Der Tod: dein Freund und Berater

Liebes Leben, es reicht!

Hast du dir schon mal gewünscht, du wärst nicht mehr am Leben? Dann wäre dieser ganze Stress endlich vorbei, du hättest Ruhe, keine Probleme mehr, würdest nicht immer wieder gegen die gleiche Wand rennen und daran verzweifeln? Ich hatte solche Momente – nicht oft, aber dann durchaus ernsthaft – so zumindest aus meiner damaligen Sicht in den schwärzesten Momenten meines Lebens.

Das Erstaunliche war jedoch dabei, dass genau in solchen schwarzen Momenten der Gedanke an den Tod für mich irgendwie tröstlich schien. Selbst an den schlimmsten Tiefpunkten meines Lebens habe ich innerlich geahnt: Schlimmer kann es kaum noch werden. Und irgendwas wird vielleicht doch noch kommen, für das es sich lohnt weiterzumachen. Letztlich wäre es ja vielleicht auch langweilig, jetzt schon tot zu sein und die Irrungen und Wirrungen des Lebens nicht mehr weiter zu erleben. Mal abgesehen davon, dass ich gar nicht gewusst hätte, wie ich das hätte anstellen sollen, war ich also trotz meiner düsteren Gedanken immer noch weit genug entfernt davon, mich freiwillig aus dem Leben zu verabschieden.

Tod: Tabu und Faszination zugleich

Das Thema „Tod“ ist neben dem Thema „Geld“ eines der ambivalentesten Themen überhaupt. Einerseits wollen wir uns am liebsten gar nicht damit befassen und es einfach wegschieben. Ungern reden wir darüber, und wenn, dann nur mit tiefster Betroffenheit und Befangenheit. Andererseits scheint die Angst vor dem Tod so präsent zu sein wie selten zuvor. Bei wem sind sie nicht im Kopf tief eingebrannt, die Bilder der Pandemie: von Totentransportkolonnen per Militär bis hin zu improvisierten Leichenhallen in Zelten. Viele von uns werden plötzlich zu Hobby-Statistikern, machen Hochrechnungen und studieren die Zahlen, um irgendwie noch irgendwo etwas glauben zu können: Sterberaten von Toten ohne Impfung, trotz Impfung, durch Impfung oder sonstige Nebenwirkungen. All das sicherlich auch aus einer tiefen Sehnsucht heraus, etwas unter Kontrolle zu behalten, was wir nicht kontrollieren können: nämlich die Frage, wann wir sterben. Und was danach kommt. Diese Unsicherheit scheint uns verrückt zu machen, lässt uns ins Bodenlose fallen und schier verzweifeln.

Der Wunsch nach Kontrolle, nach Sicherheit, hat manchmal traurige Folgen: manche Menschen sterben schon vor ihrem Tod. Dabei sollten wir doch nie vergessen: Es gibt ein Leben vor dem Tod. Und dieses wird paradoxerweise nochmal viel lebenswerter, wenn wir den Mut haben, uns mit dem Tod zu beschäftigen. Doch wie können wir uns dem Thema Tod liebevoll nähern, Freundschaft schließen, den Tod als Teil des Lebens anerkennen und vielleicht sogar wertschätzen? Ich möchte hier aus den unendlich vielen Aspekten, die das Thema mit sich bringt, nur drei kleine Erkenntnisse teilen, die mir persönlich geholfen haben, den Tod nicht mehr als bedrohliches, dunkles schwarzes Loch zu fürchten, sondern als einen der besten Lebensberater anzusehen, der auf unserer Seite ist und das Beste für uns will.

1. Gut, dass wir sterben!

Würdest du unsterblich sein wollen? 500 Jahre, 1.000 Jahre, 10.000, eine Million Jahre oder gar ewig leben? Wäre es nicht eher ein Fluch als ein Segen? In dem Film „Highlander“ geht es um einen „Unsterblichen“, der am Ende als „Belohnung“ schließlich doch alt werden und sterben darf.

Auch im Hinduismus besteht das höchste Ziel darin, den Karma-Kreislauf der Wiedergeburten irgendwann so durchlaufen zu haben, dass man in das ewige Nirvana eintreten darf und nicht nochmal eine Runde drehen muss.

Genau wie Tag und Nacht, Licht und Schatten, Sommer und Winter, Glück und Unglück gehören Tod und Leben zum Kreislauf des Werdens und Vergehens dazu und sind ohneeinander nicht denkbar. Das Wissen um unsere Endlichkeit motiviert uns, Ziele zu formulieren, unsere Träume zu verwirklichen, etwas Besonderes zu erleben und das kostbare Leben zu wertschätzen und zu genießen.

2. Der Tod: dein bester Berater

„Jeder will alt werden, aber keiner will es sein“. Martin Held

Bist du auch schon in einem Alter, in dem du bereits von ehemaligen Klassenkamerad:innen oder Kolleg:innen mitbekommen hast, dass sie inzwischen gestorben sind? Und warst du in dem Moment vielleicht dankbar, dass es noch nicht dich erwischt hat? Egal wie schwer oder anstrengend dein Leben gerade ist? Vielleicht hast du dir auch gedacht, „ach, warum arbeite ich eigentlich so viel, wenn ich eines Tages eh sterbe?“ Vielleicht bist du einen Tag später wieder zum Alltag übergegangen und hast nicht weiter darüber nachgedacht. Aber immerhin – in dem Moment haben sich vermutlich viele deiner kleinen Alltagsproblemchen relativiert. Tod sei Dank. Der Tod lehrt uns Dankbarkeit.

Doch es geht darüber hinaus. Der Tod kann uns bei schwierigen Entscheidungen ein guter Berater sein. Wenn sich Weggabelungen im Leben auftun, dann kann es hilfreich sein, sich gedanklich an das Ende des Lebens zu versetzen und aus dieser Perspektive heraus auf das Leben zu schauen. Das schärft den Blick für die wesentlichen Fragen.

Nicht ohne Grund ist das Buch „5 Dinge, die Sterbende am meisten bereuen“ von Bronnie Ware zum Bestseller geworden. Darin haben Menschen, die tatsächlich am Ende des Lebens standen, vielen die Augen geöffnet über das, was wirklich wichtig ist. Zum Beispiel mutig zu sein, statt alles perfekt machen zu wollen. Lieber mal Neues zu probieren als in eingefahrenen Bahnen stecken zu bleiben. Und mehr Zeit mit Freunden und Familie zu verbringen als unbedingt Karriere machen zu wollen. Diese Erkenntnisse sind für uns alle aufschlussreich. Diese Menschen hatten keine Chance mehr, ihr Leben zu ändern – wir haben sie noch. Eine gedankliche Reise an das Lebensende kann uns dabei unterstützen, am Ende nichts zu bereuen. Nicht das was wir getan haben und auch nicht das, was wir nicht getan haben.

3. Ohne Tod kein Leben

Alles in diesem Universum scheint ein Kreislauf zu sein – von entstehen und vergehen, von Jahreszeiten, Planeten, Lebewesen, Pflanzen – im Kleinen wie im Großen. Alles ist Energie. Letztendlich verschwindet nie etwas aus unserem gesamten System, sondern verändert nur seine physikalische Form. Selbst unser menschlicher Körper wird zu Erde oder Asche und geht wieder in den Naturkreislauf hinein. Soweit zur materiellen Ebene.

Doch was ist mit der seelischen Ebene? Warum wissen wir nicht, was vor der Geburt war und was nach dem Tod sein wird? Darüber zerbrechen sich vermutlich die Menschen den Kopf, seitdem es uns gibt. War unsere Seele vorher auf anderen Planeten? Wie oft haben wir schon hier gelebt, oder vielleicht auch woanders? Werden bestimmte „Aufgaben“ oder „Themen“ von Generation zu Generation weitergegeben, so wie wenn bei einem Staffellauf der Stab übergeben wird?

In der neueren Wissenschaft der „Epigenetik“ gibt es immer mehr Erkenntnisse darüber, dass sich unser Erbgut durch verschiedenste Erfahrungen (Stress, Erfahrungen, Ernährung, Umwelteinflüsse oder auch Traumata) verändert und wir dies in unseren Genen entsprechend speichern. Je nachdem, wie wir imstande sind, Traumata einzuordnen, „aufzulösen“ oder möglicherweise aber auch daran zerbrechen, geben wir diese Prägungen an die nächsten Generationen weiter. So wird es für viele Therapeuten und Coaches immer wichtiger, auch Erfahrungen aus vorherigen Generationen sowie kollektive Aspekte einzubeziehen. Ich selbst habe bei systemischen Aufstellungen schon an verschiedenen Beispielen erlebt, wie einschneidend die Erfahrungen aus der deutschen Teilung und erst recht aus dem Dritten Reich selbst für unsere Generation noch sind.

Dennoch gerät die Wissenschaft beim Thema Tod auch an ihre Grenzen. Hinter diesen Grenzen des Wissens bleibt nur noch ein Raum, den wir mit etwas anderem füllen können. Mit unserem Glauben, dass da mehr ist, mit dem Glauben an einen „Gott“, die „höhere Weisheit“, das „Universum,“ oder das „Alleins“. Oder schlichtweg mit dem Vertrauen darauf, dass das Ganze hier doch am Ende irgendwie irgendeinen Sinn hat.

Um mit der Ungewissheit des Todes klarzukommen, brauchten die Menschen von je her Bilder, Geschichten und Mythen. Bilder von Gott mit dem langen weißen Bart. Von kitschigen Engelbabys mit Flügeln, oder auch vom Teufel mit Hörnern und Dreizack. Keiner weiß, wie es wirklich ist, dort im „Jenseits.“. Aber bestimmte Vorstellungen und Deutungen geben uns Hoffnung und Sinn. Vielleicht kommt es ja gar nicht darauf an, was stimmt. Vielleicht sind wir Menschen wirklich nur ein Mini-Zufall in diesem riesigen Universum, ohne Sinn, ohne Zweck. Und doch kann es einen Unterschied machen, welchen Sinn wir dem Leben geben. Denn was soll‘s: wenn es doch eh egal ist und es uns damit besser geht, warum sollen wir nicht selbst einen Sinn „ersinnen“?

Studien aus der Glücksforschung bestätigen: Die Menschen, die im Leben einen höheren Sinn erkennen, haben es leichter, mit Schicksalsschlägen umzugehen und daran zu lernen und zu wachsen. Wenn wir auch im Tod einen Sinn sehen können, in unserem ganzen Dasein auf der Erde, dann lebt es sich am Ende nicht schwerer, sondern fröhlicher und gelassener. Frei nach dem Motto:

„Möglicherweise ist ein Begräbnis unter Menschen eine Hochzeitsfeier unter Engeln.“ Khalil Gibran

Mir gefällt das Bild von uns Menschen als Engel – oder auch „spirituelle Wesen“, die auf der Wolke im Alleins sind. Alles ist paradiesisch dort, doch auch etwas eintönig. Daher beschließen sie, auf die Erde zu reisen, um dort menschliche Erfahrungen zu machen. Damit dies jedoch real ist, müssen sie vergessen, wo sie eigentlich herkommen. Aber es gibt kleine Tricks, um sich ab und zu doch mal daran zu erinnern, wer sie wirklich sind:  zum Beispiel durch Lachen, Tanzen, Singen, Meditieren – und durch Seelenbegegnungen mit den anderen Engeln. Mir persönlich hilft diese Geschichte, um vieles zu relativieren, wenn es mal nicht so läuft. Und mich zu erinnern, wo ich herkomme.

Wie kannst du den Tod zu deinem Berater machen? Mit welchen Fragen kann der Tod dich dabei unterstützen, dir über deinen eigenen Weg klar zu werden und vielleicht sogar etwas über deinen „Sinn“ – deine Aufgabe- hier in diesem Moment auf diesem Planeten zu erfahren? Ich habe hier mal ein paar Fragen zur Anregung zusammen gestellt. Und zwar aus zwei spannenden unterschiedlichen Perspektiven. Viel Spaß damit!

Alles Liebe

Angela

 

Bei diesen Fragen geht es um Leben und Tod:

Fragen aus der Perspektive von JETZT:

  • Was soll sich durch dich auf der Welt verändert haben, wenn du gehst?
  • Was würdest du tun, wenn du wüsstest, dass du in einem Jahr sterben wirst, aber bis dahin körperlich noch voll fit bist?
  • Welches Lebensthema möchtest du noch für dich gelöst haben, bevor du gehst?
  • Was würdest du dir wünschen, was die Gäste auf deiner Beerdigung eines Tages über dich sagen?

Fragen aus der Perspektive deines Lebensendes

– ausgehend davon, dass dein Leben phantastisch war!

  • Wofür bist du dankbar?
  • Worauf bist du stolz?
  • Welches Motto würdest du deinem Leben geben?
  • Welche Botschaft hast du für dein jüngeres (also jetziges) ich?

Du möchtest noch mehr Klarheit über deine Mission, deine Ausrichtung, deine Träume im Leben und diese auch in die Umsetzung bringen? Dann komm in den Kurs „Aktiviere dein Inneres Glück und leuchte“!

Empfehlung: Seminar zu dem Thema mit meiner wunderbaren Kollegin Silvia Rößler: Lachen trotz und alledem – darf ich lachen wenn ich traurig bin? 12. und 13. Februar oder 5. und 6. März.  Mehr Infos hier…

Selfcare: Fünf Tipps, um deine Energie zu erhöhen

Wir leben in einer Zeit, in der die Welt im Aufruhr scheint. Pandemie, Flutkatastrophen, nichts ist mehr planbar. Hinzu kommt der vermeintlich harmlose, aber nicht zu unterschätzende Alltagsstress: Beruf, Familie, Home Office, Home Schooling, Schließungen, Aufhebungen, ständige Änderungen der Situation und all die psychischen Belastungen, die damit einhergehen. Die Pandemie, von der wir dachten, sie sei in wenigen Monaten vorüber, zieht sich seit fast 2 Jahren dahin. Da kann so ziemlich jeder und jedem irgendwann mal die Puste ausgehen.

Was bedeutet überhaupt „Energie erhöhen“?

Gerade in diesen Zeiten ist es wichtig, in guter Energie zu bleiben und dafür zu sorgen, dass wir genügend Kraft haben, um all das zu meistern. Doch was genau bedeutet das, „Energie erhöhen“? Sich noch mehr vornehmen, um noch mehr zu schaffen? Alles daran setzen, um noch leistungsfähiger zu werden und noch besser zu funktionieren? Das kann nicht der Weg sein. Viele Menschen „halten durch“ bis zum Wochenende oder bis zum nächsten Urlaub. Dann werden sie krank. Meist auch deshalb, weil der Körper sein Tribut an Entspannung regelrecht einfordert. Kein Mensch kann dauerhaft wie ein Duracell-Häschen immer nur auf Hochtouren laufen. Wenn keine Erholungsphasen eingelegt werden, endet das im Burnout, das weiß man aus der Stressforschung.

Den Begriff „Energie“ kennen wir auch als Begriff für Antriebskraft, die wiederum durch Einsatz bestimmter Ressourcen erzeugt wird und etwas in Bewegung bringt. Wenn diese Energie verbraucht ist, dann gilt es, die Ressourcen einzusetzen, um nachladen zu können. Ein Elektroauto muss nach ein paar Hundert Kilometern an eine Steckdose. Dort gibt es Energie, die bestenfalls aus Wind oder Sonne erzeugt wurde. Ohne den Strom bzw. die Energie nützt uns das schönste Elektroauto nichts.

Warum wir zu wenig für uns selbst sorgen

Während das Auto regelmäßig brav getankt und geladen wird, vernachlässigen wir dies bei uns selbst und bei unserem Körper allzu oft. Obwohl dies nicht mal so zeitaufwändig ist wie bei einem Elektroauto, sondern es meist schon ausreicht, sich wenige Minuten am Tag Zeit für sich selbst zu nehmen. Stress lässt sich nicht reduzieren, indem wir nur auf der Couch hocken. Aber auch nicht, indem wir ihn ignorieren und immer weitermachen. Wenn wir hingegen die richtige Balance aus Aktivität und Entspannung finden, dann vermeiden wir, dass uns am Ende komplett die Puste ausgeht.

Kennst du es auch: du findest keine Zeit für 10 Minuten Meditation am Morgen, aber ertappst dich dabei, wie du dich im Instagram-Feed verlierst? Du findest keine Zeit, raus in die Natur zu gehen und bleibst bis spät nachts bei irgendeiner Netflix-Serie hängen? Mir kommt das jedenfalls ziemlich bekannt vor. Viel zu oft vergessen wir, für uns selbst zu sorgen und uns diese Zeit zu nehmen – und empfinden das Leben nur noch als eine Reihe von Verpflichtungen und Erledigungen.

Erhöhe deine Energie – für dich selbst und für andere

Wenn wir als Mensch unsere Energie erhöhen wollen, dann geht es nicht allein darum, mehr Energie oder Antrieb zu haben. Sondern es geht darum, auf eine „höhere Schwingungsebene“ zu kommen. Also nicht nur mehr Kraft zu haben, sondern Spaß an der Sache zu haben und in Leichtigkeit, Vertrauen und Gelassenheit durch den Alltag zu gehen. Wenn wir unsere Energie im positiven Sinne erhöhen, dann lassen wir uns vom Alltagsstress nicht mehr so leicht runterziehen. Dann sind wir mutig genug, auch mal nein zu sagen und für uns selbst zu sorgen. Dann sind wir nachsichtiger mit uns selbst und anderen und wissen genau, wann der Körper und der Geist mal eine Auszeit braucht. Dann haben wir erkannt, wie wichtig es ist, sich die erforderliche „Me-Time“ zu nehmen statt durchzuballern. Und wir kennen unsere eigenen Ressourcen, die dafür sorgen, dass wir in einer guten Balance bleiben und uns nicht selbst überfordern. Wir fühlen eine innere Kraft, aber auch Gelassenheit, um alles zu meistern.

Menschen, die in höherer Energie unterwegs sind, sind meist diejenigen, die „Leuchttürme“ in der Gesellschaft sind, die anpacken und die Herausforderungen dieser Zeit angehen. Wenn du also dafür sorgst, deine Energie zu erhöhen und hoch zu halten, dann tust du nicht nur dir selbst einen Gefallen, sondern auch deinen Mitmenschen. Wie das gehen kann? Ich habe hier fünf Tipps für dich zusammengestellt.

Energy Uplift: Fünf Tipps für mehr Energie

 

1. Perspektivenwechsel

Manchmal lassen sich die äußeren Umstände nicht ändern – wie jetzt in der Pandemie oder auch in anderen Lebenskrisen. Doch wir können immer noch unsere innere Einstellung dazu verändern. Indem wir zum Beispiel das Geschenk in der Krise sehen, die Themen anschauen, die dahinter stehen oder einfach den Fokus auf das richten, was uns glücklich macht statt über das zu grübeln, was nicht gut läuft. Aus der Mindset-Forschung (siehe Blogartikel zu „Selbstwirksamkeit“…) weiß man, dass die Art, WIE wir die Dinge sehen, auch einen großen Einfluss darauf hat wie wir Dinge erleben.

Wie kannst du die Sicht auf die Dinge verändern? Indem du z.B. Dankbarkeit traininerst (siehe Blog zu Dankbarkeit…) oder Glücksmomente sammelst. Auch hilft es, die Dinge aus der Perspektive von jemand anders zu sehen oder dein „zukünftiges Ich“ zu befragen. Und dir immer wieder deiner eigenen Ressourcen bewusst zu werden und diese zu aktivieren.

2. Achtsamkeit

Um die Energie zu erhöhen, ist es auch wichtig, erstmal die Energie runterzufahren und bewusst wahrzunehmen, auf welchem Energielevel du dich gerade in diesem Moment befindest. Allein die bewusste Wahrnehmung darüber verändert schon dein Energielevel. Dabei helfen Achtsamkeitsübungen, die du gut und einfach in den Alltag einbauen kannst. Zum Beispiel den Atem beobachten, oder alltägliche Dinge wie gehen, essen, aufräumen bewusst langsam ausführen und mit der Aufmerksamkeit genau bei der Sache zu sein, die du gerade tust. Auch wenn es die Buchhaltung oder das Sortieren von Unterlagen ist. Der Atem ist dafür immer wieder ein guter Begleiter (siehe Blogartikel „Atem – das unterschätzte Wunderwerkzeug“…)

 

3. Bewegung

Egal ob du Laufen gehst, regelmäßig schwimmst oder Yoga machst: Bewegung ist auch deshalb ein Energy Booster, weil sie uns sehr schnell aus dem Kopf und aus dem Grübeln rausbringt und hinein in die Körperwahrnehmung. Gerade wenn wir uns vorher ordentlich mit Bewegung auspowern, können wir hinterher die Batterien umso besser wieder aufladen. Es ist, wie wenn wir ein Glas spülen, in dem sich noch abgestandenes Wasser befindet. Wir müssen erst das alte Wasser auskippen, um das Glas spülen und es mit neuem, frischen Wasser füllen zu können.

Bewegung tut somit nicht nur dem Körper gut, sondern auch dem Geist. Durch bestimmte Körperhaltungen, Yoga oder Lachyoga kannst du deine Stimmung ins Positive beeinflussen und dich sofort in eine bessere Energie bringen. Zum Beispiel mit der Lachyoga-Übung „Power Poses.“

 

4. Lächeln

Ein weiterer Booster für bessere Stimmung und Ausrichtung auf die schönen Dinge im Leben ist Lächeln. Studien aus dem Body Feedback zeigen, dass allein das Hochziehen der Mundwinkel zu einer Lächelbewegung schon unsere Stimmung ins Positive beeinflusst.

Eine Minute Lächeln morgens vor dem Spiegel lässt uns ganz anders in den Tag hineingehen. Du möchtest es ausprobieren? Dann hol dir hier die kostenlose Meditation für Lächeln und positive Energie…

 

5. Lachen

Beim Lachen werden Glückshormone ausgeschüttet, der Stress wird gesenkt, das Immunsystem gestärkt (Fakten zum Lachen, siehe auch…). Nur wenige Minuten herzhaftes Lachen sorgen dafür, dass wir in eine ganz andere Energie kommen und uns wie euphorisiert fühlen. Das Schöne beim Lachen: Wir trainieren einerseits den Körper (Zwerchfell, Bauchmuskulatur), schwingen uns aber auch mental auf eine bessere Energie ein. Menschen, die regelmäßig lachen, werden gelassener und nehmen auch stressigen Alltagskleinkram nicht so ernst (was uns wiederum hilft, die innere Einstellung zu verändern). Du hast keinen Anlass zum Lachen? Dann probier es mal mit Lachyoga! Hier findest du Angebote und Möglichkeiten dazu…

 

Diese 5 Tipps sind nur eine kleine Auswahl an Strategien, mit denen wir in höhere, bessere und positivere Energie hineinkommen können. Nicht für jeden passt die gleiche Methode, sondern es ist wichtig herauszufinden, was für dich passt. Auch geht es nicht darum, alles gleichzeitig zu machen oder viel Zeit zu investieren, sondern für dich selbst eine Möglichkeit zu finden, mit der du effektiv und mit wenig Zeitaufwand deine Energie erhöhen kannst.

Du möchtest dabei Begleitung? Dann komm in das SMILE-Programm und mache jetzt den Happiness Check…

Atem – das unterschätzte Wunder-werkzeug

„Ich habe Kopfschmerzen“ sagte die Fotografin. Wir hatten gerade stundenlang mit dem WDR eine Sendung gedreht. Es hatte super Spaß gemacht, aber es war auch anstrengend. Unsere Köpfe rauchten, und wir waren ziemlich kaputt. Eine meine Yoga-Teilnehmerinnen stand neben mir und brachte mich drauf: „Angela, du machst im Yoga doch immer diese Atemübung, mit den beiden Nasenlöchern.“ Ja, klar, die Wechselatmung. Ich zeigte sie der Fotografin und machte gleich selbst mit. Innerhalb von wenigen Minuten sagte sie: „Ich fühle mich schon viel besser.“ Und ich selbst fühlte mich auch gleich besser.

Atem verbindet…

Manchmal kann es so einfach sein und wir kommen nicht drauf. Der Atem verbindet uns mit dem Hier und Jetzt. Wir können nur jetzt atmen, nicht morgen, nicht gestern. Wenn wir bewusst atmen, dann verbinden wir uns mit unserem Körper und dem Geist. Es reicht schon aus, die Aufmerksamkeit auf den Atem zu richten, und der Atem verändert sich, er wird ruhiger. Anhand des Atems können wir Körperfunktionen beeinflussen, die wir normalerweise nicht steuern können.

Klar, wir können willentlich mit dem Kopf nicken, einen Fuß vor den anderen setzen oder mit der Hand nach unserem Handy greifen. Wir können aber nicht unserem Herzen befehlen, langsamer oder schneller zu schlagen. Wir können auch nicht unserer Verdauung sagen „Jetzt mach mal hinne, ich mag diesen Klotz im Bauch nicht mehr haben“. Wenn wir ausgepowert sind, können wir unserem Körpersystem nicht einfach so den Auftrag geben, die Batterien wieder aufzuladen. Dies geht nur anhand von kleinen „Tricks“ und Umwegen. Der Atem ist ein genialer Schlüssel dazu.

Die Wirkung des Atems

Die „Wunderwaffe Atem“ können wir aber nur dann nutzen, wenn wir ab und zu mal bewusster atmen. Wir achten jedoch viel zu selten darauf, wie wir atmen. Mit einem normalen Atemzug nehmen wir nur einen halben Liter Atemluft auf, bei einer gesamten Lungenkapazität von 6 Litern. Wenn wir unter Stress stehen, atmen wir noch schneller, flacher und oberflächlicher und nehmen noch weniger Atemluft auf. Dies führt dazu, dass weniger Sauerstoff in den Körper gelangt, was wiederum die Gesundheit beeinträchtigen kann: „Sauerstoffunterversorgung kann als die schlimmste Krankheitsursache angesehen werden“ sagt Stephen Levine, Molekularbiologe und Genetiker.

Dr. Otto Warburg, Biochemiker, Arzt und Physiologe, war sogar der Meinung, dass fehlende Sauerstoffversorgung die Hauptursache von Krebs sei. Auch wenn seine These umstritten ist, gibt es viele wissenschaftliche Belege dafür, dass die Art, wie wir atmen, entscheidend unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden beeinflusst. Dr. Robert Fried erklärt in seinem Buch „Breath Connection“, dass alle Körperfunktionen mit der Atmung zusammenhängen und dass die richtige Sauerstoffversorgung aller Körperteile entscheidend für Gesundheit und Wohlbefinden sei. Das richtige Atmen sei der beste Weg, um den Körper mit genügend Sauerstoff zu versorgen. Laut Dr. Sheldon Hendler, Ärztin und Forscherin zum Thema zelluläre Sauerstoffversorgung stärkt tiefes Atmen das Immunsystem und kann den Körper sogar von chronischen Krankheiten befreien. Das Gehirn braucht sogar 25% mehr Sauerstoff als der restliche Körper. Davon hängt es auch ab, wie gut und wie lange wir uns auf etwas konzentrieren können oder wie schnell wir müde werden.

Sauerstoff – Essenz des Lebens

Zahlreiche weitere Wissenschaftler haben Belege dafür gefunden, wie wichtig die richtige Atmung und somit die Versorgung des Körpers mit genügend Sauerstoff ist. Zum Beispiel:

Ein erhöhter Sauerstoffgehalt verbessert die Wirkung einiger Antibiotika und des Immunsystems und regt den Zell-Stoffwechsel an (Linda Collison)

Tiefe Zwerchfellatmung stimuliert die Reinigung des Lymphsystems – durch den Vakuum-Effekt werden die Lymphe durch das Blut befördert, wodurch wiederum die Entgiftung 15 Mal besser als normalerweise funktioniert (Dr. J.W. Shields)

Bei tiefer Bauchatmung ist das Zwerchfell beteiligt, bei flacher Atmung im Brustbereich (also unter Stress) nicht. Wenn das Zwerchfell aktiv ist, wird der Parasympathikus aktiviert. Dieser sorgt dafür, dass in Ruhephasen unsere Energiereserven wieder aufgebaut werden können. Auch aktiviert der Parasympathikus das Verdauungssystem. Tiefes Atmen ist somit – neben der Ernährung – ein Schlüssel, mit dem wir auch unsere Verdauung beeinflussen und verbessern können.

Laut Thomas Loew, Leiter der Abteilung Psychosomatik und Psychotherapie am Universitätsklinikum Regensburg, senkt langsames Atmen den Blutdruck und ist bei manchen Menschen sogar genauso effektiv wie z.B. Blutdrucksenker oder angstlösende Mittel.

Atem ist Leben…

Nicht nur für das körperliche Wohlbefinden spielt die Atmung eine wichtige Rolle. Die traditionellen östlichen Lehren gehen sogar noch weiter.

Laut Yoga-Tradition ist „Prana“ (= Atem) die Lebensenergie, die durch unseren Körper fließt und die wir durch Atemlenkungstechniken („Pranayama“) aktivieren und harmonisieren können. Die traditionellen Yogis sind davon überzeugt, dass wir im Leben nur eine bestimmte Anzahl von Atemzügen haben, woraus sie folgern: je langsamer wir atmen, umso länger leben wir.

Auch in der traditionellen chinesischen Medizin spricht man von „Chi“ (oder auch „Qi“) , auf dessen Verständnis Lehren wie Qi Gong, Feng Shui und zahlreiche Kampfkünste basieren. Im Japanischen heißt Atem „Iki“ und bedeutet von der Wortzusammensetzung so viel wie „Selbst“ und „Herz“ in Verbindung. Die darauf basierende Technik der „Zen-Atmung“ wird auch bei uns immer beliebter und wurde mittlerweile sogar als Abnehmtechnik entdeckt (siehe hier…). „Ikigai“ wiederum steht für eine japanische Lebensphilosophie, bei dem das, was wir tun, im Einklang mit dem ist, was die Welt braucht und was wir gut können (siehe auch Blogartikel „IKIGAI“).

Seelisches Wohlbefinden durch Atem

Auch für unser seelisches Wohlbefinden spielt der Atem eine wichtige Rolle. In der Meditation hilft die Verbindung mit dem Atem uns, trübe Gedanken und Sorgen loszulassen und im Hier und Jetzt anzukommen. Dafür reicht es schon aus, nur den Atem zu beobachten – wahrzunehmen, wie die Ein- und Ausatmung geschieht, die Pause zwischen den Atemzügen wahrzunehmen, den Atem fließen zu lassen oder mit der Ein- und Ausatmung bestimmte Visualisierungen zu verknüpfen.

Oft setze ich in meinen Workshops und Yogastunden die Visualisierung von Atem als goldenem Licht ein, das durch den Körper und in alle Körperteile hineinströmt. Mir selbst und vielen Teilnehmer:innen hilft diese Vorstellung und kleine Übung bei Schmerzen oder Verspannungen, und es gibt sogar Beispiele, wie dadurch Heilung geschehen ist. Auch im Bereich der Selbsterkenntnis werden Atemtechniken erfolgreich genutzt, um das Bewusstsein zu erweitern und sich in einen fast rauschartigen Zustand zu versetzen, in dem wir Zugang zum Unterbewusstsein finden und die Begrenzungen des Verstandes und des „inneren Zweiflers“ vorübergehend loslassen. Zum Beispiel beim „Rebirthing“, durch das „holotrope Atmen“ oder auch die „Quantum Light Breathing“ Meditation.

Atemübungen für DICH

Wenn der Atem so wichtig ist – vielleicht fragst du dich jetzt auch, wie du konkret die Atmung nutzen kannst, um dein Stresslevel zu senken, dein Wohlbefinden zu erhöhen und deinen Geist in einen guten Energiezustand zu versetzen? Keine Sorge, es braucht keine komplizierten Techniken oder stundenlange Meditationen. Ich habe hier ein paar Übungen und Techniken für dich zusammen gestellt, die leicht machbar sind und sich gut in den Alltag integrieren lassen. Probiere sie aus und teile gerne in unserer Facebook-Community, welche Erfahrungen du damit gemacht hast. Ich empfehlen, dir zuerst nur eine oder zwei dieser Übungen herauszusuchen und diese eine Zeit lang zu machen. Im Yoga spricht man von 40 Tagen, die es braucht, damit die Wirkung einer Übung sich auf das Leben überträgt. Schau aber, wie es für dich passt, denn es gilt immer, in kleinen Schritten anzufangen und sich nicht zu viel vorzunehmen. Hier ein paar Übungen zur Auswahl für dich:

  1. Den Atem verlängern – mit 4711

Bei fast allen Atemtechniken geht es darum, länger auszuatmen als einzuatmen. Durch längeres Ausatmen leeren wir die Lunge und schaffen Platz für frischen Sauerstoff. Durch längeres Ausatmen vertieft sich die Atmung automatisch, das Zwerchfell wird beteiligt, das parasympathische Nervensystem aktiviert.

Eine einfache Möglichkeit, die man jederzeit am Tag einsetzen und sich noch gut merken kann, ist die „4711“-Übung: 4 Sekunden einatmen, 7 Sekunden ausatmen, dies 11 Mal wiederholen. Probier es aus! Es geht schnell und beruhigt sofort.

 

  1. Wechselatmung (Anuloma-Villoma)

Diese Technik bringt das Zwerchfell in Bewegung, verlängert ebenfalls die Atmung und beruhigt den Geist. Hinzu kommt der Effekt, dass wir hierbei abwechselnd durch die verschiedenen Nasenlöcher ein- und ausatmen und dadurch wieder ein Gleichgewicht zwischen aktivierenden und beruhigenden Systemen herstellen. Zum Beispiel Wärme und Kühle, Sonne und Mond, sympathischen und parasympathischen System sowie linker und rechter Gehirnhälfte. Viele berichten, dass die Wechseltmung ihnen gegen Schlafstörungen oder bei Einschlafproblemen hilft.

Hier findest du eine leicht machbare Variante der Wechseltamung.: Die Anuloma-Ujay…

Wenn du gerne mehr Pranayama-Techniken kennenlernen möchtest, dann komm doch auf einen meiner Yoga-Kurse oder zu den Happiness Yoga Ferien!

 

  1. Lachen!

Wenn wir lachen, dann atmen wir automatisch lachend so lange aus, bis die Lunge fast vollständig entleert ist. Lachen ist eine der besten und schönsten Atemübungen, die wir praktizieren können! Lache 3-5 Minuten täglich und du sorgst automatisch dafür, dass mehr Sauerstoff in deinen Körper kommt. Doch wie kannst du einfach so ins Lachen kommen? Hier nur einige wenige Möglichkeiten:

Mit der geführten Meditation „Inneres Lachen“ kannst du 3-minütiges Lachen mit bewusster Atmung kombinieren.

Der Online-Kurs „Lachyoga Basics“ vermittelt die Grundlagen und Wirkungen des Lachyoga und jede Menge Übungen dazu

Hier findest d weitere Lachyoga-Angebote und -Seminare, sowohl online als auch offline.

 

  1. Bienensummen / Humming-Atmung

Diese Technik ist besonders wirkungsvoll, um den Blutdruck zu senken, bei Stress in die Ruhe zu kommen und den eigenen Körper wieder wahrzunehmen. Hierfür solltest du einen Platz finden, an dem du ein paar Minuten lang ungestört bist und auch keinen anderen störst. Atme tief ein und töne beim ausatmen ein „Hammm!“ Atme so lange summend aus, wie es geht, dann atme wieder langsam und tief ein für das nächste Humming. Schließe dabei die Augen und spüre das Vibrieren im Körper. Dies lässt sich noch intensiver spüren, wenn du dabei auch beide Ohren verschließt. Wiederhole dies ca. 10 Mal. Du möchtest die Atemtechniken unter Anleitung kennenlernen? Im Online-Kurs „Lachyoga Basics“ gibt es eine ausführliche Lektion dazu.

  1. Visualisierung des Atems

Stell dir beim Einatmen vor, wie du Licht einatmest. Mit jedem Ausatmen stell dir vor, wie sich dieses Licht im Körper verteilt. Dabei kannst du nach und nach den Fokus auf alle Körperteile richten: Füße, Beine, Gesäß, Rücken, Bauch, Brust, Schultern, Arme, Hände, Hals- und Nackenbereich, Kopfhaut, Augenpartie und Kiefermuskulatur.

Auch hierfür würde ich dir jedoch empfehlen, eine angeleitete Meditation zu nutzen, am besten die Meditation „Licht-Atmung“, siehe hier…

Wie oft vergessen wir im stressigen Alltag das, was uns am meisten hilft! Es reichen 1-3 Minuten, kurz inne halten, den Atem wahrnehmen, länger und tiefer ein- und ausatmen. Gut, dass meine Yogaschülerin mich in dem Moment wieder daran erinnert hat, wie einfach es sein kann. Das Wunderwerkzeug Atem steht jedem zur Verfügung. Nutze es und sorge für mehr Energie und Wohlbefinden in deinem Leben.

 

Ich wünsche dir viel Spaß damit!

Namasté Angela

Den Perfektionisten überlisten

Kennst du das: du willst eine Power Point Präsentation vorbereiten, einen Text schreiben, ein Bild bearbeiten – du bist eigentlich fertig, es geht nur noch um den Feinschliff. Hier noch eine Kleinigkeit, da noch eine Änderung – und plötzlich hast du für den Feinschliff länger gebraucht als für die Erstellung selbst. Mir geht es oft so. Da sitzt dann der Perfektionist wie ein kleines Männchen auf meiner Schulter und sagt: “Du darfst keine Fehler machen”, vielleicht sogar “du bist nicht gut genug”. 

Kein Wunder: Schließlich lernen wir von klein auf, dass wir keine Fehler machen sollen. Dass wir nur dann liebenswert sind, wenn wir uns auch dafür anstrengen. In der Schule wird das, was nicht richtig ist, angekreidet. Und – ehrlich gesagt – weise auch ich meinen Sohn beim Home Schooling auf seine Fehler hin und halte ihn an, diese zu korrigieren. Naja, immerhin versuche ich ihn auch dafür zu loben, was er richtig gemacht hat. 

 

Perfekt ist langweilig

Doch wer sagt eigentlich, dass wir perfekt sein müssen? Ist die Natur perfekt? Im Gegenteil. Die Natur ist ein ständiger Fluss zwischen Chaos, Neuentstehung, Fehlbildungen, Anpassungen. Genauso wie das gesamte Universum – und auch unser Planet – auf der einen Seite perfekt scheint, auf der anderen Seite ein völliges Chaos. Sonst würden keine Meteoriten einschlagen und es gäbe keine Naturkatastrophen. Wobei letztere natürlich immer mehr menschengemacht sind. Der menschliche Körper – faszinierend, wie perfekt er gemacht ist, für alles gewappnet, bis ins kleinste Detail “ausgeklügelt” – und doch gibt es Krankheiten, Einschränkungen, einige Kinder werden mit Herzfehler geboren, andere müssen mit Diabetes klarkommen oder anderen chronischen Krankheiten. 

Und auch für uns gilt: ist es nicht manchmal viel entspannter, verrückt, wild, unperfekt und fehlbar zu sein als perfekt? Ich habe viele Menschen kennengelernt, die nach außen hin das perfekte Bild versucht haben abzugeben. Doch ich merke es mittlerweile denjenigen an, die dabei nicht authentisch sind. Bei genauerem Nachfragen stelle ich dann fest, dass dahinter oft Unsicherheit oder Angst stecken. Der Glaube, dass alles im Leben – und vor allem man selbst – perfekt sein muss, macht vielen Menschen das Leben schwer. Sie strengen sich an oder haben gar so viel Angst davor, Fehler zu machen, dass sie gar nicht erst etwas Neues wagen. Das wird dann zum größten Hindernisfaktor für Kreativität und Innovation. In der Stressforschung ist der Glaubenssatz “sei perfekt” einer von 5 entscheidenden Stressverstärkern. Perfektionisten sind diejenigen, die sich das Leben schwer machen, weil sie alles nochmal überprüfen müssen und oft riesige Angst vor Fehlern haben. Sie sind diejenigen, die im Büro bis nachts da sitzen, um in ihrer Powerpoint Präsentation noch die Abstände um ein paar Millimeter hin und her zu rücken. Sie lesen jede Mail, jeden Text, 50 Mal durch, bevor irgendetwas rausgeht. 

Sorgfalt ja – aber da wo es passt

Und Achtung, nicht falsch verstehen! Eine angemessene Sorgfalt ist bei alldem durchaus wünschenswert. Ich mag es auch nicht, wenn ich in Zeitungsartikeln oder Werbeanzeigen so offensichtliche Fehler sehe, dass ich die Hände über dem Kopf zusammenschlage. “Der Führling kommt” habe ich neulich in einer Werbung meiner Videosoftware gelesen, und zwar über Wochen hinweg. Anscheinend ist es keinem der Werbemacher aufgefallen. Und ja, von einer Chirurgin wünsche ich mir auch absolute Präzision und Sorgfalt, wenn sie ans Werk geht. 

Doch die Frage ist, wo wir ein Stückchen unserer Perfektion loslassen dürfen, um gelassener, mit mehr Freude und am Ende sogar effektiver unser Leben zu gestalten. Wenn du also auch manchmal so ein kleines Männchen in oder neben deinem Ohr sitzen hast, das dich zu Perfektionismus antreibt, dann helfen dir vielleicht diese Anregungen:

1. Erkenne das Gute an deinem Perfektionisten an

Sage dem kleinen Männchen mal danke, dass es dich zu Höchstleistungen motiviert, dich zu Sorgfalt drängt und das Beste aus dir rausholt. Dann sage ihm aber auch “danke, jetzt sorge ich für mich selbst und bin nachsichtig.” 

2. Erlaube dir Fehler

Jeder Mensch macht Fehler – auch diejenigen, die nach außen hin perfekt scheinen mögen. Je weniger Angst wir vor Fehlern haben und je mutiger wir sind, umso kreativer können wir sein – und somit am Ende auch erfolgreicher. In meinen Kursen üben wir es, uns selbst nicht so ernst zu nehmen. Zum Beispiel, indem wir über unsere eigenen Fehler lachen. Das befreit und beschwingt ungemein!

3. Stehe zu deinen Schwächen

Wir sind nur dann angreifbar, wenn wir versuchen, nach außen hin ein perfektes Bild abzugeben.  Wenn wir von vornherein zu unseren Schwächen stehen, wird keiner uns das übel nehmen. Ich habe eine Kollegin, die hat eine Lese- und Rechtschreibschwäche. Natürlich geht sie damit nicht hausieren, aber wenn es sich ergibt, steht sie dazu. Sie konzentriert sich lieber auf ihre Stärken – und damit ist sie sehr erfolgreich. 

4. Nutze das Pareto-Prinzip – zumindest da, wo es passt

Pareto hat herausgefunden, dass wir mit nur 20% unseres Aufwandes 80% unserer Arbeit schaffen können. Die restlichen 80% unserer Zeit verbringen wir mit Verbesserungen und Feinschliff, der nicht immer nötig ist – siehe oben. Ich halte den Grundgedanken für gut, aber auch hier gilt natürlich die Frage, um welchen Arbeitsbereich es sich handelt – von einer Chirurgin wünsche ich mir absolute Präzision. Auch in der Buchhaltung kann ein Fehler um einen Centbetrag alles durcheinander bringen. Genauso wünscht sich vermutlich jeder von uns 100%-ige Präzision bei der Loopingbahn im Vergnügungspark oder dem Corona-Impfstoff. Und doch lohnt es sich, zu überlegen, in welchen Bereichen wir mit weniger Aufwand vielleicht den gleichen Nutzen erzielen können.

5. Do your best and leave the rest

Dieser Spruch kommt von meinem Lehrer Dr. Madan Kataria, und ich kann ihn gar nicht oft genug zitieren. Wenn wir aus diesem Bewusstsein heraus handeln, dann kommt einfach Gelassenheit. Natürlich wollen wir in allen Lebensbereichen volles Engagement zeigen. Aber dann darf auch der Punkt kommen, an dem wir loslassen und darauf vertrauen dürfen, dass das Leben, das Universum – wer auch immer – den Rest für uns erledigen wird. 

6. Folge der Freude!

Beobachte bewusst bei dir selbst: Wann ist etwas so mühselig, dass du nicht weiterkommst? Natürlich kommt man um bestimmte Tätigkeiten nicht umhin: Die Steuererklärung, Haushalt, Reifenwechsel. Doch bei vielen Dingen kannst du dich auch fragen:  Ist es etwas, was ich unbedingt tun muss? Mir selbst geht es manchmal so, dass ich mich verrenne, weil ich oft denke, ich müsste noch unbedingt 100 Sachen erledigen. Dann verkrampfe ich und schaffe gar nichts mehr. Mittlerweile frage ich mich bei allem: “bringt mich das in die Freude? Oder tu ich das jetzt, weil ich meine, dass man das tun müsste?”

Egal, ob du dich jetzt selbst als Perfektionisten ertappt hast oder nicht – ich wünsche dir, dass du mit Nachsicht, Gelassenheit und natürlich Freude durch den Alltag gehen kannst! Wenn du mehr Inspirationen für Glück und Freude möchtest, die du direkt im Alltag anwenden kannst, dann trag dich gerne hier in den Happiness Newsletter ein.

Achja: und wenn du Fähler findest, dann liegt es daran, dass ich mein kleines Perfektionisten-Männchen heute mal ruhen lassen habe. ;-)

Skurrile Glückstipps

Die 10 skurrilsten Glückstipps

„Genieße den Tag!“…

…„denke nicht an gestern oder morgen.“ – „Lass einfach mal die Seele baumeln.“ Wer kennt sie nicht, all die schlauen Sprüche, die wir immer wieder lesen, von Facebook über Instagram bis hin zum Küchenkalender. Manchmal inspirieren sie uns zum inne halten und Perspektive wechseln. Manchmal ist das alles aber auch sehr platt. Und meist leichter gesagt als getan.

Am 20. März ist Weltglückstag. Da bietet es sich an, ein paar tolle Tipps, happy Hacks und wichtige Weisheiten zu verraten. Doch „genieße den Tag!“ kennen wir schon. Daher kommen hier 10 skurrile Glückstipps, die vielleicht nicht ganz so gewöhnlich sind. Viel Spaß damit!

1. Trinke grünen Tee

Beim Trinken von grünem Tee steigt die Konzentration der Neurotransmitter Dopamin und Noradrenalin, was eine stimmungsaufhellende Wirkung hervorruft. In grünem Tee ist die Aminosäure L-Theanin vorhanden. Diese verstärkt die Produktion von Dopamin und hilft dem Gehirn, in einen Zustand der Konzentration zu gelangen. Also ran an den Tee!

2. Stell dir vor, du bist das Glück

Frage dich, ob du gerne zu dir selbst zu Besuch kommen würdest, wenn du das Glück wärst. Du kannst dir auch einen Stellvertreter für das Glück benennen (einen kleinen Glücksbringer) und dich mit deinem „Glück“ unterhalten. Klingt abgefahren, aber funktioniert!

3. Sei nicht ständig glücklich

Hä, wie jetzt? Aber dafür lese ich das doch hier, magst du jetzt denken. Genau das ist ja das Paradoxe am Glück: Meist sind wir dann glücklich, wenn wir dem Glück NICHT hinterher rennen. Wie oft denken wir, „ich kann erst glücklich sein, wenn – die Beförderung, der perfekte Partner, das Wunschauto da ist – sprich, alles perfekt ist!“ Doch die Kunst des glücklich seins besteht darin, nicht immer glücklich sein zu müssen. Vielmehr gilt es, zu akzeptieren, dass eben auch negative Ereignisse und fehlerhafte Menschen zum Leben dazu gehören. Dann lebt es sich einfach entspannter.

4. Faulenze!

Moment mal – heißt es nicht immer, das Glück liege im Tun und man solle aktiv sein? Klar tut auch Bewegung gut. Doch genauso sollten wir uns mal Zeiten des Nichtstuns gönnen. Und zwar ohne auf das Smart Phone zu starren oder etwas „Nützliches“ zu tun. Das Gute dabei: solche entspannten Phasen nutzt unser Gehirn, um neue Energie aufzuladen und hinterher umso kreativer zu sein.

5. Lache laut und albern

Beim Lachen werden jede Menge Glückshormone ausgeschüttet. Selbst dann, wenn wir nur so tun als ob wir lachen und sich das Ganze ziemlich albern und seltsam anfühlt. Doch wer regelmäßig lacht, kann nachweislich besser mit Stress klar kommen und nimmt viele Dinge im Leben nicht so bierernst. Das gibt dem Leben einiges mehr an Leichtigkeit. Beim Lachyoga findet man Gleichgesinnte, um dies mal auszuprobieren.

6. Wühle im Dreck

Ab in den Garten oder auf den Balkon! In Erde – zum Beispiel Blumenerde – befinden sich reichlich Bakterien, die auf das Gehirn wie ein Antidepressivum wirken. Diese können dazu beitragen, dass vermehrt Serotonin ausgeschüttet wird und das Wohlbefinden steigt. Von diesen positiven Effekten berichten auch Studien mit Krebspatienten – diese verspürten danach mehr Lebensqualität.

7. Hab regelmäßig Sex

Gut, so überraschend ist diese Erkenntnis jetzt nicht. Aber Schweizer Psychologen der Universitäten Lausanne und Fribourg wollten es genau wissen, ob und warum Sex glücklich macht. Anhand einer großen Online-Umfrage in den USA fanden sie heraus, dass tatsächlich ein Zusammenhang zwischen regelmäßigem Sex und der Lebenszufriedenheit besteht. Doch Achtung an alle, die jetzt losziehen und jemanden abschleppen wollen: Einen nicht unerheblichen Anteil an diesem guten Gefühl hat laut Studie auch die durch den Sex entstandene Verbundenheit mit dem Partner sowie das Kuscheln und Reden danach. Schlechte Nachrichten also für alle One-Night-Stand-Liebhaber:innen.

8. Sei ordentlich

Laut Glücksexpertin Gretchen Rubin verleiht es uns innere Ruhe, wenn wir im Äußeren alles in Ordnung haben. Dazu gehören eben auch bestimmte Strukturen und Rituale im Alltag wie das Bett machen. Es gibt uns das Gefühl, die Dinge im Griff zu haben, verleiht uns mehr Selbstwertgefühl und somit auch mehr Zufriedenheit. Auch ordentliches Entrümpeln lässt erfahrungsgemäß nicht nur die Wohnung neu erblühen, sondern verschafft uns Klarheit und Zufriedenheit in der Seele.

 

9. Werde gemächlich

Dieser Tipp kommt übrigens vom Papst höchstpersönlich. Er rät dazu, langsamer zu werden und nennt dabei durchaus unkatholische Aktivitäten wie Yoga oder Meditation. Er empfiehlt, Stress zu vermeiden und gemütlicher zu leben. Und tatsächlich: es gibt Studien, die belegen, dass Gemütlichkeit das Leben verlängert. Hoffen wir also, dass der Papst sich nicht aufreibt bei all seinen Dienstpflichten und uns noch lange erhalten bleibt. Der nächste Tipp kommt ebenfalls vom Papst.

10. Lass die Jungen arbeiten

Wie, doch nicht faulenzen? Hier bezieht sich Franziskus wohl eher auf die Tatsache, dass viele junge Menschen arbeitslos sind und somit deren Selbstwertgefühl stark leidet. Er appelliert an alle Unternehmer:innen, Jobs für junge Menschen anzubieten. Man müsse ihnen zudem die Qualifikationen verschaffen, die sie in die Lage versetzen, „den Speck nach Hause zu bringen“ und die darin liegende Würde zu spüren.

Genereller Tipp obendrauf: Anderen Menschen etwas Gutes tun macht immer glücklich (siehe auch Blogartikel „glücklich machen macht glücklich“). Und vielleicht fällt dir ja auch etwas ein, womit du andere am Weltglückstag glücklich machen kannst. Auch dabei wünsche ich viel Spaß!

Was ist der Weltglückstag?

Mit dem „Weltglückstag„, den es seit 2013 gibt, haben die Vereinten Nationen anerkannt, dass Glück ein „grundlegendes Ziel für die Menschen“ ist. Sie betonen, dass „Fortschritt“ nicht nur Wachstum bedeuten sollte – sondern auch die Erhöhung von Glück und Wohlbefinden für die Menschen. Sie berufen sich dabei auf die drei Säulen „Soziales“, „Wirtschaft“ und „Umwelt“, die gleichsam wichtig sind. Auch bei den „17 Zielen für nachhaltige Entwicklung“ (2015 von den UN beschlossen) geht es nicht nur um Reduzierung der Armut, sondern auch um Wohlbefinden und Gesundheit, Frieden, Gerechtigkeit, Bildung und Nachhaltigkeit. Das kleine Land Bhutan macht es vor. Schon seit den 70er Jahren hat hier das „Bruttonationalglück“ vor dem Bruttosozialprodukt Priorität. Bereits die Schulkinder erlernen hier „Glückskompetenzen“ wie Achtsamkeit, Empathie und Meditation.

Weitere Glücklichmacher

Online-Kurs „Aktiviere dein inneres Glück“

Lachyoga-Workshop

Glückstipps auf Youtube

Einsamkeit – die Pandemie in der Pandemie

Corona: Die größte Krise seit dem Zweiten Weltkrieg

Die UN bezeichnen die Corona-Pandemie als „die größte Krise der Menschheit seit dem Zweiten Weltkrieg“. Wir werden uns immer mehr darüber bewusst, dass das nicht nur mit dem Virus selbst zu tun hat. Laut Neurowissenschaftler Manfred Spitzer leiden die meisten Menschen mehr unter den Folgen der Pandemie als unter dem Virus selbst. Es scheint, dass die Corona-Einschränkungen und -Maßnahmen – ohne deren Notwendigkeit in Frage zu stellen – vor allem das verstärken, was vorher schon da war. Kinder aus Brennpunkt-Familien haben keine Anlaufstelle mehr, freischaffende Künstler, die sich vorher schon durchschlagen mussten, landen in der Hartz-4-Falle, die Innenstädte sterben aus zugunsten von Online-Riesen wie Amazon, Google, Apple und co., Pharmafirmen und die Gaming-Industrie sind auf dem Vormarsch.

Nicht nur wirtschaftlich gesehen werden wir noch lange mit den Folgen der Pandemie leben müssen. Es verstärkt sich auch ein Phänomen, das ebenfalls schon vorher einen besorgniserregenden Trend in der Gesellschaft darstellte: Einsamkeit. Menschen, die vorher schon einsam waren, sind jetzt nochmal isolierter. Laut Manfred Spitzer ist Einsamkeit mehr als allein sein: Wer einsam ist, erkrankt häufiger als andere an Krebs, Herzinfarkt, Schlaganfall, Depressionen und Demenz. Einsamkeit ist laut Spitzer die Todesursache Nummer eins in den westlichen Ländern. Dies wird mittlerweile weltweit von zahllosen wissenschaftlichen Studien bestätigt.

Einsam ist nicht gleich allein

Ich selbst habe jahrelang alleine gelebt und kenne die Vor- und Nachteile. Ich weiß, wie es sich anfühlt, wenn ich am Samstagabend alleine zu Hause sitze, während die Nachbarn um mich herum laut Party feiern. Ich kenne das Gefühl der Leere, wenn am Sonntagnachmittag die Sonne scheint und ich keine Freundin finde, die mit mir einen Ausflug macht. Meist konnte ich mich in der Zeit mit guter Planung (schon am Montag das Wochenende planen) und gezielten Verabredungen gut durch solche Zeiten „retten“. Wenn jedoch – so wie jetzt im Lock-Down – alle Möglichkeiten für Verabredungen und gemeinsame Unternehmungen – Kultur, Chor, Theater, Sport, Vereinstreffen etc. – wegfallen, dann sind die Folgen fatal. Nicht nur das Corona-Virus, sondern auch die damit verbundene Einsamkeit breitet sich aus wie eine Pandemie.

Schon vor der Corona-Krise haben sich knapp 50% der Deutschen ziemlich oft einsam gefühlt. Allerdings ist sich einsam fühlen ist nicht immer gleichzusetzen mit alleine sein. Einsam fühlen sich nicht nur per se Singles und Alleinstehende. Auch Verheiratete oder Menschen, die in einer Familie leben, können sich einsam fühlen, selbst wenn sie nicht alleine sind. Auch ein großer Freundeskreis schützt nicht vor Einsamkeit. Vielleicht kennst du solche Situationen: du bist auf einer großen Party, einem Konzert oder einem Business Empfang – also unter vielen Menschen – und fühlst dich einsam. Oder du bist umgekehrt allein auf einem Spaziergang oder auf einer erfüllenden Reise – und du bist absolut im Reinen mit dir und zufrieden mit allem. In dem Fall bist du alleine, aber nicht einsam.

Soziale Beziehungen – für Glück und Gesundheit

Unbestritten ist in der Glücksforschung jedoch die Erkenntnis, dass gute und erfüllte soziale Beziehungen die wichtigste Voraussetzung für ein glückliches und gesundes Leben sind. Dies ist zum Beispiel das Ergebnis der Grant Study – einer Langzeit-Studie der Harvard University, die seit 75 Jahren anhand verschiedener Lebensläufe untersucht, was ein zufriedenes Leben ausmacht.

Wie können wir also in Zeiten der Pandemie und der damit verbundenen Isolation zu sozialer Verbundenheit und Zusammenhalt beitragen? Was können wir tun, um aus der Corona-Pandemie nicht eine Einsamkeitspandemie werden zu lassen? Wenn du Menschen kennst, die sich einsam fühlen, oder wenn du selbst manchmal in der „Einsamkeitsfalle“ landest, dann können die folgenden 4 Fragen dabei helfen, die Situation zu reflektieren und einen Weg heraus zu finden – wenn man denn möchte:

1. Ist die Einsamkeit wirklich unfreiwillig oder selbst gewählt?

So manche Menschen fühlen sich zwar einsam oder klagen auch über Einsamkeit. Aber einige finden es am Ende immer noch bequemer, nichts zu unternehmen, als den Preis dafür zu zahlen, den es erfordert, sich mit Menschen zu verbinden. Denn es braucht auch Mut und vielleicht einen Schritt aus der Komfortzone, um aktiv zu werden und Kontakte zu knüpfen. Das geht gerade nicht, wegen Lock-Down, Corona und überhaupt? Ist es wirklich so? Das Internet ist voll von Online-Angeboten, bei denen sich Menschen verbinden können – viele davon sogar kostenfrei. Ja, es braucht die Bereitschaft, sich mit der Technik zu befassen und sich auf neue, virtuelle Abenteuer einzulassen. Aber das ist selbst was mit einem Smart Phone möglich. Immer wieder bin ich erstaunt und beeindruckt, wie zum Teil über 80-jährige Menschen bereit sind, dies auszuprobieren – weil sie wissen, dass die virtuelle Verbindung besser ist als gar nichts, und weil sie oft flexibler sind als wir bisher dachten. Alles zu kompliziert? Dann ist es auch ok. In dem Fall ist die selbstgewählte Einsamkeit vielleicht die leichtere Lösung.

Natürlich gibt es auch Menschen, die ungewollt einsam sind. Die irgendwo gestrandet sind in einem anderen Land. Obdachlose oder sozial Schwache, die keine Möglichkeiten hab, online zu gehen. Die brauchen unsere Hilfe. Und ich bin sehr dankbar, dass es Initiativen und Einrichtungen gibt, die solchen Menschen helfen – wenn sie es denn wollen. Und dass es Menschen gibt, die sich ihrer annehmen. Manchmal ist es das beste Mittel gegen Einsamkeit, anderen zu helfen, die einsam oder bedürftig sind. Engagement macht glücklich, das belegen zahlreiche Studien (siehe Blogartikel „nicht jammern – engagieren“).

Trotzdem bleibt natürlich die Frage: Was können Menschen tun, die sich oft einsam fühlen und derzeit einfach nicht die Kraft oder nicht die Möglichkeit haben, das zu ändern? Wie kann man in dem Fall dennoch gut durch die Zeit kommen?

2. Wie kannst du aus der Situation das Beste machen?

Egal, ob deine Einsamkeit gewählt oder unfreiwillig ist: lass dich nicht noch zusätzlich dadurch runterziehen, dass es gerade so ist wie es ist. Akzeptiere die Situation in diesem Moment voll und ganz. Vielleicht ist es morgen wieder anders, oder übermorgen, oder dann wenn es passt. Du bist jetzt genau in diesem Moment da, auch wenn du alleine bist. Mach das Beste draus und genieße die Zeit mit dir selbst! Lass es dir gut gehen, mach dir Geschenke, nimm dir jeden Tag etwas Schönes vor. Lerne meditieren, such dir gute Bücher raus, verwöhne dich selbst. Sorge dafür, dass du dich nicht einsam fühlst, sondern vielmehr im Reinen mit dir selbst.

Qualität statt Quantität

Mach dir bewusst: So manches Mal kann es tatsächlich die bessere Wahl sein, das alleine sein zu genießen statt „aus der Not heraus“ Zeit mit Menschen zu verbringen, die dich langweilen oder runterziehen. Es lohnt sich immer, genau hinzuschauen, welche Kontakte gut tun und welche nicht.

3. Bist du mit dir selbst im Reinen?

Du hast dich dafür entschieden, Verbindung zu Menschen zu suchen, rauszugehen (wenn vielleicht derzeit auch virtuell) und Kontakte zu knüpfen? Dann sei dir selbst der beste Freund, die beste Freundin. Es ist immer einfacher, nicht aus der Bedürftigkeit heraus auf Menschen zuzugehen, sondern mit einer inneren Haltung, dass du jemand bist, mit dem du selbst gerne Zeit verbringen würdest. Mach eine Bestandsaufnahme deiner Stärken und Schwächen und frage dich: was ist die höchstmögliche Version deiner Selbst? Inwieweit kannst du dir die Akzeptanz und Zuwendung, die du dir vielleicht von anderen wünschst, auch selbst geben? Wie viel von dem Einsatz, den du dir von anderen wünschst, bist du bereit von dir aus zu geben?

4. Was kannst du jetzt tun, um etwas zu ändern?

Das Universum ist dir wohlgesonnen. Wenn du dir neue Kontakte oder tiefe Verbindungen wünschst, dann wird es diese für dich parat haben. Allerdings ist es gut, wenn du ein Zeichen gibst, dass du das auch wirklich wirklich willst – indem du möglichst viele Chancen erschaffst. Also, suche dir Kurse, Gelegenheiten, Freizeitgruppen oder sonstige Angebote raus, die dich interessieren. Das, was online startet, kann sich ja durchaus in reale Kontakte verwandeln. Eine offene Haltung der Neugier unterstützt dies: Offenheit gegenüber neuer Technik, aber auch gegenüber neuen Menschen und deren Eigenheiten. Bewerte nicht gleich jeden. An jedem Menschen können wir irgendetwas Besonderes finden – vielleicht ein spannendes Hobby, eine inspirierende Lebenserfahrung oder eine sonstige Gemeinsamkeit. Es lohnt sich, andere nicht sofort in eine Schublade zu stecken. Später kannst du immer noch entscheiden, ob jemand wirklich auf deiner Wellenlänge ist oder dich eher langweilt oder runterzieht.

Manchmal müssen es auch gar nicht neue Kontakte sein. Vielleicht gibt es alte Freundinnen oder Freunde, die sich in diesem Zeiten über einen Anruf freuen würden. Die Welt da draußen ist voll von Möglichkeiten – sowohl derzeit online als auch später wieder persönlich. Es braucht nur die Entscheidung, sich darauf einzulassen und sich nicht sofort wieder abschrecken zu lassen. Ja, es gibt auch Idioten da draußen, seltsame, ätzende und anmaßende Leute. Aber es gibt auch viele warmherzige, offene, neugierige und hilfsbereite Menschen, die es wert sind, gefunden zu werden. Wer selbst bereit ist, anderen etwas zu geben, sie zu unterstützen und für sie da zu sein, wird auch Menschen treffen, die das schätzen und – auf ihre Art und Weise – zurückgeben.

Im Hier und Jetzt – allein UND gemeinsam

Letztendlich gibt es in jedem Leben auch mal Phasen des Alleinseins und der Gemeinschaft. Dies kann sich ja auch phasenweise abwechseln. Egal, in welcher Phase du gerade bist – ob vorübergehend oder längerfristig, ob unfreiwillig oder selbst gewählt. Du kannst immer entscheiden, mit welcher inneren Einstellung du die Zeit erlebst. Kurzum: genieße das allein sein, sei offen für Herzensverbindungen und schließe Freundschaft mit dir selbst! Diese Meditation kann dich dabei unterstützen.

Ich wünsche dir, dass du weiterhin in Zuversicht, guter Energie und Liebe – zu dir selbst wie zu anderen – durch diese Zeit kommst!

Namasté Angela

Tipps und Links

Online-Kurs „Der Glücks-Charakter-Booster“

Meditation für Selbstliebe

Hier findest du zoom-Gruppe-Angebote, z.B. für Lachyoga

Video: 3 Schritte aus der Einsamkeitsfalle

Der beste Erfolgscoach aller Zeiten

Auch wenn viele von uns nicht mehr in die Kirche gehen oder gar ausgetreten sind, feiern wir immer noch sehr gerne Feste wie Ostern und Weihnachten. Meist mit gutem Essen, Geschenken, Familientreffen, Verwandtschaftsbesuchen – sprich, oft auch jeder Menge Stress. Dann sind wir so beschäftigt mit Kuchen backen, Eier anmalen, Baum oder Strauch schmücken, die Wohnung dekorieren oder zu Verwandten fahren, dass wir vergessen, uns der eigentlichen Bedeutung dieser Feiertage bewusst zu werden.

Doch unabhängig davon, ob wir an Gott glauben oder nicht, bin ich der Meinung, dass Jesus – um den es sich ja bei diesen Festen vor allem dreht – ein besonderer Mensch und – nach heutigen Kriterien – ein richtig guter Coach war. Und das hat gar nicht mal etwas mit Religion zu tun, sondern einfach mit dem, was Jesus uns vorgelebt hat und welche Werte und Botschaften er uns vermittelt hat. Dabei ist es egal, ob wir Jesus als eine Art „Heiligen“ oder „Gottes Sohn“ sehen, oder einfach nur als besonderen Mensch, der Gutes getan hat, für Frieden gegangen ist und die Denkweise der Menschen verändert hat – so wie zum Beispiel auch Gandhi, Mutter Teresa oder Nelson Mandela.

Was, wenn Jesus also einfach ein guter „Erfolgscoach“ war? Ich bin davon überzeugt. Denn das, was heutige „Erfolgscoaches“ uns erzählen, hat Jesus schon wie selbstverständlich vor über Zweitausend Jahren vorgemacht und gelehrt. Hier einige seiner „Erfolgsgeheimnisse“, die ich mit euch teilen möchte:

1. Jesus hatte eine Vision

Jesus träumt von einer Welt, in der Liebe, Mitgefühl und Vergebung vorherrschen statt Krieg und Kampf. Er hat diese Vision mit den Menschen geteilt und hat alles dafür gegeben, um diese Vision Wirklichkeit werden zu lassen. Seine Vision für die Menschen und für die Welt war so stark, dass er sogar bereit war, mit seinem Leben dafür zu bezahlen. Er hat ganz klare Werte gehabt und ist für diese gegangen. Auch, wenn diese nicht dem „Establishment“ – also den damaligen Kirchenoberen – entsprochen haben, hat er sich nicht davon abbringen lassen, für diese Werte einzustehen.

2. Jesus hatte den Mut, sich mit seinen Werten zu zeigen

Viele Menschen haben vor allem deshalb Angst, zu ihren Werten zu stehen, weil sie damit auch Gefahr laufen, ausgelacht oder verspottet zu werden. Das Beispiel von Jesus zeigt: Je mehr wir ins Leuchten kommen, umso größer die Gefahr, dass Menschen Angst bekommen und dagegen ankämpfen. Doch Jesus hat sich davon nicht beirren lassen. Er hat sich gezeigt, mit seiner Vision und seinen Werten. Er hat es in Kauf genommen, ausgelacht, verspottet und letztlich sogar hingerichtet zu werden, um seine Botschaft zu verbreiten. Er hat sich auf den Berg gestellt, um zu reden, auf das Boot, überall hin, damit alle Menschen ihn sehen können.

Doch gleichzeitig hat er sich nie als der große, unfehlbare Guru aufgespielt. Er hat das Wohlwollen der Menschen nicht ausgenutzt, um sein Ego aufzupolieren, sondern es ging ihm immer um die Sache. Er ist bei allem immer demütig geblieben, hat anderen Menschen die Füße gewaschen, sich mit Verbrechern und Sünderinnen unterhalten, und er hat jedem vergeben, der sich Fehltritte geleistet hat, sogar wenn es gegen ihn selbst war.

3. Jesus konnte zuhören

Viele heutige Erfolgscoaches hören vor allem eine Person gerne reden: sich selbst. In heutigen Zeiten sind die meisten Menschen vor allem bestrebt, ihren eigenen „Ballast“ loszuwerden, doch sie hören nicht mehr zu. Dieser Trend zeigt sich sowohl in Social Media als auch oft privat. Dialoge, in denen zwei Menschen sich gegenseitig aktiv und aufmerksam zuhören und wirklich auf den anderen eingehen, sind rar geworden. Jesus wusste, wie wichtig es ist, anderen Menschen zuzuhören und sich auf sie einzulassen, ohne sie gleich zu bewerten oder abzukanzeln.

4. Jesus hat das mit dem Storytelling voll drauf gehabt

Damals hat man die heute sehr beliebte Marketing-Technik jedoch noch anders benannt. Sprich: Jesus hat Geschichten erzählt, oder auch „Gleichnisse“. Für jede Botschaft, die er vermitteln wollte, hat er den Menschen eine Geschichte erzählt und sie damit in ihrer Lebenswirklichkeit abgeholt. Ob es die Geschichte von Arbeitern am Weinberg ist, von einer Hochzeit, vom verlorenen Sohn – jeder konnte sich in diesen Geschichten wiederfinden.

5. Jesus hat sich ein gutes Team aufgebaut

Er hat sich seine 12 Jünger zusammen geholt und vermochte es, sie so zu begeistern und zu motivieren, dass sie von sich aus alles getan haben, um Jesus und seine Vision zu unterstützen. Er hat Gutes für sie getan, ihm waren der Zusammenhalt und die Gemeinschaft wichtig, er hat sie gelobt, gefördert und beschenkt.

Und er konnte nicht nur motivieren, sondern auch delegieren – eine Fähigkeit, die leider nicht bei jeder Führungskraft selbstverständlich ist. Er hat anderen zugetraut, seine Aufgaben – zum Beispiel das Taufen – zu übernehmen. Er hat sich ein Team von Menschen aufgebaut, das bedingungslos an ihn geglaubt hat, selbst als sonst kein anderer mehr an ihn geglaubt hat. Und ja, er hat mit Judas auch einen „Verräter“ in seinem Umfeld gehabt. Und ihm vergeben. Was wiederum in sich ein Beispiel dafür ist, dass kein Mensch unfehlbar ist. Auch nicht wir selbst. Und was vielleicht auch zeigt, dass wir mit dieser Fehlbarkeit einfach leben lernen müssen und dürfen.

Aber – war Jesus denn überhaupt erfolgreich?

Jetzt könnte man sich fragen, ob man Jesus überhaupt als einen erfolgreichen Coach bezeichnen kann. Schließlich hat er nicht in Saus und Braus gelebt, keine 5 Rolls-Royce besessen, und am Ende wurde er getötet und verspottet. „Erfolg ist das, was erfolgt, wenn wir aktiv werden“ heißt es immer so schön. Dafür ist ja zunächst die Frage, wie derjenige, der etwas erreichen möchte, sein Ziel definiert und damit auch erkennt, ob er erfolgreich ist oder nicht. Jesus hatte es zum Ziel, neues Bewusstsein unter die Menschen zu bringen. Er wollte Liebe vorleben und den Menschen deutlich machen, dass Liebe und Mitgefühl wichtiger sind als materielle Besitztümer oder Status. Er hat einen Ruck unter die Menschen gebracht und sie zum nachdenken inspiriert.

Und wenn man eines sagen kann: Wenn das Buch, in dem die Geschichte eines Menschen beschrieben ist, über Jahrtausende zum Dauerbestseller wird, wenn eine ganze Bewegung entstanden ist, die aus dieser Botschaft hervor geht, ja sogar eine neue Zeitrechnung beginnt – na, wenn man das nicht erfolgreich nennen kann, dann wüsste ich nicht, was sonst! Egal also, ob du an Religion glaubst, an Jesus als Heiligen, an die Bibel oder daran, ob er wirklich gelebt hat oder nicht – wir können uns auf jeden Fall etwas von ihm abgucken.

In dem Sinne wünsche ich dir Glück und Erfolg!

Alles Liebe

Angela

Du möchtest Unterstützung bei der Umsetzung dieser Tipps? Dann komm in meinen nächsten Kurs…

Glückstipps: Wie du Jesus‘ Erfolgsgeheimnisse auch heute für dich nutzen kannst

 

1. Formuliere deine Vision

Wie möchtest du das nächste Jahr erleben? Ja, es gibt bestimmte äußere Umstände, die nicht veränderbar sind. Wir wissen nicht, wann das Leben wieder normal wird. Aber je klarer deine Absicht, was DU im neuen Jahr erleben möchtest, umso größer die Wahrscheinlichkeit, dass es auch eintritt. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, deine Vision zu formulieren – schreibe sie auf, suche dir Bilder heraus für ein Vision Board oder Mind Movie oder suche dir eine schöne Meditation, um in dein gewünschtes Zukunftsbild hinein zu gehen. Das SMILE-Programm unterstützt dich dabei…

2. Stehe zu deinen Werten

Sei dir deiner Werte klar und zeige dich damit – du kannst es nicht jedem Recht machen, also gehe dafür und trau dich, zu leuchten und deine Werte vorzuleben!

3. Höre zu

Nutze jede Gelegenheit, um anderen Menschen zuzuhören – das kann auch am Telefon oder in der Videokonferenz sein – versuche, dich wirklich in sie hinein zu fühlen und stell dir vor, du wärst an ihrer Stelle – wie würdest du selbst reagieren, was würdest du tun in ihrer Situation? Achte aber auch darauf, keine ungefragten „Coaching-Tipps“ zu geben.

4. Erzähle Geschichten

Was hast du zu erzählen? Wie kannst du eine Botschaft anhand von Geschichten, Bildern oder Beispielen vermitteln? Frage dich, ob das, was du erzählen möchtest, in die Lebenswirklichkeit der anderen passt und finde Ideen und Beispiele, um sie dort abzuholen. Sieh es als Spiel, das manchmal so richtig Spaß machen kann! So zeigt es zumindest meine eigene Erfahrung.

5. Suche dir ein gutes Team

Ob beruflich oder privat – du kannst selbst dein Umfeld gestalten. Tu den Menschen in deinem Umfeld Gutes, motiviere sie und gib auch Verantwortung ab. Statt dich zu beschweren, dass du alles alleine machen musst, delegiere immer wieder Aufgaben und lass dann los. Erwarte am Anfang nicht zu viel Reaktion, aber Schritt für Schritt kann sich etwas verändern. Gestehe dir selbst und anderen zu, dass keiner perfekt ist.

Viel Spaß und viel Erfolg damit!

Angela

11 ernst zu nehmende Fakten über das Lachen

Witze, hahaha

„Was ist grün, hat einen Rückenpanzer und sitzt im Gefängnis?

Mein Sohn blickt von der Apotheken-Kinder-Zeitschrift „medizini“ auf, in der er die Witze-Seite aufgeschlagen hat. „Keine Ahnung“, sage ich. Er: „Die Schuldkröte!“

Ich bin dran und lese weiter: „Treffen sich zwei Fremde. Sagt er eine zum anderen: „Sie wirken so nervös.“ Sagt der: „Ja. Ich habe vor Jahren einen Bumerang weggeworfen. Seitdem lebe ich in Angst.““

Mein Sohn ist am Zug: „Wo spielen die besten Pilze Fußball?“ Ich: „Keine Ahnung.“ Er: „In der Champignons League.“

Wir lachen uns schlapp. Können uns gar nicht mehr einkriegen. Abends im Zoom-Call erzähle ich die Witze meinen Trainerkolleg:innen. Auch hier entsteht viel Gelächter und sofort gute Stimmung! Und das, obwohl ich doch auf meinen Lachyoga-Seminaren immer erzähle, dass das Lachen über Witze nicht so wirkungsvoll ist wie das länger andauernde und bewusst initiierte „Lachen ohne Grund“. Doch letztendlich gilt: Wie wir ins Lachen kommen, ist am Ende völlig egal. Hauptsache, wir lachen oft, viel und gerne! Das lohnt sich allemal – nicht nur, weil der Volksmund es sagt. Sondern auch, weil zahlreiche wissenschaftliche Studien belegen, wie gesund das Lachen ist. Ein paar Fakten dazu habe ich hier zusammen getragen. Und die sollten wir durchaus ernst nehmen.

1. Lachen stärkt das Immunsystem

Mehrere Universitäten konnten bereits in den 90er Jahren die Wirkung des Lachens auf das Immunsystem belegen. Unter anderem die University of Waterloo in Ontario (Psychologe Herbert Lefcourt). Sie ließen Probanden 10 Minuten lang Sketche anschauen und nahmen dann die Blutwerte. Demzufolge hatten diese deutlich mehr Immunglobuline  – also Antikörper für die Immunabwehr – im Blut, als die Teilnehmer:innen einer Kontrollgruppe. Auch fand man anhand von mehreren Studien heraus, dass der Körper nach dem Lachen mehr natürliche Killerzellen (NK-Zellen) produzierte (z.B. Mary P. Bennett, Western Kentucky University in Bowling Green). Wir sollten also nicht immer gleich auf Medikamente setzen, sondern können auch so jederzeit etwas für unser Immunsystem tun – und noch Spaß dabei haben!

2. Lachen senkt das Schmerzempfinden

Die Psychologin Deborah Hudak vom Allegheny College in Meadville (Pennsylvania, US) hat mit leichten Elektroschocks die Schmerempfindlichkeit ihrer Proband:innen gemessen. Diejenigen, die vorher eine lustige Komödie angesehen hatten, reagierten weniger empfindlich als diejenigen, die einen ernsten Film angeschaut hatten. Dies wird vor allem darauf zurückgeführt, dass beim Lachen Endorphine ausgeschüttet werden, die wiederum die Weiterleitung von Schmerzsignalen an das Gehirn bremsen. Bei einer ähnlichen Studie sollten die Probanden ihre Hände in eiskaltes Wasser tauchen, was ebenfalls die „Lachgruppe“ besser verkraftete. In der Schmerztherapie wird daher das Lachen immer häufiger als begleitende Maßnahme eingesetzt.

3. Lachen aktiviert Glückshormone

Laut Humanbiologen Carsten Niemitz wird beim Lachen verstärkt Serotonin ausgeschüttet. Serotonin ist ein „Neurotransmitter“ – ein Botenstoff, der in unserem Nervensystem Informationen von einer Nervenzelle zur anderen weitergibt. Serotonin beeinflusst zahlreiche Prozesse, zum Beispiel unsere Emotionen, das zentrale Belohnungssystem, Stimmung und Antrieb sowie den Schlaf-Wach-Rhythmus. Manche Mediziner vermuten, dass ein Mangel an Serotonin zu psychischen Erkrankungen wie Depressionen oder Angststörungen führt. Serotonin wird daher gerne als „Glückshormon“ bezeichnet.

Laut Humorforscher Michael Titze gibt es zudem Hinweise, dass die Produktion von Endorphinen bei intensivem Lachen gefördert wird. Endorphine sind körpereigene Hormone und werden ebenfalls als „Glückshormone“ bezeichnet. Wenn wir mit Endorphinen vollgepumpt sind, gelangen wir in einen fast rauschartigen Zustand der Euphorie und fühlen uns rundum zufrieden. Endorphine wirken nicht nur stimmungsaufhellend, sondern haben auf mehrere Körperfunktionen einen positiven Einfluss – zum Beispiel auf Schlaf, Immunsystem, Sexualhormone, Stress und Hungergefühl. Na, wenn das mal keinen Lach-Versuch wert ist!!

4. Lachen hilft gegen Stress

Bei weiteren Studien hat man festgestellt, dass durch Lachen die Stresshormone Adrenalin und Kortisol im Blut sinken. Dadurch wird ein Entspannungseffekt erzeugt, der die Pulsfrequenz und auch den Blutdruck in den Adern senkt. Außerdem sind Menschen durch das Lachen auch mental besser gegen Stress gewappnet, so der Humorforscher Herbert Lefcourt. Seine Probanden konnten z.B. besser unter Zeitdruck schwierige Rechenaufgaben lösen, nachdem sie herzhaft gelacht hatten. Auch der Muskeltonus war noch bis zu 45 Minuten nach dem „Lachprogramm“ gesenkt, woraus man auf einen sehr entspannten Zustand schließen konnte. Wie schön wäre doch die Vorstellung, dass die Menschen auch nur einen Tick gelassener durchs Leben gehen könnten. Ich bin davon überzeugt: Viele Streits, viel Nerv, viel Stress würde sich von selbst erledigen. Und alles ein bisschen bunter und freundlicher werden.

5. Lachen lindert Diabetesfolgen

Gemeinsam mit dem Diabetesspezialisten Stanley Tan führte Psychologie-Professor Lee Berk (Loma Linda University) eine Studie mit Diabetes-Patient:innen durch. Die Hälfte sollte zusätzlich zu den üblichen Medikamenten täglich eine halbe Stunde einen lustigen Film anschauen. Die positiven Auswirkungen zeigten sich bereits nach zwei Monaten: Bei der „Lachgruppe“ waren nicht nur die Stresshormone Adrenalin und Noradrenalin gesenkt, sondern auch die Werte für Blutfette und Entzündungsreaktionen. Dies wiederum bedeutet ein geringeres Risiko für Arterienverkalkung und „Arteriosklerose“, was normalerweise eine typische Spätfolge der Diabetes-Erkrankung ist und im Herzinfarkt enden kann. Nach einem Jahr war außerdem die Konzentration des „guten“ HDL-Cholesterins bei den Proband:innen um ein Viertel angestiegen. Dieses „gute Cholesterin“ sorgt dafür, dass „schlechtes“ LDL-Cholesterin entsorgt wird und somit die Gefäße geschützt werden. So kann man also mit Lachen nicht nur Diabetes-Spätfolgen mindern, sondern auch Herzinfarkt vorbeugen.

6. Lachen trainiert die Bauch- und Rückenmuskulatur

Bei einer Studie der Universität Münster (Ulrich Rehmes mit Prof. Heiko Wagner) wurde die Muskelaktivität von Probanden anhand von Elektroden gemessen. Erst bei gängigem Bauchmuskeltraining und Rückenübungen, dann bei Lachyoga-Übungen. Die Ergebnisse zeigten, dass die Muskelbeanspruchung während des Lachens ähnlich wie bei physiotherapeutischen und rückenstärkenden Fitness-Übungen war – oftmals sogar stärker. Eine gute Nachricht für alle Fitness-Studio-Muffel!

7. Lachen verbraucht Kalorien

In einer Untersuchung der Vanderbilt University, Nashville (Maciej Buchowski) ließ man die Teilnehmer:innen lustige Videos ansehen und maß dabei verschiedene Werte: Herz- und Atemfrequenz, stärkeres Lachen, verbrauchten Sauerstoff und ausgeatmetes Kohlendioxid. Anhand dessen konnten die Experten folgern, dass bei 10-minütigem herzhaften Lachen um die 50 Kalorien verbraucht wurden. Dies entspricht immerhin der Hälfte des Kalorienverbrauchs, den man im gleichen Zeitraum beim Krafttraining hätte.

8. Lachen verbindet

Laut Neuro- und Kognitionsforscherin Sophie Scott stärkt Lachen die sozialen Bindungen – zumal es häufig in der Kommunikation als Ausdrucksmittel eingesetzt wird. Oft wird sogar in „normalen“ oder langweiligen Gesprächen das Lachen eingesetzt – dabei lachen Menschen bis zu 7 Mal in 10 Minuten. Telefonieren ist für eine solche heitere Verbindung eher ungeeignet: Laut Psychologen Robin Dunbar lacht man mehr und ist hinterher glücklicher bei Gesprächen, in denen man sich gegenseitig sieht. Ob man dabei persönlich spricht oder per Video (z.B. Skype oder Zoom), ist nicht entscheidend. Diese Erkenntnis verschafft Zuversicht, gerade in Zeiten, in denen wir lock-down-bedingt sehr auf die Video-Connection angewiesen sind.

Scott betont außerdem: wenn wir gegenüber anderen Menschen lachen, dann zeigen wir ihnen, dass wir sie mögen. Gemeinsam ist es leichter, über Missgeschicke und Ärgernisse zu lachen. Lachen hilft uns, unsere Emotionen zu regulieren, wo wir sonst vielleicht übereagieren würden. „Lachen verbindet“ – aus gutem Grunde ist dies mein Markenzeichen und Lieblings-Slogan!

9. Lächeln verlängert das Leben

Ernest Abel und Michael Kruger von der Wayne State Universität in Michigan haben Fotos von Baseball-Spielern in drei Stufen ausgewertet. Die Forscher prüften 184 Spieler, die mit der Zeit gestorben waren und verglichen deren Lebensjahre mit dem Lächeln auf den alten Bildern (Studie: „Smile Intensity in Photographs Predicts Longevity“). Es zeigte sich: Diejenigen mit dem strahlendsten Lächeln hatten ein sieben Jahre längeres Leben! Sie wurden im Schnitt 79, die ernsten Menschen nur 72 Jahre alt. Wer also damals schon glücklich und optimistisch eingestellt war, schien auch ein gesünderes und erfüllteres Leben zu leben.

Ähnliche Ergebnisse erzielten Lee Anne Harker und Dacher Keltner von der Universität von Kalifornien in Berkeley. Sie analysierten die Frauenbilder in College-Jahrbüchern anhand der Stärke ihres Lächelns. 30 Jahre später folgte die Auswertung. Die Gruppe der strahlend Lächelnden (50 von 114) war überwiegend glücklich verheiratet und erzielte Höchstwerte bezüglich physischer und psychischer Gesundheit.

10. Lachen braucht keinen Humor

Der Hauptgrund, warum wir lachen, ist die Ansteckung durch andere, sagt Kognitionsforscherin Sophie Scott. Dabei sei es gar nicht so wichtig, worüber der andere lacht. Wir lachen einfach darüber mit, dass derjenige lacht. Babys und sogar einige Säugetiere lachen, ohne dass sie Humor oder Witze kennen. Der Psychologe Jaak Panksepp nennt Lachen eine Einladung zum Spiel. Dies passiert bei Säugetieren (z.B. wenn sie gekitzelt werden) und auch bei Babys und Kleinkindern. Aus gutem Grunde kultivieren wir auch bei der Methode Lachyoga die kindliche Verspielthteit. Das macht kreativ und ausgelassen.

11. Humor macht glücklich

Der Psychologe Willibald Ruch führte eine Online-Befragung mit 2.500 Personen durch. Dafür hatte er einen Fragebogen entwickelt, der die Humorneigung der Menschen erfasst (State-Trait-Heiterkeitsinventar). Dieser unterscheidet zwischen der vorübergehenden Stimmung (State) und der dauerhaften Neigung, auf humorvolle Dinge zu achten oder selbst humorvolle Dinge zu tun (Trait). Diejenigen mit der größeren Humorneigung hatten eine höhere Lebenszufriedenheit.

Lachen über Comedy oder Lachyoga – was ist besser?

Bezüglich der hier beschriebenen Wirkungen ist es zunächst unerheblich, ob das Lachen durch lustige Filme, Comedy, die Ansteckung durch andere oder selbst initiiert wird – wie z.B im Lachyoga. Wenn wir uns Comedy anschauen, lachen wir ja nicht die ganze Zeit laut, sondern schmunzeln oft eher in uns hinein. Beim Lachyoga initiieren wir das Lachen selbst über das „so tun als ob“. Auch das „so tun als ob“ wirkt schon auf den Körper und das Gehirn. Noch entscheidender ist es allerdings, dass wir – je öfters wir dies „üben – umso leichter in das „echte Lachen“ hinein kommen. Hier hilft dann auch der Ansteckungseffekt – und der funktioniert auch virtuell, wie wir gelernt haben. Denn Lachyoga findet meist in der Gemeinschaft statt, egal ob live oder per Zoom-Konferenz. Hinzu kommt beim Lachyoga – oder auch bei verschiedenen Formen der Humortherapie – dass hier die eigene Situation positiv umgedeutet werden kann. Stress wird lachend losgelassen, Wünsche lachend an das Universum geschickt, der erhobene Zeigefinger macht plötzlich richtig Spaß und das „über sich selbst lachen“ wird zur Königsdisziplin.

Let’s laugh!

So oder steht fest: Wer viel lacht, lebt gesünder und glücklicher! Laut Psychologen Nicolas Guéguen empfehlen mittlerweile sogar viele Mediziner, Humor und Lachen in die ärztliche Ausbildung zu integrieren, zum Beispiel in Form von Lachyoga oder mit Übungen zur bewussten kognitiven Umdeutung. Hinzu kommt: Wer viel lacht, hat eine positive Ausstrahlung, bringt diese in das eigene Umfeld hinein und sorgt dafür, dass auch andere Menschen glücklich sind. Also: Lasst uns dem Virus trotzen und unsere eigene Lach Epidemie starten!

Love & Laughter

Angela

 

Du möchtest mehr Lachen und Leichtigkeit in dein Leben bringen? Dann komm zum nächsten Kurs, lerne effektive Methoden kennen und verbinde dich mit Gleichgesinnten!

 

„Humor ist grundsätzlich ein gutes Ventil in schlechten Zeiten. Allerdings gilt auch da unbedingt das Prinzip: mit Maß, Ziel und Fingerspitzengefühl.“ Gerd Dudenhöffer, Kabarettist

Hinderliche Glaubenssätze loslassen in 4 Schritten

Corona spaltet die Gemüter. Die einen haben Angst vor Ansteckung, die anderen vor Unterdrückung, die nächsten vor beruflicher Pleite. Jeder behauptet für sich, die „Wahrheit“ erkannt zu haben – und untermauert dies mit Argumenten, Bildern und vermeintlich wissenschaftlichen Beweisen. Doch gibt es die EINE Wahrheit? Letztendlich wissen wir es nicht. Das einzige, was wir wissen, ist die Tatsache, dass wir niemals ALLES wissen werden. Egal, wie weit die Wissenschaft sich entwickelt, verfeinert und immer neue Ergebnisse liefert. Die Wissenschaft wird nie alles erklären können. Es bleibt immer ein Stückchen nicht Erklärbares übrig. Jeder von uns kann immer nur eine Perspektive, einen Aspekt der gesamten Wahrheit sehen– wenn es sie denn überhaupt gibt.

Ein gutes Beispiel dafür ist das Gleichnis von den Blinden und dem Elefanten. Von mehreren Blinden, die einen Elefanten ertasten sollen, beschreibt jeder etwas anderes. Der Blinde, der das Bein befühlt, sagt, dass ein Elefant wie eine Säule ist. Derjenige, der den Schwanz abtastet, merkt, dass ein Elefant sich wie ein Seil anfühlt. Der, der den Stoßzahn erkundet, erkennt die Ähnlichkeit des Elefanten mit einer stabilen Röhre etc. (ausführliche Geschichte, siehe unten).

Was ist die Realität? Und wenn ja, welche?

Laut Hirnforschung kann unser Gehirn nur 0,0004% der Sinneswahrnehmungen, die auf uns einprasseln, bewusst verarbeiten. Der Rest geschieht unbewusst oder über Automatismen. Doch wie entscheidet das Gehirn, was es aus diesen Sinneswahrnehmungen macht und welches Gefühl dadurch ausgelöst wird? Dafür wendet es an, was es bisher gelernt hat. Hier kommen die „Glaubenssätze“ ins Spiel, die wir bisher im Leben mitbekommen haben. Zum Beispiel, was wir als Kind von Eltern, Lehrern oder anderen Bezugspersonen gehört haben. Was die „Gesellschaft“ oder Medien uns vermitteln, oder auch, was später Chefs und Vorgesetzte uns lehren.

Wie Glaubenssätze sich selbst verstärken

Dies können negative Glaubenssätze sein, allgemeine gesellschaftliche oder moralische Werte oder auch idealistische Vorstellungen, die wir durch Hollywood-Filme oder Social Media suggeriert bekommen. Zum Beispiel

  • „du schaffst das eh nicht“
  • „erst die Arbeit, dann das Vergnügen“
  • „es gibt nur DEN einen Traumpartner für dich – den musst du finden“
  • „ich bin schön und glücklich – du auch?“

Natürlich gibt es auch gute und wichtige „Glaubenssätze“, die Menschen motivieren oder eine Gesellschaft zusammen halten. Zum Beispiel

  • „Solidarität zählt“
  • „die Schwächeren zuerst“
  • „ich glaube an dich“, „du schaffst das“ etc.

Dennoch bekommen die meisten Menschen im Laufe ihres Lebens eher negative Dinge zu hören oder zu lesen als ermutigende Worte. Laut einer Studie der Harvard University hat ein 18-jähriger Mensch im Laufe seines bisherigen Lebens schon 180.000 negative Suggestionen gehört. Das prägt. Denn all das, was wir erleben, wird durch die „Brille“ unserer Wahrnehmung gesehen und eingeordnet. Wenn ich bei einer Prüfung durchfalle, bekommt das Gehirn die Bestätigung für „du schaffst es nicht“. Wenn ich verlassen werde, bestätigt sich meine Grundhaltung, dass alle Männer Schweine sind. So wird diese selektive Wahrnehmung immer wieder gefestigt. All das, was nicht hinein passt (zum Beispiel bestandene Prüfungen oder gute Erfahrungen mit Männern), wird ausgeblendet.

Corona – wie können wir mehr Verständnis entwickeln?

Wenn wir uns bewusst machen, dass die Denkweise jedes einzelnen individuell geprägt ist, dann kann es uns helfen, unterschiedliche Sichtweisen bezüglich Corona besser zu verstehen. So kann es Menschen, die schon als Kind Kontrolle oder Repression erlebt haben, schwerer fallen, Anordnungen „von oben“ – wie Maskenpflicht oder Versammlungsverbote – zu akzeptieren. Wer schon nahestehende Angehörige durch Krankheit verloren hat, macht sich vielleicht eher Sorgen, dass dies durch Corona passieren könnte. Wer gelernt hat, dass Solidarität und Zusammenhalt wichtiger sind als eigene Interessen, stellt möglicherweise die Interessen anderer ungefragt vor die eigenen Bedürfnisse. Wer schon immer rebellisch veranlagt war, fällt evtl. in die alte rebellische Verhaltens- und Denkweise zurück. Wer selber „Risikoperson“ ist oder schonmal schwer krank war, hat vermutlich mehr Angst vor einer Ansteckung als jemand, der jung, dynamisch und fit ist. Bei Corona geht es offenbar nicht mehr um die Frage, was richtig und was falsch ist. Sondern darum, sich bewusst zu machen, dass jeder nur einen Ausschnitt der Wahrheit sieht – SEINEN bzw. IHREN Ausschnitt.

Wenn Glaubenssätze zu Hindernissen werden

Nicht alle Glaubenssätze sind an sich falsch oder schlecht. Vielleicht hat der Spruch „ohne Fleiß kein Preis“ schon so manchem Menschen geholfen, seinen Allerwertesten von der Couch hoch zu kriegen. Der Satz „sei dankbar“ wird oft falsch verstanden, trägt aber auch die wichtige Botschaft in sich, dass Wertschätzung eine der wichtigsten Voraussetzungen für ein zufriedenes Leben ist. Doch so manche Glaubenssätze und Denkmuster, die wir früher eingeimpft bekommen haben, können zu großem Stress führen oder sogar zum Hindernis werden, wenn wir uns weiterentwickeln wollen, oder bestimmte Ziele und Visionen umsetzen wollen.

„Du schaffst es eh nicht“ ist der Killer für jede große und auch kleine Vision. Ein „Du darfst nicht scheitern“ führt entweder dazu, dass Menschen gar nicht erst mit etwas anfangen (siehe auch den Blog zum Thema „Stress“), oder dass sie ihr Scheitern niemals eingestehen (siehe jüngst Trumps Reaktion auf die verlorene Präsidentschaftswahl). Du willst einen Marathon laufen? Wenn du subtil nicht daran glaubst, es schaffen zu können, dann wird vielleicht eine Verletzung dich daran hindern, weiter zu trainieren, selbst wenn es körperlich wieder geht. „Es hat nicht sollen sein“ ist dann oft eine gute Ausrede.

Du glaubst, du hast es nicht verdient, glücklich zu sein? Du darfst dich nicht ausgelassen freuen, tanzen, lachen, Spaß haben? Dann könnte es sein, dass immer dann etwas “dazwischen kommt“, wenn du an dem Punkt bist. Auf einem unserer Urlaubs-Retreat habe ich es mal erlebt, dass eine Teilnehmerin so ausgelassen tanzte wie vielleicht nie zuvor. Genau im Moment der größten Freude knickte sie mit dem Fuß um und der Spaß war vorbei – Arzt, Krankenhaus, Schmerzen… den Rest des Seminars konnte sie nur noch mit Einschränkungen genießen.

Glaubenssätze integrieren – in 4 Schritten

Was können wir also tun, wenn wir uns verändern wollen, aber uns doch immer wieder die verflixten Glaubenssätze einen Strich durch die Rechnung machen und uns blockieren? Dazu erstmal die gute Nachricht: Unser Gehirn kann sich in jedem Alter verändern (siehe auch den Blogartikel „von innen nach außen“). Wir können alte, hinderliche Glaubenssätze Schritt für Schritt durch neue Denkweisen ersetzen.

Meine Erfahrung aus der Arbeit mit vielen Seminarteilnehmer/innen zeigt: Es macht keinen Sinn, einen alten Glaubenssatz auslöschen oder ausmerzen zu wollen. Wenn wir darauf unseren Fokus richten, dann kann dies eher kontraproduktiv wirken – denn Energie folgt der Aufmerksamkeit. Statt dessen kann folgende Vorgehensweise hilfreich sein:

1. Sich des hinderlichen Glaubenssatzes bewusst werden

Oft machen wir uns selbst etwas vor und merken es nicht einmal, dass es alte Denkweisen sind, die uns blockieren – wir denken dann, „es hat nicht sollen sein“, „ich bin nicht der Typ dafür“ oder „es passt halt gerade nicht.“ Hier kann es helfen, sich all diese Sätze aufzuschreiben und anzuschauen. Soll es gerade nicht sein oder mache ich mir nur selbst etwas vor?

2. Einen positiven Gegenpol setzen

Es klingt vielleicht erstmal komisch, aus einem „ich muss perfekt sein“ ein „ich bin gut so wie ich bin“ zu konstruieren. Kann das gehen, sich selbst etwas einzureden, woran man selbst noch nicht mal glaubt? Es geht dann, wenn man den alten Glaubenssatz nicht „verteufelt“. Und damit geht es zum nächsten Schritt.

3. Den alten Glaubenssatz integrieren

Wir können Gewohnheiten oder Denkweisen, die wir über viele Jahre gelernt haben, nicht einfach auslöschen. Aber wir können den positiven Aspekt betrachten, die Botschaft annehmen und dann den Fokus neu ausrichten. „Du musst perfekt sein“ hat uns möglicherweise tatsächlich geholfen, zu Höchstleistungen imstande zu sein. Und doch dürfen wir auch den Perfektionismus loslassen, wenn er uns die Lebensqualität raubt.

4. Die neue Affirmation zur Gewohnheit machen

Es gibt viele Möglichkeiten, das Gehirn mit neuen, erwünschten Denkweisen und Qualitäten zu füttern. Zum Beispiel durch tägliche Wiederholung der Affirmationen. Die Kombination mit Body Moves macht dies noch effektiver. Hier einige Übungen für dich:

Füllhorn des Glücks

Ich bin einzigartig, du bist einzigartig…

Powerübung „Qualitäten verankern“

Du möchtest wissen, wie du nachhaltig und effektiv alte Glaubenssätze loslassen und neue Qualitäten in dein Leben integrieren kannst? Dann komm in das SMILE-Programm und mach jetzt den Happiness Check….

Ich wünsche dir eine schöne Zeit mit vielen bewussten und positiven Gedanken!

Namasté, Angela

 

 

Gleichnis: „Die Blinden und der Elefant“

Blinde Menschen werden von ihrem Lehrmeister gebeten, durch Betasten zu ermitteln, was ein Elefant eigentlich ist. Keine blinde Gefolgschaft wollte der Lehrmeister, sondern die Selbsterfahrung. Dazu sollte jeder Blinde für sich einen – jeweils unterschiedlichen – Körperteil des Elefanten ganz genau untersuchen. Hätten Sie als sehender Mensch den Mut, einen wirklich enorm großen Elefanten zu betasten? Die Blinden vertrauen ihrem Lehrmeister und wagen die Berührung. Ihr Vertrauen gibt ihnen die Sicherheit, ihrer Neugierde zu folgen und sich für eine neue Erfahrung zu öffnen. Jeder untersucht den ihm zugewiesenen Körperteil mit seinen Händen, um zu begreifen, was ein Elefant ist. Dann beschreiben und vergleichen sie ihre Erfahrungen miteinander und stellen fest, dass jede individuelle Erfahrung – je nach Perspektive – zu ihrer eigenen ganz individuellen Schlussfolgerung führt:

  • Der Blinde, der das Bein befühlt, sagt, dass ein Elefant wie eine Säule ist.
  • Der, der die Schwanzspitze anfasst, erkennt im Elefanten so etwas wie eine Bürste.
  • Derjenige, der den Schwanz abtastet, merkt, dass ein Elefant sich wie ein Seil anfühlt.
  • Der, der den Rüssel befühlt, spürt, dass ein Elefant Ähnlichkeit mit einem Pflug hat.
  • Der, der das Ohr inspiziert, entdeckt, dass ein Elefant wie ein Handfächer ist.
  • Der, der den Bauch berührt, bemerkt, dass ein Elefant sich wie eine Wand anfühlt.
  • Der, der den Rücken betastet, entdeckt so etwas wie einen Mörser im Elefanten.
  • Der, der den Stoßzahn erkundet, erkennt die Ähnlichkeit des Elefanten mit einer stabilen Röhre.

Als die Blinden in Streit darüber geraten, wer denn jetzt richtig läge, erklärt ihnen der Lehrmeister, dass sie alle Recht hätten. Der Grund für die verschiedenen Perspektiven sei, dass jeder von ihnen einen anderen Teil des Elefanten berührt habe. Denn in Wahrheit hat ein Elefant all die Eigenschaften, die die Blinden beschrieben haben. Und noch viele mehr als diese. Wie Realität wahrgenommen wird und als Wirklichkeit auf uns wirkt, hängt unmittelbar mit der eigenen Erfahrung zusammen. Und so gibt es eben nicht die eine Realität, sondern ganz unterschiedliche Blickwinkel und Wahrnehmungen davon, die alle gut neben einander gelten gelassen werden könnten.

Angela Mecking

Zeit zum Energie aufladen – die acht Gebote des Genießens

Keine Zeit?

Gibt es bei dir auch so Momente im Leben, in denen du nur noch funktionierst und versuchst, alles erledigt zu kriegen? Und du trotzdem abends das Gefühl hast, nichts geschafft zu haben? Ich muss gestehen, ich ertappe mich regelmäßig dabei. Ich versuche dann, meine Tage wieder bewusster zu planen und mir weniger vorzunehmen. Das klappt mal gut, mal nicht so gut.

In meinem Umfeld bekomme ich mit, dass es vielen so geht: vor lauter Stress kommen wir nicht mehr dazu, die Dinge zu tun, die uns mit neuer Energie aufladen, die uns entspannen und gut tun. Wenn wir jedoch anfangen, auf Sport, Yoga, Meditation oder Ruhephasen zu verzichten, dann haben wir im ersten Moment vielleicht etwas Zeit gespart. Doch was haben wir von dieser gewonnenen Zeit, wenn uns irgendwann die Puste ausgeht? Wir immer öfters schlapp, müde oder unkonzentriert sind? All die Aufgaben, die sich türmen – beruflich wie privat – sind damit weder schneller noch besser erledigt. Und Spaß macht es schon gar nicht mehr.

Schärfe deine Axt

Wenn ich mich dabei erwische, mal wieder lustlos im Internet zu surfen und nichts auf die Reihe zu kriegen, dann weiß ich: Es ist mal wieder Zeit, meine Axt zu schärfen. Dieses Bild finde ich sehr passend – es basiert auf der „Geschichte vom Holzfäller“, in der genau dieses Paradox beschrieben wird: Es geht dabei um einen ehrgeizigen Holzfäller, der sich wahnsinnig anstrengt, um möglichst viele Bäume zu fällen und jeden Tag noch mehr Arbeit zu schaffen (gesamte Geschichte, siehe unten). Es klappt aber nur dürftig, so sehr er sich auch anstrengt. Als ihn der Vorarbeiter nach ein paar Tagen fragt, ob er denn schon seine Axt geschärft habe, entgegnet der Holzfäller: „Nein, dazu hatte ich keine Zeit“.

Wofür nimmst du dir keine Zeit – obwohl du vielleicht weißt, dass es dir gut tun und dir Energie geben würde? Wo kommt bei dir die Erholung, wo das Genießen zu kurz? Mit anderen Worten: Wo und wie kannst du deine Axt wieder schärfen?

Warum sind Pausen so wichtig?

Im Leistungssport hat man längst erkannt, dass die Regenerationszeiten genauso wichtig sind wie die Trainingszeiten selbst. Wer für einen Marathon trainiert, sollte nicht kurz vorher jeden Tag die Strecke laufen, sondern Zeit für den Energieaufbau einplanen.

Auch im Arbeitsalltag weiß man längst, dass Pausen die Leistung erhöhen. Gerade mehrere Pausen über den Tag verteilt wirken sich positiv auf die Wachheit und Konzentrationsfähigkeit aus. Dabei ist es jedoch wichtig, diese Pausen bewusst zu genießen. Also lieber einen „Power Nap“, einen Spaziergang oder eine kleine Entspannungseinheit einlegen statt mit dem Pausenbrot am Monitor zu hängen und wahllos im Internet zu surfen.

Kreativitätsforscher (z.B. Ernst Pöppel, Münchner Institut für Medizinische Psychologie) halten Momente der „geistigen Ruhe“ für die wichtigsten Phasen, in denen Kreativität überhaupt entstehen kann. Nicht ohne Grund kommen gute Ideen uns eher in der Badewanne als im Konferenzraum (siehe auch Blogartikel „Flow“).

In der Hirnforschung hat man festgestellt, dass im Leerlauf-Modus – also wenn das Gehirn gerade keine bestimmte Aufgabe zu erledigen hat – nochmal ganz andere Hirnregionen aktiv sind als im Arbeitszustand. Man geht davon aus, dass in solchen Momenten alles Gelernte nochmal sortiert und verarbeitet wird – genauso wie es ja auch im Schlaf geschieht.

Glücksmomente und Genuss

Wann immer du also denkst, keine Zeit für Erholung, Sport oder Meditation zu haben, halte kurz inne  und erinnere dich daran, dass eine Pause deine Produktivität und Kreativität sogar erhöht. Mit dem Wissen fällt es dann schon viel leichter, Entspannung oder „kreativen Leerlauf“ zuzulassen – zumindest mir.

Dazu gehört auch, bewusster die kleinen und schönen Dinge im Leben – die „Glücksmomente“ (siehe Blogartikel dazu…) – zu genießen, statt genervt durch den Alltag zu hetzen. Hierbei helfen Dankbarkeit, Wertschätzung, Achtsamkeit, und – Lachen!

Es gibt sogar eine Therapieform, die auf „Genusstraining“ ausgerichtet ist: „Euthyme Therapie.“ Darunter versteht man alles, was uns und unserer Seele gut tut. Es geht dabei um die Förderung von Freude, Ausgeglichenheit, Wohlbefinden und Genuss – also letztlich um die Stärkung von Ressourcen. Auch das Erleben über unsere fünf Sinne – Schmecken, Riechen, Tasten, Sehen und Hören – ist dabei wichtig. Basierend auf den Erkenntnissen jahrelanger Arbeit mit dieser Therapieform haben Rainer Lutz und Eva Koppenhöfer die „Acht Gebote des Genießens“ entwickelt. Vielleicht inspirieren sie auch dich, dir bewusst Gutes zu tun und deine Energien regelmäßig wieder aufzuladen.

Acht Gebote des Genießens

1. Gönne dir Genuss

Viele Menschen erlauben es sich nicht, einfach etwas zu genießen. Sie haben dabei Schuldgefühle („ich müsste ja eigentlich noch“, „die Arbeit türmt sich“) oder ein schlechtes Gewissen. Doch der Spruch „erst die Arbeit, dann das Vergnügen“ hat uns lang genug das Leben schwer gemacht. Warte nicht, bis alles erledigt ist, sondern genieße jetzt!

2. Nimm dir Zeit zum Genießen

Lass die Gedanken los, was noch alles zu erledigen ist – jeder kleinste Augenblick ohne Zeitdruck ist Gold wert.

3. Genieße bewusst

Richte deine Aufmerksamkeit auf das, was du JETZT – in diesem Augenblick – tust und sei achtsam und voll dabei. Tu nur eine Sache zur Zeit statt viele Dinge gleichzeitig.

4. Schule deine Sinne für Genuss

Fühle, schmecke, höre, rieche – je bewusster du dein Umfeld in solchen „Genussmomenten“ wahrnimmst, umso mehr setzt du Anker für gute Gefühle und Erfahrungen.

5. Genieße auf deine eigene Art

Die einen lieben Bergsteigen – die anderen können am Meer abschalten. Finde heraus, was dir gut tut und suche Gelegenheit dafür.

6. Genieße lieber wenig, aber richtig

Immer mehr Konsum führt nicht dazu, dass wir mehr genießen, sondern kehrt sich irgendwann ins Gegenteil um. Ein Glas Wein lässt sich gut genießen, die ganze Flasche bringt nen dicken Kopf. „Qualität statt Quantität“ ist hier wohl eher das passende Motto.

7. Planen schafft Vorfreude

Überlasse die Glücksmomente nicht (nur) dem Zufall, sondern plane Momente des Genießens in deinen Kalender ein. Verabrede dich mit dir selbst, um ein Buch zu lesen, einen Ausflug zu machen oder in die Sauna zu gehen. Hinzu kommt hier der Effekt, dass allein die Vorfreude auf etwas schon bewirkt, dass unser Körper Glückshormone ausschüttet.

8. Genieße die kleinen Dinge des Alltags

Warte nicht auf den nächsten Urlaub oder gar die Rente, um das Leben zu genießen. Nutze jede Gelegenheit, um zu lachen, dir etwas Gutes zu tun, dich an kleinen Glücksmomenten zu freuen. Dadurch wirst du dein Umfeld positiver erleben und wahrnehmen – und somit auch selbst eine positivere Lebenseinstellung und Ausstrahlung bekommen.

Klar, all das ist leichter gesagt als getan. Aber es gibt viele Möglichkeiten, dies umzusetzen und bewusst die kleinen Glücksmomente zu genießen. Zum Beispiel mit Yoga, Lachyoga, einem Glückstagebuch oder der gegenseitigen Unterstützung mit Gleichgesinnten.

Ich wünsche dir Gelassenheit, Genießen und unbändigen Spaß bei allem, was du tust!

Namasté Angela

 

Du möchtest wieder in die Lebensfreude kommen? Dann komm jetzt in das SMILE-Programm – Einstieg jederzeit möglich! 

 

Buchtipps

Das Leben ist keine To-Do-Liste von Shirley Seul

Eva Koppenhöfer: Kleine Schule des Geniessens

Jorge Bucay „Komm, ich erzähl dir eine Geschichte“

Die Geschichte vom Holzfäller

Es war einmal ein Holzfäller, der bei einer Holzgesellschaft um Arbeit vorsprach. Das Gehalt war in Ordnung, die Arbeitsbedingungen verlockend, also wollte der Holzfäller einen guten Eindruck hinterlassen. Am ersten Tag meldete er sich beim Vorarbeiter, der ihm eine Axt gab und ihm einen bestimmten Bereich im Wald zuwies. Begeistert machte sich der Holzfäller an die Arbeit. An einem einzigen Tag fällte er achtzehn Bäume. »Herzlichen Glückwunsch«, sagte der Vorarbeiter. »Weiter so.« Angestachelt von den Worten des Vorarbeiters, beschloss der Holzfäller, am nächsten Tag das Ergebnis seiner Arbeit noch zu übertreffen. Also legte er sich in dieser Nacht früh ins Bett.

Am nächsten Morgen stand er vor allen anderen auf und ging in den Wald. Trotz aller Anstrengung gelang es ihm aber nicht, mehr als fünfzehn Bäume zu fällen. »Ich muss müde sein«, dachte er. Und beschloss, an diesem Tag gleich nach Sonnenuntergang schlafen zu gehen. Im Morgengrauen erwachte er mit dem festen Entschluss, heute seine Marke von achtzehn Bäumen zu übertreffen. Er schaffte noch nicht einmal die Hälfte.

Am nächsten Tag waren es nur sieben Bäume, und am übernächsten fünf, seinen letzten Tag verbrachte er fast vollständig damit, einen zweiten Baum zu fällen. In Sorge darüber, was wohl der Vorarbeiter dazu sagen würde, trat der Holzfäller vor ihn hin, erzählte, was passiert war, und schwor Stein und Bein, dass er geschuftet hatte bis zum Umfallen.

Der Vorarbeiter fragte ihn: »Wann hast du denn deine Axt das letzte Mal geschärft?« »Die Axt schärfen? Dazu hatte ich keine Zeit, ich war zu sehr damit beschäftigt, Bäume zu fällen.«

Aus dem Buch von Jorge Bucay „Komm, ich erzähl dir eine Geschichte“

Mut: Der Lebensbooster für Glück und Erfolg

Du möchtest Mut finden, deine Grenzen zu erweitern?
Dann komm zum Kurs „Aktiviere dein inneres Glück…“

„Nenn mich nicht feige!“

Das war immer wieder der Moment, in dem Marty Mc Flys Augen zu blitzen anfingen, und er entgegen jeder Vernunft beschloss, in den Kampf zu gehen, statt sich zurück zu ziehen. Diese Momente ziehen sich wie ein roter Faden durch den spannenden Zeitreise-Klassiker „Zurück in die Zukunft“, den ich neulich nochmal mit meinem Sohn zusammen angeschaut habe. Während mein Sohn sich bei den wilden Action-Szenen schlapp lachte, fand ich es eher interessant, wie sich nur kleine Veränderungen in der Vergangenheit auf die Situation in der Zukunft auswirkten. Und ich fand es lustig zu sehen, wie man sich damals das Jahr 2015 vorgestellt hat, was ja jetzt schon wieder Vergangenheit ist. Natürlich war Marty Mc Fly im Laufe der Film-Trilogie am Ende immer der mutige Held, der sich von keinem noch so ansgteinflößenden oder bulligen Prügler einschüchtern ließ.

Warum lieben wir nur all diese Filme so sehr, in denen ein mutiger Held allen Widrigkeiten trotzt, sich nicht unterkriegen lässt und niemals aufgibt, so aussichtslos eine Situation auch erscheinen mag? Die gesamte Filmindustrie lebt von der Inszenierung solcher Heldenreisen, bei denen diese vor allem eines gemeinsam haben: Mut und Tapferkeit. Sie erleben Abenteuer, das Ungewöhnliche, das Unerwartete. Manchmal frage ich mich, ob viele Menschen vielleicht genau deshalb so fasziniert davon sind, weil es in ihrem eigenen Leben so wenig davon gibt.

Besitzstand wahren oder Potenzial nutzen?

Statt dessen hängen die meisten in ihrem Lebensalltag und in altbewährten Mustern fest. Sie haben sich bestimmte Routinen angeeignet, die Leidenschaft ist eingefroren. Sie wagen nichts Neues und verbringen die meiste Zeit mit Dingen, die ihnen keinen Spaß machen. Laut Hirnforscher Gerald Hüther hat dies fatale Folgen: Viele Menschen werden immer mehr zu Ressourcennutzern und Besitzstandswahrern – sie machen Dienst nach Vorschrift und lassen ihr eigenes Potenzial ungenutzt verkümmern. Das Schlimme daran: sie merken es nicht mal.

Laut Palliativpflegerin Bronnie Ware bedauern viele Menschen erst am Ende ihres Lebens, dass sie nicht den Mut hatten, ihr eigenes Leben zu leben. In ihrem Buch „Fünf Dinge, die Sterbende am meisten bereuen“ erzählt sie von Patienten, die jahrelang in Beziehungen festhingen, die ihnen nicht gut taten – von Menschen, die ein Leben lang in ihren Gewohnheiten und im Hamsterrad feststeckten, statt sich für Freiheit und Glück zu entscheiden. „Ich wünschte, ich hätte mir erlaubt, glücklicher zu sein“ ist eine der fünf Hauptaussagen, die sie oft zu hören bekam.

Wer mutig ist, lebt vielleicht aufregender – aber auch zufriedener, erfolgreicher und intensiver. Mut unterstützt uns dabei, uns ständig weiterzuentwickeln und unser volles Potenzial zu leben. Mut hilft uns, aus Lebenssituationen auszusteigen, die uns nicht mehr gut tun – oder die uns einfach langweilen. Am Anfang einer jeden gesellschaftlichen Veränderung oder politischen Revolution standen mutige Menschen mit einer Vision. Mut hat dafür gesorgt, dass wir nicht mehr in der Steinzeit leben – dass wir keine Mauer mehr hier stehen haben, dass es kein Sklaventum mehr gibt und dass Frauen wählen dürfen. Mut ist das Elixier, das unsere Gesellschaft voran bringt – und das die Welt verbessern kann. Also lasst uns mutig sein!

Was uns daran hindert, mutig zu sein

Doch warum fällt es uns so schwer, ausgetretene Pfade zu verlassen? Warum sind wir nicht so mutig wie die Helden in den Filmen, sondern verfolgen deren Abenteuer lieber warm und sicher von der Couch aus? Mut und Tapferkeit sind offenbar Eigenschaften, die wir zwar bei den Filmhelden bewundern, aber selbst viel zu wenig leben. Warum? Laut Glücksphilosoph Frank Kinslow ist die Angst vor dem Scheitern eines der größten Hindernisse, das unserem Mut im Wege steht. Wir denken, dass alles perfekt sein muss, dass wir nicht scheitern dürfen. Dies führt dazu, dass jedes tatsächliche Scheitern unser Selbstbewusstsein noch weiter herunter zieht – wir fühlen uns immer schlechter und probieren es irgendwann gar nicht mehr. Kinslow uns ermutigt dazu, Scheitern als natürlichen und zugehörigen Teil des Lebens zu akzeptieren, statt es wegzudrängen und immer nach dem Perfekten zu streben.

Klar, es ist erstmal einfacher und bequemer, nichts zu verändern. Denn dann können wir auch nicht scheitern. Wenn wir Neues wagen, ausbrechen, mutig sind, dann müssen wir eben auch mit der Möglichkeit des Scheiterns rechnen. Also doch lieber alles bei den alten Gewohnheiten lassen? Oder jetzt erst recht aufstehen, die Waffe zücken und zur Heldin oder zum Helden werden?

Die Facetten von Mut

Keine Sorge: Wir müssen nicht mit dem Lichtschwert durch die Galaxien wirbeln, um mutig zu sein – und auch nicht mit abenteuerlichen Zeitmaschinen durch die Epochen rasen und machtsüchtige Egomanen daran hindern, die Herrschaft zu übernehmen. Im Gegenteil: Mut bedeutet manchmal auch den „Mut zur guten Resignation und zum klugen Rückzug“, wie Claudia Croos-Müller es in ihrem Buch „Kraft“ beschreibt. Wer „kopflos die Flucht nach vorne“ erzwingt, erntet ihr zufolge eher Chaos und Scherben als Ruhm. Manchmal kann also sogar das, was eigentlich als „Scheitern“ gilt, der mutigere und vor allem schlauere Weg sein.

Doch was genau ist dann Mut? Laut Psychologen Martin Seligman („Der Glücks-Faktor“) bedeutet Mut, dass jemand absolut für seine Ziele geht, auch wenn er dabei heftige Widrigkeiten überwinden muss. Er definiert Mut als eine von sechs „Tugenden“, die übergreifend als Kerneigenschaften des guten Miteinanders angesehen werden (siehe auch Blogartikel „Fünf Charaktereigenschaften glücklicher Menschen„). Seligman unterscheidet drei Aspekte von Mut:

1. Tapferkeit und Zivilcourage

Auch ich habe noch nie mit einem Lichtschwert kämpfen müssen – außer mit dem Spielzeugschwert meines Sohnes. Aber tapfer finde ich mich, wenn ich eine dicke Spinne an der Wand sehe und nicht schreie. Wenn ich dann auch noch meinen Flucht- und Ekelreflex überwinde, sie mit einem Glas fange und brav irgendwo hinaus trage (man will ja Vorbild sein für das Kind). Da bin ich sowas von tapfer, denn ich habe meiner Furcht getrotzt. Oder wenn ich trotz meiner Flugangst in den Flieger steige, um das nächste Urlaubs-Retreat zu geben.
Tapfer ist es auch, wenn alle Leute gegen Flüchtlinge / Ausländer / Corona-Maßnahmen wettern und man diesen etwas entgegen setzt (moralische Tapferkeit), oder wenn Menschen lieber ins Gefängnis gehen, statt ihre Überzeugungen oder Werte zu verraten (seelische Tapferkeit). Das nennt man dann „Zivilcourage“. Leider gibt es für diese Art von Mut eher weniger Beispiele und Geschichten als für die mit Waffen kämpfenden Helden.

2. Durchhaltekraft und Fleiß

Durchhaltevermögen – das hört sich erstmal nicht so sexy an, sondern eher altmodisch oder gar verbissen. Viele Menschen halten in Jobs durch, an denen sie schon lange keine Freude mehr haben, ja, sie beißen sich geradezu daran fest, aus Angst vor Veränderung. So, wie wenn man einen richtig schlechten Film im Kino sieht, aber bis zum Ende bleibt, weil man ja dafür bezahlt hat.

Doch mit Durchhaltekraft ist hier etwas anderes gemeint. Im positiven Sinne unterstützt sie uns, wenn wir dabei flexibel, realistisch und vor allem nicht zu perfektionistisch sind. Statt an Altem festzuhalten, ist es viel wichtiger, klug zu entscheiden, wann es sich lohnt zu kämpfen und wann der Rückzug angemessen ist.

3. Integrität und Echtheit

Hier geht es um Zuverlässigkeit, auch anderen gegenüber. Und authentisch zu sein, in Worten wie in Taten. Das beinhaltet mehr, als nur ehrlich oder zuverlässig zu sein. Es bedeutet auch, dass die Worte, die wir sprechen, mit unseren Handlungen im Einklang sind. Ich habe schon viele Menschen erlebt, die großmundig erzählen, was sie alles Tolles planen – es aber am Ende nie in die Realität gebracht haben. Inneres und Äußeres stehen bei ihnen offenbar nicht im Einklang, sie sind mit sich selbst im Unreinen. „Nur wenn du zu dir selbst treu bist, kannst du andere nicht betrügen.“ sagt Seligman.

Das Mutzentrum im Gehirn

Auch Gehirnforscher haben das Phänomen „Mut“ schon untersucht – zum Beispiel das Weizman Institute of Science in Israel. Man hat dafür Probanden in den Hirnscanner geschickt, die entscheiden sollten, wie nah eine Schlange an ihren Kopf kommen darf – wohlgemerkt, es waren Menschen, die Angst vor Schlangen hatten. Die Angst, die sie dabei empfanden, zeigte sich dabei vor allem im rechten Temporallappen (Amygdala) und löste auch körperliche Reaktionen aus.

Noch spannender war es aber zu sehen, was im sogenannten „Brodmann-Areal 25“ („subgenual Anterior Cingulate Cortex“) passierte. Dieser Bereich im Gehirn wurde dann umso aktiver, wenn die Probanden zwar Angst hatten, sich aber trotzdem dafür entschieden, die Angst zu überwinden. Die Aktivität in diesem Gehirnbereich führte sogar dazu, dass die körperliche Angstreaktion sank. Dies scheint also eine Art „Mutzentrum“ im Gehirn zu sein, das uns sogar belohnt und wieder gelassener werden lässt, wenn wir mutig sind und etwas tun, vor dem wir uns eigentlich fürchten.

Das Glück ist mit den Mutigen

Und wie gesagt: das muss nicht der Kampf mit dem Lichtschwert sein. Mut kann auch einfach mal bedeuten, in einer Gruppe eine andere Meinung zu vertreten als die anderen und dazu zu stehen. Nicht mitzumachen, wenn alle über jemanden lästern. Mut kann ein lässiger Rückzug sein, statt in einem Streit unbedingt Recht haben zu wollen.

Ich selbst weiß aus eigener Erfahrung: immer wenn ich mutig war, bin ich dafür um ein Vielfaches belohnt worden. Egal ob ich mit dem Rucksack durch Indien gereist bin, mich vor anderen mit Lachyoga „zum Affen gemacht“ habe, alleine im Wald übernachtet oder einen sicheren Job mit guten Karrierechancen ausgeschlagen habe. Ich habe dabei immer faszinierende und schöne Begegnungen erlebt, jede Menge Spaß gehabt, Adrenalin pur gespürt und kann über vieles im nachinein lachen. Ja, ich bin auch gescheitert, hatte stressige Situationen, Ärger, Angst und Rückschläge. Aber ich bin mir ziemlich sicher, dass ich am Ende meines Lebens keines von den fünf Dingen bereuen werde, die Bronnie Ware in ihrem Buch beschreibt.

Drei Tipps, um deinen Mut zu trainieren

Ob jemand mutig ist, hat auch mit der erblichen Veranlagung zu tun – man sagt, um die 30-50%. Dennoch lässt sich die Eigenschaft „Mut“ – wie alle anderen Charaktereigenschaften auch – trainieren und verändern. Hier einige Anregungen dazu:

1. Üben, üben, üben

Baue bewusst kleine Handlungen in deinen Alltag ein, die dich ein ganz bisschen Überwindung kosten: der Freundin ehrlich sagen, dass ihr das Kleid nicht steht, an der Bushaltestelle jemanden ansprechen, auf einer Geburtstagsfeier eine kleine Rede halten (z.B. ein Loblied auf die Gastgeberin) oder laut lachen in der Öffentlichkeit (Lachyoga hilft, dies in der Gruppe zu tun und mit noch mehr Spaß). Je mehr wir merken, dass nichts Schlimmes dabei passiert, umso mehr können wir Spaß daran finden und umso weniger Angst haben wir dabei.

2. Meditation

Um den „Mutmuskel“ im Gehirn zu trainieren, gibt es auch noch eine andere Möglichkeit: man hat nämlich festgestellt, dass Meditation ebenfalls die Aktivität in diesem Gehirnbereich verstärkt (siehe auch Blogartikel „Meditation„).

3. Körperübung „loslassen – Mut fassen“

Stelle dich locker hin und strecke beide Arme nach vorne aus. Atme durch die spitzen Lippen ein und ziehe dabei die Hände zum Herzen heran. Atme soweit wie möglich ein. Halte kurz die Luft und atme dann mit lockeren Lippen aus, schnaube und pruste dabei, so dass die Lippen flattern. Wiederhole dies noch zweimal. Beim dritten Mal atme lachend aus.

Ich wünsche dir Kraft und Mut, um deinen Weg so zu gehen, dass du am Ende sagen kannst „Ich bereue nichts – denn ich habe gelebt.“

Namasté Angela

Tipps

Gerne unterstütze ich dich dabei, deinen Mut zu trainieren, aus dem Lebenstrott auszusteigen und wieder mehr Spaß, Verrücktheit und Lebensfreude in dein Leben zu bringen! Lust auf mehr? Dann komm in das

SMILE-Programm für Lebensfreude und Resilienz

In diesem 12-Wochen-Programm findest du Impulse, wöchentliche Calls, Übungen, regelmäßiges Glückstraining und eine liebevolle unterstützende Gruppe von Gleichgesinnten. Mach jetzt den Happiness Check und hol dir deine persönliche Analyse…

Zitate

„Wenn Du immer wieder das tust, was Du immer schon getan hast, dann wirst Du immer wieder das bekommen, was Du immer schon bekommen hast. Wenn Du etwas Anderes haben willst, musst Du etwas Anderes tun!“ Paul Watzlawick

„Lieber X Mal scheitern und wieder aufstehen als im Lebenstrott zu erstarren und am Ende gar nicht mehr aufstehen können“ Angela

Selbstverantwortung

Selbst-wirksamkeit: Schöpferkraft leben statt Opferdasein fristen

Kennst du die Geschichte, wie Elefanten gezähmt werden?

Das beginnt, wenn sie klein sind – denn einen großen Elefanten würden Erwachsene nicht mehr halten können. Das kleine Elefantenbaby bekommt eine Schlinge um den Fuß und wird an einen Pfahl gebunden. Zunächst wird noch viel Spielraum gelassen, dann wird dieser Stück für Stück verkleinert. Schnell merkt das Elefantenbaby, dass es keinen Sinn hat, einen weiteren Radius zu ziehen, denn das Seil hält es fest. So wird der Radius immer kleiner, das Baby immer zahmer. Irgendwann wird die Schlaufe wieder abgenommen. Doch der Clou dabei: Der mittlerweile ausgewachsene Elefant versucht es erst gar nicht, diesen Radius zu erweitern oder zu entkommen. Die Zähmung ist vollzogen.

Doch was hat das mit uns zu tun? Wo lassen wir Menschen uns in unserem Radius so einschränken, dass wir es gar nicht erst versuchen, unsere Grenzen zu erweitern? Wo nehmen wir etwas im Leben einfach so hin, haben “halt Pech gehabt” und haben es schon aufgegeben, daran etwas zu ändern?

Resignation durch Erfahrung

“Erlernte Hilflosigkeit” nennt man dieses Phänomen in der Psychologie. Dazu gab es Versuche mit Tieren, die nicht unbedingt für schwache Nerven geeignet sind. So verabreichte man Hunden, die in zwei Gruppen aufgeteilt waren, Elektroschocks. Die eine Hälfte konnte diesen durch eine bestimmte Handlung ausweichen, die andere nicht (Seligman, in den 60er Jahren). Oder es wurden Hitzewellen bei Fruchtfliegen erzeugt, der einige durch eine Richtungsänderung entgehen konnten, andere nicht. 

Die Erkenntnisse waren ähnlich: die Tiere, die aus eigenem Antrieb dem Schmerz entkommen konnten, versuchten es auch in nachfolgenden ähnlichen Situationen sofort wieder. Diejenigen, die es wiederholt versucht hatten und schließlich feststellen mussten, dass sie es keinen Deut in der Hand hatten, resignierten irgendwann. Sie versuchten es auch in anderen Situationen gar nicht mehr, ihrem Leid zu entkommen, selbst wenn sie es gekonnt hätten. 

In der Resilienzforschung hat man ähnliche Erkenntnisse auch für die Menschen bestätigt. Wenn jemand immer wieder die frustrierende Erfahrung macht, dass er an seinem Schicksal nichts ändern kann, dann endet das oft in Depression. Kein Wunder – wenn wir am Steuer eines Schiffs stehen und merken, dass es auf unser steuern überhaupt nicht reagiert, dann geben wir es irgendwann auf und lassen uns willenlos treiben. Wir glauben nicht mehr daran, dass wir das Ruder vielleicht doch noch herumreißen können. Doch es geht auch andersherum. 

Schöpfer statt Opfer – was macht den Unterschied?

Egal wie ausweglos bestimmte Situationen erscheinen mögen: Es gibt immer Menschen, die leichter mit Schicksalsschlägen umgehen können – die nicht so schnell aufgeben wie andere. Menschen, die sich nicht als Opfer sehen, sondern ihr Leben in die Hand nehmen – die davon überzeugt sind, dass sie selbst es beeinflussen können, wie ihr Schicksal verläuft. Diese Eigenschaft nennt man ”Selbstwirksamkeit” – sie ist eine der wichtigsten Säulen der Resilienz – was so viel heißt wie “psychische Widerstandskraft” (siehe auch den Blogartikel zu „Resilienz“).

Menschen, die an sich selbst, an ihre Kompetenz und ihre Handlungsfähigkeit glauben…

  • sind weniger anfällig für Angststörungen und Depressionen
  • meistern Herausforderungen leichter
  • lassen sich von Rückschlägen nicht so schnell entmutigen
  • können mit Frust besser umgehen
  • sind weniger Demenz-gefährdet und leben länger
  • kommen mit Stress besser klar.

Kurzum: Menschen mit einer hohen Selbstwirksamkeitserwartung leben erfolgreicher, gesünder und zufriedener. Sie haben außerdem die Fähigkeit, in den Dingen, die nicht so gelaufen sind wie erhofft, immer noch irgendeinen Sinn zu sehen: “Kohärenzsinn” nennt man das in der Stressforschung. Hinzu kommt: Sie glauben zudem nicht nur an sich selbst, sondern auch daran, dass in schwierigen Situationen andere Menschen für sie da sind und ihnen beistehen. 

Was ist die Basis, um Leben zu meistern?

So hat man im Rahmen einer Studie Jugendliche aus schwierigen Verhältnissen befragt (“Bielefelder Invulnerabilitätsstudie”). Die Hälfte dieser Jugendlichen schmiss die Schule, nahm Drogen oder wurde gewalttätig. Die andere Hälfte schaffte es, ihre schreckliche Kindheit hinter sich zu lassen, ohne auffällig zu werden. Was machte den Unterschied? Zum einen hatten letztere eine Person außerhalb ihrer schwierigen Familie, die sich um sie kümmerte – zum Beispiel eine Pflegemutter, eine Lehrerin oder einen Sozialarbeiter. Zum anderen waren sie emotional ausgeglichener und glaubten daran, dass sie im Leben etwas erreichen können, wenn sie sich dafür einsetzen. 

Eine hohe “Selbstwirksamkeitserwartung” hilft uns also, schwierige Situationen zu überstehen und sogar Traumata gut zu verarbeiten. Doch nicht nur das Gefühl, durch unser Handeln etwas bewirken zu können, wirkt sich positiv auf die allgemeine Lebenssituation aus. Auch die grundsätzliche Überzeugung davon, dass etwas gut für uns ist, macht einen Unterschied.

Dein Wille geschehe – die Bedeutung des „Mindset“

Psycholog*innen beschäftigen sich mittlerweile verstärkt mit solchen Fragen im Rahmen der “Mindset-Forschung” – u.a. Alia Crum von der Stanford University. So hat sie Zimmermädchen überzeugend vermittelt, dass ihre Arbeit genauso effektiv ist wie tägliches Workout im Fitness-Studio – und prompt hatten diese nach einem Monat ein Kilo abgenommen.

Ältere Menschen brachte man in einem Kloster zusammen und wies sie an, sich so zu verhalten, wie wenn sie 20 Jahre jünger wären. Die Einrichtung der Zimmer, Musik etc. wurden auf ihre Jugendjahre abgestimmt, und siehe da – nach nur 5 Tagen hatten sie eine bessere Körperhaltung, weniger arthritische Beschwerden und sogar einen höheren IQ. 

All das könnte man auch als eine Art “Placebo-Effekt des Alltags” bezeichnen. Doch wenn es wirkt – warum nicht? Zumindest lohnt sich die Frage, welchen Einfluss es haben könnte, wie ich über eine Sache denke. Stress macht krank? Ja, wenn ich ihn als schädlich empfinde, definitiv!  Wenn ich Stress als beflügelnd empfinde – nicht unbedingt! (siehe Blogartikel zum Thema „Stress“). Oder: Ist wirklich die fette Currywust mit Pommes selbst so ungesund oder eher meine Schuldgefühle, wenn ich sie esse? 

Um auf den Elefanten zurück zu kommen: Im Gegensatz zu diesem haben wir Menschen ja zum Glück die Fähigkeit der Reflektion. Und unser Gehirn ist imstande, sich bis ins hohe Alter zu verändern. Selbst wenn wir in manchen Lebensbereichen bestimmte innere Begrenzungen – oder gar negative Überzeugungen – bisher hingenommen haben, können wir unsere Einstellung dazu noch verändern. Wir können Selbstwirksamkeit trainieren und durch unser Handeln etwas bewirken. Und nicht nur das – wir können unser “Mindset” so ausrichten, dass in unserem Leben die Ergebnisse eintreten, die wir uns wünschen (siehe auch Blogartikel „wir erleben was wir denken“). Hier ein paar Anregungen dazu.

Trainiere deine Selbstwirksamkeit

  1. Wenn eine Herausforderung ansteht, dann stelle dir die Frage: kannst du es durch dein Handeln ändern – oder es zumindest versuchen? Wenn ja, dann tue es!
  2. Wie würdest du dir diese Situation wünschen, wenn alles optimal wäre? Male es dir aus, nach dem Motto “wenn alles möglich wäre”
  3. Versuche die unerwünschte Situation aus einer anderen Perspektive zu sehen – verrückt, aus Sicht eines Aliens, einer Fliege, eines Elefanten o.ä.
  4. Überlege dir eine “Powergeste”, die du regelmäßig ausführst – zum Beispiel die “Siegerpose” – stell dich aufrecht hin und reiße beide Arme nach oben – gut kombinierbar mit einem für dich passenden “Power Slogan” wie “ich bin Schöpfer*in”, “ich bin mutig”, “ich vertraue” etc..
  5. Nimm alles mit Humor und dich selbst nicht zu ernst – wenn es mal nicht so läuft, dann lache über dich selbst und die Ungeschicklichkeiten des Lebens. 

Kleiner Tipp: Lachyoga ist eine Methode, die mindestens Punkt 3 bis 5 abdeckt – und zwar ganz automatisch, ohne nachzudenken. 

Ich wünsche dir viel Spaß dabei!

Namasté Angela

Weitere Tipps

Das SMILE-Programm für Lebensfreude und Resilienz – melde dich hier für den kostenlosen und unverbindlichen Workshop an, um das Programm kennenzulernen…- SMILE-Programm…

Lachyoga Basics Kurs – bring Lebensfreude und Leichtigkeit in dein Leben

Die Zukunft nach Corona – Schrecken oder Chance?

Geht es dir auch manchmal so, dass du gar nicht mehr weißt, was du glauben sollst? Dass du überfordert bist mit all den Informationen, Videos von „Experten“, vermeintlichen Wissenschaftlern und Möchtegern-Meinungsmachern?

Die Gegensätze könnten kaum größer sein: Einerseits entsteht Verbundenheit, Zuversicht, die Menschen helfen sich gegenseitig und auch sich selbst. Der Planet erholt sich, Menschlichkeit wird wieder wichtiger. Auf der anderen Seite sind viele Menschen müde. Sie fangen an zu rebellieren, werden unzufrieden und suchen nach Schuldigen für diese Situation. Selbst dort, wo man es nicht erwartet, kursieren nun Verschwörungstheorien oder wird Rechtspopulisten eine Bühne gegeben, die die Gunst der Stunde nutzen, um gegen „Einsperrung“ und „Entmündigung“ der Bürger zu wettern.

Was ist nun falsch, was ist richtig? Wie können wir einerseits einen klaren Kopf bewahren, andererseits aber auch auf unser Herz hören, ohne uns etwas überstülpen zu lassen? Denn eine Frage treibt wohl jeden von uns um:

Wie wird die Welt nach Corona?

Ich habe mich in letzter Zeit oft gefragt: Bin ich zu naiv, wenn ich auf das Positive schaue? Wenn ich darauf vertraue, dass wir in einem demokratischen Land leben, in dem die Politiker nach der bestmöglichen Lösung für ihre Bürger suchen? Hat unsere Kanzlerin – eigentlich schon im Rückzug begriffen – wirklich ein Interesse daran, uns zu entmündigen oder einen Überwachungsstaat einzurichten? Haben die Unternehmen der Pharmabranche sich zusammengeschlossen, um Impfzwang einzuführen und skrupellos „noch mehr“ Profit zu machen? Klar sind nicht alle Menschen gut. Jeder hat Eigeninteressen und setzt diese mal mehr mal weniger rücksichtslos durch. Aber gibt es dabei wirklich so eindeutig „gut“ und „böse“, „richtig“ oder „falsch“? Ich denke, es gibt nicht DIE eine Wahrheit, sondern immer nur die Ausschnitte davon, die wir sehen und wahrnehmen.

Zukunftsszenarien

Es gab schon immer Leid auf der Welt, aber auch positive Entwicklungen. Können wir aus dem Betrachten der Vergangenheit Schlüsse für die Zukunft ziehen? Einige Forscher beschäftigen sich ausführlich damit, zum Beispiel im Zukunftsinstitut. Hier hat man folgende vier Szenarien für die Zukunft nach Corona entworfen. Vom Worst Case – nicht verbunden und pessimistisch – bis hin zum Best Case der „Adaption“, nämlich verbunden und optimistisch:

1. Totale Isolation

Alle gegen alle: Jedes Land bleibt abgeschottet und im Misstrauen nach außen, Handel geschieht nur, wenn es für die Grundversorgung absolut erforderlich ist.

2. System-Crash:

Die Welt taumelt, der Fokus liegt eher auf nationalen Interessen, für internationale Anliegen interessiert sich kaum einer. Die Gesellschaft ist geprägt durch die Angst vor der nächsten Pandemie.

3. Neo-Tribes:

Menschen tun sich zusammen, ziehen sich aber auf die lokale und regionale Ebene zurück. Es gibt lokalen Anbau, es wird auf regionale Erzeugnisse Wert gelegt. Nachhaltigkeit und Wir-Gefühl sind wichtig, allerdings nur auf lokaler Ebene.

4. Adaption:

Die Welt geht gestärkt aus der Krise hervor. Die Wirtschaft wächst wieder, aber langsamer. Menschen stellen sich die Frage nach dem Sinn des Wirtschaftens und suchen nach sozial und ökologisch verträglichen Geschäftsmodellen und Lösungen.

Re-Gnose als Weg der Krisenbewältigung

Ein sehr optimistisches Bild entwirft der Zukunftsforscher Mathias Horx (siehe hier…). Er nennt Corona einen „historischen Moment“, der die Zukunft verändern wird. Horx sieht die Chancen, die aus dem Verzicht erwachsen können. Zum Beispiel darin, dass wir weniger im Hamsterrad herum hetzen. Er sieht die Menschen zusammen rücken, trotz räumlicher Distanz. Er sieht, dass Digitalisierung sinnvoll genutzt wird statt Selbstzweck zu sein. Dass aber auch „veraltete Kulturtechniken“ wieder genutzt werden, Menschen am Telefon erreichbar sind, man lange Spaziergänge macht, die Natur vor der eigenen Haustür wieder entdeckt. Er glaubt an die „human-soziale Intelligenz“ und daran, dass die Menschen endlich verstehen, dass Wirtschaftswachstum nicht alles ist. Er sieht zudem den Trend der „Glokalisierung“, also Lokalisierung des Globalen.

Er zeichnet dieses Bild jedoch nicht als Zukunftsprognose, sondern als „Re-gnose“. Ein solcher selbst gewählter positiver Blick in die Zukunft hilft uns, nicht hilflos unseren Ängsten ausgeliefert zu sein, sondern eine Art „Coping-Bewusstsein“ zu entwickeln. Mit diesem Bewusstsein können wir die Welt wieder frisch und jung sehen und besser mit der Angst umgehen, so Horx‘ These.

Gibt es die EINE Wahrheit?

Diese Beispiele zeigen, dass es nicht nur verschieden Szenarien gibt, wie die Zukunft aussehen könnte, sondern dass es auch immer verschiedene Sichtweisen geben kann. Wir können immer entscheiden, welchen Ausschnitt der Realität wir sehen wollen (siehe auch Blogartikel „wir erleben was wir denken“).

Natürlich ist derzeit vieles beunruhigend und beängstigend. Es gibt Menschen, die auf der Intensivstation um ihr Leben kämpfen. Es gibt Ärzte und Schwestern, die völlig überfordert und überarbeitet sind. Oder Gastronomen, die jetzt vor dem Ruin stehen, nachdem sie ihr ganzes Geld und Herzblut in ihr Restaurant gesteckt haben. Und ja, es gibt auch Grippetote, Unfalltote, Krebstote und Menschen, die sich selbst umbringen, weil sie überschuldet sind. Genauso gibt es skrupellose Politiker und Lobbyisten, die über Leichen gehen, um ihre Machtinteressen durchzusetzen.

Aber es gibt auch Menschen, die sich engagieren statt zu jammern oder Schuldige zu suchen. Menschen, die anderen helfen, sie ermutigen, wo sie können – die Zuversicht verbreiten, kreativ werden und Chancen erkennen. Zu welchen möchtest du gehören? Wie möchtest DU persönlich dazu beitragen, die Zukunft zu gestalten?

Mit Hirn, Herz und Humor durch die Krise – drei Tipps für einen klaren Kurs

Letztlich weiß keiner, was kommt. Aber wir haben die Wahl, wie wir mit der Situation umgehen. Wir können in die Hilflosigkeit gehen und uns als Opfer fühlen. Oder selbst zum Schöpfer werden, indem wir eine Zukunftsvision visualisieren und somit auch gestalten. Wir alle sind Schöpfer – sowohl der eigenen als auch auch der kollektiven Realität. Stell dir vor, wie es wäre, wenn wir allein durch eine optimistische Haltung schon die Zukunft verändern könnten.

Für mich hat es sich schon oft bewährt: wenn ich eine positive Lebenseinstellung habe, sehe ich auch die Welt um mich herum optimistischer. Damit wiederum sende ich positive Energie in die Welt hinein und die Welt verändert sich. Gerade jetzt ist es wichtiger denn je, dass so viele Menschen wie möglich eine zuversichtliche Grundhaltung einnehmen und ihre Gedankenkraft in eine Zukunft senden, in der neues Bewusstsein entsteht. Klar, träumen allein reicht nicht aus. Aber aus den Gedanken werden Worte, aus Worten werden Handlungen. Und mit unseren Handlungen erschaffen wir eine neue Realität. Und ja, das geht sogar von zu Hause aus. Lasst uns diese Kraft nutzen, um einen neuen Spirit in die Welt zu bringen!

Dafür ist es wichtig, dass du nicht mit dem Strom mitschwimmst – egal in welche Richtung dieser gerade geht – sondern dir deiner eigenen Werte und Wünsche bewusst wirst.  Hier ein paar Anregungen, wie das auch in Zeiten der Meinungsüberflutung gelingen kann:

1. Infos achtsam und in Maßen konsumieren

Lass dich nicht verrückt machen, weder von „Corona Hysterie“ noch von Verschwörungstheorien, Angst vor Wirtschaftszusammenbruch oder Überwachungsszenarien. Mach dich schlau, aber höre auch auf dein Herz. Du musst nicht alles wissen und du musst auch nicht mit jedem einer Meinung sein. Du musst dir nicht alles Negative reinziehen. Erlaube dir, auf das Positive zu schauen und dadurch zuversichtlich und optimistisch zu bleiben. Je mehr Menschen zuversichtlich in die Zukunft schauen, umso größer ist die Chance, dass wir gemeinsam eine bessere Welt gestalten.

2. Wahre Weisheit kommt von innen

Besinne dich auf deine wahren Werte und auf das, was dir wirklich wichtig ist. Wenn du dich frei von äußerer Manipulation machen möchtest, dann komm in die Stille und richte dich nach innen. Höre auf das, was dein Herz dir zu sagen hat. Die Seelenmeditation unterstützt dich dabei…

3. Humor und Lachen bringen Zuversicht

Ich habe Kontakt mit Menschen, die regelmäßig lachen und mit welchen, die es nicht tun. Immer mehr stelle ich fest, wie unterschiedlich diese mit der Krise umgehen. Die, die nicht lachen, hängen fest – im Opferdasein und oft auch im totalen inneren Widerstand. Die, die lachen, sind voller Tatendrang, super drauf, fröhlich, optimistisch und kreativ. Also: lache und mach das Leben zu deinem Spielplatz! Hier auf dem youtube-Channel findest du Anregungen dazu. Außerdem noch ein paar Gründe, warum Lachen jetzt so wichtig ist…. Siehe auch den letzten Blogartikel…

Lachen lernen? Hier gibt es ein Online + Offline Komplettseminar dazu…

Ich wünsche dir Klarheit, Mut, Optimismus und Freude!

Namasté Angela

 

„Wir können den Wind nicht ändern, aber die Segel anders setzen“ Aristoteles

 

#Kurstipp: Aktiviere dein inneres Glück

Ob wir glücklich sind oder nicht, hängt nur zu 10% von den äußeren Umständen ab und zu 40% davon, ob wir Sinn, Engagement und Gemeinschaft erleben. Finde deine persönlichen Glücksfaktoren und bringe sie zum strahlen! Dann tust du nicht nur deinen Lieblingsmenschen einen Gefallen, sondern wirst merken, dass auch dein Leben sich verändert.

 

#Glücks-Inspiration

Mein Herz sagt mir…

  • … dass wir jederzeit vom Opfer- ins Schöpferbewusstsein gehen können
  • …dass alles, was wir im Außen erleben, mit unserem Inneren zu tun hat
  • …dass wir der höheren Führung vertrauen können
  • … dass wir in einer Krise den Kopf einziehen oder kraftvoll und kreativ aus ihr heraus gehen können

Meine persönliche Re-Gnose für die Zukunft

Ich wünsche mir…

  • dass viele Menschen die Kraft haben, ein positives und optimistisches Zukunftsbild zu entwerfen und dafür zu gehen – statt über „die da oben“ zu jammern und sich manipulierbar zu machen.
  • dass Solidarität und achtsamer Meinungsaustausch in der Zukunft noch wichtiger werden, statt dass wir uns gegenseitig zerfleischen.
  • dass wir aus dem Hamsterrad des immer höher, schneller und weiter aussteigen und dass sinnvolle Arbeit und Gemeinwohlökonomie sich durchsetzen.
  • dass die Menschen, die engagiert für die Alten, Schwachen und Kranken der Gesellschaft einstehen, mehr finanzielle Wertschätzung erhalten.
  • dass die Menschen erkennen, wie wichtig Humor und Lachen sind. Zur Stärkung des Immunsystems, aber auch als Anker der Zuversicht in einer unberechenbaren Zeit.

Fünf Charakter-Eigenschaften glücklicher Menschen

Ist das Leben gerecht?

„Die Schule ist so ungerecht! Alle sind gemein und unfair!“ Schimpfend und zutiefst verärgert kommt mein Sohn nach Hause. Es ist soweit: Er hat seinen ersten Eintrag ins Hausaufgabenheft bekommen. Er sei überhaupt nicht Schuld daran, betont er immer wieder. Schließlich habe der andere Junge damit angefangen, ihn beim Sport herum zu schubsen, er habe sich nur gewehrt. Ich versichere ihm, dass ich zu ihm halte, nicht schimpfen werde und er sich keine Sorgen zu machen braucht.

Im Eintrag lese ich nach, dass er – neben dem „herumschubsen“ – sich nicht mit den anderen in den Kreis gestellt habe. Nun gut: dass mein Sohn sich mal außerhalb des Kreises bewegt, finde ich nicht wirklich schlimm. Etwas anderes an der Sache finde ich sogar richtig gut. Ich entdecke nämlich eine Charaktereigenschaft an ihm, die ich viel wichtiger für das Leben finde, als sich in einen Kreis einzuordnen: einen ausgeprägten Sinn für Gerechtigkeit. Mag ja sein, dass es sich bisher eher darin äußert, dass er Ungerechtigkeiten nicht ausstehen kann. Aber auf der anderen Seite sehe ich eben auch den Wunsch nach Fairness, Gemeinschaftssinn und Loyalität.

Glück ist Charaktersache

Das gefällt mir. Denn diese und weitere Eigenschaften gehören laut positiver Psychologie zu den Charakterstärken, die uns mehr Sinn, Freude und Erfüllung im Leben verschaffen. Insgesamt 24 Charaktereigenschaften und 6 „Tugenden“ haben Experten definiert, die zu einem erfüllten Leben beitragen. Sie finden sich in allen Kulturen, in allen Religionen und Philosophien wieder. Menschen in aller Welt sind sich einig, dass dies „gute“ Eigenschaften sind, die moralisch wertvoll sind und eine positive Wirkung für die Menschen und die Gesellschaft haben.

Werte, die wirken = das „Values in Action“ Modell

Die Initiative, einen solchen „Katalog“ zu entwickeln, kam von Martin Seligman, dem Pionier der Positiven Psychologie. Zusammen mit 55 weiteren Experten forschte und recherchierte er dazu. Er wollte damit auch einen Gegenpol dazu setzen, dass man sich in der Psychologie ständig nur auf Krankheiten und Defizite fokussierte. So ist 2004 das „Values-in-Action“ Modell (oder auch „VIA-Klassifikation„) entstanden, das mittlerweile zu einer der wichtigsten Säulen in der Positiven Psychologie geworden ist.

Dabei unterscheiden die Experten sechs „Tugenden“, denen jeweils verschiedene Charakterstärken zugeordnet sind. Mit den Tugenden ist in diesem Fall nicht moralisches Verhalten gemeint, sondern Grundeigenschaften, die das „Gute im Menschen“ ausmachen:

  1. Weisheit und Wissen
  2. Mut
  3. Liebe und Menschlichkeit
  4. Gerechtigkeit
  5. Mäßigung
  6. Spiritualität und Transzendenz.

Mit „Charakterstärken“ wiederum ist die Art gemeint, wie wir handeln bzw. wie wir eine bestimmte Tugend erreichen können. So hilft die Charakterstärke „Neugier“ dabei, mehr Wissen und Weisheit zu erlangen. Der Sinn für Gerechtigkeit als Tugend führt dazu, dass wir anderen gegenüber Fairness leben und diese auch einfordern (so wie mein Sohn es tut). Eine gute Selbstregulation bewirkt, dass wir die Tugend „Mäßigung“ leben können und nicht bei jeder Versuchung schwach oder exzessiv werden.

Ist unser Charakter erlernt oder angeboren?

Doch wo kommen unsere Charaktereigenschaften her? Ist es genetisch vorgeprägt, wie wir werden? Oder hat es doch eher mit dem Umfeld zu tun, in dem wir aufwachsen? Seit Jahren streiten sich Experten darüber, und für beide Seiten finden sich Beispiele. Es gibt Zwillinge, die erstaunlich viel gemeinsam haben, obwohl sie getrennt aufwuchsen. Es gibt aber auch Beispiele von vernachlässigten Kindern, die mit großen Defiziten zurück bleiben. Dann gibt es wiederum Adoptivkinder aus schwierigen Verhältnissen, die dank „guter Erziehung“ ihr Leben gut meistern konnten. Mittlerweile weiß man, dass beides stimmt. Die genetischen Voraussetzungen sind unsere Grundlage. Aber was wir daraus machen, das wird zum einen durch unser Umfeld geprägt, zum anderen liegt es aber auch in unserer eigenen Hand.

Fünf Eigenschaften, die glücklich machen

Und das ist die gute Nachricht: Unser Gehirn ist in jedem Alter lernfähig (Neuroplastizität des Gehirns). Du hast jederzeit und in jedem Alter die Möglichkeit, dein Gehirn  zu verändern und die Charaktereigenschaften zu stärken, die dich glücklich machen.

Dabei hat sich heraus kristallisiert, dass fünf dieser Charakterstärken in besonders engem Zusammenhang mit einem glücklichen Leben stehen. Wenn also die folgenden Charakterstärken bei dir besonders gut ausgeprägt sind, dürftest du ziemlich zufrieden mit deinem Leben sein. Falls nicht – keine Sorge. Dann kannst du etwas für dein Glück tun. Mehr Infos dazu, siehe unten.

1. Neugier und Interesse

Neugier – klingt erstmal eher nach Tratsch und Klatsch als nach guter Eigenschaft. Doch damit ist nicht die Neugier gemeint, was die Nachbarn für komische Leute zu Besuch haben oder was gerade im britischen Königshaus abgeht. Gemeint ist hier ein Interesse an der Welt, am Leben. Die Lust daran, Dinge zu erforschen, Zusammenhänge zu verstehen, kontinuierlich das persönliche Wissen zu erweitern. Menschen, die über Neugier verfügen, stellen viele Fragen und interessieren sich für ein breites Spektrum an Themen. Sie lieben es, zu forschen und zu entdecken. Kein Wunder, dass diese Menschen durch ihre Neugier die dazu gehörige Tugend „Wissen und Weisheit“ stärken.

2. Dankbarkeit

Dankbarkeit ist einer der wichtigsten Schlüssel zum glücklich sein. Immer wieder betone ich dies in meinen Seminaren und Kursen und habe diesem Thema bereits einen eigenen Blogartikel gewidmet. Viele Menschen stehen sich jedoch selbst im Weg, weil sie in die „hedonistische Falle“ geraten: Wenn sie ein Ziel erreicht haben (z.B. eine Beförderung), tritt der Gewöhnungseffekt ein. Sie wissen das Erreichte nicht mehr zu schätzen und das nächste Ziel muss her. So rennen sie ständig irgendwelchen Zielen hinterher, ohne wirkliche Erfüllung zu finden (siehe auch „Die Paradoxie des Glücks – hinterher rennen bringt nichts“).

Menschen, die schöne Ereignisse oder das Gute in ihrem Leben zu schätzen wissen, sind glücklicher. Sie nehmen nichts für selbstverständlich, sondern sind dankbar für alles, was ist und was sie erleben. Menschen, die Dankbarkeit leben, sind davon überzeugt, dass sie mit etwas Größerem verbunden sind. Sie haben auch einen Sinn für Spiritualität, die der Dankbarkeit zugehörige Tugend.

3. Hoffnung / Optimismus

Hoffnung ist ein etwas altmodischer Begriff, der in der Bibel vielleicht etwas überstrapaziert wurde. Doch sie ist ein wichtiges Lebenselixier, das uns hohe Motivation und Durchhaltekraft verschafft. Natürlich müssen wir manchmal auch erkennen, wann es an der Zeit ist, die Hoffnung aufzugeben – zum Beispiel darauf, den Ex wiederzuerobern oder den Lotto-Jackpot zu knacken.

Doch hier meint die Charakterstärke Hoffnung auch Optimismus und Zuversicht – zum Beispiel, dass alles sich zum Guten wenden wird. Menschen, die Hoffnung leben, wissen, dass sie ihr Schicksal in der Hand haben. Rückschläge sehen sie als Chance, um daran zu wachsen. Pessimisten hingegen fühlen sich dem Leben hilflos ausgeliefert („immer passiert mir das“, oder „die anderen sind schuld“). Dabei belegen zahlreiche Studien, dass Menschen mit einer optimistischen Lebenseinstellung zufriedener leben (siehe auch Blogartikel „Optimisten – Pessimisten“…).

4. Bindungsfähigkeit und Liebe

Langzeitstudien aus der Glücksforschung bestätigen, dass Menschen, die gute Beziehungen haben, länger und zufriedener leben. Damit ist nicht nur die Partnerbeziehung oder Ehe gemeint, sondern auch die Bindung zu Freunden oder der Familie. Menschen, die Nähe zulassen und andere Menschen lieben können, verfügen über die Tugend der „Menschlichkeit“. Es liegt ihnen am Herzen, dass es anderen Menschen gut geht. Sie handeln nicht aus Egoismus, sondern aus echtem Interesse an deren Wohlbefinden. Sie lieben sich selbst und die Liebe anderer Menschen fließt ihnen wie selbstverständlich zu. Diese können sie wiederum vorbehaltlos annehmen. Sie müssen keine Fassade aufbauen, sondern wissen, dass sie in ihrem inneren Kern liebenswert sind.

5. Tatendrang und Enthusiasmus

Wer begeistert seine Ziele verfolgt, tut dies in der Regel auch mutig. Mut ist eine der sechs Tugenden, die durch Enthusiasmus gestärkt wird. Wer über viel Begeisterungsfähigkeit verfügt, hat die größte Chance auf ein glückliches Leben. Menschen mit Tatendrang und Enthusiasmus sehen das Leben als Abenteuer an. Sie verschanzen sich nicht hinter ihren Sicherheitsbedürfnissen, sondern springen immer wieder aus der Komfortzone heraus. Sie machen nichts halbherzig, sondern setzen ihre Ziele mit viel Engagement und Tatkraft um. Sie verfügen über ein hohes Energielevel, das ihnen Kraft für alle Herausforderungen gibt.

Ich wünsche dir viel Spaß beim Training mit diesen Charakterstärken, siehe unten! Übrigens: eine weitere Eigenschaft zieht sich wie ein roter Faden durch alle anderen hindurch und sollte überall angewendet werden: Humor! Nimm also alles mit Humor und lache dabei auch immer wieder mal über dich selbst.

Namasté, Angela

 

Kurstipp: Du möchtest mehr tun, um deine höchstes Selbst zum Strahlen zu bringen? Dann komm in das

Online Coaching Programm SMILE – für Resilienz und Lebensfreude! Mehr Infos hier…

Glückstipps – so kannst du die 5 Eigenschaften stärken

1. Neugier und Interesse

Frage einen Menschen in deinem Umfeld nach einem Thema, für das er oder sie brennt. Egal, ob es dich zunächst interessiert oder nicht, frage ihn danach aus, versuche, seine Leidenschaft nachzuvollziehen. Recherchiere, wie wenn du einen Artikel darüber schreiben wolltest. Als Zusatz-Glückseffekt genieße die leuchtenden Augen, wenn dieser Mensch davon erzählt. Stärkt zudem die Empathie.

2. Dankbarkeit

Dankbarkeits-Tagebuch: schreibe jeden Tag 3 Dinge auf, für die du dankbar bist.

3. Hoffnung und Optimismus

Dein Resilienz-Werdegang: Liste 3 Ereignisse auf, die in deinem Leben eher unangenehm waren. Dann schau sie dir nochmal an mit folgenden Fragen:

  • was ist das Geschenk?
  • was habe ich daraus gelernt?
  • wie habe ich daraus Kraft gewinnen oder mein Leben neu ausrichten können?

4. Liebe und Bindungsfähigkeit

Beginne bei dir selbst, indem du die Selbstliebe stärkst. Das ist für viele leichter gesagt als getan. Deshalb sei achtsam und nachsichtig mit dir selbst und habe bei allem Geduld.

Starte deinen Morgen mit der Lachyoga-Übungich hab mich selber gern

5. Tatendrang und Begeisterung

Kultiviere Begeisterung! Nimm dir jede Woche etwas vor, das dich entweder aus der Komfortzone heraus schubst oder dich in Begeisterung versetzt. Sprich Menschen an, geh klettern, tanze wild oder stell dich in die Straßenbahn und lache einfach mal laut drauf los!

Übrigens: Lachyoga ist einer der besten und einfachsten Wege, um Begeisterung und kindliche Verspieltheit zu kultivieren. Auch Yoga hilft, das eigene Energielevel zu erhöhen.

 

Weitere Tipps und Links

Meditation zur Stärkung einer Eigenschaft oder Qualität: „Charaktereigenschaft stärken“ – hier bei Soundcloud…

Du möchtest gemeinsam mit mir und einer wunderbaren Gruppe deine Stärken kennenlernen und dich auf deine Ziele ausrichten? Dann komm zum nächsten Happiness Training!

Oder dir vielleicht sogar mal eine Woche Auszeit nehmen, dich mit Yoga stärken und gleichzeitig dein inneres Feuer zum Leuchten bringen? Dann komm mit auf die Happiness Yoga Ferien!

 

Teste deine Charakterstärken – Du bist dir nicht sicher, welche Charaktereigenschaften bereits gut entwickelt sind und welche noch gestärkt werden könnten? Dann mach den offiziellen Test der Uni Zürich! Hier geht’s zum Fragebogen. Du gibst damit dein Einverständnis, dass deine Ergebnisse (anonym) für die Studie genutzt werden dürfen und bekommst dafür ein ausführliches Profil.

 

Buchtipp: „Kraft“ von Claudia Croos-Müller. Sie arbeitet in ihrem „Body2Brain“-Konzept ebenfalls mit den Charakterstärken und bietet jede Menge hilfreiche Körperübungen dazu an.

Das Ei, das auf den Teppich fiel – oder: Glücksmomente sind überall

Unser Glücksexperiment und was dabei Erstaunliches passierte

Heute war kein schöner Tag. Nix Schlimmes, aber auch nichts Besonderes, halt so die üblichen Pflichten: Kind zum Kindergarten, Büroarbeit, Versicherungskram regeln. Spaß? Genießen? Besondere Erlebnisse? Nicht wirklich. Jetzt ist es Abend und ich habe das Gefühl, der Tag war irgendwie vergeudet. Von wegen „Carpe Diem – genieße den Tag“. Wenn das so einfach wäre. Ich hadere noch ein bisschen, nehme dann mein Handy und schreibe in die WhatsApp-Gruppe: „Ich bin dankbar, dass ich ein Dach über dem Kopf habe.“ Schon bessert sich meine etwas gedrückte Stimmung. Andere leben auf der Straße – oder wären froh, wenn sie ein Kind in den Kindergarten bringen könnten – oder einen Job hätten, in dem sie Bürokram machen könnten. Mir wird wieder bewusst, wie gut es mir geht. Und ich gehe zufrieden ins Bett.

„Die WhatsApp-Gruppe“ – das ist eine „Glücksmomente-Challenge“, die ich mal ins Leben gerufen habe. Dabei geht es darum, jeden Tag etwas in die Gruppe zu schreiben, worüber man sich gefreut hat oder wofür man dankbar ist. Ein kleiner Gruppen-Selbstversuch, für den ich auf einem Workshop ein paar freiwillige Mitmacher*innen gewinnen konnte. Die Idee ist aus folgender Erkenntnis heraus entstanden:

Dankbarkeit macht glücklich

Es geht uns so gut wie selten zuvor, aber wir jammern trotzdem. Kein Wunder: in der Steinzeit mussten wir ständig auf der Hut sein vor den Gefahren des Lebens, sonst wären wir schon ausgestorben. Im Angesicht des Säbelzahntigers gibt es nun mal keine Muße, den Sonnenaufgang zu bewundern. Heute leben wir einigermaßen sicher, aber wir können schöne Momente trotzdem nicht genießen.

Um das zu ändern, haben sich Dankbarkeitsübungen bewährt. Zahlreiche Studien aus der Glücksforschung belegen die Wirkung von Dankbarkeit: Menschen, die zum Beispiel jeden Tag drei Dinge aufschrieben, für die sie dankbar waren, haben schon nach kurzer Zeit positive Veränderungen erlebt. Sie waren nicht nur insgesamt zufriedener, sondern es ging ihnen auch gesundheitlich besser. Sie hatten ein höheres Energielevel, erreichten ihre Ziele schneller und es erhöhte sich ihr Bedürfnis, auch anderen zu helfen.
Das wollte ich doch mal ausprobieren mit unserer Gruppe. Und zwar, indem wir nicht nur Glücksmomente oder Dinge aufschreiben, für die wir dankbar sind, sondern diese auch noch per WhatsApp mit anderen teilen – 40 Tage lang. Ich war gespannt, wie es laufen würde – und es übertraf meine Erwartungen. Hier einige Erkenntnisse daraus:

Glücksmomente erleben, ohne glücklich zu sein

Viele Menschen denken, dass sie dann glücklich sein werden, wenn alle äußeren Umstände perfekt sind. Sie vertagen ihr Glück auf später: wenn ich in Rente bin, wenn ich erstmal die Beförderung habe, wenn ich genügend Geld habe, dann… Doch durch diese Denkweise nehmen wir uns die Freude über das, was bereits ist und vergessen das Hier und Jetzt.

Natürlich ist es auch wichtig, an morgen zu denken, zum Zahnarzt zu gehen oder Versicherungskram zu regeln. Wenn wir jeden Tag nur noch in die Sauna gehen, Urlaub machen oder Freunde treffen würden, ohne uns um unsere Existenz zu kümmern, wären wir bald pleite und planlos. „Carpe Diem“ muss nicht heißen, es immer krachen zu lassen oder nur zu faulenzen. Es bedeutet vielmehr, auch im Alltag die kleinen Glücksmomente zu erkennen.

Zum Beispiel:

  • Den Vögeln zuhören, die morgens früh ihr Konzert singen, bevor man zur Arbeit fährt.
  • den Duft nach Sommerregen auf der Straße riechen
  • Menschen beobachten, die einem Bettler Geld geben und sich daran freuen
  • Nach einem langen Arbeitstag zufrieden ins Bett fallen

Unser Experiment hat aber auch deutlich gemacht, dass wir nicht immer auf die „glücklichen Zufälle“ warten müssen. Wir können uns täglich bewusst Glücksmomente kreieren, indem wir uns eine bestimmte Sache vornehmen. Zum Beispiel Gartenarbeit, frühmorgens schwimmen gehen, sich mit langjährigen Freundinnen treffen, tanzen gehen oder mal einen anderen Weg von der Arbeit nach Hause nehmen.
Glück vermehrt sich, wenn man es teilt

Was mich besonders geflasht hat war die Erkenntnis, dass wir uns nochmal doppelt und dreifach freuen konnten, als wir die Glücksmomente der anderen gelesen haben. Zusätzlich haben wir wiederum von den anderen Inspirationen bekommen. Jeden Tag sind wir daran erinnert worden, inne zu halten, den Tag zu reflektieren und einen Grund für Dankbarkeit zu finden. Und wir haben festgestellt: egal was gerade ist – wir können wir immer noch dankbar sein, ein Dach über dem Kopf und genug zu Essen zu haben.

Aus „Pechmomenten“ Glücksmomente machen

Es ging sogar darüber hinaus. Denn wir haben gemerkt, dass sogar aus „Pechmomenten“ oder trotz trauriger Ereignisse Glücksmomenten entstehen konnten. Hier einige Beispiele:

  • Ich hab ein spontanes Treffen abgesagt weil ich mich als „Lückenbüßer“ gefühlt habe – und ich fühl mich gut damit 😉
  • Es tut so gut Freude zu haben mit denen ich auch kurze Zeit nach der Nachricht, dass meine Oma verstorben ist, noch lachen und Spaß haben kann
  • Ich habe den Mut gehabt, zu mir zu stehen und damit einen Konflikt in Kauf zu nehmen
  • Heute hat mein Kater auf den Teppich gebrochen und ich war so froh, dass es ganz frisch war und ich es ohne Flecken wegnehmen konnte. 😀🐈🍀
  • Mir war nicht besonders, aber ich habe ein Lied gehört und habe ich bisschen getanzt. Danach fühlte ich mich glücklich und wohl.
  • Mein Glücksmoment war, als mir ein rohes Ei auf den Teppichboden gefallen war und es sich ganz leicht und ohne Flecken wieder entfernen ließ. 😀

Wer entscheidet also darüber, wie wir mit einem Ungeschick, einem ärgerlichen oder gar traurigen Ereignis umgehen? Das Experiment zeigt: nur wir selbst! Wir können immer wieder inne halten und entscheiden, wie wir etwas bewerten. Sollen wir uns den Tag vermiesen lassen oder das Positive sehen? Positiv denken heißt dabei nicht, Probleme zu verdrängen – sondern eher eine andere Perspektive einzunehmen und den Silberstreif am Horizont zu sehen.

Glück = Glück + Glücksmomente

Das Leben ist sicherlich mehr als eine Aneinanderreihung von Glücksmomenten. Für ein zufriedenes Leben braucht es laut Glücksforschung erfüllte Beziehungen, das Gefühl, einen Sinn zu sehen und in Dankbarkeit zu sein über das, was ist. Der Fokus auf die kleinen Glücksmomente erhöht jedoch die Dankbarkeit und richtet die Aufmerksamkeit auf die Sahnehäubchen des Lebens. Die bewusste Wahrnehmung der schönen Momente trainiert unser Gehirn darauf, diese immer leichter zu erkennen und auch bewusst zu erschaffen.

Außerdem lernen wir automatisch, auch in den unangenehmen Dingen des Lebens das Gute zu sehen oder zumindest nicht daran zu verzweifeln. Wir können uns immer mehr freuen an den Glücksmomenten anderer und entwickeln selbst den Wunsch, anderen etwas Gutes zu tun. Wenn immer mehr Menschen dies bewusst tun, dann tun sie nicht nur etwas Gutes für sich, sondern auch für die Welt.

Namasté Angela

 

Glückstipps

Der Klassiker: das  „Glückstagebuch„: Besorge dir ein schönes Heft oder einen Block und schreibe jeden Tag auf: 3 Dinge, die gut gelaufen sind, die du erfolgreich gemeistert hast oder für die du dankbar bist. Ich bin mir sicher – dein Leben wird sich verändern.

18 Glücksmomente – Nachmachen ausdrücklich erwünscht!

Nimm dir jeden Tag eine Sache vor, die dir einen Glücksmoment beschert. Hier ein paar Ideen dafür aus unserer Challenge:

  1. Frühmorgens schwimmen gehen
  2. Meditation
  3. In der Mittagspause ein Eis essen
  4. Zeit mit Kindern verbringen (eigene Kinder, Enkel, Patenkinder…)
  5. Gartenarbeit
  6. In die Sauna gehen
  7. Sport machen
  8. Sich auf eine Wiese legen, in den Himmel schauen und die Sonne genießen
  9. Sich mit alten Freundinnen oder Freunden treffen
  10. Kabarett anschauen
  11. Jemanden in den Arm nehmen
  12. Torte essen
  13. Tanzen gehen
  14. Bastelabend mit der Familie / Freunden
  15. Bewusst den Vögeln lauschen
  16. Ein besonderes Rezept raussuchen und lecker kochen
  17. Einen fremden Menschen ansprechen und mit ihm zusammen 1 Minute Lachen
  18. Sich blamieren und dabei Spaß haben

 

Zitate

„Glück entsteht oft durch Aufmerksamkeit in kleinen Dingen, Unglück oft durch Vernachlässigung kleiner Dinge.“ Wilhelm Busch

„Die höchste Form des Glücks ist ein Leben mit einem gewissen Grad an Verrücktheit.“ Erasmus von Rotterdam

„Viele Menschen versäumen das kleine Glück, während sie auf das Große vergebens warten.“ Pearl S. Buck

Fels in der Brandung des Lebens – warum Meditation glücklich macht

Boh, ist das langweilig! Ferse, Spann, Ballen, Zehen – gaanz langsam schreite ich durch die Gehmeditation. Lieber würde ich jetzt joggen gehen oder mich mit jemandem angeregt unterhalten. Aber ich soll eben lahm gehen, hier im „Vipassana Meditation Center“ in Nepal. Ich müsste nachher mal mein T-Shirt durchwaschen, fällt mir da ein. Und bald gibt es endlich Frühstück! Meine Gedanken schweifen ab. Ich zwinge mich, bei der Wahrnehmung meiner Fersen zu bleiben, bei jedem einzelnen Muskel, der sich anspannt, wieder entspannt, bei jedem Druckpunkt, der meinen Fuß nacheinander mit der Erde verbindet. Dann spüre ich die aufgehende Morgensonne auf meinen Wangen, dazu den sanften Wind. In der Ferne ertönt der Gong des nahen japanischen Tempels, exotische Vögel beginnen ihr Lied zu singen. Am Wegesrand sehe ich eine Blume, die in einem solch tiefen Rot blüht, wie ich es noch nie zuvor gesehen habe. Ein Schmetterling tanzt um sie herum. Was für eine unendliche Fülle an Sinneseindrücken!

Später, in der Sitzmeditation, geht es nur noch um die Innenwelt. Der Raum ist abgedunkelt, man soll sich anderthalb Stunden lang nicht bewegen, die Füße schlafen ein. Die Schmerzen wandern von einer Stelle im Körper zur nächsten. Manchmal sind sie kaum noch aushaltbar. Wenn ich dann trotzdem ausharre, beginnt die Energie in meinem Körper zu fließen. Wow! Solche Momente gehören zu den schönsten in diesen 10 Tagen, dich ich mir hier auferlegt habe. Die längsten 10 Tage meines Lebens – und doch auch mit die prägendsten.

Meditation – Trend nicht nur in der Wirtschaftswelt

Meditation: das ist heute keine weltferne Eso-Masche mehr, sondern in aller Munde. In der Wirtschaftswelt redet man von „Achtsamkeit“ und so manch ein gestandener Manager meditiert vor wichtigen Meetings, um gelassen und mit innerer Kraft in die Verhandlung gehen zu können. Entspannung, MBSR und Meditation werden nicht nur in zahlreichen Frauenmagazinen als Weg zur Gelassenheit empfohlen, sondern auch in ZEIT, FAZ und Wirtschaftswoche. Dies birgt jedoch die Gefahr, dass Menschen sich gedrängt fühlen, diesem Trend zu folgen. Um fit für den Erfolg oder leistungsfähiger zu werden oder um noch besser zu funktionieren.

Innere Einkehr – neue Perspektiven

Doch es geht um das Gegenteil. Nämlich darum, einfach mal zu sein statt zu tun und zu machen. Ziel ist es, inne zu halten, zur Ruhe zu kommen, den eigenen – meist negativen – Gedankenkreislauf zu durchbrechen. Bei der Meditation üben wir, im Hier und Jetzt zu sein, die Perspektive zu wechseln und Zugang zur eigenen Intuition, göttlichen Essenz oder inneren Weisheit zu finden. Durch Meditation stärken wir unsere innere Kraft und machen unsere Lebenszufriedenheit und Gefühle unabhängig von den Stürmen des Lebens. Sie hilft uns, aus der Opferrolle auszusteigen und zu erkennen, in welchen Bereichen des Lebens wir uns viel zu viele Sorgen und Gedanken machen. Wir werden uns bewusst, dass wir dem alltäglichen Stress und unseren Problemen nicht hilflos ausgeliefert sind. Viele Probleme verlieren an Bedrohlichkeit, wenn wir unsere Einstellung dazu verändern. Durch Meditation können wir dies Schritt für Schritt tun – in Richtung mehr Lebensfreude, Gelassenheit und Zufriedenheit. Dabei wiederum können bessere Konzentrationsfähigkeit, Stressresistenz und somit auch mehr Erfolg im Leben durchaus eine Folge von regelmäßiger Meditationspraxis sein.

Meditation verändert Gehirnstrukturen

Auch für Skeptiker oder diejenigen, die sich gerne selbst als „Verstandesmensch“ bezeichnen, gibt es mittlerweile genügend Argumente und Studien, die die positive Wirkung von Meditation belegen. Forscher weltweit haben herausgefunden, dass bei der Meditation der Blutdruck sinkt, der Herzschlag sich verlangsamt, die Atmung sich vertieft und Muskelanspannungen reduziert werden. Hirnforscher haben festgestellt, dass sich durch regelmäßige Meditation die Aktivität des Gehirns messbar verändert. Und zwar genau in den Hirnregionen, wo es um Gefühle geht, und auch um körperliche Empfindungen. Der Hirnbereich, in dem Sinneseindrücke gebündelt werden (Thalamus) und die gesamte Aufmerksamkeit sich sammelt, wird gestärkt. Der Fokus richtet sich auf positive Dinge und die Hirnregion, in der Angst und Stress entstehen (Amygdala), wird gedämpft. Auch konkrete körperliche Beschwerden lassen sich nachweislich durch Meditation reduzieren, so zum Beispiel Kopfschmerzen, Schlafprobleme, Herzstolpern oder Durchblutungsstörungen.

Meditation gegen Kriminalität?

Einige Studien beschreiben darüber hinaus noch den sogenannten „Maharishi-Effekt“: demnach sei in den Städten in den USA, in denen mindestens 1% der Bevölkerung regelmäßig Meditation ausübten, die Kriminalität signifikant zurückgegangen. So könnte Meditation auch ein Weg sein, um zu mehr Frieden, Harmonie und Mitgefühl auf dieser Welt beizutragen. Die Belegbarkeit dieser These wird jedoch von einigen Seiten angezweifelt.

Unabhängig von wissenschaftlichen Ergebnissen und Belegen erlebe ich, was in unseren Kursen und Seminaren passiert, in denen Menschen inne halten, meditieren, atmen, entspannen oder Yoga praktizieren. Der Gruppenzusammenhalt steigt, es entstehen Mitgefühl, Liebe und Verständnis für die Mitmenschen. Statt Stress, Misstrauen oder Konkurrenz breitet sich eine Atmosphäre von Gelassenheit und Zufriedenheit aus. Da jeder einzelne ein sehr viel stärkeres Bewusstsein für die eigenen Bedürfnisse – aber auch die Bedürfnisse der anderen – entwickelt, finden die meisten eine gute und gesunde Ausgewogenheit zwischen „für sich selbst sorgen“ und für andere da sein. Nicht nur im Seminar selbst, sondern auch später im Alltag.

5 Tipps, um Meditation in den Alltag zu integrieren

Doch wie lässt sich Meditation dauerhaft und sinnvoll in den Alltag integrieren? Ich selbst kam damals mit den besten Vorsätzen aus dem Meditationszentrum heraus: Jeden Tag zweimal anderthalb Stunden, das hatte ich mir vorgenommen. Zwei Wochen lang habe ich das durchgehalten. Dann kamen wieder Lebensphasen, in denen ich völlig vom Alltag verschluckt wurde, gar nicht meditierte oder nur selten. Nach jahrelangem Experimentieren habe ich nun Wege gefunden, die mir helfen, dran zu bleiben. Diese Erfahrungen möchte ich hier mit dir teilen.

1. Weniger ist mehr

Jeden Tag anderthalb Stunden in tiefe Meditation versinken? Das schaffen vielleicht Mönche im Himalaya, aber für einen normalen berufstätigen Menschen ziemlich unrealistisch. Macht aber überhaupt nichts. Der Wissenschaftler John Kabat Zinn hat festgestellt, dass auch kurzes, regelmäßiges Meditieren positive Effekte zeigt. Nimm dir also lieber eine kürzere Zeitdauer vor und versuche, dies regelmäßig zu machen, statt nach wenigen Tagen entnervt aufzugeben, weil du keine anderthalb Stunden schaffst. 15 Minuten täglich reichen schon aus.

2. Sei nicht zu streng mit dir selbst – aber bleibe dran

Geißele dich nicht selbst, wenn es mal an einem Tag nicht klappt. Es wäre schade, wenn Schuldgefühle die bereits erzielten Fortschritte wieder zunichte machten. Mache dann einfach am nächsten Tag wieder weiter! Wichtiger ist, dass du dauerhaft dran bleibst, auch wenn du immer wieder neu anfängst.

3. Fange leicht an und probiere aus

Du musst nicht gleich die schwierigsten Meditationstechniken beherrschen, um loszulegen. Absolute Gedankenlosigkeit mag für einige das Ziel sein, sollte aber nicht krampfhaft angestrebt werden. Beginne sanft, vielleicht mit einem täglichem „Body Scan“ oder Yoga Nidra, oder auch einer geführten Phantasiereise. Wenn du dann das Gefühl hast, dabei schon ruhiger zu werden, kannst du weitere Techniken ausprobieren.

4. Nutze die 40-Tage-Formel

Laut Yoga-Tradition braucht der Mensch 40 Tage, bis sich eine neue Denk- oder Handlungsweise als Gewohnheit etabliert hat. Laut Gehirnforschung braucht es 30 Tage, bis sich neue neuronale Verbindungen im Gehirn bilden. Wenn du verschiedene Arten von Meditation ausprobieren möchtest, dann bleibe mindestens 40 Tage am Stück bei einer Technik. Führe dabei Tagebuch über das, was in deinem Leben so passiert. Dann kannst du die Wirkung verschiedener Techniken noch besser reflektieren.

5. Sei ohne Erwartungen

Wie bei vielen anderen Dingen ist es bei der Meditation auch: Je mehr wir mit einer bestimmten Vorerwartung oder Vorbewertung herangehen, umso weniger erfüllt sich dies. Erwarte weder Erleuchtung noch Wunderheilung von irgendeiner Art der Meditation. Denn genau das ist auch das Prinzip: Löse dich von allen Vorstellungen, wie die Dinge sein sollten und akzeptiere das, was gerade ist. Je mehr du dich der Erwartungslosigkeit hingibst, umso mehr wirst du positiv überrascht werden.

Ich wünsche dir viel Spaß dabei!

Namasté Angela

 

Glücksaufgabe

Mache dir eine Notiz in deinem Kalender, in 40 Tagen. Wähle eine Meditationstechnik für dich aus, die du in diesen 40 Tagen anwenden möchtest. Besorge dir ein Tagebuch und schreibe jeden Tag deine Erfahrungen auf.

Meditationen für dich

Hier findest du Entspannungsreisen, Meditationen, Yoga Nidra und vieles mehr. Such dir einfach eine raus und lege los!

 

Buchtipps

Meditation löst Lebensprobleme von Safi Nidiaye

Jetzt! Die Kraft der Gegenwart von Eckhart Tolle

 

Bekannte Entspannungs- und Meditationstechniken

Body Scan

Eine sehr einfache und effektive Möglichkeit, den Grübelkreislauf der Gedanken zu unterbrechen, inne zu halten und in die Entspannung zu kommen. Dieser wird eingesetzt als Vorbereitung auf autogenes Training sowie zur Entspannung nach einer Yoga-Stunde oder auch Fitness-Stunde. Hierbei geht man den Körper gedanklich durch und entspannt nach und nach jeden Körperteil. Hier findest du einen angeleiteten Body Scan…

Yoga Nidra

Yoga Nidra bedeutet „yogischer Schlaf“. Dies ist eine Yoga-Technik aus der tantrischen Tradition, die durch tiefe Entspannung und bewussten Schlaf den Zugang zu tiefen Bewusstseinsschichten ermöglicht. Yoga Nidra ist eine systematische Methode, um vollkommene mentale, emotionale und physische Entspannung herbeizuführen. Diese geführte Reise durch den Körper lenkt das Bewusstsein auf alle Körperteile. Die Teilnehmer scannen dabei ihren Körper vom Kopf bis zu den Zehen und entspannen dabei jeden einzelnen Teil ihres Körpers. Optional führt der Gruppenleiter sie danach durch verschiedene Visualisierungen und Empfindungen, z.B. heiß/ kalt, leicht / schwer, Atemräume (Nase, Brustraum, Bauch), Orte der Entspannung (Meer, Wald, Landschaft). Weiterhin gibt es die Möglichkeit, am Anfang einen Wunsch oder Intention (Sankalpa) einzugeben und die Aufmerksamkeit am Anfang und Ende darauf zu lenken. Hier findest du eine Yoga Nidra Kurzentspannung…

Phantasiereise

Fantasie-, Märchen- oder Traumreisen sind imaginative Verfahren. In der Psychotherapie werden sie zum Aufspüren von innerer Kraft und Weisheit eingesetzt. Als Entspannungsverfahren wirken sie therapeutisch. Sie werden als Geschichten von einem Sprecher erzählt. Ein tiefer Ruhe- und Erholungszustand wird durch eine entspannte Körperposition, die Zuwendung durch den Sprecher sowie die Hinwendung auf die meist als angenehm erlebten Bilder in der eigenen Fantasie erzielt. Durch eine herabgesetzte Muskelspannung kommt es zu einer körperlich-seelischen Entspannung. Der Zuhörer stellt sich innere Bilder zu den Texten vor, in die möglichst viele angenehme Sinneseindrücke eingebaut sind. Hier geht es zur Phantasiereise „Die Oase“…

Vipassana-Meditation

Vipassana ist eine der ältesten Meditationstechniken Indiens und bedeutet soviel wie „die Dinge zu sehen, wie sie wirklich sind“. Es geht hier darum, den Geist von trüben Gedanken und „Unreinheiten“ zu befreien. Dies geschieht durch Selbstbeobachtung. Man beobachtet den Atem, körperliche Empfindungen und die Gedanken. Alles was gerade da ist – Gedanken, Sorgen, Schmerzen – wird als reine Empfindung angesehen und von einer Bewertung (gut oder schlecht) abgekoppelt.

Zen-Meditation

Zen ist eine wichtige Richtung im Buddhismus. Der Begriff „Zen“ leitet sich vom Sanskrit ab und bedeutet „Meditation“ oder „Versenkung“. Man versucht dabei, im gegenwärtigen Augenblick präsent zu sein, sei es bei der Zen-Meditation in der Konzentration auf die Haltung und Atmung oder auch bei allen anderen Tätigkeiten des Alltags. Um den Gedankenkreislauf zu stoppen, arbeitet man hier mit „Tricks“, wie z.B. von 1 bis 10 zählen, den Atem beobachten, sich mit Rätseln („Koans“) befassen. Das sind unlösbare Aufgaben oder paradoxe Aussagen, die der Lehrer dem Schüler in die Meditation mitgibt.

MBSR – Mindfulness Based Stress Reduction

Die Achtsamkeitsbasierte Stressreduktion (Mindfulness-Based Stress Reduction – MBSR) ist ein von dem Molekularbiologen Jon Kabat-Zinn in den späten 1970er Jahren in den USA entwickeltes Programm zur Stressbewältigung durch gezielte Lenkung von Aufmerksamkeit und durch Entwicklung, Einübung und Stabilisierung erweiterter Achtsamkeit. Hier geht es um eine Kombination von Yoga, Sitz- und Gehmeditation. Bei allen Übungen steht das nicht-wertende Annehmen dessen im Vordergrund, was gerade im Augenblick wahrnehmbar ist. Das können Körperempfindungen (z. B. Druck, Kribbeln), Gefühle (angenehm / unangenehm), Emotionen (z. B. Angst, Trauer), Stimmungen, Sinneswahrnehmungen oder Gedanken sein. Diese Methode findet sowohl in der Wirtschaftswelt immer größere Verbreitung, wird aber auch im klinischen Bereich (zum Beispiel mit chronisch Kranken) eingesetzt.

Dynamische Meditationen

Der spirituelle Lehrer Osho hat verschiedene Meditationen entwickelt, die mit Bewegung verbunden sind: zum Beispiel schütteln, tanzen, springen, aber auch Wut oder Albernheit herauslassen. Verschiedene Gefühle wie Weinen und Lachen finden hier ebenso ihren Ausdruck.

Besonders effektiv ist vor allem die Lachmeditation, die auch im Lachyoga nach Dr. Madan Kataria eingesetzt wird. Hier lässt man ca. 10 – 30 Minuten lang das Lachen frei sprudeln. Dies kann alleine praktiziert werden, ist aber einfacher in einer Gruppe, weil hier der gegenseitige Ansteckungseffekt genutzt werden kann. Hier findest du eine „Lachaufnahme„, die dich dabei unterstützen kann, in das freie Lachen hinein zu kommen.

Zitate

„Bei der Meditation geht es nicht um den Versuch, irgendwo hinzugelangen. Es geht darum, dass wir uns selbst erlauben, genau dort zu sein, wo wir sind, und genau so zu sein, wie wir sind, und desgleichen der Welt zu erlauben, genau so zu sein, wie sie in diesem Augenblick ist.“ Jon Kabat-Zinn

„Das Gegenstück zum äußeren Lärm ist der innere Lärm des Denkens. Das Gegenstück zur äußeren Stille ist innere Stille jenseits der Gedanken.“ Eckhart Tolle

„Du kannst die Wellen nicht stoppen, aber du kannst lernen zu surfen.“ Jon Kabat-Zinn

„Meditation ist das Reinigen des Geistes und Herzens vom Egoismus; durch diese Reinigung entsteht das richtige Denken, das allein den Menschen vom Leid befreien kann.“ Jiddu Krishnamurti

„Existenz ist nur im gegenwärtigen Moment. Der Verstand ist niemals im gegenwärtigen Moment.“ Osho

 

Veränderung: Die einzige Konstante im Leben

Online-Kurs "Glück"

Du möchtest Veränderung in dein Leben holen? Dann lass dich mit diesem Kurs dabei begleiten!

Veränderung war immer Teil meines Lebens. Ich bin mindestens 20 Mal umgezogen, habe an 12 verschiedenen Orten gelebt, davon vier im Ausland, und in mindestens 10 verschiedenen Jobs gearbeitet. Auch meine „Lebensabschnittsgefährten“ haben öfters gewechselt. Das habe ich mir nicht ausgesucht. Ich mag zwar Freiheit und Abenteuer, aber oft habe ich mich nach mehr Beständigkeit und Sicherheit gesehnt.

Nicht festklammern, sondern loslassen – nur wie?

Doch immer wenn ich das Gefühl hatte, jetzt kann ich mich mal zurücklehnen, hat das Leben mich wieder aus meiner Komfortzone heraus geschubst – manchmal auch ziemlich hart, anhand von Jobverlust oder ungewollten Trennungen. Je mehr ich mich an etwas festgeklammert habe, umso schneller ist es zwischen meinen Händen in Scherben zerfallen. Mein Nicht-Loslassen-Wollen hat mich dazu gezwungen, loszulassen.

Weißt du, wie in Indien die Affen gefangen werden? Die Jäger legen eine Banane in eine Kokosnuss, deren Öffnung gerade so groß ist, dass die Pfote hindurch passt. Der Affe umfasst seine Beute, macht die Pfote zur Faust und kommt nicht mehr heraus, weil er krampfhaft daran festhält. Der Jäger hat dann ein leichtes Spiel.

Genauso habe ich damals versucht, alles festzuhalten – den Job, den Partner, die Sicherheit – in der Hoffnung auf mehr Beständigkeit in meinem Leben. Doch vergeblich. Bis ich von einem Trainer einen entscheidenden Satz hörte, der mein Leben veränderte:

„Veränderung ist die einzige Konstante im Leben“

Mir wurde klar: Es geht darum, die Veränderung anzunehmen. Die Wellen des Lebens gehören dazu, und wir können uns nicht dagegen wehren. Es kann sogar Spaß machen, darauf zu reiten. Wenn wir lernen, Veränderungen als Teil des Lebens anzunehmen, gehen wir darin nicht mehr unter. Wie bei einem Surfer: Er paddelt in das Meer, nutzt die Kraft der Wellen und hat jede Menge Spaß dabei. Wenn es ihn umhaut, stellt er sich wieder drauf und surft weiter.

Als ich mit diesem Bild meine Sichtweise änderte, passierte etwas Erstaunliches: mein Leben wurde beständiger. Die Abstände zwischen Job-, Stadt-, und Partnerwechsel wurden größer. Und irgendwann hatte ich das Gefühl, angekommen zu sein. Wenn Veränderung ansteht, dann geht es sanft und ohne Drama. Schließlich bin ich mittlerweile darin geübt, immer wieder meine Komfortzone zu erweitern.

Viele von den Menschen, die ich früher beneidet habe – weil sie die „sichere Variante“ des Lebens gewählt haben, mit Hochzeit, Hausbau, festem Job – sind mittlerweile getrennt oder haben aufgrund von Umstrukturierungen mindestens einmal ihren Job verloren. Andere wiederum sagen mir, dass sie nichts lieber tun würden, als aus ihrem Hamsterrad auszusteigen. Veränderung geht an keinem vorbei. Doch wie viel oder wenig davon ist gut?

Macht Veränderung glücklich?

Veränderungsbereitschaft ist Typsache. Manche sind schnell überfordert. Sie brauchen die äußere Sicherheit. Auf der anderen Seite sprechen Psychologen von den „Sensation Seekers“, die immer wieder den Kick brauchen, um nicht in Langeweile unterzugehen. Sie werden dann zu Freeclimbern, Base Jumpern oder Höhlentauchern. Aber auch diejenigen, die Beziehungen oder Jobs beenden, sobald sich Routine einstellt oder ihnen etwas nicht passt, zählen als „Sensation Seekers“.

Dann gibt es die Menschen, die jahrelang ein scheinbar „normales“, geradliniges Leben geführt haben. Bis die Sinnkrise oder ein Schicksalsschlag sie dazu bringt, den Sprung aus der Sicherheit zu wagen und sich komplett neu zu orientieren. Sie verfolgen mutig ihren Lebenstraum: Der Bänker, der zum Yogalehrer wird, die Ärztin, die nach Nepal auswandert, um in einem Entwicklungshilfeprojekt zu arbeiten oder der Anwalt, der auf LKW-Fahrer umsattelt. Befragt man diese Menschen, so ist das Fazit bei den meisten: Sie haben zwar weniger Status und Geld als vorher, sind aber glücklicher. Doch ob ein solcher Schritt realisierbar scheint, hängt auch von der Lebensphase ab.

Wann macht Veränderung Sinn?

Forscher des Max-Planck-Instituts haben festgestellt, dass Menschen bis 30 eher bereit sind für Veränderung. Es hängt noch nicht so viel dran, wie Kinder, eigenes Haus oder Karriere. Danach ist vielen das Risiko zu hoch. Erst ab Mitte 60 steigt wieder die Veränderungsbereitschaft. Man tritt in eine neue Lebensphase ein, die Kinder sind aus dem Haus, es geht wieder leichter.

Grundsätzlich ist das Bedürfnis nach Sicherheit tief in uns verankert. Unser Gehirn ist darauf programmiert, effizient zu arbeiten und möglichst viele Prozesse automatisch ablaufen zu lassen. Selbst im Ruhezustand verbrauchen unsere 80 Milliarden Nervenzellen im Gehirn viel Energie. Routinierte Abläufe reduzieren den Stress und verschaffen uns ein ruhiges Gefühl. Was dazu führt, dass wir oft lieber den Status Quo beibehalten als etwas zu ändern, auch wenn dieser nicht mehr angenehm ist.

Neue Erlebnisse? Glückstraining für’s Gehirn!

Trotzdem lohnt sich der Schritt aus der Komfortzone: In einer Studie wurden Menschen befragt, die mit großen Veränderungen im Leben rangen. Sechs Monate nach der Entscheidung waren diejenigen glücklicher, die sich für die große Veränderung entschieden hatten. Aber es geht auch im Kleinen. Alles, was das Gehirn aus der Routine herausreißt, mag sich zunächst ungewohnt anfühlen. Laut Forschung aktivieren jedoch gerade neue, positive Erfahrungen das Gehirn und überfluten das Belohnungszentrum mit Glückshormonen.

Schon kleine Erlebnisse reichen dafür aus. Probiere es mal aus: ein neues Musikstück hören, mal irgendwo hingehen, wo du sonst nie landen würdest: Nähkurs, Doppelkopfabend, Salsa-Tanzkurs oder Infoabend zum Thema Renaissance. Vielleicht mal wahllos in einen Zug oder eine S-Bahn steigen, irgendwo aussteigen, wo du noch nie warst und dort in die Eckkneipe gehen. In ein Land reisen, wo du noch nie warst.

Wenn also ein kompletter „Reset“ im Leben nicht ansteht, dann kannst du auch im Kleinen dafür sorgen, dass das Gehirn aktiv bleibt und dich mit Glücksgefühlen versorgt. Das ist wie eine Art „Training“: Wenn du innerlich flexibel bist und eine positive Grundeinstellung hast, dann bist du gut aufgestellt, wenn mal eine „große“ Veränderung im Leben ansteht. Egal, ob diese durch äußere Umstände erzwungen wird, oder du dich selbst dafür entscheidest.

Happiness Gedanken

  • Wir können nichts halten, indem wir uns daran festklammern
  • Sobald wir die Veränderung als Teil des Lebens akzeptieren, geht alles leichter
  • Wir können unser Gehirn auf Veränderung programmieren, indem wir im Alltag neue Erfahrungen suchen
  • Wenn wir im Kleinen neue Erfahrungen erleben, sind wir für große Veränderungen besser gewappnet.
  • Die Surfer machen es vor: auf den Wellen reiten, genießen, und wenn es uns umhaut, einfach wieder aufstehen

Happiness Tipp

Suche dir eine ungewöhnliche Aktivität, etwas, was du noch nie oder selten gemacht hast. Tue dies in einem Bewusstsein von kindlicher Neugier, Freude und Offenheit. Fühle hinein, wie es dir dabei geht und hab Spaß daran!

Coaching-Programm: Der Glücks-Charakter-Booster

Trainiere die Eigenschaften, die dich glücklich machen!

Zitate

»Wenn der Wind der Veränderung weht, bauen die einen Mauern und die anderen Windmühlen.« Chinesisches Sprichwort

»Es sind nicht die äußeren Umstände, die das Leben verändern, sondern die inneren Veränderungen, die sich im Leben äußern.«, Wilma Thomalla, Deutsche Publizistin

»Nichts in der Geschichte des Lebens ist beständiger als der Wandel.« Charles Darwin, Englischer Naturforscher

Buchtipp

„Mut. Lebe wild und gefährlich“ von Osho – hier direkt bei Amazon bestellen…

 

Die Freude der Wahl? Leichter Entscheidungen treffen

Neulich im Urlaub habe ich versucht, für meine Freundin, mich und die Kinder etwas im Café zu bestellen: „Drei Crêpes“ – „mit Nutella, Apfelmus oder Zimt?“ fragt die nette Spanierin hinter der Theke. „Nutella“. „Mit Sahne oder ohne?“ „Drei mit Sahne, einen ohne.“ „Mit Eis?“ „ähm, ja, mit Eis“. Der Kakao wird einfacher, dachte ich mir. „Mit Sahne oder ohne?“ „Mit“. „Welche Art von Schokolade – weiß, braun, Bitterschokolade,…?“ Sie hält mir eine Karte hin mit etwa 6 verschiedenen Kakaosorten. Als wir endlich am Tisch sitzen und dazu noch zwei Cappuccino organisiert haben – der für meine Freundin sollte laktosefrei sein, aber das habe ich im Eifer des Gefechts verpasst – war ich urlaubsreif, obwohl wir uns gerade in selbigem befanden. Ich fühle mich bei sowas immer wie in einem Assessment Center, in dem man hoch konzentriert zuhören und Fragen wie aus der Pistole geschossen beantworten muss. So viele Wahlmöglichkeiten können ganz schön anstrengend sein.

Dabei müssten wir doch dankbar sein. Selten in der Geschichte der Menschheit haben wir mehr Freiheiten gehabt – ob es um unsere Beziehungsform geht, den Beruf, die Länder, die wir bereisen, den Namen, den wir annehmen oder das Geschlecht. Diese Freiheit ist ein großes Privileg und nicht in allen Teilen dieser Welt selbstverständlich.

Dafür ist auch dagegen

Doch je mehr Möglichkeiten wir in unserem Leben haben, umso mehr Entscheidungen müssen wir treffen. Jede Entscheidung für etwas ist auch eine Entscheidung gegen etwas. Mit jeder Entscheidung können wir jemanden vor den Kopf stoßen oder auf uns selbst achten, etwas Schönes erleben oder auch mal scheitern. Mit jeder Entscheidung verpassen wir auch irgendwo etwas. Und das wurde uns nie so krass vor Augen geführt wie in Zeiten der Selbstdarstellung über Facebook und co. Heißt es nicht, man soll möglichst viel aus dem Leben rausholen, das JETZT erleben, Abenteuer suchen, nichts auf morgen verschieben, immer etwas Tolles unternehmen? Oder sollte man sich doch lieber mal Zeit für sich gönnen und auf der Couch bleiben? Mir persönlich sind Entscheidungen immer schwer gefallen. Im Restaurant bin ich die letzte, die bestellt, bei der Urlaubsplanung wälze ich vorher wochenlang Angebote.

Wie ist es erst mit den großen Lebensentscheidungen? Was ist der richtige Beruf, der Partner, Wohnort, Freundeskreis? Mit bestimmten Entscheidungen legen wir eine Richtung fest, das ist nunmal so. Manchmal bekomme ich von Freunden zu hören „früher war alles unbeschwerter, jetzt habe ich so viel Verantwortung.“ Jeder jenseits der 40 weiß: irgendwann hat man nicht mehr alle Möglichkeiten. Man kann nicht mehr Arzt, Astronautin oder Pilot werden. Man hat Familie gegründet oder nicht. Wir können bei vielen Dingen nicht die Zeit zurück drehen und es nochmal anders probieren. Wir haben in jedem Moment immer nur die eine oder andere Möglichkeit. Jeder, mit dem ich spreche, sagt auch: „Bestimmte Entscheidungen im Leben hätte ich im nachhinein anders getroffen.“ Und doch wissen wir nicht, ob es besser geworden wäre.

Was kann uns helfen, Entscheidungen mit einem guten Gefühl zu treffen? Psychologen raten dazu, diese nicht allzu lange hinaus zu zögern. Wir fühlen uns erleichtert, sobald eine Entscheidung getroffen ist. Laut Studien sind Menschen, die einmal einen beherzten Entschluss treffen, zufriedener als die, die etwas ewig vor sich herschieben. Letztendlich sei es sogar unerheblich, ob es die „richtige“ Wahl war oder nicht, denn wir haben die glückliche Gabe, uns mit den Dingen zu arrangieren und das Positive daran zu sehen.

Wichtig sei auch ein vernünftiger Realitätssinn bezüglich unserer Erwartungen. Oft führen ja die Entscheidungen, die wir so nebenbei – ohne große Erwartungen – treffen, zu den schönsten Erlebnissen. Wie viele grauselige Silvesterpartys habe ich schon erlebt, weil ich unbedingt genau an diesem Abend das Allerbeste erleben wollten, während das spontane „Versacken“ mit Freunden an einem ganz normalen Abend unter der Woche viel mehr Spaß gemacht hat. Wer mit jeder Wahl immer das absolute Optimum herausholen will, so sagen Psychologen, wird nie zufrieden sein.

Auch hier liegt die Krux: Wir machen uns viele Gedanken, weil alles optimiert werden soll. Wir wollen das Beste draus machen, möglichst viele schöne Dinge erleben. Je mehr Möglichkeiten sich uns auftun, umso mehr wird uns bewusst, was wir verpassen. Das macht Entscheidungen nicht einfacher. Ich habe mir früher oft darüber den Kopf zerbrochen. Mittlerweile helfen mir folgende Gedanken dabei, Entscheidungen leichter zu treffen:

1. Keine Entscheidung ist endgültig

Natürlich steht uns irgendwann nicht mehr alles offen. Trotzdem müssen wir nicht den Rest unseres Lebens in derselben eingefahrenen Bahn bleiben. Wir können den Partner wechseln, umziehen oder auch beruflich mit 60 nochmal neu anfangen. Hierfür gibt es zahlreiche Beispiele von Menschen, die dies erfolgreich gemacht haben – manche von sich aus, andere durch einen Schicksalsschlag bedingt. Für einige war es vielleicht schwer, andere sind dabei zu Hochform aufgelaufen.

2. Es nicht allen Recht machen wollen

Bei fast jeder Entscheidung sind andere Menschen involviert – oft müssen wir den einen oder anderen dabei vor den Kopf stoßen. Mädelsabend oder Zeit mit dem Partner, mit dem Kind spielen oder mit der besten Freundin telefonieren? Wir werden es nie allen Recht machen können. Setze bewusst Prioritäten, kommuniziere diese deutlich und lass das schlechte Gewissen außen vor. Bei jeder Entscheidung sind bestimmte Grundwerte involviert. Loyalität oder Mut? Ehrlichkeit oder Diplomatie? Schreibe dir deine wichtigsten Werte auf und frage dich bei jeder Entscheidung, um welchen Wert es geht und welcher dir wichtig ist.

3. Wie würde ein Vorbild jetzt entscheiden?

Denke an jemanden, den du bewunderst – den du privat kennst oder auch eine inspirierende Persönlichkeit – und überlege dir, wie in einer solchen Situation der- oder diejenige jetzt handeln würde. Das kann helfen, die Perspektive zu verändern.

4. Sich die Zeit nehmen, die es braucht

Manchmal höre ich von Menschen die Aussage: „Ich weiß, ich muss das jetzt endlich entscheiden, aber ich kann einfach nicht.“ Dann lass es. Manchmal darf man sich auch die Zeit nehmen, die eine Entscheidung braucht, um sie überzeugt zu treffen. Wenn der richtige Zeitpunkt da ist, dann wirst du es merken – sofern dies nicht eine Ausrede ist, um sich ganz vor der Entscheidung zu drücken.

5. Auf den Bauch hören, aber mit Bedacht

Oft heißt es ja, dass eine „Bauchentscheidung“ die richtige sei, dass wir auf unsere Intuition hören sollten. Dies ist hilfreich, solange wir nicht bestimmte impulsive Emotionen als „Intuition“ deuten. Manchmal ist es vielleicht Wut (nie wieder lass ich mich unterbuttern), Trotz (jetzt zeige ich es denen aber mal) oder Zögerlichkeit (mein Gefühl sagt, es soll nicht sein…), die uns treibt, Dinge vorschnell zu tun oder bleiben zu lassen. Hier hilft es, kurz inne zu halten und sich anzuschauen, welches Grundgefühl hinter dem Impuls steckt, so zu entscheiden.

6. Höhere Ebene sehen – Zustand der Achtsamkeit

Ich bin davon überzeugt, dass wir Zugang zu einer höheren Weisheit haben, einem Wissen darüber, was zu tun ist. An dieses Wissen gelangen wir jedoch nicht, wenn der Gedankenkreislauf schon im Gange ist. Viel wichtiger ist der Zustand, aus dem heraus wir entscheiden. Wenn wir Gedanken, Emotionen, Alltagssorgen loslassen können, sehen wir das große Ganze. Dann können wir unsere innere Weisheit, unsere Seele befragen. Dieser Zustand entsteht aus der Stille heraus – zum Beispiel durch Entspannung, Atemübungen oder Meditation. Hier richtet sich der Fokus auf das Essentielle, auf das, was wirklich wichtig ist im Leben. Mir selbst haben bestimmte Meditationen bei so einigen Entscheidungsfragen geholfen, eine Richtung zu finden.

Freier Wille oder vorgegebener Weg?

Vielleicht gibt es ja auch eine vorgegebene Bestimmung, eine Aufgabe, eine Richtung im Leben. Was nicht bedeuten muss, dass wir dem „Schicksal“ willenlos ausgeliefert sind. Vielleicht eher, dass das „Ziel“ auf verschiedenen Wegen erreicht werden kann. Welchen Weg wir nehmen, das können wir selbst entscheiden. Vielleicht ist es mal die staubige Landstraße, mal der saftige grüne Waldpfad oder auch die anstrengende Wanderung auf den Berg. Wenn es diese vorgegebene Richtung gibt, dann können wir darauf vertrauen, dass jeder Weg – jede Entscheidung – uns so oder so dahin bringt. Diesen Gedanken finde ich sehr beruhigend.

Namasté, Angela

Zitate

„Entscheide dich immer für das Unbekannte, auch wenn es riskant ist, und du wirst ständig wachsen“ Osho

„Es ist besser, unvollkommene Entscheidungen durchzuführen, als beständig nach vollkommenen Entscheidungen zu suchen, die es niemals geben wird.“ Charles de Gaulle

„Zu mancher richtigen Entscheidung kam es nur, weil der Weg zur falschen gerade nicht frei war.“ Hans Krailsheimer

„Richtig und falsch beziehen sich nicht auf das Ergebnis deiner Handlung, sondern darauf, in welchem Zustand du bist, wenn du etwas tust – meditativ oder nicht, wach und achtsam oder wie ein Schlafwandler.“ Osho

Meditationstipp

Die Seelenmeditation hilft, Gedanken und Gefühle loszulassen und Zugang zur Seele zu finden.

Glücksaufgabe

Schreibe deine 6 wichtigsten Werte auf und schaue sie dir jedes Mal, bevor du eine Entscheidung triffst, an. Versuche dann zu benennen, welcher Wert jeweils die Grundlage für deine Entscheidung ist. (Beispiele: Freiheit, Spaß, Gesundheit, Gerechtigkeit, Frieden, Loyalität, Liebe, Sinn, Reichtum, Erfolg, Gelassenheit, Verbindung, Freundschaft, Dankbarkeit, Klarheit etc…)

Glücksgedanken

  • Viele Wahlmöglichkeiten zu haben ist unser großes Privileg
  • Jede Entscheidung für etwas ist auch eine Entscheidung gegen etwas
  • Entscheidungen schnell und beherzt zu treffen macht zufrieden
  • Manchmal braucht eine Entscheidung aber auch Zeit
  • Intuition nicht mit impulsiven Emotionen verwechseln
  • Der Zustand, in dem eine Entscheidung getroffen wird, ist entscheidend: statt Pro-Contra-Listen lieber in die Stille kommen und nach innen lauschen
  • Stell dir vor, es gibt keine falschen Entscheidungen – nur welche, bei denen du einen anderen Weg zum Ziel nimmst.

Motion creates Emotion: die innere Einstellung über den Körper verändern

Früher war ich oft in einem Grübelkreislauf gefangen: Mit Sorgen über die Vergangenheit, die Zukunft, über die Ungerechtigkeiten des Lebens allgemein und mir selbst gegenüber. Ich wusste letztendlich, dass ich oft sehr pessimistisch war und es mir in der Opferrolle bequem gemacht hatte –  aber ich hatte keine Ahnung, wie ich das ändern konnte. Ich wollte ja fröhlich und optimistisch sein, aber es ging irgendwie nicht.

Dann traf ich die wichtigste Entscheidung meines Lebens: mein Glück in die Hand zu nehmen. Der erste Schritt war der Besuch eines Seminars zum Thema Persönlichkeitsentwicklung. Erwartungsvoll kam ich dort an – und rechnete mit einer Art „Selbsthilfegruppe“, bei der im Stuhlkreis jeder über seine Probleme lamentieren würde und wir diese dann ausführlich psychologisch analysieren würden. Doch es kam anders. Fetzige Musik wurde aufgedreht und es wurde erstmal ordentlich abgetanzt. Und das jeden Morgen – noch vor dem Frühstück! „Habe ich hier so viel Geld bezahlt, um zu einem Tanzworkshop zu gehen?“ sagte ich ironisch zu meiner Zimmergenossin. War mir als Morgenmuffel doch so gar nicht danach, schon morgens einfach nur abzutanzen und die gute Laune der anderen zu ertragen.

Mit finsterer Miene ergab ich mich meinem Schicksal. Am dritten Tag dachte ich mir schließlich: Na gut, wenn die das so wollen, dann werde ich jetzt halt ganz übertrieben so tun, als ob ich Spaß habe. Und siehe da: ich hatte tatsächlich einen Riesenspaß! Und was noch viel erstaunlicher war: all meine Emotionen kamen endlich wieder ins Fließen. Es flossen die Tränen, aber es kam auch eine unbändige, begeisterte Freude auf, so wie ich sie lange nicht mehr erlebt hatte. Ich war in einem Zustand, in dem mentale Arbeit überhaupt erst möglich wurde. In diesem Moment wurde mir klar: Der Körper ist der beste Schlüssel, um an unsere – auch unbewussten – Emotionen heran zu kommen und wirkliche Veränderungen anzustoßen.

Diese Erkenntnis war für mich der Beginn eines Weges, der durch Nachdenken oder Willenskraft allein nicht möglich gewesen wäre. Heute setze ich selbst in meinen Seminaren immer wieder Körperarbeit ein, ob es nun Lachyoga, Yoga, Atemübungen, Berührungselemente, dynamische Meditationen oder Tanzsequenzen sind. Doch warum ist das so hilfreich?

Bewegung macht gute Laune

Hast du auch ab und zu solche Tage, an denen du dir vorgenommen hast, Sport zu machen, aber dich nur schwer aufraffen kannst? Je nachdem, wie dein „Schweinehund“ drauf ist, bleibst du dann auf der Couch sitzen oder überwindest dich mit Mühe. In letzterem Fall wirst du vielleicht hinterher merken, dass deine Stimmung besser ist, du dich voller Energie fühlst und du froh bist, doch Sport gemacht zu haben. Noch nie habe ich am Ende meines Yoga-Kurses gehört, „ach, wäre ich bloß nicht gekommen“, aber oft „ich bin froh, dass ich mich aufgerafft habe.“

Dass Bewegung sogar gegen Depressionen hilft, zeigt eine Studie, die mit Depressiven durchgeführt wurde (Babyak, 2000). Während die eine Gruppe Anti-Depressiva einnahm, trieb die andere Gruppe drei Mal die Woche Sport. Nach 10-20 Tagen zeigten diejenigen, die die Anti-Depressiva genommen hatten, die ersten Verbesserungen. Aber die „Sportgruppe“ holte auf: nach einem Monat zeigte sich bei den Probanden eine ebenso positive Entwicklung. Nach vier Monaten waren beide Gruppen gleichauf. Noch spannender: 6 Monate nach Beendigung der Maßnahmen wurden 38% aus der „Anti-Depressiva-Gruppe“ wieder rückfällig. Von denjenigen, die Sport getrieben hatten, waren es nur 8%. Wissenschaftler bestätigen: Sport hilft, Ängste zu senken und Stress zu reduzieren. Das Immunsystem wird gestärkt und wir werden kreativer. Es lohnt sich, den Schweinehund zu überwinden, die Yogamatte rauszuholen oder einen auch einfach einen Spaziergang im Wald zu machen.

Die Körperhaltung wirkt sich auf die Gefühlslage aus

Kennst du die Empfehlung, eine Minute zu lächeln, wenn du dich über irgendetwas ärgerst? Wer es schon mal ausprobiert hat, weiß: das ist am Anfang ziemlich albern, aber irgendwann kommt man gar nicht umhin, zumindest ein wenig über sich selbst zu schmunzeln. Woran liegt das? Allein die körperliche Aktivität des Lächelns sorgt dafür, dass bestimmte Signale an das Gehirn gesendet werden, die eine Stimmungsänderung erzeugen. Das funktioniert sogar, wenn die Körperhaltung nicht willentlich oder absichtlich erzeugt wurde. In der sogenannten „Lächelstudie“ wurden beispielsweise Probanden gebeten, einen Stift quer in den Mund zu nehmen – ihre Stimmung war hinterher nachweislich besser als bei der Vergleichsgruppe. Weiterhin fand man heraus, dass Menschen, die regelmäßig eine Zeit lang eine aufrechte Körperhaltung einnahmen, mehr Selbstbewusstsein ausstrahlten und dies am Ende auch hatten.

Diese Beispiele zeigen: nicht nur der Körper ist ein „Spiegel der Seele“, indem er unsere Gefühlslage ausdrückt. Sondern unsere Körperhaltung hat umgekehrt einen direkten Effekt auf unsere Stimmung und auf die Seele. Im Yoga weiß man es schon lange: hier wird auf eine stabile, aufrechte und selbstbewusste Körperhaltung Wert gelegt, bevor man überhaupt mit den ersten Positionen anfängt. Alle Übungen haben hier seelische Effekte: die Arme nach oben und zur Seite ausstrecken stärkt die „Aura“ und somit die Resilienz gegen negative Ereignisse oder Menschen. Andere Übungen dienen der Herzöffnung (z.B. Kamel oder Fisch) oder der Erhöhung der Stand- und Durchsetzungsfähigkeit (wie der „Krieger“). Im Lachyoga geht man noch weiter und nutzt die Wirkung des absichtlichen Lachens. Denn ein positiver Effekt für die Emotionen tritt auch dann ein, wenn das Lachen anfänglich nur motorisch aktiviert wurde. Im Körper werden die Glückshormone angekurbelt und somit wird die Stimmung direkt und merklich erhöht.

Veränderung geht leichter über den Körper als durch Willenskraft

Das Schöne dabei: Du kannst ab jetzt damit aufhören, alles zu analysieren oder dir einen Kopf zu machen, wie du selbstbewusster, stärker, besser gelaunt oder mutiger wirst. Klar ist hier manchmal auch eine grundsätzliche Veränderung der Denkweise erforderlich. Aber durch gezielte Körperübungen kannst du bewusst die gewünschten Gefühle erzeugen und verstärken. Wenn du dies regelmäßig machst, dann ändern sich nicht nur kurzfristig deine Gefühle, sondern auch langfristig die innere Einstellung – hin zu mehr Freude, Selbstbewusstsein, innerer Kraft und positiver Ausstrahlung.

Der Autor Norbekov beschreibt es in seinem Buch „Eselsweisheiten“. Wir haben drei Bereiche in uns: das Gedankenzentrum, das emotionale Zentrum und das Zentrum zur Steuerung der Muskeln. Ihm zufolge ist es viel einfacher, eine bestimmte Muskelaktivität auszuführen als sich willentlich in eine bessere Stimmung versetzen zu wollen, so nach dem Motto „reiß dich mal zusammen.“

Auch beim Trend des sogenannten „Power Posing“ geht es darum, sich durch bestimmte Haltungen in eine kraftvollere und selbstbewusstere Haltung zu versetzen. Die amerikanische Sozialpsychologin Amy Cuddy hat festgestellt, dass bestimmte Haltungen (so die „Siegerhaltung“ mit den Armen nach oben geöffnet) uns bereits angeboren sind. Auch Blinde reißen die Arme nach oben, wenn sie in einem Wettbewerb gewonnen haben. Weiterhin hat sie erkannt, dass der jeweilige Hormonspiegel eine Rolle dafür spielt, ob jemand eine Führungspersönlichkeit ist oder sich eher unterbuttern lässt. Um selbstbewusster aufzutreten, empfiehlt sie zum Beispiel folgende Haltungen:

  • Cowboy- oder Wonderwoman-Haltung: Stelle dich breitbeinig hin, die Hände in die Hüfte gestemmt.
  • Siegerhaltung: Hüftbreit hinstellen, die Arme nach oben gestreckt.
  • Entspannt am Schreibtisch: Füße auf den Tisch legen, die Arme hinter dem Kopf verschränkt.

Die Parallelen zum Yoga und auch zum Lachyoga sind unverkennbar.

Training für den Körper ist auch Training für die Seele

Wenn es tatsächlich stimmt, dass die Körperhaltung eine solch entscheidende Wirkung auf den seelischen Zustand hat, dann ist es umso trauriger zu sehen, wie viele Menschen täglich Raubbau an ihrem Körper und an ihrer Seele betreiben. Durch Mangel an Bewegung oder ständiges sich selbst klein machen, indem sie über dem Schreibtisch oder am Smartphone eine gekrümmte Haltung einnehmen. Die Folgen sind nicht nur Haltungsschäden, sondern nachweislich auch die Zunahme der Depressionsrate. Veränderung könnte einfacher sein als man oft denkt.

Doch hier kommt dann wieder die Willenskraft ins Spiel: nur wer wirklich die Bereitschaft und den Wunsch hat, etwas im Leben zu verändern, wird bereit sein, „sich zu bewegen“. Es braucht 30 – 40 Tage, bis sich neue Verknüpfungen im Gehirn gebildet haben. Je öfters wir bestimmte Emotionen auslösen, umso leichter werden sie mit der Zeit ausgelöst. Wie wir diese Emotionen auslösen – ob durch förderliche Gedanken oder durch Muskelaktivität – das ist dem Gehirn egal. So können wir unser Gehirn darauf trainieren, Freude, Power und Selbstbewusstsein zu empfinden – und dies auch auszustrahlen.

Lange habe ich gebraucht, um das zu verstehen. Doch der beste Zugangsweg, um an sich selbst und an der eigenen inneren Einstellung zu arbeiten, ist tatsächlich: kräftig abtanzen oder ablachen! Und das macht dann auch noch jede Menge Spaß.

Happiness Gedanken für die Woche

  • Die Körperhaltung spiegelt nicht nur unsere Gefühle wider, sondern beeinflusst auch umgekehrt die Stimmung
  • Durch gezielte Körperhaltungen und Übungen können wir uns in einen bestimmten emotionalen Zustand versetzen
  • Langfristig können wir dadurch in unserem Gehirn Veränderungen bewirken und uns in eine positive Grundhaltung – zum Beispiel Freude, Selbstbewusstsein oder Charisma – versetzen.

Happiness Tipps für die Woche

  • Gehe spazieren oder mache Sport – mindestens 3 Mal die Woche
  • Versuche in Situationen, in denen du dich über jemanden ärgerst, eine Minute zu lächeln
  • Stelle dich täglich 2 Minuten lang in die „Siegerpose“ – Arme hoch, Beine etwas auseinander – und lächeln!

Weitere Tipps und Anregungen

Wo ist unsere Zeit geblieben?

Neulich saß ich an einem Sonntagmorgen gemütlich mit Mann und Sohn am Frühstückstisch. Das kommt selten vor, da ich oft an Wochenenden unterwegs bin –  umso mehr genieße ich den freien Morgen. Wir unterhalten uns und überlegen, was wir heute so unternehmen könnten. „Ich schau mal, wie das Wetter ist“, sagt mein Partner und holt sein Smartphone hervor. „Ok“ sage ich, „dann hole ich mir solange noch einen Kaffee.“ Der Weg zur Küche führt durch den Flur. Dort liegt mein Smartphone. Ach, ich schau mal eben, wie spät es ist, denke ich, und schon sehe ich dieses trügerische Zeichen auf dem Telefon: eine neue WhatsApp! Dopamin befeuert mein Hirn. Es könnte etwas Wichtiges sein, denke ich, vielleicht wegen des Kurses morgen? Ich nehme mein Smartphone mit zum Tisch und schaue drauf. Der Kaffee ist plötzlich vergessen. „Darf ich einen Film gucken?“ fragt mein Sohn, sobald er dieses Gerät sieht. „Bitte, nur ganz kurz!“ PAFF, voll ertappt! Warum sitzen wir plötzlich alle mit dem Smartphone da? Warum dreht sich alles nun nur noch um dieses kleine Gerät?

War früher alles besser?

Ich würde in solchen Momenten am liebsten die Zeit anhalten und zurück drehen. Zurück zu den Zeiten, in denen ich in der S-Bahn und auf Reisen noch ein Buch gelesen habe. In denen ich Kindern (damals noch als Babysitterin) auf dem Spielplatz einfach nur beim Spielen zugeschaut habe – ja, mich vielleicht sogar ein bisschen gelangweilt habe. Aber mit voller Aufmerksamkeit da war, und nicht bei Facebook, WhatsApp oder Instagram. Zurück zu der Zeit, wo ich mit meiner ersten Liebe verliebt am Strand gesessen habe – ohne sofort zu überlegen, welches Bild wir jetzt posten, um allen zu zeigen, wie glücklich wir sind. Zeiten, in denen mein Sohn nicht sagen würde „Mama, gib das mal eben in Google ein“, sondern wir gemeinsam erwartungsvoll einen Duden aufschlagen würden, so wie mein Opa es früher mit uns gemacht hat. Oder wir sogar zusammen in die Stadtbibliothek fahren, um etwas über ein Thema herauszufinden. Eine Zeit, in der ich mit Freunden in der Kneipe zusammen gesessen habe, ohne gleich Videos und Bilder vom Haustier, den Kindern, dem letzten Urlaub oder der letzten Mahlzeit aufgedrückt zu bekommen. Oder ich selbst reflexartig mein Smartphone zücke, um Bilder von meinem Sohn oder sonstigen Erlebnissen zu zeigen.

Zeit – jeder will sie, keiner hat sie

Aber wir können die Zeit nicht zurück drehen. Und das ist letztlich auch gut so. Wir alle kennen die Vorteile der neuen Technologien. Vieles ist praktischer und bequemer geworden, das ganze Wissen der Welt steht uns innerhalb von Sekunden zur Verfügung. Doch eines hat sich durch die Digitalisierung nicht geändert, so zumindest der Eindruck: Wir haben nicht mehr Zeit gewonnen. Wie kann das sein? Und wo soll das noch hinführen? Warum haben wir alle das Gefühl, dass wir nur noch der Zeit hinterher hetzen?

Offenbar reißt die Beschleunigung fast jeden von uns mit, der nicht zurückgezogen in der Almhütte oder im brasilianischen Urwald lebt. Das Wissen der Menschheit hat sich innerhalb von kürzester Zeit vervielfacht, das Tempo auch. Wir Menschen passen uns daran an, kaum einer kann sich dem entziehen, selbst wenn er möchte. Studien zeigen, dass Menschen, die nicht ihren Fähigkeiten entsprechend eingesetzt oder gefordert sind, über kurz oder lang in Langeweile und Resignation verfallen. Menschen, die erst unter Zeitdruck eine Aufgabe lösen mussten, langweilen sich, wenn sie später dafür mehr Zeit haben. Nicht ohne Grund entwickeln Menschen, die dauerhaft unter dem Label „Hartz IV“ aussortiert werden und sich nicht gebraucht fühlen, Lethargie bis hin zur Depression. Es liegt in unserer Natur, dass wir gefordert sein wollen, uns weiter entwickeln und wachsen wollen.

Ich glaube sogar, dass es der Sinn unseres Lebens ist, die eigene Lebensaufgabe zu entdecken und diese umzusetzen. Mit anderen Worten: unser vollkommenes Potenzial zu leben. Doch geht das nicht auch, ohne dass wir uns ständig gehetzt und getrieben fühlen angesichts all der Aufgaben, Nachrichten und Verpflichtungen, die auf uns einprasseln? Wie können wir es hinkriegen, mal runterzufahren und uns auf die wesentlichen Dinge zu fokussieren?

Vielleicht können und wollen wir auf unsere technologischen Errungenschaften nicht verzichten. Aber wir können beginnen,  damit bewusster umzugehen. Denn wie sollen wir unseren Kindern das Spielen mit dem Smart Phone untersagen, wenn wir selbst es ständig vormachen? Übrigens: Im Silicon Valley achten die meisten Eltern sehr streng darauf, dass ihr Nachwuchs möglichst wenig Zeit mit Smartphones, Tablets und Computern verbringt. Das sollte einem zu denken geben.

Gefragt oder gelangweilt?

Neben dem „digitalen Wahnsinn“ gibt es natürlich noch weitere Ursachen dafür, dass viele von uns sich so gestresst und getrieben fühlen: nicht nein sagen können, Leistungsdruck, Perfektionismus oder die Befürchtung, nicht mehr mitzukommen oder nicht gemocht zu werden. Hinzu kommen Angst vor Langeweile oder Leere. Kennst du das Phänomen, dass Termine sich wundersamerweise sofort wieder auffüllen, sobald einer frei wird? Die  Leere lässt sich heutzutage so leicht stopfen und verdrängen – egal ob durch Freizeitstress, Smartphone, TV oder Tablet. Auch viel arbeiten ist eine effektive Möglichkeit, sich selbst und der Begegnung mit dem Inneren aus dem Weg zu gehen.

Mir selbst wurde das schmerzlich bewusst, als ein Freund zu mir sagte „du hast ja anscheinend nie Zeit.“ Ja, da ist was dran. Von meinem Ausbilder – Dieter Hörner – habe ich damals den Gedanken mitgenommen: „Zeit ist Existenz.“ Das führt zu der Frage: Welche Existenz gestehen wir uns selbst, unserem Leben zu? Wenn wir dieser Frage nachgehen, dann geht es nicht mehr um Zeitmanagement oder Zeitersparnis durch irgendwelche technischen Innovationen. Dann geht es um die Frage: Was ist wirklich wichtig im Leben?

Jeder von uns könnte morgen einen Unfall haben und monatelang im Krankenhaus liegen. Die Erde würde sich weiter drehen. Keiner von uns ist unersetzbar, auch wenn wir das manchmal denken. Keiner von uns weiß, wie lange er oder sie noch lebt. Alle reden davon, man müsse die Zeit optimal nutzen, den Tag genießen, aus jedem Augenblick das Beste rausholen. Aber setzt uns das nicht auch wieder unter Druck? Muss Zeit immer effektiv genutzt werden, oder darf sie auch mal so dahin plätschern?

Was ist wirklich wichtig?

Ich denke, dass die größte Herausforderung „unserer Zeit“ darin liegt, uns noch konsequenter auf unsere eigenen Werte und Prioritäten zu besinnen. Wenn wir selbst Klarheit darüber haben, was uns wichtig ist im Leben, dann finden wir auch den Mut, dafür einzustehen. Dann geht es nicht mehr darum, was die anderen von uns denken oder ob jeder uns mag, sondern darum, dass wir selbst glücklich sind. Und das heißt auch, mit dem Unperfekten glücklich zu sein. Einfach nur zu SEIN, ohne ständig etwas tun oder darstellen zu müssen. Die eigenen Prioritäten zu kennen und zu diesen zu stehen, ohne es allen recht machen zu wollen.

Wie wir das umsetzen, liegt in unserer Hand. Wir selbst können uns dafür entscheiden, einfach mal mit dem Kind – oder auch alleine – in die Bibliothek zu gehen. Wir selbst können beim Essen oder beim Treff mit Freunden das Smartphone ausgeschaltet lassen. Mal wieder ein Buch aus Papier lesen oder eine Postkarte an jemanden schreiben. Und beim Frühstückstisch am Sonntagmorgen mal nicht auf das Smartphone, sondern einfach aus dem Fenster schauen, wie das Wetter ist.

Fragen für die Woche

  • Was ist dir wirklich wichtig im Leben?
  • Was möchtest du mal eine Zeit lang bleiben lassen, was dir unnötig Zeit raubt?
  • Womit möchtest du wieder mehr Zeit verbringen?

Glücksanregungen für die Woche

  • Lasse mal einen Tag lang dein Smartphone aus
  • Schreibe einen Brief oder eine Postkarte an einen Menschen, bei dem du dich länger nicht gemeldet hast

Tipps

Buchtipp: „Das Leben ist keine ToDo-Liste“ von Shirley Seul

Filmtipp: arte-Reportage „Speed. Auf der Suche nach der verlorenen Zeit“, anzusehen auf youtube …

Podcast-Tipp: Veit Lindau mit dem Vortrag „Mensch 4.0“, auf youtube…

Zitate

„Jetzt sind die guten alten Zeiten, nach denen wir uns in zehn Jahren zurücksehnen.“ Peter Ustinov

„Ihre Zeit ist begrenzt, also verschwenden Sie sie nicht damit, das Leben eines anderen zu leben. Lassen Sie sich nicht von Dogmen in die Falle locken. Lassen Sie nicht zu, dass die Meinungen anderer Ihre innere Stimme ersticken. Am wichtigsten ist es, dass Sie den Mut haben, Ihrem Herzen und Ihrer Intuition zu folgen. Alles andere ist nebensächlich.“ Steve Jobs