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Gelassenheit als Glücksgarant: Neun Anregungen, um souverän zu bleiben

Stell dir vor, du sitzt im ICE auf dem Weg zu einem wichtigen Termin. Dann hält der Zug mitten in der Walachei an und es kommt eine Durchsage: „20 Minuten Verspätung wegen unvorhergesehener Bauarbeiten.“ Aus den 20 Minuten werden 40 Minuten, dann eine Stunde. Du wirst langsam nervös… und nervöser… kommt dir das bekannt vor?

So ist es mir neulich ergangen auf dem Weg zu einem Workshop, zu dem ich unbedingt pünktlich sein musste. Die Verspätung wurde immer länger und ich mit jeder Durchsage nervöser. Klar hatte ich genügend Puffer eingeplant, aber ich wusste aus Erfahrung, dass bei der Bahn so manches passieren konnte (wobei ich mich eh fragte, wie Bauarbeiten „unerwartet“ auftreten konnten, wenn nicht gerade ein Hurricane durch das Land wehte – oder Schneesturm – oder Wüstensand – na gut…). Irgendwann fuhr der ICE zum Glück weiter, und ich kam gerade noch rechtzeitig zum Workshop. Ähnliches trug sich auf der Rückfahrt zu. Wieder begann die Verspätung erst mit nur 20 Minuten (machen die das absichtlich, um den „Ärgerpegel“ bei den Leuten niedrig zu halten?), am Ende kam ich wieder eine ganze Stunde später an als geplant. In dem Fall war ich jedoch relativ entspannt, denn ich wusste ja, dass kein wichtiger Termin mehr anstand. Ob ich nun eine Stunde später zu Hause ankam, war nicht ganz so entscheidend. Die fast gleiche Situation hatte also ein sehr unterschiedliches Potenzial dazu, mich aus meiner Gelassenheit zu bringen.

Gelassen bleiben lohnt sich

Warum können über manche Dinge easy peasy hinwegsehen, während uns andere Situationen auf die Palme bringen? Warum bleiben in ein- und derselben Situation die einen ruhig und andere rasten aus? Und müssen wir überhaupt immer gelassen bleiben? Ist es nicht manchmal sogar gut, den Ärger „rauszulassen“, statt runterzuschlucken? Warum bestimmte Situationen uns „triggern“, kann viele Gründe haben. Vielleicht wurden unsere Werte verletzt, vielleicht hat jemand uns provoziert, vielleicht fühlen wir uns hilflos den Umständen ausgeliefert. Manchmal geschehen auch Dinge, die braucht kein Mensch. Diesen Blogartikel zum Beispiel hatte ich gerade fertig geschrieben, in einer Spätschicht. Als ich am nächsten Morgen die Datei wieder öffnen wollte, da war sie weg. Einfach weg! Der Name der Datei sprang mir zwar entgegen unter „zuletzt verwendet“, aber ich konnte nicht darauf zugreifen. Jeder Wiederherstellungsversuch war vergeblich. Welch eine Ironie, dass mir dies gerade beim Blogartikel zum Thema „Gelassenheit“ passiert! Ich hätte hochgehen können, schreien, toben, stampfen. Aber was nützt es – dadurch taucht die Datei auch nicht wieder auf.

Und irgendwo tief in mir drin wusste ich: Es lohnt sich, gelassen zu bleiben. Der Schaden ist oft größer, wenn wir uns von unseren Emotionen davon tragen lassen, als wenn wir besonnen und lösungsorientiert bleiben. Intuitiv handeln ist gut – impulsiv nicht (siehe auch Artikel zu „Emotionale Intelligenz„). Was ist der Unterschied? Intuitiv handeln bedeutet, kurz innezuhalten, auf die „innere Stimme“ zu hören, vielleicht auch die Perspektive zu wechseln und dann von Herzen her zu agieren. Impulsiv sind wir dann, wenn wir unsere Emotionen – egal welcher Art – nicht mehr unter Kontrolle haben und diese womöglich auf eher nicht konstruktive Weise zum Ausdruck bringen.

Die Vorteile von Gelassenheit

  • Gelassene Menschen haben mehr Handlungsspielraum und sind sich immer dessen bewusst, dass sie einer Situation nicht hilflos ausgeliefert sind (siehe auch Blogartikel zu Selbstwirksamkeit…)
  • Sie sind empathischer und haben deshalb auch bessere Beziehungen – wer will schon Menschen um sich haben, die bei jeder Kleinigkeit hochgehen?
  • Gelassene Menschen sind optimistischer und glauben daran, dass es immer eine optimale Lösung geben wird.
  • Gelassene Menschen können auch in brenzligen Situationen ruhig bleiben und lösungsorientiert handeln. Sie sind dementsprechend auch leistungsfähiger.

Kurzum: gelassene Menschen sind glücklicher und erfolgreicher!

Die Bewertung ist entscheidend

Doch warum sind manche Menschen wie ein Fels in der Brandung und andere wie ein brodelnder Vulkan, der jederzeit ausbrechen könnte? Ist das Veranlagung – oder einfach Glückssache? Und: Können wir etwas für unsere Gelassenheit tun? Die gute Nachricht: die Frage, ob wir etwas gelassen sehen können oder nicht, hängt gar nicht so sehr von der Situation selbst ab. Sondern eher davon, wie wir diese bewerten (siehe auch Blogartikel zum Thema „Mindset“). Denn alles – jede Kleinigkeit, jedes Ereignis, das wir erfahren und erleben – durchläuft in unserem Gehirn einen Einordnungs- und Bewertungsprozess. Der amerikanische Emotionspsychologe und bekannte Stressforscher Richard Lazarus hat aufgrund zahlreicher Studien festgestellt, dass Menschen ein- und dieselbe Stress-Situation sehr unterschiedlich bewertet haben. Er hat auf der Basis all dieser Erkenntnisse das „transaktionale Stressmodell“ entwickelt. Dieses hilft uns verstehen, warum und wann bestimmte Situationen uns „triggern“ und an welchen Stellen wir etwas verändern können.

Du fühlst dich getriggert? Das passiert im Gehirn

Alles beginnt mit der Wahrnehmung einer bestimmten Situation durch unsere Sinnesreize. Jede Sekunde prasseln unendlich viele davon auf unser Gehirn ein – 11 Millionen Bits, heißt es. Das Gehirn nimmt jedoch nur einen Bruchteil davon bewusst auf – nämlich nur 40 Bits. Das ist auch gut so, denn sonst würden wir aufgrund von kontinuierlicher Informationsüberflutung schier verrückt werden. Um bei dem Beispiel Bahndurchsage zu bleiben: Ich höre die Durchsage, nehme die Inhalte wahr und es beginnt im Gehirn zu arbeiten. Alle anderen Reize sind in dem Moment ausgeblendet: der Regenschauer draußen, der Lebewurstbrotgeruch am Tisch gegenüber, das Geschrei eines Babys weiter hinten oder das Streitgespräch des Mannes, der vor mir sitzt, am Telefon.

Primäre Bewertung

Nun entscheidet das Gehirn, ob die Situation eine ernsthafte Bedrohung oder Gefahr darstellt oder nicht. Lazarus nennt es „primäre Bewertung“. Ist das hier gerade lebensgefährlich? Oder gar nicht relevant? Vielleicht sogar positiv zu bewerten? So ist eine verspätete Bahn zwar erstmal Stressfaktor. Aber wenn ich mit einer Gruppe netter Menschen zu einem Ausflug unterwegs bin und wir an der Fahrt an sich schon Spaß haben, wäre es vielleicht etwas anderes. Nur wenn mich das Ganze nervös macht, springen die Alarmsysteme im Gehirn auf die nächste Stufe, nämlich die „sekundäre Bewertung“ nach Lazarus.

Sekundäre Bewertung

Selbst wenn die Situation nun also brisant ist, bedeutet das noch lange nicht, dass die Gelassenheit dahin ist. Dann rattert das Gehirn weiter und überprüft: habe ich die Ressourcen, um die Situation zu managen? Habe ich möglicherweise schon einmal ähnliche Dinge gut gemeistert? Ist das, was passiert, wirklich bedrohlich oder komme ich damit klar? In meinem ICE-Beispiel wäre es vielleicht die Frage: kann ich damit leben, wenn ich den Workshop aufgrund er Verspätung absagen muss? Wenn dies vom Gehirn als Bedrohung eingeordnet wird, dann werden Alarmsignale an den Körper gesendet und der Stressmechanismus in Gang gesetzt. Schweiß bricht aus, der Herzschlag wird schneller, der ganze Körper wird aktiviert, um schnell zu reagieren auf – ja, was? Kampf gegen den Schaffner? Flucht aus dem Fenster? Kaum möglich! Also entweder den Schaffner anschreien (auch nicht empfehlenswert) oder sich wieder beruhigen.

Bewältigung

Hier ist die Frage: schlucke ich den Ärger runter, damit er in mir weiterköchelt? Oder finde ich gute Möglichkeiten, um Emotionen rauszulassen und verlorene Energie wieder aufzuladen? Dies nennt man dann in der Stressforschung „Coping-Strategie“ (siehe auch Blogartikel zum Thema „Resilienz“). Also die Frage, wie gut wir solche „Trigger-Situationen“ meistern. Wenn alles hier gut läuft, dann speichert mein Gehirn die Situation als „gut gemeistert“, eine Neubewertung findet statt, und so kann ich auch in künftigen ähnlichen Situationen gelassen bleiben. Komme ich jedoch nicht mit alldem klar, wird ein „Stress-Kreislauf“ in Gang gesetzt. Der wiederholte Stress sammelt sich an, der Körper ist nicht imstande, diesen aufzufangen und das Gehirn setzt eine Warnung nach der anderen ab. Auf Dauer endet das in körperlichen oder mentalen Stress-Symptomen und im schlimmsten Falle in psychischen Krankheiten.

Neun Anregungen, um gelassen zu bleiben

Wie können wir also auch dann gelassen bleiben, wenn vermeintlich alles schief läuft? Oder wenn ein Mitmensch uns triggert, provoziert oder mit seinem Verhalten verletzt? Wichtig ist zunächst die Erkenntnis: du bist einer Situation oder einem Menschen nie hilflos ausgeliefert. Wir können immer selbstbestimmt handeln und reagieren. Sich dies immer wieder bewusst zu machen, ist der erste Schritt zu mehr Gelassenheit. Weiterhin möchte ich hier noch ein paar weitere Anregungen mit dir teilen, um gelassener zu bleiben und auch zu werden. Denn du kannst auf verschiedenen Ebenen agieren und reagieren, wenn ein Ereignis droht, dich auf die Palme zu bringen.

Was tun bei akutem Trigger-Alarm? Mögliche Sofortmaßnahmen

1. Durchatmen – der Zug hat Verspätung? Du stehst im Stau? Dein Kind ist bockig? Einmal tief ein- und ausatmen kann Wunder bewirken. Wenn dein Herz rast, dann kannst du dies willentlich nicht stoppen. Aber mit entsprechenden Atemübungen kannst du dein gesamtes System beruhigen und wieder eine gute Basis finden, um die Kontrolle zu behalten und wieder handlungsfähig zu werden (siehe auch „Wunderwerkzeug Atem„).

2. Schweigen – dein Kollege hat immer wieder eine kleine Spitze für dich parat oder trifft deine verbale Schwachstelle? In solchen Fällen lohnt es sich meist nicht, darauf einzugehen. Tu ihm nicht den Gefallen, dich auch noch zu ärgern oder runterziehen zu lassen, sondern schütze dich lieber vor negativer Energie. Manchmal ist auch die Kombi mit einem Rückzug hilfreich.

3. Analysieren – halte kurz inne und frage dich: ist die Situation wirklich so schlimm wie es gerade scheint? Was wäre das Schlimmste, was passieren könnte und könnte ich irgendwie damit klar kommen? Diese Frage relativiert meist so einiges. Denn zumindest die Überlebenschance ist meist recht hoch.

Nachhaltig agieren – vorbeugende Strategien

Doch neben diesen Sofort-Reaktionsmöglichkeiten ist eine gewisse Grund-Gelassenheit durchaus empfehlenswert. Diese kannst du zum Beispiel durch folgende Maßnahmen trainieren:

4. Entspannungstechniken – egal, ob eine geführte Meditation (hier findest du verschiedene Meditationen), autogenes Training oder Yoga – alles, was uns in die Entspannung bringt, erhöht die Grundgelassenheit und hilft uns, nicht mehr so schnell in Rage zu geraten.

5. Bewegung – Bewegung ist nicht nur körperlich gesund, sondern erhöht auch die Stimmung. Und sie ist das beste Ventil, um aufgestauten Stress abzubauen und Emotionen rauszulassen. Durch Sport oder Bewegung aktivierst du zunächst das sympathische Nervensystem und bringst den Körper in (positiven) Stress. Danach wird automatisch das parasympathische Nervensystem in Gang gesetzt und somit die Erholung aktiviert.

6. Lachyoga – Lachen ist gesund und senkt Stresshormone. Zudem können viele Übungen aus dem Lachyoga uns konkret dabei unterstützen, bestimmte „Trigger-Situationen“ nicht so ernst zu nehmen und den Ärger lachend loszulassen. Humor und Lachen – der beste Weg, um gelassen zu bleiben. Angebote, siehe hier…

Doch wie Richard Lazarus schon festgestellt hat: die Bewertung ist entscheidend. Wie können wir also unsere innere Einstellung verändern, um nicht so leicht aus der Fassung zu geraten, wenn etwas nicht so läuft, wie wir es uns vorstellen? Hier ein paar Strategien.

Innere Einstellung verändern – kognitive Tricks

7. Akzeptanz – Manchmal hilft nur eines, wenn die Situation ausweglos erscheint: Das, was ist, annehmen. Die Verspätung der Bahn kann ich nicht aufhalten, den Stau nicht wegzaubern. Auch meine Mitmenschen werden sich nicht ändern, nur weil ich das von ihnen erwarte. Also kann ich mir überlegen, ob ich mir das Leben zusätzlich schwer mache, indem ich mich ärgere, oder es eben erstmal annehme. Wenn bestimmte Menschen mir Energie rauben oder mir auf Dauer nicht gut tun, habe ich ja dann zumindest noch die Möglichkeit, Abstand zu nehmen (siehe „Umgang mit Deppen“ etc…).

8. Dankbarkeit – So unangenehm eine Situation auch sein mag – meist gibt es trotz allem immer einen Anlass, dankbar zu sein. Deine Chefin macht dir Druck, dass etwas noch bis Morgen fertig werden muss? Das mag nerven, aber immerhin scheinst du deinen Job gut zu machen, sonst würde sie dich nicht fragen. Und – du hast einen Job! Auch das kann so manches wieder relativieren. Siehe auch Blog zu Dankbarkeit…

9. Perspektive wechseln – Gerade wenn andere Personen im Spiel sind, kann es hilfreich sein, sich zu fragen, ob der andere wirklich eine böse Absicht hatte oder vielleicht einfach nicht nachgedacht hat. Vielleicht gibt es auch eine bestimmte Vorgeschichte genau mit diesem Menschen, und nur deshalb gehst du direkt hoch bei Anlässen, die dich vielleicht bei jemand anders gar nicht stören würden. Spannend wird es auch dann, wenn wir uns klar machen – das, was mich bei der anderen Person triggert, hat immer auch mit mir zu tun. In dem Fall ist diese mein perfekter „Arschengel“.

Eines ist klar: Gelassenheit ist nicht die Herausforderung, wenn alles gut läuft. Sondern dann, wenn alles schief geht. Ich muss gestehen, dass ich in meinen Beispielen nicht immer die Gelassenheit in Person war – weder bei der Zugverspätung noch, als dieser Blogartikel einfach im Nirvana meines Computers verschwunden war. Ich habe mich tierisch geärgert, mich aufgeregt und war gefrustet. Doch was hilft es – irgendwann habe ich die Lage akzeptiert und diesen Text einfach neu geschrieben. Wenn du bis hier gelesen hast, dann bin ich dir sehr dankbar. Ich atme tief durch, lache drüber und habe für das nächste Mal gelernt.

Gebet für Gelassenheit

Von Reinhold Niebuhr, amerikanischer Theologe

Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann,
den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann,
und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.

 

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Verbundenheit

Verbundenheit als Glücks- und Resilienzfaktor

Hast du schon mal in einem Zug festgesessen der nicht weiterfuhr? Mir ist es vor einiger Zeit mal wieder passiert. Eine Stunde lang stand der ICE auf freier Strecke und bewegte sich nicht. So genervt die Menschen auch sind, beobachte ich in solchen Situationen immer wieder ein spannendes Phänomen: Die Menschen, die sich vorher jeder für sich mit Laptop oder Smart Phone und Kopfhörer eingeigelt hatten, beginnen sich zu verbinden. Der gemeinsame Feind „Bahn“ und die missliche Situation scheint uns in solchen Momenten zusammenzuschweißen. Man fängt an, sich zu unterhalten, sich gegenseitig etwas anzubieten und sich irgendwie zu solidarisieren.

Die Krisen dieser Welt – wir schaffen es nur gemeinsam

Ein ähnlicher Effekt zeigt sich auch jetzt bei den großen Krisen dieser Welt: wir verbinden uns dann, wenn die Gefahr so groß ist, dass es nicht mehr anders geht: Corona, Krieg und Klimakrise, die großen Herausforderungen dieser Zeit. Wenn wir auch nur irgendetwas Positives daraus ziehen können, dann wohl die Erkenntnis: Wir schaffen es nur gemeinsam! Das gibt mir immer wieder einen kleinen Funken Hoffnung und lässt mich darauf vertrauen, dass wir Menschen gemeinsam viel mehr erreichen können als mit Egoismus.

Die Klimakrise spitzt sich vor allem deshalb zu, weil die Länder sich seit Jahrzehnten nicht auf gemeinsame Ziele oder Vorgehensweisen einigen konnten. Die Coronakrise mit all den Einschränkungen, Lock-Downs und dem Verzicht auf die sonst so selbstverständlichen Vergnügungen des Lebens hat die viele Menschen noch einsamer gemacht als sie es eh schon waren (siehe Blogartikel „Einsamkeit“). Diejenigen hingegen, die sich mit anderen verbunden haben, kamen besser durch die Zeit.

Der Krieg zeigt uns jüngst nochmal mehr, wie wichtig es ist, gemeinsam zu handeln. Und es tut sich was: Die vielbeschworene „Spaltung der Gesellschaft“ durch Corona rückt in den Hintergrund. Hunderttausende von Menschen gehen derzeit gemeinsam auf die Straße, um für den Frieden zu demonstrieren. Die EU und die USA rücken zusammen, wie es vorher lange nicht mehr denkbar gewesen wäre. Dieser Krieg ist schrecklich, grausam, unmenschlich. Wenn wir auch nur irgendwas dagegen tun können, dann nur in Verbundenheit und nicht im Einzelkämpfertum. Dies ist die größte Chance, die wir haben, um einen größenwahnsinnigen und selbstverliebten Egomanen wie Putin aufzuhalten. Das ukrainische Volk macht uns auf beeindruckende Weise vor, dass Zusammenhalt und Verbundenheit stärker sein können als Panzer und Raketen.

Einsamkeit ist ungesund

Lange sind wir in dem Irrglauben erlegen, dass derjenige am erfolgreichsten ist, der sich am besten durchsetzen kann. Der am skrupellosesten seine Ziele verfolgt und nur um das eigene Wohl bemüht ist. „Ellbogenmentalität“ wurde als notwendig erachtet, um weiter zu kommen. Doch das Gegenteil ist der Fall: Studie zeigt, dass die Menschen, die andere betrügen oder belügen, um sich selbst Vorteile zu verschaffen, eher das Gegenteil erreichen: sie werden isoliert, ausgeschlossen bei der Arbeit, haben mehr Stress und sind am Ende eher unglücklich (Metastudie von David Sloan Wilson über „machiavellistische Menschen“ – also solche, die nur auf den eigenen Vorteil bedacht sind und andere dafür klein machen).

Doch nicht nur selbstverliebte Egomanen haben ein Problem. Die Entwicklungen der neuen Zeit – Digitalisierung, Social Media, die Gentrifizierung in Großstädten und nicht zuletzt Corona – haben dazu geführt, dass Einsamkeit zu einem drängenden Problem unserer Zeit geworden ist. Laut Umfragen ist die Zahl der engen Freunde, die Menschen im Durchschnitt haben, seit 1985 von 3 auf 1 geschrumpft (siehe Buch „Die neue Einsamkeit“ von Diana Kinnert). Dreimal mehr Menschen als damals geben an, dass sie keinen Menschen haben, mit dem sie ernsthaft reden können. Einsamkeit ist Ursache für Stress, Krankheit, psychische Probleme und sogar den vorzeitigen Tod. Sie ist gesundheitlich genauso schädlich wie das Rauchen von 15 Zigaretten täglich. Die „Social Media“ haben mit „sozial“ genauso wenig zu tun wie Putin mit dem Begriff „Friedensmission“. Jeder stellt sich selbst dar, kaum einer fühlt sich hier wirklich verbunden. Hasskommentare, Fake News und destruktive Diskussionen über Corona haben den Trend  verschärft.

Evolution durch Kooperation

Umso wichtiger ist es derzeit, echte Verbundenheit wiederzufinden und zu leben. Wir müssen uns dafür nicht mal verbiegen. Das Bedürfnis nach Kooperation und Miteinander liegt in unserer Natur. Dies hat unsere Evolution geprägt und unser Überleben gesichert. Selbst unsere Körperzellen arbeiten auf geniale Weise und so perfekt aufeinander abgestimmt zusammen, wie wir selbst es logistisch niemals hinkriegen würden. In der Natur und der Tierwelt ist das Zusammenspiel von Systemen und Populationen wichtiger Bestandteil, zum Beispiel bei den Bienen und Ameisen. Auch Schimpansen zeigen Kooperationsbereitschaft und suchen gegenseitige Nähe – sogar dann, wenn es vorher Auseinandersetzungen gab. Immer mehr Erkenntnisse zeigen: In der Evolution hat nicht der Stärkste überlebt, sondern die Spezies, die am besten kooperieren kann.

Verbundenheit ist nicht nur die Voraussetzung für das Überleben der Menschheit, sondern auch für persönliches Glück. Die „Grant Study“ – eine Harvard Glücksstudie über einen lebenslangen Zeitraum  – zeigt: Menschen, die glückliche Beziehungen haben, leben länger, zufriedener und sind im Alter gesünder. Viele weitere Studien bestätigen: Menschen mit erfüllten Beziehungen – unabhängig ob mit Freunden oder Liebespartnern – sind glücklicher und gesünder. Sie haben ein besseres Immunsystem und verfügen über bessere psychische Widerstandskraft, also „Resilienz“. Kinder aus schwierigen Familien, die eine wichtige Bezugsperson hatten, waren im späteren Leben psychisch stabiler als andere, die sich allein gelassen fühlten. Nicht nur das: die Aktivität „Zeit mit Freunden verbringen“ oder „gute Gespräche führen“ verschafft uns einen Riesenschwall an positiven Gefühlen, stressmindernden Effekten und aktiviert die Belohnungszentren im Gehirn.

Verbundenheit leben – 5 Anregungen

Es spricht also vieles dafür, Verbundenheit zu suchen und zu leben. Doch wie können wir selbst dazu beitragen, dass Menschen sich wieder mehr verbinden, zugehörig fühlen und gemeinsam an einem Strang ziehen, um diesen Planeten als einen lebenswerten Ort zu erhalten? Ich bin der Meinung: beginne bei dir selbst! Wenn du mit dir selbst verbunden bist, kannst du auch Verbundenheit mit anderen Menschen fühlen. Du kannst vergeben und andere Menschen unterstützen, ohne dich selbst aufzugeben. So können Netzwerke entstehen, die von Liebe, Fürsorge und Miteinander geprägt sind. Je mehr wir diese Verbundenheit mit uns selbst und im eigenen Umfeld leben, umso weniger haben Kriege im Außen eine Chance. Hier ein paar Anregungen dazu.

1. Mit sich selbst im Reinen sein

Wir können nicht über den Krieg jammern, wenn wir gegen uns selbst Krieg führen, uns ständig selbst rügen oder gar beschimpfen. Sei nachsichtig mit dir selbst und behandle dich gut. Schließlich bist du der Mensch, mit dem du die meiste Zeit im Leben verbringst. Verdränge nicht deine Schattenseiten, sondern schaue liebevoll hin und erkenne sie an. Dann darfst du sie in den Urlaub schicken und deine Stärken feiern.

2. Mit anderen im Reinen sein

Übe Vergebung – nicht anderen zuliebe, sondern für dich selbst. Dann wirst du frei von Groll und offen für neue, nährende Menschen und Beziehungen sein.

3. Für andere da sein

Einer der größten Glücksfaktoren ist es, anderen zu helfen. Eine sehr effektive Übung ist es, jeden Tag 3 kleine „Gesten der Freundlichkeit“ auszuüben und dies abends aufzuschreiben. Das können unterschiedliche Dinge bei unterschiedlichen Menschen sein – einem Freund ein Kompliment machen, einem Kollegen etwas aus der Kantine mitbringen, mit einem Obdachlosen ein Gespräch führen – die Möglichkeiten sind unendlich. Diese Übung ist ein wahrer Glücksbooster.

4. Die Familie wertschätzen

So sehr Familien auch Verletzungs- und Konfliktpotenzial bieten – Freunde können wir loslassen, die Familie bleibt Familie. So lohnt es sich, mit Eltern und Geschwistern ins Reine zu kommen und Vergebung zu üben – jeder hat es so gut gemacht wie er / sie konnte. Wenn du selbst eine Familie hast, dann mach dir bewusst: Frieden beginnt auch hier im Kleinen. Es geht nicht darum, keine Konflikte zu haben, sondern diese mit Liebe und Wertschätzung lösen zu können.

5. Gemeinschaft suchen, in der man sich gegenseitig unterstützt

Studien in verschiedenen Gemeinschaften – z.B. in der Nachbarschaft – zeigen, dass die Gemeinschaften, in denen man sich gegenseitig besonders unterstützt, erstaunliche Wirkungen auf die Menschen haben:

  • die Kinder sind gesünder und haben bessere Hoschulabschlüsse
  • die Älteren haben eine höhere Lebenserwartung
  • insgesamt gibt es weniger soziale Schwierigkeiten wie z.B. Prügeleien

Vielleicht hast du ja bereits eine solche Gemeinschaft. Oder magst dich nach einer umschauen. Dies kann ein Verein sein, eine Gemeinde, eine Nordic Walking Gruppe oder ein Chor. Großes Potenzial liegt auch in der „Lachyoga Community“ bzw. den Lachclubs. Hier verbinden sich Menschen im Lachen, sowohl live als auch online. Unabhängig von Alter, Nationalität, Herkunft oder politischer Richtung wird hier jeder akzeptiert. Es geht um Toleranz, Frieden, Gesundheit und Glücksmomente. Hier entstehen Freundschaften, gemeinsame Unternehmungen und gegenseitige Unterstützung. Menschen verbinden sich, werden kreativ, mutig und blühen auf. Probiere es mal aus! Hier findest du Angebote live in Köln oder in Berlin oder deutschlandweit. Und hier online per Zoom.

Wir müssen nicht warten, bis der Zug stehen bleibt, das Klima kollabiert oder die Wirtschaftskrise kommt. Verbinde dich jetzt mit liebevollen und gleichgesinnten Menschen, unterstützt euch gegenseitig mit Trost und Hoffnung und habt gemeinsam Spaß! So tust du etwas für deine Resilienz und für die Aktivierung von Glücksgefühlen.

Ich wünsche mir von Herzen, dass die Menschen, die JETZT zusammenhalten und für Miteinander und Verbundenheit stehen, auf diesem Planeten überleben werden. So wie es die bisherige Evolution auch gezeigt hat.

Namasté Angela

P.S: Du hast Sehnsucht nach Verbundenheit an einem schönen Ort, guten Gesprächen und netten Menschen? Dann sind vielleicht die Happiness Yoga Ferien interessant für dich. In St. Peter Ording oder auf Zypern.

Stress durch Corona? Wie wir mental überleben in verrückten Zeiten

Das waren noch Zeiten…

… man ist fast versucht, ein wenig sehnsuchtsvoll zurückzublicken auf den ersten Corona Lockdown damals im März letzten Jahres. Ja, wir mussten auf vieles verzichten, uns zusammenreißen, zu Hause bleiben und uns auch noch um das Home Schooling kümmern. Doch wir haben alle zusammen gehalten, der Staat hat großzügig jeden Betroffenen unterstützt, es gab überall Solidarität, und wenn wir ehrlich sind, dann dachten wir doch alle, dass der ganze Spuk nach spätestens einem halben Jahr wieder vorbei ist, oder?

Von dieser fast abenteuerlichen Aufbruchstimmung ist mittlerweile nicht mehr viel übrig. Für Gastwirte und Geschäfte lohnt es sich kaum zu öffnen, da aus Angst oder Vorsicht eh viel weniger Gäste kommen. Auch Event- und Seminaranbieter haben das Nachsehen. Sie dürfen zwar öffnen – zumindest ab und zu – aber es bringt ihnen nicht viel. Die Soforthilfen müssen zurück gezahlt werden und jeder kann mittlerweile sehen, wo er bleibt.

Die Spaltung der Gesellschaft nimmt immer verrücktere Ausmaße an: auf Facebook und co. sortieren viele fleißig Freunde aus, je nachdem ob sie auch geimpft oder auch ungeimpft sind. Von dem, was wir im Moment am meisten bräuchten, um unser Immunsystem stark zu halten, haben wir am allerwenigsten: Sozialen Zusammenhalt und ein Gefühl von Grundsicherheit und Geborgenheit. Dieser Dauerstress macht uns am Ende womöglich kränker als Beta, Gamma, Delta und Omikron zusammen. Während die Politik sich vor allem darauf konzentriert, wie wir das medizinisch gewuppt kriegen, wird die Frage, was all dieser Stress mental mit uns macht, nur am Rande behandelt. Dabei sollten wir dieses Thema schon rein aus gesundheitlichen Gründen nicht ausblenden.

Der Corona Stresskreislauf

Hirnforscher Manfred Spitzer beschreibt in seinem Buch „Pandemie“ den Teufelskreis, in dem wir stecken: „Menschen sterben schneller an einer Infektion, wenn sie unter Bedingungen leben, die chronischen Stress und andere psychologische Ursachen begünstigen, die eine Infektion wahrscheinlicher machen.“ Mit anderen Worten: die jetzige Situation macht uns mürbe, stresst uns und macht uns nochmal anfälliger für Infektionen.

Laut einer Forsa-Umfrage im Auftrag der TK (siehe TK-Gesundheitsreport 2021) ist die gefühlte Belastung durch Corona nach einem Jahr nochmal um 20% gestiegen. Während sich im März 2020 noch 35 Prozent der Befragten stark oder sehr stark von der Corona-Situation belastet fühlten, waren es diesen März 2021 bereits 42 Prozent. Als besonders belastend empfinden die befragten Menschen die fehlenden Treffen mit Freunden und Verwandten (89%), Angst, dass Angehörige oder Freunde an Covid erkranken (60%), die Schließung von Kitas und Schulen (59%) sowie den gestiegenen Stress am Arbeitsplatz (49%). Noch belastender ist die Situation für Menschen im Home Office, die Kinder haben. Hier geben 54% an, sich stark oder sehr stark durch die Situation belastet zu fühlen. Der allgemeine Krankenstand ist zwar laut Studie nicht gestiegen, allerdings sind psychische Erkrankungen mit 19,8 die Hauptursache für Krankschreibungen. Das kostet sowohl die Unternehmen als auch die Gesellschaft viel Geld und Kraft.

Auch eine Langzeitstudie der TU Chemnitz bestätigt: Die Batterien sind bei vielen Menschen leer. Die Möglichkeiten, die uns helfen, die Ressourcen wieder aufzuladen, fehlen oder sind begrenzt. Die ständigen Einschränkungen, Lockdowns, Absagen von Events, Schließungen von Freizeit- und Wellnesseinrichtungen und letztlich die Reduzierung der sozialen Kontakte zwingen uns, auf das zu verzichten, was uns sonst entspannen und wieder aufladen würde.

Was ist die Wahrheit?

Keiner von uns kann in die Zukunft blicken und sagen, was falsch oder richtig ist. Ich bin fest davon überzeugt, dass jeder aus seiner Perspektive heraus sein Bestes tut. Die Impfungen mögen helfen, die medizinischen Gefahren und Folgen einzudämmen. Doch mit den psychologischen Folgen von alldem werden wir genauso zu tun haben. Klar, wir können jetzt Schuldige suchen, anklagen, Fehler anprangern, und wir werden jede Menge Anlässe dafür finden – auf allen Seiten. Doch sollten wir vielleicht lieber die Situation anschauen und konstruktiv überlegen, wie wir gemeinsam und gut weiterhin da durchgehen können. Das, was gerade ist, lässt sich nur zum kleinen Teil ändern. Alles was wir tun sind Tropfen auf den heißen Stein.

Und dennoch ist es wichtig, dass wir immer wieder Wege suchen, um die eigene Resilienz zu stärken (siehe Blogartikel zum Thema „Resilienz„), die Batterien wieder aufzuladen, uns neu auszurichten und dabei die Lebensfreude und den Humor nicht zu verlieren. Wenn wir konstruktiv, optimistisch und innerlich stabil bleiben, dann tun wir nicht nur uns selbst einen Gefallen, sondern auch den Menschen in unserem Umfeld. Wie wäre es, wenn wir die Zeit und Energie, die wir verwenden, um unsere Meinung zu vertreten oder in Social Media herum zu diskutieren, anders nutzen? Zum Beispiel, um die Zuversicht zu stärken oder uns in Toleranz zu üben? Ich bin mir sicher, dass das einen Unterschied machen würde!

Und übrigens: sich ärgern schwächt das Immunsystem immens, Lachen stärkt das Immunsystem!

Mental überleben in verrückten Zeiten – vier Strategien

Hier findest du weitere Anregungen, die dir helfen können, gut, gesund, gestärkt und zuversichtlich durch die Zeit zu kommen.

  1. Den Fokus verändern

Die Meinungen in unserer Gesellschaft sind unterschiedlich und driften scheinbar immer weiter auseinander. Dennoch gibt es nie die eine Wahrheit, sondern sie hat immer verschiedene Perspektiven und für jeden andere Auswirkungen. Einzelbeispiele finden sich für jede Seite. Schwarz-Weiß-Denken bringt uns nicht mehr weiter, da die Welt nun mal komplex ist. Vielleicht vergessen wir so manches Mal, dass sowohl Wissenschaftler genauso wie Politiker, aber eben auch weise, spirituelle Gurus und Geistheiler sich manchmal eben einfach irren können!

Wäre es nicht sehr viel konstruktiver, wenn wir es endlich bleiben lassen, DIE eine Wahrheit zu finden und zu verstehen? Wenn wir selbstbestimmt handeln statt uns weiterhin ausgeliefert zu fühlen? Den Fokus verändern, trübe Gedanken loslassen? Folgende Maßnahmen können helfen:

  • den Konsum von (schlechten) Nachrichten reduzieren,
  • Dankbarkeit kultivieren (siehe das YouTube-Video dazu)
  • Dinge tun, die dir gute Laune machen
  • den Optimismus stärken
  • dir jeden Tag etwas Schönes vornehmen (siehe Blogartikel „Die 8 Gebote des Genießens“)
  • mit Hilfe von Lachyoga den Fokus Schritt für Schritt verändern
  • die Dinge nicht so ernst nehmen und humorvoll betrachten
  1. Ressourcen aufladen

Die Coronasituation macht immer deutlicher: Wir können nicht warten, bis die Krise vorüber ist. Vielmehr geht es darum, Resilienz zu entwickeln und die Fähigkeit zu stärken, in dieser Dauerstress-Situationen gelassener zu reagieren. Psychologen bezeichnen dies als „regeneratives Stressmanagement“. Hier hilft zum Beispiel:

  • regelmäßige Bewegung
  • in der Natur sein
  • Entspannungstechniken wie Yoga, Meditation oder Körperreisen (auf Soundcloud findest du geführte Entspannungsmeditationen mit mir…)
  • Humor und Lachen
  1. Den Geist füttern

Kennst du das auch? Du hast wahllos im TV gezappt oder warst eine Stunde auf Social Media unterwegs und hast hinterher das Gefühl, einfach nur sinnlos Zeit vergeudet zu haben? Klar ist es auch mal wichtig und gut, sich ohne irgendeinen Sinn „berieseln“ zu lassen. Aber auf Dauer stärkt es unsere innere Kraft und die Resilienz mehr, wenn wir Neues lernen, uns inspirieren lassen oder uns mit den tieferen Fragen des Lebens beschäftigen. Zum Beispiel:

  • In einem (online) Kurs etwas Neues lernen – eine Sprache, eine Technik, eine Methode
  • Dich fragen, was deine persönliche Aufgabe hier auf dem Planeten ist und was dein Beitrag für diese Welt sein könnte (in diesem Kurs findest du Inspirationen dazu)
  • Inspirierende Bücher lesen
  • Dich mit anderen über diese Themen austauschen
  1. Verbundenheit leben

Fehlende soziale Kontakte sind nicht nur der Hauptgrund für die psychischen Belastungen durch Corona, sondern tragen laut Glücksforschung auch dazu bei, dass Menschen im Alter krank (z.B. dement) werden und früher sterben. Es ist nicht nur für die Seele gut, sozial eingebunden zu sein, sondern auch ganz konkret für die körperliche Gesundheit – und somit für das Immunsystem. Auch hier gibt es viele Möglichkeiten, z.B.

  • Alte Freund:innen kontaktieren
  • Kurse belegen, in denen der Austausch über tiefe Themen Bestandteil ist
  • Dich lachend mit anderen Menschen verbinden
  • Mit einer Freundin / Freund spazieren gehen
  • Anderen Menschen helfen – laut Glücksforschung ist Engagement für andere einer der wichtigsten Glücksfaktoren – vielmehr als z.B. Wohlstand und Status (siehe Blogartikel zu „Engagement macht glücklich“)

Ich wünsche dir von Herzen, dass du weiterhin gut, entspannt und fröhlich durch diese verrückten Zeiten kommst!

Alles Liebe

Angela

 

P.S: du findest diese Anregungen hilfreich, weißt aber nicht so recht, wo du anfangen sollst? Dann komm in das SMILE-Programm und lass dich begleiten…

Skurrile Glückstipps

Die 10 skurrilsten Glückstipps

„Genieße den Tag!“…

…„denke nicht an gestern oder morgen.“ – „Lass einfach mal die Seele baumeln.“ Wer kennt sie nicht, all die schlauen Sprüche, die wir immer wieder lesen, von Facebook über Instagram bis hin zum Küchenkalender. Manchmal inspirieren sie uns zum inne halten und Perspektive wechseln. Manchmal ist das alles aber auch sehr platt. Und meist leichter gesagt als getan.

Am 20. März ist Weltglückstag. Da bietet es sich an, ein paar tolle Tipps, happy Hacks und wichtige Weisheiten zu verraten. Doch „genieße den Tag!“ kennen wir schon. Daher kommen hier 10 skurrile Glückstipps, die vielleicht nicht ganz so gewöhnlich sind. Viel Spaß damit!

1. Trinke grünen Tee

Beim Trinken von grünem Tee steigt die Konzentration der Neurotransmitter Dopamin und Noradrenalin, was eine stimmungsaufhellende Wirkung hervorruft. In grünem Tee ist die Aminosäure L-Theanin vorhanden. Diese verstärkt die Produktion von Dopamin und hilft dem Gehirn, in einen Zustand der Konzentration zu gelangen. Also ran an den Tee!

2. Stell dir vor, du bist das Glück

Frage dich, ob du gerne zu dir selbst zu Besuch kommen würdest, wenn du das Glück wärst. Du kannst dir auch einen Stellvertreter für das Glück benennen (einen kleinen Glücksbringer) und dich mit deinem „Glück“ unterhalten. Klingt abgefahren, aber funktioniert!

3. Sei nicht ständig glücklich

Hä, wie jetzt? Aber dafür lese ich das doch hier, magst du jetzt denken. Genau das ist ja das Paradoxe am Glück: Meist sind wir dann glücklich, wenn wir dem Glück NICHT hinterher rennen. Wie oft denken wir, „ich kann erst glücklich sein, wenn – die Beförderung, der perfekte Partner, das Wunschauto da ist – sprich, alles perfekt ist!“ Doch die Kunst des glücklich seins besteht darin, nicht immer glücklich sein zu müssen. Vielmehr gilt es, zu akzeptieren, dass eben auch negative Ereignisse und fehlerhafte Menschen zum Leben dazu gehören. Dann lebt es sich einfach entspannter.

4. Faulenze!

Moment mal – heißt es nicht immer, das Glück liege im Tun und man solle aktiv sein? Klar tut auch Bewegung gut. Doch genauso sollten wir uns mal Zeiten des Nichtstuns gönnen. Und zwar ohne auf das Smart Phone zu starren oder etwas „Nützliches“ zu tun. Das Gute dabei: solche entspannten Phasen nutzt unser Gehirn, um neue Energie aufzuladen und hinterher umso kreativer zu sein.

5. Lache laut und albern

Beim Lachen werden jede Menge Glückshormone ausgeschüttet. Selbst dann, wenn wir nur so tun als ob wir lachen und sich das Ganze ziemlich albern und seltsam anfühlt. Doch wer regelmäßig lacht, kann nachweislich besser mit Stress klar kommen und nimmt viele Dinge im Leben nicht so bierernst. Das gibt dem Leben einiges mehr an Leichtigkeit. Beim Lachyoga findet man Gleichgesinnte, um dies mal auszuprobieren.

6. Wühle im Dreck

Ab in den Garten oder auf den Balkon! In Erde – zum Beispiel Blumenerde – befinden sich reichlich Bakterien, die auf das Gehirn wie ein Antidepressivum wirken. Diese können dazu beitragen, dass vermehrt Serotonin ausgeschüttet wird und das Wohlbefinden steigt. Von diesen positiven Effekten berichten auch Studien mit Krebspatienten – diese verspürten danach mehr Lebensqualität.

7. Hab regelmäßig Sex

Gut, so überraschend ist diese Erkenntnis jetzt nicht. Aber Schweizer Psychologen der Universitäten Lausanne und Fribourg wollten es genau wissen, ob und warum Sex glücklich macht. Anhand einer großen Online-Umfrage in den USA fanden sie heraus, dass tatsächlich ein Zusammenhang zwischen regelmäßigem Sex und der Lebenszufriedenheit besteht. Doch Achtung an alle, die jetzt losziehen und jemanden abschleppen wollen: Einen nicht unerheblichen Anteil an diesem guten Gefühl hat laut Studie auch die durch den Sex entstandene Verbundenheit mit dem Partner sowie das Kuscheln und Reden danach. Schlechte Nachrichten also für alle One-Night-Stand-Liebhaber:innen.

8. Sei ordentlich

Laut Glücksexpertin Gretchen Rubin verleiht es uns innere Ruhe, wenn wir im Äußeren alles in Ordnung haben. Dazu gehören eben auch bestimmte Strukturen und Rituale im Alltag wie das Bett machen. Es gibt uns das Gefühl, die Dinge im Griff zu haben, verleiht uns mehr Selbstwertgefühl und somit auch mehr Zufriedenheit. Auch ordentliches Entrümpeln lässt erfahrungsgemäß nicht nur die Wohnung neu erblühen, sondern verschafft uns Klarheit und Zufriedenheit in der Seele.

 

9. Werde gemächlich

Dieser Tipp kommt übrigens vom Papst höchstpersönlich. Er rät dazu, langsamer zu werden und nennt dabei durchaus unkatholische Aktivitäten wie Yoga oder Meditation. Er empfiehlt, Stress zu vermeiden und gemütlicher zu leben. Und tatsächlich: es gibt Studien, die belegen, dass Gemütlichkeit das Leben verlängert. Hoffen wir also, dass der Papst sich nicht aufreibt bei all seinen Dienstpflichten und uns noch lange erhalten bleibt. Der nächste Tipp kommt ebenfalls vom Papst.

10. Lass die Jungen arbeiten

Wie, doch nicht faulenzen? Hier bezieht sich Franziskus wohl eher auf die Tatsache, dass viele junge Menschen arbeitslos sind und somit deren Selbstwertgefühl stark leidet. Er appelliert an alle Unternehmer:innen, Jobs für junge Menschen anzubieten. Man müsse ihnen zudem die Qualifikationen verschaffen, die sie in die Lage versetzen, „den Speck nach Hause zu bringen“ und die darin liegende Würde zu spüren.

Genereller Tipp obendrauf: Anderen Menschen etwas Gutes tun macht immer glücklich (siehe auch Blogartikel „glücklich machen macht glücklich“). Und vielleicht fällt dir ja auch etwas ein, womit du andere am Weltglückstag glücklich machen kannst. Auch dabei wünsche ich viel Spaß!

Was ist der Weltglückstag?

Mit dem „Weltglückstag„, den es seit 2013 gibt, haben die Vereinten Nationen anerkannt, dass Glück ein „grundlegendes Ziel für die Menschen“ ist. Sie betonen, dass „Fortschritt“ nicht nur Wachstum bedeuten sollte – sondern auch die Erhöhung von Glück und Wohlbefinden für die Menschen. Sie berufen sich dabei auf die drei Säulen „Soziales“, „Wirtschaft“ und „Umwelt“, die gleichsam wichtig sind. Auch bei den „17 Zielen für nachhaltige Entwicklung“ (2015 von den UN beschlossen) geht es nicht nur um Reduzierung der Armut, sondern auch um Wohlbefinden und Gesundheit, Frieden, Gerechtigkeit, Bildung und Nachhaltigkeit. Das kleine Land Bhutan macht es vor. Schon seit den 70er Jahren hat hier das „Bruttonationalglück“ vor dem Bruttosozialprodukt Priorität. Bereits die Schulkinder erlernen hier „Glückskompetenzen“ wie Achtsamkeit, Empathie und Meditation.

Weitere Glücklichmacher

Online-Kurs „Aktiviere dein inneres Glück“

Lachyoga-Workshop

Glückstipps auf Youtube

Endlich Ruhe! Digital Detox im Selbstversuch

Wie lange kann man es ohne Internet und Social Media aushalten? Früher ging es schließlich auch. Heute hat man schon ein komisches Gefühl, wenn man mal ausversehen das Handy liegen lässt oder dreht sogar nochmal um, um es zu holen. Viele Menschen bekommen Entzugserscheinungen und greifen verzweifelt immer wieder zum imaginären Handy, wenn sie es nicht dabei haben. Es fehlt ja auch der ständige Dopaminkick. Wäre es wirklich so schlimm? Ich möchte es mal ausprobieren. Zugegebenermaßen, mein Plan ist nicht allzu spektakulär: Ich habe mir den Urlaub dafür ausgesucht, um mal abzuschalten. „Digital Detox“, wie es so schön heißt. Und davon auch nur drei Tage.

Abschalten – doch wie?

Doch auch das will geplant sein. Was, wenn genau jetzt ein wichtiger Kunde mit dem Traumauftrag anruft? Eine Teilnehmerin sich nach einem Seminar erkundigen will? Oder mit meiner Mutter, Vater, Geschwistern oder sonstiger Verwandtschaft irgendetwas ist?

Ich wäge ab, dass die Wahrscheinlichkeit auf den Traumauftrag, den Lottogewinn oder den plötzlichen Herzinfarkt eines Verwandten zwischen Freitag- und Montagvormittag relativ gering ist. Genauso wie alle anderen Anfragen bis Montag warten können. Für meine WhatsApp-Freunde ändere ich meinen Status in „bin grad offline“. Für sonstige Eventualitäten beschließe ich, einmal am Abend kurz mein Handy vom Flugmodus in den normalen Modus zu wechseln – ohne Paketdaten. Nun aber wirklich ab in den Flugmodus! Am liebsten würde ich ganz abschalten – aber das geht nicht, weil ich es ja im Urlaub zum Fotografieren brauche. Der normale Fotoapparat liegt zu Hause.

Am ersten Tag vermisse ich nichts – ich ertappe mich nur hier und da, auf einem Ausflug ständig nach Instagram-tauglichen Fotomotiven zu suchen. Ganz schön stressig. Abends, als ich im Bett liege und den Tag Revue passieren lasse, werde ich irgendwie traurig. Nicht, weil mir Facebook fehlt oder ich mir den Kopf zerbreche, was ich alles gerade auf Instagram und co. verpasse. Sondern im Gegenteil: Mir wird schmerzlich bewusst, wie überflüssig das alles ist. Hat diese ganze Selbstdarstellung und Selbstprofilierung noch mit uns selbst als Mensch zu tun? Wer soll das alles lesen? Müssen wir wirklich so viel Zeit mit Facebook, Instagram, Xing, Twitter, Flickr, Youtube und co. verbringen? Und vor allem: macht uns das glücklich? Psychologen wissen, dass das Gegenteil der Fall ist: Wir vergleichen uns mit den tollen Erlebnissen der anderen und kommen dabei zwangsweise zu kurz. Denn wer ist schon im Dauerurlaub, geht immer auf tolle Konzerte oder ist ständig frisch verliebt? Den schnöden Alltag der Leute, das kämpfen, scheitern, die Leere, die Langeweile kriegen wir nicht mit.

Nicht nur das: die digitalen Medien kosten uns Zeit, rauben uns die Konzentrationsfähigkeit und vermutlich auch einige Gehirnzellen. Viele Menschen können zudem immer schlechter schlafen, weil sie gerade in den Abendstunden noch mit digitalen Medien beschäftigt sind. Eine Studie, die von Microsoft unter Kanadiern durchgeführt wurde, bestätigt Beängstigendes:

  • Menschen verbringen täglich 11 Stunden mit digitalen Medien
  • Sie werfen im Schnitt 253 Blicke täglich auf das Handy
  • 44% haben Schwierigkeiten, sich auf eine Sache zu konzentrieren.
  • Insgesamt sinkt die Aufmerksamkeitsspanne: Menschen können 8 Sekunden bei der Sache bleiben – ein Goldfisch 9 Sekunden.

In Deutschland ist es noch nicht ganz so schlimm, aber auch hier verbringen Menschen zweieinhalb bis drei Stunden täglich mit Social Media, gerade jüngere Leute.

Ist „Digital Detox“ ein Ausweg?

Da liegt es nahe, einfach mal das Smart Phone abzuschalten und zu „fasten“. Macht das Sinn? Experten sagen, dass es jedoch nicht reicht, einmalig länger abzuschalten und danach so weiterzumachen wie vorher. Viel wichtiger sei es, sich regelmäßige Auszeiten zu nehmen, mal ohne Handy spazieren zu gehen oder bei Verabredungen nicht auf das Gerät zu starren, sondern sich dem Gegenüber zu widmen. Sie betonen aber auch: Social Media an sich müssen nicht unglücklich machen. Sondern es kommt darauf an, wie man sie nutzt – man kann sie einsetzen, um Hetze zu betreiben oder einen Spendenaufruf zu tätigen, um zu verblöden oder sich weiterzubilden.

Ich finde es klasse, dass ich dank Facebook Kontakte mit Menschen in aller Welt pflegen kann, die ich kennengelernt habe. Doch ich merke, dass die Relationen nicht mehr stimmen: Muss ich wissen, wo entfernte Bekannte gerade im Urlaub sind und welche Cocktails sie dort schlürfen? Welchen Sandburgenbau-Wettbewerb die Kinder gewonnen haben, ob die Katze getanzt oder der Hund gesungen hat? Während ich andererseits nicht mal die Zeit finde, meine besten Freundinnen „live“ zu sehen? Da stimmt doch was nicht. Am zweiten Detox-Tag nehme ich mir vor, ganz bald meine Freundin zu besuchen, die ich lange nicht gesehen habe.

Achtsamkeit und digitale Welt – passt das zusammen?

Zum Glück findet jeder Wahnsinn auch irgendwann einen Gegentrend. So entstehen Trends, dass moderne Menschen nicht nur vegan, ökologisch, biologisch und fair leben wollen, sondern auch „low digital“. Da wird zum Beispiel vor Meetings in einigen Unternehmen eine Minute in Stille inne gehalten und bewusst geatmet. Da wird empfohlen, statt ein Selfie zu machen, lieber in die Ruhe zu kommen, in sich hinein zu fühlen, wie es einem geht und wo man gerade steht.

Atem, Yoga, Achtsamkeit – alles nichts Neues und dennoch aktueller denn je. All diese Methoden helfen uns dabei, „low digital“ umzusetzen. Zumindest hat man beim Yoga einen Anlass, abzuschalten. Besser noch, wenn es dabei nicht bleibt. Im Café, beim Treffen mit Freunden oder beim Spielen mit dem Kind könnte man es ebenfalls ausprobieren. Übrigens: es gibt bereits Apps, die „low digital“ unterstützen. Da sieht man dann abends, wie oft man online war. Verrückte Welt, aber vielleicht hilft es ja.

Am dritten Digital Detox Tag nehme ich vor, „low digital“ mehr in meinen Alltag zu integrieren. Auch wenn es nicht so leicht fällt wie ich dachte. Nicht weil ich selbst nicht klar komme. Sondern weil die anderen ja auch mit Smart Phone leben –  und das dann eben auch von mir erwarten. Dazu ist das Smart Phone schon so sehr Bestandteil des Alltags geworden – von der Einkaufsliste über den Wecker, Kalender, Taschenlampe, Notizbuch, Rechner bis hin zu Google Maps.

Wie konsequent soll es sein?

Das wurde mir in meinem drei-tägigen Urlaubs-Detox sehr bewusst: Eine Fahrradtour mit unseren Freunden und den Kindern stellte sich als um einiges länger heraus als geplant, so dass letztere irgendwann streikten. Na gut, Detoxbruch Nr. 1: Ich schalte den Flugmodus aus, rufe meinen Partner an, der eh als „Besenwagen“ eingeplant war und bitte ihn, die Kinder mit dem Auto abzuholen. Doch er findet uns nicht, während wir irgendwo bei Hitze in einem abgelegenen Feld zwischen Molkerei und Tulpenfeld sitzen. Hmmpf, es hilft ja alles nichts –  Detoxbruch Nr. 2. Ich schalte die Paketdaten an, sende ihm per WhatsApp unseren Standort, und innerhalb von wenigen Minuten ist er da und sammelt drei erschöpfte, aber glückliche Kinder ein. Ein Hoch auf das Smart Phone! Und ein Hoch auf die Möglichkeit, es auch mal auszuschalten.

Digital Detox – mein persönliches Fazit

Abgesehen von diesem kleinen geschummelten „Notfall“ habe ich aber auch viele schöne Dinge erlebt und erfahren: Mehr entspannte Phasen, mehr Ideen und Kreativität, gute Gespräche mit den Freunden und der Familie (sofern diese auch mal ihr Smart Phone weggelegt haben), in Ruhe ein Buch lesen, den Kindern beim Sandburgen bauen zuschauen (ohne ein Bild zu posten!) und einfach nur auf die Wellen schauen. Der Urlaub ist schnell vorbei. Bereits auf der Rückfahrt erlaube ich mir, wieder einzuschalten und die ca. 100 neuen WhatsApp Nachrichten zu überfliegen. Nichts Wichtiges – vieles aus Gruppen, kaum etwas Persönliches. Ein lieber Freund hatte sich Sorgen gemacht – weil er vergeblich versucht hatte, mich auf verschiedenen Kanälen zu erreichen. Irgendwie schön zu wissen.

Wenn du diesen Blog auf deinem Smart Phone oder Tablet bis hierhin gelesen hast – egal wo du gerade bist – dann atme einmal tief durch, halte inne und lass vor deinem inneren Auge die Menschen erscheinen, die dir wirklich wichtig sind. Denn wenn du mal traurig, angeschlagen, deprimiert oder in Not bist, dann werden nicht deine Facebook-oder Insta-Follower für dich da sein – sondern die Menschen, mit denen du echte, wertvolle und erfüllende Zeit verbracht hast.

Namasté Angela

 

7 Tipps für „Low Digital“ – das empfehlen Experten

  1. Eingewöhnung: mal ein bis drei Tage ganz verzichten – es ist einen Versuch wert
  2. Handyfreie Zonen einrichten: Raus mit dem geliebten Knochen – vor allem aus dem Schlafzimmer! Denn allein der kurze Smart Phone Check kurz vor dem Einschlafen kann einem den letzten Schlaf rauben.
  3. Handyfreie Zeiten einplanen – beim Essen mit der Familie oder Freunden, bei Verabredungen, beim Spaziergang im Wald – da geht’s sicherlich auch mal ohne.
  4. Im Ungewissen bleiben – wie hieß noch gerade der Schauspieler, der damals…? Kaum hat man in geselliger Runde eine solche Frage gestellt, werden die Handys gezückt, Siri, Google und co. befragt. Warum nicht mal etwas herumraten und sich freuen, wenn es einem auch so irgendwann einfällt?
  5. Live statt Video- wie oft werden wir bei Treffen mit Freunden gedrängt, uns mal eben kurz die letzten Urlaubsbilder oder das neueste lustige Video anzuschauen. Ist das wirklich nötig, wenn man sich eh selten sieht und sich vielleicht viel wichtigere Themen zu erzählen hat?
  6. Benachrichtigungen ausschalten – mindestens auf stumm schalten, besser noch die Anzeige von neuen Nachrichten ausschalten – so sinkt mit der Zeit die Versuchung, ständig zu schauen, was es Neues gibt. Ist vielleicht gewöhnungsbedürftig, aber garantiert stressfreier.
  7. Zurück zu analog – nimm die Taschenlampe, Stift und Papier, einen Wecker oder gar einen Stadtplan – und wenn du mal deine AirBNB-Unterkunft oder die Blabla-Car nicht findest, dann frage einfach jemanden nach dem Weg ;-).

 

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Von innen nach außen – wir erleben, was wir denken

Kennt ihr solche Tage, an denen man gerade eine blöde Nachricht oder gar eine „Hiobsbotschaft“ erhalten hat? Vielleicht nur eine Kleinigkeit, aber trotzdem ärgerlich: der Bußgeldbescheid, die Steuernachzahlung, die fällige Reparatur des Autos. Ich erhielt zum Beispiel neulich bei meiner Zahnärztin die Nachricht, dass aufgrund eines „Problemzahns“ demnächst eine nicht unerhebliche Summe auf mich zukommen wird. Klar, es ist „nur“ Geld. Aber irgendwie fällt es mir nach dieser Nachricht trotzdem schwer, weiter gut gelaunt durch den Tag zu gehen. Draußen macht sich zum ersten Mal der Frühling bemerkbar, die Sonne scheint, die Vögel jubilieren wie noch nie in diesem Frühjahr.

Doch mein Geist ist getrübt, und nichts vermag mich in diesem Moment aufzuheitern. Wo ich doch eigentlich wissen müsste, wie es geht, in gute Laune zu kommen. Früher hätte ich mir dafür noch zusätzlich Vorwürfe gemacht. Mittlerweile weiß ich, dass es manchmal einfach Momente gibt, in denen man sich die schlechte Laune erlauben sollte. Ich registriere es also, beobachte mich selbst dabei und denke mir: Okay, mal wieder eine Bestätigung dafür, wie sehr die innere Einstellung darüber entscheidet, wie man die Welt sieht und erlebt.

Unser Umfeld als Spiegel des inneren Zustands

In der Yogatradition geht man schon lange davon aus, dass der Zustand des Geistes darüber entscheidet, wie wir die Außenwelt wahrnehmen. Mit „Geist“ bezeichnet man hier das Feld in uns, auf dem sich Wahrnehmung, Erinnerungen, Gefühle, Empfindungen, Gedanken und Phantasien abspielen. Ziel von Yoga und Meditation ist es dementsprechend, den Geist in einen Zustand zu bringen, in dem wir alle vorgeprägten Bewertungen und Gedankenmuster loslassen können.

Aus heutiger Sicht wissen wir zudem: von den Millionen von Bits an Informationen, die pro Sekunde auf uns einprasseln, nimmt unser Gehirn nur 0,0004% bewusst auf. Doch wie wählt unser Gehirn die Informationen aus? Entsprechend unserer unbewussten Fragestellungen. Auch hier bestätigt sich also: Wir erleben die Welt so, wie wir darüber denken. Die alten Yogis liegen wohl richtig: Offenbar macht es keinen Sinn, ständig an den Rahmenbedingungen herum zu schrauben, solange wir nicht beginnen, an unserer inneren Denkweise – dem Geist – etwas zu verändern.

Der Fokus ist entscheidend

Denn wenn wir den Fokus auf Liebe, Freude und Dankbarkeit richten, dann verändert sich nicht nur unsere Sichtweise, sondern auch das, was wir erleben. Unser Gehirn und dessen Synapsenverbindungen sind in ständiger Veränderung und Anpassung. Doch damit neue Verdrahtungen entstehen können, sind besondere Eiweißmoleküle erforderlich. Diese werden dann freigesetzt, wenn wir Begeisterung erleben oder emotional berührt sind. Also über das Erleben, das Tun, das Gefühl. Auch hier können wir uns der traditionellen Techniken aus dem Yoga bedienen, um den Fokus immer mehr auf Freude, Liebe, Dankbarkeit und Glück zu richten.

Drei Tipps, um die Synapsen im Gehirn neu zu verdrahten

1. Meditation praktizieren

Komm in die Stille, nimm die düsteren Gedankenwolken (z.B. „Hiobsbotschaften“) wahr, aber lasse sie vorüberziehen. Meditation bringt dich in einen Bewusstseinszustand, in dem du negative wie positive Dinge annehmen kannst, ohne dass sie dich zu sehr runterziehen. In Studien hat man zudem festgestellt, dass Menschen, die regelmäßig meditieren, ein besseres Wohlbefinden, geringere Ängste und ein stärkeres Immunsystem haben.

2. Begeisterung leben

Es sind die „Glücksmomente“, die unsere Begeisterung entfachen, unsere Emotionen wecken und für neue Verdrahtungen im Gehirn sorgen. Also die vielen kleinen wunderbaren Momente, die wir kultivieren und erleben können, auch unabhängig von den äußeren Umständen. Die Erfahrung zeigt: je mehr wir sie wahrnehmen, umso mehr davon erleben wir auch.

Wann warst du das letzte Mal albern, begeistert, übermütig, verrückt, voller Freude? Wirkliche Begeisterung haben viele von uns verlernt. Wir haben gelernt, uns zu beherrschen und vernünftig zu sein. Um wieder mehr Begeisterung zu leben, hilft auch ein so tun als ob, oder einfach zu sein wie die Kinder. Eine weitere gute Möglichkeit, Begeisterung regelrecht zu trainieren, ist die Teilnahme am Lachyoga. Hier findest du offene und neugierige Menschen, die es sich gegenseitig und gemeinsam erlauben, mal ausgelassen zu sein. Der geniale Spielplatz für Erwachsene!

3. Herzensaufgabe entdecken

In jedem von uns brennt eine kleine Flamme, unser Potenzial, unser Beitrag für die Welt, den wir zum Ausdruck bringen wollen. Wenn wir uns dessen bewusst werden und erkennen, wo wir hingehören, dann ist dies mit einer tiefen emotionalen Erfahrung verbunden. Wenn wir dann weiter unserer „inneren Sehnsucht“ folgen, dann richtet unser Gehirn den Fokus automatisch auf alle Erfahrungen, die uns auf diesem Wege weiter bringen. Für Jammern und Grübeln bleibt dann kein Platz mehr.

Annehmen, was ist

Natürlich: Hiobsbotschaften wird es immer mal geben. Genauso wie „Arschengel“ oder Menschen, die einem das Leben schwer machen. Oder auch Wut, Ärger, Trauer und Verzweiflung. Solange wir dagegen ankämpfen oder uns selbst Vorwürfe machen, wird es nur noch schlimmer. Wenn wir allen Gedanken und Gefühlen erlauben, da zu sein, verlieren sie ihre Bedrohlichkeit, und unser Grundvertrauen wächst. Wir können einen Sinn darin sehen und die Ressourcen aktivieren, die wir brauchen, um die Verdrahtungen im Gehirn neu auszurichten – auf Liebe, Freude und Dankbarkeit.

Dabei wünsche ich dir viel Erfolg!

Namasté, Angela

 

P.S: Du möchtest intensiver in das Thema hinein gehen, noch mehr Anregungen und konkrete Übungen an die Hand bekommen, um deinen Geist, die innere Einstellung zu verändern? Dann ist vielleicht der Online-Kurs „Aktiviere dein inneres Glück und leuchte!“ interessant für dich. Einstieg jederzeit möglich!

 

Glücksgedanken für die Woche

  • Der Zustand unseres Geistes entscheidet darüber, wie wir die Welt erleben
  • Das Gehirn nimmt von den vielen Sinneseindrücken das bewusst wahr, was unseren Gedankenmustern entspricht
  • Veränderung geschieht von innen nach außen
  • Die Verdrahtungen im Gehirn können jederzeit neu verknüpft und auf Freude programmiert werden: durch Meditation, sich in die Welt einbringen und das Entfachen von Begeisterung.

 

Zitat

„Im höchsten Zustand der Erkenntnis basiert das Wissen eines Menschen nicht länger auf Erinnerungen oder Schlussfolgerungen. Sein Wissen ist spontan und unmittelbar und von außerordentlicher Qualität und Intensität.“ Aus dem Yoga Sutra des Patanjali

Finde dein Warum – das innere Feuer entfachen

Wie ich im vergangenen Jahr meine neue Ausrichtung neu fokussiert habe: 5 Tipps, wie du dich ausrichten und die Basis für deine Ziele und Träume schaffen kannst

Manchmal kann man sich dem Wind der Veränderung einfach nicht entziehen –  auch wenn man am liebsten in der alten Komfortzone verharren würde. Bei mir war es Anfang 2018 soweit: Obwohl ich seit über 12 Jahren begeistert Seminare gebe, merkte ich, dass Veränderung her musste. Ich war schon länger auf der Suche nach einer Möglichkeit, all die vielseitigen Themen, die ich anbot – von Lachyoga, Stress-Management, Persönlichkeitstraining bis hin zum Yoga – zu fokussieren.

Doch das ist nur die eine Seite der Medaille. In meiner Arbeit mit Menschen, die aus der Krise wieder in die Lebensfreude hinein finden wollen oder auch selbst als Trainer aktiv werden wollen, habe ich immer wieder eins festgestellt: Entscheidend ist nicht die Frage: ist alles perfekt? Bin ich gut genug? Mache ich alles richtig? Sondern entscheidend ist die Frage: was treibt mich an? Wofür lohnt es sich, jeden Morgen aufzustehen? Was bringt meine Augen zum Leuchten? Wofür brenne ich?

Ich stellte fest: diejenigen meiner Teilnehmer, die mit innerer Motivation an die Sache heran gingen, verwirklichten mit vollem Herzen ihre Träume und blieben dran. Sie waren offen und ließen sich auf das Abenteuer mit sich selbst ein, trotz aller Widerstände und Hürden. Diejenigen, die nur ihre äußere Hülle aufpolieren wollten, entzogen sich, sobald wirkliche Veränderung anstand. Dies konnte ich immer wieder beobachten, egal ob es dabei um private Träume oder berufliche Projekte ging.

So habe auch ich mir in regelmäßigen Abständen die Frage nach meiner inneren Ausrichtung, dem „Warum“, gestellt. Dies wieder ganz besonders und intensiv im letzten Jahr 2018. Daraus wurde ein Abenteuer, das ich mit dir teilen möchte – so, dass du an diesem Weg teilhaben und auch selbst davon profitieren kannst. Diese 5 Schritte haben mir persönlich dabei geholfen:

1. Schritt: Eine Entscheidung treffen

Am Anfang steht immer die Entscheidung, sich zu verändern. Vielleicht aus Leidensdruck, vielleicht aus dem Wunsch heraus, sich weiterzuentwickeln. Mit dieser Entscheidung übernehmen wir die volle Verantwortung für unser Glück. Keine Ausreden mehr, kein „die äußeren Umstände ermöglichen es nicht“. „Selbstwirksamkeit“, so nennt man in der Resilienzforschung die Fähigkeit, etwas selbst zu gestalten und das Wissen darüber, dass dies für uns möglich ist.

Wenn du also irgendeinen Wunsch, ein Projekt oder einen Traum hast: triff zuerst die klare Entscheidung, es durchzuziehen! Die äußeren Umständen werden von da an nicht mehr gegen dich arbeiten, sondern dich unterstützen.

2. Schritt: Infos sammeln

Das, wofür du brennst, kommt von innen, aus dem Herzen heraus. Doch um diese innere Motivation wirklich freizuschaufeln und im Außen zum Ausdruck zu bringen, hilft es, sich Inspirationen zu holen.

In meinem Fall sah das so aus, dass ich alle Informationen aufgesaugt habe, die ich nur kriegen konnte – zu den Themen persönliches Wachstum, Glück, Gehirnforschung, Resilienz, Lebensfreude, Yoga, aber auch zu Marketing und Unternehmertum. Nie war es einfacher als in der heutigen Zeit: ich habe mir Youtube-Videos reingezogen, Off- und Online-Kurse besucht, an Webinaren teilgenommen und so viele Bücher gelesen, wie es mit Kind und Familie nur irgend vereinbar war. Dabei habe ich meine wichtigsten Anregungen für den weiteren Weg erhalten.

Ein wichtiger Meilenstein war dabei ein Interview von Coach Veit Lindau mit dem Chef der Hotelkette Upstalsboom, Bodo Janssen. Letzterer sagte darin den Satz „ich möchte Menschen glücklich sehen“. Und plötzlich war mein Warum klar: Ich möchte dazu beitragen, dass Menschen glücklich sind, dass sie wieder in ihre Freude kommen. Denn egal ob es um Lachyoga geht oder um andere Themen: das ist letztlich das, was ich in meinen Seminaren vermitteln kann – wie Menschen Lebensfreude erfahren, wieder unbeschwert sein können. 

Wenn du also für irgendein Thema, irgendeine Sache brennst, die vielleicht noch nicht so recht Form annehmen will: sammle Infos zu allem, was dich interessiert, und irgendwann wird sich etwas herauskristallisieren.

3. Schritt: sacken lassen und nach innen lauschen

Es ist gut, in Aktion zu kommen und loszulegen auf dem Weg. Aber es ist genauso wichtig, immer wieder in sich hinein zu horchen, ob die Richtung stimmt. Das geht am besten in der Stille. Dafür muss man nicht in den Himalaya gehen und sich monatelang meditativ zurück ziehen, sondern es reichen 11 Minuten am Tag, um zu meditieren und die Seele zu befragen. Die inspirierendsten Top-Manager und Führungskräfte der Wirtschaftswelt meditieren regelmäßig. Die Forschung bestätigt, dass regelmäßige Meditation die Gehirnstrukturen verändert – hin zu einer gelassenen und zufriedenen Lebenseinstellung.

Mir selbst hat dabei am besten die Seelenmeditation geholfen. Sie dient dazu, Gedanken abzuschalten, in die Essenz der Seele zu schauen und Antworten auf aktuelle Fragen zu bekommen. Wann immer ich in die Stille gegangen bin, ist Vertrauen entstanden – in mich selbst und in meine Projekte. Oft sind auch viele neuen Ideen entstanden – und schließlich mein Projekt „Happiness.Community“.

4. Auf das Ziel fokussieren

Wenn du das „Warum“ gefunden hast, dann kannst du alle Energie darauf ausrichten. Das heißt nicht, dass du alles andere an den Nagel hängen musst. Im Gegenteil, ein solches „inneres Feuer“ kann dir auch wieder Kraft für alles andere geben und die „Alltagsroutine“ in neuem Licht erscheinen lassen. Allerdings: das heißt noch nicht, dass sofort alles perfekt läuft.

Bei mir ist es ein ständiger und fortlaufender Prozess des Lernens, Wachsens und der ständigen Kurskorrektur. Ich tue viel – aber ich weiß, wofür ich es tue: Weil mein Herz dafür brennt und meine Seele mir gut zuredet. Weil ich Menschen dazu inspirieren möchte, ihren Weg zu gehen und ihre Träume zu leben. Nicht ganz uneigennützig: denn wenn ich das bewirken kann, dann macht es mich selbst glücklich. 

5. Loslaufen

Wenn also die Basis stimmt, dann kann der Weg beginnen. Und der wird garantiert nicht langweilig. Aber er wird Spaß machen. Der Rest wird eine Mischung sein aus inne halten, den Kurs überprüfen, genügend Pausen machen, sich neu fokussieren und darauf vertrauen, dass die richtigen Wegbegleiter und Anregungen zur richtigen Zeit da sein werden. 

Ich wünsche auch dir viel Freude und Klarheit auf deinem Weg! 

Namasté – Angela

 

Ausblick

Wenn du derzeit den Wunsch hast, etwas zu verändern, deine innere Sehnsucht zu entdecken oder eine Basis für deinen weiteren Weg zu schaffen, dann komm in das SMILE-Programm und mach jetzt den Happiness Check…

 

Happiness Gedanken

  • Egal ob es um ein berufliches Projekt geht oder um persönliche Wünsche und Träume – die innere Motivation ist entscheidend
  • Wenn dein inneres Feuer entfacht ist, kann es dich auch für andere Lebensbereiche motivieren
  • Lass dich inspirieren, sammle Infos, lerne und wachse kontinuierlich
  • Gehe in die Stille und lausche in dich hinein, wo es lang geht
  • Fokussiere dich und laufe los!

Happiness.Community

Hier gibt es Anregungen und Austausch für mehr Lebensqualität, Lebensfreude, Glück und Gelassenheit. Sei dabei und sorge dafür, dass es dir und deinem Umfeld gut geht. Denn so können wir einen Unterschied machen.