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Verbundenheit

Verbundenheit als Glücks- und Resilienzfaktor

Hast du schon mal in einem Zug festgesessen der nicht weiterfuhr? Mir ist es vor einiger Zeit mal wieder passiert. Eine Stunde lang stand der ICE auf freier Strecke und bewegte sich nicht. So genervt die Menschen auch sind, beobachte ich in solchen Situationen immer wieder ein spannendes Phänomen: Die Menschen, die sich vorher jeder für sich mit Laptop oder Smart Phone und Kopfhörer eingeigelt hatten, beginnen sich zu verbinden. Der gemeinsame Feind „Bahn“ und die missliche Situation scheint uns in solchen Momenten zusammenzuschweißen. Man fängt an, sich zu unterhalten, sich gegenseitig etwas anzubieten und sich irgendwie zu solidarisieren.

Die Krisen dieser Welt – wir schaffen es nur gemeinsam

Ein ähnlicher Effekt zeigt sich auch jetzt bei den großen Krisen dieser Welt: wir verbinden uns dann, wenn die Gefahr so groß ist, dass es nicht mehr anders geht: Corona, Krieg und Klimakrise, die großen Herausforderungen dieser Zeit. Wenn wir auch nur irgendetwas Positives daraus ziehen können, dann wohl die Erkenntnis: Wir schaffen es nur gemeinsam! Das gibt mir immer wieder einen kleinen Funken Hoffnung und lässt mich darauf vertrauen, dass wir Menschen gemeinsam viel mehr erreichen können als mit Egoismus.

Die Klimakrise spitzt sich vor allem deshalb zu, weil die Länder sich seit Jahrzehnten nicht auf gemeinsame Ziele oder Vorgehensweisen einigen konnten. Die Coronakrise mit all den Einschränkungen, Lock-Downs und dem Verzicht auf die sonst so selbstverständlichen Vergnügungen des Lebens hat die viele Menschen noch einsamer gemacht als sie es eh schon waren (siehe Blogartikel „Einsamkeit“). Diejenigen hingegen, die sich mit anderen verbunden haben, kamen besser durch die Zeit.

Der Krieg zeigt uns jüngst nochmal mehr, wie wichtig es ist, gemeinsam zu handeln. Und es tut sich was: Die vielbeschworene „Spaltung der Gesellschaft“ durch Corona rückt in den Hintergrund. Hunderttausende von Menschen gehen derzeit gemeinsam auf die Straße, um für den Frieden zu demonstrieren. Die EU und die USA rücken zusammen, wie es vorher lange nicht mehr denkbar gewesen wäre. Dieser Krieg ist schrecklich, grausam, unmenschlich. Wenn wir auch nur irgendwas dagegen tun können, dann nur in Verbundenheit und nicht im Einzelkämpfertum. Dies ist die größte Chance, die wir haben, um einen größenwahnsinnigen und selbstverliebten Egomanen wie Putin aufzuhalten. Das ukrainische Volk macht uns auf beeindruckende Weise vor, dass Zusammenhalt und Verbundenheit stärker sein können als Panzer und Raketen.

Einsamkeit ist ungesund

Lange sind wir in dem Irrglauben erlegen, dass derjenige am erfolgreichsten ist, der sich am besten durchsetzen kann. Der am skrupellosesten seine Ziele verfolgt und nur um das eigene Wohl bemüht ist. „Ellbogenmentalität“ wurde als notwendig erachtet, um weiter zu kommen. Doch das Gegenteil ist der Fall: Studie zeigt, dass die Menschen, die andere betrügen oder belügen, um sich selbst Vorteile zu verschaffen, eher das Gegenteil erreichen: sie werden isoliert, ausgeschlossen bei der Arbeit, haben mehr Stress und sind am Ende eher unglücklich (Metastudie von David Sloan Wilson über „machiavellistische Menschen“ – also solche, die nur auf den eigenen Vorteil bedacht sind und andere dafür klein machen).

Doch nicht nur selbstverliebte Egomanen haben ein Problem. Die Entwicklungen der neuen Zeit – Digitalisierung, Social Media, die Gentrifizierung in Großstädten und nicht zuletzt Corona – haben dazu geführt, dass Einsamkeit zu einem drängenden Problem unserer Zeit geworden ist. Laut Umfragen ist die Zahl der engen Freunde, die Menschen im Durchschnitt haben, seit 1985 von 3 auf 1 geschrumpft (siehe Buch „Die neue Einsamkeit“ von Diana Kinnert). Dreimal mehr Menschen als damals geben an, dass sie keinen Menschen haben, mit dem sie ernsthaft reden können. Einsamkeit ist Ursache für Stress, Krankheit, psychische Probleme und sogar den vorzeitigen Tod. Sie ist gesundheitlich genauso schädlich wie das Rauchen von 15 Zigaretten täglich. Die „Social Media“ haben mit „sozial“ genauso wenig zu tun wie Putin mit dem Begriff „Friedensmission“. Jeder stellt sich selbst dar, kaum einer fühlt sich hier wirklich verbunden. Hasskommentare, Fake News und destruktive Diskussionen über Corona haben den Trend  verschärft.

Evolution durch Kooperation

Umso wichtiger ist es derzeit, echte Verbundenheit wiederzufinden und zu leben. Wir müssen uns dafür nicht mal verbiegen. Das Bedürfnis nach Kooperation und Miteinander liegt in unserer Natur. Dies hat unsere Evolution geprägt und unser Überleben gesichert. Selbst unsere Körperzellen arbeiten auf geniale Weise und so perfekt aufeinander abgestimmt zusammen, wie wir selbst es logistisch niemals hinkriegen würden. In der Natur und der Tierwelt ist das Zusammenspiel von Systemen und Populationen wichtiger Bestandteil, zum Beispiel bei den Bienen und Ameisen. Auch Schimpansen zeigen Kooperationsbereitschaft und suchen gegenseitige Nähe – sogar dann, wenn es vorher Auseinandersetzungen gab. Immer mehr Erkenntnisse zeigen: In der Evolution hat nicht der Stärkste überlebt, sondern die Spezies, die am besten kooperieren kann.

Verbundenheit ist nicht nur die Voraussetzung für das Überleben der Menschheit, sondern auch für persönliches Glück. Die „Grant Study“ – eine Harvard Glücksstudie über einen lebenslangen Zeitraum  – zeigt: Menschen, die glückliche Beziehungen haben, leben länger, zufriedener und sind im Alter gesünder. Viele weitere Studien bestätigen: Menschen mit erfüllten Beziehungen – unabhängig ob mit Freunden oder Liebespartnern – sind glücklicher und gesünder. Sie haben ein besseres Immunsystem und verfügen über bessere psychische Widerstandskraft, also „Resilienz“. Kinder aus schwierigen Familien, die eine wichtige Bezugsperson hatten, waren im späteren Leben psychisch stabiler als andere, die sich allein gelassen fühlten. Nicht nur das: die Aktivität „Zeit mit Freunden verbringen“ oder „gute Gespräche führen“ verschafft uns einen Riesenschwall an positiven Gefühlen, stressmindernden Effekten und aktiviert die Belohnungszentren im Gehirn.

Verbundenheit leben – 5 Anregungen

Es spricht also vieles dafür, Verbundenheit zu suchen und zu leben. Doch wie können wir selbst dazu beitragen, dass Menschen sich wieder mehr verbinden, zugehörig fühlen und gemeinsam an einem Strang ziehen, um diesen Planeten als einen lebenswerten Ort zu erhalten? Ich bin der Meinung: beginne bei dir selbst! Wenn du mit dir selbst verbunden bist, kannst du auch Verbundenheit mit anderen Menschen fühlen. Du kannst vergeben und andere Menschen unterstützen, ohne dich selbst aufzugeben. So können Netzwerke entstehen, die von Liebe, Fürsorge und Miteinander geprägt sind. Je mehr wir diese Verbundenheit mit uns selbst und im eigenen Umfeld leben, umso weniger haben Kriege im Außen eine Chance. Hier ein paar Anregungen dazu.

1. Mit sich selbst im Reinen sein

Wir können nicht über den Krieg jammern, wenn wir gegen uns selbst Krieg führen, uns ständig selbst rügen oder gar beschimpfen. Sei nachsichtig mit dir selbst und behandle dich gut. Schließlich bist du der Mensch, mit dem du die meiste Zeit im Leben verbringst. Verdränge nicht deine Schattenseiten, sondern schaue liebevoll hin und erkenne sie an. Dann darfst du sie in den Urlaub schicken und deine Stärken feiern.

2. Mit anderen im Reinen sein

Übe Vergebung – nicht anderen zuliebe, sondern für dich selbst. Dann wirst du frei von Groll und offen für neue, nährende Menschen und Beziehungen sein.

3. Für andere da sein

Einer der größten Glücksfaktoren ist es, anderen zu helfen. Eine sehr effektive Übung ist es, jeden Tag 3 kleine „Gesten der Freundlichkeit“ auszuüben und dies abends aufzuschreiben. Das können unterschiedliche Dinge bei unterschiedlichen Menschen sein – einem Freund ein Kompliment machen, einem Kollegen etwas aus der Kantine mitbringen, mit einem Obdachlosen ein Gespräch führen – die Möglichkeiten sind unendlich. Diese Übung ist ein wahrer Glücksbooster.

4. Die Familie wertschätzen

So sehr Familien auch Verletzungs- und Konfliktpotenzial bieten – Freunde können wir loslassen, die Familie bleibt Familie. So lohnt es sich, mit Eltern und Geschwistern ins Reine zu kommen und Vergebung zu üben – jeder hat es so gut gemacht wie er / sie konnte. Wenn du selbst eine Familie hast, dann mach dir bewusst: Frieden beginnt auch hier im Kleinen. Es geht nicht darum, keine Konflikte zu haben, sondern diese mit Liebe und Wertschätzung lösen zu können.

5. Gemeinschaft suchen, in der man sich gegenseitig unterstützt

Studien in verschiedenen Gemeinschaften – z.B. in der Nachbarschaft – zeigen, dass die Gemeinschaften, in denen man sich gegenseitig besonders unterstützt, erstaunliche Wirkungen auf die Menschen haben:

  • die Kinder sind gesünder und haben bessere Hoschulabschlüsse
  • die Älteren haben eine höhere Lebenserwartung
  • insgesamt gibt es weniger soziale Schwierigkeiten wie z.B. Prügeleien

Vielleicht hast du ja bereits eine solche Gemeinschaft. Oder magst dich nach einer umschauen. Dies kann ein Verein sein, eine Gemeinde, eine Nordic Walking Gruppe oder ein Chor. Großes Potenzial liegt auch in der „Lachyoga Community“ bzw. den Lachclubs. Hier verbinden sich Menschen im Lachen, sowohl live als auch online. Unabhängig von Alter, Nationalität, Herkunft oder politischer Richtung wird hier jeder akzeptiert. Es geht um Toleranz, Frieden, Gesundheit und Glücksmomente. Hier entstehen Freundschaften, gemeinsame Unternehmungen und gegenseitige Unterstützung. Menschen verbinden sich, werden kreativ, mutig und blühen auf. Probiere es mal aus! Hier findest du Angebote live in Köln oder in Berlin oder deutschlandweit. Und hier online per Zoom.

Wir müssen nicht warten, bis der Zug stehen bleibt, das Klima kollabiert oder die Wirtschaftskrise kommt. Verbinde dich jetzt mit liebevollen und gleichgesinnten Menschen, unterstützt euch gegenseitig mit Trost und Hoffnung und habt gemeinsam Spaß! So tust du etwas für deine Resilienz und für die Aktivierung von Glücksgefühlen.

Ich wünsche mir von Herzen, dass die Menschen, die JETZT zusammenhalten und für Miteinander und Verbundenheit stehen, auf diesem Planeten überleben werden. So wie es die bisherige Evolution auch gezeigt hat.

Namasté Angela

P.S: Du hast Sehnsucht nach Verbundenheit an einem schönen Ort, guten Gesprächen und netten Menschen? Dann sind vielleicht die Happiness Yoga Ferien interessant für dich. In St. Peter Ording oder auf Zypern.

Emotionale Intelligenz

Emotionale Intelligenz – Schlüssel zum Glück?

Fünf Tipps, wie du sie fördern kannst

„Mama, wenn irgendwann doch eh Computer und Roboter unsere ganze Arbeit erledigen, dann brauchen wir doch eigentlich gar nichts mehr zu lernen, oder? Wozu gehe ich dann noch zur Schule?“ Ich liebe es, mich mit meinem Sohn über mögliche Zukunftsszenarien auszutauschen. So abwegig ist der Gedanke ja auch gar nicht, dass irgendwann künstliche Intelligenz einen Großteil der geistigen Arbeit für uns erledigen wird. Schließlich hält diese schon jetzt in immer mehr Lebensbereichen Einzug: selbst fahrende Autos sind keine Zukunftsmusik mehr, und längst lassen sich so ziemlich alle hochkomplexen Fragestellungen von Computern lösen, bei denen wir gedanklich schon lange aufgeschmissen wären.

Und doch bin ich überzeugt davon, dass ein solches Szenario nicht realistisch ist. Denn es gibt einen Bereich, in dem immer noch wir menschlichen Wesen jedweder künstlichen Intelligenz überlegen sind: die emotionale Intelligenz. Schon in den 20er Jahren hat der amerikanische Psychologe Edward Lee Thorndike den Begriff der „sozialen Intelligenz“ aufgebracht. Richtig bekannt wurde die Emotionale Intelligenz vor allem durch das Buch „EQ. Emotionale Intelligenz“ von Daniel Goleman.

Was ist emotionale Intelligenz?

Der Begriff „Emotionale Intelligenz“ bezeichnet eine Erweiterung des Intelligenzbegriffs um emotionale Fähigkeiten. Mit Intelligenz können wir komplexe Fragestellungen lösen, neue Inhalte verstehen oder bestimmte Fachkompetenzen entwickeln und anwenden. Mit „Emotionaler Intelligenz“ können wir uns selbst reflektieren, die eigenen Gefühle wahrnehmen und auch die Gefühle anderer Menschen erkennen und einordnen. Dadurch haben wir die Möglichkeit, die eigenen Emotionen zu beeinflussen und Umgangsweisen mit den Emotionen anderer Menschen zu finden. Eine hohe emotionale Intelligenz verschafft uns Zugang zu einer Art Bauchgefühl oder auch „höherer Weisheit“. Und das ist genau das, was uns Menschen von Robotern, Computern oder sonstigem unterscheidet. Zum Glück.

Denn emotionale Intelligenz ist auch der Faktor, der uns Menschen verbindet, der uns weinen, lachen, mitfiebern, mitfühlen und Gutes tun lässt. Das stärkt unsere Verbundenheit und sorgt am Ende dafür, dass wir Glück empfinden und glücklich sind. Und ist das nicht letztendlich der Grund, warum wir alle hier sind?

Warum ist emotionale Intelligenz so wichtig?

Mittlerweile gibt es viele Belege dafür, dass emotionale Intelligenz uns nicht nur erfolgreicher im Job macht, sondern uns auch leichter durchs Leben gehen lässt. Laut Goleman können sich Menschen mit hoher emotionaler Intelligenz leichter an Veränderungen anpassen, sind belastbarer und erholen sich schneller von Stress. Sie verfügen über eine gute Resilienz (siehe auch Blogartikel zum Thema Resilienz), können sich gut motivieren und arbeiten effektiv auf ihre Ziele hin. Sie haben den Anspruch, nicht mit Ellbogen-Mentalität Karriere zu machen, sondern sie besitzen eine hohe soziale Kompetenz und legen auch bei anderen Wert darauf.

So manch eine ausgezeichnete Fachkraft ist schon daran gescheitert, wenn sie befördert wurde und es plötzlich darum ging, Teams zusammen zu halten und zu motivieren. Umgekehrt ist jedoch eine Leitungsfunktion nicht per se ein Beleg für emotionale Intelligenz. Bei so manch einer Führungspersönlichkeit dieser Welt würde man sich ein wenig mehr von dieser Fähigkeit wünschen – siehe Putin, Erdogan und co.

Emotionale Intelligenz lässt sich trainieren

Doch unabhängig davon, wie aussichtlos es bei manchen zu sein scheint, ist die gute Nachricht: Emotionale Intelligenz können wir lernen, trainieren und ausbauen. Goleman beschreibt 5 verschiedene Merkmale, die emotionale Intelligenz ausmachen. Und genau hier können wir ansetzen, um diese zu stärken. Folgende Säulen der emotionalen Intelligenz hat Goleman benannt:

1. Selbstreflektion

Hast du es schon mal erlebt, dass jemand sich verletzend, peinlich, überheblich oder grenzüberschreitend verhält und es nicht mal merkt? Er es womöglich weit von sich weist, wenn man ihn drauf anspricht und davon ausgeht, dass nur er Recht hat? Oft sind solche Menschen grundsätzlich „beratungsresistent“. Selbst wenn sie im ersten Moment sehr „selbstbewusst“ daher kommen, machen sie sich langfristig eher unbeliebt und schaden mit ihrem Verhalten vor allem sich selbst.

Menschen hingegen, die sich selbst reflektieren können, sind offen für Anregungen und (konstruktive) Kritik. Sie lernen immer dazu, hinterfragen regelmäßig ihre eigenen Werte und überprüfen, ob ihre Handlungsweise angemessen ist. Sie sind authentischer und weniger verletzbar – denn sie müssen nichts vor anderen verbergen.

Tipp: nimm dir Zeit, um deine Stärken und Schwächen aufzuschreiben und diese ehrlich zu hinterfragen. Zu welchen deiner Schwächen stehst du, in welchem Bereich möchtest du noch etwas verändern? Frage auch deine Freunde nach deinen Stärken und Schwächen und vergleiche dies mit deiner eigenen Wahrnehmung. Je mehr deine Eigen- und Fremdwahrnehmung im Einklang ist, umso entspannter lebst du. Schreibe dir die 10 Werte auf, die dir im Leben am wichtigsten sind. Z.B. Loyalität, Freundschaft, Erfolg, Liebe, Mitgefühl etc.

2. Selbstregulierung

Dies meint, dass man nicht nur die eigenen Gefühle erkennen kann, sondern auch die Fähigkeit hat, die eigenen Gefühle zu beeinflussen. Vielleicht kennst du diesen typischen „Grübelkreislauf“, in dem wir manchmal landen, wenn wir uns Sorgen machen oder bestimmte Konflikte im Leben haben. Wir zermartern uns das Hirn, sind vielleicht traurig, wütend oder verzweifelt und verlieren uns darin. Kein Wunder, dass wir in solchen Momenten nicht wirklich handlungsfähig sind. Wir fühlen uns den Umständen hilflos ausgeliefert.

Wenn wir uns jedoch bewusst machen, dass wir unseren Gefühlen nicht ausgeliefert sind, sondern diese auch steuern und beeinflussen können – ohne sie zu ignorieren – dann können wir etwas tun. Das bedeutet, unsere Selbstwirksamkeit anzuerkennen, die Gefühle wahrzunehmen und schließlich aktiv zu verändern.

Tipp: Willentlich und vom Verstand her ein Gefühl zu verändern fällt vielen schwer. Eine gute Möglichkeit ist es aber, über die körperliche oder mentale Ebene Gefühle zu verändern. Zum Beispiel durch Bewegung, Lachen, Lächeln, Body Moves (auf meinem Youtube-Channel findest du Beispiele), oder durch geführte Meditationen, die über das Unterbewusstsein neue positive Emotionen verankern.

3. Empathie

Die Gefühle anderer Menschen wahrnehmen und einordnen können – diese Eigenschaft ist auch in beruflichen Zusammenhängen mittlerweile eine der wichtigsten Erfolgsfaktoren geworden Wer über Empathie verfügt, ist nicht nur beruflich erfolgreicher, sondern auch beliebter und glücklicher: Empathische Menschen sind ausgeglichener, offener und können Beziehungen besser aufbauen und auch halten. Nicht nur im Beruf, sondern auch privat sind gute Beziehungen das A und O. Aus der Glücksforschung weiß man, dass gute und erfüllte Beziehungen dafür sorgen, dass wir länger, gesünder und zufriedener leben.

Tipp: Höre anderen Menschen einfach nur zu – ohne Kommentar, ohne Lösungen, ohne Ratschläge. Überlege dir, wie du handeln würdest, wenn du dieser Mensch wärst. Versuche, die Gefühle bei diesem Menschen zu erspüren und zu ergründen, wie diese entstanden sein könnten. Finde bei jeder Gelegenheit etwas heraus über andere Menschen. Zum Beispiel, was sie besonders macht, was sie bewegt, was sie motiviert und begeistert. Sieh es als Spiel.

Ich selbst erlebe es oft, dass ich Menschen einfach nur zuhöre und ab und zu mal nachfrage. Hinterher sagen diese mir dann „danke, das tat so gut, mit dir zu reden! Es hat mir geholfen, Klarheit zu bekommen und jetzt weiß ich genau, was zu tun ist.“ Ich schmunzle dann in mich hinein. Es bestätigt sich dann mal wieder, dass alles Wissen, was wir brauchen, bereits in uns ist.

4. Motivation

Wie oft habe ich es schon erlebt, dass Menschen sich für etwas begeistert haben, voll motiviert etwas begonnen haben und sobald die ersten Schwierigkeiten kamen, sehr schnell wieder aufgegeben haben. Motivation – bzw. Selbst-Motivation – entwickeln wir dann, wenn wir für etwas brennen. Wenn wir unsere Mission erkannt haben, wenn wir begeistert sind, dann verfolgen wir ein Ziel, ohne zu zweifeln, ohne zu fragen, ohne zu zögern. Selbst Rückschläge können wir dann gelassen hinnehmen. Und wir lassen uns von nichts und niemandem von unserem Plan abbringen. Für jedes Ziel, für jedes Projekt ist Motivation der Schlüssel zum Erfolg.

Tipp: Finde deine Herzensmission, völlig unabhängig von äußeren Erwartungen oder vermeintlich zu erreichenden Zielen. Überprüfe sie regelmäßig. Wenn es mal schwierig oder anstrengend ist, dann wirf nicht gleich alles hin, sondern frage dich, was du verändern kannst, um trotzdem deinen Weg zu gehen und deine Träume zu leben. Formuliere deine Glücksvision und visualisiere sie regelmäßig. In dem Kurs „aktiviere dein inneres Glück und leuchte“ findest du zahlreiche Anregungen dafür.

5. Soziale Kompetenz

Hier geht es nicht nur darum, die Gefühle anderer Menschen einzuordnen und nachzuvollziehen, sondern auch um eine gute Kommunikationsfähigkeit. Das bedeutet, dass wir selbst klar und überzeugend ausdrücken können, was uns bewegt, und dass wir andere zum Verstehen und Handeln motivieren können. Umgekehrt können Menschen mit hoher sozialer Kompetenz gut zuhören, mitfühlen und angemessen reagieren. Im beruflichen Zusammenhang können sie gut Teams bilden und führen. Sie sind imstande, Konflikte zu meistern und Probleme im Sinne aller zu lösen. Das Wohl anderer liegt ihnen am Herzen, sie können aber auch gut für sich selbst sorgen.

Tipp: Suche dir Gruppenaktivitäten, bei denen soziale Kompetenz eine Rolle spielt, z.B. Teamsport im Verein, oder auch ehrenamtliches Engagement. Auch gibt es gute Seminare und Angebote zum Thema Kommunikation oder Konfliktmanagement. Auch Lachyoga in der Gruppe ist eine hervorragende Möglichkeit, um die soziale Kompetenz zu stärken.

Vielleicht können ja ein paar dieser Anregungen dich oder Menschen in deinem Umfeld inspirieren. Wenn du diesen Artikel bis zum Ende gelesen hast und dich mit diesen Themen beschäftigst, dann gehe ich davon aus, dass du bereits eine hohe emotionale Intelligenz besitzt. Vielleicht inspiriert es dich ja auch, andere dabei zu begleiten oder es beruflich noch mehr einzusetzen. Gerade in der Wirtschaftswelt ist emotionale Intelligenz nötiger denn je. Sie trägt dazu bei, leichter und glücklicher durchs Leben zu gehen – für uns selbst und für unsere Mitmenschen.

„Ich hab dich lieb“ sagt mein Sohn abends im Bett zu mir. In diesem Moment fließt eine angenehme, wohlige und glückliche Welle von guten Gefühlen durch meinen Körper, wie ein warmes Licht, das sich bis in die letzte Zelle ausbreitet. Ein Glück, dass wir Menschen sind und keine Roboter!

Der Tod: dein Freund und Berater

Liebes Leben, es reicht!

Hast du dir schon mal gewünscht, du wärst nicht mehr am Leben? Dann wäre dieser ganze Stress endlich vorbei, du hättest Ruhe, keine Probleme mehr, würdest nicht immer wieder gegen die gleiche Wand rennen und daran verzweifeln? Ich hatte solche Momente – nicht oft, aber dann durchaus ernsthaft – so zumindest aus meiner damaligen Sicht in den schwärzesten Momenten meines Lebens.

Das Erstaunliche war jedoch dabei, dass genau in solchen schwarzen Momenten der Gedanke an den Tod für mich irgendwie tröstlich schien. Selbst an den schlimmsten Tiefpunkten meines Lebens habe ich innerlich geahnt: Schlimmer kann es kaum noch werden. Und irgendwas wird vielleicht doch noch kommen, für das es sich lohnt weiterzumachen. Letztlich wäre es ja vielleicht auch langweilig, jetzt schon tot zu sein und die Irrungen und Wirrungen des Lebens nicht mehr weiter zu erleben. Mal abgesehen davon, dass ich gar nicht gewusst hätte, wie ich das hätte anstellen sollen, war ich also trotz meiner düsteren Gedanken immer noch weit genug entfernt davon, mich freiwillig aus dem Leben zu verabschieden.

Tod: Tabu und Faszination zugleich

Das Thema „Tod“ ist neben dem Thema „Geld“ eines der ambivalentesten Themen überhaupt. Einerseits wollen wir uns am liebsten gar nicht damit befassen und es einfach wegschieben. Ungern reden wir darüber, und wenn, dann nur mit tiefster Betroffenheit und Befangenheit. Andererseits scheint die Angst vor dem Tod so präsent zu sein wie selten zuvor. Bei wem sind sie nicht im Kopf tief eingebrannt, die Bilder der Pandemie: von Totentransportkolonnen per Militär bis hin zu improvisierten Leichenhallen in Zelten. Viele von uns werden plötzlich zu Hobby-Statistikern, machen Hochrechnungen und studieren die Zahlen, um irgendwie noch irgendwo etwas glauben zu können: Sterberaten von Toten ohne Impfung, trotz Impfung, durch Impfung oder sonstige Nebenwirkungen. All das sicherlich auch aus einer tiefen Sehnsucht heraus, etwas unter Kontrolle zu behalten, was wir nicht kontrollieren können: nämlich die Frage, wann wir sterben. Und was danach kommt. Diese Unsicherheit scheint uns verrückt zu machen, lässt uns ins Bodenlose fallen und schier verzweifeln.

Der Wunsch nach Kontrolle, nach Sicherheit, hat manchmal traurige Folgen: manche Menschen sterben schon vor ihrem Tod. Dabei sollten wir doch nie vergessen: Es gibt ein Leben vor dem Tod. Und dieses wird paradoxerweise nochmal viel lebenswerter, wenn wir den Mut haben, uns mit dem Tod zu beschäftigen. Doch wie können wir uns dem Thema Tod liebevoll nähern, Freundschaft schließen, den Tod als Teil des Lebens anerkennen und vielleicht sogar wertschätzen? Ich möchte hier aus den unendlich vielen Aspekten, die das Thema mit sich bringt, nur drei kleine Erkenntnisse teilen, die mir persönlich geholfen haben, den Tod nicht mehr als bedrohliches, dunkles schwarzes Loch zu fürchten, sondern als einen der besten Lebensberater anzusehen, der auf unserer Seite ist und das Beste für uns will.

1. Gut, dass wir sterben!

Würdest du unsterblich sein wollen? 500 Jahre, 1.000 Jahre, 10.000, eine Million Jahre oder gar ewig leben? Wäre es nicht eher ein Fluch als ein Segen? In dem Film „Highlander“ geht es um einen „Unsterblichen“, der am Ende als „Belohnung“ schließlich doch alt werden und sterben darf.

Auch im Hinduismus besteht das höchste Ziel darin, den Karma-Kreislauf der Wiedergeburten irgendwann so durchlaufen zu haben, dass man in das ewige Nirvana eintreten darf und nicht nochmal eine Runde drehen muss.

Genau wie Tag und Nacht, Licht und Schatten, Sommer und Winter, Glück und Unglück gehören Tod und Leben zum Kreislauf des Werdens und Vergehens dazu und sind ohneeinander nicht denkbar. Das Wissen um unsere Endlichkeit motiviert uns, Ziele zu formulieren, unsere Träume zu verwirklichen, etwas Besonderes zu erleben und das kostbare Leben zu wertschätzen und zu genießen.

2. Der Tod: dein bester Berater

„Jeder will alt werden, aber keiner will es sein“. Martin Held

Bist du auch schon in einem Alter, in dem du bereits von ehemaligen Klassenkamerad:innen oder Kolleg:innen mitbekommen hast, dass sie inzwischen gestorben sind? Und warst du in dem Moment vielleicht dankbar, dass es noch nicht dich erwischt hat? Egal wie schwer oder anstrengend dein Leben gerade ist? Vielleicht hast du dir auch gedacht, „ach, warum arbeite ich eigentlich so viel, wenn ich eines Tages eh sterbe?“ Vielleicht bist du einen Tag später wieder zum Alltag übergegangen und hast nicht weiter darüber nachgedacht. Aber immerhin – in dem Moment haben sich vermutlich viele deiner kleinen Alltagsproblemchen relativiert. Tod sei Dank. Der Tod lehrt uns Dankbarkeit.

Doch es geht darüber hinaus. Der Tod kann uns bei schwierigen Entscheidungen ein guter Berater sein. Wenn sich Weggabelungen im Leben auftun, dann kann es hilfreich sein, sich gedanklich an das Ende des Lebens zu versetzen und aus dieser Perspektive heraus auf das Leben zu schauen. Das schärft den Blick für die wesentlichen Fragen.

Nicht ohne Grund ist das Buch „5 Dinge, die Sterbende am meisten bereuen“ von Bronnie Ware zum Bestseller geworden. Darin haben Menschen, die tatsächlich am Ende des Lebens standen, vielen die Augen geöffnet über das, was wirklich wichtig ist. Zum Beispiel mutig zu sein, statt alles perfekt machen zu wollen. Lieber mal Neues zu probieren als in eingefahrenen Bahnen stecken zu bleiben. Und mehr Zeit mit Freunden und Familie zu verbringen als unbedingt Karriere machen zu wollen. Diese Erkenntnisse sind für uns alle aufschlussreich. Diese Menschen hatten keine Chance mehr, ihr Leben zu ändern – wir haben sie noch. Eine gedankliche Reise an das Lebensende kann uns dabei unterstützen, am Ende nichts zu bereuen. Nicht das was wir getan haben und auch nicht das, was wir nicht getan haben.

3. Ohne Tod kein Leben

Alles in diesem Universum scheint ein Kreislauf zu sein – von entstehen und vergehen, von Jahreszeiten, Planeten, Lebewesen, Pflanzen – im Kleinen wie im Großen. Alles ist Energie. Letztendlich verschwindet nie etwas aus unserem gesamten System, sondern verändert nur seine physikalische Form. Selbst unser menschlicher Körper wird zu Erde oder Asche und geht wieder in den Naturkreislauf hinein. Soweit zur materiellen Ebene.

Doch was ist mit der seelischen Ebene? Warum wissen wir nicht, was vor der Geburt war und was nach dem Tod sein wird? Darüber zerbrechen sich vermutlich die Menschen den Kopf, seitdem es uns gibt. War unsere Seele vorher auf anderen Planeten? Wie oft haben wir schon hier gelebt, oder vielleicht auch woanders? Werden bestimmte „Aufgaben“ oder „Themen“ von Generation zu Generation weitergegeben, so wie wenn bei einem Staffellauf der Stab übergeben wird?

In der neueren Wissenschaft der „Epigenetik“ gibt es immer mehr Erkenntnisse darüber, dass sich unser Erbgut durch verschiedenste Erfahrungen (Stress, Erfahrungen, Ernährung, Umwelteinflüsse oder auch Traumata) verändert und wir dies in unseren Genen entsprechend speichern. Je nachdem, wie wir imstande sind, Traumata einzuordnen, „aufzulösen“ oder möglicherweise aber auch daran zerbrechen, geben wir diese Prägungen an die nächsten Generationen weiter. So wird es für viele Therapeuten und Coaches immer wichtiger, auch Erfahrungen aus vorherigen Generationen sowie kollektive Aspekte einzubeziehen. Ich selbst habe bei systemischen Aufstellungen schon an verschiedenen Beispielen erlebt, wie einschneidend die Erfahrungen aus der deutschen Teilung und erst recht aus dem Dritten Reich selbst für unsere Generation noch sind.

Dennoch gerät die Wissenschaft beim Thema Tod auch an ihre Grenzen. Hinter diesen Grenzen des Wissens bleibt nur noch ein Raum, den wir mit etwas anderem füllen können. Mit unserem Glauben, dass da mehr ist, mit dem Glauben an einen „Gott“, die „höhere Weisheit“, das „Universum,“ oder das „Alleins“. Oder schlichtweg mit dem Vertrauen darauf, dass das Ganze hier doch am Ende irgendwie irgendeinen Sinn hat.

Um mit der Ungewissheit des Todes klarzukommen, brauchten die Menschen von je her Bilder, Geschichten und Mythen. Bilder von Gott mit dem langen weißen Bart. Von kitschigen Engelbabys mit Flügeln, oder auch vom Teufel mit Hörnern und Dreizack. Keiner weiß, wie es wirklich ist, dort im „Jenseits.“. Aber bestimmte Vorstellungen und Deutungen geben uns Hoffnung und Sinn. Vielleicht kommt es ja gar nicht darauf an, was stimmt. Vielleicht sind wir Menschen wirklich nur ein Mini-Zufall in diesem riesigen Universum, ohne Sinn, ohne Zweck. Und doch kann es einen Unterschied machen, welchen Sinn wir dem Leben geben. Denn was soll‘s: wenn es doch eh egal ist und es uns damit besser geht, warum sollen wir nicht selbst einen Sinn „ersinnen“?

Studien aus der Glücksforschung bestätigen: Die Menschen, die im Leben einen höheren Sinn erkennen, haben es leichter, mit Schicksalsschlägen umzugehen und daran zu lernen und zu wachsen. Wenn wir auch im Tod einen Sinn sehen können, in unserem ganzen Dasein auf der Erde, dann lebt es sich am Ende nicht schwerer, sondern fröhlicher und gelassener. Frei nach dem Motto:

„Möglicherweise ist ein Begräbnis unter Menschen eine Hochzeitsfeier unter Engeln.“ Khalil Gibran

Mir gefällt das Bild von uns Menschen als Engel – oder auch „spirituelle Wesen“, die auf der Wolke im Alleins sind. Alles ist paradiesisch dort, doch auch etwas eintönig. Daher beschließen sie, auf die Erde zu reisen, um dort menschliche Erfahrungen zu machen. Damit dies jedoch real ist, müssen sie vergessen, wo sie eigentlich herkommen. Aber es gibt kleine Tricks, um sich ab und zu doch mal daran zu erinnern, wer sie wirklich sind:  zum Beispiel durch Lachen, Tanzen, Singen, Meditieren – und durch Seelenbegegnungen mit den anderen Engeln. Mir persönlich hilft diese Geschichte, um vieles zu relativieren, wenn es mal nicht so läuft. Und mich zu erinnern, wo ich herkomme.

Wie kannst du den Tod zu deinem Berater machen? Mit welchen Fragen kann der Tod dich dabei unterstützen, dir über deinen eigenen Weg klar zu werden und vielleicht sogar etwas über deinen „Sinn“ – deine Aufgabe- hier in diesem Moment auf diesem Planeten zu erfahren? Ich habe hier mal ein paar Fragen zur Anregung zusammen gestellt. Und zwar aus zwei spannenden unterschiedlichen Perspektiven. Viel Spaß damit!

Alles Liebe

Angela

 

Bei diesen Fragen geht es um Leben und Tod:

Fragen aus der Perspektive von JETZT:

  • Was soll sich durch dich auf der Welt verändert haben, wenn du gehst?
  • Was würdest du tun, wenn du wüsstest, dass du in einem Jahr sterben wirst, aber bis dahin körperlich noch voll fit bist?
  • Welches Lebensthema möchtest du noch für dich gelöst haben, bevor du gehst?
  • Was würdest du dir wünschen, was die Gäste auf deiner Beerdigung eines Tages über dich sagen?

Fragen aus der Perspektive deines Lebensendes

– ausgehend davon, dass dein Leben phantastisch war!

  • Wofür bist du dankbar?
  • Worauf bist du stolz?
  • Welches Motto würdest du deinem Leben geben?
  • Welche Botschaft hast du für dein jüngeres (also jetziges) ich?

Du möchtest noch mehr Klarheit über deine Mission, deine Ausrichtung, deine Träume im Leben und diese auch in die Umsetzung bringen? Dann komm in den Kurs „Aktiviere dein Inneres Glück und leuchte“!

Empfehlung: Seminar zu dem Thema mit meiner wunderbaren Kollegin Silvia Rößler: Lachen trotz und alledem – darf ich lachen wenn ich traurig bin? 12. und 13. Februar oder 5. und 6. März.  Mehr Infos hier…

Selfcare: Fünf Tipps, um deine Energie zu erhöhen

Wir leben in einer Zeit, in der die Welt im Aufruhr scheint. Pandemie, Flutkatastrophen, nichts ist mehr planbar. Hinzu kommt der vermeintlich harmlose, aber nicht zu unterschätzende Alltagsstress: Beruf, Familie, Home Office, Home Schooling, Schließungen, Aufhebungen, ständige Änderungen der Situation und all die psychischen Belastungen, die damit einhergehen. Die Pandemie, von der wir dachten, sie sei in wenigen Monaten vorüber, zieht sich seit fast 2 Jahren dahin. Da kann so ziemlich jeder und jedem irgendwann mal die Puste ausgehen.

Was bedeutet überhaupt „Energie erhöhen“?

Gerade in diesen Zeiten ist es wichtig, in guter Energie zu bleiben und dafür zu sorgen, dass wir genügend Kraft haben, um all das zu meistern. Doch was genau bedeutet das, „Energie erhöhen“? Sich noch mehr vornehmen, um noch mehr zu schaffen? Alles daran setzen, um noch leistungsfähiger zu werden und noch besser zu funktionieren? Das kann nicht der Weg sein. Viele Menschen „halten durch“ bis zum Wochenende oder bis zum nächsten Urlaub. Dann werden sie krank. Meist auch deshalb, weil der Körper sein Tribut an Entspannung regelrecht einfordert. Kein Mensch kann dauerhaft wie ein Duracell-Häschen immer nur auf Hochtouren laufen. Wenn keine Erholungsphasen eingelegt werden, endet das im Burnout, das weiß man aus der Stressforschung.

Den Begriff „Energie“ kennen wir auch als Begriff für Antriebskraft, die wiederum durch Einsatz bestimmter Ressourcen erzeugt wird und etwas in Bewegung bringt. Wenn diese Energie verbraucht ist, dann gilt es, die Ressourcen einzusetzen, um nachladen zu können. Ein Elektroauto muss nach ein paar Hundert Kilometern an eine Steckdose. Dort gibt es Energie, die bestenfalls aus Wind oder Sonne erzeugt wurde. Ohne den Strom bzw. die Energie nützt uns das schönste Elektroauto nichts.

Warum wir zu wenig für uns selbst sorgen

Während das Auto regelmäßig brav getankt und geladen wird, vernachlässigen wir dies bei uns selbst und bei unserem Körper allzu oft. Obwohl dies nicht mal so zeitaufwändig ist wie bei einem Elektroauto, sondern es meist schon ausreicht, sich wenige Minuten am Tag Zeit für sich selbst zu nehmen. Stress lässt sich nicht reduzieren, indem wir nur auf der Couch hocken. Aber auch nicht, indem wir ihn ignorieren und immer weitermachen. Wenn wir hingegen die richtige Balance aus Aktivität und Entspannung finden, dann vermeiden wir, dass uns am Ende komplett die Puste ausgeht.

Kennst du es auch: du findest keine Zeit für 10 Minuten Meditation am Morgen, aber ertappst dich dabei, wie du dich im Instagram-Feed verlierst? Du findest keine Zeit, raus in die Natur zu gehen und bleibst bis spät nachts bei irgendeiner Netflix-Serie hängen? Mir kommt das jedenfalls ziemlich bekannt vor. Viel zu oft vergessen wir, für uns selbst zu sorgen und uns diese Zeit zu nehmen – und empfinden das Leben nur noch als eine Reihe von Verpflichtungen und Erledigungen.

Erhöhe deine Energie – für dich selbst und für andere

Wenn wir als Mensch unsere Energie erhöhen wollen, dann geht es nicht allein darum, mehr Energie oder Antrieb zu haben. Sondern es geht darum, auf eine „höhere Schwingungsebene“ zu kommen. Also nicht nur mehr Kraft zu haben, sondern Spaß an der Sache zu haben und in Leichtigkeit, Vertrauen und Gelassenheit durch den Alltag zu gehen. Wenn wir unsere Energie im positiven Sinne erhöhen, dann lassen wir uns vom Alltagsstress nicht mehr so leicht runterziehen. Dann sind wir mutig genug, auch mal nein zu sagen und für uns selbst zu sorgen. Dann sind wir nachsichtiger mit uns selbst und anderen und wissen genau, wann der Körper und der Geist mal eine Auszeit braucht. Dann haben wir erkannt, wie wichtig es ist, sich die erforderliche „Me-Time“ zu nehmen statt durchzuballern. Und wir kennen unsere eigenen Ressourcen, die dafür sorgen, dass wir in einer guten Balance bleiben und uns nicht selbst überfordern. Wir fühlen eine innere Kraft, aber auch Gelassenheit, um alles zu meistern.

Menschen, die in höherer Energie unterwegs sind, sind meist diejenigen, die „Leuchttürme“ in der Gesellschaft sind, die anpacken und die Herausforderungen dieser Zeit angehen. Wenn du also dafür sorgst, deine Energie zu erhöhen und hoch zu halten, dann tust du nicht nur dir selbst einen Gefallen, sondern auch deinen Mitmenschen. Wie das gehen kann? Ich habe hier fünf Tipps für dich zusammengestellt.

Energy Uplift: Fünf Tipps für mehr Energie

 

1. Perspektivenwechsel

Manchmal lassen sich die äußeren Umstände nicht ändern – wie jetzt in der Pandemie oder auch in anderen Lebenskrisen. Doch wir können immer noch unsere innere Einstellung dazu verändern. Indem wir zum Beispiel das Geschenk in der Krise sehen, die Themen anschauen, die dahinter stehen oder einfach den Fokus auf das richten, was uns glücklich macht statt über das zu grübeln, was nicht gut läuft. Aus der Mindset-Forschung (siehe Blogartikel zu „Selbstwirksamkeit“…) weiß man, dass die Art, WIE wir die Dinge sehen, auch einen großen Einfluss darauf hat wie wir Dinge erleben.

Wie kannst du die Sicht auf die Dinge verändern? Indem du z.B. Dankbarkeit traininerst (siehe Blog zu Dankbarkeit…) oder Glücksmomente sammelst. Auch hilft es, die Dinge aus der Perspektive von jemand anders zu sehen oder dein „zukünftiges Ich“ zu befragen. Und dir immer wieder deiner eigenen Ressourcen bewusst zu werden und diese zu aktivieren.

2. Achtsamkeit

Um die Energie zu erhöhen, ist es auch wichtig, erstmal die Energie runterzufahren und bewusst wahrzunehmen, auf welchem Energielevel du dich gerade in diesem Moment befindest. Allein die bewusste Wahrnehmung darüber verändert schon dein Energielevel. Dabei helfen Achtsamkeitsübungen, die du gut und einfach in den Alltag einbauen kannst. Zum Beispiel den Atem beobachten, oder alltägliche Dinge wie gehen, essen, aufräumen bewusst langsam ausführen und mit der Aufmerksamkeit genau bei der Sache zu sein, die du gerade tust. Auch wenn es die Buchhaltung oder das Sortieren von Unterlagen ist. Der Atem ist dafür immer wieder ein guter Begleiter (siehe Blogartikel „Atem – das unterschätzte Wunderwerkzeug“…)

 

3. Bewegung

Egal ob du Laufen gehst, regelmäßig schwimmst oder Yoga machst: Bewegung ist auch deshalb ein Energy Booster, weil sie uns sehr schnell aus dem Kopf und aus dem Grübeln rausbringt und hinein in die Körperwahrnehmung. Gerade wenn wir uns vorher ordentlich mit Bewegung auspowern, können wir hinterher die Batterien umso besser wieder aufladen. Es ist, wie wenn wir ein Glas spülen, in dem sich noch abgestandenes Wasser befindet. Wir müssen erst das alte Wasser auskippen, um das Glas spülen und es mit neuem, frischen Wasser füllen zu können.

Bewegung tut somit nicht nur dem Körper gut, sondern auch dem Geist. Durch bestimmte Körperhaltungen, Yoga oder Lachyoga kannst du deine Stimmung ins Positive beeinflussen und dich sofort in eine bessere Energie bringen. Zum Beispiel mit der Lachyoga-Übung „Power Poses.“

 

4. Lächeln

Ein weiterer Booster für bessere Stimmung und Ausrichtung auf die schönen Dinge im Leben ist Lächeln. Studien aus dem Body Feedback zeigen, dass allein das Hochziehen der Mundwinkel zu einer Lächelbewegung schon unsere Stimmung ins Positive beeinflusst.

Eine Minute Lächeln morgens vor dem Spiegel lässt uns ganz anders in den Tag hineingehen. Du möchtest es ausprobieren? Dann hol dir hier die kostenlose Meditation für Lächeln und positive Energie…

 

5. Lachen

Beim Lachen werden Glückshormone ausgeschüttet, der Stress wird gesenkt, das Immunsystem gestärkt (Fakten zum Lachen, siehe auch…). Nur wenige Minuten herzhaftes Lachen sorgen dafür, dass wir in eine ganz andere Energie kommen und uns wie euphorisiert fühlen. Das Schöne beim Lachen: Wir trainieren einerseits den Körper (Zwerchfell, Bauchmuskulatur), schwingen uns aber auch mental auf eine bessere Energie ein. Menschen, die regelmäßig lachen, werden gelassener und nehmen auch stressigen Alltagskleinkram nicht so ernst (was uns wiederum hilft, die innere Einstellung zu verändern). Du hast keinen Anlass zum Lachen? Dann probier es mal mit Lachyoga! Hier findest du Angebote und Möglichkeiten dazu…

 

Diese 5 Tipps sind nur eine kleine Auswahl an Strategien, mit denen wir in höhere, bessere und positivere Energie hineinkommen können. Nicht für jeden passt die gleiche Methode, sondern es ist wichtig herauszufinden, was für dich passt. Auch geht es nicht darum, alles gleichzeitig zu machen oder viel Zeit zu investieren, sondern für dich selbst eine Möglichkeit zu finden, mit der du effektiv und mit wenig Zeitaufwand deine Energie erhöhen kannst.

Du möchtest dabei Begleitung? Dann komm in das SMILE-Programm und mache jetzt den Happiness Check…

Skurrile Glückstipps

Die 10 skurrilsten Glückstipps

„Genieße den Tag!“…

…„denke nicht an gestern oder morgen.“ – „Lass einfach mal die Seele baumeln.“ Wer kennt sie nicht, all die schlauen Sprüche, die wir immer wieder lesen, von Facebook über Instagram bis hin zum Küchenkalender. Manchmal inspirieren sie uns zum inne halten und Perspektive wechseln. Manchmal ist das alles aber auch sehr platt. Und meist leichter gesagt als getan.

Am 20. März ist Weltglückstag. Da bietet es sich an, ein paar tolle Tipps, happy Hacks und wichtige Weisheiten zu verraten. Doch „genieße den Tag!“ kennen wir schon. Daher kommen hier 10 skurrile Glückstipps, die vielleicht nicht ganz so gewöhnlich sind. Viel Spaß damit!

1. Trinke grünen Tee

Beim Trinken von grünem Tee steigt die Konzentration der Neurotransmitter Dopamin und Noradrenalin, was eine stimmungsaufhellende Wirkung hervorruft. In grünem Tee ist die Aminosäure L-Theanin vorhanden. Diese verstärkt die Produktion von Dopamin und hilft dem Gehirn, in einen Zustand der Konzentration zu gelangen. Also ran an den Tee!

2. Stell dir vor, du bist das Glück

Frage dich, ob du gerne zu dir selbst zu Besuch kommen würdest, wenn du das Glück wärst. Du kannst dir auch einen Stellvertreter für das Glück benennen (einen kleinen Glücksbringer) und dich mit deinem „Glück“ unterhalten. Klingt abgefahren, aber funktioniert!

3. Sei nicht ständig glücklich

Hä, wie jetzt? Aber dafür lese ich das doch hier, magst du jetzt denken. Genau das ist ja das Paradoxe am Glück: Meist sind wir dann glücklich, wenn wir dem Glück NICHT hinterher rennen. Wie oft denken wir, „ich kann erst glücklich sein, wenn – die Beförderung, der perfekte Partner, das Wunschauto da ist – sprich, alles perfekt ist!“ Doch die Kunst des glücklich seins besteht darin, nicht immer glücklich sein zu müssen. Vielmehr gilt es, zu akzeptieren, dass eben auch negative Ereignisse und fehlerhafte Menschen zum Leben dazu gehören. Dann lebt es sich einfach entspannter.

4. Faulenze!

Moment mal – heißt es nicht immer, das Glück liege im Tun und man solle aktiv sein? Klar tut auch Bewegung gut. Doch genauso sollten wir uns mal Zeiten des Nichtstuns gönnen. Und zwar ohne auf das Smart Phone zu starren oder etwas „Nützliches“ zu tun. Das Gute dabei: solche entspannten Phasen nutzt unser Gehirn, um neue Energie aufzuladen und hinterher umso kreativer zu sein.

5. Lache laut und albern

Beim Lachen werden jede Menge Glückshormone ausgeschüttet. Selbst dann, wenn wir nur so tun als ob wir lachen und sich das Ganze ziemlich albern und seltsam anfühlt. Doch wer regelmäßig lacht, kann nachweislich besser mit Stress klar kommen und nimmt viele Dinge im Leben nicht so bierernst. Das gibt dem Leben einiges mehr an Leichtigkeit. Beim Lachyoga findet man Gleichgesinnte, um dies mal auszuprobieren.

6. Wühle im Dreck

Ab in den Garten oder auf den Balkon! In Erde – zum Beispiel Blumenerde – befinden sich reichlich Bakterien, die auf das Gehirn wie ein Antidepressivum wirken. Diese können dazu beitragen, dass vermehrt Serotonin ausgeschüttet wird und das Wohlbefinden steigt. Von diesen positiven Effekten berichten auch Studien mit Krebspatienten – diese verspürten danach mehr Lebensqualität.

7. Hab regelmäßig Sex

Gut, so überraschend ist diese Erkenntnis jetzt nicht. Aber Schweizer Psychologen der Universitäten Lausanne und Fribourg wollten es genau wissen, ob und warum Sex glücklich macht. Anhand einer großen Online-Umfrage in den USA fanden sie heraus, dass tatsächlich ein Zusammenhang zwischen regelmäßigem Sex und der Lebenszufriedenheit besteht. Doch Achtung an alle, die jetzt losziehen und jemanden abschleppen wollen: Einen nicht unerheblichen Anteil an diesem guten Gefühl hat laut Studie auch die durch den Sex entstandene Verbundenheit mit dem Partner sowie das Kuscheln und Reden danach. Schlechte Nachrichten also für alle One-Night-Stand-Liebhaber:innen.

8. Sei ordentlich

Laut Glücksexpertin Gretchen Rubin verleiht es uns innere Ruhe, wenn wir im Äußeren alles in Ordnung haben. Dazu gehören eben auch bestimmte Strukturen und Rituale im Alltag wie das Bett machen. Es gibt uns das Gefühl, die Dinge im Griff zu haben, verleiht uns mehr Selbstwertgefühl und somit auch mehr Zufriedenheit. Auch ordentliches Entrümpeln lässt erfahrungsgemäß nicht nur die Wohnung neu erblühen, sondern verschafft uns Klarheit und Zufriedenheit in der Seele.

 

9. Werde gemächlich

Dieser Tipp kommt übrigens vom Papst höchstpersönlich. Er rät dazu, langsamer zu werden und nennt dabei durchaus unkatholische Aktivitäten wie Yoga oder Meditation. Er empfiehlt, Stress zu vermeiden und gemütlicher zu leben. Und tatsächlich: es gibt Studien, die belegen, dass Gemütlichkeit das Leben verlängert. Hoffen wir also, dass der Papst sich nicht aufreibt bei all seinen Dienstpflichten und uns noch lange erhalten bleibt. Der nächste Tipp kommt ebenfalls vom Papst.

10. Lass die Jungen arbeiten

Wie, doch nicht faulenzen? Hier bezieht sich Franziskus wohl eher auf die Tatsache, dass viele junge Menschen arbeitslos sind und somit deren Selbstwertgefühl stark leidet. Er appelliert an alle Unternehmer:innen, Jobs für junge Menschen anzubieten. Man müsse ihnen zudem die Qualifikationen verschaffen, die sie in die Lage versetzen, „den Speck nach Hause zu bringen“ und die darin liegende Würde zu spüren.

Genereller Tipp obendrauf: Anderen Menschen etwas Gutes tun macht immer glücklich (siehe auch Blogartikel „glücklich machen macht glücklich“). Und vielleicht fällt dir ja auch etwas ein, womit du andere am Weltglückstag glücklich machen kannst. Auch dabei wünsche ich viel Spaß!

Was ist der Weltglückstag?

Mit dem „Weltglückstag„, den es seit 2013 gibt, haben die Vereinten Nationen anerkannt, dass Glück ein „grundlegendes Ziel für die Menschen“ ist. Sie betonen, dass „Fortschritt“ nicht nur Wachstum bedeuten sollte – sondern auch die Erhöhung von Glück und Wohlbefinden für die Menschen. Sie berufen sich dabei auf die drei Säulen „Soziales“, „Wirtschaft“ und „Umwelt“, die gleichsam wichtig sind. Auch bei den „17 Zielen für nachhaltige Entwicklung“ (2015 von den UN beschlossen) geht es nicht nur um Reduzierung der Armut, sondern auch um Wohlbefinden und Gesundheit, Frieden, Gerechtigkeit, Bildung und Nachhaltigkeit. Das kleine Land Bhutan macht es vor. Schon seit den 70er Jahren hat hier das „Bruttonationalglück“ vor dem Bruttosozialprodukt Priorität. Bereits die Schulkinder erlernen hier „Glückskompetenzen“ wie Achtsamkeit, Empathie und Meditation.

Weitere Glücklichmacher

Online-Kurs „Aktiviere dein inneres Glück“

Lachyoga-Workshop

Glückstipps auf Youtube

Einsamkeit – die Pandemie in der Pandemie

Corona: Die größte Krise seit dem Zweiten Weltkrieg

Die UN bezeichnen die Corona-Pandemie als „die größte Krise der Menschheit seit dem Zweiten Weltkrieg“. Wir werden uns immer mehr darüber bewusst, dass das nicht nur mit dem Virus selbst zu tun hat. Laut Neurowissenschaftler Manfred Spitzer leiden die meisten Menschen mehr unter den Folgen der Pandemie als unter dem Virus selbst. Es scheint, dass die Corona-Einschränkungen und -Maßnahmen – ohne deren Notwendigkeit in Frage zu stellen – vor allem das verstärken, was vorher schon da war. Kinder aus Brennpunkt-Familien haben keine Anlaufstelle mehr, freischaffende Künstler, die sich vorher schon durchschlagen mussten, landen in der Hartz-4-Falle, die Innenstädte sterben aus zugunsten von Online-Riesen wie Amazon, Google, Apple und co., Pharmafirmen und die Gaming-Industrie sind auf dem Vormarsch.

Nicht nur wirtschaftlich gesehen werden wir noch lange mit den Folgen der Pandemie leben müssen. Es verstärkt sich auch ein Phänomen, das ebenfalls schon vorher einen besorgniserregenden Trend in der Gesellschaft darstellte: Einsamkeit. Menschen, die vorher schon einsam waren, sind jetzt nochmal isolierter. Laut Manfred Spitzer ist Einsamkeit mehr als allein sein: Wer einsam ist, erkrankt häufiger als andere an Krebs, Herzinfarkt, Schlaganfall, Depressionen und Demenz. Einsamkeit ist laut Spitzer die Todesursache Nummer eins in den westlichen Ländern. Dies wird mittlerweile weltweit von zahllosen wissenschaftlichen Studien bestätigt.

Einsam ist nicht gleich allein

Ich selbst habe jahrelang alleine gelebt und kenne die Vor- und Nachteile. Ich weiß, wie es sich anfühlt, wenn ich am Samstagabend alleine zu Hause sitze, während die Nachbarn um mich herum laut Party feiern. Ich kenne das Gefühl der Leere, wenn am Sonntagnachmittag die Sonne scheint und ich keine Freundin finde, die mit mir einen Ausflug macht. Meist konnte ich mich in der Zeit mit guter Planung (schon am Montag das Wochenende planen) und gezielten Verabredungen gut durch solche Zeiten „retten“. Wenn jedoch – so wie jetzt im Lock-Down – alle Möglichkeiten für Verabredungen und gemeinsame Unternehmungen – Kultur, Chor, Theater, Sport, Vereinstreffen etc. – wegfallen, dann sind die Folgen fatal. Nicht nur das Corona-Virus, sondern auch die damit verbundene Einsamkeit breitet sich aus wie eine Pandemie.

Schon vor der Corona-Krise haben sich knapp 50% der Deutschen ziemlich oft einsam gefühlt. Allerdings ist sich einsam fühlen ist nicht immer gleichzusetzen mit alleine sein. Einsam fühlen sich nicht nur per se Singles und Alleinstehende. Auch Verheiratete oder Menschen, die in einer Familie leben, können sich einsam fühlen, selbst wenn sie nicht alleine sind. Auch ein großer Freundeskreis schützt nicht vor Einsamkeit. Vielleicht kennst du solche Situationen: du bist auf einer großen Party, einem Konzert oder einem Business Empfang – also unter vielen Menschen – und fühlst dich einsam. Oder du bist umgekehrt allein auf einem Spaziergang oder auf einer erfüllenden Reise – und du bist absolut im Reinen mit dir und zufrieden mit allem. In dem Fall bist du alleine, aber nicht einsam.

Soziale Beziehungen – für Glück und Gesundheit

Unbestritten ist in der Glücksforschung jedoch die Erkenntnis, dass gute und erfüllte soziale Beziehungen die wichtigste Voraussetzung für ein glückliches und gesundes Leben sind. Dies ist zum Beispiel das Ergebnis der Grant Study – einer Langzeit-Studie der Harvard University, die seit 75 Jahren anhand verschiedener Lebensläufe untersucht, was ein zufriedenes Leben ausmacht.

Wie können wir also in Zeiten der Pandemie und der damit verbundenen Isolation zu sozialer Verbundenheit und Zusammenhalt beitragen? Was können wir tun, um aus der Corona-Pandemie nicht eine Einsamkeitspandemie werden zu lassen? Wenn du Menschen kennst, die sich einsam fühlen, oder wenn du selbst manchmal in der „Einsamkeitsfalle“ landest, dann können die folgenden 4 Fragen dabei helfen, die Situation zu reflektieren und einen Weg heraus zu finden – wenn man denn möchte:

1. Ist die Einsamkeit wirklich unfreiwillig oder selbst gewählt?

So manche Menschen fühlen sich zwar einsam oder klagen auch über Einsamkeit. Aber einige finden es am Ende immer noch bequemer, nichts zu unternehmen, als den Preis dafür zu zahlen, den es erfordert, sich mit Menschen zu verbinden. Denn es braucht auch Mut und vielleicht einen Schritt aus der Komfortzone, um aktiv zu werden und Kontakte zu knüpfen. Das geht gerade nicht, wegen Lock-Down, Corona und überhaupt? Ist es wirklich so? Das Internet ist voll von Online-Angeboten, bei denen sich Menschen verbinden können – viele davon sogar kostenfrei. Ja, es braucht die Bereitschaft, sich mit der Technik zu befassen und sich auf neue, virtuelle Abenteuer einzulassen. Aber das ist selbst was mit einem Smart Phone möglich. Immer wieder bin ich erstaunt und beeindruckt, wie zum Teil über 80-jährige Menschen bereit sind, dies auszuprobieren – weil sie wissen, dass die virtuelle Verbindung besser ist als gar nichts, und weil sie oft flexibler sind als wir bisher dachten. Alles zu kompliziert? Dann ist es auch ok. In dem Fall ist die selbstgewählte Einsamkeit vielleicht die leichtere Lösung.

Natürlich gibt es auch Menschen, die ungewollt einsam sind. Die irgendwo gestrandet sind in einem anderen Land. Obdachlose oder sozial Schwache, die keine Möglichkeiten hab, online zu gehen. Die brauchen unsere Hilfe. Und ich bin sehr dankbar, dass es Initiativen und Einrichtungen gibt, die solchen Menschen helfen – wenn sie es denn wollen. Und dass es Menschen gibt, die sich ihrer annehmen. Manchmal ist es das beste Mittel gegen Einsamkeit, anderen zu helfen, die einsam oder bedürftig sind. Engagement macht glücklich, das belegen zahlreiche Studien (siehe Blogartikel „nicht jammern – engagieren“).

Trotzdem bleibt natürlich die Frage: Was können Menschen tun, die sich oft einsam fühlen und derzeit einfach nicht die Kraft oder nicht die Möglichkeit haben, das zu ändern? Wie kann man in dem Fall dennoch gut durch die Zeit kommen?

2. Wie kannst du aus der Situation das Beste machen?

Egal, ob deine Einsamkeit gewählt oder unfreiwillig ist: lass dich nicht noch zusätzlich dadurch runterziehen, dass es gerade so ist wie es ist. Akzeptiere die Situation in diesem Moment voll und ganz. Vielleicht ist es morgen wieder anders, oder übermorgen, oder dann wenn es passt. Du bist jetzt genau in diesem Moment da, auch wenn du alleine bist. Mach das Beste draus und genieße die Zeit mit dir selbst! Lass es dir gut gehen, mach dir Geschenke, nimm dir jeden Tag etwas Schönes vor. Lerne meditieren, such dir gute Bücher raus, verwöhne dich selbst. Sorge dafür, dass du dich nicht einsam fühlst, sondern vielmehr im Reinen mit dir selbst.

Qualität statt Quantität

Mach dir bewusst: So manches Mal kann es tatsächlich die bessere Wahl sein, das alleine sein zu genießen statt „aus der Not heraus“ Zeit mit Menschen zu verbringen, die dich langweilen oder runterziehen. Es lohnt sich immer, genau hinzuschauen, welche Kontakte gut tun und welche nicht.

3. Bist du mit dir selbst im Reinen?

Du hast dich dafür entschieden, Verbindung zu Menschen zu suchen, rauszugehen (wenn vielleicht derzeit auch virtuell) und Kontakte zu knüpfen? Dann sei dir selbst der beste Freund, die beste Freundin. Es ist immer einfacher, nicht aus der Bedürftigkeit heraus auf Menschen zuzugehen, sondern mit einer inneren Haltung, dass du jemand bist, mit dem du selbst gerne Zeit verbringen würdest. Mach eine Bestandsaufnahme deiner Stärken und Schwächen und frage dich: was ist die höchstmögliche Version deiner Selbst? Inwieweit kannst du dir die Akzeptanz und Zuwendung, die du dir vielleicht von anderen wünschst, auch selbst geben? Wie viel von dem Einsatz, den du dir von anderen wünschst, bist du bereit von dir aus zu geben?

4. Was kannst du jetzt tun, um etwas zu ändern?

Das Universum ist dir wohlgesonnen. Wenn du dir neue Kontakte oder tiefe Verbindungen wünschst, dann wird es diese für dich parat haben. Allerdings ist es gut, wenn du ein Zeichen gibst, dass du das auch wirklich wirklich willst – indem du möglichst viele Chancen erschaffst. Also, suche dir Kurse, Gelegenheiten, Freizeitgruppen oder sonstige Angebote raus, die dich interessieren. Das, was online startet, kann sich ja durchaus in reale Kontakte verwandeln. Eine offene Haltung der Neugier unterstützt dies: Offenheit gegenüber neuer Technik, aber auch gegenüber neuen Menschen und deren Eigenheiten. Bewerte nicht gleich jeden. An jedem Menschen können wir irgendetwas Besonderes finden – vielleicht ein spannendes Hobby, eine inspirierende Lebenserfahrung oder eine sonstige Gemeinsamkeit. Es lohnt sich, andere nicht sofort in eine Schublade zu stecken. Später kannst du immer noch entscheiden, ob jemand wirklich auf deiner Wellenlänge ist oder dich eher langweilt oder runterzieht.

Manchmal müssen es auch gar nicht neue Kontakte sein. Vielleicht gibt es alte Freundinnen oder Freunde, die sich in diesem Zeiten über einen Anruf freuen würden. Die Welt da draußen ist voll von Möglichkeiten – sowohl derzeit online als auch später wieder persönlich. Es braucht nur die Entscheidung, sich darauf einzulassen und sich nicht sofort wieder abschrecken zu lassen. Ja, es gibt auch Idioten da draußen, seltsame, ätzende und anmaßende Leute. Aber es gibt auch viele warmherzige, offene, neugierige und hilfsbereite Menschen, die es wert sind, gefunden zu werden. Wer selbst bereit ist, anderen etwas zu geben, sie zu unterstützen und für sie da zu sein, wird auch Menschen treffen, die das schätzen und – auf ihre Art und Weise – zurückgeben.

Im Hier und Jetzt – allein UND gemeinsam

Letztendlich gibt es in jedem Leben auch mal Phasen des Alleinseins und der Gemeinschaft. Dies kann sich ja auch phasenweise abwechseln. Egal, in welcher Phase du gerade bist – ob vorübergehend oder längerfristig, ob unfreiwillig oder selbst gewählt. Du kannst immer entscheiden, mit welcher inneren Einstellung du die Zeit erlebst. Kurzum: genieße das allein sein, sei offen für Herzensverbindungen und schließe Freundschaft mit dir selbst! Diese Meditation kann dich dabei unterstützen.

Ich wünsche dir, dass du weiterhin in Zuversicht, guter Energie und Liebe – zu dir selbst wie zu anderen – durch diese Zeit kommst!

Namasté Angela

Tipps und Links

Online-Kurs „Der Glücks-Charakter-Booster“

Meditation für Selbstliebe

Hier findest du zoom-Gruppe-Angebote, z.B. für Lachyoga

Video: 3 Schritte aus der Einsamkeitsfalle

Angela Mecking

Zeit zum Energie aufladen – die acht Gebote des Genießens

Keine Zeit?

Gibt es bei dir auch so Momente im Leben, in denen du nur noch funktionierst und versuchst, alles erledigt zu kriegen? Und du trotzdem abends das Gefühl hast, nichts geschafft zu haben? Ich muss gestehen, ich ertappe mich regelmäßig dabei. Ich versuche dann, meine Tage wieder bewusster zu planen und mir weniger vorzunehmen. Das klappt mal gut, mal nicht so gut.

In meinem Umfeld bekomme ich mit, dass es vielen so geht: vor lauter Stress kommen wir nicht mehr dazu, die Dinge zu tun, die uns mit neuer Energie aufladen, die uns entspannen und gut tun. Wenn wir jedoch anfangen, auf Sport, Yoga, Meditation oder Ruhephasen zu verzichten, dann haben wir im ersten Moment vielleicht etwas Zeit gespart. Doch was haben wir von dieser gewonnenen Zeit, wenn uns irgendwann die Puste ausgeht? Wir immer öfters schlapp, müde oder unkonzentriert sind? All die Aufgaben, die sich türmen – beruflich wie privat – sind damit weder schneller noch besser erledigt. Und Spaß macht es schon gar nicht mehr.

Schärfe deine Axt

Wenn ich mich dabei erwische, mal wieder lustlos im Internet zu surfen und nichts auf die Reihe zu kriegen, dann weiß ich: Es ist mal wieder Zeit, meine Axt zu schärfen. Dieses Bild finde ich sehr passend – es basiert auf der „Geschichte vom Holzfäller“, in der genau dieses Paradox beschrieben wird: Es geht dabei um einen ehrgeizigen Holzfäller, der sich wahnsinnig anstrengt, um möglichst viele Bäume zu fällen und jeden Tag noch mehr Arbeit zu schaffen (gesamte Geschichte, siehe unten). Es klappt aber nur dürftig, so sehr er sich auch anstrengt. Als ihn der Vorarbeiter nach ein paar Tagen fragt, ob er denn schon seine Axt geschärft habe, entgegnet der Holzfäller: „Nein, dazu hatte ich keine Zeit“.

Wofür nimmst du dir keine Zeit – obwohl du vielleicht weißt, dass es dir gut tun und dir Energie geben würde? Wo kommt bei dir die Erholung, wo das Genießen zu kurz? Mit anderen Worten: Wo und wie kannst du deine Axt wieder schärfen?

Warum sind Pausen so wichtig?

Im Leistungssport hat man längst erkannt, dass die Regenerationszeiten genauso wichtig sind wie die Trainingszeiten selbst. Wer für einen Marathon trainiert, sollte nicht kurz vorher jeden Tag die Strecke laufen, sondern Zeit für den Energieaufbau einplanen.

Auch im Arbeitsalltag weiß man längst, dass Pausen die Leistung erhöhen. Gerade mehrere Pausen über den Tag verteilt wirken sich positiv auf die Wachheit und Konzentrationsfähigkeit aus. Dabei ist es jedoch wichtig, diese Pausen bewusst zu genießen. Also lieber einen „Power Nap“, einen Spaziergang oder eine kleine Entspannungseinheit einlegen statt mit dem Pausenbrot am Monitor zu hängen und wahllos im Internet zu surfen.

Kreativitätsforscher (z.B. Ernst Pöppel, Münchner Institut für Medizinische Psychologie) halten Momente der „geistigen Ruhe“ für die wichtigsten Phasen, in denen Kreativität überhaupt entstehen kann. Nicht ohne Grund kommen gute Ideen uns eher in der Badewanne als im Konferenzraum (siehe auch Blogartikel „Flow“).

In der Hirnforschung hat man festgestellt, dass im Leerlauf-Modus – also wenn das Gehirn gerade keine bestimmte Aufgabe zu erledigen hat – nochmal ganz andere Hirnregionen aktiv sind als im Arbeitszustand. Man geht davon aus, dass in solchen Momenten alles Gelernte nochmal sortiert und verarbeitet wird – genauso wie es ja auch im Schlaf geschieht.

Glücksmomente und Genuss

Wann immer du also denkst, keine Zeit für Erholung, Sport oder Meditation zu haben, halte kurz inne  und erinnere dich daran, dass eine Pause deine Produktivität und Kreativität sogar erhöht. Mit dem Wissen fällt es dann schon viel leichter, Entspannung oder „kreativen Leerlauf“ zuzulassen – zumindest mir.

Dazu gehört auch, bewusster die kleinen und schönen Dinge im Leben – die „Glücksmomente“ (siehe Blogartikel dazu…) – zu genießen, statt genervt durch den Alltag zu hetzen. Hierbei helfen Dankbarkeit, Wertschätzung, Achtsamkeit, und – Lachen!

Es gibt sogar eine Therapieform, die auf „Genusstraining“ ausgerichtet ist: „Euthyme Therapie.“ Darunter versteht man alles, was uns und unserer Seele gut tut. Es geht dabei um die Förderung von Freude, Ausgeglichenheit, Wohlbefinden und Genuss – also letztlich um die Stärkung von Ressourcen. Auch das Erleben über unsere fünf Sinne – Schmecken, Riechen, Tasten, Sehen und Hören – ist dabei wichtig. Basierend auf den Erkenntnissen jahrelanger Arbeit mit dieser Therapieform haben Rainer Lutz und Eva Koppenhöfer die „Acht Gebote des Genießens“ entwickelt. Vielleicht inspirieren sie auch dich, dir bewusst Gutes zu tun und deine Energien regelmäßig wieder aufzuladen.

Acht Gebote des Genießens

1. Gönne dir Genuss

Viele Menschen erlauben es sich nicht, einfach etwas zu genießen. Sie haben dabei Schuldgefühle („ich müsste ja eigentlich noch“, „die Arbeit türmt sich“) oder ein schlechtes Gewissen. Doch der Spruch „erst die Arbeit, dann das Vergnügen“ hat uns lang genug das Leben schwer gemacht. Warte nicht, bis alles erledigt ist, sondern genieße jetzt!

2. Nimm dir Zeit zum Genießen

Lass die Gedanken los, was noch alles zu erledigen ist – jeder kleinste Augenblick ohne Zeitdruck ist Gold wert.

3. Genieße bewusst

Richte deine Aufmerksamkeit auf das, was du JETZT – in diesem Augenblick – tust und sei achtsam und voll dabei. Tu nur eine Sache zur Zeit statt viele Dinge gleichzeitig.

4. Schule deine Sinne für Genuss

Fühle, schmecke, höre, rieche – je bewusster du dein Umfeld in solchen „Genussmomenten“ wahrnimmst, umso mehr setzt du Anker für gute Gefühle und Erfahrungen.

5. Genieße auf deine eigene Art

Die einen lieben Bergsteigen – die anderen können am Meer abschalten. Finde heraus, was dir gut tut und suche Gelegenheit dafür.

6. Genieße lieber wenig, aber richtig

Immer mehr Konsum führt nicht dazu, dass wir mehr genießen, sondern kehrt sich irgendwann ins Gegenteil um. Ein Glas Wein lässt sich gut genießen, die ganze Flasche bringt nen dicken Kopf. „Qualität statt Quantität“ ist hier wohl eher das passende Motto.

7. Planen schafft Vorfreude

Überlasse die Glücksmomente nicht (nur) dem Zufall, sondern plane Momente des Genießens in deinen Kalender ein. Verabrede dich mit dir selbst, um ein Buch zu lesen, einen Ausflug zu machen oder in die Sauna zu gehen. Hinzu kommt hier der Effekt, dass allein die Vorfreude auf etwas schon bewirkt, dass unser Körper Glückshormone ausschüttet.

8. Genieße die kleinen Dinge des Alltags

Warte nicht auf den nächsten Urlaub oder gar die Rente, um das Leben zu genießen. Nutze jede Gelegenheit, um zu lachen, dir etwas Gutes zu tun, dich an kleinen Glücksmomenten zu freuen. Dadurch wirst du dein Umfeld positiver erleben und wahrnehmen – und somit auch selbst eine positivere Lebenseinstellung und Ausstrahlung bekommen.

Klar, all das ist leichter gesagt als getan. Aber es gibt viele Möglichkeiten, dies umzusetzen und bewusst die kleinen Glücksmomente zu genießen. Zum Beispiel mit Yoga, Lachyoga, einem Glückstagebuch oder der gegenseitigen Unterstützung mit Gleichgesinnten.

Ich wünsche dir Gelassenheit, Genießen und unbändigen Spaß bei allem, was du tust!

Namasté Angela

 

Du möchtest wieder in die Lebensfreude kommen? Dann komm jetzt in das SMILE-Programm – Einstieg jederzeit möglich! 

 

Buchtipps

Das Leben ist keine To-Do-Liste von Shirley Seul

Eva Koppenhöfer: Kleine Schule des Geniessens

Jorge Bucay „Komm, ich erzähl dir eine Geschichte“

Die Geschichte vom Holzfäller

Es war einmal ein Holzfäller, der bei einer Holzgesellschaft um Arbeit vorsprach. Das Gehalt war in Ordnung, die Arbeitsbedingungen verlockend, also wollte der Holzfäller einen guten Eindruck hinterlassen. Am ersten Tag meldete er sich beim Vorarbeiter, der ihm eine Axt gab und ihm einen bestimmten Bereich im Wald zuwies. Begeistert machte sich der Holzfäller an die Arbeit. An einem einzigen Tag fällte er achtzehn Bäume. »Herzlichen Glückwunsch«, sagte der Vorarbeiter. »Weiter so.« Angestachelt von den Worten des Vorarbeiters, beschloss der Holzfäller, am nächsten Tag das Ergebnis seiner Arbeit noch zu übertreffen. Also legte er sich in dieser Nacht früh ins Bett.

Am nächsten Morgen stand er vor allen anderen auf und ging in den Wald. Trotz aller Anstrengung gelang es ihm aber nicht, mehr als fünfzehn Bäume zu fällen. »Ich muss müde sein«, dachte er. Und beschloss, an diesem Tag gleich nach Sonnenuntergang schlafen zu gehen. Im Morgengrauen erwachte er mit dem festen Entschluss, heute seine Marke von achtzehn Bäumen zu übertreffen. Er schaffte noch nicht einmal die Hälfte.

Am nächsten Tag waren es nur sieben Bäume, und am übernächsten fünf, seinen letzten Tag verbrachte er fast vollständig damit, einen zweiten Baum zu fällen. In Sorge darüber, was wohl der Vorarbeiter dazu sagen würde, trat der Holzfäller vor ihn hin, erzählte, was passiert war, und schwor Stein und Bein, dass er geschuftet hatte bis zum Umfallen.

Der Vorarbeiter fragte ihn: »Wann hast du denn deine Axt das letzte Mal geschärft?« »Die Axt schärfen? Dazu hatte ich keine Zeit, ich war zu sehr damit beschäftigt, Bäume zu fällen.«

Aus dem Buch von Jorge Bucay „Komm, ich erzähl dir eine Geschichte“

Mut: Der Lebensbooster für Glück und Erfolg

Du möchtest Mut finden, deine Grenzen zu erweitern?
Dann komm zum Kurs „Aktiviere dein inneres Glück…“

„Nenn mich nicht feige!“

Das war immer wieder der Moment, in dem Marty Mc Flys Augen zu blitzen anfingen, und er entgegen jeder Vernunft beschloss, in den Kampf zu gehen, statt sich zurück zu ziehen. Diese Momente ziehen sich wie ein roter Faden durch den spannenden Zeitreise-Klassiker „Zurück in die Zukunft“, den ich neulich nochmal mit meinem Sohn zusammen angeschaut habe. Während mein Sohn sich bei den wilden Action-Szenen schlapp lachte, fand ich es eher interessant, wie sich nur kleine Veränderungen in der Vergangenheit auf die Situation in der Zukunft auswirkten. Und ich fand es lustig zu sehen, wie man sich damals das Jahr 2015 vorgestellt hat, was ja jetzt schon wieder Vergangenheit ist. Natürlich war Marty Mc Fly im Laufe der Film-Trilogie am Ende immer der mutige Held, der sich von keinem noch so ansgteinflößenden oder bulligen Prügler einschüchtern ließ.

Warum lieben wir nur all diese Filme so sehr, in denen ein mutiger Held allen Widrigkeiten trotzt, sich nicht unterkriegen lässt und niemals aufgibt, so aussichtslos eine Situation auch erscheinen mag? Die gesamte Filmindustrie lebt von der Inszenierung solcher Heldenreisen, bei denen diese vor allem eines gemeinsam haben: Mut und Tapferkeit. Sie erleben Abenteuer, das Ungewöhnliche, das Unerwartete. Manchmal frage ich mich, ob viele Menschen vielleicht genau deshalb so fasziniert davon sind, weil es in ihrem eigenen Leben so wenig davon gibt.

Besitzstand wahren oder Potenzial nutzen?

Statt dessen hängen die meisten in ihrem Lebensalltag und in altbewährten Mustern fest. Sie haben sich bestimmte Routinen angeeignet, die Leidenschaft ist eingefroren. Sie wagen nichts Neues und verbringen die meiste Zeit mit Dingen, die ihnen keinen Spaß machen. Laut Hirnforscher Gerald Hüther hat dies fatale Folgen: Viele Menschen werden immer mehr zu Ressourcennutzern und Besitzstandswahrern – sie machen Dienst nach Vorschrift und lassen ihr eigenes Potenzial ungenutzt verkümmern. Das Schlimme daran: sie merken es nicht mal.

Laut Palliativpflegerin Bronnie Ware bedauern viele Menschen erst am Ende ihres Lebens, dass sie nicht den Mut hatten, ihr eigenes Leben zu leben. In ihrem Buch „Fünf Dinge, die Sterbende am meisten bereuen“ erzählt sie von Patienten, die jahrelang in Beziehungen festhingen, die ihnen nicht gut taten – von Menschen, die ein Leben lang in ihren Gewohnheiten und im Hamsterrad feststeckten, statt sich für Freiheit und Glück zu entscheiden. „Ich wünschte, ich hätte mir erlaubt, glücklicher zu sein“ ist eine der fünf Hauptaussagen, die sie oft zu hören bekam.

Wer mutig ist, lebt vielleicht aufregender – aber auch zufriedener, erfolgreicher und intensiver. Mut unterstützt uns dabei, uns ständig weiterzuentwickeln und unser volles Potenzial zu leben. Mut hilft uns, aus Lebenssituationen auszusteigen, die uns nicht mehr gut tun – oder die uns einfach langweilen. Am Anfang einer jeden gesellschaftlichen Veränderung oder politischen Revolution standen mutige Menschen mit einer Vision. Mut hat dafür gesorgt, dass wir nicht mehr in der Steinzeit leben – dass wir keine Mauer mehr hier stehen haben, dass es kein Sklaventum mehr gibt und dass Frauen wählen dürfen. Mut ist das Elixier, das unsere Gesellschaft voran bringt – und das die Welt verbessern kann. Also lasst uns mutig sein!

Was uns daran hindert, mutig zu sein

Doch warum fällt es uns so schwer, ausgetretene Pfade zu verlassen? Warum sind wir nicht so mutig wie die Helden in den Filmen, sondern verfolgen deren Abenteuer lieber warm und sicher von der Couch aus? Mut und Tapferkeit sind offenbar Eigenschaften, die wir zwar bei den Filmhelden bewundern, aber selbst viel zu wenig leben. Warum? Laut Glücksphilosoph Frank Kinslow ist die Angst vor dem Scheitern eines der größten Hindernisse, das unserem Mut im Wege steht. Wir denken, dass alles perfekt sein muss, dass wir nicht scheitern dürfen. Dies führt dazu, dass jedes tatsächliche Scheitern unser Selbstbewusstsein noch weiter herunter zieht – wir fühlen uns immer schlechter und probieren es irgendwann gar nicht mehr. Kinslow uns ermutigt dazu, Scheitern als natürlichen und zugehörigen Teil des Lebens zu akzeptieren, statt es wegzudrängen und immer nach dem Perfekten zu streben.

Klar, es ist erstmal einfacher und bequemer, nichts zu verändern. Denn dann können wir auch nicht scheitern. Wenn wir Neues wagen, ausbrechen, mutig sind, dann müssen wir eben auch mit der Möglichkeit des Scheiterns rechnen. Also doch lieber alles bei den alten Gewohnheiten lassen? Oder jetzt erst recht aufstehen, die Waffe zücken und zur Heldin oder zum Helden werden?

Die Facetten von Mut

Keine Sorge: Wir müssen nicht mit dem Lichtschwert durch die Galaxien wirbeln, um mutig zu sein – und auch nicht mit abenteuerlichen Zeitmaschinen durch die Epochen rasen und machtsüchtige Egomanen daran hindern, die Herrschaft zu übernehmen. Im Gegenteil: Mut bedeutet manchmal auch den „Mut zur guten Resignation und zum klugen Rückzug“, wie Claudia Croos-Müller es in ihrem Buch „Kraft“ beschreibt. Wer „kopflos die Flucht nach vorne“ erzwingt, erntet ihr zufolge eher Chaos und Scherben als Ruhm. Manchmal kann also sogar das, was eigentlich als „Scheitern“ gilt, der mutigere und vor allem schlauere Weg sein.

Doch was genau ist dann Mut? Laut Psychologen Martin Seligman („Der Glücks-Faktor“) bedeutet Mut, dass jemand absolut für seine Ziele geht, auch wenn er dabei heftige Widrigkeiten überwinden muss. Er definiert Mut als eine von sechs „Tugenden“, die übergreifend als Kerneigenschaften des guten Miteinanders angesehen werden (siehe auch Blogartikel „Fünf Charaktereigenschaften glücklicher Menschen„). Seligman unterscheidet drei Aspekte von Mut:

1. Tapferkeit und Zivilcourage

Auch ich habe noch nie mit einem Lichtschwert kämpfen müssen – außer mit dem Spielzeugschwert meines Sohnes. Aber tapfer finde ich mich, wenn ich eine dicke Spinne an der Wand sehe und nicht schreie. Wenn ich dann auch noch meinen Flucht- und Ekelreflex überwinde, sie mit einem Glas fange und brav irgendwo hinaus trage (man will ja Vorbild sein für das Kind). Da bin ich sowas von tapfer, denn ich habe meiner Furcht getrotzt. Oder wenn ich trotz meiner Flugangst in den Flieger steige, um das nächste Urlaubs-Retreat zu geben.
Tapfer ist es auch, wenn alle Leute gegen Flüchtlinge / Ausländer / Corona-Maßnahmen wettern und man diesen etwas entgegen setzt (moralische Tapferkeit), oder wenn Menschen lieber ins Gefängnis gehen, statt ihre Überzeugungen oder Werte zu verraten (seelische Tapferkeit). Das nennt man dann „Zivilcourage“. Leider gibt es für diese Art von Mut eher weniger Beispiele und Geschichten als für die mit Waffen kämpfenden Helden.

2. Durchhaltekraft und Fleiß

Durchhaltevermögen – das hört sich erstmal nicht so sexy an, sondern eher altmodisch oder gar verbissen. Viele Menschen halten in Jobs durch, an denen sie schon lange keine Freude mehr haben, ja, sie beißen sich geradezu daran fest, aus Angst vor Veränderung. So, wie wenn man einen richtig schlechten Film im Kino sieht, aber bis zum Ende bleibt, weil man ja dafür bezahlt hat.

Doch mit Durchhaltekraft ist hier etwas anderes gemeint. Im positiven Sinne unterstützt sie uns, wenn wir dabei flexibel, realistisch und vor allem nicht zu perfektionistisch sind. Statt an Altem festzuhalten, ist es viel wichtiger, klug zu entscheiden, wann es sich lohnt zu kämpfen und wann der Rückzug angemessen ist.

3. Integrität und Echtheit

Hier geht es um Zuverlässigkeit, auch anderen gegenüber. Und authentisch zu sein, in Worten wie in Taten. Das beinhaltet mehr, als nur ehrlich oder zuverlässig zu sein. Es bedeutet auch, dass die Worte, die wir sprechen, mit unseren Handlungen im Einklang sind. Ich habe schon viele Menschen erlebt, die großmundig erzählen, was sie alles Tolles planen – es aber am Ende nie in die Realität gebracht haben. Inneres und Äußeres stehen bei ihnen offenbar nicht im Einklang, sie sind mit sich selbst im Unreinen. „Nur wenn du zu dir selbst treu bist, kannst du andere nicht betrügen.“ sagt Seligman.

Das Mutzentrum im Gehirn

Auch Gehirnforscher haben das Phänomen „Mut“ schon untersucht – zum Beispiel das Weizman Institute of Science in Israel. Man hat dafür Probanden in den Hirnscanner geschickt, die entscheiden sollten, wie nah eine Schlange an ihren Kopf kommen darf – wohlgemerkt, es waren Menschen, die Angst vor Schlangen hatten. Die Angst, die sie dabei empfanden, zeigte sich dabei vor allem im rechten Temporallappen (Amygdala) und löste auch körperliche Reaktionen aus.

Noch spannender war es aber zu sehen, was im sogenannten „Brodmann-Areal 25“ („subgenual Anterior Cingulate Cortex“) passierte. Dieser Bereich im Gehirn wurde dann umso aktiver, wenn die Probanden zwar Angst hatten, sich aber trotzdem dafür entschieden, die Angst zu überwinden. Die Aktivität in diesem Gehirnbereich führte sogar dazu, dass die körperliche Angstreaktion sank. Dies scheint also eine Art „Mutzentrum“ im Gehirn zu sein, das uns sogar belohnt und wieder gelassener werden lässt, wenn wir mutig sind und etwas tun, vor dem wir uns eigentlich fürchten.

Das Glück ist mit den Mutigen

Und wie gesagt: das muss nicht der Kampf mit dem Lichtschwert sein. Mut kann auch einfach mal bedeuten, in einer Gruppe eine andere Meinung zu vertreten als die anderen und dazu zu stehen. Nicht mitzumachen, wenn alle über jemanden lästern. Mut kann ein lässiger Rückzug sein, statt in einem Streit unbedingt Recht haben zu wollen.

Ich selbst weiß aus eigener Erfahrung: immer wenn ich mutig war, bin ich dafür um ein Vielfaches belohnt worden. Egal ob ich mit dem Rucksack durch Indien gereist bin, mich vor anderen mit Lachyoga „zum Affen gemacht“ habe, alleine im Wald übernachtet oder einen sicheren Job mit guten Karrierechancen ausgeschlagen habe. Ich habe dabei immer faszinierende und schöne Begegnungen erlebt, jede Menge Spaß gehabt, Adrenalin pur gespürt und kann über vieles im nachinein lachen. Ja, ich bin auch gescheitert, hatte stressige Situationen, Ärger, Angst und Rückschläge. Aber ich bin mir ziemlich sicher, dass ich am Ende meines Lebens keines von den fünf Dingen bereuen werde, die Bronnie Ware in ihrem Buch beschreibt.

Drei Tipps, um deinen Mut zu trainieren

Ob jemand mutig ist, hat auch mit der erblichen Veranlagung zu tun – man sagt, um die 30-50%. Dennoch lässt sich die Eigenschaft „Mut“ – wie alle anderen Charaktereigenschaften auch – trainieren und verändern. Hier einige Anregungen dazu:

1. Üben, üben, üben

Baue bewusst kleine Handlungen in deinen Alltag ein, die dich ein ganz bisschen Überwindung kosten: der Freundin ehrlich sagen, dass ihr das Kleid nicht steht, an der Bushaltestelle jemanden ansprechen, auf einer Geburtstagsfeier eine kleine Rede halten (z.B. ein Loblied auf die Gastgeberin) oder laut lachen in der Öffentlichkeit (Lachyoga hilft, dies in der Gruppe zu tun und mit noch mehr Spaß). Je mehr wir merken, dass nichts Schlimmes dabei passiert, umso mehr können wir Spaß daran finden und umso weniger Angst haben wir dabei.

2. Meditation

Um den „Mutmuskel“ im Gehirn zu trainieren, gibt es auch noch eine andere Möglichkeit: man hat nämlich festgestellt, dass Meditation ebenfalls die Aktivität in diesem Gehirnbereich verstärkt (siehe auch Blogartikel „Meditation„).

3. Körperübung „loslassen – Mut fassen“

Stelle dich locker hin und strecke beide Arme nach vorne aus. Atme durch die spitzen Lippen ein und ziehe dabei die Hände zum Herzen heran. Atme soweit wie möglich ein. Halte kurz die Luft und atme dann mit lockeren Lippen aus, schnaube und pruste dabei, so dass die Lippen flattern. Wiederhole dies noch zweimal. Beim dritten Mal atme lachend aus.

Ich wünsche dir Kraft und Mut, um deinen Weg so zu gehen, dass du am Ende sagen kannst „Ich bereue nichts – denn ich habe gelebt.“

Namasté Angela

Tipps

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Zitate

„Wenn Du immer wieder das tust, was Du immer schon getan hast, dann wirst Du immer wieder das bekommen, was Du immer schon bekommen hast. Wenn Du etwas Anderes haben willst, musst Du etwas Anderes tun!“ Paul Watzlawick

„Lieber X Mal scheitern und wieder aufstehen als im Lebenstrott zu erstarren und am Ende gar nicht mehr aufstehen können“ Angela

Selbstverantwortung

Selbst-wirksamkeit: Schöpferkraft leben statt Opferdasein fristen

Kennst du die Geschichte, wie Elefanten gezähmt werden?

Das beginnt, wenn sie klein sind – denn einen großen Elefanten würden Erwachsene nicht mehr halten können. Das kleine Elefantenbaby bekommt eine Schlinge um den Fuß und wird an einen Pfahl gebunden. Zunächst wird noch viel Spielraum gelassen, dann wird dieser Stück für Stück verkleinert. Schnell merkt das Elefantenbaby, dass es keinen Sinn hat, einen weiteren Radius zu ziehen, denn das Seil hält es fest. So wird der Radius immer kleiner, das Baby immer zahmer. Irgendwann wird die Schlaufe wieder abgenommen. Doch der Clou dabei: Der mittlerweile ausgewachsene Elefant versucht es erst gar nicht, diesen Radius zu erweitern oder zu entkommen. Die Zähmung ist vollzogen.

Doch was hat das mit uns zu tun? Wo lassen wir Menschen uns in unserem Radius so einschränken, dass wir es gar nicht erst versuchen, unsere Grenzen zu erweitern? Wo nehmen wir etwas im Leben einfach so hin, haben “halt Pech gehabt” und haben es schon aufgegeben, daran etwas zu ändern?

Resignation durch Erfahrung

“Erlernte Hilflosigkeit” nennt man dieses Phänomen in der Psychologie. Dazu gab es Versuche mit Tieren, die nicht unbedingt für schwache Nerven geeignet sind. So verabreichte man Hunden, die in zwei Gruppen aufgeteilt waren, Elektroschocks. Die eine Hälfte konnte diesen durch eine bestimmte Handlung ausweichen, die andere nicht (Seligman, in den 60er Jahren). Oder es wurden Hitzewellen bei Fruchtfliegen erzeugt, der einige durch eine Richtungsänderung entgehen konnten, andere nicht. 

Die Erkenntnisse waren ähnlich: die Tiere, die aus eigenem Antrieb dem Schmerz entkommen konnten, versuchten es auch in nachfolgenden ähnlichen Situationen sofort wieder. Diejenigen, die es wiederholt versucht hatten und schließlich feststellen mussten, dass sie es keinen Deut in der Hand hatten, resignierten irgendwann. Sie versuchten es auch in anderen Situationen gar nicht mehr, ihrem Leid zu entkommen, selbst wenn sie es gekonnt hätten. 

In der Resilienzforschung hat man ähnliche Erkenntnisse auch für die Menschen bestätigt. Wenn jemand immer wieder die frustrierende Erfahrung macht, dass er an seinem Schicksal nichts ändern kann, dann endet das oft in Depression. Kein Wunder – wenn wir am Steuer eines Schiffs stehen und merken, dass es auf unser steuern überhaupt nicht reagiert, dann geben wir es irgendwann auf und lassen uns willenlos treiben. Wir glauben nicht mehr daran, dass wir das Ruder vielleicht doch noch herumreißen können. Doch es geht auch andersherum. 

Schöpfer statt Opfer – was macht den Unterschied?

Egal wie ausweglos bestimmte Situationen erscheinen mögen: Es gibt immer Menschen, die leichter mit Schicksalsschlägen umgehen können – die nicht so schnell aufgeben wie andere. Menschen, die sich nicht als Opfer sehen, sondern ihr Leben in die Hand nehmen – die davon überzeugt sind, dass sie selbst es beeinflussen können, wie ihr Schicksal verläuft. Diese Eigenschaft nennt man ”Selbstwirksamkeit” – sie ist eine der wichtigsten Säulen der Resilienz – was so viel heißt wie “psychische Widerstandskraft” (siehe auch den Blogartikel zu „Resilienz“).

Menschen, die an sich selbst, an ihre Kompetenz und ihre Handlungsfähigkeit glauben…

  • sind weniger anfällig für Angststörungen und Depressionen
  • meistern Herausforderungen leichter
  • lassen sich von Rückschlägen nicht so schnell entmutigen
  • können mit Frust besser umgehen
  • sind weniger Demenz-gefährdet und leben länger
  • kommen mit Stress besser klar.

Kurzum: Menschen mit einer hohen Selbstwirksamkeitserwartung leben erfolgreicher, gesünder und zufriedener. Sie haben außerdem die Fähigkeit, in den Dingen, die nicht so gelaufen sind wie erhofft, immer noch irgendeinen Sinn zu sehen: “Kohärenzsinn” nennt man das in der Stressforschung. Hinzu kommt: Sie glauben zudem nicht nur an sich selbst, sondern auch daran, dass in schwierigen Situationen andere Menschen für sie da sind und ihnen beistehen. 

Was ist die Basis, um Leben zu meistern?

So hat man im Rahmen einer Studie Jugendliche aus schwierigen Verhältnissen befragt (“Bielefelder Invulnerabilitätsstudie”). Die Hälfte dieser Jugendlichen schmiss die Schule, nahm Drogen oder wurde gewalttätig. Die andere Hälfte schaffte es, ihre schreckliche Kindheit hinter sich zu lassen, ohne auffällig zu werden. Was machte den Unterschied? Zum einen hatten letztere eine Person außerhalb ihrer schwierigen Familie, die sich um sie kümmerte – zum Beispiel eine Pflegemutter, eine Lehrerin oder einen Sozialarbeiter. Zum anderen waren sie emotional ausgeglichener und glaubten daran, dass sie im Leben etwas erreichen können, wenn sie sich dafür einsetzen. 

Eine hohe “Selbstwirksamkeitserwartung” hilft uns also, schwierige Situationen zu überstehen und sogar Traumata gut zu verarbeiten. Doch nicht nur das Gefühl, durch unser Handeln etwas bewirken zu können, wirkt sich positiv auf die allgemeine Lebenssituation aus. Auch die grundsätzliche Überzeugung davon, dass etwas gut für uns ist, macht einen Unterschied.

Dein Wille geschehe – die Bedeutung des „Mindset“

Psycholog*innen beschäftigen sich mittlerweile verstärkt mit solchen Fragen im Rahmen der “Mindset-Forschung” – u.a. Alia Crum von der Stanford University. So hat sie Zimmermädchen überzeugend vermittelt, dass ihre Arbeit genauso effektiv ist wie tägliches Workout im Fitness-Studio – und prompt hatten diese nach einem Monat ein Kilo abgenommen.

Ältere Menschen brachte man in einem Kloster zusammen und wies sie an, sich so zu verhalten, wie wenn sie 20 Jahre jünger wären. Die Einrichtung der Zimmer, Musik etc. wurden auf ihre Jugendjahre abgestimmt, und siehe da – nach nur 5 Tagen hatten sie eine bessere Körperhaltung, weniger arthritische Beschwerden und sogar einen höheren IQ. 

All das könnte man auch als eine Art “Placebo-Effekt des Alltags” bezeichnen. Doch wenn es wirkt – warum nicht? Zumindest lohnt sich die Frage, welchen Einfluss es haben könnte, wie ich über eine Sache denke. Stress macht krank? Ja, wenn ich ihn als schädlich empfinde, definitiv!  Wenn ich Stress als beflügelnd empfinde – nicht unbedingt! (siehe Blogartikel zum Thema „Stress“). Oder: Ist wirklich die fette Currywust mit Pommes selbst so ungesund oder eher meine Schuldgefühle, wenn ich sie esse? 

Um auf den Elefanten zurück zu kommen: Im Gegensatz zu diesem haben wir Menschen ja zum Glück die Fähigkeit der Reflektion. Und unser Gehirn ist imstande, sich bis ins hohe Alter zu verändern. Selbst wenn wir in manchen Lebensbereichen bestimmte innere Begrenzungen – oder gar negative Überzeugungen – bisher hingenommen haben, können wir unsere Einstellung dazu noch verändern. Wir können Selbstwirksamkeit trainieren und durch unser Handeln etwas bewirken. Und nicht nur das – wir können unser “Mindset” so ausrichten, dass in unserem Leben die Ergebnisse eintreten, die wir uns wünschen (siehe auch Blogartikel „wir erleben was wir denken“). Hier ein paar Anregungen dazu.

Trainiere deine Selbstwirksamkeit

  1. Wenn eine Herausforderung ansteht, dann stelle dir die Frage: kannst du es durch dein Handeln ändern – oder es zumindest versuchen? Wenn ja, dann tue es!
  2. Wie würdest du dir diese Situation wünschen, wenn alles optimal wäre? Male es dir aus, nach dem Motto “wenn alles möglich wäre”
  3. Versuche die unerwünschte Situation aus einer anderen Perspektive zu sehen – verrückt, aus Sicht eines Aliens, einer Fliege, eines Elefanten o.ä.
  4. Überlege dir eine “Powergeste”, die du regelmäßig ausführst – zum Beispiel die “Siegerpose” – stell dich aufrecht hin und reiße beide Arme nach oben – gut kombinierbar mit einem für dich passenden “Power Slogan” wie “ich bin Schöpfer*in”, “ich bin mutig”, “ich vertraue” etc..
  5. Nimm alles mit Humor und dich selbst nicht zu ernst – wenn es mal nicht so läuft, dann lache über dich selbst und die Ungeschicklichkeiten des Lebens. 

Kleiner Tipp: Lachyoga ist eine Methode, die mindestens Punkt 3 bis 5 abdeckt – und zwar ganz automatisch, ohne nachzudenken. 

Ich wünsche dir viel Spaß dabei!

Namasté Angela

Weitere Tipps

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Deine Vision als Glücksgarant? Sechs Tipps, damit es funktioniert

„Wer Visionen hat, soll zum Arzt gehen“…

 

…soll Helmut Schmidt mal provokativ gesagt haben. Ob er es wirklich so gemeint hat, wie es klingt, ist umstritten. Aber so oder so wäre er nicht der einzige, der skeptisch in Bezug auf Visionen ist. So oder ähnlich hören sich dann die Argumente an:

  • Das Leben ist doch nunmal so wie es ist – was soll man da schon beeinflussen können?
  • Wenn ich bestimmte Vorstellungen habe, wie das Leben sein sollte, dann werde ich doch nachher nur enttäuscht.
  • Ziele muss ich schon auf der Arbeit erreichen – da will ich mich nicht auch noch privat damit befassen

So habe auch ich mir früher nie genauer überlegt, was ich vom Leben eigentlich will. Klar musste ich mich irgendwann für ein bestimmtes Studienfach entscheiden und eine berufliche Richtung einschlagen – was mir schwer genug fiel. Aber der Rest meiner Lebensplanung war eben so, wie die meisten es sich vorstellten. Einen guten Job annehmen, mit spätestens 30 einen Mann zum heiraten finden, vielleicht irgendwo in einem Haus mit Garten oder einer großen Altbauwohnung mit Dielenboden in der Stadt leben. Dazu zwei Kinder, am liebsten ein Junge und ein Mädchen – so der Plan. Als dann mit Mitte 30 ein (vermeintlicher) Traumjob gescheitert, die Beziehung kaputt und ein Mann zum Heiraten nicht in Sicht war, hatte ich eine wichtige Erkenntnis.

Willst du im Leben agieren oder reagieren?

Wie sollte ich auch mein Wunschleben führen, wenn ich mir nie Gedanken gemacht hatte, wie genau ich das definiere? Ich stellte fest, dass dieser „übliche“ Lebensplan zwar gängig war und kaum hinterfragt wurde, dass es aber nicht MEIN Plan war. Ich hatte mein Leben nicht selbst gestaltet, sondern ich hatte es so gelebt, wie andere es von mir erwartet haben – oder zumindest wie ich dachte, dass andere es von mir erwarten.

Ich war wie eine Billardkugel, die von verschiedenen Queues hin und her gestoßen wurde: von Chefs, Kollegen, Bekannten, der Gesellschaft. Erst in diesem Moment der Erkenntnis wurde mir klar, dass ich das Queue meines Lebens endlich selbst in die Hand nehmen wollte. Und ich fing an, darüber nachzudenken, was ich wirklich will.

Visionen beflügeln

So kam ich mitten auf einer nächtlichen Zugfahrt auf die Idee, meine Vision aufzuschreiben. Erstmal mit lauter verrückten Ideen, aber egal. Irgendwann hat mich das Schreiben so beflügelt, dass ich gar nicht mehr aufhören konnte. Die Lichter der Landschaft zogen draußen vorbei, meine Schrift war wackelig, das Rattern der Gleise einschläfernd. Ich war trotzdem hellwach und habe Seite für Seite in meinem Block gefüllt. Als der Zug schließlich im Zielbahnhof einfuhr, war ich wie euphorisiert und befreit. Und hatte zumindest eine grobe Idee, wie es im Leben weitergehen könnte.

Natürlich wusste ich damals nicht, ob sowas funktioniert, und ich war auch immer noch skeptisch. Aber ich habe mich zumindest dem Gedanken geöffnet, dass mehr möglich war als ich dachte. Mir wurde klar: Wenn ich viele Samen säe, dann steigt die Wahrscheinlichkeit, dass mindestens ein paar davon irgendwann mal erblühen. Jetzt im Nachhinein kann ich nur sagen, dass seitdem Dinge in mein Leben gekommen sind, die ich vorher nie für möglich gehalten hätte. Das Prinzip dabei ist einfacher als viele denken.

Alles beginnt mit dem Gedanken

Mein Sohn hat mir neulich stolz ein Lego-Flugzeug gezeigt, das er gebaut hat – nicht nach Anleitung, sondern rein aus seiner Phantasie heraus. Für mich ein gutes Beispiel dafür, dass letztendlich alles, was wir erschaffen, aus einem Gedanken heraus entsteht:

  • Der Gedanke: ich will ein Flugzeug bauen
  • Dann die innere Vorstellung und Planung – Farbe, Form, Größe etc.
  • Aktivität: Beginn des Baus
  • Zwischendurch möglicherweise Hindernisse – kein passender Legostein, vielleicht geht etwas kaputt oder funktioniert nicht – weitermachen!
  • Am Ende das Resultat: das fertige Flugzeug

Genau darum geht es: Gedanke – Ursache – Handlung – Wirkung. Das ist auch die Vorgehensweise, wenn wir eine Vision formulieren: Wir haben einen Gedanken, tun etwas und erhalten ein Resultat. Natürlich gibt es Grenzen – mit 60 können wir kein Pilot oder Astronaut mehr werden. Und vielleicht erfüllt sich auch nicht alles genauso, wie wir es uns wünschen. Manchmal dauert es länger. Manchmal verlieren wir etwas aus dem Fokus. Dann war es vermutlich auch nicht so wichtig. Doch dann wird einiges wiederum auch besser als wir es uns je hätten vorstellen können.

Wir müssen nicht an Wunder glauben, um mit Visionen zu arbeiten. Doch wenn wir uns keine Gedanken darüber machen, was wir uns vom Leben wünschen, dann greift unser Unterbewusstsein auf alte Pläne zurück, die uns bisher vorgelebt oder als erstrebenswert dargestellt wurden – von Eltern, Gesellschaft, Chefs oder Lehrern. Spannend ist dabei auch eine Erkenntnis aus der Gehirnforschung:

Das Gehirn unterscheidet nicht, ob wir uns etwas vorstellen oder in echt erleben

Anhand von Gehirnscans hat man festgestellt, dass bei Menschen, die sich etwas vorgestellt haben, die gleichen Hirnregionen aktiv waren wie bei denjenigen, die eine die Aktivität wirklich ausgeführt haben. Leistungssportler arbeiten mental schon lange damit, dass sie sich einen bestimmten Ablauf ihres Wettkampfes – oder auch den erfolgreichen Einlauf in die Ziellinie – immer wieder vorstellen. Der Erfolg gibt ihnen Recht.

Es lohnt sich also, mit Visionen zu arbeiten. Allein das Gedankenspiel macht gute Laune. Es stimmt zuversichtlich und öffnet uns am Ende für kleine Wunder, die wir so nicht erwartet hätten. Probier es mal aus!

Vision formulieren – sechs Dinge, die du beachten solltest

Siehe auch die Blogartikel „neues Jahr, neuer Anfang„… und „Paradoxie des Glücks – hinterher rennen bringt nichts

1. Halte dich nicht mit Begrifflichkeiten auf

Mittlerweile wird im Visionscoaching mit unterschiedlichsten Begrifflichkeiten und Definitionen gearbeitet – zum Beispiel „Absicht“, „Wunsch“ „Herzensziel“, „Glücksvision“ etc.

Ich persönlich verstehe unter „Vision“ eher einen langfristigen Wunsch – zum Beispiel wie ich in 5 oder 7 Jahren leben möchte. Diesen kann ich zwar mit Details ausschmücken, um es mir schmackhaft zu machen, es darf aber auch etwas sein, was ich mir jetzt noch nicht vorstellen kann. Ich muss mir auch keine Gedanken machen, WIE es erfüllt werden könnte, sondern nur WAS ich mir wünsche.

Unter „Ziel“ verstehe ich eher ein messbares Ergebnis, das ich kurzfristig erreichen möchte (SMART = spezifisch – messbar – attraktiv – realistisch – terminiert), zum Beispiel bis zum Ende des Jahres.

Doch unabhängig davon, welche Begrifflichkeit für dich am besten passt: alles, was dir hilft, deine Gedanken auf ein positives Gefühl, Erlebnis oder Zustand zu fokussieren, unterstützt dich dabei, deine eigene Schöpferkraft zu entdecken und kraftvoll einzusetzen.

2. Formuliere positiv

Viele Menschen konzentrieren sich auf das, was sie nicht wollen („nie wieder einen solchen Idioten als Partner“) und wundern sich, wenn sie genau das bekommen. Es kann aber hilfreich sein, wenn du genau weißt, was du nicht oder nie wieder haben möchtest. Dann formuliere es einfach in das Gegenteil um, und schon kannst du es positiv einsetzen. Zum Beispiel „ich habe einen liebevollen, intelligenten Mann zum Partner“ (statt „nie wieder Idiot“).

3. Formuliere in der Gegenwart

Auch hier können wir unser Gehirn ein wenig überlisten, indem wir ihm suggerieren, das Gewünschte sei bereits da. „Ich bin Autorin“ hört sich schließlich ganz anders an als „ich will ein Buch schreiben“. Außerdem ist es hilfreich, aus einer Grundeinstellung der Fülle heraus etwas zu formulieren, also in Dankbarkeit für das, was bereits da ist.

4. Erlaube dir, zu träumen

Wenn etwas schon in Gedanken nicht möglich ist, wie soll es dann je Wirklichkeit werden? Wenn Thomas Edison gesagt hätte, „nein, elektrisch erzeugtes Licht – das geht nicht“, dann säßen wir vielleicht immer noch im Kerzenlicht. Wer nicht daran glaubt, dass er / sie es verdient hat, ein glückliches Leben zu führen, der wird sich vom Leben bestätigt fühlen.

Also, träume, schwärme, male dir ein Leben in den schönsten Farben aus. Wie wäre es, wenn alles möglich wäre? Nimm dir Bilder, Videos, Musik, alles was dich anregt, um deine Vision erstrahlen zu lassen. Sammle Bilder aus dem Internet, die das darstellen, lasse sie als Diashow durchlaufen. Mittlerweile geht das ganz einfach anhand von Bildprogrammen, sogar mit Musik unterlegt.

5. Schließe Freundschaft mit deinem Kritiker

Wenn wir anfangen zu träumen, dann will er meist mitreden: der Kritiker, der der Meinung ist, dass das alles Luftschlösser sind, wir eh nicht gut genug, clever genug oder schön genug sind, um uns diesen Traum zu erfüllen. In dem Fall macht es kaum Sinn, ihn wegzuschieben oder zu bekämpfen, dann wird er nur noch mächtiger. Also am besten wahrnehmen, ihm Gehör verschaffen, ihn anerkennen und dann liebevoll integrieren. Im Kurs „Aktiviere dein inneres Glück“ gibt es eine Meditation, um mit dem Kritiker Freundschaft zu schließen.

6. Genieße den Weg!

Laut einer Online-Befragung waren die Menschen glücklicher, die bereits anerkannt haben, was schon da war, als diejenigen, die nur auf ein Ziel in der Ferne gestarrt haben.

Auf einer Bergwanderung wäre es sehr schade, wenn wir nur an den Gipfel denken und nicht die wunderschöne Landschaft und die Blumen am Wegesrand schätzen würden. Die Meditation „Wanderung auf einen Berggipfel“ unterstützt dich dabei und stimmt dich ein.

Also feiere die kleinen Erfolge, sei stolz auf dich selbst und dankbar für alle kleinen und großen Wunder, die dir auf dem Weg begegnen. Und vergiss dabei nicht, Spaß zu haben!

Namasté, Angela

Tipps – hol dir hier Unterstützung für die Visionsarbeit

SMILE – das Online Coaching Programm für Resilienz und Lebensfreude

Online-Kurs „Aktiviere dein inneres Glück“

 

Zitat

„Nur wer sein Ziel kennt, findet den Weg“ Laotse

 

Vier Manipulationstricks und wie du dich schützen kannst

Achtung:

Wenn du diesen Artikel bis zum Ende liest, dann werde ich dir ein spannendes Geheimnis verraten…

 

Neugierig geworden?

Wenn ja, dann hat es funktioniert – mein Versuch, dich zu manipulieren. Ich tue das in diesem Fall natürlich auf positive Art und Weise, ohne dir sofort etwas verkaufen zu wollen. Doch egal, ob jemand gute oder „unlautere“ Absichten hat, Manipulation ist überall. Kein normaler Mensch kann sich dem entziehen oder es völlig ignorieren, was Marketing-Experten, Medien und Politiker täglich mit uns machen. Das beginnt mit sanfter Musik und Kaffeeduft in den Supermärkten und Bäckereien und geht weiter mit Süßigkeiten und Schnäppchen an der Kasse. Der Weg im Kaufhaus führt uns einmal ums Karree, an allen Produkten vorbei, bevor wir mit der Rolltreppe weiter fahren können. Menschen kaufen ein Produkt eher, wenn ein vorher durchgestrichener Preis da steht und sie das Gefühl haben, ein Schnäppchen zu machen.

Und damit nicht genug. Die Social Media bombardieren uns jeden Tag mit Anzeigen von Rolex Trägern und Porschefahrern, die das schnelle Geld versprechen – reich werden vermutlich nur sie selbst. Doch man muss es ihnen lassen – sie tun es geschickt und mit allen Mitteln der Manipulation. Ich muss gestehen, dass ich auch schon mal einen 4-stelligen Betrag ausgegeben habe, weil mir versprochen wurde, dass die Conversion Rate meiner Website sprunghaft nach oben steigt, wenn ich genau dieses Programm buche. Begeisterte Kundenvideos haben mir weisgemacht, dass es funktioniert und dass jeder das kann. Leider wurde mir erst im nachhinein klar: die Arbeit nimmt einem keiner ab, und die begeisterten Kunden waren meist schon vor dem Programm kurz vor ihrem Durchbruch und haben möglicherweise Jahre investiert, um dahin zu kommen.  Am Ende des Trainings war man nicht fertig, sondern sollte nun das „richtige“ Programm kaufen – diesmal für einen 5-stelligen Betrag.

Wie Worte wirken

Auch Meinungsmacher – meist aus der rechtspopulistischen Ecke – versuchen, die Unsicherheit der Menschen auszunutzen, um ihre Thesen zu verbreiten. Besonders in Zeiten der Krise – wie jetzt zu Corona – sind Menschen verunsichert, ängstlich und wissen vor lauter Meinungen und Infos oft gar nicht mehr, was sie glauben sollen. Da entsteht fruchtbarer Boden für jedwede Form von Manipulationstechniken. Beliebt ist dabei z.B. die Suche nach Schuldigen („Bill Gates“, „die Systemmedien“, „die Gutmenschen“) oder das bewusste Einsetzen von bestimmten Begriffen wie „Kontrolle“, „demokratiefeindlich“, „Lügenpresse“, „Überwachung“ etc.

Aus der Psychologie und der Linguistik weiß man, dass Worte weit mehr bedeuten als nur ihr Wortlaut. Mit jedem Wort, das wir hören, wird sofort eine Begriffsreihe von Assoziationen und Bewertungsmustern im Gehirn aktiviert. Das Gehirn ordnet diese ein und löst entsprechend damit verbundene Gefühle aus, wie zum Beispiel Angst oder Freude. Dieses Wissen nutzen Manipulierer, um Menschen von vornherein in einen bestimmten Denkrahmen hinein zu drängen. „Framing“ nennt sich die Methode, die – manipulativ eingesetzt – schon Menschen wie Trump zum Wahlsieg verholfen hat. Im sogenannten „Florida-Experiment“ (Bargh, 1996) haben Menschen, die mit „alt“ assoziierte Begriffe gelesen hatten („Glatze“, „grau“ oder „Falten“) langsamer einen bestimmten Weg zurück gelegt als diejenigen, die Begriffe wie „sportlich“, „vital“ oder „Party“ gelesen hatten. Sie haben sich also allein aufgrund der Wort-Assoziationen mit Älteren identifiziert, die eben langsamer laufen. Worte wirken.

Sind wir willenlos der Manipulation ausgesetzt?

Was bedeutet das für uns? Ist unser Gehirn letztlich auch nur wie ein Computer, der mit Informationen gefüttert wird, um dann die gewünschten Reaktionen auszuspucken? Sind wir gar wie willenlose Roboter, die einfach nur apathisch die Befehle ausführen, die Chefs, Marketingprofis oder Politiker uns „einimpfen“? Zum Glück ist dem nicht so. Natürlich sind wir nicht gefeit vor Manipulation. Aber je mehr wir uns darüber bewusst werden, was da gerade passiert, umso leichter können wir unsere eigenen unbewussten Verhaltensmuster erkennen, die uns einreden, dass wir unbedingt das neueste Gartensofa für den kommenden Sommer brauchen oder dass gerade ganz Deutschland vor dem Kollaps steht.

Ein wichtiges Stilmittel der Manipulation ist die ständige Wiederholung. Sie trägt der Erkenntnis Rechnung, dass unsere Synapsen im Gehirn sich umso mehr ausprägen, je mehr sie mit einer bestimmten Information und dem entsprechenden Gefühl dazu gefüttert werden. Das Gehirn beginnt, diese Informationen leichter aufzunehmen und dadurch die Muster immer wieder zu bestätigen. Dies funktioniert unabhängig davon, ob es negativ gefüttert wird („Flüchtlinge sind kriminell“) oder positiv („ich bin gut in dem, was ich tue“).

Wie du dich vor Manipulation schützt

Und das ist die gute Nachricht. Denn wir können zum Beispiel der ständigen (negativen) Manipulation von außen trotzen, indem wir den Spieß umdrehen und uns kontinuierlich und bewusst wiederholt mit positiven Gedanken und Nachrichten füttern. Aber auch, indem wir öfters mal inne halten, den gesunden Menschenverstand einschalten und uns fragen: „Was will mein Gegenüber gerade damit erreichen, dass er / sie mir dies jetzt sagt?“. Soll ich etwas kaufen, etwas tun, meine Meinung ändern, und was hat derjenige dann davon, wenn ich das tue? Mit dieser Frage lässt sich schnell erkennen, woran man ist.

Die beste Grundlage, um weniger manipulierbar zu sein, ist es, mit sich selbst im Reinen zu sein. Sich selbst zu lieben, die eigenen Werte zu kennen und Klarheit darüber zu haben, was wichtig ist im Leben und wo man hin will. Um dahin zu kommen, kannst du aktiv etwas tun: zum Beispiel regelmäßig meditieren, mit positiven Affirmationen arbeiten, die Eigenschaften stärken, die dich glücklich machen. Anregungen dazu findest du unten. Besonders beliebt sind übrigens folgende Manipulationstricks:

Manipulationstrick #1: Charme und Komplimente

Deine Chefin ist fest davon überzeugt, dass nur du diese Aufgabe stemmen kannst, die mit der zusätzlichen Nachtschicht verbunden ist? Dein Dating-Partner sagt, dass er noch NIE mit einer Frau sofort in die Kiste gehüpft ist – aber mit DIR sei das was anderes und er würde es so gerne jetzt tun? In beiden Fällen könnte es sein, dass jemand dir Komplimente macht, um etwas zu erreichen, von dem du vielleicht gar nicht weißt, ob du es wirklich willst.

Was tun? Wenn so etwas an dich herangetragen wird: nimm dir Zeit mit der Antwort und horche in dich hinein. Auch hier gilt: Menschen, die unsicher sind und wenig Selbstwert haben, sind süchtig nach Bestätigung und Komplimenten und würden alles dafür tun. Je mehr du mit dir selbst im Reinen bist und von deinen eigenen Stärken überzeugt, umso weniger brauchst du die ständige Bestätigung von außen. Das Paradoxe dabei: Je weniger man es braucht, umso mehr kommt es von außen – dann aber ehrlich gemeint.

Manipulationstrick #2: Schuldige suchen

Es ist immer leichter, Sündenböcke zu suchen als selbst Verantwortung zu übernehmen und etwas zu tun, um die eigene Misere zu beenden. Siehe Coronakrise: Von Bill Gates über den Staat, die Pharmaindustrie bis hin zu den „Schafen“, die sich das alles gefallen lassen (also wir) müssen derzeit ziemlich viele Sündenböcke herhalten, um zu erklären, was nicht erklärbar ist. Doch auch im normalen Büroalltag ist es einfacher, sich über den Chef aufzuregen als selbst die Probleme anzugehen.

Was tun? Wann immer jemand über andere Menschen lästert oder ständig Ausreden hat, werde hellhörig! Stell dir innerlich vor, dass dieser Mensch, der sich gerade über jemand anders so sehr aufregt, letztlich über sich selbst redet. Frage diesen Menschen direkt „Warum erzählst du mir das?“ oder „was willst du damit erreichen, dass du mir das erzählst?“ Oder bitte ihn, dir seine Ansicht genauer zu erläutern, z.B. wer genau unsere Meinung einschränken möchte. Menschen, die in einem bestimmten „Framing“ (Denkmuster) gefangen sind, verzetteln sich schnell, sobald man sie dort heraus holt und ihnen liebevoll andere Perspektiven aufzeigt.

Manipulationstrick #3: die Tränendrüse drücken oder einsetzen

Dies ist gängig bei Hilfsorganisationen, die offenbar noch genügend Budget für Marketingberater von ihrem Spendenaufkommen abzwacken können. Sie setzen auf Bilder von hungernden Kindern und dazu das Horrorszenario, was passiert, wenn wir jetzt nicht spenden. Da fällt es jedem auch nur halbwegs empathischen Menschen schwer, nein zu sagen. Wenn’s hilft, ok. Trotzdem sollte man sich bewusst überlegen, wofür man spendet und ob bei kleineren Organisationen nicht am Ende mehr für den Empfänger übrig bleibt als bei den ganz Großen.

Meister im Tränendrüse einsetzen sind natürlich Kinder – indem sie zetern, schreien und so lange nerven, bis wir doch das bestimmte Spielzeug oder Kuscheltier gekauft haben. Es können aber auch Partner sein – die zum Beispiel ohne dich keinen Sinn mehr im Leben sehen und dich doch so sehr „brauchen“.

Was tun? Hier hilft es, sich klar zu machen, dass nichts so heiß gegessen wird wie gekocht. Wie oft habe ich nachgegeben, wenn mein Sohn noch länger als vereinbart fernsehen wollte. Und wenn ich mal nicht nachgebe? Dann ist es am Anfang echt anstrengend. Aber dann merke ich, dass es gar nicht so schlimm ist für mein Kind. Er hat es halt versucht. Wenn also mal wieder jemand bei dir versucht, die Tränendrüse zu drücken – ja, fühle mit und habe Empathie. Aber versetze dich auch in eine Art „Beobachterperspektive“ und frage dich, ob das, was dieser Mensch will, wirklich im Sinne aller Beteiligten ist oder ob es für ihn gerade einfacher ist, Opfer zu spielen statt selbst Verantwortung zu übernehmen.

Manipulationstrick #4: Schuldgefühle erzeugen

Diese Methode geht noch einen Schritt weiter als die Tränendrüse und ist besonders verführerisch. Wir alle wollen gefallen, integer sein, in den Augen der anderen nicht die „Bösen“ sein. Je empathischer wir sind, umso anfälliger sind wir dafür, dass wir uns für die Probleme anderer verantwortlich fühlen. Beliebt ist da zum Beispiel der Spruch „ich hab doch so viel für dich getan“ – gerne verwendet in Beziehungen. Ich persönlich bin für diese Art Manipulation sehr anfällig, da ich Harmonie mag und brauche.

Was tun? Um trotzdem eine Chance zu haben, versuche ich mir in solchen Situationen immer klar zu machen, dass letztendlich nur jeder sich selbst glücklich machen kann und dass ich nie für das Glück oder Unglück anderer verantwortlich sein kann. Klar kann ich jemandem mal einen Gefallen tun – aber nicht aus Schuldgefühlen heraus, sondern dann, wenn ich das wirklich will. Dann greift auch der Effekt, der in der Glücksforschung beschrieben wird: Es macht glücklich, sich für andere zu engagieren – sofern es nicht aus einem bedürftigen „Helfersyndrom“ heraus geschieht.

Pssst! Jetzt kommt das Geheimnis…

Ich hoffe, du hast nicht geschummelt und diesen Artikel jetzt schön bis hierher gelesen. Falls nicht, dann Schande über dich (Schuldgefühle), es verletzt mich zutiefst, wenn du meinen Artikel nicht wertschätzt (Tränendrüse), dann gehörst du wohl zu den Menschen, die unachtsam sind (Wording). Doch wenn du ein bewusster, empathischer und aufmerksamer Leser/in bist (Kompliment!), dann wirst du jetzt verstehen, was ich meine. Und hoffentlich direkt den nächsten Kurs buchen, siehe unten…

Hier also nun das Geheimnis:

Menschen reagieren am meisten auf Kinder, Tiere und Sex!

Hab also acht, wenn das nächste Katzenvideo herein kommt oder große MeinungsBILDer-Zeitungen mit barbusigen Frauen um Zuschauer buhlen. Bleibe wachsam und lass dich nicht ins Bockshorn jagen!

 

 

Weitere Infos und Angebote

Online Coaching Programm SMILE

Du möchtest klar zu dir selbst stehen, deine eigenen Ziele und Wünsche kennen und für dich einstehen können? Dann komm in das SMILE-Programm und mach jetzt den Happiness Check…

Meditation „Fels in der Brandung“

werde zum Fels in der Brandung und lasse dich nicht von der stürmischen See mitreißen! Diese Meditation unterstützt dich dabei – brandneu auf Soundcloud und auf youtube!

 

 

Zitate

„Der Aufbau von Feindbildern ist die wirksamste Methode zur Manipulation der Massen.“ Thomas Pfitzer

„Wer immer nur auf seine Mitmenschen hört, wird mit der Zeit schwerhörig für seine innere Stimme.“ Ernst Ferstl

„Du brauchst keinen Lehrer, der dich beeinflusst, du brauchst einen Lehrer, der dich lehrt, dich nicht mehr beeinflussen zu lassen!“ (Dieter M. Hörner, Positiv Factory)

Panikmache oder Ignoranz? Drei Tipps, wie du Angst in Energie umwandeln kannst

Hast du auch Angst? Vor dem Virus, der befürchteten Rezession, der nächsten Katastrophe oder dem Weltkrieg? Oder gehörst du eher zu denjenigen, die sagen, „ach, alles easy, ich hab keine Angst und mach weiter wie bisher“?

In den Medien gab es schon immer viele Anlässe, Angst zu haben. Und jetzt ist da auch noch ein Virus, der vorher nur als Science Fiction Szenario im fernen China zu sehen war und plötzlich vor der Haustür angekommen ist. Klar ist es einfacher, die Nachrichten im TV anzusehen, sich zu denken „alles weit weg“ und wieder back to normal überzugehen. Aber in diesem Fall kommen wir nicht umhin, uns mit den Geschehnissen zu beschäftigen oder uns zumindest eine Meinung dazu zu bilden. Alles Panikmache? Oder wirkliche Bedrohung?

Die meisten Ängste, die wir heutzutage haben, sind ja keine wirkliche Gefahr. Statistisch gesehen sterben mehr Menschen an Herz-Kreislauferkrankungen (344.500 pro Jahr) oder Krebs (227.600 pro Jahr) als z.B. an Flugzeugabstürzen (554 weltweit!) oder „normaler“ Grippe (1.176 pro Jahr in Deutschland).

Angst sichert Überleben

Grundsätzlich ist Angst sogar gut für uns. Sie ist ein cleverer Mechanismus des Körpers, der dafür sorgt, dass wir auf der Hut sind und im Falle des Falles schnell handeln können – mit Kampf oder Flucht. Der Instinkt reagiert sofort und setzt alle Körpermechanismen in Gang, die uns helfen, uns zu schützen. Damals war es der Säbelzahntiger – heute ist es vielleicht der Verkehrsunfall oder das Feuer im Dachgeschoss, das uns alle Kräfte aktivieren lässt, um zum Beispiel ein Kind zu retten. Wir handeln, ohne lange zu überlegen und bekommen den nötigen Energieschub vom Körper.

Berechtigte oder unberechtigte Angst?

Bei anderen Ängsten ist es eher umgekehrt – sie lähmen uns und binden Energie. Oder sie werden sogar zu destruktiven Ängsten und schränken massiv das Leben ein – als Phobie oder Zwangsstörung. Doch ist es übertrieben oder gar unberechtigt, wenn Menschen Ängste haben, die im Grunde nicht real sind? Ich bin davon überzeugt, dass unsere Ängste immer auch etwas Positives haben. Dass es keinen Sinn macht, sie wegzudrängen oder zu tabuisieren.

Unsere Angst vor dem Tod ist so groß, dass wir es kaum wagen, überhaupt darüber zu sprechen. In Indien finden die Verbrennungen der Leichen auf offener Straße statt. Es herrscht dabei ein Treiben wie auf dem Marktplatz: Kinder spielen, Geschäftsleute bieten ihre Waren feil, Menschen reden, lachen und weinen. Das Thema Tod wird hier nicht ausgegrenzt, sondern als Teil des Lebenszyklus‘ integriert.

„Da, wo die Angst ist, da geht’s lang“…

…hat eine Trainerkollegin von mir mal gesagt. Mir gefällt dieser Satz, denn er nimmt mir irgendwie die Angst vor der Angst. Ja, er macht sogar im Gegenteil Lust auf Abenteuer und klingt wie ein kraftvoller Wegweiser.

Laut Vivian Dittmar (Buchtipp: „Gefühle & Emotionen“) ist Angst eines der 5 Grundgefühle der Menschen (neben Wut, Freude, Trauer und Scham). Angst hilft uns, kreativ zu sein, neue Auswege zu finden, Abenteuer zu erleben und uns auf das Ungewisse einzulassen.

„Viel gefährlicher als jede Angst ist es, wenn Gefühle nicht gelebt werden.“ Vivian Dittmar

Ängste sind der Schlüssel für die Freisetzung von ungeahnter Energie. Solange wir Ängste unterdrücken, bindet dies unsere Energie und hält uns klein. Wenn wir beginnen, die Angst anzuschauen und umzuwandeln, dann gewinnen wir neue Kraft – für Spaß, Erfolg und wahre Lebendigkeit.

„Die große Chance liegt darin, die Angst vor dem Leben und vor dem Tod in Respekt vor beidem zu wandeln und die bisher in der Angst gebundene Energie wieder ins Leben einfließen zu lassen, um es lebendiger zu leben.“Dr. Rüdiger Dahlke

Was bedeutet das für uns und die „Coronakrise“? Ich denke, wir können gelassen bleiben und müssen keine unnötige Energie für Panikmache vergeuden. Aber wir sollten auch nicht unsere Ängste verdrängen, klein reden oder die Ängste anderer verspotten.

Ob es „Corona-Angst“ ist oder um ganz andere Ängste geht – nutze die Chance, dir hin und wieder mal deine Ängste anzuschauen und sie umzuwandeln. Und nimm die freigesetzte Energie, um dich wieder auf schöne, positive Dinge zu stürzen, den Frühling zu genießen, zu lachen und Lebensfreude zu leben!

Namasté Angela

 

 

Drei Tipps, um Angst in Lebensenergie umzuwandeln

 

1. Anschauen und annehmen

Wenn du eine Angst spürst: schau hin, geh in Kontakt mit ihr, such dir im Zweifel einen Stellvertreter (Symbol, Bild, Figur o.ä.) und frage die Angst, was sie erreichen will und welche positive Absicht sie hat.

2. Fakten prüfen

Schau dir Fakten und Statistiken an. Unser Verstand weiß längst, dass viele Ängste unbegründet sind. Doch etwas mehr Futter für den Verstand kann uns helfen zu erkennen, dass es letztlich nicht um die „Bedrohung“ selbst geht, sondern unser Gefühl dazu. Das hilft, sich nochmal bewusst zu machen: Du hast Gefühle, aber du bist nicht dein Gefühl!

3. Handeln!

Aktivität hilft meist mehr als jede rationale Erklärung. Nutze den Wegweiser Angst und handle! Mache einen Kurs, lerne neue Methoden kennen, um mit Angst umzugehen (zum Beispiel EFT-Klopftechnik oder Wingwave) oder tue etwas zur Vorbeugung:

Vergleichen macht unglücklich – fünf Tipps, wie du dein Ding machen kannst

Geht dir das auch so? Gestern noch in Flipflops im Freibad umherspaziert, und jetzt soll man plötzlich den Adventskranz fertig, Geschenke organisiert und Plätzchen gebacken haben. Weihnachten überfällt mich jedes Jahr einfach völlig aus dem Nichts. Ich glaube, ich habe da so eine Art „Weihnachtsblindheit“ entwickelt: Der Termin rückt näher, das sehe ich im Kalender und in den Schaufenstern. Aber ich ignoriere sowas einfach. Bis es mich eben dann doch überfällt – meist kurz vor dem 1. Advent, wenn ich merke, dass wir noch ohne Adventskranz dastehen.

Also beschließe ich am 1. Advent, dem Anlass mal gerecht zu werden und hole – zwischen aufräumen, Essen machen und Hausaufgaben kontrollieren –die Kinderbibel aus dem Regal. Vielleicht bringt das meinen Sohn und mich ja etwas in weihnachtliche Stimmung. Wir landen aber nicht bei der Weihnachtsgeschichte, sondern bei der Geschichte der Arbeiter vom Weinberg.

Doppelte Arbeit – halber Lohn?

Ich stelle mal wieder wieder fest, wie viel aus der Bibel direkt auf heute übertragbar ist. Bei dieser Geschichte geht es um einen Weinbauern, der sich Arbeiter für die Rebenernte organisiert. Erst holt er sich morgens ein paar Tagelöhner und später nochmal mittags, weil er mehr Unterstützung braucht. Abends erhalten alle – wie vorher versprochen – ihren Lohn, nämlich ein Silberstück. Woraufhin sich diejenigen, die schon morgens angefangen haben zu arbeiten, beschweren – schließlich haben sie ja länger gearbeitet. Doch der Weinbauer lässt sich nicht beirren. Er habe ein Silberstück zugesagt und somit sein Wort gehalten. Unabhängig davon, was die anderen bekommen, sollten die Arbeiter doch mit ihrem Lohn zufrieden sein.

Die Tendenz, sich die eigene Zufriedenheit durch Vergleiche madig zu machen, haben wir auch heute noch. Am Anfang freuen wir uns vielleicht über etwas –bis jemand anders es nochmal besser hat oder kann. Das neue Auto? Schick! Aber nur solange, bis der Nachbar sich eine Klasse höher anschafft. Die Beförderung? Stolz erfüllt uns! Aber in dem Moment, in dem die vermeintlich unfähige Kollegin plötzlich einen neuen und besseren Job findet, ist die Freude dahin.

Lieber der Beste unter den Schlechten als der Schlechte unter den Besten

Kein Wunder: Wettbewerb und Vergleich werden uns spätestens ab dem Grundschulalter eingetrichtert. Wenn mein Sohn nachmittags aus der Schule kommt, kann er mir genau sagen, welcher seiner Kumpels im Übungsheft am weitesten ist (neben ihm selbst natürlich), und wer noch völlig hinterher hängt. Und bei Schulnoten ist in der Regel nicht die absolute Leistung die Grundlage, sondern es wird ein Schnitt aus den Gesamtergebnissen der Klasse gezogen. Das ständige Vergleichen geht weiter bei Sportwettbewerben, Fußballturnieren, im Job und bei der Partnersuche. Überall müssen wir mithalten – und wollen selbst nicht zu kurz kommen.

In einer Studie hat man herausgefunden, dass Menschen sogar mit einem niedrigeren Gehalt zufrieden sind, solange ihre Kollegen noch weniger verdienen als sie. Wenn sie selbst mehr bekommen, aber andere Kollegen noch mehr als sie, dann sind sie unzufriedener. Menschen bevorzugen es also, weniger zu verdienen, solange es im Vergleich zu ihren Kollegen mehr ist. Der Philosoph Montesquieu beschrieb es so: „Man will nicht nur glücklich sein, sondern glücklicher als die anderen. Und das ist deshalb so schwer, weil wir die anderen für glücklicher halten, als sie sind.“

Warum vergleichen wir überhaupt?

Unser Drang zum ständigen Vergleichen kommt nicht von ungefähr. Kinder machen ihre ersten wichtigen Lernerfahrungen, indem sie ihr Verhalten mit den Erwachsenen vergleichen und imitieren. Die Spiegelneuronen im Gehirn sorgen dafür, dass wir auch im Erwachsenenalter noch auf andere schauen, sie oft unbewusst imitieren und somit auch vergleichen.

Natürlich kann es uns anspornen und motivieren, wenn wir uns mit anderen messen. Aber wenn wir ständig nach rechts und nach links schauen, uns ungerecht behandelt oder benachteiligt fühlen, dann verzetteln wir uns oder enden gar in Komplexen und Depressionen. Auch Sportler haben schon Wettkämpfe deshalb knapp verloren, weil sie eine Millisekunde lang zur Konkurrenz geschaut haben.

Glücklich sind immer die anderen – dank Social Media

Doch wer schafft es schon, sich in einer Welt von Show und Selbstdarstellung dem ständigen Vergleichen zu entziehen? Wenn zahlreiche aufgehübschte und perfekt erscheinende Influencerinnen in Insta posieren und selbst sprachgestörte Nerds es offenbar geschafft haben, sich dank „Affiliate Marketing“ oder anderen Techniken zum Online-Millionär zu machen –  was bleibt da noch an Ausreden? Mit welcher Begründung können wir noch auf der Couch sitzen und einfach mal jammern? Wie können wir den Bauchspeck noch rechtfertigen, wenn eine vormals-150-Kilo-Frau es dank täglicher Disziplin es geschafft hat, nicht nur den perfekten Body zu bekommen, sondern nebenbei auch noch Youtube-Star zu werden? Wir sehen dabei nicht, dass das Bild, was wir in den Social Media von der Welt bekommen, völlig verzerrt ist.

In einer Studie der Stanford University in Kalifornien stellten Psychologen fest, dass ihre Probanden dazu neigten, generell zu überschätzen, wie viel Freude die Mitmenschen in deren Leben verspüren. Da sie im direkten Vergleich schlechter abschnitten, fühlten sie sich selbst niedergeschlagener, als man vermuten würde. Egal, wie sehr wir also danach streben, besser, schöner, glücklicher oder erfolgreicher zu werden – der Kampf bleibt aussichtslos. Denn es wird immer jemanden geben, der / die besser, schöner oder erfolgreicher ist als wir selbst.

Ich bin manchmal ganz erleichtert, wenn ich aus der digitalen Welt heraus und in die „normale Welt“ eintrete. Dann sehe ich dort ältere Damen mit schlechter Fönfrisur, Mütter mit blassem Gesicht und Ringen unter den Augen, Männer mit Glatze und Bierbauch, dicke Kinder, und ich denke mir: ja, das ist echtes Leben! Aber auch das ist natürlich ein Vergleich und kein Garant für die eigene Zufriedenheit.

Raus aus der Vergleichsfalle!

Letztlich ist doch nur eines entscheidend: dass wir uns selbst gerecht werden und nachsichtig mit uns selbst sind. Auch mal Fünfe gerade sein lassen und sagen können: „Einen Scheiß muss ich“. Dass wir uns selbst akzeptieren mit all unseren Schwächen, der fehlenden Disziplin, den Macken und der Unperfektheit. Dass wir herausfinden, wie wir unsere Ziele und Träume mit dem Unbewussten in Einklang bringen können. Welche von diesen Zielen wirklich uns selbst entsprechen – und nicht den Erwartungen anderer oder der Gesellschaft. Wenn wir dauerhaft mit dem Verstand etwas erzwingen, was unserem Inneren nicht entspricht, dann folgen Krankheit und Depression.

Wenn wir jedoch immer wieder auf unsere Intuition lauschen, unsere Herzenswünsche ergründen und uns dafür auf den Weg machen – Schritt für Schritt – dann bleiben wir authentisch. Wir sind zufriedener mit uns selbst, egal was andere gerade so machen. Das Paradoxe dabei: Je mehr wir mit uns selbst zufrieden sind, umso überzeugender kommen wir auch in der Außenwelt rüber. Doch das ist ja am Ende gar nicht mehr so wichtig.

 

5 Ideen, um dein Ding zu machen statt zu vergleichen

 

1. Werde dir deines eigenen Wertes bewusst

Du bist einzigartig. Du hast das vollkommene Potenzial und besondere Fähigkeiten. Schreibe dir 10 Punkte auf, die du an dir magst, gut kannst oder die etwas Besonderes an dir sind. Hänge sie an die Wand und lies sie dir jeden Tag durch. Oder nutze die Affirmationen aus der Glücksmeditation….

Hier geht’s zur Glücksmeditation…

2. Höre auf deine Intuition

Statt dir von anderen einreden zu lassen, was jetzt richtig oder cool ist und was nicht – komme regelmäßig in die Stille, meditiere, werde ruhig, atme und mach den Kopf frei für das, was deine Seele dir mitteilen möchte. Die geführte Seelenmeditation unterstützt dich dabei.

Zur Seelenmeditation…

3. Werde dir deiner eigenen Ziele und Träume bewusst

Konzentriere dich auf das, was DICH glücklich macht und verwirkliche dies mit Geduld und Herzblut. Im Online-Kurs „Aktiviere dein inneres Glück“ hast du die Möglichkeit, Schritt für Schritt deinen Träumen und Visionen auf die Spur zu kommen und dein eigenes Ding zu machen.

Zum Online-Kurs…

4. Reduziere deine Social Media-Aktivitäten

Musst du wirklich jeden Tag wissen, wer wieder auf einem tollen Konzert war, an einem sensationellen Urlaubsort oder im schönsten Restaurant der Stadt? Sei es jedem gegönnt! Aber lass dich dadurch nicht entmutigen, wenn du einfach gerade grauen Alltag erlebst und nichts Sensationelles zu berichten hast. Freue dich über die kleinen Selbstverständlichkeiten des Lebens und sammle Glücksmomente! Wenn du dich hierzu austauschen möchtest, dann mach mit bei der Glücksmomente-Challenge… hier geht es nicht um Protzerei, sondern um den Austausch von den kleinen, wahren Glücksmomenten des Alltags.

Zur Glücksmomente-Challenge…

5. Wenn du schon vergleichst, dann sieh das Gesamtpaket

Vergleichem macht auch deshalb unglücklich, weil wir meist nur einen Aspekt sehen. Wir sehen in dem Moment nicht, dass der Traumurlaub vielleicht hart verdient war und derjenige sich sonst jeden Morgen aus dem Bett quält für eine Arbeit, die keinen Spaß macht. Dass die Diet Queen schon seit Jahren auf Essenseinladungen oder Genuss völlig verzichtet. Es hilft also immer wieder die Frage: Willst du wirklich tauschen?

Siehe dazu auch den Blogartikel „Wer bin ich – wer sind die anderen?“…

Ich wünsche dir viel Glück und Erfüllung bei allem!

Namasté, Angela

 

Buchtipps:

„Glück kommt selten allein“ von Hirschhausen

„Einen Scheiß muss ich“ von Tommy Jaud

„Am Arsch vorbei geht auch ein Weg“ von Alexandra Reinwarth

 

Zitate

„Das Vergleichen ist das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit.“ Søren Kierkegaard

„Man will nicht nur glücklich sein, sondern glücklicher als die anderen. Und das ist deshalb so schwer, weil wir die anderen für glücklicher halten, als sie sind.“ Montesquieu