gehalt zufrieden sind, solange ihre Kollegen noch weniger verdienen als sie. Wenn sie selbst mehr bekommen, aber andere Kollegen noch mehr als sie, dann sind sie unzufriedener. Menschen bevorzugen es also, weniger zu verdienen, solange es im Vergleich zu ihren Kollegen mehr ist. Der Philosoph Montesquieu beschrieb es so: „Man will nicht nur glücklich sein, sondern glücklicher als die anderen. Und das ist deshalb so schwer, weil wir die anderen für glücklicher halten, als sie sind.“

Warum vergleichen wir überhaupt?

Unser Drang zum ständigen Vergleichen kommt nicht von ungefähr. Kinder machen ihre ersten wichtigen Lernerfahrungen, indem sie ihr Verhalten mit den Erwachsenen vergleichen und imitieren. Die Spiegelneuronen im Gehirn sorgen dafür, dass wir auch im Erwachsenenalter noch auf andere schauen, sie oft unbewusst imitieren und somit auch vergleichen.

Natürlich kann es uns anspornen und motivieren, wenn wir uns mit anderen messen. Aber wenn wir ständig nach rechts und nach links schauen, uns ungerecht behandelt oder benachteiligt fühlen, dann verzetteln wir uns oder enden gar in Komplexen und Depressionen. Auch Sportler haben schon Wettkämpfe deshalb knapp verloren, weil sie eine Millisekunde lang zur Konkurrenz geschaut haben.

Glücklich sind immer die anderen – dank Social Media

Doch wer schafft es schon, sich in einer Welt von Show und Selbstdarstellung dem ständigen Vergleichen zu entziehen? Wenn zahlreiche aufgehübschte und perfekt erscheinende Influencerinnen in Insta posieren und selbst sprachgestörte Nerds es offenbar geschafft haben, sich dank „Affiliate Marketing“ oder anderen Techniken zum Online-Millionär zu machen –  was bleibt da noch an Ausreden? Mit welcher Begründung können wir noch auf der Couch sitzen und einfach mal jammern? Wie können wir den Bauchspeck noch rechtfertigen, wenn eine vormals-150-Kilo-Frau es dank täglicher Disziplin es geschafft hat, nicht nur den perfekten Body zu bekommen, sondern nebenbei auch noch Youtube-Star zu werden? Wir sehen dabei nicht, dass das Bild, was wir in den Social Media von der Welt bekommen, völlig verzerrt ist.

In einer Studie der Stanford University in Kalifornien stellten Psychologen fest, dass ihre Probanden dazu neigten, generell zu überschätzen, wie viel Freude die Mitmenschen in deren Leben verspüren. Da sie im direkten Vergleich schlechter abschnitten, fühlten sie sich selbst niedergeschlagener, als man vermuten würde. Egal, wie sehr wir also danach streben, besser, schöner, glücklicher oder erfolgreicher zu werden – der Kampf bleibt aussichtslos. Denn es wird immer jemanden geben, der / die besser, schöner oder erfolgreicher ist als wir selbst.

Ich bin manchmal ganz erleichtert, wenn ich aus der digitalen Welt heraus und in die „normale Welt“ eintrete. Dann sehe ich dort ältere Damen mit schlechter Fönfrisur, Mütter mit blassem Gesicht und Ringen unter den Augen, Männer mit Glatze und Bierbauch, dicke Kinder, und ich denke mir: ja, das ist echtes Leben! Aber auch das ist natürlich ein Vergleich und kein Garant für die eigene Zufriedenheit.

Raus aus der Vergleichsfalle!

Letztlich ist doch nur eines entscheidend: dass wir uns selbst gerecht werden und nachsichtig mit uns selbst sind. Auch mal Fünfe gerade sein lassen und sagen können: „Einen Scheiß muss ich“. Dass wir uns selbst akzeptieren mit all unseren Schwächen, der fehlenden Disziplin, den Macken und der Unperfektheit. Dass wir herausfinden, wie wir unsere Ziele und Träume mit dem Unbewussten in Einklang bringen können. Welche von diesen Zielen wirklich uns selbst entsprechen – und nicht den Erwartungen anderer oder der Gesellschaft. Wenn wir dauerhaft mit dem Verstand etwas erzwingen, was unserem Inneren nicht entspricht, dann folgen Krankheit und Depression.

Wenn wir jedoch immer wieder auf unsere Intuition lauschen, unsere Herzenswünsche ergründen und uns dafür auf den Weg machen – Schritt für Schritt – dann bleiben wir authentisch. Wir sind zufriedener mit uns selbst, egal was andere gerade so machen. Das Paradoxe dabei: Je mehr wir mit uns selbst zufrieden sind, umso überzeugender kommen wir auch in der Außenwelt rüber. Doch das ist ja am Ende gar nicht mehr so wichtig.

 

5 Ideen, um dein Ding zu machen statt zu vergleichen

 

1. Werde dir deines eigenen Wertes bewusst

Du bist einzigartig. Du hast das vollkommene Potenzial und besondere Fähigkeiten. Schreibe dir 10 Punkte auf, die du an dir magst, gut kannst oder die etwas Besonderes an dir sind. Hänge sie an die Wand und lies sie dir jeden Tag durch. Oder nutze die Affirmationen aus der Glücksmeditation….

Hier geht’s zur Glücksmeditation…

2. Höre auf deine Intuition

Statt dir von anderen einreden zu lassen, was jetzt richtig oder cool ist und was nicht – komme regelmäßig in die Stille, meditiere, werde ruhig, atme und mach den Kopf frei für das, was deine Seele dir mitteilen möchte. Die geführte Seelenmeditation unterstützt dich dabei.

Zur Seelenmeditation…

3. Werde dir deiner eigenen Ziele und Träume bewusst

Konzentriere dich auf das, was DICH glücklich macht und verwirkliche dies mit Geduld und Herzblut. Im Online-Kurs „Aktiviere dein inneres Glück“ hast du die Möglichkeit, Schritt für Schritt deinen Träumen und Visionen auf die Spur zu kommen und dein eigenes Ding zu machen.

Zum Online-Kurs…

4. Reduziere deine Social Media-Aktivitäten

Musst du wirklich jeden Tag wissen, wer wieder auf einem tollen Konzert war, an einem sensationellen Urlaubsort oder im schönsten Restaurant der Stadt? Sei es jedem gegönnt! Aber lass dich dadurch nicht entmutigen, wenn du einfach gerade grauen Alltag erlebst und nichts Sensationelles zu berichten hast. Freue dich über die kleinen Selbstverständlichkeiten des Lebens und sammle Glücksmomente! Wenn du dich hierzu austauschen möchtest, dann mach mit bei der Glücksmomente-Challenge… hier geht es nicht um Protzerei, sondern um den Austausch von den kleinen, wahren Glücksmomenten des Alltags.

Zur Glücksmomente-Challenge…

5. Wenn du schon vergleichst, dann sieh das Gesamtpaket

Vergleichem macht auch deshalb unglücklich, weil wir meist nur einen Aspekt sehen. Wir sehen in dem Moment nicht, dass der Traumurlaub vielleicht hart verdient war und derjenige sich sonst jeden Morgen aus dem Bett quält für eine Arbeit, die keinen Spaß macht. Dass die Diet Queen schon seit Jahren auf Essenseinladungen oder Genuss völlig verzichtet. Es hilft also immer wieder die Frage: Willst du wirklich tauschen?

Siehe dazu auch den Blogartikel „Wer bin ich – wer sind die anderen?“…

Ich wünsche dir viel Glück und Erfüllung bei allem!

Namasté, Angela

 

Buchtipps:

„Glück kommt selten allein“ von Hirschhausen

„Einen Scheiß muss ich“ von Tommy Jaud

„Am Arsch vorbei geht auch ein Weg“ von Alexandra Reinwarth

 

Zitate

„Das Vergleichen ist das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit.“ Søren Kierkegaard

„Man will nicht nur glücklich sein, sondern glücklicher als die anderen. Und das ist deshalb so schwer, weil wir die anderen für glücklicher halten, als sie sind.“ Montesquieu

Humor – der rote Faden, der das Leben leichter macht

Humor – nicht immer passend

„Steht am Wochenende etwas an?“ fragt mich mein Partner – weil er sich mit Kumpels verabreden und dabei netterweise Rücksicht auf die Familien-Wochend-Planung nehmen will. „Nö“, sage ich, „höchstens wir in der Schlange beim Einkaufen“. Das findet er nicht lustig. Gut, nach einem langen Arbeitstag ist man vielleicht für solche Späßchen nicht mehr zu haben. Humorversuch missglückt – ich nehm’s mal mit Humor. Denn ich habe mir neulich vorgenommen, bewusst mit noch mehr Humor durch den Alltag zu gehen.

Oft funktioniert es auch. Mit meinem 6-jährigen Sohn zum Beispiel. Auf Zypern waren wir mit einem öffentlichen Bus unterwegs, um zu verschiedenen Ausgrabungsstätten zu fahren. Der Busfahrer entpuppte sich als Choleriker vom Feinsten. Erst machte er eine arme Nonne runter, weil sie nicht die passenden Münzen dabei hatte. Dann wies er barsch einen älteren Herrn zurück, der seinen Koffer mit zum Platz nehmen wollte, statt ihn – wie es sich gehört – nach unten in den Gepäckraum zu verfrachten. Das Ganze gipfelte darin, dass er ein junges Pärchen laut anschrie und mitten auf der Straße rauswarf, weil sie es gewagt hatten, vor dem Anhalten des Busses aufzustehen.

Mein Sohn wirkte etwas eingeschüchtert, und ich fragte mich, ob ich ihm die Weiterfahrt mit diesem überhitzten Choleriker überhaupt noch zumuten konnte. Dann sagte ich einfach zu ihm: „Weißt du: Diese Busstrecke ist weltberühmt dafür, dass sie den unfreundlichsten Busfahrer von ganz Zypern hat. Jetzt haben wir das auch mal erlebt.“ Als uns dann auf der Rückfahrt wieder der gleiche cholerische Busfahrer mit finsterer Mine erwartete, grinsten mein Sohn und ich uns nur vielsagend an. Diese Geschichte haben wir danach immer wieder gerne erzählt und jedes Mal darüber gelacht. Humoreinsatz gelungen.

Humor schreibt Geschichten

Mit Humor verbinde ich auch bestimmte Situationen im Leben, über die ich immer wieder gerne lache, selbst Wochen oder Jahre später. So habe ich zu meinen Agenturzeiten mal einen wichtigen und sehr sensiblen Kunden, der mit Nachnamen „Herrmann“ hieß, mit „Sehr geehrter Herrmann“ angeschrieben und es leider erst gemerkt, als die Mail schon raus war. Noch heute lache ich darüber. Genauso über das Gespräch mit drei Mitarbeiterinnen in einem Unternehmen, das kürzlich statt fand. Dort hatte ich vorher in einem Workshop über die Miesmacher und Pessimisten dieser Welt gesprochen. Die eine sagte hinterher zu mir: „Ich bin mit einem Pessimisten verheiratet, obwohl ich Optimistin bin – anscheinend ziehen sich Gegensätze an.“, die nächste bestätigte das Gleiche. Die Dritte sagte daraufhin: „Ich bin Single – ich suche noch einen Pessimisten.“

Fettnäpfchen und Missgeschicke? Mit Humor geht’s leichter

Das Leben wird leichter mit Humor. Humor ermöglicht einen Perspektivenwechsel, er macht alles etwas erträglicher, Schlimmes ist nicht mehr so schlimm. Humor hilft uns, über die Missgeschicke des Lebens zu lachen, vor allem auch über die eigenen Missgeschicke. Das, worüber wir uns aufregen könnten, wird plötzlich lustig, und wenn wir es richtig verpacken, wird sogar eine gute Story daraus. Nicht ohne Grund sind Comedys und Kabarett so beliebt – vor allem die, in denen Menschen sich ständig selbst zum Affen machen. Situationen, in denen anderen genau das passiert, vor dem wir Angst haben. Angst, bestimmten Ansprüchen nicht zu genügen, Angst, dass andere uns schief anschauen, wenn wir etwas Dummes sagen oder tun. Die Tatsache, dass sowas auch anderen passieren kann – und wenn es nur im Film ist – lässt uns menschlicher fühlen. Sich blamieren im Edelrestaurant, im Kostüm zu einer Party kommen, die gar keine Kostümparty ist, den Schlussstrich des Freundes für einen Heiratsantrag halten. Manchmal bitter, das Ganze – und trotzdem macht es Spaß, über die Blamagen anderer zu lachen.

Ich liebe es ja zum Beispiel, wenn im Kabarett über die Helikopter-Mamas gescherzt wird. Wenn ich im richtigen Leben eine treffe, fühle ich mich immer so unzulänglich. Weil mein Sohn halt noch nicht chinesisch lernt oder Klavier spielt, und weil er zum Fußballtraining eher überredet werden muss, statt jetzt schon ehrgeizig und diszipliniert seine künftige Profi-Karriere vorzubereiten oder gar für den Auftritt als Star-Pianist zu üben. Andererseits erkenne ich mich auch selbst wieder in der Heli-Mama-Satire. Schließlich helfe auch ich dem Kind immer noch beim Anziehen, bin ständig als Chauffeurin im Einsatz und stelle bei Kälte sofort sicher, dass er auch ja drei Schichten Kleidung an und noch ne Winterjacke drüber hat.

Ist Humor das Gleiche wie Lachen?

Humor ist super! Doch kann man das lernen? Oder wenigstens üben? Als „Lachexpertin“ stelle ich immer wieder fest, dass Humor und Lachen gerne in einen Topf geworfen werden. Doch meiner Meinung nach ist Lachen eher eine Folge von Humor, quasi ein Symptom oder eine Begleiterscheinung. Denn Lachen kann auch anders ausgelöst werden, wie wir aus dem Lachyoga wissen – nämlich durch Hochziehen der Mundwinkel, gefolgt von einem stoßweise absichtlich abgegebenen „Hahahahaha“. Zum wirklich herzhaften Lachen braucht es dann nicht mehr viel.

Humor hingegen ist erstmal kognitiv einzuordnen. Wir hören oder sehen etwas, das nicht zusammen passt, das Gehirn wird in die Irre geleitet, um dann das Lachen als befreienden Reflex auszulösen. Dabei gibt es verschiedene Arten von Humor.

Formen von Humor

Manche Menschen können sich über Situationskomik vor Lachen ausschütten. Mein Partner zum Beispiel schaut mit Freude all diese lustigen Videos, bei denen Menschen rückwärts vom Laufband fallen, beim Springen mit dem Mountain Bike im Bach landen oder mit einer Rüttelplatte in der Hand versuchen, ein Bier zu trinken. Ich finde das eher befremdlich. Wobei – das mit der Rüttelplatte ist zugegebenermaßen schon lustig (siehe hier…).

Ich stehe da schon eher auf Wortwitze. Sowas wie „der Scheck heiligt die Mittel“ oder „das Leben muss ja auch einen Gin machen“. Ja, auch über so flache Reißer wie „Wie nennt man das Lieblingsessen von Models? – Laufsteak“ oder über „Was macht ein Dieb im Zirkus? – Clown.“ kann ich mich wegschmeißen.

Auch Übertreibungen sind eine intelligente und humorvolle Art, auf provozierende Fragen gewitzt zu antworten, statt sich zu rechtfertigen. So fragt der Tourist den Bürgermeister des Kurortes: „Ist das Klima hier wirklich so gesund?“ – „Und ob! Um den Friedhof endlich einweihen zu können, waren wir gezwungen, unseren ältesten Einwohner zu vergiften.“

Humor lebt zudem von Widersprüchen und Paradoxien – also einer Aussage, die entweder so banal ist, dass sie schon wieder lustig ist, oder die man einfach nicht erwartet. Darunter fallen auch Aussagen wie „Maß halten sollte man nicht übertreiben“ oder „Reinkarnation? Nur über meine Leiche!“

Besonders pikant ist natürlich der schwarze Humor. Dazu passt die Aussage von Woody Allen „Ich habe keine Angst vor meinem eigenen Tod. Ich möchte einfach nicht da sein, wenn es passiert.“

Wie definiert man Humor?

Doch Humor ist nicht nur eine Ansammlung guter Witze. Humor ist eine Lebenseinstellung. Sigmund Freud definierte Humor als “ Seelische Grundhaltung, die in den Missständen des Lebens menschliche Unzulänglichkeiten erkennt und lachend verzeiht.“ Laut Wikipedia ist Humor „die Begabung eines Menschen, der Unzulänglichkeit der Welt und der Menschen, den alltäglichen Schwierigkeiten und Missgeschicken mit heiterer Gelassenheit zu begegnen.“ Gerne wird dazu auch die Aussage „Humor ist, wenn man trotzdem lacht“ von dem deutschen Schriftsteller Otto Julius Bierbaum zitiert.

Der Ursprung von Humor

Laut ursprünglicher Wortherkunft bedeutet Humor, lateinisch umor, Feuchtigkeit oder Flüssigkeit. In der griechischen Antike wurde Humor mit den vier Körpersäften assoziiert, die entscheidend sind für Leben und Gesundheit. Die seelische Gestimmtheit des Menschen war gemäß der von Galen entwickelten Temperamentenlehre von den im Körper wirksamen Säften abhängig, die das cholerische, melancholische, phlegmatische oder sanguinische Temperament hervorbringen. Wenn diese vier Körpersäfte ausgeglichen waren, war ein Mensch gesund. Neben dieser durchaus schlüssigen Theorie weiß man heute auch aus wissenschaftlicher Sicht, dass humorvolle Menschen viele Vorzüge und Vorteile haben.

Humor zeugt von Intelligenz

In einer Studie von Gil Greengross und Geoffrey Miller an der University of New Mexico, USA, wurden rund 400 Probanden auf ihre Intelligenz getestet, aber auch auf ihre Fähigkeit, Humor zu zeigen. Fazit: Während der Intelligenzquotient der durchschnittlichen Probanden zwischen 90 und 110 lag, kamen die besonders Humorvollen auf einen Wert von 126 bis 138 Punkten. Besonders schwarzer Humor sei Ausdruck von Intelligenz, so stellte auch Ulrike Willinger von der Uni Wien in einer weiteren Studie fest.

Humor macht attraktiv

Spannendes Ergebnis der ersten Studie war auch, dass humorvolle Menschen deutlich attraktiver auf das andere Geschlecht wirkten. Vor allem Frauen legten demnach sehr viel Wert auf humorvolle Männer. Eine weitere aktuelle Studie von Media Control Media Control unter 1.243 Online-Nutzern zeigte, dass die Eigenschaft „Humor“ für 53 Prozent der Männer ein wichtiges Kriterium bei der Partnerwahl darstellte. Umgekehrt wünschten sich sogar 57 Prozent der Frauen einen humorvollen Partner.

Humor bleibt in Erinnerung

Weitere Wissenschaftler (Kaplan und Pascoe sowie Forscher der Universität Michigan) fanden heraus, dass Personen sich eher an eine Rede erinnerten, wenn diese humorvolle Elemente enthielt. Auch erinnert man sich generell eher an humorvolle Menschen, und diese werden öfters weiterempfohlen.

Humor macht erfolgreich

Die Psychologin Alice Isen (New York) fand heraus, dass humorvolle Kollegen beliebter und populärer sind und häufig besser bewertet und befördert werden als ihre miesmuffeligen Kollegen. Was zur Folge hat, dass die humorvollen Kollegen erfolgreicher sind und am Ende mehr Einkommen erzielen.

Lässt sich Humor erlernen?

Während die Fähigkeit zum Lächeln und Lachen allen Menschen angeboren ist, ist das beim Sinn für Humor nur teilweise der Fall. Willibald Ruch, Professor für Persönlichkeitspsychologie an der Uni Zürich, fand anhand von Zwillingsstudien heraus, dass es nicht genetisch bedingt ist, ob jemand etwas komisch findet oder nicht.

In einer Studie führte er Humortrainings mit verschiedenen Testgruppen durch, bei denen er den Sinn von Humor der Probanden anhand von Fragebögen und Aufgaben erfasste. Er verglich den Verlauf mit einer Kontrollgruppe, die kein Humortraining erhielt. Fazit: Bei den Personen, die das Humortraining absolviert hatten, stieg der Sinn für Humor auf einer Humor-Skala an. Ihre schlechte Laune im Alltag wurde seltener, ihre Heiterkeit nahm zu und die Lebenszufriedenheit stieg an. Dies bestätigte auch Ruchs Erkenntnis, dass Humor eine der wichtigsten Charaktereigenschaften ist, die die Lebenszufriedenheit ausmachen.

Doch was können wir konkret tun, um mehr Humor in unser Leben zu bringen und zu einem humorvolleren Menschen zu werden?

So kannst du Humor trainieren – vier humorvolle Hex ;-)

1. Sei unperfekt!

Warum streben wir eigentlich immer danach, perfekt zu sein? Weiterentwicklung ja, aber aalglatt werden, um bloß nirgendwo anzuecken? Viktor Frankl, österreichischer Neurologe und Psychiater, drückte es so aus: „Wären alle Menschen vollkommen, dann wären alle einander gleich… und ersetzlich. Gerade aus der Unvollkommenheit des Menschen folgt aber die Unentbehrlichkeit und Unaustauschbarkeit jedes Einzelnen, denn der Einzelne ist zwar unvollkommen, aber jeder ist es in seiner Art.“

Also, sei fehlbar, ecke mal an und springe mal ruhig in ein paar Fettnäpfchen hinein. „Blamiere dich täglich“ ist ein Motto, das uns hilft, vieles mal weniger ernst zu nehmen. Dazu gehört es auch, sich nicht ständig zu rechtfertigen, sondern es mit Humor zu nehmen.

2. Lache so viel wie möglich!

„Nichts ist fürs Leben wichtiger als das Lachen. Lachen bedeutet Stärke, Selbstvergessenheit und Leichtigkeit.“ So brachte es Frida Kahlo auf den Punkt, die in ihrem Leben sicherlich nicht immer Grund zum Lachen hatte. Aber genau darum geht es: auch dann zu lachen, wenn das Leben nicht zum Lachen ist. Durch regelmäßiges Lachen trainieren wir unsere Humorfähigkeit und lernen immer mehr, gelassener und optimistischer durch Krisen zu gehen. Davon abgesehen ist Lachen gesund, stärkt die Fitness und beugt Krankheiten vor. Wenn du wieder mehr Lachen in dein Leben holen möchtest, dann probiere es mal mit Lachyoga.

3. Schalte jeden Morgen den Humorknopf an

Triff morgens bewusst die Enscheidung: „Heute werde ich so oft wie möglich humorvoll reagieren“. Dann halte immer mal wieder inne – gerade in Situationen, in denen du dich sonst ärgern würdest – und frage dich selbst: wie kann ich heute anders reagieren? Mit Humor, mit Wortwitz, mit Ironie? Überlege dir, wie daraus jetzt eine lustige Geschichte werden könnte. Das nimmt Missgeschicken und unangenehmen Situationen sofort ihre Schwere und bringt dich in die spielerische Leichtigkeit.

4. Kultiviere kindliche Verspieltheit

Erlaube dir, albern zu sein, Quatsch zu machen, andere zu überraschen, mal nicht die Vernunft zu bewahren. All die Kreativität und Spontaneität, die Kinder noch haben, wurde uns mit der Zeit abgewöhnt – in der Schule, später im Arbeitsleben. Wenn wir auch nur ein Stück davon zurück erobern, dann fördert das nicht nur unsere Kreativität, sondern auch unsere Unbefangenheit und unser Gute-Laune-Potenzial.

Humor bringt uns zum Lachen, durch Lachen entwickeln wir Humor – was uns wiederum mehr Anlässe zum Lachen verschafft. Hier schließt sich der Kreis. Ich wünsche dir, dass du jeden Tag humorvoll und mit Lebensfreude in den Tag gehen kannst und so dein Leben mit Freude und Gelassenheit meistern kannst!

Namasté, Angela

 

P.S: Du möchtest mal wieder unter Menschen sein, mit denen du richtig viel lachen kannst? Einfach mal entspannen, jeden Tag Lachen und Humor leben, in schöner Umgebung? Dann komm mit auf die Happiness Yoga Ferien!

 

Zitate

„Humor zu umschreiben ist eine denkbar humorlose Angelegenheit, mehr noch – Humor ist offenbar genau das, was abhanden kommt, wenn er definiert werden soll.“  Johannes Gruntz- Stoll

„Aller Humor fängt damit an, dass man die eigene Person nicht mehr ernst nimmt.“ Herrmann Hesse

„Deutscher Humor ist, wenn man trotzdem nicht lacht.“ Sigismund von Radecki

„Sehen sie sich um. Die meisten Ehemänner sind der beste Beweis dafür, dass Frauen Humor haben.“ Donna Leon

„Humor ist, wenn man trotzdem lacht.“ Otto Julius Bierbaum

 

Buchtipps

Die Humorstrategie. Michael Titze und Inge Patsch

Lachen trotz und alledem. Von meiner wunderbaren Kollegin Silvia Rößler

Humor in Coaching, Beratung und Training. Von Cornelia Schinzilarz und Charlotte Friedl

Am Ende ist nicht Schluss mit lustig. Von meinem wunderbaren Kollegen Harald-Alexander Korp

Pessimisten überleben – Optimisten leben

Was Pessimismus uns bringt – und warum trotzdem Optimismus angebracht ist

Yoga-Angebot im Beach Hotel auf Zypern – das schaue ich mir doch gerne mal an, nachdem ich selbst eine Woche lang Yoga unterrichtet habe. Ich komme morgens um viertel vor acht in den Raum, und es läuft „So much Magnificence“ von Deva Premal – mein absolutes Lieblings-Mantra, besetzt mit vielen schönen Erinnerungen. Die nächste Teilnehmerin, die in den Raum kommt, sieht das offenbar nicht so: „Boh, ist das laut“ ist das einzige, was ihr dazu einfällt. Dies ist nur eines von vielen Beispielen dafür, wie unterschiedlich Menschen die Welt sehen. Bestimmte Ereignisse oder Situationen bringen die einen zur Entzückung, die anderen an den Rand der Verzweiflung. Irgendwie ist es ja auch legitim, die Musik zu laut, das Event zu voll oder die Kinder zu wild zu finden – und dies auch zu äußern. Man weiß schließlich nicht, welche Vorgeschichte ein Mensch hat oder welche schlechten Erfahrungen er irgendwo gemacht hat.

Aber es gibt eben auch diese typischen „Jammerer“, die an allem etwas auszusetzen haben. Das sind die Eltern in der Schule, die sich aufregen, wenn die Hausaufgaben unklar sind – statt ihr Kind einfach mal selbst zu fragen. Das sind die Büro-Kollegen, denen das Essen in der Kantine nicht passt, der Chef zu cholerisch oder die Kollegin zu neugierig ist. Dann gibt es die, denen das Wetter entweder zu heiß, zu kalt oder zu regnerisch ist – oder auch die „Zweck-Pessimisten“, die lieber erstmal mit dem Schlimmsten rechnen, damit es dann nur noch halb so schlimm ist. Aber wollen wir wirklich „halb so schlimm“ leben? Oder in Dankbarkeit, Fülle und Freude?

Pessimismus als Überlebenschance?

Generell scheinen wir einen Hang zum Negativen zu haben. Nicht ohne Grund werden wir in den Medien zugeballert mit schlechten Nachrichten. Autounfälle, Eifersuchtsdramen oder Erdbeben erregen nunmal mehr Aufmerksamkeit als der normale Alltag oder ein sicher angekommenes Flugzeug. Hier schließt sich der Kreislauf – denn diese Nachrichten führen wiederum dazu, dass wir immer mehr davon überzeugt sind, wie schlimm die Welt ist. Auch im Privaten neigen wir zum Pessimismus. Eine verletzende Bemerkung des Partners halten wir ihm wochenlang, ja monatelang vor, während ein Kompliment sehr schnell wieder verpufft. Einmal die U-Bahn verpasst am Morgen, und die Laune ist dahin für den Rest des Tages – wenn hingegen alles glatt läuft, nehmen wir es für selbstverständlich. Unsere Gesundheit wissen wir oft erst zu schätzen wenn wir mal krank sind.

All das hat einen guten Grund: ohne diese „negativity bias“ (=“Hang zum Negativen“) gäbe es uns vermutlich nicht mehr. Der Evolution sei Dank. Wir sind darauf geeicht, auf Bedrohungen und Unannehmlichkeiten schneller zu reagieren als auf angenehme Erfahrungen oder Erlebnisse. Wenn in früheren Zeiten der Säbelzahntiger unsere Spezies angriff, konnte auch nur eine Sekunde Zögern uns das Leben kosten. Kein Wunder also, dass unser Gehirn darauf geeicht ist, auf Bedrohungen und Gefahren schneller zu reagieren als auf die angenehmen Dinge des Lebens.

Abkürzung im Gehirn bei akutem Stress

Auch ohne ständige Bedrohung durch Säbelzahntiger und co. ist uns dieser „Stress-Reaktions-Mechanismus“ erhalten geblieben. Auch heute noch wird bei bedrohlichen Situationen sofort das gesamte Körpersystem in Alarmbereitschaft versetzt. Normalerweise nehmen wir eine Situation mit unseren Sinnen wahr. Diese Sinneseindrücke werden im Gehirn verarbeitet, bewertet, eingeordnet, und es werden entsprechende Gefühle oder Reaktionen ausgelöst.

Bei einer akuten Gefahr hingegen wird direkt die Amygdala eingeschaltet, die für die klassische Kampf- oder Fluchtreaktion zuständig ist. Sie lässt uns sofort reagieren, wenn ein Auto auf uns zurast, etwas von oben herunterfällt oder ein Hund uns angreift. Dieser Mechanismus hat uns also geholfen, als Spezies zu überleben – und das ist gut so. Aber es führt eben auch dazu, dass wir Glücksmomente übersehen oder die schönen Dinge des Lebens nicht zu schätzen wissen. Das lässt sich ändern – auch ohne unser „natürliches Alarmsystem“ auszuschalten.

Optimisten leben länger

So sehr Zweck-Pessimismus manchmal hilft, so sehr lohnt es sich, Optimist zu sein. Also daran zu glauben, dass gute Dinge passieren werden und dass man selbst etwas ändern oder bestimmte Ziele erreichen kann. Man weiß mittlerweile, dass Optimisten zufriedener leben, besser mit Schwierigkeiten umgehen können und es ihnen leichter fällt, gute Beziehungen zu führen. Eine neue, gerade erst beendete Langzeitstudie (Lewina Lee, Boston University School of Medicine, August 2019) hat gezeigt, dass Optimisten sogar länger leben als Pessimisten. Diejenigen, die sich als besonders optimistisch zeigten, hatten laut dieser Studie eine 50% größere Wahrscheinlichkeit, das Alter von 85 zu erreichen als diejenigen, die sehr pessimistisch waren.

Doch was macht es aus, ob jemand optimistisch oder pessimistisch ist? Sicherlich ist dies zum Teil genetisch bedingt. Aber Optimismus lässt sich auch erlernen und trainieren – zum Beispiel durch kognitive Therapie oder Meditation. Mein ganz persönlicher Tipp dazu: werde Zweck-Optimist! Denn wenn es Zweck-Pessimisten gibt, warum sollen wir dann nicht auch Zweck-Optimisten sein können?

Drei Eigenschaften, die Zweck-Optimisten auszeichnen

 

1. Sie tun so, als ob sie Optimisten sind

„Fake it until you make it“ ist nicht nur beim Lachyoga das Motto, sondern es gilt für verschiedenste Emotionen, die wir erleben. Schauspieler, die ständig tragische Rollen spielen, können darüber depressiv werden – selbst wenn es nur gespielt ist. Unser Gehirn ist drauf ausgerichtet, Emotionen, die wir oft empfinden, immer leichter zu empfinden. Das gilt für Freude wie auch für Wut oder Ärger. Das Schöne dabei: Wir sind nicht unser Gefühl, sondern wir können bewusst und absichtlich bestimmte Gefühle in uns erzeugen. Warum also nicht bewusst Freude erzeugen?

2. Sie haben den Fokus verändert

Die Welt ist schlecht. Und die Welt ist gut. Energie folgt der Aufmerksamkeit. Wir können viel Energie dafür verwenden, um uns über irgendetwas zu ärgern. Oder wir können uns auf die Dinge fokussieren, die uns Freude und Wohlbefinden bringen. Wir müssen nicht die Augen verschließen vor den Problemen dieser Welt. Aber wir können in unserem kleinen Umfeld die schönen Dinge erkennen und diese in Dankbarkeit annehmen.

3. Sie trainieren regelmäßig Optimismus

Wenn wir Muskelaufbau betreiben wollen, gehen wir regelmäßig ins Fitness-Studio. Genauso sollten wir Optimismus regelmäßig, am besten täglich trainieren, um nicht wieder in alte pessimistische Gewohnheiten zurück zu fallen.

So kannst du Optimismus trainieren…

…und falls du schon Optimist bist – dann sieh es einfach als Präventionsmaßnahme für schlechte Zeiten:

  • Humor und Lachen – lache viel, nimm dich selbst nicht immer allzu ernst, sei albern und bring dein inneres Kind wieder zum Ausdruck – Kinder lachen 400 Mal am Tag, Erwachsene 15 Mal und Tote gar nicht. Lachyoga hilft uns dabei, auch unabhängig von den äußeren Umständen viel zu lachen.
  • Körperhaltung und Bewegung – Bewegung ist eine natürliche Pille gegen Depressionen und schlechte Stimmung. Das wissen die meisten aus eigener Erfahrung, und es ist mittlerweile belegt durch verschiedene Studien. Auch durch bestimmte Körperhaltungen können wir unsere Gemütsverfassung positiv beeinflussen – zum Beispiel mal zwischendurch einatmend die Arme nach oben strecken, sich weit machen, präsent sein und dann mit einem erleichterten Seufzer wieder ausatmen. Übungen dazu findest du auf meinem youtube-Channel…
  • Innere Kommunikation – wie sprichst du mit dir selbst? Wie oft entfährt einem mal ein „Ich Idiot“, „bin ich blöd!“ oder „ich krieg’s einfach nicht hin“. Probiere es mal andersherum: Überlege dir eine passende Affirmation, zum Beispiel „ich bin klasse, großartig, wunderbar“, stelle dich jeden Morgen vor den Spiegel und sprich sie aus. Du kannst dafür auch die besondere „Glücks-Meditation“ nutzen, die du hier auf Soundcloud findest…

Ich wünsche dir viel Anlass zum Optimismus und viele glückliche Momente!

Namasté Angela

P.S: Du möchtest tiefer einsteigen und deine innere Einstellung Schritt für Schritt auf glücklich sein programmieren? Dann mach jetzt den Hapinness Check und  komm in das Online Coaching Programm „SMILE – für Resilienz und Lebensfreude“

Einmal mehr aufstehen als hinfallen – sieben Tipps für die Stärkung der Resilienz

Ich habe eine Freundin, da scheint es einfach im Leben zu flutschen. Sie macht Karriere, hat ihren Partner fürs Leben gefunden, mit dem sie tolle Kinder hat und lebt in einem Land, in dem immer die Sonne scheint. Eine andere Freundin von mir hat es immer irgendwie schwer. Viele ihrer Wünsche – zum Beispiel eine eigene Familie – haben sich nicht erfüllt, im Job hat sie Mobbing erlebt, in der Beziehung Stalking, bis hin zu einer lebensbedrohlichen Krankheit, mit der sie jahrelang zu kämpfen hatte. So manches Mal habe ich mich gefragt, ob ich nicht an ihrer Stelle schon verzweifelt aufgegeben hätte. Doch sie hat sich nicht beirren lassen und immer wieder die positiven Aspekte gesehen. Sie ist optimistisch geblieben, hat sich durchgebissen und durchgekämpft – und es hat sich gelohnt. Heute hat sie einen lieben Menschen an ihrer Seite, macht den Job den sie liebt, und es geht ihr besser als je zuvor. Auf dem Weg dahin hat ihr vor allem eins geholfen: Resilienz.

So gibt es einige Menschen, die bei einer kleinen Lebenskrise schon zusammen brechen, andere wiederum, die eine Krise nach der anderen wuppen und dabei noch optimistisch bleiben. Selbst traumatische Erlebnisse oder Erfahrungen aus der Kindheit scheinen die einen umzuhauen, die anderen nicht wirklich zu beeinträchtigen. Auch das ist Resilienz.

Widerstand kann hilfreich sein

In der Stressforschung ist der Begriff „Resilienz“ mittlerweile unverzichtbar. Er kommt von lateinisch „resilire“, was so viel wie „zurückspringen“ oder „abprallen“ bedeutet. Gemeint ist damit die „psychische Widerstandsfähigkeit“ eines Menschen. Dies basiert auch auf der Erkenntnis, dass es nicht das Ziel sein kann, dass im Leben immer alles stressfrei oder perfekt funktioniert. Auch geht es nicht darum, sich in Watte einzupacken, das Leben vor sich hindümpeln zu lassen oder Probleme zu vermeiden. Viel wichtiger ist es, auch bei schwierigen und negativen Ereignissen gute Laune zu behalten und sich nicht umhauen zu lassen. Wissenschaftler haben sich schon viel mit der Frage beschäftigt, was die „Resilienz“ von Menschen stärkt und wie sie gefördert werden kann.

Eine wichtige Erkenntnis dazu hatte die US-amerikanische Psychologin Emmy Werner. Sie führte eine Langzeitstudie mit Kindern aus schwierigen Verhältnissen auf Hawaii durch. Viele von ihnen waren schon früh mit Gewalt, Missbrauch, Drogen oder Kriminalität konfrontiert worden. Die meisten schafften es nicht, aus diesem Kreislauf heraus zu kommen. Aber ein Drittel dieser Kinder schaffte es doch. Der Unterschied: Sie hatten von Anfang an eine Bezugsperson, der sie sich anvertrauen konnten. Eine solche Bezugsperson scheint wichtig für die Entwicklung von Resilienz. Das muss nicht ein Elternteil sein, sondern es kann auch ein Lehrer, eine Tante oder ein Freund der Familie sein, der dem Kind Geborgenheit gibt, seine Fortschritte anerkennt und es unabhängig von Leistungen oder Erwartungen liebt und unterstützt.

Die sieben Säulen der Resilienz

Mittlerweile sind Psychologen ausführlich der Frage nachgegangen, welche Faktoren für eine gute Resilienz entscheidend sind und wie diese beeinflusst werden können. Folgende „Sieben Säulen der Resilienz“ haben sie dabei als besonders entscheidend benannt.

  1. Selbstwirksamkeit

Diejenigen, die daran glauben, dass sie selbst für ihr Glück verantwortlich sind und bewusst etwas dafür tun können, lassen sich auch nicht so leicht von den Krisen des Lebens unterkriegen und fühlen sich weniger hilflos den äußeren Umständen ausgesetzt.

  1. Positive Lebenseinstellung

Oft ist es gar nicht die Sache selbst, die uns umhaut, sondern unsere Denkweise darüber. Menschen, die auch in negativen Ereignissen einen Sinn sehen und ihren Optimismus nicht verlieren, leben zufriedener. Siehe auch den Blogartikel…PECH GEHABT? GLÜCK GEHABT! ES IST NICHT SO WIE ES AUSSIEHT…

  1. Soziale Kontakte

Tiefe, innige Beziehungen sind die wichtigste Voraussetzung, um auch in Krisen psychisch stabil zu bleiben und sich geborgen zu fühlen.

  1. Mit Veränderung umgehen können

Viele Menschen wollen krampfhaft das beibehalten, was gerade ist und verzweifeln daran, wenn sich die Dinge im Leben verändern. Wer jedoch flexibel auf Veränderungen reagiert und immer noch das Beste daraus machen kann, lebt freier und unbeschwerter.

  1. Ziele setzen

Menschen, die Ziele und Träume haben und diese Schritt für Schritt umsetzen, sehen auch negative Ereignisse nur als kleine Rückschläge auf ihrem Weg. Sie lassen sich nicht davon abbringen, ihre Ziele zu verfolgen und ihre Träume zu leben.

  1. Mut zum Risiko

Viele bereuen es eher, bestimmte Dinge nicht getan oder ausprobiert zu haben, als etwas getan zu haben, was gescheitert ist. Das bestätigen auch die Gespräche, die z.B. die Australierin Bronnie Ware als Palliativschwester mit Sterbenden geführt hat (siehe Buchtipp…). Wer nichts riskiert, kann vielleicht nicht scheitern – aber auch nichts Neues erschließen.

  1. Lösungsorientiertheit

Das Leben besteht aus Herausforderungen und „Problemen“, daran gibt es keinen Zweifel. Es läuft nicht immer alles glatt. Doch es gibt unterschiedliche Arten, mit Problemen umzugehen. Wer nach Lösungen sucht, statt Probleme zu wälzen, ist nicht nur im Job erfolgreicher, sondern auch im Leben zufriedener.

Ist Resilienz Glückssache?

Schon die frühe Kindheit kann darüber entscheiden, wie resilient jemand im Leben wird und wie gut er mit Schicksalsschlägen umgehen kann. Das heißt aber nicht, dass für Erwachsene alles zu spät ist. Denn egal, was früher war –  jeder kann auch im späteren Alter noch etwas für seine Resilienz tun. Alle Eigenschaften, die Resilienz ausmachen, können trainiert und weiterentwickelt werden. Hier findest du ein paar Strategien, die dir dabei helfen können.

 

Sieben Tipps für die Stärkung der Resilienz

 

  1. Übernimm Verantwortung

Entscheide dich bewusst dafür, dein Leben in die Hand zu nehmen und für das zu gehen, was dir selbst wirklich wichtig ist – nicht anderen. Mach dir bewusst: Du bist zu 100% verantwortlich für alles in deinem Leben!

  1. Nimm’s mit Humor

Viele Dinge nehmen wir sehr ernst und machen uns einen Riesenkopf darüber. Sobald wir lernen, über uns selbst und unsere kleinen Missgeschicke zu lachen, geht alles mit mehr Leichtigkeit. Humor hilft uns, optimistisch zu bleiben und die Perspektive zu wechseln. Um Humor zu trainieren, hilft Lachen. Und wenn kein Grund zum Lachen da ist, dann können wir immer noch ohne Grund lachen – mit Lachyoga!

  1. Pflege Freundschaften

Es geht nicht darum, Hunderte von Menschen oberflächlich zu kennen oder sich in den Social Media toll darzustellen. Viel wichtiger sind die wirklich wahren Freunde, die auch zu uns stehen, wenn es uns mal schlecht geht oder wir an etwas scheitern.

Sorge schon in guten Zeiten dafür, dass jemand für dich da ist, der dich auch in schlechten Zeiten auffängt. Gute innige Beziehungen und Freundschaften sind das wichtigste Elixier, um glücklich und zufrieden zu sein. Siehe auch den Blogartikel „Das Hamsterrad des Glücks – nur 10% sind entscheidend“…

  1. Sei offen für Veränderung

Wenn du nicht Spielball des Lebens sein möchtest, sondern dein Glück selbst gestalten willst, dann nimm rechtzeitig Veränderungen vor – bevor das Leben es tut. Nimm ab und zu eine „Standortbestimmung“ vor, schau dir die verschiedenen Lebensbereiche an und frage dich: was möchtest du verändern, was loslassen, was gilt es zu akzeptieren? Frei nach dem Motto „Love it, leave it or change it.“

  1. Setze dir Ziele und finde deine Vision

Formuliere für dich deine Vision, wie du – z.B. in 5 oder 7 Jahren – leben möchtest. Was machst du beruflich, welche Menschen umgeben dich, wie und wo lebst du? Erlaube dir, zu träumen und überlasse den Rest dem Universum. Setze dir gleichzeitig aber auch realistische Zwischenziele, z.B. indem du aufschreibst, was du in einem Jahr umgesetzt haben möchtest. Denn nur wenn du weißt, wie du leben willst, kannst du dir auch dein Leben so gestalten, wie du es dir wünschst.

  1. Suche das Risiko

Es muss nicht gleich der Bungee Jump oder die Alpenüberquerung sein – manchmal ist es auch schon eine gute Übung, mal anders zu reagieren, mal „nein“ zu sagen oder dich absichtlich zu blamieren. Wenn wir im Kleinen das Risiko trainieren, können wir auch die „großen Risiken“ besser bewältigen.

  1. Finde Lösungen, statt Probleme zu wälzen

Wenn mal etwas nicht so läuft, dann gibt es verschiedene Möglichkeiten, damit umzugehen: ständig nachsinnen, was passiert ist und was hätte anders laufen können. Oder nach vorne zu schauen und Lösungen zu finden für das, was jetzt ansteht.

Ich wünsche dir eine wundervolle Zeit und viel Kraft, um die Herausforderungen des Lebens mit Leichtigkeit und guter Laune zu meistern!

Namasté, Angela

 

Übrigens: Der Online-Kurs „Aktiviere dein inneres Glück und leuchte“ begleitet dich dabei, eine solche Standortbestimmung aufzunehmen und dich neu auszurichten auf das, was du wirklich möchtest.

 

 

Zitate

„Wir können den Wind nicht ändern, aber die Segel anders setzen“ Aristoteles

„Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.“ Gelassenheitsgebet, verfasst von dem US-amerikanischen Theologen Reinhold Niebuhr

 

Buchtipps

Resilienz: Das Geheimnis der psychischen Widerstandskraft, Was uns stark macht gegen Stress, Depressionen und Burn-out

5 Dinge, die Sterbende am meisten bereuen: Einsichten, die Ihr Leben verändern werden

Klimademo

Nicht jammern – engagieren! Sinn macht glücklich

Millionen von Kindern und Erwachsenen gehen derzeit auf die Straße, um für den Erhalt der Erde und für Klimaschutz zu demonstrieren. Noch vor gut einem Jahr hätte kein Mensch es für möglich gehalten, dass eine 15-jährige Schülerin es schafft, solche Massen zu mobilisieren und einen fast historischen Bewusstseinswandel zu initiieren. Ich finde, das gibt Hoffnung. Die Hoffnung darauf, dass wir gemeinsam viel mehr bewirken können als wir jemals dachten. Und es motiviert. Es motiviert jeden einzelnen von uns dazu, für das zu stehen und zu gehen, was sein Herz bewegt – aber eben auch für ein gemeinsames Anliegen. Es bestätigt mal wieder, dass es viel erfüllender sein kann, sich für die Anliegen der Menschen zu engagieren, als ständig um sich selbst zu kreisen und darüber zu jammern, wie schwer das Leben ist.

Jammern oder Helfen – wir haben die Wahl

Klar, jeder Mensch hat seine Themen. Ich bewundere es, wenn Menschen sich bewusst damit auseinander setzen, sich weiterentwickeln. Aber ich denke, einigen würde es manchmal gut tun, wenn sie mit dem Jammern aufhören und stattdessen schauen würden, wo sie anderen etwas Gutes tun können. Ich sehe das nicht als „Flucht“ oder Ablenkung vor den eigenen Problemen, sondern bin davon überzeugt, dass man sich selbst damit den größten Gefallen tut.

Ich selbst habe früher viel über meine Lebenssituation gejammert: Mobbing im Job, Beziehung kaputt, Arbeitgeber pleite, warum immer ich? Diese Fragen haben mich gequält und mir immer wieder mein Glück vermiest. Ich habe mir mein Unglück selbst kreiert – vor lauter Angst, dass mal wieder etwas schief geht, ist alles schief gegangen. Dann flog ich nach Indien, arbeitete in einem Hilfsprojekt mit und hatte dort ganz unerwartet eine meiner glücklichsten Zeiten. Ich sah so viel Leid wie nie zuvor, aber endlich hatte ich das Gefühl, etwas beitragen zu können.

Immer wieder erlebe ich Menschen, die so in der Opferrolle feststecken, dass sie völlig beratungsresistent sind. Sie wollen meist gar nichts ändern. Sie kreisen gedanklich nur um sich selbst und ihr eigenes miserables Leben und merken dabei nicht, wie gut es ihnen eigentlich geht. In der Regel sind sie gesund und so gutsituiert, dass sie sich bestimmte Seminare oder Urlaube leisten können. Wir alle leben in einem sicheren und freien Land, können im Supermarkt um die Ecke alles kaufen, und wenn wir doch mal den Job verlieren sollten, sind wir abgesichert. Doch reicht das aus, um wirklich sinnerfüllt zu leben?

Engagement macht glücklich

In einer Langzeitstudie (Thoits und Hewitt, 2001) wurden über viele Jahre hinweg Tausende Menschen beobachtet und hinsichtlich ihres ehrenamtlichen Engagements und ihres Wohlbefindens befragt. Dabei bestätigte sich: Bei Menschen, die sich stärker freiwillig engagierten, verbesserte sich das Wohlempfinden und die allgemeine Lebenszufriedenheit. Dieser Effekt verstärkte ich sogar noch bei älteren Menschen, die dank ehrenamtlichem Engagement gesünder blieben und sogar länger lebten.

Eine weitere Studie (Stephanie Brown, Uni Michigan, 2003) zeigte, dass gerade ältere Menschen, die ihren Verwandten, ihren Freunden, ihrer Familie halfen, länger lebten als diejenigen, die keinem halfen. Ob jemand wiederum selbst viel Hilfe empfangen hatte, spielte keine Rolle für das Glücksempfinden.

Liebe statt Langeweile

So scheint sich der Spruch „Geben ist seliger denn nehmen“ auch wissenschaftlich zu bestätigen. Es lohnt sich also, sich zu engagieren, einen Beitrag zu leisten, für etwas Größeres einzustehen – für etwas, wofür unser Herz brennt, was uns von der Couch wegholt. Etwas, das über Haus bauen, Karriere machen und Wohlstand anhäufen hinausgeht.

So kann ich nur dazu ermutigen: Lebe, kämpfe, leide, lache, liebe! Kämpfe für dein Glück und das Glück deiner Mitmenschen. Und wenn du abends erschöpft, aber zufrieden im Bett liegst, dann weißt du, wofür. Jeden Tag neu. Vielleicht geht es bei den aktuellen Demonstrationen nicht nur um den Klimaschutz. Wer von uns ist da schon 100%ig konsequent? Wer verzichtet schon komplett auf Fleisch, Fliegen oder Auto fahren? Trotzdem beginnen die Menschen auf dieser Welt, das Prinzip zu begreifen. Nämlich, dass es nicht um Machterhalt, Krieg, Streiterei und Herumgezackere geht. Sondern dass wir alle hier ein Anliegen haben –  noch möglichst lange und glücklich gemeinsam auf diesem Planeten zu leben. Vielleicht ist es schon zu spät, um das Klimaruder noch herumzureißen. Vermutlich wird es diesen Planeten Erde noch sehr viel länger geben als uns Menschen.

Doch wir können etwas tun, um diese verbleibende gemeinsame Zeit gut zu gestalten. Wir können zusammen rücken, uns neu und anders begegnen und für unsere Herzensangelegenheiten einstehen – unabhängig von gesellschaftlichen Vorgaben. Selbst wenn es irgendwann vorbei ist mit uns Menschen, wünsche ich mir, dass jeder einzelne auf dieser Welt zum Strahlen gekommen ist. Dass jeder seinen Beitrag geleistet und seine Mission in die Welt gebracht hat.

 

„Kennst du das 11. Gebot? Du sollst Gott nicht langweilen.“ Veit Lindau

 

Fünf Anregungen gegen Langeweile

  1. Scher dich nicht darum, was andere von dir denken oder erwarten
  2. Kreise nicht ständig um dich selbst und deine eigenen Probleme, sondern schau, was du für andere tun kannst
  3. Pfeif auf das, was die Gesellschaft vorgibt, sondern finde deinen eigenen Sinn
  4. Gehe jeden Tag ein Stückchen aus deiner Komfortzone heraus
  5. Blamiere dich täglich und lache über dich selbst

 

Du möchtest herausfinden, was deine Mission ist und diese in die Welt bringen? Der Kurs „Aktiviere dein inneres Glück“ unterstützt dich dabei – mehr Infos hier…

Beliebt oder geliebt

Willst du beliebt sein oder dich geliebt fühlen?

Ein Unterschied, der glücklich macht

Letzte Woche hatte mein Sohn seinen ersten Schultag – begleitet von einer rührseligen Einschulungsfeier, aber auch von den Sorgen und Ängsten der Mama. Da kommen schon mal alte Erinnerungen aus der eigenen Schulzeit hoch. Einige ganz nett, andere weniger schön. Denn wer kann schon von sich sagen, dass alles während der Schulzeit toll war? Wer hat nicht schon das ein oder andere „Trauma“ hinter sich, vielleicht sogar „Mobbing“ erlebt?

Den Begriff kannte ich zu meinen Schulzeiten damals noch nicht. Aber ich lernte schnell, wie es sich anfühlt, nicht zu den hippen Kreisen oder Cliquen zu gehören, sondern eher am Rande zu stehen, „Außenseiter“ zu sein. Irgendwie war ich da hinein gerutscht, ohne es anfangs direkt zu merken. Ich hatte damals eben einfach keine Lust, mich in diesem Wahnsinn ständig behaupten oder „profilieren“ zu müssen. Ich hab lieber ein Buch gelesen, statt auf den Spielplatz zu gehen oder mit anderen Mädels Schminktipps auszutauschen. Das führte aber auch dazu, dass ich in den Pausen keine Spielkameradinnen mehr hatte und im Sport oder auf Klassenfahrten nicht mehr wusste, mit wem ich zusammen sitzen oder die Übung machen sollte. Bis heute mag ich in Seminaren oder bei anderen Anlässen keine Sätze wie „so, nun findet euch mal zu zweit zusammen“.

Beliebt sein um jeden Preis?

Doch was war meine Konsequenz daraus? Ich habe mit der Zeit gelernt, mich zu verbiegen. Nie wieder wollte ich das erleben und habe von da an alles dafür getan, um „beliebt“ zu sein. Der Preis war hoch. Ich habe mich selbst dabei verloren. Ich habe das gemacht, von dem ich meinte, dass es gut ankommt, aber nicht mehr das, was wirklich mir entsprach. Ich habe meine eigene Meinung nicht mehr gesagt und aus lauter Unsicherheit keinem mehr widersprochen. Das hat eine lange Zeit lang auch ganz gut funktioniert. Ich eckte nicht mehr an, hatte keine Feinde mehr, war auf aalglatt getrimmt und angepasst, soweit es nur ging. Ich hatte wieder Freundinnen, wurde überall eingeladen und war überall dabei. Doch glücklich war ich damit nur kurzzeitig.

Es hat lange gedauert, bis ich das merkte. Es hat mich viel Mut, viele Seminare und viele Lernerfahrungen gekostet, zu mir zu stehen, in meine Kraft zu kommen und nicht mehr so viel auf die Meinung anderer zu geben. Ich musste akzeptieren, dass man auch Feinde haben kann – ja sogar sollte. Dass nicht alles harmonisch und glatt läuft, sondern dass Konflikte zu Beziehungen dazu gehören. Dass Menschen im Leben kommen und gehen, dass man sich reibt, lernt, sich weiterentwickelt. Wer will schon verletzt werden? Und doch ist Verletzlichkeit unsere wahre Stärke. Denn es erfordert Mut, die gewohnten Verbiegungs- und Verteidigungsmechanismen fallen zu lassen und die eigene Menschlichkeit offen zu zeigen.

Bedürftig nach Anerkennung – oder im Vertrauen?

Ich weiß heute: ich kann es nie allen recht machen. Aber ich kann in Liebe handeln. Ich sehe heute den Unterschied zwischen „beliebt sein“ und „sich geliebt fühlen“. Wer sich geliebt fühlt, hat ein tiefes Vertrauen darin, dass es eine universelle Liebe gibt, die alle einschließt. Wer sich geliebt fühlt, liebt vor allem erstmal sich selbst – von innen heraus und nicht abhängig davon, welche Erfolge man vorzuweisen hat oder wie viele Likes man in Facebook hat. Wer sich geliebt fühlt, hat möglicherweise Feinde. Nicht aufgrund von Unsicherheit oder unsozialem Verhalten, sondern weil er zu sich steht, in seiner Kraft ist, präsent ist. Damit kommt nicht jeder im Umfeld klar. Denn wer sich geliebt fühlt, hat den Mut, sich zu zeigen – mit allen Ecken und Kanten, allen Schwächen und Unzulänglichkeiten.

„Liebe leben“ geschieht aus der Fülle heraus, nicht aus der Bedürftigkeit nach Anerkennung. Es bedeutet, erst zu geben, ohne herumzufeilschen oder zu erwarten, dass etwas zurückkommt. Es bedeutet, anderen Menschen ihr Glück zu gönnen und sie dabei zu unterstützen.

Ein Mensch, der sich an der Liebe orientiert, hat keine Angst vor der Zukunft. Er fürchtet sich nicht vor irgendwelchen Konsequenzen oder Ergebnissen. Er lebt im Hier und Jetzt und macht sich keinen Kopf über den Kleinkram des Lebens.

Der Weg vom Ego zum erfüllten Selbst

Wirft man einen Blick in die Positive Psychologie, so entspricht der Weg vom „Ich“ (Ego) zum „Selbst“ dem Lauf des Lebens: Wir sind zunächst darauf geeicht, uns anzupassen – auf die Anforderungen der Gesellschaft und die Anforderungen unserer Existenz. Wir werden Experten darin, allem zu genügen, aber wir verlieren dabei allmählich unser Potenzial, unsere Kreativität, unsere Flexibilität. Wenn wir dies verhindern wollen, dann gilt es, immer wieder eigene Lernerfahrungen zu machen, daran zu wachsen. Dinge selbst zu tun, zu erfahren, zu erleben, statt vor dem Fernseher oder im Internet zu hängen.

Der Begriff „Selbst-Optimierung“ ist mittlerweile in aller Munde und wird oft leider falsch verstanden. Denn es geht hier nicht darum, „optimal angepasst für die Gesellschaft“ zu sein. Es geht darum, das eigene Potenzial so zu leben, dass man Erfüllung findet – und zwar in dem, was dem eigenen Selbst entspricht  – und nicht in dem, was die Gesellschaft einem vorgibt.

Du willst ankommen? Dann gehe los!

Glücksforscher Tobias Esch beschreibt dies auch als einen Prozess, der uns von „Angst vermeiden und Stress bekämpfen“ über „Wollen, Neugier, Vergnügen und Abenteuer“ hinführt zu einem Zustand des „Angekommen seins“. Hier geht es nicht mehr um Schein, sondern um Sein. Dabei entsteht Vertrauen, Zufriedenheit, Entspannung und Ruhe. Es wird wichtiger, anderen etwas weiterzugeben. In diesem Zustand  ist man im inneren Frieden mit sich selbst und mit sich im Reinen. Bei vielen älteren Menschen – sofern sie sich eine positive Lebenseinstellung bewahrt haben – kann man beobachten, dass sie gelassener sind und sich von negativen Dingen und Menschen nicht mehr mitreißen lassen.

Meiner Meinung nach müssen wir nicht auf das Alter warten, um in diese Grundeinstellung von Gelassenheit und Vertrauen zu kommen. Im Gegenteil – ich denke, wir können uns nicht früh genug auf diesen „Weg des Bewusstseins“ machen: weg von „um jeden Preis beliebt sein wollen“, hin zu „geliebt sein“, „sich selbst lieben“ und „Liebe leben“.

Die neuen Schulkinder stehen vielleicht damit ganz am Anfang. Sie wollen beliebt sein, anerkannt und gelobt werden. Doch das Beste, was wir tun können, ist es, ihnen schon jetzt zu vermitteln, dass sie geliebt sind – einfach so, nur für ihr Sein – unabhängig davon, was sie tun oder erreichen.

Ich wünsche dir, dass du Liebe leben kannst – zu dir selbst und zu anderen!

Namasté Angela

Der Unterschied zwischen „beliebt sein“ und „sich geliebt fühlen“

Wenn du beliebt bist, dann…
  • finden alle dich toll, aber kennen dich nicht wirklich
  • hast du viele Freunde, on- und offline
  • musst du nie allein sein
  • wirst du überall eingeladen, weil du cool und hip bist
  • Bist du damit beschäftigt, den äußeren Schein zu wahren, damit keiner deine Schwächen erkennt
  • Orientierst du dich an den Zielen, die andere als erstrebenswert ansehen
  • Bist du äußerlich stark, aber innerlich unsicher
  • Machst du dein Selbstwertgefühl abhängig von der Bestätigung durch andere
  • Weißt du nicht, wem du wirklich trauen kannst
  • Lebst du im Mangel
  • Hast du ständig Angst, etwas falsch zu machen und diesen Status zu verlieren

 

Wenn du geliebt bist, dann…
  • Weißt du um dein inneres vollkommenes Potenzial
  • Hast du Feinde oder „Widersacher“, lässt dich aber davon nicht beeindrucken
  • Ruhst du in dir selbst und gönnst dir den Rückzug, den du brauchst
  • Bist du nicht „cool“, „hip“ oder „perfekt schön“, aber strahlst von innen heraus
  • Hast du keine Angst, dich so zu zeigen, wie du bist, weil du zu deinen Schwächen stehst
  • Kennst du deine Mission im Leben und gehst dafür
  • Bist du innerlich stark und strahlst dies nach außen aus
  • Liebst du dich selbst, unabhängig von der Bestätigung durch andere
  • Hast du ein Grundvertrauen darin, dass es eine universelle Liebe gibt, die uns alle einschließt
  • Lebst du in der Fülle
  • Weißt du, dass du keine Fehler machen kannst – sondern nur Lernerfahrungen

 

Jetzt loslaufen

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Work Life Balance: Ideal oder Irrtum?

Sommerferien…

…für Schulkinder ein Traum, für Eltern oft ein Albtraum. Von allen Seiten höre ich derzeit von verzweifelten Versuchen, die freie Zeit der Kinder mit der Arbeitszeit der Eltern unter einen Hut zu bringen. Da kommt es schonmal vor, dass der Papa von 6:00 bis 11:00 Frühschicht schiebt, damit die Mama dann zur Gleitzeit in ihr Büro fahren kann. Wenn am Ende noch eine Woche Urlaub für alle zusammen übrig bleibt, ist das schon ein Privileg. Auch für mich ist dieses Thema nun aktuell, da mein Sohn ab September zum Schulkind wird. Ich bin zwar in meiner Selbständigkeit relativ flexibel, aber die Projekte wollen trotzdem organisiert sein.

Work-Life-Balance als Aushängeschild für Arbeitgeber

Früher gab’s das nicht. Da haben Familien einen Betrieb gehabt, einen Laden oder einen Hof. Die Kinder haben mitgeholfen, wenn sie aus der Schule kamen oder sind „nebenbei mitgelaufen“, wie es so schön heißt. Mit der Industrialisierung kam der Umbruch: man ging in das Büro oder in die Fabrik und kam erst spät abends wieder zum „Feierabend“ nach Hause. Die Arbeit war zum Geld verdienen da, die wohlverdiente Freizeit zum Entspannen.

Hinzu kamen mit steigendem Wohlstand immer mehr Freizeitaktivitäten und der Anspruch, in der Freizeit „Spaß zu haben“ und etwas Schönes zu unternehmen. Vielen wurde bewusst, dass Arbeit nicht alles ist im Leben, und dass es wichtig ist, die verschiedenen Lebensbereiche („Life Domains“) unter einen Hut zu kriegen. Auch Unternehmen erkannten, dass eine gute Work-Life-Balance dazu beiträgt, dass die Mitarbeiter ausgeglichener sind und entsprechend produktiver arbeiten. Fortschrittliche Konzerne unterstützen dies heutzutage mit Betriebskindergärten, Teilzeitmodellen, Home Office und Entspannungs- und Sportangeboten in der Firma. So ist „Work-Life-Balance“ – oder auch die Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben – für viele zum Aushängeschild geworden, auch um Nachwuchskräfte zu werben.

Ist Arbeit das richtige Leben?

Doch es gibt auch kritische Stimmen. Denn allein die Begrifflichkeit, mit der „Arbeit“ und „Leben“ überhaupt unterschieden wird, suggeriert, dass „Arbeit“ nicht das Leben ist, sondern etwas, das erledigt werden muss, zum Geld verdienen. Findet demnach das „richtige Leben“ nur in der Freizeit statt? Kein Wunder, dass wir uns die Freizeit voll stopfen, weil wir meinen, jetzt unbedingt richtig leben zu müssen. Trotzdem verbringen die meisten von uns einen Großteil des Lebens mit Arbeit. Da wäre es schade, wenn schon ab 50 die Jahre bis zur Rente gezählt werden.

Diese Trennung von Arbeit und Privatleben scheint eh bald hinfällig. Durch die Digitalisierung verschmelzen Arbeit und Freizeit immer mehr miteinander. Home Office, Telearbeit, Videokonferenzen und die zunehmende Zahl von Selbständigen, Freelancern und Teilzeitarbeitenden lösen den klassischen 9-to-5-Job ab. Dazu gehört es auch, dass wir nach Feierabend oder im Urlaub in unsere dienstlichen Mails schauen – oder umgekehrt während der Arbeit in Sozialen Medien unterwegs sind.

Da dies auch stressen kann, versuchen einige Arbeitgeber, die Erholung der Mitarbeiter*innen durch Abschalten des Servers nach Feierabend zu unterstützen. Doch die zunehmende Verschmelzung von beruflich und privat lässt sich dadurch nicht aufhalten.

Von Work-Life-Balance zu „Work Life Happiness Balance“

Um diesen Trends gerecht zu werden, entstehen neue Begriffe – von „Work Life Integration“ bis hin zu „Work Fun Balance“. Mit „Work Life Sleep Balance“ wirbt gar ein großer schwedischer Möbelhersteller für „gute Schlafkultur“ und letztlich seine Möbel.

Ich selbst plädiere für „Work Life Happiness Balance“. Ich finde es ok, wenn man die „Life Domains“ getrennt betrachtet – ohne einen davon per se als „schlecht“ oder „falsch“ zu bewerten. Vielleicht lassen sie sich räumlich nicht mehr so trennen, vielleicht auch nicht immer zeitlich. Aber inhaltlich sprechen wir hier von verschiedenen Lebensbereichen, die es gilt, in Einklang zu bringen. Man könnte es auch „Work-Life-Heart-Family-Health-Welfare-Self-Development-Balance“ nennen. Dabei ist nicht ein Bereich wichtiger als der andere oder das „richtige“ bzw. das „falsche“ Leben, sondern jeder Bereich gehört dazu.

Die Natur macht es vor: Pflanzen brauchen Wasser, Erde und Sonne. Aus eigener Erfahrung weiß ich: bekommen unsere Pflanzen im Sommer zu wenig Wasser, so kann dies nicht durch mehr Sonne ausgewogen werden. Auch im Yoga geht es darum, die sieben Energiezentren – oder auch „Chakren“ – in Ausgleich zu bringen. Dies ist die Grundlage, um wiederum Körper, Seele und Geist in Balance zu bringen. Wenn ein Bereich zu kurz kommt, dann kann dies kaum durch ein Mehr in anderen Bereichen ausgeglichen werden.

Das Leben in Balance bringen – wie geht das?

Mit anderen Worten: Wenn der Job keinen Spaß macht, wenn du gemobbt wirst, dich langweilst, etwas tun „musst“, das gegen deine Ethik verstößt, dann nützt die beste Work-Life-Balance nichts. Wenn andererseits deine Beziehung in der Krise steckt, dann wirst du das Yoga-Angebot oder den Pausenraum in der Firma auch nicht wirklich genießen können.

Um das Leben wieder in Balance zu bringen, gilt es, die verschiedenen Lebensbereiche zu benennen und anzuschauen. Wenn ich dies in meinen Coachings und Seminaren mache, dann wird meist schnell deutlich, welche Bereiche nicht im Einklang sind. Sei es der Job, die Beziehung, die Familie, die Gesundheit. Oft liegt in dem Bereich, der gerade „im Argen“ ist, das größte Entwicklungspotenzial. Ich bin davon überzeugt, dass jeder Mensch bestimmte Lebensthemen hat, die gelöst werden wollen. Dies zu erkennen, ist für viele schon eine große Erleichterung und der erste Schritt auf einem unumkehrbaren Weg Richtung Freude und Erfüllung.

Sieben Anregungen für eine gute „Work Life Happiness Balance“

Doch was kann man noch tun, um die verschiedenen Lebensbereiche unter einen Hut zu bringen, ohne in völliger Erschöpfung oder Frust zu enden? Hier ein paar Anregungen dazu:

1. Nicht den Arbeitsort, sondern die Arbeitszeit klar abgrenzen

Bei den meisten liegt das Problem am Home Office nicht darin, dass man zu Hause ist, sondern dass die Zeiten nicht klar abgegrenzt sind. Statt morgens irgendwo einzustempeln, wird die Arbeitszeit nach Vertrauen gehandhabt. Der Plausch mit Kollegen im Büro ist ok, aber beim Wäsche machen zu Hause meldet sich der „innere Kritiker“ mit Vorwürfen und Schuldgefühlen. Was bei vielen dazu führt, dass man bis spät abends oder ohne weitere Pausen durcharbeitet, um das schlechte Gewissen zu beruhigen.

Ich selbst habe oft nächtelang gearbeitet und mich wie ein „Workaholic“ gefühlt. Mittlerweile erfasse ich meine Zeiten und sehe, wann mein selbst gesetztes Stundenkontingent erreicht ist. Das Arbeitsvolumen wird dadurch nicht weniger – aber die Einstellung verändert sich und der Genussfaktor steigt. Wenn ich zwischendurch joggen gehe oder meditiere, dann ohne schlechtes Gewissen. Wenn ich abends die Zeit dran hänge, dann mit einem guten Gefühl.

2. Glücksmomente zwischenschieben statt aufschieben

Wir neigen dazu, uns erst dann etwas Schönes zu gönnen, wenn die Arbeit geschafft oder das Projekt beendet ist. Da fallen so manche Dinge hintenüber. Studien von Psychologen (Ed O’Brien und Ellen Roney, 2017) haben jedoch gezeigt, dass wir eine schöne Aktivität auch dann genießen können, wenn später noch Arbeit ansteht. Warum also nicht mal zwischendurch einen Mittagsschlaf oder einen Spaziergang machen, oder mit dem Kind auf den Spielplatz gehen? Wichtig ist dabei nur, vorher die erforderliche telefonische Erreichbarkeit abzuklären.

Pausen sind ehedem wichtig: Laut Erkenntnissen im Zeitmanagement funktioniert das Gehirn besser, wenn wir alle 25 – 50 Minuten eine Pause machen. Es braucht solche Auszeiten, um neue Informationen zu verarbeiten und von hier aus wieder in einen kreativen Prozess zu kommen.

3. Nie wieder „ich müsste noch“

Der Reifenwechsel, die Hausreparatur – klar muss das gemacht werden. Man könnte den ganzen Tag mit sowas füllen. Hier hilft manchmal nur noch die Taktik des „aktiven Ignorierens“: Erstmal auf die wesentlichen Dinge konzentrieren – und sich bei allem fragen: was davon ist wirklich wichtig?

4. Erholen – aber richtig!

Nach dem Bürotag auf die Couch, um runterzukommen? Kontraproduktiv! Laut Stressforscher Prof. Dr. Gert Kaluza ist es empfehlenswert, sich außerhalb der Arbeitswelt eine „regenerative Gegenwelt“ zu erschaffen. Wer viel im Büro sitzt, sollte sich hinterher beim Sport auspowern. Wer im Job geistig unterfordert ist, den erfüllen möglicherweise kreative oder künstlerische Tätigkeiten in der Freizeit, oder auch ehrenamtliches Engagement. Wer sich nach der Arbeit – vor allem bei körperlicher Tätigkeit – erschöpft und ausgelaugt fühlt, dem kann ein Vollbad, ein Saunagang oder einfach mal Nichtstun helfen.

5. Die Arbeit sollte Spaß machen – zumindest grundsätzlich

In der Selbstentwicklungsszene sprechen viele von „Herzensaufgabe finden“, „Berufung leben“ oder „Lebensaufgabe finden“. Das finde ich zwar erstrebenswert, aber nicht immer 100%ig und sofort realisierbar. Meiner Meinung nach muss es nicht immer „die eine Sache“ sein, die Berufung, die uns von heute auf morgen für immer glücklich macht.

Aber natürlich solltest du morgens mit einem guten Gefühl und nicht mit Magenschmerzen zur Arbeit gehen. Wenn Letzteres der Fall ist, dann ist es vielleicht an der Zeit, über Veränderung nachzudenken und ggf. den Job zu wechseln.

6. Schuldgefühle loslassen statt sie anderen zuzuschieben

Wir werden nie alles perfekt machen. Gehen wir pünktlich von der Arbeit weg, um Zeit mit Familie oder Freunden zu haben, nagt das schlechte Gewissen, weil wir dem Chef nein gesagt haben zu Überstunden. Sagen wir ja und bleiben länger im Büro, wartet möglicherweise der Partner mit versauerter Mine, weil er alleine die Kinder ins Bett bringen musste. Vor lauter eigenen Schuldgefühlen fangen wir an, dem anderen Vorwürfe zu machen oder aufzurechnen, wer wie viel macht. Dies führt zu Mangeldenken und hilft uns keinen Deut weiter. Also am besten gleich die eigenen Schuldgefühle loslassen und Nachsicht dem Umfeld gegenüber walten lassen.

7. Bestandsaufnahme machen und Lebensbereiche in Einklang bringen

Das Leben ist im Fluss. Unsere Lebensthemen verändern sich kontinuierlich und wollen gelöst werden. Das, was anfangs vielleicht als anstrengend, problematisch und leidvoll erscheint, birgt für die eigene Entwicklung oft das größte Potenzial. Ein erster Schritt in Richtung Balance ist es, Ungleichgewichte zu erkennen, Wünsche zu definieren und Veränderungen vorzunehmen. Wer sich hiermit näher befassen möchte, für den ist vielleicht der Online-Kurs „Aktiviere dein inneres Glück“ interessant. Mehr Infos findest du hier…

Oder du suchst nach Möglichkeiten, eine ausgewogene Balance zwischen Familie und Zeit für dich selbst mal im Urlaub zu finden? Dann informiere dich hier über die Happiness Yoga Ferien – mit Kinderbetreuung…

…oder trage dich direkt hier ganz unverbindlich in die Interessentenliste für die Happiness Yoga Ferien ein…

 

Ich wünsche Dir die richtige Work Life Happiness Balance in allen Lebensbereichen!

Namasté

Angela

 

Buchtipps

„Das Leben ist keine ToDo-Liste“ von Shirley Seul

„Einen Scheiß muss ich“ von Tommy Jaud

 

Videotipp

Robert Betz zum Thema „Work-Life-Balance“

Endlich Ruhe! Digital Detox im Selbstversuch

Wie lange kann man es ohne Internet und Social Media aushalten? Früher ging es schließlich auch. Heute hat man schon ein komisches Gefühl, wenn man mal ausversehen das Handy liegen lässt oder dreht sogar nochmal um, um es zu holen. Viele Menschen bekommen Entzugserscheinungen und greifen verzweifelt immer wieder zum imaginären Handy, wenn sie es nicht dabei haben. Es fehlt ja auch der ständige Dopaminkick. Wäre es wirklich so schlimm? Ich möchte es mal ausprobieren. Zugegebenermaßen, mein Plan ist nicht allzu spektakulär: Ich habe mir den Urlaub dafür ausgesucht, um mal abzuschalten. „Digital Detox“, wie es so schön heißt. Und davon auch nur drei Tage.

Abschalten – doch wie?

Doch auch das will geplant sein. Was, wenn genau jetzt ein wichtiger Kunde mit dem Traumauftrag anruft? Eine Teilnehmerin sich nach einem Seminar erkundigen will? Oder mit meiner Mutter, Vater, Geschwistern oder sonstiger Verwandtschaft irgendetwas ist?

Ich wäge ab, dass die Wahrscheinlichkeit auf den Traumauftrag, den Lottogewinn oder den plötzlichen Herzinfarkt eines Verwandten zwischen Freitag- und Montagvormittag relativ gering ist. Genauso wie alle anderen Anfragen bis Montag warten können. Für meine WhatsApp-Freunde ändere ich meinen Status in „bin grad offline“. Für sonstige Eventualitäten beschließe ich, einmal am Abend kurz mein Handy vom Flugmodus in den normalen Modus zu wechseln – ohne Paketdaten. Nun aber wirklich ab in den Flugmodus! Am liebsten würde ich ganz abschalten – aber das geht nicht, weil ich es ja im Urlaub zum Fotografieren brauche. Der normale Fotoapparat liegt zu Hause.

Am ersten Tag vermisse ich nichts – ich ertappe mich nur hier und da, auf einem Ausflug ständig nach Instagram-tauglichen Fotomotiven zu suchen. Ganz schön stressig. Abends, als ich im Bett liege und den Tag Revue passieren lasse, werde ich irgendwie traurig. Nicht, weil mir Facebook fehlt oder ich mir den Kopf zerbreche, was ich alles gerade auf Instagram und co. verpasse. Sondern im Gegenteil: Mir wird schmerzlich bewusst, wie überflüssig das alles ist. Hat diese ganze Selbstdarstellung und Selbstprofilierung noch mit uns selbst als Mensch zu tun? Wer soll das alles lesen? Müssen wir wirklich so viel Zeit mit Facebook, Instagram, Xing, Twitter, Flickr, Youtube und co. verbringen? Und vor allem: macht uns das glücklich? Psychologen wissen, dass das Gegenteil der Fall ist: Wir vergleichen uns mit den tollen Erlebnissen der anderen und kommen dabei zwangsweise zu kurz. Denn wer ist schon im Dauerurlaub, geht immer auf tolle Konzerte oder ist ständig frisch verliebt? Den schnöden Alltag der Leute, das kämpfen, scheitern, die Leere, die Langeweile kriegen wir nicht mit.

Nicht nur das: die digitalen Medien kosten uns Zeit, rauben uns die Konzentrationsfähigkeit und vermutlich auch einige Gehirnzellen. Viele Menschen können zudem immer schlechter schlafen, weil sie gerade in den Abendstunden noch mit digitalen Medien beschäftigt sind. Eine Studie, die von Microsoft unter Kanadiern durchgeführt wurde, bestätigt Beängstigendes:

  • Menschen verbringen täglich 11 Stunden mit digitalen Medien
  • Sie werfen im Schnitt 253 Blicke täglich auf das Handy
  • 44% haben Schwierigkeiten, sich auf eine Sache zu konzentrieren.
  • Insgesamt sinkt die Aufmerksamkeitsspanne: Menschen können 8 Sekunden bei der Sache bleiben – ein Goldfisch 9 Sekunden.

In Deutschland ist es noch nicht ganz so schlimm, aber auch hier verbringen Menschen zweieinhalb bis drei Stunden täglich mit Social Media, gerade jüngere Leute.

Ist „Digital Detox“ ein Ausweg?

Da liegt es nahe, einfach mal das Smart Phone abzuschalten und zu „fasten“. Macht das Sinn? Experten sagen, dass es jedoch nicht reicht, einmalig länger abzuschalten und danach so weiterzumachen wie vorher. Viel wichtiger sei es, sich regelmäßige Auszeiten zu nehmen, mal ohne Handy spazieren zu gehen oder bei Verabredungen nicht auf das Gerät zu starren, sondern sich dem Gegenüber zu widmen. Sie betonen aber auch: Social Media an sich müssen nicht unglücklich machen. Sondern es kommt darauf an, wie man sie nutzt – man kann sie einsetzen, um Hetze zu betreiben oder einen Spendenaufruf zu tätigen, um zu verblöden oder sich weiterzubilden.

Ich finde es klasse, dass ich dank Facebook Kontakte mit Menschen in aller Welt pflegen kann, die ich kennengelernt habe. Doch ich merke, dass die Relationen nicht mehr stimmen: Muss ich wissen, wo entfernte Bekannte gerade im Urlaub sind und welche Cocktails sie dort schlürfen? Welchen Sandburgenbau-Wettbewerb die Kinder gewonnen haben, ob die Katze getanzt oder der Hund gesungen hat? Während ich andererseits nicht mal die Zeit finde, meine besten Freundinnen „live“ zu sehen? Da stimmt doch was nicht. Am zweiten Detox-Tag nehme ich mir vor, ganz bald meine Freundin zu besuchen, die ich lange nicht gesehen habe.

Achtsamkeit und digitale Welt – passt das zusammen?

Zum Glück findet jeder Wahnsinn auch irgendwann einen Gegentrend. So entstehen Trends, dass moderne Menschen nicht nur vegan, ökologisch, biologisch und fair leben wollen, sondern auch „low digital“. Da wird zum Beispiel vor Meetings in einigen Unternehmen eine Minute in Stille inne gehalten und bewusst geatmet. Da wird empfohlen, statt ein Selfie zu machen, lieber in die Ruhe zu kommen, in sich hinein zu fühlen, wie es einem geht und wo man gerade steht.

Atem, Yoga, Achtsamkeit – alles nichts Neues und dennoch aktueller denn je. All diese Methoden helfen uns dabei, „low digital“ umzusetzen. Zumindest hat man beim Yoga einen Anlass, abzuschalten. Besser noch, wenn es dabei nicht bleibt. Im Café, beim Treffen mit Freunden oder beim Spielen mit dem Kind könnte man es ebenfalls ausprobieren. Übrigens: es gibt bereits Apps, die „low digital“ unterstützen. Da sieht man dann abends, wie oft man online war. Verrückte Welt, aber vielleicht hilft es ja.

Am dritten Digital Detox Tag nehme ich vor, „low digital“ mehr in meinen Alltag zu integrieren. Auch wenn es nicht so leicht fällt wie ich dachte. Nicht weil ich selbst nicht klar komme. Sondern weil die anderen ja auch mit Smart Phone leben –  und das dann eben auch von mir erwarten. Dazu ist das Smart Phone schon so sehr Bestandteil des Alltags geworden – von der Einkaufsliste über den Wecker, Kalender, Taschenlampe, Notizbuch, Rechner bis hin zu Google Maps.

Wie konsequent soll es sein?

Das wurde mir in meinem drei-tägigen Urlaubs-Detox sehr bewusst: Eine Fahrradtour mit unseren Freunden und den Kindern stellte sich als um einiges länger heraus als geplant, so dass letztere irgendwann streikten. Na gut, Detoxbruch Nr. 1: Ich schalte den Flugmodus aus, rufe meinen Partner an, der eh als „Besenwagen“ eingeplant war und bitte ihn, die Kinder mit dem Auto abzuholen. Doch er findet uns nicht, während wir irgendwo bei Hitze in einem abgelegenen Feld zwischen Molkerei und Tulpenfeld sitzen. Hmmpf, es hilft ja alles nichts –  Detoxbruch Nr. 2. Ich schalte die Paketdaten an, sende ihm per WhatsApp unseren Standort, und innerhalb von wenigen Minuten ist er da und sammelt drei erschöpfte, aber glückliche Kinder ein. Ein Hoch auf das Smart Phone! Und ein Hoch auf die Möglichkeit, es auch mal auszuschalten.

Digital Detox – mein persönliches Fazit

Abgesehen von diesem kleinen geschummelten „Notfall“ habe ich aber auch viele schöne Dinge erlebt und erfahren: Mehr entspannte Phasen, mehr Ideen und Kreativität, gute Gespräche mit den Freunden und der Familie (sofern diese auch mal ihr Smart Phone weggelegt haben), in Ruhe ein Buch lesen, den Kindern beim Sandburgen bauen zuschauen (ohne ein Bild zu posten!) und einfach nur auf die Wellen schauen. Der Urlaub ist schnell vorbei. Bereits auf der Rückfahrt erlaube ich mir, wieder einzuschalten und die ca. 100 neuen WhatsApp Nachrichten zu überfliegen. Nichts Wichtiges – vieles aus Gruppen, kaum etwas Persönliches. Ein lieber Freund hatte sich Sorgen gemacht – weil er vergeblich versucht hatte, mich auf verschiedenen Kanälen zu erreichen. Irgendwie schön zu wissen.

Wenn du diesen Blog auf deinem Smart Phone oder Tablet bis hierhin gelesen hast – egal wo du gerade bist – dann atme einmal tief durch, halte inne und lass vor deinem inneren Auge die Menschen erscheinen, die dir wirklich wichtig sind. Denn wenn du mal traurig, angeschlagen, deprimiert oder in Not bist, dann werden nicht deine Facebook-oder Insta-Follower für dich da sein – sondern die Menschen, mit denen du echte, wertvolle und erfüllende Zeit verbracht hast.

Namasté Angela

 

7 Tipps für „Low Digital“ – das empfehlen Experten

  1. Eingewöhnung: mal ein bis drei Tage ganz verzichten – es ist einen Versuch wert
  2. Handyfreie Zonen einrichten: Raus mit dem geliebten Knochen – vor allem aus dem Schlafzimmer! Denn allein der kurze Smart Phone Check kurz vor dem Einschlafen kann einem den letzten Schlaf rauben.
  3. Handyfreie Zeiten einplanen – beim Essen mit der Familie oder Freunden, bei Verabredungen, beim Spaziergang im Wald – da geht’s sicherlich auch mal ohne.
  4. Im Ungewissen bleiben – wie hieß noch gerade der Schauspieler, der damals…? Kaum hat man in geselliger Runde eine solche Frage gestellt, werden die Handys gezückt, Siri, Google und co. befragt. Warum nicht mal etwas herumraten und sich freuen, wenn es einem auch so irgendwann einfällt?
  5. Live statt Video- wie oft werden wir bei Treffen mit Freunden gedrängt, uns mal eben kurz die letzten Urlaubsbilder oder das neueste lustige Video anzuschauen. Ist das wirklich nötig, wenn man sich eh selten sieht und sich vielleicht viel wichtigere Themen zu erzählen hat?
  6. Benachrichtigungen ausschalten – mindestens auf stumm schalten, besser noch die Anzeige von neuen Nachrichten ausschalten – so sinkt mit der Zeit die Versuchung, ständig zu schauen, was es Neues gibt. Ist vielleicht gewöhnungsbedürftig, aber garantiert stressfreier.
  7. Zurück zu analog – nimm die Taschenlampe, Stift und Papier, einen Wecker oder gar einen Stadtplan – und wenn du mal deine AirBNB-Unterkunft oder die Blabla-Car nicht findest, dann frage einfach jemanden nach dem Weg ;-).

 

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Pech gehabt? Glück gehabt! Es ist nicht so wie es aussieht…

Warum die kleinen Ärgernisse des Lebens auch etwas Gutes haben

Endlich Urlaub! Eine Woche Holland liegt vor uns, zusammen mit lieben Freunden, den Kindern, Sand, Strand und hoffentlich Sonne. Gerade sind wir kurz vor der Autobahnauffahrt, da fällt meinem Partner etwas ein: „Mist, wir haben den Schraubenschlüssel für die Fahrräder vergessen.“ Sowas Dummes, wo wir eh schon spät dran sind. Aber ohne den Schlüssel können wir die Fahrräder nicht benutzen. Schließlich haben wir sie mühselig auf den wackeligen Ständer gehievt. Dazu bekomme ich eh schon bei jedem Blick in den Rückspiegel einen Panikanfall, weil ich mich frage, ob dieses Konstrukt wirklich so hält. Wir drehen also um, ab nach Hause, den Schraubenschlüssel holen. Dort wartet eine Überraschung: Hier liegt nicht nur der Schraubenschlüssel, sondern auch mein Rucksack – darin Laptop, Portemonnaie, alle Ausweise und alles, was sonst noch so wichtig ist. Eben habe ich mich noch geärgert, jetzt bin ich erleichtert: Wenn wir nicht nochmal umgedreht wären, hätte ich das Wichtigste vergessen. Und dies vermutlich erst 3 Stunden später am Zielort gemerkt.

Oft genug ärgern wir uns über die kleinen Nachlässigkeiten und Geschehnisse im Alltag. Und ja, manche Dinge sind einfach nur ärgerlich. Doch die meisten von uns haben es auch schonmal erlebt, dass „unangenehme“ Ereignisse sich im Nachhinein als Glücksfall herausstellen. Nicht nur im Kleinen, sondern auch im Großen.

Nichts ist unbedeutend – solange es dir selbst etwas bedeutet

Schaut man sich die inspirierenden und erfolgreichen Persönlichkeiten der Zeitgeschichte an, so haben sie meist eines gemeinsam: Sie haben sich von den Rückschlägen des Lebens nicht entmutigen lassen. So hat zum Beispiel Steve Jobs – der Begründer von Apple – damals sein Studium hingeschmissen, sehr zum Missfallen seiner Eltern. Er hat daraufhin nur noch Dinge gemacht, auf die er Lust hatte. Unter anderem Kalligraphie – schönes Schreiben. Nicht unbedingt ein Fach, das Erfolg, Wohlstand und Karriere versprach. Doch genau diese Kenntnisse haben laut Steve Jobs bei der Entwicklung des Mac den Unterschied gemacht. Nur so kam er auf die Idee, verschiedene Schriftarten zu integrieren. Eine Besonderheit, die damals einzigartig war. So war sein „Scheitern“ die Grundlage für einen Riesen-Markterfolg. Und doch wurde ihm das erst lange später bewusst. Seine Erkenntnis daraus:

„Ihr könnt keinen Zusammenhang herstellen, indem ihr vorausschaut. Ihr könnt diesen nur herstellen, indem ihr zurückschaut. Ihr müsst also darauf vertrauen, dass sich die Punkte in der Zukunft irgendwie verbinden.“ Steve Jobs

Die Erkenntnis ist nicht ganz neu. Auch Buddha wusste bereits, dass so manche leidvolle Ereignisse im nachhinein betrachtet ein Segen sein können:

„Jedes Leben hat sein Maß an Leid. Manchmal bewirkt eben dieses unser Erwachen.“ Buddha

Unschöne Erlebnisse oder gar „Leid“ – wer hat das schon gerne? Aber es passiert nunmal – und dann kann es uns helfen, eine andere Sichtweise darauf einzunehmen. Und genau hier zeigt sich der Unterschied zwischen den Menschen, die an Herausforderungen zerbrechen oder irgendwann entnervt aufgeben, und denen, die auch langfristig zufrieden und erfolgreich sind. Letztere erkennen, dass alle Dinge im Leben zwei Seiten haben, und dass nicht eine Sache nur gut oder nur schlecht ist.

Ich mach mir die Welt so wie sie mir gefällt?

Psychologen nennen das „günstige Erklärungsstile“. Damit ist gemeint, dass zufriedene Menschen die Ursachen für Misserfolge nicht nur bei sich selbst suchen, sondern diese auch als Gesetzmäßigkeit des Lebens sehen. Sie erkennen, dass jeder vermeintliche Rückschlag irgendwo einen tieferen Sinn hat und nur vorübergehend ist, also auch wieder bessere Zeiten kommen. Sie geben sich nicht selbst die Schuld an allem Geschehen und hadern nicht unnötig lange damit.

Umgekehrt glauben sie jedoch im positiven Sinne an eine Art „Selbstwirksamkeit. Das heißt, sie sehen zwar einen tieferen Sinn in Schicksalsschlägen, glauben aber auch daran, dass sie selbst einen positiven Einfluss auf ihr Schicksal haben und diesem nicht hilflos ausgeliefert sind. Das klingt erstmal paradox: Ist nun alles Schicksal oder können wir das, was uns passiert, selbst beeinflussen? Meine Erfahrung zeigt:

Wir können es nicht immer beeinflussen, was uns passiert. Aber wir können entscheiden, wie wir darüber denken und wie wir damit umgehen.

Diese Grundeinstellung kann sowohl im Job als auch in Beziehungen mit anderen Menschen sehr hilfreich sein. So haben Forscher in den USA bei Versicherungsvertretern anhand von Fragebögen untersucht, warum einige erfolgreicher waren als andere. Sie haben festgestellt: Diejenigen, die sich von Absagen nicht entmutigen ließen, verkauften 20% mehr Versicherungen.

Weitere Studien zeigen: wer in Gesprächen das Gefühl hat, von seinem Gegenüber gemocht zu werden, neigt dazu, in einer angenehmeren Tonlage zu sprechen und freundlicher zu agieren. Dies wirkt sich wiederum positiv auf den Gesprächspartner aus, womit die gegenseitige Sympathie sich verstärkt.

Positiv denken oder schön reden?

Sicherlich ist mit „positiv denken“ nicht gemeint, alles Schlimme schön zu reden oder Probleme zu verdrängen. Aber die Psychologie belegt: Je stärker wir daran glauben, dass die Welt – und auch die Zukunft – Gutes für uns bereit hält, umso weniger lassen wir uns von Problemen entmutigen. Das führt dazu, dass wir unsere Ziele nicht so schnell aufgeben und diese somit besser erreichen.

Wird alles gut? Alles wird gut!

Eine solche optimistische Lebenseinstellung hätte mir persönlich sicherlich geholfen, als ich vor vielen Jahren meinen Job verlor und ziemlich verzweifelt war. Ich konnte lange nicht daran glauben, dass es für irgendetwas gut sein sollte. Erst später habe ich erkannt, dass dieses Ereignis mir dazu verholfen hat, mich auf den Weg zu machen – und dass ohne diese Entscheidung viele erstaunliche und schöne Dinge in meinem Leben nicht passiert wären. Dass ich mich ohne dieses Ereignis vielleicht nicht so sehr aus meiner Komfortzone heraus bewegt hätte.

Doch wie kann man bei solchen Ereignissen gelassener bleiben, nicht daran verzweifeln und trotzdem optimistisch in die Zukunft blicken? Gehirnforscher sagen: Einiges, was unsere Grundeinstellung ausmacht, ist genetisch bedingt oder durch die Erfahrungen, die wir als Kind gemacht haben. Doch es ist nicht hoffnungslos. Denn eine positive Lebenseinstellung lässt sich auch trainieren. Hier findest du einige Tipps, wie du mit den kleinen und großen Ärgernissen und Rückschlägen des Lebens besser umgehen kannst.

Ich wünsche dir das Vertrauen, die Dinge so nehmen zu können wie sie sind und dass du an Fehlschlägen wachsen kannst, statt daran zu verzweifeln.

Namasté Angela

 

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Sechs Tipps, um die Ärgernisse und Rückschläge des Lebens gelassener zu nehmen

  1. Versetze dich 10 Jahre in die Zukunft und frage dich, inwiefern dieses Ereignis dich dann noch betreffen wird.
  2. Frage dich, ob in diesem Erlebnis – so ärgerlich es auch gerade ist – irgendein Geschenk oder eine Botschaft für dich enthalten ist.
  3. Überlege dir 3 Beispiele aus deinem Leben, bei denen ein ärgerliches Ereignis oder Erlebnis sich im Nachhinein als gut herausgestellt hat.
  4. Bei kleinen Ärgernissen: denke nicht zu viel drüber nach, analysiere nicht unnötig viel, sondern hake es mit einem Lachen und einer wegwerfenden Handbewegung ab.
  5. Bei größeren Misserfolgen oder Scheitern: schau dir ehrlich an, welchen Anteil du selbst daran gehabt haben könntest und schreibe dir die „Lessons learned“ – dein Fazit – für das nächste Mal auf. Dann lass los und vergib dir selbst. Mach dir bewusst: du bist auch nur ein Mensch und du hast dein Bestes getan.
  6. Wenn das Leben dich mal so richtig ungerecht behandelt und du das Gefühl hast, immer wieder kämpfen zu müssen: Bade in Selbstmitleid und jammere! Manchmal ist es nun mal ungerecht und gibt es nichts zu beschönigen. Lege für dich einen bestimmten Zeitraum fest, in dem dies bewusst tust. Danach richte dich neu aus und schau nach vorne.

Mach dir bewusst: wer nicht den Mut hat, zu scheitern, wird immer in seiner Komfortzone bleiben und keine Risiken eingehen. Glücklich und erfolgreich sind die Menschen, die den Mut haben, zu springen, auch ohne dass sie das Netz sehen.

Du bist derzeit in einer schwierigen Situation und möchtest dich neu ausrichten, nach vorne schauen, deinen Lebensmut, deine Träume neu entdecken? Dann lass dich begleiten – mit dem Online-Kurs „Aktiviere dein inneres Glück und leuchte!“

Zitate

„Ihr könnt keinen Zusammenhang herstellen, indem ihr vorausschaut. Ihr könnt diesen nur herstellen, indem ihr zurückschaut. Ihr müsst also darauf vertrauen, dass sich die Punkte in der Zukunft irgendwie verbinden.“ Steve Jobs

„Jedes Leben hat sein Maß an Leid. Manchmal bewirkt eben dieses unser Erwachen.“ Buddha

„Wenn du ein Problem hast, versuche es zu lösen. Kannst du es nicht lösen, dann mache kein Problem daraus.“ Buddha

FLOW: Arbeiten, ohne zu Arbeiten

Fünf Tipps für mehr Flow im Leben

Kennst du diese Tage, an denen man überhaupt nicht in die Gänge kommt? Ich zur Genüge. Ich ärgere mich an solchen Tagen immer, dass die Zeit so nutzlos dahin fließt, ohne dass ich etwas Produktives geschafft habe. Wenn es dann noch draußen sommerlich heiß ist, man die Zeit auch gut und gerne im Freibad oder am See verbringen könnte und gleich das Kind abgeholt werden will – da ist der Frust vorprogrammiert.

Manchmal geht es mir aber auch so, dass ich – wenn ich erstmal mit etwas angefangen habe – unendlich viele Stunden damit verbringen kann, etwas fertig zu kriegen. Ich vergesse dabei sogar, zu essen oder mir etwas zu trinken zu holen – und das will was heißen. Ich gehe dann voll in meiner Aufgabe auf. Ich schau nicht auf die Uhr, weil ich hoffe, dass endlich Feierabend ist, sondern weil ich hoffe, dass noch genügend Zeit bleibt, um weiter zu machen, bevor ich das Kind abholen oder abends ins Bett muss.

Sinn und Potenzialentfaltung bei der Arbeit – wie ist das möglich?

Diesen letzteren beschriebenen Zustand nennen Wissenschaftler den „Flow-Zustand.“ Seitdem die meisten von uns nicht mehr schweißtreibende und harte Arbeit am Fließband machen müssen, rückt immer mehr die Frage in den Vordergrund: wie können wir so arbeiten, dass wir einerseits unser Potenzial voll einsetzen (so hätten es gerne die Chefs), wir andererseits aber auch mit Spaß und Leichtigkeit dabei sind? So wünschen es sich zumindest die meisten Berufstätigen.

Ein Forscher, der sich mit diesem Phänomen besonders einen Namen gemacht hat – wenn auch einen unaussprechlichen –  ist der ungarische Wissenschaftler Mihaly Csikszentmihalyi. Er hat bei Künstlern beobachtet, dass diese in ihrem kreativen Schaffen wie in einer Art „Trance“ den Pinsel geschwungen oder ein Lied komponiert haben. Er machte außerdem Erhebungen mit Spitzensportlern und stellte fest, dass diese vor allem im Flow-Zustand zu Höchstleistungen fähig waren.

Csikszentmihalyi beschreibt Flow auch als „Entrücktsein vom aktuellen Tagesgeschehen“, „das völlige Aufgehen in der momentanen Tätigkeit“ oder „das Verweilen in einem Zustand des glücklichen Unendlichkeitsgefühls.“

Kinder im Dauerflow

Kindern scheint das sehr viel näher zu liegen als Erwachsenen. Im Gegensatz zu mir fällt es meinem Kind überhaupt nicht schwer, in den Flow-Zustand zu kommen. Er nimmt sich ein Spielzeug, Bauklötze oder Playmobil und kann sich so intensiv damit beschäftigen, dass er es auch beim 10. Mal nicht hört, wenn ich ihn dazu auffordere, sich anzuziehen oder die Zähne zu putzen.

Auch wenn mir dann manchmal fast der Geduldsfaden reißt, kann ich es ihm nicht verübeln, dass er in seine Welt eintaucht. Zumal Kinder in diesem Zustand unendlich kreativ sind und mehr lernen, als sie es je durch Belehrungen von außen tun. Sie brauchen in solchen Momenten nicht mal eine positive Rückmeldung – die Aufgabe an sich ist Belohnung genug. Wenn ich meinen Sohn lobe, was er Tolles gebaut hat, will er das nicht hören.

Der Psychologe Siegbert A. Warwitz hat festgestellt, dass bei spielenden Kindern der Urzustand des Flow zu finden ist. Er nennt dies auch „glückseligen Zustand des Bei-sich-Seins.“ Wenn Kinder zum Beispiel Rollenspiele machen, dann spielen sie nicht Captain Sharky, sondern sie sind es. Sie gehen voll in der Figur auf, die sie gerade spielen.

Voraussetzungen für Flow

Doch kann auch ein normaler Erwachsener in diesen Zustand kommen, wenn er nicht Künstler oder Sportler ist? Wie können wir es erreichen, dass Arbeit nicht mehr als Arbeit erscheint, sondern als sinnvoller Ausdruck des eigenen Potenzials? Laut Csikszentmihalyi braucht es folgende Voraussetzungen, um in den Flow-Zustand zu kommen:

⇒ Das richtige Maß an Herausforderung

Mir geht es oft so: wenn die Aufgabe langweilig ist, kann ich mich nicht aufraffen, sie zu beginnen. Wenn mir umgekehrt etwas zu schwierig, komplex oder zu viel erscheint, dann gerate ich in eine Art „Schockstarre“ und es geht auch nichts mehr.

Wichtig ist es, eine gewisse Herausforderung zu haben, aber keine Überforderung. Die Stressforschung bestätigt: „Guter Stress“ – auch „Eustress“ genannt –macht produktiv und kreativ. Zu viel oder zu wenig Stress macht krank.

⇒ Ein Ziel vor Augen haben

Diese alte Geschichte macht deutlich, worum es geht:
Ein Passant traf auf seinem Wege drei verschiedene Arbeiter. Er fragte den ersten, was er denn da tue, als dieser mürrisch einen Stein bearbeitete. „Das siehst du doch. Ich maure“ sagt er dem Passanten. Der zweite tat das Gleiche, schien aber etwas motivierter zu sein. Auf die Frage des Passanten hin antwortete er „ich arbeite an einem Fenster.“ Der dritte Arbeiter bearbeitete mit einer solchen Hingabe den Stein, dass er kaum ansprechbar war. Seine Antwort auf die Frage des Passanten: „Ich baue eine Kathedrale.“

Das Gefühl, für etwas Größeres zu arbeiten, beflügelt uns. Selbst wenn die Tätigkeit an sich nicht spannend ist. Die Sichtweise entscheidet.

⇒ Vollkommene Konzentration und direkt sichtbares Handlungsergebnis

Wenn mein Sohn einen Turm baut, dann stürzt der zusammen oder bleibt stehen. Er sieht sofort, ob er „erfolgreich“ gebaut hat oder nicht. In unserem Arbeits- und Privatleben ist es leider nicht immer so direkt ersichtlich, ob ein Projekt klappt, eine Beziehung hält oder eine Strategie aufgeht. Wichtig ist, dass das Gehirn optimal gefordert ist. Und dass man schnell merkt, ob die Tätigkeit zum Erfolg führt. Ein Fliesenleger sieht schnell, ob es passt, ein Lehrer hingegen braucht viel Geduld und Feingefühl, um kleine Erfolge zu erzielen.

⇒ Die Zeit vergessen

Wer auf der Arbeit nichts zu tun hat, für den zieht sich die Zeit wie Kaugummi. Wer im Flow ist, vergisst die Zeit. Nachteulen wir ich merken dann gegen 2:00 nachts, dass sie doch mal langsam ins Bett gehen sollten.

⇒ Glücksgefühl aus sich heraus

Im „Flow-Zustand“ ist auch die Tätigkeit an sich schon Belohnung genug. Wer in einem Chor singt, zieht sein Glücksgefühl nicht nur aus dem großen Auftritt, sondern auch aus den zahlreichen Proben, in denen jeder kleine Erfolg, jede gelungene Partitur schon zählt.

Auch hier machen Kinder es vor: Wenn mein Sohn ein richtig tolles Schiff aus Magnetspielzeug gebaut hat, dann zerstört er es meist sofort wieder, um neu anzufangen. Das Tun macht ihn glücklich.

Mehr Flow im Alltag – so geht’s

Was bedeutet das für uns? Wir wollen doch schließlich produktiv sein und nicht das, was wir erschaffen, gleich wieder kaputt machen, oder? Chirurgen haben nur eine Chance, es richtig zu machen, sonst kommen sie in Teufels Küche. Auch Baufirmen können ein Haus nicht immer wieder abreißen, bis es ihnen gefällt. Doch wenn wir unsere vielen kleinen Tätigkeiten im Berufs- und Privatleben mal genauer betrachten, können wir trotzdem Voraussetzungen schaffen, um öfters in den Flow-Zustand zu kommen. Und somit mehr Erfüllung, Produktivität, Kreativität und sogar Spaß bei dem zu empfinden, was wir tun.

Flowtipp 1: Lass den Perfektionismus los

Oft lähmt uns das Gefühl, es unbedingt richtig machen zu wollen. Perfektionismus ist ein Grund dafür, dass wir vieles entweder gar nicht anfangen oder es nicht zum Ende bringen. Wie oft höre ich Menschen sagen, „Ich muss vorher noch die oder die Ausbildung machen, bevor ich loslegen kann.“ Auch Fehler dürfen sein und gehören dazu. Edison hat es Tausende Male immer wieder neu versucht mit der Glühbirne. Vertriebler müssen sich zahlreiche „Neins“ einholen, um irgendwann mal ein „Ja“ zu bekommen. Lass den Gedanken los, dass alles sofort perfekt sein muss. Fange einfach an – der Rest kommt von selbst.

Flowtipp 2: Sieh das Große Ganze

Um in den Flow zu kommen, ist es hilfreich, ein Ziel vor Augen zu haben, das Größere Ganze. Im beruflichen Zusammenhang bedeutet das: Sieh das Ziel des Unternehmens, des Projektes oder des Produktes an und führ dir vor Augen, inwiefern dieses Produkt oder diese Organisation etwas für das Wohl der Menschen tut. So ziemlich jede Aufgabe – vom Manager bis zur Putzfrau – hat ihre Bedeutung, sonst gäbe es sie nicht.

Solltest du in deiner Tätigkeit auch bei genauerer Betrachtung absolut nichts finden, was der Menschheit dient, dann wechsele deinen Job. Gleiches gilt auch, wenn du dich ständig über- oder unterfordert fühlst mit den Aufgaben, die dir zugetragen werden.

Flowtipp 3: Schalte Ablenkungen aus

Es fällt uns immer schwerer, uns länger auf eine Aufgabe zu konzentrieren. Ständig tingeln neue Nachrichten ein, WhatsApp-, Telegram-, Mails, Facebook etc. Wie oft sind wir versucht, mal eben zwischendurch drauf zu schauen. Und schon brauchen wir wieder richtig lange, um zurück in die jeweilige Aufgabe zu finden. Also: Benachrichtigungen ausschalten, das Handy auf stumm oder weit weg gelegt, die Bürotür zu und Eintauchen in die wirklich wichtige Aufgabe. Es ist bei dir im Büro nicht machbar? Dann finde Wege – vielleicht durch Home Office oder ein Schild an der Tür.

Flowtipp 4: Lerne zu spielen und zu lachen

Jeder von uns konnte spielen. Doch mit der Zeit haben wir es verlernt. Erwecke deinen Spieltrieb wieder. Mache etwas Albernes, spiele mit Kindern, tue etwas, was du sonst nie tun würdest. Humor ist dabei das A und O, denn damit geht alles leichter. Suche dir eine Lachyoga-Gruppe. Hier gibt es einen Raum, in dem du ungestört und ungehemmt spielen kannst. Hier ist albern sein erlaubt, loslassen, lachen und lustig sein.

Wenn wir etwas verkrampft tun oder wollen, entsteht kein Flow. Wenn wir jedoch üben, spielerisch an Dinge heran gehen, dann meistern wir auch Herausforderungen leichter.

Flowtipp 5: Erschaffe dir Flow-Momente

„Flow“ ist in deinem Beruf nicht machbar, aber du kannst derzeit nicht kündigen? Dann schaue privat nach Möglichkeiten und Aktivitäten, die dich in den Flow bringen. Singe in einem Chor, mache einen Malkurs, schreibe Gedichte oder koche etwas nach einem besonderen Rezept. Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, sich Flow-Erlebnisse – und somit auch Glücksmomente – zu erschaffen. Mehr Ideen und Tipps dazu findest du auch im vorherigen Blog „Das Ei das auf den Teppich fiel„.

Ich wünsche dir viel Leichtigkeit und FLOW!

Namasté

Angela

P.S: du weißt nicht so recht, welche Ziele du dir setzen sollst oder bist noch unklar über deine Ausrichtung, den Sinn, deine Visionen? Dann lerne das SMILE-Programm kennen und lass dich begleiten – mach jetzt den kostenlosen Happiness Check…

Zitate

„Indem wir uns mit jedem Detail unseres Lebens befassen, egal ob gut oder schlecht, finden wir Glück, nicht indem wir direkt danach suchen.“ Mihály Csíkszentmihályi

„Glück entsteht auf der Grenze zwischen Langeweile und Angst, wenn also die Herausforderung genauso groß ist wie die Fähigkeit, mit ihr umzugehen.“ Mihaly Csikszentmihalyi

„Der Mensch spielt nur, wo er in voller Bedeutung des Wortes Mensch ist, und er ist nur da ganz Mensch, wo er spielt.“ Friedrich Schiller

Buchtipp

Mihaly Csikszentmihalyi: Flow. Das Geheimnis des Glücks

Fels in der Brandung des Lebens – warum Meditation glücklich macht

Boh, ist das langweilig! Ferse, Spann, Ballen, Zehen – gaanz langsam schreite ich durch die Gehmeditation. Lieber würde ich jetzt joggen gehen oder mich mit jemandem angeregt unterhalten. Aber ich soll eben lahm gehen, hier im „Vipassana Meditation Center“ in Nepal. Ich müsste nachher mal mein T-Shirt durchwaschen, fällt mir da ein. Und bald gibt es endlich Frühstück! Meine Gedanken schweifen ab. Ich zwinge mich, bei der Wahrnehmung meiner Fersen zu bleiben, bei jedem einzelnen Muskel, der sich anspannt, wieder entspannt, bei jedem Druckpunkt, der meinen Fuß nacheinander mit der Erde verbindet. Dann spüre ich die aufgehende Morgensonne auf meinen Wangen, dazu den sanften Wind. In der Ferne ertönt der Gong des nahen japanischen Tempels, exotische Vögel beginnen ihr Lied zu singen. Am Wegesrand sehe ich eine Blume, die in einem solch tiefen Rot blüht, wie ich es noch nie zuvor gesehen habe. Ein Schmetterling tanzt um sie herum. Was für eine unendliche Fülle an Sinneseindrücken!

Später, in der Sitzmeditation, geht es nur noch um die Innenwelt. Der Raum ist abgedunkelt, man soll sich anderthalb Stunden lang nicht bewegen, die Füße schlafen ein. Die Schmerzen wandern von einer Stelle im Körper zur nächsten. Manchmal sind sie kaum noch aushaltbar. Wenn ich dann trotzdem ausharre, beginnt die Energie in meinem Körper zu fließen. Wow! Solche Momente gehören zu den schönsten in diesen 10 Tagen, dich ich mir hier auferlegt habe. Die längsten 10 Tage meines Lebens – und doch auch mit die prägendsten.

Meditation – Trend nicht nur in der Wirtschaftswelt

Meditation: das ist heute keine weltferne Eso-Masche mehr, sondern in aller Munde. In der Wirtschaftswelt redet man von „Achtsamkeit“ und so manch ein gestandener Manager meditiert vor wichtigen Meetings, um gelassen und mit innerer Kraft in die Verhandlung gehen zu können. Entspannung, MBSR und Meditation werden nicht nur in zahlreichen Frauenmagazinen als Weg zur Gelassenheit empfohlen, sondern auch in ZEIT, FAZ und Wirtschaftswoche. Dies birgt jedoch die Gefahr, dass Menschen sich gedrängt fühlen, diesem Trend zu folgen. Um fit für den Erfolg oder leistungsfähiger zu werden oder um noch besser zu funktionieren.

Innere Einkehr – neue Perspektiven

Doch es geht um das Gegenteil. Nämlich darum, einfach mal zu sein statt zu tun und zu machen. Ziel ist es, inne zu halten, zur Ruhe zu kommen, den eigenen – meist negativen – Gedankenkreislauf zu durchbrechen. Bei der Meditation üben wir, im Hier und Jetzt zu sein, die Perspektive zu wechseln und Zugang zur eigenen Intuition, göttlichen Essenz oder inneren Weisheit zu finden. Durch Meditation stärken wir unsere innere Kraft und machen unsere Lebenszufriedenheit und Gefühle unabhängig von den Stürmen des Lebens. Sie hilft uns, aus der Opferrolle auszusteigen und zu erkennen, in welchen Bereichen des Lebens wir uns viel zu viele Sorgen und Gedanken machen. Wir werden uns bewusst, dass wir dem alltäglichen Stress und unseren Problemen nicht hilflos ausgeliefert sind. Viele Probleme verlieren an Bedrohlichkeit, wenn wir unsere Einstellung dazu verändern. Durch Meditation können wir dies Schritt für Schritt tun – in Richtung mehr Lebensfreude, Gelassenheit und Zufriedenheit. Dabei wiederum können bessere Konzentrationsfähigkeit, Stressresistenz und somit auch mehr Erfolg im Leben durchaus eine Folge von regelmäßiger Meditationspraxis sein.

Meditation verändert Gehirnstrukturen

Auch für Skeptiker oder diejenigen, die sich gerne selbst als „Verstandesmensch“ bezeichnen, gibt es mittlerweile genügend Argumente und Studien, die die positive Wirkung von Meditation belegen. Forscher weltweit haben herausgefunden, dass bei der Meditation der Blutdruck sinkt, der Herzschlag sich verlangsamt, die Atmung sich vertieft und Muskelanspannungen reduziert werden. Hirnforscher haben festgestellt, dass sich durch regelmäßige Meditation die Aktivität des Gehirns messbar verändert. Und zwar genau in den Hirnregionen, wo es um Gefühle geht, und auch um körperliche Empfindungen. Der Hirnbereich, in dem Sinneseindrücke gebündelt werden (Thalamus) und die gesamte Aufmerksamkeit sich sammelt, wird gestärkt. Der Fokus richtet sich auf positive Dinge und die Hirnregion, in der Angst und Stress entstehen (Amygdala), wird gedämpft. Auch konkrete körperliche Beschwerden lassen sich nachweislich durch Meditation reduzieren, so zum Beispiel Kopfschmerzen, Schlafprobleme, Herzstolpern oder Durchblutungsstörungen.

Meditation gegen Kriminalität?

Einige Studien beschreiben darüber hinaus noch den sogenannten „Maharishi-Effekt“: demnach sei in den Städten in den USA, in denen mindestens 1% der Bevölkerung regelmäßig Meditation ausübten, die Kriminalität signifikant zurückgegangen. So könnte Meditation auch ein Weg sein, um zu mehr Frieden, Harmonie und Mitgefühl auf dieser Welt beizutragen. Die Belegbarkeit dieser These wird jedoch von einigen Seiten angezweifelt.

Unabhängig von wissenschaftlichen Ergebnissen und Belegen erlebe ich, was in unseren Kursen und Seminaren passiert, in denen Menschen inne halten, meditieren, atmen, entspannen oder Yoga praktizieren. Der Gruppenzusammenhalt steigt, es entstehen Mitgefühl, Liebe und Verständnis für die Mitmenschen. Statt Stress, Misstrauen oder Konkurrenz breitet sich eine Atmosphäre von Gelassenheit und Zufriedenheit aus. Da jeder einzelne ein sehr viel stärkeres Bewusstsein für die eigenen Bedürfnisse – aber auch die Bedürfnisse der anderen – entwickelt, finden die meisten eine gute und gesunde Ausgewogenheit zwischen „für sich selbst sorgen“ und für andere da sein. Nicht nur im Seminar selbst, sondern auch später im Alltag.

5 Tipps, um Meditation in den Alltag zu integrieren

Doch wie lässt sich Meditation dauerhaft und sinnvoll in den Alltag integrieren? Ich selbst kam damals mit den besten Vorsätzen aus dem Meditationszentrum heraus: Jeden Tag zweimal anderthalb Stunden, das hatte ich mir vorgenommen. Zwei Wochen lang habe ich das durchgehalten. Dann kamen wieder Lebensphasen, in denen ich völlig vom Alltag verschluckt wurde, gar nicht meditierte oder nur selten. Nach jahrelangem Experimentieren habe ich nun Wege gefunden, die mir helfen, dran zu bleiben. Diese Erfahrungen möchte ich hier mit dir teilen.

1. Weniger ist mehr

Jeden Tag anderthalb Stunden in tiefe Meditation versinken? Das schaffen vielleicht Mönche im Himalaya, aber für einen normalen berufstätigen Menschen ziemlich unrealistisch. Macht aber überhaupt nichts. Der Wissenschaftler John Kabat Zinn hat festgestellt, dass auch kurzes, regelmäßiges Meditieren positive Effekte zeigt. Nimm dir also lieber eine kürzere Zeitdauer vor und versuche, dies regelmäßig zu machen, statt nach wenigen Tagen entnervt aufzugeben, weil du keine anderthalb Stunden schaffst. 15 Minuten täglich reichen schon aus.

2. Sei nicht zu streng mit dir selbst – aber bleibe dran

Geißele dich nicht selbst, wenn es mal an einem Tag nicht klappt. Es wäre schade, wenn Schuldgefühle die bereits erzielten Fortschritte wieder zunichte machten. Mache dann einfach am nächsten Tag wieder weiter! Wichtiger ist, dass du dauerhaft dran bleibst, auch wenn du immer wieder neu anfängst.

3. Fange leicht an und probiere aus

Du musst nicht gleich die schwierigsten Meditationstechniken beherrschen, um loszulegen. Absolute Gedankenlosigkeit mag für einige das Ziel sein, sollte aber nicht krampfhaft angestrebt werden. Beginne sanft, vielleicht mit einem täglichem „Body Scan“ oder Yoga Nidra, oder auch einer geführten Phantasiereise. Wenn du dann das Gefühl hast, dabei schon ruhiger zu werden, kannst du weitere Techniken ausprobieren.

4. Nutze die 40-Tage-Formel

Laut Yoga-Tradition braucht der Mensch 40 Tage, bis sich eine neue Denk- oder Handlungsweise als Gewohnheit etabliert hat. Laut Gehirnforschung braucht es 30 Tage, bis sich neue neuronale Verbindungen im Gehirn bilden. Wenn du verschiedene Arten von Meditation ausprobieren möchtest, dann bleibe mindestens 40 Tage am Stück bei einer Technik. Führe dabei Tagebuch über das, was in deinem Leben so passiert. Dann kannst du die Wirkung verschiedener Techniken noch besser reflektieren.

5. Sei ohne Erwartungen

Wie bei vielen anderen Dingen ist es bei der Meditation auch: Je mehr wir mit einer bestimmten Vorerwartung oder Vorbewertung herangehen, umso weniger erfüllt sich dies. Erwarte weder Erleuchtung noch Wunderheilung von irgendeiner Art der Meditation. Denn genau das ist auch das Prinzip: Löse dich von allen Vorstellungen, wie die Dinge sein sollten und akzeptiere das, was gerade ist. Je mehr du dich der Erwartungslosigkeit hingibst, umso mehr wirst du positiv überrascht werden.

Ich wünsche dir viel Spaß dabei!

Namasté Angela

 

Glücksaufgabe

Mache dir eine Notiz in deinem Kalender, in 40 Tagen. Wähle eine Meditationstechnik für dich aus, die du in diesen 40 Tagen anwenden möchtest. Besorge dir ein Tagebuch und schreibe jeden Tag deine Erfahrungen auf.

Meditationen für dich

Hier findest du Entspannungsreisen, Meditationen, Yoga Nidra und vieles mehr. Such dir einfach eine raus und lege los!

 

Buchtipps

Meditation löst Lebensprobleme von Safi Nidiaye

Jetzt! Die Kraft der Gegenwart von Eckhart Tolle

 

Bekannte Entspannungs- und Meditationstechniken

Body Scan

Eine sehr einfache und effektive Möglichkeit, den Grübelkreislauf der Gedanken zu unterbrechen, inne zu halten und in die Entspannung zu kommen. Dieser wird eingesetzt als Vorbereitung auf autogenes Training sowie zur Entspannung nach einer Yoga-Stunde oder auch Fitness-Stunde. Hierbei geht man den Körper gedanklich durch und entspannt nach und nach jeden Körperteil. Hier findest du einen angeleiteten Body Scan…

Yoga Nidra

Yoga Nidra bedeutet „yogischer Schlaf“. Dies ist eine Yoga-Technik aus der tantrischen Tradition, die durch tiefe Entspannung und bewussten Schlaf den Zugang zu tiefen Bewusstseinsschichten ermöglicht. Yoga Nidra ist eine systematische Methode, um vollkommene mentale, emotionale und physische Entspannung herbeizuführen. Diese geführte Reise durch den Körper lenkt das Bewusstsein auf alle Körperteile. Die Teilnehmer scannen dabei ihren Körper vom Kopf bis zu den Zehen und entspannen dabei jeden einzelnen Teil ihres Körpers. Optional führt der Gruppenleiter sie danach durch verschiedene Visualisierungen und Empfindungen, z.B. heiß/ kalt, leicht / schwer, Atemräume (Nase, Brustraum, Bauch), Orte der Entspannung (Meer, Wald, Landschaft). Weiterhin gibt es die Möglichkeit, am Anfang einen Wunsch oder Intention (Sankalpa) einzugeben und die Aufmerksamkeit am Anfang und Ende darauf zu lenken. Hier findest du eine Yoga Nidra Kurzentspannung…

Phantasiereise

Fantasie-, Märchen- oder Traumreisen sind imaginative Verfahren. In der Psychotherapie werden sie zum Aufspüren von innerer Kraft und Weisheit eingesetzt. Als Entspannungsverfahren wirken sie therapeutisch. Sie werden als Geschichten von einem Sprecher erzählt. Ein tiefer Ruhe- und Erholungszustand wird durch eine entspannte Körperposition, die Zuwendung durch den Sprecher sowie die Hinwendung auf die meist als angenehm erlebten Bilder in der eigenen Fantasie erzielt. Durch eine herabgesetzte Muskelspannung kommt es zu einer körperlich-seelischen Entspannung. Der Zuhörer stellt sich innere Bilder zu den Texten vor, in die möglichst viele angenehme Sinneseindrücke eingebaut sind. Hier geht es zur Phantasiereise „Die Oase“…

Vipassana-Meditation

Vipassana ist eine der ältesten Meditationstechniken Indiens und bedeutet soviel wie „die Dinge zu sehen, wie sie wirklich sind“. Es geht hier darum, den Geist von trüben Gedanken und „Unreinheiten“ zu befreien. Dies geschieht durch Selbstbeobachtung. Man beobachtet den Atem, körperliche Empfindungen und die Gedanken. Alles was gerade da ist – Gedanken, Sorgen, Schmerzen – wird als reine Empfindung angesehen und von einer Bewertung (gut oder schlecht) abgekoppelt.

Zen-Meditation

Zen ist eine wichtige Richtung im Buddhismus. Der Begriff „Zen“ leitet sich vom Sanskrit ab und bedeutet „Meditation“ oder „Versenkung“. Man versucht dabei, im gegenwärtigen Augenblick präsent zu sein, sei es bei der Zen-Meditation in der Konzentration auf die Haltung und Atmung oder auch bei allen anderen Tätigkeiten des Alltags. Um den Gedankenkreislauf zu stoppen, arbeitet man hier mit „Tricks“, wie z.B. von 1 bis 10 zählen, den Atem beobachten, sich mit Rätseln („Koans“) befassen. Das sind unlösbare Aufgaben oder paradoxe Aussagen, die der Lehrer dem Schüler in die Meditation mitgibt.

MBSR – Mindfulness Based Stress Reduction

Die Achtsamkeitsbasierte Stressreduktion (Mindfulness-Based Stress Reduction – MBSR) ist ein von dem Molekularbiologen Jon Kabat-Zinn in den späten 1970er Jahren in den USA entwickeltes Programm zur Stressbewältigung durch gezielte Lenkung von Aufmerksamkeit und durch Entwicklung, Einübung und Stabilisierung erweiterter Achtsamkeit. Hier geht es um eine Kombination von Yoga, Sitz- und Gehmeditation. Bei allen Übungen steht das nicht-wertende Annehmen dessen im Vordergrund, was gerade im Augenblick wahrnehmbar ist. Das können Körperempfindungen (z. B. Druck, Kribbeln), Gefühle (angenehm / unangenehm), Emotionen (z. B. Angst, Trauer), Stimmungen, Sinneswahrnehmungen oder Gedanken sein. Diese Methode findet sowohl in der Wirtschaftswelt immer größere Verbreitung, wird aber auch im klinischen Bereich (zum Beispiel mit chronisch Kranken) eingesetzt.

Dynamische Meditationen

Der spirituelle Lehrer Osho hat verschiedene Meditationen entwickelt, die mit Bewegung verbunden sind: zum Beispiel schütteln, tanzen, springen, aber auch Wut oder Albernheit herauslassen. Verschiedene Gefühle wie Weinen und Lachen finden hier ebenso ihren Ausdruck.

Besonders effektiv ist vor allem die Lachmeditation, die auch im Lachyoga nach Dr. Madan Kataria eingesetzt wird. Hier lässt man ca. 10 – 30 Minuten lang das Lachen frei sprudeln. Dies kann alleine praktiziert werden, ist aber einfacher in einer Gruppe, weil hier der gegenseitige Ansteckungseffekt genutzt werden kann. Hier findest du eine „Lachaufnahme„, die dich dabei unterstützen kann, in das freie Lachen hinein zu kommen.

Zitate

„Bei der Meditation geht es nicht um den Versuch, irgendwo hinzugelangen. Es geht darum, dass wir uns selbst erlauben, genau dort zu sein, wo wir sind, und genau so zu sein, wie wir sind, und desgleichen der Welt zu erlauben, genau so zu sein, wie sie in diesem Augenblick ist.“ Jon Kabat-Zinn

„Das Gegenstück zum äußeren Lärm ist der innere Lärm des Denkens. Das Gegenstück zur äußeren Stille ist innere Stille jenseits der Gedanken.“ Eckhart Tolle

„Du kannst die Wellen nicht stoppen, aber du kannst lernen zu surfen.“ Jon Kabat-Zinn

„Meditation ist das Reinigen des Geistes und Herzens vom Egoismus; durch diese Reinigung entsteht das richtige Denken, das allein den Menschen vom Leid befreien kann.“ Jiddu Krishnamurti

„Existenz ist nur im gegenwärtigen Moment. Der Verstand ist niemals im gegenwärtigen Moment.“ Osho

 

Wo ist unsere Zeit geblieben?

Neulich saß ich an einem Sonntagmorgen gemütlich mit Mann und Sohn am Frühstückstisch. Das kommt selten vor, da ich oft an Wochenenden unterwegs bin –  umso mehr genieße ich den freien Morgen. Wir unterhalten uns und überlegen, was wir heute so unternehmen könnten. „Ich schau mal, wie das Wetter ist“, sagt mein Partner und holt sein Smartphone hervor. „Ok“ sage ich, „dann hole ich mir solange noch einen Kaffee.“ Der Weg zur Küche führt durch den Flur. Dort liegt mein Smartphone. Ach, ich schau mal eben, wie spät es ist, denke ich, und schon sehe ich dieses trügerische Zeichen auf dem Telefon: eine neue WhatsApp! Dopamin befeuert mein Hirn. Es könnte etwas Wichtiges sein, denke ich, vielleicht wegen des Kurses morgen? Ich nehme mein Smartphone mit zum Tisch und schaue drauf. Der Kaffee ist plötzlich vergessen. „Darf ich einen Film gucken?“ fragt mein Sohn, sobald er dieses Gerät sieht. „Bitte, nur ganz kurz!“ PAFF, voll ertappt! Warum sitzen wir plötzlich alle mit dem Smartphone da? Warum dreht sich alles nun nur noch um dieses kleine Gerät?

War früher alles besser?

Ich würde in solchen Momenten am liebsten die Zeit anhalten und zurück drehen. Zurück zu den Zeiten, in denen ich in der S-Bahn und auf Reisen noch ein Buch gelesen habe. In denen ich Kindern (damals noch als Babysitterin) auf dem Spielplatz einfach nur beim Spielen zugeschaut habe – ja, mich vielleicht sogar ein bisschen gelangweilt habe. Aber mit voller Aufmerksamkeit da war, und nicht bei Facebook, WhatsApp oder Instagram. Zurück zu der Zeit, wo ich mit meiner ersten Liebe verliebt am Strand gesessen habe – ohne sofort zu überlegen, welches Bild wir jetzt posten, um allen zu zeigen, wie glücklich wir sind. Zeiten, in denen mein Sohn nicht sagen würde „Mama, gib das mal eben in Google ein“, sondern wir gemeinsam erwartungsvoll einen Duden aufschlagen würden, so wie mein Opa es früher mit uns gemacht hat. Oder wir sogar zusammen in die Stadtbibliothek fahren, um etwas über ein Thema herauszufinden. Eine Zeit, in der ich mit Freunden in der Kneipe zusammen gesessen habe, ohne gleich Videos und Bilder vom Haustier, den Kindern, dem letzten Urlaub oder der letzten Mahlzeit aufgedrückt zu bekommen. Oder ich selbst reflexartig mein Smartphone zücke, um Bilder von meinem Sohn oder sonstigen Erlebnissen zu zeigen.

Zeit – jeder will sie, keiner hat sie

Aber wir können die Zeit nicht zurück drehen. Und das ist letztlich auch gut so. Wir alle kennen die Vorteile der neuen Technologien. Vieles ist praktischer und bequemer geworden, das ganze Wissen der Welt steht uns innerhalb von Sekunden zur Verfügung. Doch eines hat sich durch die Digitalisierung nicht geändert, so zumindest der Eindruck: Wir haben nicht mehr Zeit gewonnen. Wie kann das sein? Und wo soll das noch hinführen? Warum haben wir alle das Gefühl, dass wir nur noch der Zeit hinterher hetzen?

Offenbar reißt die Beschleunigung fast jeden von uns mit, der nicht zurückgezogen in der Almhütte oder im brasilianischen Urwald lebt. Das Wissen der Menschheit hat sich innerhalb von kürzester Zeit vervielfacht, das Tempo auch. Wir Menschen passen uns daran an, kaum einer kann sich dem entziehen, selbst wenn er möchte. Studien zeigen, dass Menschen, die nicht ihren Fähigkeiten entsprechend eingesetzt oder gefordert sind, über kurz oder lang in Langeweile und Resignation verfallen. Menschen, die erst unter Zeitdruck eine Aufgabe lösen mussten, langweilen sich, wenn sie später dafür mehr Zeit haben. Nicht ohne Grund entwickeln Menschen, die dauerhaft unter dem Label „Hartz IV“ aussortiert werden und sich nicht gebraucht fühlen, Lethargie bis hin zur Depression. Es liegt in unserer Natur, dass wir gefordert sein wollen, uns weiter entwickeln und wachsen wollen.

Ich glaube sogar, dass es der Sinn unseres Lebens ist, die eigene Lebensaufgabe zu entdecken und diese umzusetzen. Mit anderen Worten: unser vollkommenes Potenzial zu leben. Doch geht das nicht auch, ohne dass wir uns ständig gehetzt und getrieben fühlen angesichts all der Aufgaben, Nachrichten und Verpflichtungen, die auf uns einprasseln? Wie können wir es hinkriegen, mal runterzufahren und uns auf die wesentlichen Dinge zu fokussieren?

Vielleicht können und wollen wir auf unsere technologischen Errungenschaften nicht verzichten. Aber wir können beginnen,  damit bewusster umzugehen. Denn wie sollen wir unseren Kindern das Spielen mit dem Smart Phone untersagen, wenn wir selbst es ständig vormachen? Übrigens: Im Silicon Valley achten die meisten Eltern sehr streng darauf, dass ihr Nachwuchs möglichst wenig Zeit mit Smartphones, Tablets und Computern verbringt. Das sollte einem zu denken geben.

Gefragt oder gelangweilt?

Neben dem „digitalen Wahnsinn“ gibt es natürlich noch weitere Ursachen dafür, dass viele von uns sich so gestresst und getrieben fühlen: nicht nein sagen können, Leistungsdruck, Perfektionismus oder die Befürchtung, nicht mehr mitzukommen oder nicht gemocht zu werden. Hinzu kommen Angst vor Langeweile oder Leere. Kennst du das Phänomen, dass Termine sich wundersamerweise sofort wieder auffüllen, sobald einer frei wird? Die  Leere lässt sich heutzutage so leicht stopfen und verdrängen – egal ob durch Freizeitstress, Smartphone, TV oder Tablet. Auch viel arbeiten ist eine effektive Möglichkeit, sich selbst und der Begegnung mit dem Inneren aus dem Weg zu gehen.

Mir selbst wurde das schmerzlich bewusst, als ein Freund zu mir sagte „du hast ja anscheinend nie Zeit.“ Ja, da ist was dran. Von meinem Ausbilder – Dieter Hörner – habe ich damals den Gedanken mitgenommen: „Zeit ist Existenz.“ Das führt zu der Frage: Welche Existenz gestehen wir uns selbst, unserem Leben zu? Wenn wir dieser Frage nachgehen, dann geht es nicht mehr um Zeitmanagement oder Zeitersparnis durch irgendwelche technischen Innovationen. Dann geht es um die Frage: Was ist wirklich wichtig im Leben?

Jeder von uns könnte morgen einen Unfall haben und monatelang im Krankenhaus liegen. Die Erde würde sich weiter drehen. Keiner von uns ist unersetzbar, auch wenn wir das manchmal denken. Keiner von uns weiß, wie lange er oder sie noch lebt. Alle reden davon, man müsse die Zeit optimal nutzen, den Tag genießen, aus jedem Augenblick das Beste rausholen. Aber setzt uns das nicht auch wieder unter Druck? Muss Zeit immer effektiv genutzt werden, oder darf sie auch mal so dahin plätschern?

Was ist wirklich wichtig?

Ich denke, dass die größte Herausforderung „unserer Zeit“ darin liegt, uns noch konsequenter auf unsere eigenen Werte und Prioritäten zu besinnen. Wenn wir selbst Klarheit darüber haben, was uns wichtig ist im Leben, dann finden wir auch den Mut, dafür einzustehen. Dann geht es nicht mehr darum, was die anderen von uns denken oder ob jeder uns mag, sondern darum, dass wir selbst glücklich sind. Und das heißt auch, mit dem Unperfekten glücklich zu sein. Einfach nur zu SEIN, ohne ständig etwas tun oder darstellen zu müssen. Die eigenen Prioritäten zu kennen und zu diesen zu stehen, ohne es allen recht machen zu wollen.

Wie wir das umsetzen, liegt in unserer Hand. Wir selbst können uns dafür entscheiden, einfach mal mit dem Kind – oder auch alleine – in die Bibliothek zu gehen. Wir selbst können beim Essen oder beim Treff mit Freunden das Smartphone ausgeschaltet lassen. Mal wieder ein Buch aus Papier lesen oder eine Postkarte an jemanden schreiben. Und beim Frühstückstisch am Sonntagmorgen mal nicht auf das Smartphone, sondern einfach aus dem Fenster schauen, wie das Wetter ist.

Fragen für die Woche

  • Was ist dir wirklich wichtig im Leben?
  • Was möchtest du mal eine Zeit lang bleiben lassen, was dir unnötig Zeit raubt?
  • Womit möchtest du wieder mehr Zeit verbringen?

Glücksanregungen für die Woche

  • Lasse mal einen Tag lang dein Smartphone aus
  • Schreibe einen Brief oder eine Postkarte an einen Menschen, bei dem du dich länger nicht gemeldet hast

Tipps

Buchtipp: „Das Leben ist keine ToDo-Liste“ von Shirley Seul

Filmtipp: arte-Reportage „Speed. Auf der Suche nach der verlorenen Zeit“, anzusehen auf youtube …

Podcast-Tipp: Veit Lindau mit dem Vortrag „Mensch 4.0“, auf youtube…

Zitate

„Jetzt sind die guten alten Zeiten, nach denen wir uns in zehn Jahren zurücksehnen.“ Peter Ustinov

„Ihre Zeit ist begrenzt, also verschwenden Sie sie nicht damit, das Leben eines anderen zu leben. Lassen Sie sich nicht von Dogmen in die Falle locken. Lassen Sie nicht zu, dass die Meinungen anderer Ihre innere Stimme ersticken. Am wichtigsten ist es, dass Sie den Mut haben, Ihrem Herzen und Ihrer Intuition zu folgen. Alles andere ist nebensächlich.“ Steve Jobs

Glücklich machen macht glücklich

„Mitgefühl und Liebe sind keine bloßen Luxusgüter. Als die Quelle von innerem und äußerem Frieden sind sie grundlegend für das Überleben unserer Spezies.“ Dalai Lama

In meinem Leben gab es eine Zeit, in der ich sehr unglücklich war – mein Job war futsch, die Beziehung kaputt. Ich steckte im Negativ-Kreislauf und fühlte mich als Opfer äußerer Umstände. Der Leidensdruck war so groß, dass er mich aus meiner Komfortzone heraus katapultierte. Etwas musste sich ändern. So beschloss ich, länger nach Indien zu reisen, um in einem Hilfsprojekt mitzuarbeiten. Gelandet bin ich bei einem französischen Arzt, der Kranke behandelte – in den Slums, auf der Straße. Dort sah ich Lebensumstände, die ich mir vorher nicht mal ansatzweise vorstellen konnte. Menschen, die auf Bahnsteigen lebten, Kinder, die im Müll und Dreck spielten, Frauen, deren Brandwunden sich über den ganzen Körper zogen. Das Erstaunliche aber war: Egal, wie miserabel es diesen Menschen ging – sie hatten immer ein Lächeln und einen „Namasté“-Gruß als Dankeschön für uns übrig.

Wie konnten diese Menschen noch lächeln? Und wie konnte ich es mir je anmaßen, mich als Opfer gefühlt zu haben? Ich hatte ein Dach über dem Kopf, sauberes Wasser, eine Ausbildung, alle Möglichkeiten. In dem Moment schämte ich mich fast dafür, dass ich zu Hause vor lauter Selbstmitleid zerflossen war. Aber noch erstaunlicher war die Erkenntnis: Ich war hier so glücklich wie selten zuvor! Ja, es flashte mich geradezu, mal wirklich etwas für andere tun zu können, statt um mich selbst und mein eigenes Leid zu kreisen. Mir wurde bewusst, wie unglaublich gut es uns in Deutschland geht – besser als dem größten Teil der Menschheit. Ich stellte fest, dass die freiwilligen Helfer, die hier in dem Projekt ihre Urlaubszeit opferten, allesamt mindestens genauso viel zurück bekamen wie sie gaben. Und ich sah, dass materieller Wohlstand, so wie wir ihn in Deutschland genießen, nicht zwangsweise glückliche Menschen hervorbringt. Während die Inder stets Zeit hatten für einen Plausch beim Chai, zusammen saßen, dabei scherzten und viel lachten, sind in Deutschland Depression und Einsamkeit zu einem ernsthaften Problem geworden.

Weltglückstag: Gemeinschaft statt Wachstumswahn

Bis vor wenigen Jahren herrschte in den Industrieländern noch die gängige Meinung, dass Wirtschaftswachstum das einzige anzustrebende Ziel sei. Und tatsächlich sind laut „World Happiness Report“ die Menschen in wohlhabenden Ländern wie Finnland oder Dänemark glücklicher als in „Krisenländern“ wie Griechenland oder Venezuela. Ein gewisses Grundmaß an Wohlstand und Einkommen ist sicherlich erforderlich, um zufrieden zu leben. Trotzdem setzt sich immer mehr die Erkenntnis durch, dass bedingungsloses Wachstum um jeden Preis kein Garant für Wohlstand ist.

Mit dem „Weltglückstag„, den es seit 2013 gibt, haben die Vereinten Nationen anerkannt, dass Glück ein „grundlegendes Ziel für die Menschen“ ist. Sie betonen, dass „Fortschritt“ nicht nur Wachstum bedeuten sollte – sondern auch die Erhöhung von Glück und Wohlbefinden für die Menschen. Sie berufen sich dabei auf die drei Säulen „Soziales“, „Wirtschaft“ und „Umwelt“, die gleichsam wichtig sind. Auch bei den „17 Zielen für nachhaltige Entwicklung“ (2015 von den UN beschlossen) geht es nicht nur um Reduzierung der Armut, sondern auch um Wohlbefinden und Gesundheit, Frieden, Gerechtigkeit, Bildung und Nachhaltigkeit. Das kleine Land Bhutan macht es vor. Schon seit den 70er Jahren hat hier das „Bruttonationalglück“ vor dem Bruttosozialprodukt Priorität. Bereits die Schulkinder erlernen hier „Glückskompetenzen“ wie Achtsamkeit, Empathie, Konfliktmanagement und Meditation. Was können wir also in unserem Umfeld tun, um Glück und Freude zu verbreiten und auch zu leben?

Drei Glückstipps zum Weltglückstag

  1. Gutes tun: Nutze an diesem Tag jede Gelegenheit, um andere Menschen glücklich zu machen. Studien belegen, dass „Gutes tun“ einer der besten Wege ist, selbst zufrieden zu sein. Daher ruft der Weltglückstag Menschen dazu auf, an diesem Tag ganz bewusst Mitgefühl, Empathie und Hilfsbereitschaft zu leben.
  2. Beziehungen kultivieren: Nimm Kontakt auf zu einem lieben Menschen, den du besonders magst oder den du länger nicht gesehen hast. Schreibe ihm eine Karte oder sag ihm etwas Nettes. Glückliche und erfüllte Beziehungen sind der Glücksfaktor schlechthin. Damit sind sowohl Familie und enge Freunde gemeint als auch Arbeitskollegen, Freizeitgefährten oder die Gemeinschaft in einer Gruppe oder einem Verein.
  3. Dankbarkeit leben: Halte inne, atme und denke an mindestens drei Dinge, für die du dankbar bist. Dankbarkeit ist eine Lebenseinstellung, die vielleicht altmodisch klingt, aber definitiv glücklich macht.

All das sollte natürlich nicht nur am Weltglückstag geschehen, sondern jeden Tag neu. Probier es aus und berichte gerne hier! Aus meiner Erfahrung in Indien kann ich nur bestätigen: für andere etwas tun macht glücklich. Gemeinschaft mit Gleichgesinnten macht glücklich. Und Dankbarkeit macht glücklich. Unter anderem dafür, dass wir hier in einem wohlhabenden und freien Land wie Deutschland leben. Das können wir uns regelmäßig bewusst machen – auch ohne nach Indien gereist zu sein.

Namasté,

Angela

„Wir leben von dem, was wir bekommen, aber wir gestalten unser Leben durch das, was wir geben.“ Winston Churchill

Trainiere dein Glück!

Du möchtest dein inneres Glück aktivieren, dein Mindset langfristig auf glücklich sein programmieren und dies nachhaltig im Alltag umsetzen? Dann ist vielleicht dieser Online-Kurs „Aktiviere dein inneres Glück und leuchte“ das Richtige für dich. Mehr Infos hier…

 Glücksgedanken für die Woche

  • Anderen Menschen etwas Gutes zu tun macht glücklicher als ständig selbst etwas zu fordern
  • Gemeinschaft und Mitmenschlichkeit sind als Glücksfaktor entscheidender als alle anderen äußeren Lebensumstände
  • Wir können unendlich dankbar sein, wie gut es uns geht und dass wir in Frieden, Wohlstand und Freiheit leben

Mögliche Aktionen zum glücklich machen

Jeder kann dazu beitragen, das Glück und Wohlbefinden auf dieser Welt zu erhöhen.  Hier ein paar Anregungen dazu:

  • Ein nettes Wort an die Kassiererin im Supermarkt richten
  • Sich Zeit nehmen für einen kurzen Plausch mit dem Nachbarn
  • Eine Freundin oder Freund anrufen, die du länger nicht gesehen hast
  • Einen älteren Menschen auf der Straße einfach ansprechen
  • Mit einem Obdachlosen oder Bettler ins Gespräch kommen, ihm zuhören
  • Ein paar herzliche Worte mit der Erzieherin / Lehrerin / Schwiegermutter wechseln
  • Eine Umarmungsaktion (Free Hugs) starten
  • Deinen Partner/in lange umarmen
  • Einen bestimmten Menschen einen ganzen Tag lang besonders zuvorkommend behandeln.
  • Jemandem ein Kompliment machen

Ich würde mich freuen, wenn du hinterher davon berichtest, was du gemacht hast und wie es war – hinterlasse gerne einen Kommentar :-)

 

Von innen nach außen – wir erleben, was wir denken

Kennt ihr solche Tage, an denen man gerade eine blöde Nachricht oder gar eine „Hiobsbotschaft“ erhalten hat? Vielleicht nur eine Kleinigkeit, aber trotzdem ärgerlich: der Bußgeldbescheid, die Steuernachzahlung, die fällige Reparatur des Autos. Ich erhielt zum Beispiel neulich bei meiner Zahnärztin die Nachricht, dass aufgrund eines „Problemzahns“ demnächst eine nicht unerhebliche Summe auf mich zukommen wird. Klar, es ist „nur“ Geld. Aber irgendwie fällt es mir nach dieser Nachricht trotzdem schwer, weiter gut gelaunt durch den Tag zu gehen. Draußen macht sich zum ersten Mal der Frühling bemerkbar, die Sonne scheint, die Vögel jubilieren wie noch nie in diesem Frühjahr.

Doch mein Geist ist getrübt, und nichts vermag mich in diesem Moment aufzuheitern. Wo ich doch eigentlich wissen müsste, wie es geht, in gute Laune zu kommen. Früher hätte ich mir dafür noch zusätzlich Vorwürfe gemacht. Mittlerweile weiß ich, dass es manchmal einfach Momente gibt, in denen man sich die schlechte Laune erlauben sollte. Ich registriere es also, beobachte mich selbst dabei und denke mir: Okay, mal wieder eine Bestätigung dafür, wie sehr die innere Einstellung darüber entscheidet, wie man die Welt sieht und erlebt.

Unser Umfeld als Spiegel des inneren Zustands

In der Yogatradition geht man schon lange davon aus, dass der Zustand des Geistes darüber entscheidet, wie wir die Außenwelt wahrnehmen. Mit „Geist“ bezeichnet man hier das Feld in uns, auf dem sich Wahrnehmung, Erinnerungen, Gefühle, Empfindungen, Gedanken und Phantasien abspielen. Ziel von Yoga und Meditation ist es dementsprechend, den Geist in einen Zustand zu bringen, in dem wir alle vorgeprägten Bewertungen und Gedankenmuster loslassen können.

Aus heutiger Sicht wissen wir zudem: von den Millionen von Bits an Informationen, die pro Sekunde auf uns einprasseln, nimmt unser Gehirn nur 0,0004% bewusst auf. Doch wie wählt unser Gehirn die Informationen aus? Entsprechend unserer unbewussten Fragestellungen. Auch hier bestätigt sich also: Wir erleben die Welt so, wie wir darüber denken. Die alten Yogis liegen wohl richtig: Offenbar macht es keinen Sinn, ständig an den Rahmenbedingungen herum zu schrauben, solange wir nicht beginnen, an unserer inneren Denkweise – dem Geist – etwas zu verändern.

Der Fokus ist entscheidend

Denn wenn wir den Fokus auf Liebe, Freude und Dankbarkeit richten, dann verändert sich nicht nur unsere Sichtweise, sondern auch das, was wir erleben. Unser Gehirn und dessen Synapsenverbindungen sind in ständiger Veränderung und Anpassung. Doch damit neue Verdrahtungen entstehen können, sind besondere Eiweißmoleküle erforderlich. Diese werden dann freigesetzt, wenn wir Begeisterung erleben oder emotional berührt sind. Also über das Erleben, das Tun, das Gefühl. Auch hier können wir uns der traditionellen Techniken aus dem Yoga bedienen, um den Fokus immer mehr auf Freude, Liebe, Dankbarkeit und Glück zu richten.

Drei Tipps, um die Synapsen im Gehirn neu zu verdrahten

1. Meditation praktizieren

Komm in die Stille, nimm die düsteren Gedankenwolken (z.B. „Hiobsbotschaften“) wahr, aber lasse sie vorüberziehen. Meditation bringt dich in einen Bewusstseinszustand, in dem du negative wie positive Dinge annehmen kannst, ohne dass sie dich zu sehr runterziehen. In Studien hat man zudem festgestellt, dass Menschen, die regelmäßig meditieren, ein besseres Wohlbefinden, geringere Ängste und ein stärkeres Immunsystem haben.

2. Begeisterung leben

Es sind die „Glücksmomente“, die unsere Begeisterung entfachen, unsere Emotionen wecken und für neue Verdrahtungen im Gehirn sorgen. Also die vielen kleinen wunderbaren Momente, die wir kultivieren und erleben können, auch unabhängig von den äußeren Umständen. Die Erfahrung zeigt: je mehr wir sie wahrnehmen, umso mehr davon erleben wir auch.

Wann warst du das letzte Mal albern, begeistert, übermütig, verrückt, voller Freude? Wirkliche Begeisterung haben viele von uns verlernt. Wir haben gelernt, uns zu beherrschen und vernünftig zu sein. Um wieder mehr Begeisterung zu leben, hilft auch ein so tun als ob, oder einfach zu sein wie die Kinder. Eine weitere gute Möglichkeit, Begeisterung regelrecht zu trainieren, ist die Teilnahme am Lachyoga. Hier findest du offene und neugierige Menschen, die es sich gegenseitig und gemeinsam erlauben, mal ausgelassen zu sein. Der geniale Spielplatz für Erwachsene!

3. Herzensaufgabe entdecken

In jedem von uns brennt eine kleine Flamme, unser Potenzial, unser Beitrag für die Welt, den wir zum Ausdruck bringen wollen. Wenn wir uns dessen bewusst werden und erkennen, wo wir hingehören, dann ist dies mit einer tiefen emotionalen Erfahrung verbunden. Wenn wir dann weiter unserer „inneren Sehnsucht“ folgen, dann richtet unser Gehirn den Fokus automatisch auf alle Erfahrungen, die uns auf diesem Wege weiter bringen. Für Jammern und Grübeln bleibt dann kein Platz mehr.

Annehmen, was ist

Natürlich: Hiobsbotschaften wird es immer mal geben. Genauso wie „Arschengel“ oder Menschen, die einem das Leben schwer machen. Oder auch Wut, Ärger, Trauer und Verzweiflung. Solange wir dagegen ankämpfen oder uns selbst Vorwürfe machen, wird es nur noch schlimmer. Wenn wir allen Gedanken und Gefühlen erlauben, da zu sein, verlieren sie ihre Bedrohlichkeit, und unser Grundvertrauen wächst. Wir können einen Sinn darin sehen und die Ressourcen aktivieren, die wir brauchen, um die Verdrahtungen im Gehirn neu auszurichten – auf Liebe, Freude und Dankbarkeit.

Dabei wünsche ich dir viel Erfolg!

Namasté, Angela

 

P.S: Du möchtest intensiver in das Thema hinein gehen, noch mehr Anregungen und konkrete Übungen an die Hand bekommen, um deinen Geist, die innere Einstellung zu verändern? Dann ist vielleicht der Online-Kurs „Aktiviere dein inneres Glück und leuchte!“ interessant für dich. Einstieg jederzeit möglich!

 

Glücksgedanken für die Woche

  • Der Zustand unseres Geistes entscheidet darüber, wie wir die Welt erleben
  • Das Gehirn nimmt von den vielen Sinneseindrücken das bewusst wahr, was unseren Gedankenmustern entspricht
  • Veränderung geschieht von innen nach außen
  • Die Verdrahtungen im Gehirn können jederzeit neu verknüpft und auf Freude programmiert werden: durch Meditation, sich in die Welt einbringen und das Entfachen von Begeisterung.

 

Zitat

„Im höchsten Zustand der Erkenntnis basiert das Wissen eines Menschen nicht länger auf Erinnerungen oder Schlussfolgerungen. Sein Wissen ist spontan und unmittelbar und von außerordentlicher Qualität und Intensität.“ Aus dem Yoga Sutra des Patanjali

Lebst du schon dein IKIGAI? Wie sich die Lebensaufgabe mit der Welt vereinbaren lässt

Als ich zum ersten Mal von IKIGAI hörte, dachte ich, es wäre entweder eine Sushi-Spezialität oder ein japanischer Wissenschaftler. Als ich dann nochmal genauer nachgeforscht habe, durfte ich feststellen, dass IKIGAI ein ziemlich geniales Konzept ist, um unsere „Mission“ oder „Lebensaufgabe“ in dieser Welt einzuordnen. Und zwar so, dass sie nicht nur real umsetzbar wird, sondern auch dazu beiträgt, in dem, was wir tun, Erfüllung zu finden. Denn die Frage, was wir den ganzen Tag tun und wie wir unsere Lebenszeit verbringen, betrifft jeden von uns. Egal, ob jemand in einer Festanstellung oder auf Hartz IV ist, „brotlose Kunst“ betreibt oder einen Haufen Geld in einem Job verdient, der in seinen Augen völlig sinnentleert ist.

IKIGAI beschreibt einen Idealzustand, die Schnittmenge von dem, was du gerne tust, gut kannst, in die Welt einbringst und wovon du gleichzeitig leben kannst. Wenn du bereits in diesem Idealzustand bist, wunderbar. Wenn dieser dir hingegen eher schwer erreichbar scheint, ist das kein Grund zur Verzewiflung. Denn allein das Hinschauen mit der Frage „wo stehe ich, wo kann ich noch etwas verändern?“ kann dir helfen, bewusst dein Tun und dein Sein in eine Richtung zu steuern, die deinem Herzen entspricht. Das muss nicht heißen, dass du alles, was du jetzt beruflich tust, über Bord werfen musst – manchmal helfen kleine Veränderungen, um sich dem persönlichen „IKIGAI“ zu nähern. Doch was genau bedeutet nun IKIGAI?

IKIGAI – das, was das Leben lebenswert macht

Wörtlich übersetzt bedeutet IKIGAI „lebens (=IKI) wert (=GAI)“. Damit ist zum einen gemeint, dass man den Sinn seines Lebens findet, aber auch dass man erfüllt, stressfrei und vor allem glücklich lebt. Vorbild ist dabei die Insel Okinawa, die dafür bekannt ist, dass die Menschen dort besonders glücklich sind und sehr lange leben. Die „Insel der Hunderjährigen“ wird Okinawa auch genannt, und unzählige Wissenschaftler haben sich bereits mit der Frage befasst, was das Geheimnis dieses Phänomens ist. Zu den wichtigsten Rahmenbedingungen der Bewohner gehören unter anderem Entschleunigung, viel Bewegung in der Natur, gelebte Gemeinschaft und gesunde Ernährung.

Bei IKIGAI geht es aber nicht nur um die Rahmenbedingungen – sondern auch um die innere Motivation, den Sinn, die Frage nach der Mission auf dieser Welt. Aber auch um die Frage, inwieweit dies mit der Realität vereinbar ist. Denn was nützt es uns, wenn wir dem Herzen folgen, das tun, was uns Spaß macht, aber am Ende die Miete nicht bezahlen können? IKIGAI setzt an vier verschiedenen Ebenen an.

Vier Fragen, die dir helfen, dein IKIGAI zu finden

1. Was liebst du zu tun?

Wofür brennt dein Herz? Wofür würdest du jeden Morgen begeistert aus dem Bett springen? Was hast du möglicherweise schon als Kind gerne gemacht? Wobei vergisst du die Zeit, wenn du es tust, kommst so richtig in den „Flow?“ Im vorhergehenden Blog „Finde Dein Warum“ findest du Anregungen, wie du das herausfinden kannst.

2. Was braucht die Welt?

Was ist deine „Mission“? Hast du eine Idee, wofür du auf dieser Welt bist? Welchen Beitrag kannst oder möchtest du für die Welt leisten? Oder auch: was möchtest du erschaffen? Für wen kannst du durch dein Sein einen Unterschied machen? Inwiefern wird die Welt ein anderer Ort sein, weil du hier gewesen bist? Denn das, was du tust, sollte nicht nur mit deinem Herzen in Einklang sein, sondern auch mit der Welt.

3. Worin bist du gut oder talentiert?

Was sind deine Fähigkeiten? Welche Erfahrungen und Kompetenzen bringst du mit? Was ist dein erlernter Beruf oder eine Tätigkeit, in der du richtig gut bist? In welchem Feld kannst du der oder die Beste sein oder bist es bereits?

4. Womit kannst du Geld verdienen?

Womit verdienst du derzeit dein Geld? Gibt es ein Hobby, das du so zum Beruf machen kannst, dass du Geld damit verdienst? Gibt es andere Möglichkeiten, das Geld verdienen mit den anderen Bereichen in Einklang zu bringen? Viele Menschen vernachlässigen den finanziellen Bereich, wenn es um die Frage nach der Mission oder Lebensaufgabe geht. So mancher hat schon überstürzt seinen Job gekündigt, um der „Lebensaufgabe“ zu folgen, um dann ernüchtert festzustellen, dass die Aufgabe das Leben nicht ermöglicht. Umgekehrt sitzen in unseren Bürotürmen unzählige fremdbestimmte Menschen, die zwar einen Haufen Geld verdienen, aber sich abends im Bett fragen „wofür mache ich das hier?“.

Wie IKIGAI erreichen?

Was können wir also tun, um unser IKIGAI zu erreichen? Zunächst wohl erstmal eines der wichtigsten Prinzipien des IKIGAI beherzigen: Fließen lassen, kein Stress, kein übertriebener Aktionismus, um unbedingt etwas erreichen zu wollen. In die Ruhe kommen, und dann Schritt für Schritt die verschiedenen Bereiche anschauen und reflektieren. Dankbar sein für das, was bereits da ist und gleichzeitig offen für Veränderungen sein.

Denn letztendlich ist es mit dem IKIGAI genauso wie mit der Suche nach dem Glück: Es ist kein einmal erreichter statischer Endzustand, der dann so bleibt. Das Bild des IKIGAI beinhaltet auch einen Prozess, ein ständiges und fließendes Anpassen – etwas verändern – wieder anpassen. Dieser Prozess wird vermutlich lebenslang sein. Es gilt also, diesen mit Spaß und Gelassenheit zu genießen, ganz entspannt im Fluss mitzufließen und ab und zu mal die Richtung zu korrigieren. Die Hundertjährigen von Okinawa haben viel Zeit dafür. Doch selbst wenn wir nicht hundert Jahre alt werden – die entsprechende Gelassenheit können wir uns trotzdem von ihnen abschauen.

Namasté, Angela

P.S: Möchtest du dich noch intensiver mit deinem IKIGAI, deiner Mission, deinem „Warum“ beschäftigen und dich auf den Weg machen? Dann sei dabei beim Online Coaching Programm „SMILE“

 

Zitate

„Nicht alle von uns können große Dinge tun. Aber wir können kleine Dinge mit großer Liebe tun.“ Mutter Teresa

 „Die Sklaven von heute werden nicht mit Peitschen, sondern mit Terminkalendern angetrieben.“ John Steinbeck

  „Viele würden gern ein einfacheres Leben führen, wenn der Weg dahin nicht so kompliziert wäre.“ Justus Jonas der Ältere

 

Glücksgedanken

  • Das, wofür dein Herz brennt, sollte im Einklang mit der Welt sein
  • Begib dich den Fluss des Lebens, lass dich treiben und korrigiere die Richtung, wenn erforderlich
  • Finde dein persönliches „IKIGAI“ – aber mach dir keinen Stress beim Suchen
  • Nimm dir Zeit für jeden bewussten Schritt
  • Suche die Stille in der Natur und Gemeinschaft bei den Menschen, die dir wirklich wichtig sind

 

Humor

Fragt ein Beamter den anderen: „Was hältst du davon, wenn wir uns ein Aquarium kaufen?“ „Ach nein, Fische sind mir zu hektisch.“

Finde dein Warum – das innere Feuer entfachen

Wie ich im vergangenen Jahr meine neue Ausrichtung neu fokussiert habe: 5 Tipps, wie du dich ausrichten und die Basis für deine Ziele und Träume schaffen kannst

Manchmal kann man sich dem Wind der Veränderung einfach nicht entziehen –  auch wenn man am liebsten in der alten Komfortzone verharren würde. Bei mir war es Anfang 2018 soweit: Obwohl ich seit über 12 Jahren begeistert Seminare gebe, merkte ich, dass Veränderung her musste. Ich war schon länger auf der Suche nach einer Möglichkeit, all die vielseitigen Themen, die ich anbot – von Lachyoga, Stress-Management, Persönlichkeitstraining bis hin zum Yoga – zu fokussieren.

Doch das ist nur die eine Seite der Medaille. In meiner Arbeit mit Menschen, die aus der Krise wieder in die Lebensfreude hinein finden wollen oder auch selbst als Trainer aktiv werden wollen, habe ich immer wieder eins festgestellt: Entscheidend ist nicht die Frage: ist alles perfekt? Bin ich gut genug? Mache ich alles richtig? Sondern entscheidend ist die Frage: was treibt mich an? Wofür lohnt es sich, jeden Morgen aufzustehen? Was bringt meine Augen zum Leuchten? Wofür brenne ich?

Ich stellte fest: diejenigen meiner Teilnehmer, die mit innerer Motivation an die Sache heran gingen, verwirklichten mit vollem Herzen ihre Träume und blieben dran. Sie waren offen und ließen sich auf das Abenteuer mit sich selbst ein, trotz aller Widerstände und Hürden. Diejenigen, die nur ihre äußere Hülle aufpolieren wollten, entzogen sich, sobald wirkliche Veränderung anstand. Dies konnte ich immer wieder beobachten, egal ob es dabei um private Träume oder berufliche Projekte ging.

So habe auch ich mir in regelmäßigen Abständen die Frage nach meiner inneren Ausrichtung, dem „Warum“, gestellt. Dies wieder ganz besonders und intensiv im letzten Jahr 2018. Daraus wurde ein Abenteuer, das ich mit dir teilen möchte – so, dass du an diesem Weg teilhaben und auch selbst davon profitieren kannst. Diese 5 Schritte haben mir persönlich dabei geholfen:

1. Schritt: Eine Entscheidung treffen

Am Anfang steht immer die Entscheidung, sich zu verändern. Vielleicht aus Leidensdruck, vielleicht aus dem Wunsch heraus, sich weiterzuentwickeln. Mit dieser Entscheidung übernehmen wir die volle Verantwortung für unser Glück. Keine Ausreden mehr, kein „die äußeren Umstände ermöglichen es nicht“. „Selbstwirksamkeit“, so nennt man in der Resilienzforschung die Fähigkeit, etwas selbst zu gestalten und das Wissen darüber, dass dies für uns möglich ist.

Wenn du also irgendeinen Wunsch, ein Projekt oder einen Traum hast: triff zuerst die klare Entscheidung, es durchzuziehen! Die äußeren Umständen werden von da an nicht mehr gegen dich arbeiten, sondern dich unterstützen.

2. Schritt: Infos sammeln

Das, wofür du brennst, kommt von innen, aus dem Herzen heraus. Doch um diese innere Motivation wirklich freizuschaufeln und im Außen zum Ausdruck zu bringen, hilft es, sich Inspirationen zu holen.

In meinem Fall sah das so aus, dass ich alle Informationen aufgesaugt habe, die ich nur kriegen konnte – zu den Themen persönliches Wachstum, Glück, Gehirnforschung, Resilienz, Lebensfreude, Yoga, aber auch zu Marketing und Unternehmertum. Nie war es einfacher als in der heutigen Zeit: ich habe mir Youtube-Videos reingezogen, Off- und Online-Kurse besucht, an Webinaren teilgenommen und so viele Bücher gelesen, wie es mit Kind und Familie nur irgend vereinbar war. Dabei habe ich meine wichtigsten Anregungen für den weiteren Weg erhalten.

Ein wichtiger Meilenstein war dabei ein Interview von Coach Veit Lindau mit dem Chef der Hotelkette Upstalsboom, Bodo Janssen. Letzterer sagte darin den Satz „ich möchte Menschen glücklich sehen“. Und plötzlich war mein Warum klar: Ich möchte dazu beitragen, dass Menschen glücklich sind, dass sie wieder in ihre Freude kommen. Denn egal ob es um Lachyoga geht oder um andere Themen: das ist letztlich das, was ich in meinen Seminaren vermitteln kann – wie Menschen Lebensfreude erfahren, wieder unbeschwert sein können. 

Wenn du also für irgendein Thema, irgendeine Sache brennst, die vielleicht noch nicht so recht Form annehmen will: sammle Infos zu allem, was dich interessiert, und irgendwann wird sich etwas herauskristallisieren.

3. Schritt: sacken lassen und nach innen lauschen

Es ist gut, in Aktion zu kommen und loszulegen auf dem Weg. Aber es ist genauso wichtig, immer wieder in sich hinein zu horchen, ob die Richtung stimmt. Das geht am besten in der Stille. Dafür muss man nicht in den Himalaya gehen und sich monatelang meditativ zurück ziehen, sondern es reichen 11 Minuten am Tag, um zu meditieren und die Seele zu befragen. Die inspirierendsten Top-Manager und Führungskräfte der Wirtschaftswelt meditieren regelmäßig. Die Forschung bestätigt, dass regelmäßige Meditation die Gehirnstrukturen verändert – hin zu einer gelassenen und zufriedenen Lebenseinstellung.

Mir selbst hat dabei am besten die Seelenmeditation geholfen. Sie dient dazu, Gedanken abzuschalten, in die Essenz der Seele zu schauen und Antworten auf aktuelle Fragen zu bekommen. Wann immer ich in die Stille gegangen bin, ist Vertrauen entstanden – in mich selbst und in meine Projekte. Oft sind auch viele neuen Ideen entstanden – und schließlich mein Projekt „Happiness.Community“.

4. Auf das Ziel fokussieren

Wenn du das „Warum“ gefunden hast, dann kannst du alle Energie darauf ausrichten. Das heißt nicht, dass du alles andere an den Nagel hängen musst. Im Gegenteil, ein solches „inneres Feuer“ kann dir auch wieder Kraft für alles andere geben und die „Alltagsroutine“ in neuem Licht erscheinen lassen. Allerdings: das heißt noch nicht, dass sofort alles perfekt läuft.

Bei mir ist es ein ständiger und fortlaufender Prozess des Lernens, Wachsens und der ständigen Kurskorrektur. Ich tue viel – aber ich weiß, wofür ich es tue: Weil mein Herz dafür brennt und meine Seele mir gut zuredet. Weil ich Menschen dazu inspirieren möchte, ihren Weg zu gehen und ihre Träume zu leben. Nicht ganz uneigennützig: denn wenn ich das bewirken kann, dann macht es mich selbst glücklich. 

5. Loslaufen

Wenn also die Basis stimmt, dann kann der Weg beginnen. Und der wird garantiert nicht langweilig. Aber er wird Spaß machen. Der Rest wird eine Mischung sein aus inne halten, den Kurs überprüfen, genügend Pausen machen, sich neu fokussieren und darauf vertrauen, dass die richtigen Wegbegleiter und Anregungen zur richtigen Zeit da sein werden. 

Ich wünsche auch dir viel Freude und Klarheit auf deinem Weg! 

Namasté – Angela

 

Ausblick

Wenn du derzeit den Wunsch hast, etwas zu verändern, deine innere Sehnsucht zu entdecken oder eine Basis für deinen weiteren Weg zu schaffen, dann komm in das SMILE-Programm und mach jetzt den Happiness Check…

 

Happiness Gedanken

  • Egal ob es um ein berufliches Projekt geht oder um persönliche Wünsche und Träume – die innere Motivation ist entscheidend
  • Wenn dein inneres Feuer entfacht ist, kann es dich auch für andere Lebensbereiche motivieren
  • Lass dich inspirieren, sammle Infos, lerne und wachse kontinuierlich
  • Gehe in die Stille und lausche in dich hinein, wo es lang geht
  • Fokussiere dich und laufe los!

Brauchen wir Religion, um glücklich zu sein?

Die Kirche – Fluch oder Segen?

Warst du Weihnachten in der Kirche? Ich ja. Nach langer Pause. Die Kirche war überfüllt, mit Glück haben wir noch den letzten Sitzplatz ergattert. Das erlebt man wohl in der Tat nur noch an Weihnachten so. Früher fand ich das blöd. Wie heuchlerisch, nur an Weihnachten in die Kirche zu gehen und das ganze Jahr nicht! Heute mache ich es genauso – ohne schlechtes Gewissen. Denn mittlerweile habe ich verstanden, dass man überall das finden kann, was Menschen früher in der Kirche gesucht haben: inne halten, Gedanken stoppen, Gemeinschaft mit Gleichgesinnten erleben, gemeinsam singen und inspirierende Worte von jemandem hören, der sich mit einem Thema beschäftigt und uns an das erinnert, was wirklich wichtig ist im Leben.

Als evangelische Pastorentochter war mein Verhältnis zur Kirche schon immer zwiegespalten. Es ging damit los, dass wir nie richtig Weihnachten feiern konnten. Mein Vater hetzte von einem Gottesdienst zum nächsten, wir Kinder waren eingespannt mit Singen, Flöten, Zettel verteilen und warten, bis der Sturm vorüber war. Essen und Bescherung wurden dann zwischen 18:00 Uhr-Gottesdienst und Mitternachtsandacht eingequetscht. Doch es war auch immer irgendwie schön und veranlasst mich heute dazu, Mann und Kind in die Kirche zu schleppen, um wenigstens einmal zum Abschluss „Oh du Fröhliche“ zu singen.

Andere Dinge fand ich damals weniger schön. Zum Beispiel die Diskussionen, in die ich – ob ich wollte oder nicht – verwickelt wurde. Das Hauptargument war meist: „Ach, mit der Kirche hab ich abgeschlossen. Die Kirche hat damals so viel Unrecht getan, Kreuzzüge gemacht und kann es auch heute nicht lassen, uns und Menschen in aller Welt zu missionieren…“ So oder ähnlich waren die Sätze, die ich zu hören bekam – wie wenn man sich mir gegenüber dafür rechtfertigen müsste, warum man sich nicht mit dem Thema Kirche, Religion oder Gott beschäftigen will. Aber genau das ist ja der Knackpunkt dabei: viele schmeißen „die Religion“ und „die Kirche“ mit allem anderen in einen Topf.

Es sind die Menschen, die Gutes oder Schlechtes tun

Ich selbst habe eine Weile gebraucht, um zu verstehen: Es ist nicht „die Kirche“, die Schlimmes getan hat oder tut. Es sind immer Menschen –Menschen, die fehlbar sind, die Gutes tun, die Schreckliches tun. Und das ist nicht nur in der Kirche so, sondern überall, im Kleinen wie im Großen. Ob in der Wirtschaft, der Politik, im Job oder im örtlichen Kegelverein: Es gibt immer Menschen, die unterschiedliche Ansichten haben und Menschen, die ihre Meinung durchsetzen oder Macht ausüben wollen. Es gibt immer Menschen, die andere kontrollieren wollen – meist aus eigener Angst heraus. Und genau dort entstehen die Konflikte dieser Welt – dort wo Menschen nicht miteinander reden, sondern meinen, dass nur sie die richtige Ansicht über etwas haben. Schon immer wurden Religionen missbraucht, um Grausamkeiten zu begehen oder Unrecht zu tun. Kein Wunder, dass Menschen misstrauisch geworden sind.

Ob es nun Jesus gab oder nicht – ob er nur irgendein Prophet war oder wirklich der Sohn Gottes. Er hat uns einiges vorgemacht in Sachen Frieden. Er hat sich mit denen an den Tisch gesetzt, die anderer Meinung waren. Er hat sich nie als „großer Guru“ aufgespielt, sondern war zutiefst demütig und hat anderen die Füße gewaschen. Er hat uns vorgelebt, wie man Frieden schafft – durch Liebe, Hingabe, Mitgefühl und Toleranz. Andere Menschen in unserer Geschichte – wie ein Nelson Mandela, Mahatma Gandhi oder der Dalai Lama – haben uns ähnliches vorgelebt oder tun es heute noch.

Alltagsengel sind überall

Aber auch im täglichen Leben gibt es Menschen, die durch ihr Handeln einen Unterschied machen. Nicht durch große Taten, sondern indem sie Liebe, Frieden und Toleranz im Kleinen leben – in der Familie, auf der Straße, im Job. Da ist der junge Student, der im Zug die beiden Flüchtlinge nicht misstrauisch beäugt, sondern ein Gespräch beginnt. Da ist die Altenpflegerin, die durch eine liebevolle Geste die einsame Dame zum Strahlen bringt. Der Läufer, der Spenden für Kinder sammelt. Viele von uns haben ein tiefes inneres Bedürfnis, Gutes zu tun. Irgendeine innere Kraft motiviert uns, an das Gute zu glauben und dafür einzustehen. Wo kommt diese Kraft her? Egal ob wir es Gott, heiliger Geist oder biochemische Reaktionen im Gehirn nennen. Diese innere Motivation ist da – zumindest bei vielen von uns. Vielleicht gibt es einige Menschen, die diese Kraft nicht mehr spüren können – oder sie aus lauter Verzweiflung ins Gegenteil umgedreht haben. Vielleicht ist es unsere Aufgabe, diese Menschen zu berühren – mit Worten, mit Taten, mit Toleranz. Dann leben wir das, was Jesus vorgelebt hat – dann leben wir das, was man „Liebe“ nennt.

Glaube macht glücklich

Auch in der Glücksforschung gibt es viele Hinweise darauf, dass Menschen glücklicher sind, die an einen „höheren Sinn“ glauben. Sie sind allgemein zufriedener, sie leben länger und gehen konstruktiver mit Krankheiten und Schicksalsschlägen um. Befragungen zeigen, dass Menschen, die eine Religion ausüben – zum Beispiel regelmäßig in die Kirche gehen – zufriedener mit ihrem Leben sind als andere.

Vielleicht muss es nicht die Religion im klassischen Sinne sein. Denn Gemeinschaft, Geborgenheit, gegenseitige Unterstützung und den Glauben an einen höheren Sinn können wir auch außerhalb der „Kirche“ finden. Aber auf jeden Fall lohnt es sich, danach zu suchen. Jesus hat es uns gezeigt: Gott ist nicht (nur) in der Kirche – sondern überall dort, wo Liebe gelebt wird.

Glücksgedanken für die Woche

  • Verwechsle niemals eine Sache mit den Menschen, die sie repräsentieren
  • Finde die Werte, die für DICH wichtig sind, und lass dich nicht durch andere Menschen davon abbringen, sie zu leben
  • Es lohnt sich, die Frage nach dem „höheren Sinn“ zu stellen – sie lässt uns vieles besser ertragen und bringt unser Leben zum Leuchten
  • Das Göttliche entsteht nicht durch große Taten – sondern durch die kleinen Handlungen, in denen Liebe zum Ausdruck kommt.

Zitat

„Wenn ihr meint, Gott eher in der Kirche zu finden als im Stall, liegt das an euch und nicht an Gott.“ Meister Eckart

Macht Erfolg glücklich?

„Ich will nicht in den Kindergarten“, jammert mein Kind. Der Wäscheberg türmt sich, die Dokumente für das Seminar sind noch nicht parat, und in drei Stunden geht mein Zug nach Berlin. Mein Partner sitzt unbehelligt am Computer und lässt die Hektik des Morgens an sich abperlen. Könnte er nicht auch mal anbieten, das Kind in den Kindergarten zu bringen, wenigstens dann, wenn er Home Office hat? Ohne mit ihm zu sprechen, steigere ich mich in meinen Unmut hinein.

Männer machen Karriere und erzählen dann auf der Bühne oder im Small Talk rührselige Geschichten, was sie Tolles mit ihren Kindern machen – meist im Urlaub oder am Wochenende. Wenn Männer in Deutschland oder der Welt herumtingeln, dann sagt keine Erzieherin zu ihnen „du bist ja so oft weg“. Auch sehe ich im Alltag hauptsächlich Mamas, die ihre Kinder in die Kita bringen, zum Fußball oder zum Ballett fahren oder einspringen, wenn die Kita mal wieder geschlossen ist. Klar macht man das alles gerne – aber in manchen Momenten scheint der Spagat einfach zu viel. Ich steigere mich schön hinein in meinen negativen Gedankenkreislauf. „Du kannst alles schaffen“, heißt es doch immer so schön bei den Motivationstrainern. Komisch, dass da immer noch mehrheitlich Männer auf der Bühne stehen.

Was bedeutet „Erfolg“ überhaupt?

Doch was heißt überhaupt „geschafft“? Reich und berühmt? Bewundert? Erfolgreich? Und was bedeutet „Erfolg“? Laut Duden ist es das „positive Ergebnis einer Bemühung; Eintreten einer beabsichtigten, erstrebten Wirkung.“ Man muss sich also um etwas bemüht haben – aber auch eine Absicht gehabt haben. Und dafür muss man ja erstmal wissen, was die Absicht ist. „Erfolg“ sollten wir demnach nicht an von außen diktierten Zielen messen, sondern daran, was vorher unsere „Absicht“ war und ob wir diese Absicht umgesetzt haben. Es lohnt sich also, sich mit den eigenen Zielen und Visionen zu beschäftigen statt es anderen beweisen zu wollen.

Wer urteilt am Ende?

Denn wer beurteilt uns, wenn wir am Ende unseres Lebens stehen? Nicht unser Chef, nicht unser Partner, nicht die Gesellschaft. Keiner steht da und sagt zu uns „du hast die Beförderung nicht bekommen“ oder „du hast dein Auto nicht oft genug gewaschen“. Wer entscheidet letztlich darüber, ob mein Leben für mich Sinn gemacht hat? Nur ich selbst. Vielleicht hat das Leben nicht mal einen Sinn. Aber wenn ich mich entscheide, daran zu glauben, dass ich nicht aus Zufall hier bin, dann macht das Ganze einen Sinn. Wenn ich für mich definiere, was „sinnvolles Leben“ bedeutet, dann gehe ich meinen eigenen Weg und nicht mehr den der Gesellschaft.

Meine trüben Gedanken verfliegen langsam. Ich weiß genau, dass ich selbst es jederzeit in der Hand habe, meine Einstellung und somit mein Erleben zu verändern. Ich weiß, dass ich nicht Opfer der äußeren Umstände bin, sondern selbst gestalten kann. Dass die Veränderung im Außen mit der Veränderung der inneren Sichtweise beginnt. Und das bedeutet auch zu akzeptieren: Das Leben darf auch mal nicht perfekt sein, ja sogar anstrengend oder nervig. Wir als Menschen müssen nicht perfekt sein, das stresst nur. Wir dürfen uns ärgern, Fehler machen und darüber lachen. Wir dürfen unsere Unzulänglichkeiten annehmen, diese zeigen und uns immer wieder neu ausprobieren.

Perfektionismus macht nicht glücklich, so bestätigt es die Glücksforschung. Erkenntnisse aus vielen Studien zeigen: nicht erfolgreiche Menschen sind glücklicher, sondern glückliche Menschen sind erfolgreicher. Sie sind kreativer, hilfsbereiter, motivierter und sozial kompetenter. Sie ruhen in sich statt ständiger Anerkennung oder Statussymbolen hinterher zu hetzen. Die Anerkennung finden sie in sich selbst – in Form von Selbstliebe und innerer Fülle. Wenn diese gegeben ist, dann kommt auch der „Erfolg“ im Außen.

Schritte der Veränderung

Doch wie lässt sich die innere Einstellung verändern? Es sind die kleinen Dinge, die den Unterschied machen. Zum Beispiel Dankbarkeit über das, was wir für selbstverständlich halten – ein Dach über dem Kopf, Leben in Freiheit oder genug zu Essen. Ein Lächeln zu den Menschen auf der Straße, ein liebevolles Wort zum Kind, selbst wenn es gerade jammert. Eine Umarmung und ein Dankeschön als Wertschätzung für den Partner, der auf seine Art und Weise unendlich viel beiträgt. Und Nachsicht uns selbst gegenüber, wenn wir nicht alles schaffen, was wir uns vorgenommen haben. Wir müssen nicht alles perfekt machen. Vielmehr können wir darauf vertrauen, dass sich vieles von selbst erledigt. Oder, wie Dr. Madan Kataria, der Erfinder des Lachyoga, es passend ausdrückt: „Do your best and leave the rest.“

Glücksgedanken

  • Nur wir selbst definieren, was „Erfolg“ für uns bedeutet
  • Wenn wir dem Leben einen „Sinn“ geben, dann werden wir es auch als sinnvoll erleben
  • Veränderung beginnt mit den kleinen Dingen: Dankbarkeit leben, Menschen wertschätzen
  • Am Ende entscheidest nur du, ob du „dein Leben“ gelebt hast

Zitate
„Do your best and leave the rest“ Dr. Madan Kataria

Gedicht „Der Mensch im Spiegel“ nach Dale Wimbrow…

Audio

Meditation „Selbstakzeptanz“ für die Harmonisierung der Persönlichkeit…

Videos

Lachyoga-Übung: „ich weiß nichts, ich weiß überhaupt nichts…“ mit Norbert Hagen

Lachyoga-Übung „Guru-Lachen“ mit Angela

Wer bin ich? Wer sind die anderen?

Von Missgunst zu Mitgefühl: 3 Fragen über andere, mit denen du viel über dich selbst lernst

Als Kind habe ich mich manchmal gefragt „warum bin ich eigentlich ich und nicht jemand anders?“ Was genau macht es aus, dass ich ich bin? Und wie wäre es , wenn ich jemand anders wäre? Sind wir vielleicht gar nicht alle „ich“, sondern auch jemand anders? Würde sich dann unsere Einstellung verändern?

Um ehrlich zu sein: ich ertappe mich schon manchmal dabei, dass ich neidisch bin – zum Beispiel wenn eine Freundin eine tolle Beförderung erhält oder ein guter Freund gerade glücklich verliebt ist und mir stundenlang davon vorschwärmt. Jedesmal habe ich dabei Schuldgefühle. Bin ich so egoistisch, dass ich es anderen nicht gönnen kann, wenn sie glücklich sind? Ist es einfacher für mich, wenn es anderen schlecht geht? Denn dann bin ich gerne für sie da, höre zu, gebe Tipps und Unterstützung – und bin irgendwie gleichzeitig froh, dass nicht ich selbst gerade den Liebeskummer, den Stress im Job oder die Sorgen mit dem Kind habe. Wenn es hingegen bei anderen fluppt und bei mir nicht, dann werden mir die eigenen Unzulänglichkeiten und Unzufriedenheiten des Lebens direkt vor Augen geführt – und das kann manchmal weh tun.

Macht lästern glücklich?

Geht es nur mir so? Ich denke nicht. Denn warum schauen sich Menschen Sendungen über Messie-Haushalte, „sozial schwache“ Familien und andere Peinlichkeiten an? Warum kommen Sensations- und Schreckens-Nachrichten besser an als Berichte über schöne Ereignisse oder glückliche Menschen? Irgendwie scheint es menschlich: wir wollen uns besser fühlen, indem wir zu anderen schauen, denen es schlechter geht oder die noch unzulänglicher sind als wir.

Interessanterweise ist die „Neugier = Offenheit für Neues“ laut Glücksforschung durchaus eine wichtige Voraussetzung für Zufriedenheit. Klatsch und Tratsch entspringen auch der Neugier. Lästern gibt Menschen das Gefühl von Verbindung, es hilft ihnen, etwas einzuordnen und zu vergleichen. Nicht ohne Grund ist Lästern eine der Lieblingsbeschäftigungen in den Büros und Cafés unserer Stadt. Jeder ist froh, wenn nicht über ihn selbst gelästert wird, wenn ein anderes „Opfer“ gefunden wurde. Bei Paaren hat man sogar festgestellt, dass es sie näher zusammen bringt, wenn sie gemeinsam lästern – zum Beispiel über die Nachbarn, die jeden Freitag das ganze Haus wienern oder Freunde, bei denen sie gerade zum Essen eingeladen waren. Jeder weiß innerlich, dass es „sich nicht gehört“, über andere zu lästern – wir haben Schuldgefühle und tun es trotzdem.

So wie ich in den Wald hinein rufe…

Doch die moralischen Vorbehalte sind nur ein Aspekt. Wenn wir ständig und exzessiv über andere lästern, dann schaden wir letztlich uns selbst. Das, was wir aussenden, fällt auf uns zurück, so besagt es das Gesetz der Resonanz. Wenn wir jemandem schaden – ob mit Worten oder Taten – dann entsteht ein Ungleichgewicht, das irgendwo anders wieder Ausgleich sucht – vielleicht an anderer Stelle als erwartet. Umgekehrt: Wenn jemand mir Unrecht zufügt, dann brauche ich nicht für „Rache“ zu sorgen, sondern kann davon ausgehen, dass sich das schon selbst erledigt. So hart das klingt, so oft habe ich dies schon in meinem Umfeld miterlebt. Gesetz von Ursache und Wirkung, so nennen es die Gurus in Indien. Es lohnt sich also, auf die eigenen Worte und Handlungen zu achten – weniger aus moralischen Gründen, sondern vor allem aus reinem Eigeninteresse.

Doch wie kommen wir aus dem Teufelskreislauf von Lästern – Neid – Schuldgefühlen – sich schlecht fühlen – Neid – sich noch schlechter fühlen – heraus? Mit den folgenden drei Fragen können wir der Sache auf den Grund gehen und dabei viele Erkenntnisse über uns selbst gewinnen:

1. Was ist das Thema dahinter?

Wenn wir uns über bestimmte Menschen aufregen oder sie kritisieren wollen, dann sollten wir uns ehrlich bewusst machen, dass dies auch immer etwas mit uns selbst zu tun hat. Dann können wir genauer hinschauen und Aufschluss über die eigenen Lebensthemen erhalten. Vielleicht lebt dieser Mensch genau die Freiheit, die wir uns eigentlich wünschen. Vielleicht nimmt er sich Dinge heraus, die wir uns nie erlauben würden, aber insgeheim ersehnen. Vielleicht repräsentiert dieser Mensch eine „schlechte“ Eigenschaft, von der wir meinten, dass wir sie uns endlich abgewöhnt haben und merken, dass es doch noch nicht so ist. Wenn wir das Thema dahinter betrachten und uns selbst damit ehrlich auseinander setzen, dann werden wir mit der Zeit merken, dass uns genau dieses Thema irgendwann nicht mehr so sehr „triggert“.

2. Was ist der Wunsch dahinter?

Wenn wir neidisch sind oder jemandem sein Glück gerade nicht gönnen können, dann hilft die Frage, ob wir wirklich mit demjenigen tauschen wollten. Die meisten kommen dann zu dem Schluss, dass dieser Mensch vielleicht ein viel größeres Päckchen zu tragen hat als sie selbst – dass auch dort nicht alles so rosig ist wie es nach außen aussieht. Wichtig ist dann auch: inne halten und sich anschauen, worauf genau man neidisch ist. Oft gibt das Aufschluss über die eigenen Ziele und Wünsche: in welchen Lebensbereichen ist man selbst noch so unzufrieden, dass man den anderen beneidet? Was sollte endlich verändert werden, um in dem Lebensbereich zufriedener zu sein? Wenn es uns selbst gut geht, können wir auch anderen ihr Glück gönnen und uns mit ihnen freuen. Dann entsteht Verbindung und Empathie. Dann ist Glück kein Egotrip mehr, sondern Grundvoraussetzung für ein großzügiges und unterstützendes Miteinander unter Menschen.

3. Wer ist der Mensch dahinter?

Und schließlich kann man einfach mal experimentieren mit dem Gedanken: bin ich wirklich ich? Könnte ich nicht auch jemand anders sein? Und sich im Gespräch mit anderen vorstellen, dass man der / die andere ist – sich überlegen, was man selbst jetzt tun würde in der Situation, wie man handeln würde oder ob man glücklich wäre. Dann entsteht Empathie, dann entsteht eine wirkliche Verbindung – von Herzen her.

Happiness Gedanken für die Woche

  • Neid und Konkurrenz können hilfreiche Indikatoren für die eigenen Ziele und Wünsche sein
  • Neugier ist ein Glücksfaktor – Lästern fällt auf uns selbst zurück
  • Menschen, über die wir uns ärgern oder die wir kritisieren, sind unsere effektivsten Coaches

Zitate

„Urteile nie über einen anderen, bevor Du nicht einen Mond lang in seinen Mokassins gelaufen bist.“ Indianer in Nordamerika.

„Man sieht nur mit dem Herzen gut – Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar. “ Antoine de St. Exupéry

Audio: Die Maitri-Meditation für Mitgefühl und Wohlbefinden

Video: Herzlachen

Happiness.Community

Hier gibt es Anregungen und Austausch für mehr Lebensqualität, Lebensfreude, Glück und Gelassenheit. Sei dabei und sorge dafür, dass es dir und deinem Umfeld gut geht. Denn so können wir einen Unterschied machen.