Beiträge

Gelassenheit als Glücksgarant: Neun Anregungen, um souverän zu bleiben

Stell dir vor, du sitzt im ICE auf dem Weg zu einem wichtigen Termin. Dann hält der Zug mitten in der Walachei an und es kommt eine Durchsage: „20 Minuten Verspätung wegen unvorhergesehener Bauarbeiten.“ Aus den 20 Minuten werden 40 Minuten, dann eine Stunde. Du wirst langsam nervös… und nervöser… kommt dir das bekannt vor?

So ist es mir neulich ergangen auf dem Weg zu einem Workshop, zu dem ich unbedingt pünktlich sein musste. Die Verspätung wurde immer länger und ich mit jeder Durchsage nervöser. Klar hatte ich genügend Puffer eingeplant, aber ich wusste aus Erfahrung, dass bei der Bahn so manches passieren konnte (wobei ich mich eh fragte, wie Bauarbeiten „unerwartet“ auftreten konnten, wenn nicht gerade ein Hurricane durch das Land wehte – oder Schneesturm – oder Wüstensand – na gut…). Irgendwann fuhr der ICE zum Glück weiter, und ich kam gerade noch rechtzeitig zum Workshop. Ähnliches trug sich auf der Rückfahrt zu. Wieder begann die Verspätung erst mit nur 20 Minuten (machen die das absichtlich, um den „Ärgerpegel“ bei den Leuten niedrig zu halten?), am Ende kam ich wieder eine ganze Stunde später an als geplant. In dem Fall war ich jedoch relativ entspannt, denn ich wusste ja, dass kein wichtiger Termin mehr anstand. Ob ich nun eine Stunde später zu Hause ankam, war nicht ganz so entscheidend. Die fast gleiche Situation hatte also ein sehr unterschiedliches Potenzial dazu, mich aus meiner Gelassenheit zu bringen.

Gelassen bleiben lohnt sich

Warum können über manche Dinge easy peasy hinwegsehen, während uns andere Situationen auf die Palme bringen? Warum bleiben in ein- und derselben Situation die einen ruhig und andere rasten aus? Und müssen wir überhaupt immer gelassen bleiben? Ist es nicht manchmal sogar gut, den Ärger „rauszulassen“, statt runterzuschlucken? Warum bestimmte Situationen uns „triggern“, kann viele Gründe haben. Vielleicht wurden unsere Werte verletzt, vielleicht hat jemand uns provoziert, vielleicht fühlen wir uns hilflos den Umständen ausgeliefert. Manchmal geschehen auch Dinge, die braucht kein Mensch. Diesen Blogartikel zum Beispiel hatte ich gerade fertig geschrieben, in einer Spätschicht. Als ich am nächsten Morgen die Datei wieder öffnen wollte, da war sie weg. Einfach weg! Der Name der Datei sprang mir zwar entgegen unter „zuletzt verwendet“, aber ich konnte nicht darauf zugreifen. Jeder Wiederherstellungsversuch war vergeblich. Welch eine Ironie, dass mir dies gerade beim Blogartikel zum Thema „Gelassenheit“ passiert! Ich hätte hochgehen können, schreien, toben, stampfen. Aber was nützt es – dadurch taucht die Datei auch nicht wieder auf.

Und irgendwo tief in mir drin wusste ich: Es lohnt sich, gelassen zu bleiben. Der Schaden ist oft größer, wenn wir uns von unseren Emotionen davon tragen lassen, als wenn wir besonnen und lösungsorientiert bleiben. Intuitiv handeln ist gut – impulsiv nicht (siehe auch Artikel zu „Emotionale Intelligenz„). Was ist der Unterschied? Intuitiv handeln bedeutet, kurz innezuhalten, auf die „innere Stimme“ zu hören, vielleicht auch die Perspektive zu wechseln und dann von Herzen her zu agieren. Impulsiv sind wir dann, wenn wir unsere Emotionen – egal welcher Art – nicht mehr unter Kontrolle haben und diese womöglich auf eher nicht konstruktive Weise zum Ausdruck bringen.

Die Vorteile von Gelassenheit

  • Gelassene Menschen haben mehr Handlungsspielraum und sind sich immer dessen bewusst, dass sie einer Situation nicht hilflos ausgeliefert sind (siehe auch Blogartikel zu Selbstwirksamkeit…)
  • Sie sind empathischer und haben deshalb auch bessere Beziehungen – wer will schon Menschen um sich haben, die bei jeder Kleinigkeit hochgehen?
  • Gelassene Menschen sind optimistischer und glauben daran, dass es immer eine optimale Lösung geben wird.
  • Gelassene Menschen können auch in brenzligen Situationen ruhig bleiben und lösungsorientiert handeln. Sie sind dementsprechend auch leistungsfähiger.

Kurzum: gelassene Menschen sind glücklicher und erfolgreicher!

Die Bewertung ist entscheidend

Doch warum sind manche Menschen wie ein Fels in der Brandung und andere wie ein brodelnder Vulkan, der jederzeit ausbrechen könnte? Ist das Veranlagung – oder einfach Glückssache? Und: Können wir etwas für unsere Gelassenheit tun? Die gute Nachricht: die Frage, ob wir etwas gelassen sehen können oder nicht, hängt gar nicht so sehr von der Situation selbst ab. Sondern eher davon, wie wir diese bewerten (siehe auch Blogartikel zum Thema „Mindset“). Denn alles – jede Kleinigkeit, jedes Ereignis, das wir erfahren und erleben – durchläuft in unserem Gehirn einen Einordnungs- und Bewertungsprozess. Der amerikanische Emotionspsychologe und bekannte Stressforscher Richard Lazarus hat aufgrund zahlreicher Studien festgestellt, dass Menschen ein- und dieselbe Stress-Situation sehr unterschiedlich bewertet haben. Er hat auf der Basis all dieser Erkenntnisse das „transaktionale Stressmodell“ entwickelt. Dieses hilft uns verstehen, warum und wann bestimmte Situationen uns „triggern“ und an welchen Stellen wir etwas verändern können.

Du fühlst dich getriggert? Das passiert im Gehirn

Alles beginnt mit der Wahrnehmung einer bestimmten Situation durch unsere Sinnesreize. Jede Sekunde prasseln unendlich viele davon auf unser Gehirn ein – 11 Millionen Bits, heißt es. Das Gehirn nimmt jedoch nur einen Bruchteil davon bewusst auf – nämlich nur 40 Bits. Das ist auch gut so, denn sonst würden wir aufgrund von kontinuierlicher Informationsüberflutung schier verrückt werden. Um bei dem Beispiel Bahndurchsage zu bleiben: Ich höre die Durchsage, nehme die Inhalte wahr und es beginnt im Gehirn zu arbeiten. Alle anderen Reize sind in dem Moment ausgeblendet: der Regenschauer draußen, der Lebewurstbrotgeruch am Tisch gegenüber, das Geschrei eines Babys weiter hinten oder das Streitgespräch des Mannes, der vor mir sitzt, am Telefon.

Primäre Bewertung

Nun entscheidet das Gehirn, ob die Situation eine ernsthafte Bedrohung oder Gefahr darstellt oder nicht. Lazarus nennt es „primäre Bewertung“. Ist das hier gerade lebensgefährlich? Oder gar nicht relevant? Vielleicht sogar positiv zu bewerten? So ist eine verspätete Bahn zwar erstmal Stressfaktor. Aber wenn ich mit einer Gruppe netter Menschen zu einem Ausflug unterwegs bin und wir an der Fahrt an sich schon Spaß haben, wäre es vielleicht etwas anderes. Nur wenn mich das Ganze nervös macht, springen die Alarmsysteme im Gehirn auf die nächste Stufe, nämlich die „sekundäre Bewertung“ nach Lazarus.

Sekundäre Bewertung

Selbst wenn die Situation nun also brisant ist, bedeutet das noch lange nicht, dass die Gelassenheit dahin ist. Dann rattert das Gehirn weiter und überprüft: habe ich die Ressourcen, um die Situation zu managen? Habe ich möglicherweise schon einmal ähnliche Dinge gut gemeistert? Ist das, was passiert, wirklich bedrohlich oder komme ich damit klar? In meinem ICE-Beispiel wäre es vielleicht die Frage: kann ich damit leben, wenn ich den Workshop aufgrund er Verspätung absagen muss? Wenn dies vom Gehirn als Bedrohung eingeordnet wird, dann werden Alarmsignale an den Körper gesendet und der Stressmechanismus in Gang gesetzt. Schweiß bricht aus, der Herzschlag wird schneller, der ganze Körper wird aktiviert, um schnell zu reagieren auf – ja, was? Kampf gegen den Schaffner? Flucht aus dem Fenster? Kaum möglich! Also entweder den Schaffner anschreien (auch nicht empfehlenswert) oder sich wieder beruhigen.

Bewältigung

Hier ist die Frage: schlucke ich den Ärger runter, damit er in mir weiterköchelt? Oder finde ich gute Möglichkeiten, um Emotionen rauszulassen und verlorene Energie wieder aufzuladen? Dies nennt man dann in der Stressforschung „Coping-Strategie“ (siehe auch Blogartikel zum Thema „Resilienz“). Also die Frage, wie gut wir solche „Trigger-Situationen“ meistern. Wenn alles hier gut läuft, dann speichert mein Gehirn die Situation als „gut gemeistert“, eine Neubewertung findet statt, und so kann ich auch in künftigen ähnlichen Situationen gelassen bleiben. Komme ich jedoch nicht mit alldem klar, wird ein „Stress-Kreislauf“ in Gang gesetzt. Der wiederholte Stress sammelt sich an, der Körper ist nicht imstande, diesen aufzufangen und das Gehirn setzt eine Warnung nach der anderen ab. Auf Dauer endet das in körperlichen oder mentalen Stress-Symptomen und im schlimmsten Falle in psychischen Krankheiten.

Neun Anregungen, um gelassen zu bleiben

Wie können wir also auch dann gelassen bleiben, wenn vermeintlich alles schief läuft? Oder wenn ein Mitmensch uns triggert, provoziert oder mit seinem Verhalten verletzt? Wichtig ist zunächst die Erkenntnis: du bist einer Situation oder einem Menschen nie hilflos ausgeliefert. Wir können immer selbstbestimmt handeln und reagieren. Sich dies immer wieder bewusst zu machen, ist der erste Schritt zu mehr Gelassenheit. Weiterhin möchte ich hier noch ein paar weitere Anregungen mit dir teilen, um gelassener zu bleiben und auch zu werden. Denn du kannst auf verschiedenen Ebenen agieren und reagieren, wenn ein Ereignis droht, dich auf die Palme zu bringen.

Was tun bei akutem Trigger-Alarm? Mögliche Sofortmaßnahmen

1. Durchatmen – der Zug hat Verspätung? Du stehst im Stau? Dein Kind ist bockig? Einmal tief ein- und ausatmen kann Wunder bewirken. Wenn dein Herz rast, dann kannst du dies willentlich nicht stoppen. Aber mit entsprechenden Atemübungen kannst du dein gesamtes System beruhigen und wieder eine gute Basis finden, um die Kontrolle zu behalten und wieder handlungsfähig zu werden (siehe auch „Wunderwerkzeug Atem„).

2. Schweigen – dein Kollege hat immer wieder eine kleine Spitze für dich parat oder trifft deine verbale Schwachstelle? In solchen Fällen lohnt es sich meist nicht, darauf einzugehen. Tu ihm nicht den Gefallen, dich auch noch zu ärgern oder runterziehen zu lassen, sondern schütze dich lieber vor negativer Energie. Manchmal ist auch die Kombi mit einem Rückzug hilfreich.

3. Analysieren – halte kurz inne und frage dich: ist die Situation wirklich so schlimm wie es gerade scheint? Was wäre das Schlimmste, was passieren könnte und könnte ich irgendwie damit klar kommen? Diese Frage relativiert meist so einiges. Denn zumindest die Überlebenschance ist meist recht hoch.

Nachhaltig agieren – vorbeugende Strategien

Doch neben diesen Sofort-Reaktionsmöglichkeiten ist eine gewisse Grund-Gelassenheit durchaus empfehlenswert. Diese kannst du zum Beispiel durch folgende Maßnahmen trainieren:

4. Entspannungstechniken – egal, ob eine geführte Meditation (hier findest du verschiedene Meditationen), autogenes Training oder Yoga – alles, was uns in die Entspannung bringt, erhöht die Grundgelassenheit und hilft uns, nicht mehr so schnell in Rage zu geraten.

5. Bewegung – Bewegung ist nicht nur körperlich gesund, sondern erhöht auch die Stimmung. Und sie ist das beste Ventil, um aufgestauten Stress abzubauen und Emotionen rauszulassen. Durch Sport oder Bewegung aktivierst du zunächst das sympathische Nervensystem und bringst den Körper in (positiven) Stress. Danach wird automatisch das parasympathische Nervensystem in Gang gesetzt und somit die Erholung aktiviert.

6. Lachyoga – Lachen ist gesund und senkt Stresshormone. Zudem können viele Übungen aus dem Lachyoga uns konkret dabei unterstützen, bestimmte „Trigger-Situationen“ nicht so ernst zu nehmen und den Ärger lachend loszulassen. Humor und Lachen – der beste Weg, um gelassen zu bleiben. Angebote, siehe hier…

Doch wie Richard Lazarus schon festgestellt hat: die Bewertung ist entscheidend. Wie können wir also unsere innere Einstellung verändern, um nicht so leicht aus der Fassung zu geraten, wenn etwas nicht so läuft, wie wir es uns vorstellen? Hier ein paar Strategien.

Innere Einstellung verändern – kognitive Tricks

7. Akzeptanz – Manchmal hilft nur eines, wenn die Situation ausweglos erscheint: Das, was ist, annehmen. Die Verspätung der Bahn kann ich nicht aufhalten, den Stau nicht wegzaubern. Auch meine Mitmenschen werden sich nicht ändern, nur weil ich das von ihnen erwarte. Also kann ich mir überlegen, ob ich mir das Leben zusätzlich schwer mache, indem ich mich ärgere, oder es eben erstmal annehme. Wenn bestimmte Menschen mir Energie rauben oder mir auf Dauer nicht gut tun, habe ich ja dann zumindest noch die Möglichkeit, Abstand zu nehmen (siehe „Umgang mit Deppen“ etc…).

8. Dankbarkeit – So unangenehm eine Situation auch sein mag – meist gibt es trotz allem immer einen Anlass, dankbar zu sein. Deine Chefin macht dir Druck, dass etwas noch bis Morgen fertig werden muss? Das mag nerven, aber immerhin scheinst du deinen Job gut zu machen, sonst würde sie dich nicht fragen. Und – du hast einen Job! Auch das kann so manches wieder relativieren. Siehe auch Blog zu Dankbarkeit…

9. Perspektive wechseln – Gerade wenn andere Personen im Spiel sind, kann es hilfreich sein, sich zu fragen, ob der andere wirklich eine böse Absicht hatte oder vielleicht einfach nicht nachgedacht hat. Vielleicht gibt es auch eine bestimmte Vorgeschichte genau mit diesem Menschen, und nur deshalb gehst du direkt hoch bei Anlässen, die dich vielleicht bei jemand anders gar nicht stören würden. Spannend wird es auch dann, wenn wir uns klar machen – das, was mich bei der anderen Person triggert, hat immer auch mit mir zu tun. In dem Fall ist diese mein perfekter „Arschengel“.

Eines ist klar: Gelassenheit ist nicht die Herausforderung, wenn alles gut läuft. Sondern dann, wenn alles schief geht. Ich muss gestehen, dass ich in meinen Beispielen nicht immer die Gelassenheit in Person war – weder bei der Zugverspätung noch, als dieser Blogartikel einfach im Nirvana meines Computers verschwunden war. Ich habe mich tierisch geärgert, mich aufgeregt und war gefrustet. Doch was hilft es – irgendwann habe ich die Lage akzeptiert und diesen Text einfach neu geschrieben. Wenn du bis hier gelesen hast, dann bin ich dir sehr dankbar. Ich atme tief durch, lache drüber und habe für das nächste Mal gelernt.

Gebet für Gelassenheit

Von Reinhold Niebuhr, amerikanischer Theologe

Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann,
den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann,
und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.

 

Du möchtest mehr Inspirationen und Hintergrundwissen zu diesen und weiteren Themen rund um Glück, Gelassenheit, Lebensfreude und mehr? Dann abonniere hier den Newsletter!

 

 

Emotionale Intelligenz

Emotionale Intelligenz – Schlüssel zum Glück?

Fünf Tipps, wie du sie fördern kannst

„Mama, wenn irgendwann doch eh Computer und Roboter unsere ganze Arbeit erledigen, dann brauchen wir doch eigentlich gar nichts mehr zu lernen, oder? Wozu gehe ich dann noch zur Schule?“ Ich liebe es, mich mit meinem Sohn über mögliche Zukunftsszenarien auszutauschen. So abwegig ist der Gedanke ja auch gar nicht, dass irgendwann künstliche Intelligenz einen Großteil der geistigen Arbeit für uns erledigen wird. Schließlich hält diese schon jetzt in immer mehr Lebensbereichen Einzug: selbst fahrende Autos sind keine Zukunftsmusik mehr, und längst lassen sich so ziemlich alle hochkomplexen Fragestellungen von Computern lösen, bei denen wir gedanklich schon lange aufgeschmissen wären.

Und doch bin ich überzeugt davon, dass ein solches Szenario nicht realistisch ist. Denn es gibt einen Bereich, in dem immer noch wir menschlichen Wesen jedweder künstlichen Intelligenz überlegen sind: die emotionale Intelligenz. Schon in den 20er Jahren hat der amerikanische Psychologe Edward Lee Thorndike den Begriff der „sozialen Intelligenz“ aufgebracht. Richtig bekannt wurde die Emotionale Intelligenz vor allem durch das Buch „EQ. Emotionale Intelligenz“ von Daniel Goleman.

Was ist emotionale Intelligenz?

Der Begriff „Emotionale Intelligenz“ bezeichnet eine Erweiterung des Intelligenzbegriffs um emotionale Fähigkeiten. Mit Intelligenz können wir komplexe Fragestellungen lösen, neue Inhalte verstehen oder bestimmte Fachkompetenzen entwickeln und anwenden. Mit „Emotionaler Intelligenz“ können wir uns selbst reflektieren, die eigenen Gefühle wahrnehmen und auch die Gefühle anderer Menschen erkennen und einordnen. Dadurch haben wir die Möglichkeit, die eigenen Emotionen zu beeinflussen und Umgangsweisen mit den Emotionen anderer Menschen zu finden. Eine hohe emotionale Intelligenz verschafft uns Zugang zu einer Art Bauchgefühl oder auch „höherer Weisheit“. Und das ist genau das, was uns Menschen von Robotern, Computern oder sonstigem unterscheidet. Zum Glück.

Denn emotionale Intelligenz ist auch der Faktor, der uns Menschen verbindet, der uns weinen, lachen, mitfiebern, mitfühlen und Gutes tun lässt. Das stärkt unsere Verbundenheit und sorgt am Ende dafür, dass wir Glück empfinden und glücklich sind. Und ist das nicht letztendlich der Grund, warum wir alle hier sind?

Warum ist emotionale Intelligenz so wichtig?

Mittlerweile gibt es viele Belege dafür, dass emotionale Intelligenz uns nicht nur erfolgreicher im Job macht, sondern uns auch leichter durchs Leben gehen lässt. Laut Goleman können sich Menschen mit hoher emotionaler Intelligenz leichter an Veränderungen anpassen, sind belastbarer und erholen sich schneller von Stress. Sie verfügen über eine gute Resilienz (siehe auch Blogartikel zum Thema Resilienz), können sich gut motivieren und arbeiten effektiv auf ihre Ziele hin. Sie haben den Anspruch, nicht mit Ellbogen-Mentalität Karriere zu machen, sondern sie besitzen eine hohe soziale Kompetenz und legen auch bei anderen Wert darauf.

So manch eine ausgezeichnete Fachkraft ist schon daran gescheitert, wenn sie befördert wurde und es plötzlich darum ging, Teams zusammen zu halten und zu motivieren. Umgekehrt ist jedoch eine Leitungsfunktion nicht per se ein Beleg für emotionale Intelligenz. Bei so manch einer Führungspersönlichkeit dieser Welt würde man sich ein wenig mehr von dieser Fähigkeit wünschen – siehe Putin, Erdogan und co.

Emotionale Intelligenz lässt sich trainieren

Doch unabhängig davon, wie aussichtlos es bei manchen zu sein scheint, ist die gute Nachricht: Emotionale Intelligenz können wir lernen, trainieren und ausbauen. Goleman beschreibt 5 verschiedene Merkmale, die emotionale Intelligenz ausmachen. Und genau hier können wir ansetzen, um diese zu stärken. Folgende Säulen der emotionalen Intelligenz hat Goleman benannt:

1. Selbstreflektion

Hast du es schon mal erlebt, dass jemand sich verletzend, peinlich, überheblich oder grenzüberschreitend verhält und es nicht mal merkt? Er es womöglich weit von sich weist, wenn man ihn drauf anspricht und davon ausgeht, dass nur er Recht hat? Oft sind solche Menschen grundsätzlich „beratungsresistent“. Selbst wenn sie im ersten Moment sehr „selbstbewusst“ daher kommen, machen sie sich langfristig eher unbeliebt und schaden mit ihrem Verhalten vor allem sich selbst.

Menschen hingegen, die sich selbst reflektieren können, sind offen für Anregungen und (konstruktive) Kritik. Sie lernen immer dazu, hinterfragen regelmäßig ihre eigenen Werte und überprüfen, ob ihre Handlungsweise angemessen ist. Sie sind authentischer und weniger verletzbar – denn sie müssen nichts vor anderen verbergen.

Tipp: nimm dir Zeit, um deine Stärken und Schwächen aufzuschreiben und diese ehrlich zu hinterfragen. Zu welchen deiner Schwächen stehst du, in welchem Bereich möchtest du noch etwas verändern? Frage auch deine Freunde nach deinen Stärken und Schwächen und vergleiche dies mit deiner eigenen Wahrnehmung. Je mehr deine Eigen- und Fremdwahrnehmung im Einklang ist, umso entspannter lebst du. Schreibe dir die 10 Werte auf, die dir im Leben am wichtigsten sind. Z.B. Loyalität, Freundschaft, Erfolg, Liebe, Mitgefühl etc.

2. Selbstregulierung

Dies meint, dass man nicht nur die eigenen Gefühle erkennen kann, sondern auch die Fähigkeit hat, die eigenen Gefühle zu beeinflussen. Vielleicht kennst du diesen typischen „Grübelkreislauf“, in dem wir manchmal landen, wenn wir uns Sorgen machen oder bestimmte Konflikte im Leben haben. Wir zermartern uns das Hirn, sind vielleicht traurig, wütend oder verzweifelt und verlieren uns darin. Kein Wunder, dass wir in solchen Momenten nicht wirklich handlungsfähig sind. Wir fühlen uns den Umständen hilflos ausgeliefert.

Wenn wir uns jedoch bewusst machen, dass wir unseren Gefühlen nicht ausgeliefert sind, sondern diese auch steuern und beeinflussen können – ohne sie zu ignorieren – dann können wir etwas tun. Das bedeutet, unsere Selbstwirksamkeit anzuerkennen, die Gefühle wahrzunehmen und schließlich aktiv zu verändern.

Tipp: Willentlich und vom Verstand her ein Gefühl zu verändern fällt vielen schwer. Eine gute Möglichkeit ist es aber, über die körperliche oder mentale Ebene Gefühle zu verändern. Zum Beispiel durch Bewegung, Lachen, Lächeln, Body Moves (auf meinem Youtube-Channel findest du Beispiele), oder durch geführte Meditationen, die über das Unterbewusstsein neue positive Emotionen verankern.

3. Empathie

Die Gefühle anderer Menschen wahrnehmen und einordnen können – diese Eigenschaft ist auch in beruflichen Zusammenhängen mittlerweile eine der wichtigsten Erfolgsfaktoren geworden Wer über Empathie verfügt, ist nicht nur beruflich erfolgreicher, sondern auch beliebter und glücklicher: Empathische Menschen sind ausgeglichener, offener und können Beziehungen besser aufbauen und auch halten. Nicht nur im Beruf, sondern auch privat sind gute Beziehungen das A und O. Aus der Glücksforschung weiß man, dass gute und erfüllte Beziehungen dafür sorgen, dass wir länger, gesünder und zufriedener leben.

Tipp: Höre anderen Menschen einfach nur zu – ohne Kommentar, ohne Lösungen, ohne Ratschläge. Überlege dir, wie du handeln würdest, wenn du dieser Mensch wärst. Versuche, die Gefühle bei diesem Menschen zu erspüren und zu ergründen, wie diese entstanden sein könnten. Finde bei jeder Gelegenheit etwas heraus über andere Menschen. Zum Beispiel, was sie besonders macht, was sie bewegt, was sie motiviert und begeistert. Sieh es als Spiel.

Ich selbst erlebe es oft, dass ich Menschen einfach nur zuhöre und ab und zu mal nachfrage. Hinterher sagen diese mir dann „danke, das tat so gut, mit dir zu reden! Es hat mir geholfen, Klarheit zu bekommen und jetzt weiß ich genau, was zu tun ist.“ Ich schmunzle dann in mich hinein. Es bestätigt sich dann mal wieder, dass alles Wissen, was wir brauchen, bereits in uns ist.

4. Motivation

Wie oft habe ich es schon erlebt, dass Menschen sich für etwas begeistert haben, voll motiviert etwas begonnen haben und sobald die ersten Schwierigkeiten kamen, sehr schnell wieder aufgegeben haben. Motivation – bzw. Selbst-Motivation – entwickeln wir dann, wenn wir für etwas brennen. Wenn wir unsere Mission erkannt haben, wenn wir begeistert sind, dann verfolgen wir ein Ziel, ohne zu zweifeln, ohne zu fragen, ohne zu zögern. Selbst Rückschläge können wir dann gelassen hinnehmen. Und wir lassen uns von nichts und niemandem von unserem Plan abbringen. Für jedes Ziel, für jedes Projekt ist Motivation der Schlüssel zum Erfolg.

Tipp: Finde deine Herzensmission, völlig unabhängig von äußeren Erwartungen oder vermeintlich zu erreichenden Zielen. Überprüfe sie regelmäßig. Wenn es mal schwierig oder anstrengend ist, dann wirf nicht gleich alles hin, sondern frage dich, was du verändern kannst, um trotzdem deinen Weg zu gehen und deine Träume zu leben. Formuliere deine Glücksvision und visualisiere sie regelmäßig. In dem Kurs „aktiviere dein inneres Glück und leuchte“ findest du zahlreiche Anregungen dafür.

5. Soziale Kompetenz

Hier geht es nicht nur darum, die Gefühle anderer Menschen einzuordnen und nachzuvollziehen, sondern auch um eine gute Kommunikationsfähigkeit. Das bedeutet, dass wir selbst klar und überzeugend ausdrücken können, was uns bewegt, und dass wir andere zum Verstehen und Handeln motivieren können. Umgekehrt können Menschen mit hoher sozialer Kompetenz gut zuhören, mitfühlen und angemessen reagieren. Im beruflichen Zusammenhang können sie gut Teams bilden und führen. Sie sind imstande, Konflikte zu meistern und Probleme im Sinne aller zu lösen. Das Wohl anderer liegt ihnen am Herzen, sie können aber auch gut für sich selbst sorgen.

Tipp: Suche dir Gruppenaktivitäten, bei denen soziale Kompetenz eine Rolle spielt, z.B. Teamsport im Verein, oder auch ehrenamtliches Engagement. Auch gibt es gute Seminare und Angebote zum Thema Kommunikation oder Konfliktmanagement. Auch Lachyoga in der Gruppe ist eine hervorragende Möglichkeit, um die soziale Kompetenz zu stärken.

Vielleicht können ja ein paar dieser Anregungen dich oder Menschen in deinem Umfeld inspirieren. Wenn du diesen Artikel bis zum Ende gelesen hast und dich mit diesen Themen beschäftigst, dann gehe ich davon aus, dass du bereits eine hohe emotionale Intelligenz besitzt. Vielleicht inspiriert es dich ja auch, andere dabei zu begleiten oder es beruflich noch mehr einzusetzen. Gerade in der Wirtschaftswelt ist emotionale Intelligenz nötiger denn je. Sie trägt dazu bei, leichter und glücklicher durchs Leben zu gehen – für uns selbst und für unsere Mitmenschen.

„Ich hab dich lieb“ sagt mein Sohn abends im Bett zu mir. In diesem Moment fließt eine angenehme, wohlige und glückliche Welle von guten Gefühlen durch meinen Körper, wie ein warmes Licht, das sich bis in die letzte Zelle ausbreitet. Ein Glück, dass wir Menschen sind und keine Roboter!

Selfcare: Fünf Tipps, um deine Energie zu erhöhen

Wir leben in einer Zeit, in der die Welt im Aufruhr scheint. Pandemie, Flutkatastrophen, nichts ist mehr planbar. Hinzu kommt der vermeintlich harmlose, aber nicht zu unterschätzende Alltagsstress: Beruf, Familie, Home Office, Home Schooling, Schließungen, Aufhebungen, ständige Änderungen der Situation und all die psychischen Belastungen, die damit einhergehen. Die Pandemie, von der wir dachten, sie sei in wenigen Monaten vorüber, zieht sich seit fast 2 Jahren dahin. Da kann so ziemlich jeder und jedem irgendwann mal die Puste ausgehen.

Was bedeutet überhaupt „Energie erhöhen“?

Gerade in diesen Zeiten ist es wichtig, in guter Energie zu bleiben und dafür zu sorgen, dass wir genügend Kraft haben, um all das zu meistern. Doch was genau bedeutet das, „Energie erhöhen“? Sich noch mehr vornehmen, um noch mehr zu schaffen? Alles daran setzen, um noch leistungsfähiger zu werden und noch besser zu funktionieren? Das kann nicht der Weg sein. Viele Menschen „halten durch“ bis zum Wochenende oder bis zum nächsten Urlaub. Dann werden sie krank. Meist auch deshalb, weil der Körper sein Tribut an Entspannung regelrecht einfordert. Kein Mensch kann dauerhaft wie ein Duracell-Häschen immer nur auf Hochtouren laufen. Wenn keine Erholungsphasen eingelegt werden, endet das im Burnout, das weiß man aus der Stressforschung.

Den Begriff „Energie“ kennen wir auch als Begriff für Antriebskraft, die wiederum durch Einsatz bestimmter Ressourcen erzeugt wird und etwas in Bewegung bringt. Wenn diese Energie verbraucht ist, dann gilt es, die Ressourcen einzusetzen, um nachladen zu können. Ein Elektroauto muss nach ein paar Hundert Kilometern an eine Steckdose. Dort gibt es Energie, die bestenfalls aus Wind oder Sonne erzeugt wurde. Ohne den Strom bzw. die Energie nützt uns das schönste Elektroauto nichts.

Warum wir zu wenig für uns selbst sorgen

Während das Auto regelmäßig brav getankt und geladen wird, vernachlässigen wir dies bei uns selbst und bei unserem Körper allzu oft. Obwohl dies nicht mal so zeitaufwändig ist wie bei einem Elektroauto, sondern es meist schon ausreicht, sich wenige Minuten am Tag Zeit für sich selbst zu nehmen. Stress lässt sich nicht reduzieren, indem wir nur auf der Couch hocken. Aber auch nicht, indem wir ihn ignorieren und immer weitermachen. Wenn wir hingegen die richtige Balance aus Aktivität und Entspannung finden, dann vermeiden wir, dass uns am Ende komplett die Puste ausgeht.

Kennst du es auch: du findest keine Zeit für 10 Minuten Meditation am Morgen, aber ertappst dich dabei, wie du dich im Instagram-Feed verlierst? Du findest keine Zeit, raus in die Natur zu gehen und bleibst bis spät nachts bei irgendeiner Netflix-Serie hängen? Mir kommt das jedenfalls ziemlich bekannt vor. Viel zu oft vergessen wir, für uns selbst zu sorgen und uns diese Zeit zu nehmen – und empfinden das Leben nur noch als eine Reihe von Verpflichtungen und Erledigungen.

Erhöhe deine Energie – für dich selbst und für andere

Wenn wir als Mensch unsere Energie erhöhen wollen, dann geht es nicht allein darum, mehr Energie oder Antrieb zu haben. Sondern es geht darum, auf eine „höhere Schwingungsebene“ zu kommen. Also nicht nur mehr Kraft zu haben, sondern Spaß an der Sache zu haben und in Leichtigkeit, Vertrauen und Gelassenheit durch den Alltag zu gehen. Wenn wir unsere Energie im positiven Sinne erhöhen, dann lassen wir uns vom Alltagsstress nicht mehr so leicht runterziehen. Dann sind wir mutig genug, auch mal nein zu sagen und für uns selbst zu sorgen. Dann sind wir nachsichtiger mit uns selbst und anderen und wissen genau, wann der Körper und der Geist mal eine Auszeit braucht. Dann haben wir erkannt, wie wichtig es ist, sich die erforderliche „Me-Time“ zu nehmen statt durchzuballern. Und wir kennen unsere eigenen Ressourcen, die dafür sorgen, dass wir in einer guten Balance bleiben und uns nicht selbst überfordern. Wir fühlen eine innere Kraft, aber auch Gelassenheit, um alles zu meistern.

Menschen, die in höherer Energie unterwegs sind, sind meist diejenigen, die „Leuchttürme“ in der Gesellschaft sind, die anpacken und die Herausforderungen dieser Zeit angehen. Wenn du also dafür sorgst, deine Energie zu erhöhen und hoch zu halten, dann tust du nicht nur dir selbst einen Gefallen, sondern auch deinen Mitmenschen. Wie das gehen kann? Ich habe hier fünf Tipps für dich zusammengestellt.

Energy Uplift: Fünf Tipps für mehr Energie

 

1. Perspektivenwechsel

Manchmal lassen sich die äußeren Umstände nicht ändern – wie jetzt in der Pandemie oder auch in anderen Lebenskrisen. Doch wir können immer noch unsere innere Einstellung dazu verändern. Indem wir zum Beispiel das Geschenk in der Krise sehen, die Themen anschauen, die dahinter stehen oder einfach den Fokus auf das richten, was uns glücklich macht statt über das zu grübeln, was nicht gut läuft. Aus der Mindset-Forschung (siehe Blogartikel zu „Selbstwirksamkeit“…) weiß man, dass die Art, WIE wir die Dinge sehen, auch einen großen Einfluss darauf hat wie wir Dinge erleben.

Wie kannst du die Sicht auf die Dinge verändern? Indem du z.B. Dankbarkeit traininerst (siehe Blog zu Dankbarkeit…) oder Glücksmomente sammelst. Auch hilft es, die Dinge aus der Perspektive von jemand anders zu sehen oder dein „zukünftiges Ich“ zu befragen. Und dir immer wieder deiner eigenen Ressourcen bewusst zu werden und diese zu aktivieren.

2. Achtsamkeit

Um die Energie zu erhöhen, ist es auch wichtig, erstmal die Energie runterzufahren und bewusst wahrzunehmen, auf welchem Energielevel du dich gerade in diesem Moment befindest. Allein die bewusste Wahrnehmung darüber verändert schon dein Energielevel. Dabei helfen Achtsamkeitsübungen, die du gut und einfach in den Alltag einbauen kannst. Zum Beispiel den Atem beobachten, oder alltägliche Dinge wie gehen, essen, aufräumen bewusst langsam ausführen und mit der Aufmerksamkeit genau bei der Sache zu sein, die du gerade tust. Auch wenn es die Buchhaltung oder das Sortieren von Unterlagen ist. Der Atem ist dafür immer wieder ein guter Begleiter (siehe Blogartikel „Atem – das unterschätzte Wunderwerkzeug“…)

 

3. Bewegung

Egal ob du Laufen gehst, regelmäßig schwimmst oder Yoga machst: Bewegung ist auch deshalb ein Energy Booster, weil sie uns sehr schnell aus dem Kopf und aus dem Grübeln rausbringt und hinein in die Körperwahrnehmung. Gerade wenn wir uns vorher ordentlich mit Bewegung auspowern, können wir hinterher die Batterien umso besser wieder aufladen. Es ist, wie wenn wir ein Glas spülen, in dem sich noch abgestandenes Wasser befindet. Wir müssen erst das alte Wasser auskippen, um das Glas spülen und es mit neuem, frischen Wasser füllen zu können.

Bewegung tut somit nicht nur dem Körper gut, sondern auch dem Geist. Durch bestimmte Körperhaltungen, Yoga oder Lachyoga kannst du deine Stimmung ins Positive beeinflussen und dich sofort in eine bessere Energie bringen. Zum Beispiel mit der Lachyoga-Übung „Power Poses.“

 

4. Lächeln

Ein weiterer Booster für bessere Stimmung und Ausrichtung auf die schönen Dinge im Leben ist Lächeln. Studien aus dem Body Feedback zeigen, dass allein das Hochziehen der Mundwinkel zu einer Lächelbewegung schon unsere Stimmung ins Positive beeinflusst.

Eine Minute Lächeln morgens vor dem Spiegel lässt uns ganz anders in den Tag hineingehen. Du möchtest es ausprobieren? Dann hol dir hier die kostenlose Meditation für Lächeln und positive Energie…

 

5. Lachen

Beim Lachen werden Glückshormone ausgeschüttet, der Stress wird gesenkt, das Immunsystem gestärkt (Fakten zum Lachen, siehe auch…). Nur wenige Minuten herzhaftes Lachen sorgen dafür, dass wir in eine ganz andere Energie kommen und uns wie euphorisiert fühlen. Das Schöne beim Lachen: Wir trainieren einerseits den Körper (Zwerchfell, Bauchmuskulatur), schwingen uns aber auch mental auf eine bessere Energie ein. Menschen, die regelmäßig lachen, werden gelassener und nehmen auch stressigen Alltagskleinkram nicht so ernst (was uns wiederum hilft, die innere Einstellung zu verändern). Du hast keinen Anlass zum Lachen? Dann probier es mal mit Lachyoga! Hier findest du Angebote und Möglichkeiten dazu…

 

Diese 5 Tipps sind nur eine kleine Auswahl an Strategien, mit denen wir in höhere, bessere und positivere Energie hineinkommen können. Nicht für jeden passt die gleiche Methode, sondern es ist wichtig herauszufinden, was für dich passt. Auch geht es nicht darum, alles gleichzeitig zu machen oder viel Zeit zu investieren, sondern für dich selbst eine Möglichkeit zu finden, mit der du effektiv und mit wenig Zeitaufwand deine Energie erhöhen kannst.

Du möchtest dabei Begleitung? Dann komm in das SMILE-Programm und mache jetzt den Happiness Check…

Den Perfektionisten überlisten

Kennst du das: du willst eine Power Point Präsentation vorbereiten, einen Text schreiben, ein Bild bearbeiten – du bist eigentlich fertig, es geht nur noch um den Feinschliff. Hier noch eine Kleinigkeit, da noch eine Änderung – und plötzlich hast du für den Feinschliff länger gebraucht als für die Erstellung selbst. Mir geht es oft so. Da sitzt dann der Perfektionist wie ein kleines Männchen auf meiner Schulter und sagt: “Du darfst keine Fehler machen”, vielleicht sogar “du bist nicht gut genug”. 

Kein Wunder: Schließlich lernen wir von klein auf, dass wir keine Fehler machen sollen. Dass wir nur dann liebenswert sind, wenn wir uns auch dafür anstrengen. In der Schule wird das, was nicht richtig ist, angekreidet. Und – ehrlich gesagt – weise auch ich meinen Sohn beim Home Schooling auf seine Fehler hin und halte ihn an, diese zu korrigieren. Naja, immerhin versuche ich ihn auch dafür zu loben, was er richtig gemacht hat. 

 

Perfekt ist langweilig

Doch wer sagt eigentlich, dass wir perfekt sein müssen? Ist die Natur perfekt? Im Gegenteil. Die Natur ist ein ständiger Fluss zwischen Chaos, Neuentstehung, Fehlbildungen, Anpassungen. Genauso wie das gesamte Universum – und auch unser Planet – auf der einen Seite perfekt scheint, auf der anderen Seite ein völliges Chaos. Sonst würden keine Meteoriten einschlagen und es gäbe keine Naturkatastrophen. Wobei letztere natürlich immer mehr menschengemacht sind. Der menschliche Körper – faszinierend, wie perfekt er gemacht ist, für alles gewappnet, bis ins kleinste Detail “ausgeklügelt” – und doch gibt es Krankheiten, Einschränkungen, einige Kinder werden mit Herzfehler geboren, andere müssen mit Diabetes klarkommen oder anderen chronischen Krankheiten. 

Und auch für uns gilt: ist es nicht manchmal viel entspannter, verrückt, wild, unperfekt und fehlbar zu sein als perfekt? Ich habe viele Menschen kennengelernt, die nach außen hin das perfekte Bild versucht haben abzugeben. Doch ich merke es mittlerweile denjenigen an, die dabei nicht authentisch sind. Bei genauerem Nachfragen stelle ich dann fest, dass dahinter oft Unsicherheit oder Angst stecken. Der Glaube, dass alles im Leben – und vor allem man selbst – perfekt sein muss, macht vielen Menschen das Leben schwer. Sie strengen sich an oder haben gar so viel Angst davor, Fehler zu machen, dass sie gar nicht erst etwas Neues wagen. Das wird dann zum größten Hindernisfaktor für Kreativität und Innovation. In der Stressforschung ist der Glaubenssatz “sei perfekt” einer von 5 entscheidenden Stressverstärkern. Perfektionisten sind diejenigen, die sich das Leben schwer machen, weil sie alles nochmal überprüfen müssen und oft riesige Angst vor Fehlern haben. Sie sind diejenigen, die im Büro bis nachts da sitzen, um in ihrer Powerpoint Präsentation noch die Abstände um ein paar Millimeter hin und her zu rücken. Sie lesen jede Mail, jeden Text, 50 Mal durch, bevor irgendetwas rausgeht. 

Sorgfalt ja – aber da wo es passt

Und Achtung, nicht falsch verstehen! Eine angemessene Sorgfalt ist bei alldem durchaus wünschenswert. Ich mag es auch nicht, wenn ich in Zeitungsartikeln oder Werbeanzeigen so offensichtliche Fehler sehe, dass ich die Hände über dem Kopf zusammenschlage. “Der Führling kommt” habe ich neulich in einer Werbung meiner Videosoftware gelesen, und zwar über Wochen hinweg. Anscheinend ist es keinem der Werbemacher aufgefallen. Und ja, von einer Chirurgin wünsche ich mir auch absolute Präzision und Sorgfalt, wenn sie ans Werk geht. 

Doch die Frage ist, wo wir ein Stückchen unserer Perfektion loslassen dürfen, um gelassener, mit mehr Freude und am Ende sogar effektiver unser Leben zu gestalten. Wenn du also auch manchmal so ein kleines Männchen in oder neben deinem Ohr sitzen hast, das dich zu Perfektionismus antreibt, dann helfen dir vielleicht diese Anregungen:

1. Erkenne das Gute an deinem Perfektionisten an

Sage dem kleinen Männchen mal danke, dass es dich zu Höchstleistungen motiviert, dich zu Sorgfalt drängt und das Beste aus dir rausholt. Dann sage ihm aber auch “danke, jetzt sorge ich für mich selbst und bin nachsichtig.” 

2. Erlaube dir Fehler

Jeder Mensch macht Fehler – auch diejenigen, die nach außen hin perfekt scheinen mögen. Je weniger Angst wir vor Fehlern haben und je mutiger wir sind, umso kreativer können wir sein – und somit am Ende auch erfolgreicher. In meinen Kursen üben wir es, uns selbst nicht so ernst zu nehmen. Zum Beispiel, indem wir über unsere eigenen Fehler lachen. Das befreit und beschwingt ungemein!

3. Stehe zu deinen Schwächen

Wir sind nur dann angreifbar, wenn wir versuchen, nach außen hin ein perfektes Bild abzugeben.  Wenn wir von vornherein zu unseren Schwächen stehen, wird keiner uns das übel nehmen. Ich habe eine Kollegin, die hat eine Lese- und Rechtschreibschwäche. Natürlich geht sie damit nicht hausieren, aber wenn es sich ergibt, steht sie dazu. Sie konzentriert sich lieber auf ihre Stärken – und damit ist sie sehr erfolgreich. 

4. Nutze das Pareto-Prinzip – zumindest da, wo es passt

Pareto hat herausgefunden, dass wir mit nur 20% unseres Aufwandes 80% unserer Arbeit schaffen können. Die restlichen 80% unserer Zeit verbringen wir mit Verbesserungen und Feinschliff, der nicht immer nötig ist – siehe oben. Ich halte den Grundgedanken für gut, aber auch hier gilt natürlich die Frage, um welchen Arbeitsbereich es sich handelt – von einer Chirurgin wünsche ich mir absolute Präzision. Auch in der Buchhaltung kann ein Fehler um einen Centbetrag alles durcheinander bringen. Genauso wünscht sich vermutlich jeder von uns 100%-ige Präzision bei der Loopingbahn im Vergnügungspark oder dem Corona-Impfstoff. Und doch lohnt es sich, zu überlegen, in welchen Bereichen wir mit weniger Aufwand vielleicht den gleichen Nutzen erzielen können.

5. Do your best and leave the rest

Dieser Spruch kommt von meinem Lehrer Dr. Madan Kataria, und ich kann ihn gar nicht oft genug zitieren. Wenn wir aus diesem Bewusstsein heraus handeln, dann kommt einfach Gelassenheit. Natürlich wollen wir in allen Lebensbereichen volles Engagement zeigen. Aber dann darf auch der Punkt kommen, an dem wir loslassen und darauf vertrauen dürfen, dass das Leben, das Universum – wer auch immer – den Rest für uns erledigen wird. 

6. Folge der Freude!

Beobachte bewusst bei dir selbst: Wann ist etwas so mühselig, dass du nicht weiterkommst? Natürlich kommt man um bestimmte Tätigkeiten nicht umhin: Die Steuererklärung, Haushalt, Reifenwechsel. Doch bei vielen Dingen kannst du dich auch fragen:  Ist es etwas, was ich unbedingt tun muss? Mir selbst geht es manchmal so, dass ich mich verrenne, weil ich oft denke, ich müsste noch unbedingt 100 Sachen erledigen. Dann verkrampfe ich und schaffe gar nichts mehr. Mittlerweile frage ich mich bei allem: “bringt mich das in die Freude? Oder tu ich das jetzt, weil ich meine, dass man das tun müsste?”

Egal, ob du dich jetzt selbst als Perfektionisten ertappt hast oder nicht – ich wünsche dir, dass du mit Nachsicht, Gelassenheit und natürlich Freude durch den Alltag gehen kannst! Wenn du mehr Inspirationen für Glück und Freude möchtest, die du direkt im Alltag anwenden kannst, dann trag dich gerne hier in den Happiness Newsletter ein.

Achja: und wenn du Fähler findest, dann liegt es daran, dass ich mein kleines Perfektionisten-Männchen heute mal ruhen lassen habe. ;-)

Einsamkeit – die Pandemie in der Pandemie

Corona: Die größte Krise seit dem Zweiten Weltkrieg

Die UN bezeichnen die Corona-Pandemie als „die größte Krise der Menschheit seit dem Zweiten Weltkrieg“. Wir werden uns immer mehr darüber bewusst, dass das nicht nur mit dem Virus selbst zu tun hat. Laut Neurowissenschaftler Manfred Spitzer leiden die meisten Menschen mehr unter den Folgen der Pandemie als unter dem Virus selbst. Es scheint, dass die Corona-Einschränkungen und -Maßnahmen – ohne deren Notwendigkeit in Frage zu stellen – vor allem das verstärken, was vorher schon da war. Kinder aus Brennpunkt-Familien haben keine Anlaufstelle mehr, freischaffende Künstler, die sich vorher schon durchschlagen mussten, landen in der Hartz-4-Falle, die Innenstädte sterben aus zugunsten von Online-Riesen wie Amazon, Google, Apple und co., Pharmafirmen und die Gaming-Industrie sind auf dem Vormarsch.

Nicht nur wirtschaftlich gesehen werden wir noch lange mit den Folgen der Pandemie leben müssen. Es verstärkt sich auch ein Phänomen, das ebenfalls schon vorher einen besorgniserregenden Trend in der Gesellschaft darstellte: Einsamkeit. Menschen, die vorher schon einsam waren, sind jetzt nochmal isolierter. Laut Manfred Spitzer ist Einsamkeit mehr als allein sein: Wer einsam ist, erkrankt häufiger als andere an Krebs, Herzinfarkt, Schlaganfall, Depressionen und Demenz. Einsamkeit ist laut Spitzer die Todesursache Nummer eins in den westlichen Ländern. Dies wird mittlerweile weltweit von zahllosen wissenschaftlichen Studien bestätigt.

Einsam ist nicht gleich allein

Ich selbst habe jahrelang alleine gelebt und kenne die Vor- und Nachteile. Ich weiß, wie es sich anfühlt, wenn ich am Samstagabend alleine zu Hause sitze, während die Nachbarn um mich herum laut Party feiern. Ich kenne das Gefühl der Leere, wenn am Sonntagnachmittag die Sonne scheint und ich keine Freundin finde, die mit mir einen Ausflug macht. Meist konnte ich mich in der Zeit mit guter Planung (schon am Montag das Wochenende planen) und gezielten Verabredungen gut durch solche Zeiten „retten“. Wenn jedoch – so wie jetzt im Lock-Down – alle Möglichkeiten für Verabredungen und gemeinsame Unternehmungen – Kultur, Chor, Theater, Sport, Vereinstreffen etc. – wegfallen, dann sind die Folgen fatal. Nicht nur das Corona-Virus, sondern auch die damit verbundene Einsamkeit breitet sich aus wie eine Pandemie.

Schon vor der Corona-Krise haben sich knapp 50% der Deutschen ziemlich oft einsam gefühlt. Allerdings ist sich einsam fühlen ist nicht immer gleichzusetzen mit alleine sein. Einsam fühlen sich nicht nur per se Singles und Alleinstehende. Auch Verheiratete oder Menschen, die in einer Familie leben, können sich einsam fühlen, selbst wenn sie nicht alleine sind. Auch ein großer Freundeskreis schützt nicht vor Einsamkeit. Vielleicht kennst du solche Situationen: du bist auf einer großen Party, einem Konzert oder einem Business Empfang – also unter vielen Menschen – und fühlst dich einsam. Oder du bist umgekehrt allein auf einem Spaziergang oder auf einer erfüllenden Reise – und du bist absolut im Reinen mit dir und zufrieden mit allem. In dem Fall bist du alleine, aber nicht einsam.

Soziale Beziehungen – für Glück und Gesundheit

Unbestritten ist in der Glücksforschung jedoch die Erkenntnis, dass gute und erfüllte soziale Beziehungen die wichtigste Voraussetzung für ein glückliches und gesundes Leben sind. Dies ist zum Beispiel das Ergebnis der Grant Study – einer Langzeit-Studie der Harvard University, die seit 75 Jahren anhand verschiedener Lebensläufe untersucht, was ein zufriedenes Leben ausmacht.

Wie können wir also in Zeiten der Pandemie und der damit verbundenen Isolation zu sozialer Verbundenheit und Zusammenhalt beitragen? Was können wir tun, um aus der Corona-Pandemie nicht eine Einsamkeitspandemie werden zu lassen? Wenn du Menschen kennst, die sich einsam fühlen, oder wenn du selbst manchmal in der „Einsamkeitsfalle“ landest, dann können die folgenden 4 Fragen dabei helfen, die Situation zu reflektieren und einen Weg heraus zu finden – wenn man denn möchte:

1. Ist die Einsamkeit wirklich unfreiwillig oder selbst gewählt?

So manche Menschen fühlen sich zwar einsam oder klagen auch über Einsamkeit. Aber einige finden es am Ende immer noch bequemer, nichts zu unternehmen, als den Preis dafür zu zahlen, den es erfordert, sich mit Menschen zu verbinden. Denn es braucht auch Mut und vielleicht einen Schritt aus der Komfortzone, um aktiv zu werden und Kontakte zu knüpfen. Das geht gerade nicht, wegen Lock-Down, Corona und überhaupt? Ist es wirklich so? Das Internet ist voll von Online-Angeboten, bei denen sich Menschen verbinden können – viele davon sogar kostenfrei. Ja, es braucht die Bereitschaft, sich mit der Technik zu befassen und sich auf neue, virtuelle Abenteuer einzulassen. Aber das ist selbst was mit einem Smart Phone möglich. Immer wieder bin ich erstaunt und beeindruckt, wie zum Teil über 80-jährige Menschen bereit sind, dies auszuprobieren – weil sie wissen, dass die virtuelle Verbindung besser ist als gar nichts, und weil sie oft flexibler sind als wir bisher dachten. Alles zu kompliziert? Dann ist es auch ok. In dem Fall ist die selbstgewählte Einsamkeit vielleicht die leichtere Lösung.

Natürlich gibt es auch Menschen, die ungewollt einsam sind. Die irgendwo gestrandet sind in einem anderen Land. Obdachlose oder sozial Schwache, die keine Möglichkeiten hab, online zu gehen. Die brauchen unsere Hilfe. Und ich bin sehr dankbar, dass es Initiativen und Einrichtungen gibt, die solchen Menschen helfen – wenn sie es denn wollen. Und dass es Menschen gibt, die sich ihrer annehmen. Manchmal ist es das beste Mittel gegen Einsamkeit, anderen zu helfen, die einsam oder bedürftig sind. Engagement macht glücklich, das belegen zahlreiche Studien (siehe Blogartikel „nicht jammern – engagieren“).

Trotzdem bleibt natürlich die Frage: Was können Menschen tun, die sich oft einsam fühlen und derzeit einfach nicht die Kraft oder nicht die Möglichkeit haben, das zu ändern? Wie kann man in dem Fall dennoch gut durch die Zeit kommen?

2. Wie kannst du aus der Situation das Beste machen?

Egal, ob deine Einsamkeit gewählt oder unfreiwillig ist: lass dich nicht noch zusätzlich dadurch runterziehen, dass es gerade so ist wie es ist. Akzeptiere die Situation in diesem Moment voll und ganz. Vielleicht ist es morgen wieder anders, oder übermorgen, oder dann wenn es passt. Du bist jetzt genau in diesem Moment da, auch wenn du alleine bist. Mach das Beste draus und genieße die Zeit mit dir selbst! Lass es dir gut gehen, mach dir Geschenke, nimm dir jeden Tag etwas Schönes vor. Lerne meditieren, such dir gute Bücher raus, verwöhne dich selbst. Sorge dafür, dass du dich nicht einsam fühlst, sondern vielmehr im Reinen mit dir selbst.

Qualität statt Quantität

Mach dir bewusst: So manches Mal kann es tatsächlich die bessere Wahl sein, das alleine sein zu genießen statt „aus der Not heraus“ Zeit mit Menschen zu verbringen, die dich langweilen oder runterziehen. Es lohnt sich immer, genau hinzuschauen, welche Kontakte gut tun und welche nicht.

3. Bist du mit dir selbst im Reinen?

Du hast dich dafür entschieden, Verbindung zu Menschen zu suchen, rauszugehen (wenn vielleicht derzeit auch virtuell) und Kontakte zu knüpfen? Dann sei dir selbst der beste Freund, die beste Freundin. Es ist immer einfacher, nicht aus der Bedürftigkeit heraus auf Menschen zuzugehen, sondern mit einer inneren Haltung, dass du jemand bist, mit dem du selbst gerne Zeit verbringen würdest. Mach eine Bestandsaufnahme deiner Stärken und Schwächen und frage dich: was ist die höchstmögliche Version deiner Selbst? Inwieweit kannst du dir die Akzeptanz und Zuwendung, die du dir vielleicht von anderen wünschst, auch selbst geben? Wie viel von dem Einsatz, den du dir von anderen wünschst, bist du bereit von dir aus zu geben?

4. Was kannst du jetzt tun, um etwas zu ändern?

Das Universum ist dir wohlgesonnen. Wenn du dir neue Kontakte oder tiefe Verbindungen wünschst, dann wird es diese für dich parat haben. Allerdings ist es gut, wenn du ein Zeichen gibst, dass du das auch wirklich wirklich willst – indem du möglichst viele Chancen erschaffst. Also, suche dir Kurse, Gelegenheiten, Freizeitgruppen oder sonstige Angebote raus, die dich interessieren. Das, was online startet, kann sich ja durchaus in reale Kontakte verwandeln. Eine offene Haltung der Neugier unterstützt dies: Offenheit gegenüber neuer Technik, aber auch gegenüber neuen Menschen und deren Eigenheiten. Bewerte nicht gleich jeden. An jedem Menschen können wir irgendetwas Besonderes finden – vielleicht ein spannendes Hobby, eine inspirierende Lebenserfahrung oder eine sonstige Gemeinsamkeit. Es lohnt sich, andere nicht sofort in eine Schublade zu stecken. Später kannst du immer noch entscheiden, ob jemand wirklich auf deiner Wellenlänge ist oder dich eher langweilt oder runterzieht.

Manchmal müssen es auch gar nicht neue Kontakte sein. Vielleicht gibt es alte Freundinnen oder Freunde, die sich in diesem Zeiten über einen Anruf freuen würden. Die Welt da draußen ist voll von Möglichkeiten – sowohl derzeit online als auch später wieder persönlich. Es braucht nur die Entscheidung, sich darauf einzulassen und sich nicht sofort wieder abschrecken zu lassen. Ja, es gibt auch Idioten da draußen, seltsame, ätzende und anmaßende Leute. Aber es gibt auch viele warmherzige, offene, neugierige und hilfsbereite Menschen, die es wert sind, gefunden zu werden. Wer selbst bereit ist, anderen etwas zu geben, sie zu unterstützen und für sie da zu sein, wird auch Menschen treffen, die das schätzen und – auf ihre Art und Weise – zurückgeben.

Im Hier und Jetzt – allein UND gemeinsam

Letztendlich gibt es in jedem Leben auch mal Phasen des Alleinseins und der Gemeinschaft. Dies kann sich ja auch phasenweise abwechseln. Egal, in welcher Phase du gerade bist – ob vorübergehend oder längerfristig, ob unfreiwillig oder selbst gewählt. Du kannst immer entscheiden, mit welcher inneren Einstellung du die Zeit erlebst. Kurzum: genieße das allein sein, sei offen für Herzensverbindungen und schließe Freundschaft mit dir selbst! Diese Meditation kann dich dabei unterstützen.

Ich wünsche dir, dass du weiterhin in Zuversicht, guter Energie und Liebe – zu dir selbst wie zu anderen – durch diese Zeit kommst!

Namasté Angela

Tipps und Links

Online-Kurs „Der Glücks-Charakter-Booster“

Meditation für Selbstliebe

Hier findest du zoom-Gruppe-Angebote, z.B. für Lachyoga

Video: 3 Schritte aus der Einsamkeitsfalle

Der beste Erfolgscoach aller Zeiten

Auch wenn viele von uns nicht mehr in die Kirche gehen oder gar ausgetreten sind, feiern wir immer noch sehr gerne Feste wie Ostern und Weihnachten. Meist mit gutem Essen, Geschenken, Familientreffen, Verwandtschaftsbesuchen – sprich, oft auch jeder Menge Stress. Dann sind wir so beschäftigt mit Kuchen backen, Eier anmalen, Baum oder Strauch schmücken, die Wohnung dekorieren oder zu Verwandten fahren, dass wir vergessen, uns der eigentlichen Bedeutung dieser Feiertage bewusst zu werden.

Doch unabhängig davon, ob wir an Gott glauben oder nicht, bin ich der Meinung, dass Jesus – um den es sich ja bei diesen Festen vor allem dreht – ein besonderer Mensch und – nach heutigen Kriterien – ein richtig guter Coach war. Und das hat gar nicht mal etwas mit Religion zu tun, sondern einfach mit dem, was Jesus uns vorgelebt hat und welche Werte und Botschaften er uns vermittelt hat. Dabei ist es egal, ob wir Jesus als eine Art „Heiligen“ oder „Gottes Sohn“ sehen, oder einfach nur als besonderen Mensch, der Gutes getan hat, für Frieden gegangen ist und die Denkweise der Menschen verändert hat – so wie zum Beispiel auch Gandhi, Mutter Teresa oder Nelson Mandela.

Was, wenn Jesus also einfach ein guter „Erfolgscoach“ war? Ich bin davon überzeugt. Denn das, was heutige „Erfolgscoaches“ uns erzählen, hat Jesus schon wie selbstverständlich vor über Zweitausend Jahren vorgemacht und gelehrt. Hier einige seiner „Erfolgsgeheimnisse“, die ich mit euch teilen möchte:

1. Jesus hatte eine Vision

Jesus träumt von einer Welt, in der Liebe, Mitgefühl und Vergebung vorherrschen statt Krieg und Kampf. Er hat diese Vision mit den Menschen geteilt und hat alles dafür gegeben, um diese Vision Wirklichkeit werden zu lassen. Seine Vision für die Menschen und für die Welt war so stark, dass er sogar bereit war, mit seinem Leben dafür zu bezahlen. Er hat ganz klare Werte gehabt und ist für diese gegangen. Auch, wenn diese nicht dem „Establishment“ – also den damaligen Kirchenoberen – entsprochen haben, hat er sich nicht davon abbringen lassen, für diese Werte einzustehen.

2. Jesus hatte den Mut, sich mit seinen Werten zu zeigen

Viele Menschen haben vor allem deshalb Angst, zu ihren Werten zu stehen, weil sie damit auch Gefahr laufen, ausgelacht oder verspottet zu werden. Das Beispiel von Jesus zeigt: Je mehr wir ins Leuchten kommen, umso größer die Gefahr, dass Menschen Angst bekommen und dagegen ankämpfen. Doch Jesus hat sich davon nicht beirren lassen. Er hat sich gezeigt, mit seiner Vision und seinen Werten. Er hat es in Kauf genommen, ausgelacht, verspottet und letztlich sogar hingerichtet zu werden, um seine Botschaft zu verbreiten. Er hat sich auf den Berg gestellt, um zu reden, auf das Boot, überall hin, damit alle Menschen ihn sehen können.

Doch gleichzeitig hat er sich nie als der große, unfehlbare Guru aufgespielt. Er hat das Wohlwollen der Menschen nicht ausgenutzt, um sein Ego aufzupolieren, sondern es ging ihm immer um die Sache. Er ist bei allem immer demütig geblieben, hat anderen Menschen die Füße gewaschen, sich mit Verbrechern und Sünderinnen unterhalten, und er hat jedem vergeben, der sich Fehltritte geleistet hat, sogar wenn es gegen ihn selbst war.

3. Jesus konnte zuhören

Viele heutige Erfolgscoaches hören vor allem eine Person gerne reden: sich selbst. In heutigen Zeiten sind die meisten Menschen vor allem bestrebt, ihren eigenen „Ballast“ loszuwerden, doch sie hören nicht mehr zu. Dieser Trend zeigt sich sowohl in Social Media als auch oft privat. Dialoge, in denen zwei Menschen sich gegenseitig aktiv und aufmerksam zuhören und wirklich auf den anderen eingehen, sind rar geworden. Jesus wusste, wie wichtig es ist, anderen Menschen zuzuhören und sich auf sie einzulassen, ohne sie gleich zu bewerten oder abzukanzeln.

4. Jesus hat das mit dem Storytelling voll drauf gehabt

Damals hat man die heute sehr beliebte Marketing-Technik jedoch noch anders benannt. Sprich: Jesus hat Geschichten erzählt, oder auch „Gleichnisse“. Für jede Botschaft, die er vermitteln wollte, hat er den Menschen eine Geschichte erzählt und sie damit in ihrer Lebenswirklichkeit abgeholt. Ob es die Geschichte von Arbeitern am Weinberg ist, von einer Hochzeit, vom verlorenen Sohn – jeder konnte sich in diesen Geschichten wiederfinden.

5. Jesus hat sich ein gutes Team aufgebaut

Er hat sich seine 12 Jünger zusammen geholt und vermochte es, sie so zu begeistern und zu motivieren, dass sie von sich aus alles getan haben, um Jesus und seine Vision zu unterstützen. Er hat Gutes für sie getan, ihm waren der Zusammenhalt und die Gemeinschaft wichtig, er hat sie gelobt, gefördert und beschenkt.

Und er konnte nicht nur motivieren, sondern auch delegieren – eine Fähigkeit, die leider nicht bei jeder Führungskraft selbstverständlich ist. Er hat anderen zugetraut, seine Aufgaben – zum Beispiel das Taufen – zu übernehmen. Er hat sich ein Team von Menschen aufgebaut, das bedingungslos an ihn geglaubt hat, selbst als sonst kein anderer mehr an ihn geglaubt hat. Und ja, er hat mit Judas auch einen „Verräter“ in seinem Umfeld gehabt. Und ihm vergeben. Was wiederum in sich ein Beispiel dafür ist, dass kein Mensch unfehlbar ist. Auch nicht wir selbst. Und was vielleicht auch zeigt, dass wir mit dieser Fehlbarkeit einfach leben lernen müssen und dürfen.

Aber – war Jesus denn überhaupt erfolgreich?

Jetzt könnte man sich fragen, ob man Jesus überhaupt als einen erfolgreichen Coach bezeichnen kann. Schließlich hat er nicht in Saus und Braus gelebt, keine 5 Rolls-Royce besessen, und am Ende wurde er getötet und verspottet. „Erfolg ist das, was erfolgt, wenn wir aktiv werden“ heißt es immer so schön. Dafür ist ja zunächst die Frage, wie derjenige, der etwas erreichen möchte, sein Ziel definiert und damit auch erkennt, ob er erfolgreich ist oder nicht. Jesus hatte es zum Ziel, neues Bewusstsein unter die Menschen zu bringen. Er wollte Liebe vorleben und den Menschen deutlich machen, dass Liebe und Mitgefühl wichtiger sind als materielle Besitztümer oder Status. Er hat einen Ruck unter die Menschen gebracht und sie zum nachdenken inspiriert.

Und wenn man eines sagen kann: Wenn das Buch, in dem die Geschichte eines Menschen beschrieben ist, über Jahrtausende zum Dauerbestseller wird, wenn eine ganze Bewegung entstanden ist, die aus dieser Botschaft hervor geht, ja sogar eine neue Zeitrechnung beginnt – na, wenn man das nicht erfolgreich nennen kann, dann wüsste ich nicht, was sonst! Egal also, ob du an Religion glaubst, an Jesus als Heiligen, an die Bibel oder daran, ob er wirklich gelebt hat oder nicht – wir können uns auf jeden Fall etwas von ihm abgucken.

In dem Sinne wünsche ich dir Glück und Erfolg!

Alles Liebe

Angela

Du möchtest Unterstützung bei der Umsetzung dieser Tipps? Dann komm in meinen nächsten Kurs…

Glückstipps: Wie du Jesus‘ Erfolgsgeheimnisse auch heute für dich nutzen kannst

 

1. Formuliere deine Vision

Wie möchtest du das nächste Jahr erleben? Ja, es gibt bestimmte äußere Umstände, die nicht veränderbar sind. Wir wissen nicht, wann das Leben wieder normal wird. Aber je klarer deine Absicht, was DU im neuen Jahr erleben möchtest, umso größer die Wahrscheinlichkeit, dass es auch eintritt. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, deine Vision zu formulieren – schreibe sie auf, suche dir Bilder heraus für ein Vision Board oder Mind Movie oder suche dir eine schöne Meditation, um in dein gewünschtes Zukunftsbild hinein zu gehen. Das SMILE-Programm unterstützt dich dabei…

2. Stehe zu deinen Werten

Sei dir deiner Werte klar und zeige dich damit – du kannst es nicht jedem Recht machen, also gehe dafür und trau dich, zu leuchten und deine Werte vorzuleben!

3. Höre zu

Nutze jede Gelegenheit, um anderen Menschen zuzuhören – das kann auch am Telefon oder in der Videokonferenz sein – versuche, dich wirklich in sie hinein zu fühlen und stell dir vor, du wärst an ihrer Stelle – wie würdest du selbst reagieren, was würdest du tun in ihrer Situation? Achte aber auch darauf, keine ungefragten „Coaching-Tipps“ zu geben.

4. Erzähle Geschichten

Was hast du zu erzählen? Wie kannst du eine Botschaft anhand von Geschichten, Bildern oder Beispielen vermitteln? Frage dich, ob das, was du erzählen möchtest, in die Lebenswirklichkeit der anderen passt und finde Ideen und Beispiele, um sie dort abzuholen. Sieh es als Spiel, das manchmal so richtig Spaß machen kann! So zeigt es zumindest meine eigene Erfahrung.

5. Suche dir ein gutes Team

Ob beruflich oder privat – du kannst selbst dein Umfeld gestalten. Tu den Menschen in deinem Umfeld Gutes, motiviere sie und gib auch Verantwortung ab. Statt dich zu beschweren, dass du alles alleine machen musst, delegiere immer wieder Aufgaben und lass dann los. Erwarte am Anfang nicht zu viel Reaktion, aber Schritt für Schritt kann sich etwas verändern. Gestehe dir selbst und anderen zu, dass keiner perfekt ist.

Viel Spaß und viel Erfolg damit!

Angela

Mut: Der Lebensbooster für Glück und Erfolg

Du möchtest Mut finden, deine Grenzen zu erweitern?
Dann komm zum Kurs „Aktiviere dein inneres Glück…“

„Nenn mich nicht feige!“

Das war immer wieder der Moment, in dem Marty Mc Flys Augen zu blitzen anfingen, und er entgegen jeder Vernunft beschloss, in den Kampf zu gehen, statt sich zurück zu ziehen. Diese Momente ziehen sich wie ein roter Faden durch den spannenden Zeitreise-Klassiker „Zurück in die Zukunft“, den ich neulich nochmal mit meinem Sohn zusammen angeschaut habe. Während mein Sohn sich bei den wilden Action-Szenen schlapp lachte, fand ich es eher interessant, wie sich nur kleine Veränderungen in der Vergangenheit auf die Situation in der Zukunft auswirkten. Und ich fand es lustig zu sehen, wie man sich damals das Jahr 2015 vorgestellt hat, was ja jetzt schon wieder Vergangenheit ist. Natürlich war Marty Mc Fly im Laufe der Film-Trilogie am Ende immer der mutige Held, der sich von keinem noch so ansgteinflößenden oder bulligen Prügler einschüchtern ließ.

Warum lieben wir nur all diese Filme so sehr, in denen ein mutiger Held allen Widrigkeiten trotzt, sich nicht unterkriegen lässt und niemals aufgibt, so aussichtslos eine Situation auch erscheinen mag? Die gesamte Filmindustrie lebt von der Inszenierung solcher Heldenreisen, bei denen diese vor allem eines gemeinsam haben: Mut und Tapferkeit. Sie erleben Abenteuer, das Ungewöhnliche, das Unerwartete. Manchmal frage ich mich, ob viele Menschen vielleicht genau deshalb so fasziniert davon sind, weil es in ihrem eigenen Leben so wenig davon gibt.

Besitzstand wahren oder Potenzial nutzen?

Statt dessen hängen die meisten in ihrem Lebensalltag und in altbewährten Mustern fest. Sie haben sich bestimmte Routinen angeeignet, die Leidenschaft ist eingefroren. Sie wagen nichts Neues und verbringen die meiste Zeit mit Dingen, die ihnen keinen Spaß machen. Laut Hirnforscher Gerald Hüther hat dies fatale Folgen: Viele Menschen werden immer mehr zu Ressourcennutzern und Besitzstandswahrern – sie machen Dienst nach Vorschrift und lassen ihr eigenes Potenzial ungenutzt verkümmern. Das Schlimme daran: sie merken es nicht mal.

Laut Palliativpflegerin Bronnie Ware bedauern viele Menschen erst am Ende ihres Lebens, dass sie nicht den Mut hatten, ihr eigenes Leben zu leben. In ihrem Buch „Fünf Dinge, die Sterbende am meisten bereuen“ erzählt sie von Patienten, die jahrelang in Beziehungen festhingen, die ihnen nicht gut taten – von Menschen, die ein Leben lang in ihren Gewohnheiten und im Hamsterrad feststeckten, statt sich für Freiheit und Glück zu entscheiden. „Ich wünschte, ich hätte mir erlaubt, glücklicher zu sein“ ist eine der fünf Hauptaussagen, die sie oft zu hören bekam.

Wer mutig ist, lebt vielleicht aufregender – aber auch zufriedener, erfolgreicher und intensiver. Mut unterstützt uns dabei, uns ständig weiterzuentwickeln und unser volles Potenzial zu leben. Mut hilft uns, aus Lebenssituationen auszusteigen, die uns nicht mehr gut tun – oder die uns einfach langweilen. Am Anfang einer jeden gesellschaftlichen Veränderung oder politischen Revolution standen mutige Menschen mit einer Vision. Mut hat dafür gesorgt, dass wir nicht mehr in der Steinzeit leben – dass wir keine Mauer mehr hier stehen haben, dass es kein Sklaventum mehr gibt und dass Frauen wählen dürfen. Mut ist das Elixier, das unsere Gesellschaft voran bringt – und das die Welt verbessern kann. Also lasst uns mutig sein!

Was uns daran hindert, mutig zu sein

Doch warum fällt es uns so schwer, ausgetretene Pfade zu verlassen? Warum sind wir nicht so mutig wie die Helden in den Filmen, sondern verfolgen deren Abenteuer lieber warm und sicher von der Couch aus? Mut und Tapferkeit sind offenbar Eigenschaften, die wir zwar bei den Filmhelden bewundern, aber selbst viel zu wenig leben. Warum? Laut Glücksphilosoph Frank Kinslow ist die Angst vor dem Scheitern eines der größten Hindernisse, das unserem Mut im Wege steht. Wir denken, dass alles perfekt sein muss, dass wir nicht scheitern dürfen. Dies führt dazu, dass jedes tatsächliche Scheitern unser Selbstbewusstsein noch weiter herunter zieht – wir fühlen uns immer schlechter und probieren es irgendwann gar nicht mehr. Kinslow uns ermutigt dazu, Scheitern als natürlichen und zugehörigen Teil des Lebens zu akzeptieren, statt es wegzudrängen und immer nach dem Perfekten zu streben.

Klar, es ist erstmal einfacher und bequemer, nichts zu verändern. Denn dann können wir auch nicht scheitern. Wenn wir Neues wagen, ausbrechen, mutig sind, dann müssen wir eben auch mit der Möglichkeit des Scheiterns rechnen. Also doch lieber alles bei den alten Gewohnheiten lassen? Oder jetzt erst recht aufstehen, die Waffe zücken und zur Heldin oder zum Helden werden?

Die Facetten von Mut

Keine Sorge: Wir müssen nicht mit dem Lichtschwert durch die Galaxien wirbeln, um mutig zu sein – und auch nicht mit abenteuerlichen Zeitmaschinen durch die Epochen rasen und machtsüchtige Egomanen daran hindern, die Herrschaft zu übernehmen. Im Gegenteil: Mut bedeutet manchmal auch den „Mut zur guten Resignation und zum klugen Rückzug“, wie Claudia Croos-Müller es in ihrem Buch „Kraft“ beschreibt. Wer „kopflos die Flucht nach vorne“ erzwingt, erntet ihr zufolge eher Chaos und Scherben als Ruhm. Manchmal kann also sogar das, was eigentlich als „Scheitern“ gilt, der mutigere und vor allem schlauere Weg sein.

Doch was genau ist dann Mut? Laut Psychologen Martin Seligman („Der Glücks-Faktor“) bedeutet Mut, dass jemand absolut für seine Ziele geht, auch wenn er dabei heftige Widrigkeiten überwinden muss. Er definiert Mut als eine von sechs „Tugenden“, die übergreifend als Kerneigenschaften des guten Miteinanders angesehen werden (siehe auch Blogartikel „Fünf Charaktereigenschaften glücklicher Menschen„). Seligman unterscheidet drei Aspekte von Mut:

1. Tapferkeit und Zivilcourage

Auch ich habe noch nie mit einem Lichtschwert kämpfen müssen – außer mit dem Spielzeugschwert meines Sohnes. Aber tapfer finde ich mich, wenn ich eine dicke Spinne an der Wand sehe und nicht schreie. Wenn ich dann auch noch meinen Flucht- und Ekelreflex überwinde, sie mit einem Glas fange und brav irgendwo hinaus trage (man will ja Vorbild sein für das Kind). Da bin ich sowas von tapfer, denn ich habe meiner Furcht getrotzt. Oder wenn ich trotz meiner Flugangst in den Flieger steige, um das nächste Urlaubs-Retreat zu geben.
Tapfer ist es auch, wenn alle Leute gegen Flüchtlinge / Ausländer / Corona-Maßnahmen wettern und man diesen etwas entgegen setzt (moralische Tapferkeit), oder wenn Menschen lieber ins Gefängnis gehen, statt ihre Überzeugungen oder Werte zu verraten (seelische Tapferkeit). Das nennt man dann „Zivilcourage“. Leider gibt es für diese Art von Mut eher weniger Beispiele und Geschichten als für die mit Waffen kämpfenden Helden.

2. Durchhaltekraft und Fleiß

Durchhaltevermögen – das hört sich erstmal nicht so sexy an, sondern eher altmodisch oder gar verbissen. Viele Menschen halten in Jobs durch, an denen sie schon lange keine Freude mehr haben, ja, sie beißen sich geradezu daran fest, aus Angst vor Veränderung. So, wie wenn man einen richtig schlechten Film im Kino sieht, aber bis zum Ende bleibt, weil man ja dafür bezahlt hat.

Doch mit Durchhaltekraft ist hier etwas anderes gemeint. Im positiven Sinne unterstützt sie uns, wenn wir dabei flexibel, realistisch und vor allem nicht zu perfektionistisch sind. Statt an Altem festzuhalten, ist es viel wichtiger, klug zu entscheiden, wann es sich lohnt zu kämpfen und wann der Rückzug angemessen ist.

3. Integrität und Echtheit

Hier geht es um Zuverlässigkeit, auch anderen gegenüber. Und authentisch zu sein, in Worten wie in Taten. Das beinhaltet mehr, als nur ehrlich oder zuverlässig zu sein. Es bedeutet auch, dass die Worte, die wir sprechen, mit unseren Handlungen im Einklang sind. Ich habe schon viele Menschen erlebt, die großmundig erzählen, was sie alles Tolles planen – es aber am Ende nie in die Realität gebracht haben. Inneres und Äußeres stehen bei ihnen offenbar nicht im Einklang, sie sind mit sich selbst im Unreinen. „Nur wenn du zu dir selbst treu bist, kannst du andere nicht betrügen.“ sagt Seligman.

Das Mutzentrum im Gehirn

Auch Gehirnforscher haben das Phänomen „Mut“ schon untersucht – zum Beispiel das Weizman Institute of Science in Israel. Man hat dafür Probanden in den Hirnscanner geschickt, die entscheiden sollten, wie nah eine Schlange an ihren Kopf kommen darf – wohlgemerkt, es waren Menschen, die Angst vor Schlangen hatten. Die Angst, die sie dabei empfanden, zeigte sich dabei vor allem im rechten Temporallappen (Amygdala) und löste auch körperliche Reaktionen aus.

Noch spannender war es aber zu sehen, was im sogenannten „Brodmann-Areal 25“ („subgenual Anterior Cingulate Cortex“) passierte. Dieser Bereich im Gehirn wurde dann umso aktiver, wenn die Probanden zwar Angst hatten, sich aber trotzdem dafür entschieden, die Angst zu überwinden. Die Aktivität in diesem Gehirnbereich führte sogar dazu, dass die körperliche Angstreaktion sank. Dies scheint also eine Art „Mutzentrum“ im Gehirn zu sein, das uns sogar belohnt und wieder gelassener werden lässt, wenn wir mutig sind und etwas tun, vor dem wir uns eigentlich fürchten.

Das Glück ist mit den Mutigen

Und wie gesagt: das muss nicht der Kampf mit dem Lichtschwert sein. Mut kann auch einfach mal bedeuten, in einer Gruppe eine andere Meinung zu vertreten als die anderen und dazu zu stehen. Nicht mitzumachen, wenn alle über jemanden lästern. Mut kann ein lässiger Rückzug sein, statt in einem Streit unbedingt Recht haben zu wollen.

Ich selbst weiß aus eigener Erfahrung: immer wenn ich mutig war, bin ich dafür um ein Vielfaches belohnt worden. Egal ob ich mit dem Rucksack durch Indien gereist bin, mich vor anderen mit Lachyoga „zum Affen gemacht“ habe, alleine im Wald übernachtet oder einen sicheren Job mit guten Karrierechancen ausgeschlagen habe. Ich habe dabei immer faszinierende und schöne Begegnungen erlebt, jede Menge Spaß gehabt, Adrenalin pur gespürt und kann über vieles im nachinein lachen. Ja, ich bin auch gescheitert, hatte stressige Situationen, Ärger, Angst und Rückschläge. Aber ich bin mir ziemlich sicher, dass ich am Ende meines Lebens keines von den fünf Dingen bereuen werde, die Bronnie Ware in ihrem Buch beschreibt.

Drei Tipps, um deinen Mut zu trainieren

Ob jemand mutig ist, hat auch mit der erblichen Veranlagung zu tun – man sagt, um die 30-50%. Dennoch lässt sich die Eigenschaft „Mut“ – wie alle anderen Charaktereigenschaften auch – trainieren und verändern. Hier einige Anregungen dazu:

1. Üben, üben, üben

Baue bewusst kleine Handlungen in deinen Alltag ein, die dich ein ganz bisschen Überwindung kosten: der Freundin ehrlich sagen, dass ihr das Kleid nicht steht, an der Bushaltestelle jemanden ansprechen, auf einer Geburtstagsfeier eine kleine Rede halten (z.B. ein Loblied auf die Gastgeberin) oder laut lachen in der Öffentlichkeit (Lachyoga hilft, dies in der Gruppe zu tun und mit noch mehr Spaß). Je mehr wir merken, dass nichts Schlimmes dabei passiert, umso mehr können wir Spaß daran finden und umso weniger Angst haben wir dabei.

2. Meditation

Um den „Mutmuskel“ im Gehirn zu trainieren, gibt es auch noch eine andere Möglichkeit: man hat nämlich festgestellt, dass Meditation ebenfalls die Aktivität in diesem Gehirnbereich verstärkt (siehe auch Blogartikel „Meditation„).

3. Körperübung „loslassen – Mut fassen“

Stelle dich locker hin und strecke beide Arme nach vorne aus. Atme durch die spitzen Lippen ein und ziehe dabei die Hände zum Herzen heran. Atme soweit wie möglich ein. Halte kurz die Luft und atme dann mit lockeren Lippen aus, schnaube und pruste dabei, so dass die Lippen flattern. Wiederhole dies noch zweimal. Beim dritten Mal atme lachend aus.

Ich wünsche dir Kraft und Mut, um deinen Weg so zu gehen, dass du am Ende sagen kannst „Ich bereue nichts – denn ich habe gelebt.“

Namasté Angela

Tipps

Gerne unterstütze ich dich dabei, deinen Mut zu trainieren, aus dem Lebenstrott auszusteigen und wieder mehr Spaß, Verrücktheit und Lebensfreude in dein Leben zu bringen! Lust auf mehr? Dann komm in das

SMILE-Programm für Lebensfreude und Resilienz

In diesem 12-Wochen-Programm findest du Impulse, wöchentliche Calls, Übungen, regelmäßiges Glückstraining und eine liebevolle unterstützende Gruppe von Gleichgesinnten. Mach jetzt den Happiness Check und hol dir deine persönliche Analyse…

Zitate

„Wenn Du immer wieder das tust, was Du immer schon getan hast, dann wirst Du immer wieder das bekommen, was Du immer schon bekommen hast. Wenn Du etwas Anderes haben willst, musst Du etwas Anderes tun!“ Paul Watzlawick

„Lieber X Mal scheitern und wieder aufstehen als im Lebenstrott zu erstarren und am Ende gar nicht mehr aufstehen können“ Angela

Selbstverantwortung

Selbst-wirksamkeit: Schöpferkraft leben statt Opferdasein fristen

Kennst du die Geschichte, wie Elefanten gezähmt werden?

Das beginnt, wenn sie klein sind – denn einen großen Elefanten würden Erwachsene nicht mehr halten können. Das kleine Elefantenbaby bekommt eine Schlinge um den Fuß und wird an einen Pfahl gebunden. Zunächst wird noch viel Spielraum gelassen, dann wird dieser Stück für Stück verkleinert. Schnell merkt das Elefantenbaby, dass es keinen Sinn hat, einen weiteren Radius zu ziehen, denn das Seil hält es fest. So wird der Radius immer kleiner, das Baby immer zahmer. Irgendwann wird die Schlaufe wieder abgenommen. Doch der Clou dabei: Der mittlerweile ausgewachsene Elefant versucht es erst gar nicht, diesen Radius zu erweitern oder zu entkommen. Die Zähmung ist vollzogen.

Doch was hat das mit uns zu tun? Wo lassen wir Menschen uns in unserem Radius so einschränken, dass wir es gar nicht erst versuchen, unsere Grenzen zu erweitern? Wo nehmen wir etwas im Leben einfach so hin, haben “halt Pech gehabt” und haben es schon aufgegeben, daran etwas zu ändern?

Resignation durch Erfahrung

“Erlernte Hilflosigkeit” nennt man dieses Phänomen in der Psychologie. Dazu gab es Versuche mit Tieren, die nicht unbedingt für schwache Nerven geeignet sind. So verabreichte man Hunden, die in zwei Gruppen aufgeteilt waren, Elektroschocks. Die eine Hälfte konnte diesen durch eine bestimmte Handlung ausweichen, die andere nicht (Seligman, in den 60er Jahren). Oder es wurden Hitzewellen bei Fruchtfliegen erzeugt, der einige durch eine Richtungsänderung entgehen konnten, andere nicht. 

Die Erkenntnisse waren ähnlich: die Tiere, die aus eigenem Antrieb dem Schmerz entkommen konnten, versuchten es auch in nachfolgenden ähnlichen Situationen sofort wieder. Diejenigen, die es wiederholt versucht hatten und schließlich feststellen mussten, dass sie es keinen Deut in der Hand hatten, resignierten irgendwann. Sie versuchten es auch in anderen Situationen gar nicht mehr, ihrem Leid zu entkommen, selbst wenn sie es gekonnt hätten. 

In der Resilienzforschung hat man ähnliche Erkenntnisse auch für die Menschen bestätigt. Wenn jemand immer wieder die frustrierende Erfahrung macht, dass er an seinem Schicksal nichts ändern kann, dann endet das oft in Depression. Kein Wunder – wenn wir am Steuer eines Schiffs stehen und merken, dass es auf unser steuern überhaupt nicht reagiert, dann geben wir es irgendwann auf und lassen uns willenlos treiben. Wir glauben nicht mehr daran, dass wir das Ruder vielleicht doch noch herumreißen können. Doch es geht auch andersherum. 

Schöpfer statt Opfer – was macht den Unterschied?

Egal wie ausweglos bestimmte Situationen erscheinen mögen: Es gibt immer Menschen, die leichter mit Schicksalsschlägen umgehen können – die nicht so schnell aufgeben wie andere. Menschen, die sich nicht als Opfer sehen, sondern ihr Leben in die Hand nehmen – die davon überzeugt sind, dass sie selbst es beeinflussen können, wie ihr Schicksal verläuft. Diese Eigenschaft nennt man ”Selbstwirksamkeit” – sie ist eine der wichtigsten Säulen der Resilienz – was so viel heißt wie “psychische Widerstandskraft” (siehe auch den Blogartikel zu „Resilienz“).

Menschen, die an sich selbst, an ihre Kompetenz und ihre Handlungsfähigkeit glauben…

  • sind weniger anfällig für Angststörungen und Depressionen
  • meistern Herausforderungen leichter
  • lassen sich von Rückschlägen nicht so schnell entmutigen
  • können mit Frust besser umgehen
  • sind weniger Demenz-gefährdet und leben länger
  • kommen mit Stress besser klar.

Kurzum: Menschen mit einer hohen Selbstwirksamkeitserwartung leben erfolgreicher, gesünder und zufriedener. Sie haben außerdem die Fähigkeit, in den Dingen, die nicht so gelaufen sind wie erhofft, immer noch irgendeinen Sinn zu sehen: “Kohärenzsinn” nennt man das in der Stressforschung. Hinzu kommt: Sie glauben zudem nicht nur an sich selbst, sondern auch daran, dass in schwierigen Situationen andere Menschen für sie da sind und ihnen beistehen. 

Was ist die Basis, um Leben zu meistern?

So hat man im Rahmen einer Studie Jugendliche aus schwierigen Verhältnissen befragt (“Bielefelder Invulnerabilitätsstudie”). Die Hälfte dieser Jugendlichen schmiss die Schule, nahm Drogen oder wurde gewalttätig. Die andere Hälfte schaffte es, ihre schreckliche Kindheit hinter sich zu lassen, ohne auffällig zu werden. Was machte den Unterschied? Zum einen hatten letztere eine Person außerhalb ihrer schwierigen Familie, die sich um sie kümmerte – zum Beispiel eine Pflegemutter, eine Lehrerin oder einen Sozialarbeiter. Zum anderen waren sie emotional ausgeglichener und glaubten daran, dass sie im Leben etwas erreichen können, wenn sie sich dafür einsetzen. 

Eine hohe “Selbstwirksamkeitserwartung” hilft uns also, schwierige Situationen zu überstehen und sogar Traumata gut zu verarbeiten. Doch nicht nur das Gefühl, durch unser Handeln etwas bewirken zu können, wirkt sich positiv auf die allgemeine Lebenssituation aus. Auch die grundsätzliche Überzeugung davon, dass etwas gut für uns ist, macht einen Unterschied.

Dein Wille geschehe – die Bedeutung des „Mindset“

Psycholog*innen beschäftigen sich mittlerweile verstärkt mit solchen Fragen im Rahmen der “Mindset-Forschung” – u.a. Alia Crum von der Stanford University. So hat sie Zimmermädchen überzeugend vermittelt, dass ihre Arbeit genauso effektiv ist wie tägliches Workout im Fitness-Studio – und prompt hatten diese nach einem Monat ein Kilo abgenommen.

Ältere Menschen brachte man in einem Kloster zusammen und wies sie an, sich so zu verhalten, wie wenn sie 20 Jahre jünger wären. Die Einrichtung der Zimmer, Musik etc. wurden auf ihre Jugendjahre abgestimmt, und siehe da – nach nur 5 Tagen hatten sie eine bessere Körperhaltung, weniger arthritische Beschwerden und sogar einen höheren IQ. 

All das könnte man auch als eine Art “Placebo-Effekt des Alltags” bezeichnen. Doch wenn es wirkt – warum nicht? Zumindest lohnt sich die Frage, welchen Einfluss es haben könnte, wie ich über eine Sache denke. Stress macht krank? Ja, wenn ich ihn als schädlich empfinde, definitiv!  Wenn ich Stress als beflügelnd empfinde – nicht unbedingt! (siehe Blogartikel zum Thema „Stress“). Oder: Ist wirklich die fette Currywust mit Pommes selbst so ungesund oder eher meine Schuldgefühle, wenn ich sie esse? 

Um auf den Elefanten zurück zu kommen: Im Gegensatz zu diesem haben wir Menschen ja zum Glück die Fähigkeit der Reflektion. Und unser Gehirn ist imstande, sich bis ins hohe Alter zu verändern. Selbst wenn wir in manchen Lebensbereichen bestimmte innere Begrenzungen – oder gar negative Überzeugungen – bisher hingenommen haben, können wir unsere Einstellung dazu noch verändern. Wir können Selbstwirksamkeit trainieren und durch unser Handeln etwas bewirken. Und nicht nur das – wir können unser “Mindset” so ausrichten, dass in unserem Leben die Ergebnisse eintreten, die wir uns wünschen (siehe auch Blogartikel „wir erleben was wir denken“). Hier ein paar Anregungen dazu.

Trainiere deine Selbstwirksamkeit

  1. Wenn eine Herausforderung ansteht, dann stelle dir die Frage: kannst du es durch dein Handeln ändern – oder es zumindest versuchen? Wenn ja, dann tue es!
  2. Wie würdest du dir diese Situation wünschen, wenn alles optimal wäre? Male es dir aus, nach dem Motto “wenn alles möglich wäre”
  3. Versuche die unerwünschte Situation aus einer anderen Perspektive zu sehen – verrückt, aus Sicht eines Aliens, einer Fliege, eines Elefanten o.ä.
  4. Überlege dir eine “Powergeste”, die du regelmäßig ausführst – zum Beispiel die “Siegerpose” – stell dich aufrecht hin und reiße beide Arme nach oben – gut kombinierbar mit einem für dich passenden “Power Slogan” wie “ich bin Schöpfer*in”, “ich bin mutig”, “ich vertraue” etc..
  5. Nimm alles mit Humor und dich selbst nicht zu ernst – wenn es mal nicht so läuft, dann lache über dich selbst und die Ungeschicklichkeiten des Lebens. 

Kleiner Tipp: Lachyoga ist eine Methode, die mindestens Punkt 3 bis 5 abdeckt – und zwar ganz automatisch, ohne nachzudenken. 

Ich wünsche dir viel Spaß dabei!

Namasté Angela

Weitere Tipps

Das SMILE-Programm für Lebensfreude und Resilienz – melde dich hier für den kostenlosen und unverbindlichen Workshop an, um das Programm kennenzulernen…- SMILE-Programm…

Lachyoga Basics Kurs – bring Lebensfreude und Leichtigkeit in dein Leben

Deine Vision als Glücksgarant? Sechs Tipps, damit es funktioniert

„Wer Visionen hat, soll zum Arzt gehen“…

 

…soll Helmut Schmidt mal provokativ gesagt haben. Ob er es wirklich so gemeint hat, wie es klingt, ist umstritten. Aber so oder so wäre er nicht der einzige, der skeptisch in Bezug auf Visionen ist. So oder ähnlich hören sich dann die Argumente an:

  • Das Leben ist doch nunmal so wie es ist – was soll man da schon beeinflussen können?
  • Wenn ich bestimmte Vorstellungen habe, wie das Leben sein sollte, dann werde ich doch nachher nur enttäuscht.
  • Ziele muss ich schon auf der Arbeit erreichen – da will ich mich nicht auch noch privat damit befassen

So habe auch ich mir früher nie genauer überlegt, was ich vom Leben eigentlich will. Klar musste ich mich irgendwann für ein bestimmtes Studienfach entscheiden und eine berufliche Richtung einschlagen – was mir schwer genug fiel. Aber der Rest meiner Lebensplanung war eben so, wie die meisten es sich vorstellten. Einen guten Job annehmen, mit spätestens 30 einen Mann zum heiraten finden, vielleicht irgendwo in einem Haus mit Garten oder einer großen Altbauwohnung mit Dielenboden in der Stadt leben. Dazu zwei Kinder, am liebsten ein Junge und ein Mädchen – so der Plan. Als dann mit Mitte 30 ein (vermeintlicher) Traumjob gescheitert, die Beziehung kaputt und ein Mann zum Heiraten nicht in Sicht war, hatte ich eine wichtige Erkenntnis.

Willst du im Leben agieren oder reagieren?

Wie sollte ich auch mein Wunschleben führen, wenn ich mir nie Gedanken gemacht hatte, wie genau ich das definiere? Ich stellte fest, dass dieser „übliche“ Lebensplan zwar gängig war und kaum hinterfragt wurde, dass es aber nicht MEIN Plan war. Ich hatte mein Leben nicht selbst gestaltet, sondern ich hatte es so gelebt, wie andere es von mir erwartet haben – oder zumindest wie ich dachte, dass andere es von mir erwarten.

Ich war wie eine Billardkugel, die von verschiedenen Queues hin und her gestoßen wurde: von Chefs, Kollegen, Bekannten, der Gesellschaft. Erst in diesem Moment der Erkenntnis wurde mir klar, dass ich das Queue meines Lebens endlich selbst in die Hand nehmen wollte. Und ich fing an, darüber nachzudenken, was ich wirklich will.

Visionen beflügeln

So kam ich mitten auf einer nächtlichen Zugfahrt auf die Idee, meine Vision aufzuschreiben. Erstmal mit lauter verrückten Ideen, aber egal. Irgendwann hat mich das Schreiben so beflügelt, dass ich gar nicht mehr aufhören konnte. Die Lichter der Landschaft zogen draußen vorbei, meine Schrift war wackelig, das Rattern der Gleise einschläfernd. Ich war trotzdem hellwach und habe Seite für Seite in meinem Block gefüllt. Als der Zug schließlich im Zielbahnhof einfuhr, war ich wie euphorisiert und befreit. Und hatte zumindest eine grobe Idee, wie es im Leben weitergehen könnte.

Natürlich wusste ich damals nicht, ob sowas funktioniert, und ich war auch immer noch skeptisch. Aber ich habe mich zumindest dem Gedanken geöffnet, dass mehr möglich war als ich dachte. Mir wurde klar: Wenn ich viele Samen säe, dann steigt die Wahrscheinlichkeit, dass mindestens ein paar davon irgendwann mal erblühen. Jetzt im Nachhinein kann ich nur sagen, dass seitdem Dinge in mein Leben gekommen sind, die ich vorher nie für möglich gehalten hätte. Das Prinzip dabei ist einfacher als viele denken.

Alles beginnt mit dem Gedanken

Mein Sohn hat mir neulich stolz ein Lego-Flugzeug gezeigt, das er gebaut hat – nicht nach Anleitung, sondern rein aus seiner Phantasie heraus. Für mich ein gutes Beispiel dafür, dass letztendlich alles, was wir erschaffen, aus einem Gedanken heraus entsteht:

  • Der Gedanke: ich will ein Flugzeug bauen
  • Dann die innere Vorstellung und Planung – Farbe, Form, Größe etc.
  • Aktivität: Beginn des Baus
  • Zwischendurch möglicherweise Hindernisse – kein passender Legostein, vielleicht geht etwas kaputt oder funktioniert nicht – weitermachen!
  • Am Ende das Resultat: das fertige Flugzeug

Genau darum geht es: Gedanke – Ursache – Handlung – Wirkung. Das ist auch die Vorgehensweise, wenn wir eine Vision formulieren: Wir haben einen Gedanken, tun etwas und erhalten ein Resultat. Natürlich gibt es Grenzen – mit 60 können wir kein Pilot oder Astronaut mehr werden. Und vielleicht erfüllt sich auch nicht alles genauso, wie wir es uns wünschen. Manchmal dauert es länger. Manchmal verlieren wir etwas aus dem Fokus. Dann war es vermutlich auch nicht so wichtig. Doch dann wird einiges wiederum auch besser als wir es uns je hätten vorstellen können.

Wir müssen nicht an Wunder glauben, um mit Visionen zu arbeiten. Doch wenn wir uns keine Gedanken darüber machen, was wir uns vom Leben wünschen, dann greift unser Unterbewusstsein auf alte Pläne zurück, die uns bisher vorgelebt oder als erstrebenswert dargestellt wurden – von Eltern, Gesellschaft, Chefs oder Lehrern. Spannend ist dabei auch eine Erkenntnis aus der Gehirnforschung:

Das Gehirn unterscheidet nicht, ob wir uns etwas vorstellen oder in echt erleben

Anhand von Gehirnscans hat man festgestellt, dass bei Menschen, die sich etwas vorgestellt haben, die gleichen Hirnregionen aktiv waren wie bei denjenigen, die eine die Aktivität wirklich ausgeführt haben. Leistungssportler arbeiten mental schon lange damit, dass sie sich einen bestimmten Ablauf ihres Wettkampfes – oder auch den erfolgreichen Einlauf in die Ziellinie – immer wieder vorstellen. Der Erfolg gibt ihnen Recht.

Es lohnt sich also, mit Visionen zu arbeiten. Allein das Gedankenspiel macht gute Laune. Es stimmt zuversichtlich und öffnet uns am Ende für kleine Wunder, die wir so nicht erwartet hätten. Probier es mal aus!

Vision formulieren – sechs Dinge, die du beachten solltest

Siehe auch die Blogartikel „neues Jahr, neuer Anfang„… und „Paradoxie des Glücks – hinterher rennen bringt nichts

1. Halte dich nicht mit Begrifflichkeiten auf

Mittlerweile wird im Visionscoaching mit unterschiedlichsten Begrifflichkeiten und Definitionen gearbeitet – zum Beispiel „Absicht“, „Wunsch“ „Herzensziel“, „Glücksvision“ etc.

Ich persönlich verstehe unter „Vision“ eher einen langfristigen Wunsch – zum Beispiel wie ich in 5 oder 7 Jahren leben möchte. Diesen kann ich zwar mit Details ausschmücken, um es mir schmackhaft zu machen, es darf aber auch etwas sein, was ich mir jetzt noch nicht vorstellen kann. Ich muss mir auch keine Gedanken machen, WIE es erfüllt werden könnte, sondern nur WAS ich mir wünsche.

Unter „Ziel“ verstehe ich eher ein messbares Ergebnis, das ich kurzfristig erreichen möchte (SMART = spezifisch – messbar – attraktiv – realistisch – terminiert), zum Beispiel bis zum Ende des Jahres.

Doch unabhängig davon, welche Begrifflichkeit für dich am besten passt: alles, was dir hilft, deine Gedanken auf ein positives Gefühl, Erlebnis oder Zustand zu fokussieren, unterstützt dich dabei, deine eigene Schöpferkraft zu entdecken und kraftvoll einzusetzen.

2. Formuliere positiv

Viele Menschen konzentrieren sich auf das, was sie nicht wollen („nie wieder einen solchen Idioten als Partner“) und wundern sich, wenn sie genau das bekommen. Es kann aber hilfreich sein, wenn du genau weißt, was du nicht oder nie wieder haben möchtest. Dann formuliere es einfach in das Gegenteil um, und schon kannst du es positiv einsetzen. Zum Beispiel „ich habe einen liebevollen, intelligenten Mann zum Partner“ (statt „nie wieder Idiot“).

3. Formuliere in der Gegenwart

Auch hier können wir unser Gehirn ein wenig überlisten, indem wir ihm suggerieren, das Gewünschte sei bereits da. „Ich bin Autorin“ hört sich schließlich ganz anders an als „ich will ein Buch schreiben“. Außerdem ist es hilfreich, aus einer Grundeinstellung der Fülle heraus etwas zu formulieren, also in Dankbarkeit für das, was bereits da ist.

4. Erlaube dir, zu träumen

Wenn etwas schon in Gedanken nicht möglich ist, wie soll es dann je Wirklichkeit werden? Wenn Thomas Edison gesagt hätte, „nein, elektrisch erzeugtes Licht – das geht nicht“, dann säßen wir vielleicht immer noch im Kerzenlicht. Wer nicht daran glaubt, dass er / sie es verdient hat, ein glückliches Leben zu führen, der wird sich vom Leben bestätigt fühlen.

Also, träume, schwärme, male dir ein Leben in den schönsten Farben aus. Wie wäre es, wenn alles möglich wäre? Nimm dir Bilder, Videos, Musik, alles was dich anregt, um deine Vision erstrahlen zu lassen. Sammle Bilder aus dem Internet, die das darstellen, lasse sie als Diashow durchlaufen. Mittlerweile geht das ganz einfach anhand von Bildprogrammen, sogar mit Musik unterlegt.

5. Schließe Freundschaft mit deinem Kritiker

Wenn wir anfangen zu träumen, dann will er meist mitreden: der Kritiker, der der Meinung ist, dass das alles Luftschlösser sind, wir eh nicht gut genug, clever genug oder schön genug sind, um uns diesen Traum zu erfüllen. In dem Fall macht es kaum Sinn, ihn wegzuschieben oder zu bekämpfen, dann wird er nur noch mächtiger. Also am besten wahrnehmen, ihm Gehör verschaffen, ihn anerkennen und dann liebevoll integrieren. Im Kurs „Aktiviere dein inneres Glück“ gibt es eine Meditation, um mit dem Kritiker Freundschaft zu schließen.

6. Genieße den Weg!

Laut einer Online-Befragung waren die Menschen glücklicher, die bereits anerkannt haben, was schon da war, als diejenigen, die nur auf ein Ziel in der Ferne gestarrt haben.

Auf einer Bergwanderung wäre es sehr schade, wenn wir nur an den Gipfel denken und nicht die wunderschöne Landschaft und die Blumen am Wegesrand schätzen würden. Die Meditation „Wanderung auf einen Berggipfel“ unterstützt dich dabei und stimmt dich ein.

Also feiere die kleinen Erfolge, sei stolz auf dich selbst und dankbar für alle kleinen und großen Wunder, die dir auf dem Weg begegnen. Und vergiss dabei nicht, Spaß zu haben!

Namasté, Angela

Tipps – hol dir hier Unterstützung für die Visionsarbeit

SMILE – das Online Coaching Programm für Resilienz und Lebensfreude

Online-Kurs „Aktiviere dein inneres Glück“

 

Zitat

„Nur wer sein Ziel kennt, findet den Weg“ Laotse

 

Die Zukunft nach Corona – Schrecken oder Chance?

Geht es dir auch manchmal so, dass du gar nicht mehr weißt, was du glauben sollst? Dass du überfordert bist mit all den Informationen, Videos von „Experten“, vermeintlichen Wissenschaftlern und Möchtegern-Meinungsmachern?

Die Gegensätze könnten kaum größer sein: Einerseits entsteht Verbundenheit, Zuversicht, die Menschen helfen sich gegenseitig und auch sich selbst. Der Planet erholt sich, Menschlichkeit wird wieder wichtiger. Auf der anderen Seite sind viele Menschen müde. Sie fangen an zu rebellieren, werden unzufrieden und suchen nach Schuldigen für diese Situation. Selbst dort, wo man es nicht erwartet, kursieren nun Verschwörungstheorien oder wird Rechtspopulisten eine Bühne gegeben, die die Gunst der Stunde nutzen, um gegen „Einsperrung“ und „Entmündigung“ der Bürger zu wettern.

Was ist nun falsch, was ist richtig? Wie können wir einerseits einen klaren Kopf bewahren, andererseits aber auch auf unser Herz hören, ohne uns etwas überstülpen zu lassen? Denn eine Frage treibt wohl jeden von uns um:

Wie wird die Welt nach Corona?

Ich habe mich in letzter Zeit oft gefragt: Bin ich zu naiv, wenn ich auf das Positive schaue? Wenn ich darauf vertraue, dass wir in einem demokratischen Land leben, in dem die Politiker nach der bestmöglichen Lösung für ihre Bürger suchen? Hat unsere Kanzlerin – eigentlich schon im Rückzug begriffen – wirklich ein Interesse daran, uns zu entmündigen oder einen Überwachungsstaat einzurichten? Haben die Unternehmen der Pharmabranche sich zusammengeschlossen, um Impfzwang einzuführen und skrupellos „noch mehr“ Profit zu machen? Klar sind nicht alle Menschen gut. Jeder hat Eigeninteressen und setzt diese mal mehr mal weniger rücksichtslos durch. Aber gibt es dabei wirklich so eindeutig „gut“ und „böse“, „richtig“ oder „falsch“? Ich denke, es gibt nicht DIE eine Wahrheit, sondern immer nur die Ausschnitte davon, die wir sehen und wahrnehmen.

Zukunftsszenarien

Es gab schon immer Leid auf der Welt, aber auch positive Entwicklungen. Können wir aus dem Betrachten der Vergangenheit Schlüsse für die Zukunft ziehen? Einige Forscher beschäftigen sich ausführlich damit, zum Beispiel im Zukunftsinstitut. Hier hat man folgende vier Szenarien für die Zukunft nach Corona entworfen. Vom Worst Case – nicht verbunden und pessimistisch – bis hin zum Best Case der „Adaption“, nämlich verbunden und optimistisch:

1. Totale Isolation

Alle gegen alle: Jedes Land bleibt abgeschottet und im Misstrauen nach außen, Handel geschieht nur, wenn es für die Grundversorgung absolut erforderlich ist.

2. System-Crash:

Die Welt taumelt, der Fokus liegt eher auf nationalen Interessen, für internationale Anliegen interessiert sich kaum einer. Die Gesellschaft ist geprägt durch die Angst vor der nächsten Pandemie.

3. Neo-Tribes:

Menschen tun sich zusammen, ziehen sich aber auf die lokale und regionale Ebene zurück. Es gibt lokalen Anbau, es wird auf regionale Erzeugnisse Wert gelegt. Nachhaltigkeit und Wir-Gefühl sind wichtig, allerdings nur auf lokaler Ebene.

4. Adaption:

Die Welt geht gestärkt aus der Krise hervor. Die Wirtschaft wächst wieder, aber langsamer. Menschen stellen sich die Frage nach dem Sinn des Wirtschaftens und suchen nach sozial und ökologisch verträglichen Geschäftsmodellen und Lösungen.

Re-Gnose als Weg der Krisenbewältigung

Ein sehr optimistisches Bild entwirft der Zukunftsforscher Mathias Horx (siehe hier…). Er nennt Corona einen „historischen Moment“, der die Zukunft verändern wird. Horx sieht die Chancen, die aus dem Verzicht erwachsen können. Zum Beispiel darin, dass wir weniger im Hamsterrad herum hetzen. Er sieht die Menschen zusammen rücken, trotz räumlicher Distanz. Er sieht, dass Digitalisierung sinnvoll genutzt wird statt Selbstzweck zu sein. Dass aber auch „veraltete Kulturtechniken“ wieder genutzt werden, Menschen am Telefon erreichbar sind, man lange Spaziergänge macht, die Natur vor der eigenen Haustür wieder entdeckt. Er glaubt an die „human-soziale Intelligenz“ und daran, dass die Menschen endlich verstehen, dass Wirtschaftswachstum nicht alles ist. Er sieht zudem den Trend der „Glokalisierung“, also Lokalisierung des Globalen.

Er zeichnet dieses Bild jedoch nicht als Zukunftsprognose, sondern als „Re-gnose“. Ein solcher selbst gewählter positiver Blick in die Zukunft hilft uns, nicht hilflos unseren Ängsten ausgeliefert zu sein, sondern eine Art „Coping-Bewusstsein“ zu entwickeln. Mit diesem Bewusstsein können wir die Welt wieder frisch und jung sehen und besser mit der Angst umgehen, so Horx‘ These.

Gibt es die EINE Wahrheit?

Diese Beispiele zeigen, dass es nicht nur verschieden Szenarien gibt, wie die Zukunft aussehen könnte, sondern dass es auch immer verschiedene Sichtweisen geben kann. Wir können immer entscheiden, welchen Ausschnitt der Realität wir sehen wollen (siehe auch Blogartikel „wir erleben was wir denken“).

Natürlich ist derzeit vieles beunruhigend und beängstigend. Es gibt Menschen, die auf der Intensivstation um ihr Leben kämpfen. Es gibt Ärzte und Schwestern, die völlig überfordert und überarbeitet sind. Oder Gastronomen, die jetzt vor dem Ruin stehen, nachdem sie ihr ganzes Geld und Herzblut in ihr Restaurant gesteckt haben. Und ja, es gibt auch Grippetote, Unfalltote, Krebstote und Menschen, die sich selbst umbringen, weil sie überschuldet sind. Genauso gibt es skrupellose Politiker und Lobbyisten, die über Leichen gehen, um ihre Machtinteressen durchzusetzen.

Aber es gibt auch Menschen, die sich engagieren statt zu jammern oder Schuldige zu suchen. Menschen, die anderen helfen, sie ermutigen, wo sie können – die Zuversicht verbreiten, kreativ werden und Chancen erkennen. Zu welchen möchtest du gehören? Wie möchtest DU persönlich dazu beitragen, die Zukunft zu gestalten?

Mit Hirn, Herz und Humor durch die Krise – drei Tipps für einen klaren Kurs

Letztlich weiß keiner, was kommt. Aber wir haben die Wahl, wie wir mit der Situation umgehen. Wir können in die Hilflosigkeit gehen und uns als Opfer fühlen. Oder selbst zum Schöpfer werden, indem wir eine Zukunftsvision visualisieren und somit auch gestalten. Wir alle sind Schöpfer – sowohl der eigenen als auch auch der kollektiven Realität. Stell dir vor, wie es wäre, wenn wir allein durch eine optimistische Haltung schon die Zukunft verändern könnten.

Für mich hat es sich schon oft bewährt: wenn ich eine positive Lebenseinstellung habe, sehe ich auch die Welt um mich herum optimistischer. Damit wiederum sende ich positive Energie in die Welt hinein und die Welt verändert sich. Gerade jetzt ist es wichtiger denn je, dass so viele Menschen wie möglich eine zuversichtliche Grundhaltung einnehmen und ihre Gedankenkraft in eine Zukunft senden, in der neues Bewusstsein entsteht. Klar, träumen allein reicht nicht aus. Aber aus den Gedanken werden Worte, aus Worten werden Handlungen. Und mit unseren Handlungen erschaffen wir eine neue Realität. Und ja, das geht sogar von zu Hause aus. Lasst uns diese Kraft nutzen, um einen neuen Spirit in die Welt zu bringen!

Dafür ist es wichtig, dass du nicht mit dem Strom mitschwimmst – egal in welche Richtung dieser gerade geht – sondern dir deiner eigenen Werte und Wünsche bewusst wirst.  Hier ein paar Anregungen, wie das auch in Zeiten der Meinungsüberflutung gelingen kann:

1. Infos achtsam und in Maßen konsumieren

Lass dich nicht verrückt machen, weder von „Corona Hysterie“ noch von Verschwörungstheorien, Angst vor Wirtschaftszusammenbruch oder Überwachungsszenarien. Mach dich schlau, aber höre auch auf dein Herz. Du musst nicht alles wissen und du musst auch nicht mit jedem einer Meinung sein. Du musst dir nicht alles Negative reinziehen. Erlaube dir, auf das Positive zu schauen und dadurch zuversichtlich und optimistisch zu bleiben. Je mehr Menschen zuversichtlich in die Zukunft schauen, umso größer ist die Chance, dass wir gemeinsam eine bessere Welt gestalten.

2. Wahre Weisheit kommt von innen

Besinne dich auf deine wahren Werte und auf das, was dir wirklich wichtig ist. Wenn du dich frei von äußerer Manipulation machen möchtest, dann komm in die Stille und richte dich nach innen. Höre auf das, was dein Herz dir zu sagen hat. Die Seelenmeditation unterstützt dich dabei…

3. Humor und Lachen bringen Zuversicht

Ich habe Kontakt mit Menschen, die regelmäßig lachen und mit welchen, die es nicht tun. Immer mehr stelle ich fest, wie unterschiedlich diese mit der Krise umgehen. Die, die nicht lachen, hängen fest – im Opferdasein und oft auch im totalen inneren Widerstand. Die, die lachen, sind voller Tatendrang, super drauf, fröhlich, optimistisch und kreativ. Also: lache und mach das Leben zu deinem Spielplatz! Hier auf dem youtube-Channel findest du Anregungen dazu. Außerdem noch ein paar Gründe, warum Lachen jetzt so wichtig ist…. Siehe auch den letzten Blogartikel…

Lachen lernen? Hier gibt es ein Online + Offline Komplettseminar dazu…

Ich wünsche dir Klarheit, Mut, Optimismus und Freude!

Namasté Angela

 

„Wir können den Wind nicht ändern, aber die Segel anders setzen“ Aristoteles

 

#Kurstipp: Aktiviere dein inneres Glück

Ob wir glücklich sind oder nicht, hängt nur zu 10% von den äußeren Umständen ab und zu 40% davon, ob wir Sinn, Engagement und Gemeinschaft erleben. Finde deine persönlichen Glücksfaktoren und bringe sie zum strahlen! Dann tust du nicht nur deinen Lieblingsmenschen einen Gefallen, sondern wirst merken, dass auch dein Leben sich verändert.

 

#Glücks-Inspiration

Mein Herz sagt mir…

  • … dass wir jederzeit vom Opfer- ins Schöpferbewusstsein gehen können
  • …dass alles, was wir im Außen erleben, mit unserem Inneren zu tun hat
  • …dass wir der höheren Führung vertrauen können
  • … dass wir in einer Krise den Kopf einziehen oder kraftvoll und kreativ aus ihr heraus gehen können

Meine persönliche Re-Gnose für die Zukunft

Ich wünsche mir…

  • dass viele Menschen die Kraft haben, ein positives und optimistisches Zukunftsbild zu entwerfen und dafür zu gehen – statt über „die da oben“ zu jammern und sich manipulierbar zu machen.
  • dass Solidarität und achtsamer Meinungsaustausch in der Zukunft noch wichtiger werden, statt dass wir uns gegenseitig zerfleischen.
  • dass wir aus dem Hamsterrad des immer höher, schneller und weiter aussteigen und dass sinnvolle Arbeit und Gemeinwohlökonomie sich durchsetzen.
  • dass die Menschen, die engagiert für die Alten, Schwachen und Kranken der Gesellschaft einstehen, mehr finanzielle Wertschätzung erhalten.
  • dass die Menschen erkennen, wie wichtig Humor und Lachen sind. Zur Stärkung des Immunsystems, aber auch als Anker der Zuversicht in einer unberechenbaren Zeit.

Lachen – JETZT!

Fünf Gründe, warum Humor und Lachen gerade jetzt wichtig sind

Neulich war ich einkaufen. Es war eine komische Stimmung, ziemlich gedrückt. Aufgrund der Coronakrise gab es nur wenige Einkaufswagen. Jeder musste Abstand halten, die Kassierinnen waren hinter Plexiglas und wirkten ziemlich down. Die übliche rheinische Fröhlichkeit, über die ich mich sonst als Nordlicht immer freue, schien der Virusangst erlegen zu sein. Entsprechend gedrückt kam ich vom Einkauf nach Hause. Irgendwie bekam ich dann Lust, meine Lieblingsmusik anzumachen und abzutanzen – und es wirkte.

Mein Sohn wollte sich erst beschweren, aber er hatte keine Chance. Das Tanzen endeten in gemeinsamen Kissenschlachten, Judo und Karate ausprobieren und sich mal so richtig austoben. Danach fühlte ich mich so lebendig wie lange zuvor nicht mehr. All das Starre, all das Unterdrückte der letzten Tage kam heraus und jagte mir wieder Leben durch die Adern. Mir wurde klar: Freude, Begeisterung, Lebendigkeit, Lachen – das ist auch in schwierigen Zeiten möglich – und so wichtig.

Mit Lachen und Humor Krisen meistern

Schaut man sich die Geschichte der Menschheit an, so waren Lachen und Humor schon immer ein wichtiger Überlebensfaktor. Selbst in ihren schwärzesten Momenten haben sich Menschen den Humor und das Lachen nicht nehmen lassen.

Doch warum ist es so wichtig, zu lachen? Und das in Zeiten, in denen es doch so gar nichts zu lachen gibt? Hier lohnt sich ein Blick auf die Methode des Lachyoga und die Philosophie dahinter. Als langjährige Lachyoga-Trainerin spreche ich natürlich aus eigener Erfahrung – aber auch aus der Erfahrung vieler Teilnehmer*innen. Wie können wir das Lachen nutzen, um in guter Energie durch die Krise zu kommen? Das beginnt bei der Grundhaltung:

1. Nicht das, was passiert, ist entscheidend, sondern unsere Einstellung dazu

Das, was im Außen, in der Welt, passiert, können wir derzeit nicht ändern. Aber wir können entscheiden, wie wir darauf reagieren. Wir können entweder unsere Angst füttern oder unsere Zuversicht stärken. Lachen und Humor helfen uns, optimistisch zu bleiben.

2. Lachen löst nicht alle Probleme – aber es hilft uns, sie besser zu bewältigen

Wenn wir in der Krise lachen, bedeutet das nicht, dass wir Probleme oder Gefühle verdrängen. Im Gegenteil: Lachen ist ein Katalysator, um Gefühle endlich mal rauszulassen. Lachen hilft uns, all die Emotionen freizusetzen, die sich vielleicht schon lange in uns angestaut haben. Manchmal kommt nach dem Lachen das Weinen, nach dem Weinen die Wut, nach der Wut wieder das Lachen. Und das ist gut so. Gefühle wollen gelebt werden, und alles gehört dazu.

„Die letzte der menschlichen Freiheiten besteht in der Wahl der Einstellung zu den Dingen.“ Viktor Frankl

 

3. Lachen wirkt positiv auf unsere Gedanken und Emotionen

Wir werden derzeit bombardiert mit Schreckensnachrichten. Es fällt schwer, sich dem zu entziehen. Es geht ja auch nicht darum, die Augen vor der Realität zu verschließen. Die Welt da draußen ist nun mal gerade im Chaos. Wir können dennoch etwas tun, um unseren Geist schnell wieder aus diesem Kreislauf von Grübeln und Sorgen heraus zu holen. Zum Beispiel meditieren. Doch vielen fällt das Abschalten schwer in Zeiten, in denen draußen der Sturm tobt.

Auch Lächeln und Lachen sind eine Art von Meditation. Denn das, was wir aktiv mit dem Körper machen, wirkt sich auch positiv auf den Geist aus. Allein wenn wir die Mundwinkel zu einem Lächeln hochziehen, werden Signale an das Gehirn gesendet, dass es uns gut geht. Endorphine werden ausgeschüttet, die Stimmung verbessert sich. Wenn wir dann zusätzlich noch lachen – selbst wenn es nur die Muskelaktivität des Lachens ist – steigt der Serotonin- und Dopaminspiegel, wir kommen in ein Gefühl der Leichtigkeit. Die körpereigene „Glückschemie“ sorgt dafür, dass der Kopf frei wird – frei von trüben Gedanken und Sorgen. Wir müssen nicht nachdenken oder analysieren, sondern einfach nur das Lächeln und Lachen ausprobieren. Die Veränderung der inneren Einstellung geschieht automatisch.

4. Lachen stärkt das Immunsystem

Ein gutes Immunsystem kann nicht nur in diesen Zeiten, sondern auch generell überlebensentscheidend sein. Wer fühlt sich nicht bedroht, wenn sich eine Krankheit ausbreitet, gegen die es bisher weder ein Heilmittel noch einen Impfstoff gibt? Das einzige, worauf wir jetzt hoffen können, sind unsere Selbstheilungskräfte. Und das eigene Immunsystem. Wissenschaftler haben herausgefunden, dass länger andauerndes Lachen dazu führt, dass im Blut die Anzahl der „Killerzellen“ steigt. Diese sorgen dafür, dass Krankheiten keine Chance haben und die Gefahr der Ansteckung sich verringert.

Wenn Lachen zusätzlich mit tiefen Atemübungen kombiniert wird, gelangt mehr Sauerstoff als üblich in die Körperzellen. Auch das stärkt das Immunsystem und verhindert, dass kranke und schädliche Zellen sich ausbreiten können. Zusätzlich wird die Lungenkapazität gestärkt, das Atemvolumen erhöht sich. Durch die Zwerchfellbewegung werden alle inneren Organe massiert.

5. Lachen verbindet

Auch in der jetzigen Weltkrise erleben wir, dass Lachen und Humor sich nicht unterkriegen lassen. Überall entstehen lustige Videos, scherzhafte Bildchen werden über die Social Media Kanäle um die Welt gejagt. Doch wir brauchen nicht immer lustige Bildchen und Videos, um gemeinsam zu lachen. Jeder und jede hat die Möglichkeit, sich im Lachen zu verbinden. Lachyoga – oder auch „Lachen ohne Grund“ – ist eine geniale Möglichkeit, auch in schwierigen Zeiten zu lachen und sich gleichzeitig mit Menschen verbunden zu fühlen.

Wir brauchen keinen Humor, um zu lachen. Aber wenn wir regelmäßig lachen, dann entwickeln wir Humor. Und wir richten automatisch den Fokus wieder mehr auf die schönen Dinge im Leben. Wir gewinnen an Zuversicht und Optimismus und bekommen eine positive Lebenseinstellung. Das verschafft uns eine positive Ausstrahlung – und die kommt bekanntermaßen vom Umfeld zurück.

Probiere es aus!

Namasté Angela

 

Du möchtest mehr Lachen und Lebensfreude in dein Leben bringen? Dann komm in das SMILE-Programm und mache jetzt den Happiness Check…

Panikmache oder Ignoranz? Drei Tipps, wie du Angst in Energie umwandeln kannst

Hast du auch Angst? Vor dem Virus, der befürchteten Rezession, der nächsten Katastrophe oder dem Weltkrieg? Oder gehörst du eher zu denjenigen, die sagen, „ach, alles easy, ich hab keine Angst und mach weiter wie bisher“?

In den Medien gab es schon immer viele Anlässe, Angst zu haben. Und jetzt ist da auch noch ein Virus, der vorher nur als Science Fiction Szenario im fernen China zu sehen war und plötzlich vor der Haustür angekommen ist. Klar ist es einfacher, die Nachrichten im TV anzusehen, sich zu denken „alles weit weg“ und wieder back to normal überzugehen. Aber in diesem Fall kommen wir nicht umhin, uns mit den Geschehnissen zu beschäftigen oder uns zumindest eine Meinung dazu zu bilden. Alles Panikmache? Oder wirkliche Bedrohung?

Die meisten Ängste, die wir heutzutage haben, sind ja keine wirkliche Gefahr. Statistisch gesehen sterben mehr Menschen an Herz-Kreislauferkrankungen (344.500 pro Jahr) oder Krebs (227.600 pro Jahr) als z.B. an Flugzeugabstürzen (554 weltweit!) oder „normaler“ Grippe (1.176 pro Jahr in Deutschland).

Angst sichert Überleben

Grundsätzlich ist Angst sogar gut für uns. Sie ist ein cleverer Mechanismus des Körpers, der dafür sorgt, dass wir auf der Hut sind und im Falle des Falles schnell handeln können – mit Kampf oder Flucht. Der Instinkt reagiert sofort und setzt alle Körpermechanismen in Gang, die uns helfen, uns zu schützen. Damals war es der Säbelzahntiger – heute ist es vielleicht der Verkehrsunfall oder das Feuer im Dachgeschoss, das uns alle Kräfte aktivieren lässt, um zum Beispiel ein Kind zu retten. Wir handeln, ohne lange zu überlegen und bekommen den nötigen Energieschub vom Körper.

Berechtigte oder unberechtigte Angst?

Bei anderen Ängsten ist es eher umgekehrt – sie lähmen uns und binden Energie. Oder sie werden sogar zu destruktiven Ängsten und schränken massiv das Leben ein – als Phobie oder Zwangsstörung. Doch ist es übertrieben oder gar unberechtigt, wenn Menschen Ängste haben, die im Grunde nicht real sind? Ich bin davon überzeugt, dass unsere Ängste immer auch etwas Positives haben. Dass es keinen Sinn macht, sie wegzudrängen oder zu tabuisieren.

Unsere Angst vor dem Tod ist so groß, dass wir es kaum wagen, überhaupt darüber zu sprechen. In Indien finden die Verbrennungen der Leichen auf offener Straße statt. Es herrscht dabei ein Treiben wie auf dem Marktplatz: Kinder spielen, Geschäftsleute bieten ihre Waren feil, Menschen reden, lachen und weinen. Das Thema Tod wird hier nicht ausgegrenzt, sondern als Teil des Lebenszyklus‘ integriert.

„Da, wo die Angst ist, da geht’s lang“…

…hat eine Trainerkollegin von mir mal gesagt. Mir gefällt dieser Satz, denn er nimmt mir irgendwie die Angst vor der Angst. Ja, er macht sogar im Gegenteil Lust auf Abenteuer und klingt wie ein kraftvoller Wegweiser.

Laut Vivian Dittmar (Buchtipp: „Gefühle & Emotionen“) ist Angst eines der 5 Grundgefühle der Menschen (neben Wut, Freude, Trauer und Scham). Angst hilft uns, kreativ zu sein, neue Auswege zu finden, Abenteuer zu erleben und uns auf das Ungewisse einzulassen.

„Viel gefährlicher als jede Angst ist es, wenn Gefühle nicht gelebt werden.“ Vivian Dittmar

Ängste sind der Schlüssel für die Freisetzung von ungeahnter Energie. Solange wir Ängste unterdrücken, bindet dies unsere Energie und hält uns klein. Wenn wir beginnen, die Angst anzuschauen und umzuwandeln, dann gewinnen wir neue Kraft – für Spaß, Erfolg und wahre Lebendigkeit.

„Die große Chance liegt darin, die Angst vor dem Leben und vor dem Tod in Respekt vor beidem zu wandeln und die bisher in der Angst gebundene Energie wieder ins Leben einfließen zu lassen, um es lebendiger zu leben.“Dr. Rüdiger Dahlke

Was bedeutet das für uns und die „Coronakrise“? Ich denke, wir können gelassen bleiben und müssen keine unnötige Energie für Panikmache vergeuden. Aber wir sollten auch nicht unsere Ängste verdrängen, klein reden oder die Ängste anderer verspotten.

Ob es „Corona-Angst“ ist oder um ganz andere Ängste geht – nutze die Chance, dir hin und wieder mal deine Ängste anzuschauen und sie umzuwandeln. Und nimm die freigesetzte Energie, um dich wieder auf schöne, positive Dinge zu stürzen, den Frühling zu genießen, zu lachen und Lebensfreude zu leben!

Namasté Angela

 

 

Drei Tipps, um Angst in Lebensenergie umzuwandeln

 

1. Anschauen und annehmen

Wenn du eine Angst spürst: schau hin, geh in Kontakt mit ihr, such dir im Zweifel einen Stellvertreter (Symbol, Bild, Figur o.ä.) und frage die Angst, was sie erreichen will und welche positive Absicht sie hat.

2. Fakten prüfen

Schau dir Fakten und Statistiken an. Unser Verstand weiß längst, dass viele Ängste unbegründet sind. Doch etwas mehr Futter für den Verstand kann uns helfen zu erkennen, dass es letztlich nicht um die „Bedrohung“ selbst geht, sondern unser Gefühl dazu. Das hilft, sich nochmal bewusst zu machen: Du hast Gefühle, aber du bist nicht dein Gefühl!

3. Handeln!

Aktivität hilft meist mehr als jede rationale Erklärung. Nutze den Wegweiser Angst und handle! Mache einen Kurs, lerne neue Methoden kennen, um mit Angst umzugehen (zum Beispiel EFT-Klopftechnik oder Wingwave) oder tue etwas zur Vorbeugung:

Fünf Charakter-Eigenschaften glücklicher Menschen

Ist das Leben gerecht?

„Die Schule ist so ungerecht! Alle sind gemein und unfair!“ Schimpfend und zutiefst verärgert kommt mein Sohn nach Hause. Es ist soweit: Er hat seinen ersten Eintrag ins Hausaufgabenheft bekommen. Er sei überhaupt nicht Schuld daran, betont er immer wieder. Schließlich habe der andere Junge damit angefangen, ihn beim Sport herum zu schubsen, er habe sich nur gewehrt. Ich versichere ihm, dass ich zu ihm halte, nicht schimpfen werde und er sich keine Sorgen zu machen braucht.

Im Eintrag lese ich nach, dass er – neben dem „herumschubsen“ – sich nicht mit den anderen in den Kreis gestellt habe. Nun gut: dass mein Sohn sich mal außerhalb des Kreises bewegt, finde ich nicht wirklich schlimm. Etwas anderes an der Sache finde ich sogar richtig gut. Ich entdecke nämlich eine Charaktereigenschaft an ihm, die ich viel wichtiger für das Leben finde, als sich in einen Kreis einzuordnen: einen ausgeprägten Sinn für Gerechtigkeit. Mag ja sein, dass es sich bisher eher darin äußert, dass er Ungerechtigkeiten nicht ausstehen kann. Aber auf der anderen Seite sehe ich eben auch den Wunsch nach Fairness, Gemeinschaftssinn und Loyalität.

Glück ist Charaktersache

Das gefällt mir. Denn diese und weitere Eigenschaften gehören laut positiver Psychologie zu den Charakterstärken, die uns mehr Sinn, Freude und Erfüllung im Leben verschaffen. Insgesamt 24 Charaktereigenschaften und 6 „Tugenden“ haben Experten definiert, die zu einem erfüllten Leben beitragen. Sie finden sich in allen Kulturen, in allen Religionen und Philosophien wieder. Menschen in aller Welt sind sich einig, dass dies „gute“ Eigenschaften sind, die moralisch wertvoll sind und eine positive Wirkung für die Menschen und die Gesellschaft haben.

Werte, die wirken = das „Values in Action“ Modell

Die Initiative, einen solchen „Katalog“ zu entwickeln, kam von Martin Seligman, dem Pionier der Positiven Psychologie. Zusammen mit 55 weiteren Experten forschte und recherchierte er dazu. Er wollte damit auch einen Gegenpol dazu setzen, dass man sich in der Psychologie ständig nur auf Krankheiten und Defizite fokussierte. So ist 2004 das „Values-in-Action“ Modell (oder auch „VIA-Klassifikation„) entstanden, das mittlerweile zu einer der wichtigsten Säulen in der Positiven Psychologie geworden ist.

Dabei unterscheiden die Experten sechs „Tugenden“, denen jeweils verschiedene Charakterstärken zugeordnet sind. Mit den Tugenden ist in diesem Fall nicht moralisches Verhalten gemeint, sondern Grundeigenschaften, die das „Gute im Menschen“ ausmachen:

  1. Weisheit und Wissen
  2. Mut
  3. Liebe und Menschlichkeit
  4. Gerechtigkeit
  5. Mäßigung
  6. Spiritualität und Transzendenz.

Mit „Charakterstärken“ wiederum ist die Art gemeint, wie wir handeln bzw. wie wir eine bestimmte Tugend erreichen können. So hilft die Charakterstärke „Neugier“ dabei, mehr Wissen und Weisheit zu erlangen. Der Sinn für Gerechtigkeit als Tugend führt dazu, dass wir anderen gegenüber Fairness leben und diese auch einfordern (so wie mein Sohn es tut). Eine gute Selbstregulation bewirkt, dass wir die Tugend „Mäßigung“ leben können und nicht bei jeder Versuchung schwach oder exzessiv werden.

Ist unser Charakter erlernt oder angeboren?

Doch wo kommen unsere Charaktereigenschaften her? Ist es genetisch vorgeprägt, wie wir werden? Oder hat es doch eher mit dem Umfeld zu tun, in dem wir aufwachsen? Seit Jahren streiten sich Experten darüber, und für beide Seiten finden sich Beispiele. Es gibt Zwillinge, die erstaunlich viel gemeinsam haben, obwohl sie getrennt aufwuchsen. Es gibt aber auch Beispiele von vernachlässigten Kindern, die mit großen Defiziten zurück bleiben. Dann gibt es wiederum Adoptivkinder aus schwierigen Verhältnissen, die dank „guter Erziehung“ ihr Leben gut meistern konnten. Mittlerweile weiß man, dass beides stimmt. Die genetischen Voraussetzungen sind unsere Grundlage. Aber was wir daraus machen, das wird zum einen durch unser Umfeld geprägt, zum anderen liegt es aber auch in unserer eigenen Hand.

Fünf Eigenschaften, die glücklich machen

Und das ist die gute Nachricht: Unser Gehirn ist in jedem Alter lernfähig (Neuroplastizität des Gehirns). Du hast jederzeit und in jedem Alter die Möglichkeit, dein Gehirn  zu verändern und die Charaktereigenschaften zu stärken, die dich glücklich machen.

Dabei hat sich heraus kristallisiert, dass fünf dieser Charakterstärken in besonders engem Zusammenhang mit einem glücklichen Leben stehen. Wenn also die folgenden Charakterstärken bei dir besonders gut ausgeprägt sind, dürftest du ziemlich zufrieden mit deinem Leben sein. Falls nicht – keine Sorge. Dann kannst du etwas für dein Glück tun. Mehr Infos dazu, siehe unten.

1. Neugier und Interesse

Neugier – klingt erstmal eher nach Tratsch und Klatsch als nach guter Eigenschaft. Doch damit ist nicht die Neugier gemeint, was die Nachbarn für komische Leute zu Besuch haben oder was gerade im britischen Königshaus abgeht. Gemeint ist hier ein Interesse an der Welt, am Leben. Die Lust daran, Dinge zu erforschen, Zusammenhänge zu verstehen, kontinuierlich das persönliche Wissen zu erweitern. Menschen, die über Neugier verfügen, stellen viele Fragen und interessieren sich für ein breites Spektrum an Themen. Sie lieben es, zu forschen und zu entdecken. Kein Wunder, dass diese Menschen durch ihre Neugier die dazu gehörige Tugend „Wissen und Weisheit“ stärken.

2. Dankbarkeit

Dankbarkeit ist einer der wichtigsten Schlüssel zum glücklich sein. Immer wieder betone ich dies in meinen Seminaren und Kursen und habe diesem Thema bereits einen eigenen Blogartikel gewidmet. Viele Menschen stehen sich jedoch selbst im Weg, weil sie in die „hedonistische Falle“ geraten: Wenn sie ein Ziel erreicht haben (z.B. eine Beförderung), tritt der Gewöhnungseffekt ein. Sie wissen das Erreichte nicht mehr zu schätzen und das nächste Ziel muss her. So rennen sie ständig irgendwelchen Zielen hinterher, ohne wirkliche Erfüllung zu finden (siehe auch „Die Paradoxie des Glücks – hinterher rennen bringt nichts“).

Menschen, die schöne Ereignisse oder das Gute in ihrem Leben zu schätzen wissen, sind glücklicher. Sie nehmen nichts für selbstverständlich, sondern sind dankbar für alles, was ist und was sie erleben. Menschen, die Dankbarkeit leben, sind davon überzeugt, dass sie mit etwas Größerem verbunden sind. Sie haben auch einen Sinn für Spiritualität, die der Dankbarkeit zugehörige Tugend.

3. Hoffnung / Optimismus

Hoffnung ist ein etwas altmodischer Begriff, der in der Bibel vielleicht etwas überstrapaziert wurde. Doch sie ist ein wichtiges Lebenselixier, das uns hohe Motivation und Durchhaltekraft verschafft. Natürlich müssen wir manchmal auch erkennen, wann es an der Zeit ist, die Hoffnung aufzugeben – zum Beispiel darauf, den Ex wiederzuerobern oder den Lotto-Jackpot zu knacken.

Doch hier meint die Charakterstärke Hoffnung auch Optimismus und Zuversicht – zum Beispiel, dass alles sich zum Guten wenden wird. Menschen, die Hoffnung leben, wissen, dass sie ihr Schicksal in der Hand haben. Rückschläge sehen sie als Chance, um daran zu wachsen. Pessimisten hingegen fühlen sich dem Leben hilflos ausgeliefert („immer passiert mir das“, oder „die anderen sind schuld“). Dabei belegen zahlreiche Studien, dass Menschen mit einer optimistischen Lebenseinstellung zufriedener leben (siehe auch Blogartikel „Optimisten – Pessimisten“…).

4. Bindungsfähigkeit und Liebe

Langzeitstudien aus der Glücksforschung bestätigen, dass Menschen, die gute Beziehungen haben, länger und zufriedener leben. Damit ist nicht nur die Partnerbeziehung oder Ehe gemeint, sondern auch die Bindung zu Freunden oder der Familie. Menschen, die Nähe zulassen und andere Menschen lieben können, verfügen über die Tugend der „Menschlichkeit“. Es liegt ihnen am Herzen, dass es anderen Menschen gut geht. Sie handeln nicht aus Egoismus, sondern aus echtem Interesse an deren Wohlbefinden. Sie lieben sich selbst und die Liebe anderer Menschen fließt ihnen wie selbstverständlich zu. Diese können sie wiederum vorbehaltlos annehmen. Sie müssen keine Fassade aufbauen, sondern wissen, dass sie in ihrem inneren Kern liebenswert sind.

5. Tatendrang und Enthusiasmus

Wer begeistert seine Ziele verfolgt, tut dies in der Regel auch mutig. Mut ist eine der sechs Tugenden, die durch Enthusiasmus gestärkt wird. Wer über viel Begeisterungsfähigkeit verfügt, hat die größte Chance auf ein glückliches Leben. Menschen mit Tatendrang und Enthusiasmus sehen das Leben als Abenteuer an. Sie verschanzen sich nicht hinter ihren Sicherheitsbedürfnissen, sondern springen immer wieder aus der Komfortzone heraus. Sie machen nichts halbherzig, sondern setzen ihre Ziele mit viel Engagement und Tatkraft um. Sie verfügen über ein hohes Energielevel, das ihnen Kraft für alle Herausforderungen gibt.

Ich wünsche dir viel Spaß beim Training mit diesen Charakterstärken, siehe unten! Übrigens: eine weitere Eigenschaft zieht sich wie ein roter Faden durch alle anderen hindurch und sollte überall angewendet werden: Humor! Nimm also alles mit Humor und lache dabei auch immer wieder mal über dich selbst.

Namasté, Angela

 

Kurstipp: Du möchtest mehr tun, um deine höchstes Selbst zum Strahlen zu bringen? Dann komm in das

Online Coaching Programm SMILE – für Resilienz und Lebensfreude! Mehr Infos hier…

Glückstipps – so kannst du die 5 Eigenschaften stärken

1. Neugier und Interesse

Frage einen Menschen in deinem Umfeld nach einem Thema, für das er oder sie brennt. Egal, ob es dich zunächst interessiert oder nicht, frage ihn danach aus, versuche, seine Leidenschaft nachzuvollziehen. Recherchiere, wie wenn du einen Artikel darüber schreiben wolltest. Als Zusatz-Glückseffekt genieße die leuchtenden Augen, wenn dieser Mensch davon erzählt. Stärkt zudem die Empathie.

2. Dankbarkeit

Dankbarkeits-Tagebuch: schreibe jeden Tag 3 Dinge auf, für die du dankbar bist.

3. Hoffnung und Optimismus

Dein Resilienz-Werdegang: Liste 3 Ereignisse auf, die in deinem Leben eher unangenehm waren. Dann schau sie dir nochmal an mit folgenden Fragen:

  • was ist das Geschenk?
  • was habe ich daraus gelernt?
  • wie habe ich daraus Kraft gewinnen oder mein Leben neu ausrichten können?

4. Liebe und Bindungsfähigkeit

Beginne bei dir selbst, indem du die Selbstliebe stärkst. Das ist für viele leichter gesagt als getan. Deshalb sei achtsam und nachsichtig mit dir selbst und habe bei allem Geduld.

Starte deinen Morgen mit der Lachyoga-Übungich hab mich selber gern

5. Tatendrang und Begeisterung

Kultiviere Begeisterung! Nimm dir jede Woche etwas vor, das dich entweder aus der Komfortzone heraus schubst oder dich in Begeisterung versetzt. Sprich Menschen an, geh klettern, tanze wild oder stell dich in die Straßenbahn und lache einfach mal laut drauf los!

Übrigens: Lachyoga ist einer der besten und einfachsten Wege, um Begeisterung und kindliche Verspieltheit zu kultivieren. Auch Yoga hilft, das eigene Energielevel zu erhöhen.

 

Weitere Tipps und Links

Meditation zur Stärkung einer Eigenschaft oder Qualität: „Charaktereigenschaft stärken“ – hier bei Soundcloud…

Du möchtest gemeinsam mit mir und einer wunderbaren Gruppe deine Stärken kennenlernen und dich auf deine Ziele ausrichten? Dann komm zum nächsten Happiness Training!

Oder dir vielleicht sogar mal eine Woche Auszeit nehmen, dich mit Yoga stärken und gleichzeitig dein inneres Feuer zum Leuchten bringen? Dann komm mit auf die Happiness Yoga Ferien!

 

Teste deine Charakterstärken – Du bist dir nicht sicher, welche Charaktereigenschaften bereits gut entwickelt sind und welche noch gestärkt werden könnten? Dann mach den offiziellen Test der Uni Zürich! Hier geht’s zum Fragebogen. Du gibst damit dein Einverständnis, dass deine Ergebnisse (anonym) für die Studie genutzt werden dürfen und bekommst dafür ein ausführliches Profil.

 

Buchtipp: „Kraft“ von Claudia Croos-Müller. Sie arbeitet in ihrem „Body2Brain“-Konzept ebenfalls mit den Charakterstärken und bietet jede Menge hilfreiche Körperübungen dazu an.

Die Weisheit des Herzens – und wie du sie nutzen kannst

Hast du schon mal eine Entscheidung getroffen, die so irrational war, dass dein Verstand komplett dagegen rebelliert hat? Von der all deine Freundinnen oder Freunde abgeraten haben und du doch das Gefühl hattest, du kannst nicht anders?

Ich habe schon oft Dinge getan, bei denen andere die Hände über dem Kopf zusammen geschlagen haben. Ich habe zum Beispiel einem Ex-Freund mehrmals Geld geliehen, ohne zu wissen, ob ich es je wiedersehe. Ich hab es nie wiedergesehen. Aber es ist ok und wir lieben uns trotzdem in brüderlicher Verbundenheit. Ich habe auch mal ein tolles Jobangebot ausgeschlagen, das mir wahrscheinlich Sicherheit und Karriere beschert hätte – und mich dann doch für den steinigeren Weg der Selbständigkeit entschieden. Ich bin oft und viel in die Ferne gereist – ohne Geld, Plan und Ziel. Vielleicht völlig irrational und unbedacht. Ob all meine Entscheidungen immer richtig waren? Am Ende weiß ich es nicht. Doch irgendwas scheint mich manchmal anzutreiben, wider den Verstand zu handeln.

Was ist Intuition?

Woher kommt dieses Gefühl, das uns über den gesunden Menschenverstand hinweggehen lässt? Gibt es wirklich eine Art Bauchgefühl oder Intuition? Und wenn ja, liegt dieses immer richtig? Psychologen beschreiben Intuition als eine Art erfahrungsbasiertes Wissen, das wir heranziehen, wenn wir für Entscheidungen wenig Zeit haben. Oder dann, wenn eine Entscheidung aufgrund der Faktenlage klar wäre, aber das Gefühl dafür spricht, etwas anderes zu machen. Wenn ich bei Entscheidungen zum Beispiel versuche, Pro und Contra-Listen zu machen, komme ich schnell an meine Grenzen. Die Fakten allein reichen eben nicht aus, um mein allgemeines Gefühl zu einer Sache zu beschreiben. Und dieses Gefühl überwiegt dann oft gnadenlos alle Fakten (siehe auch Blogartikel zum Thema „Entscheidungen“).

Unser denkendes Gehirn kann offenbar nicht alles Wissen verarbeiten, geschweige denn in rationale Handlungsempfehlungen umsetzen. Jeder von uns kennt dieses „gute Gefühl“ oder hat mal eine „eine schlechte Vorahnung“ gehabt. Wenn ich zum Beispiel Menschen begegne, dir mir lächelnd und offen entgegen treten, fühlt es sich gut an. Wenn Menschen mir Monologe halten, wie toll sie sind und wie perfekt ihr Leben ist, dann entsteht bei mir Misstrauen – meine unbewussten Erfahrungen sagen mir, dass sie entweder oberflächlich oder intrigant sind. Auch in der Wirtschafts- und Businesswelt ist Intuition oft wichtiger, als viele sich eingestehen mögen. Denn wer will schon jemanden einstellen, bei dem zwar die Qualifikationen passen, aber „die Chemie nicht stimmt.“

Das Herz ist schlauer als wir denken

Sprüche wie „hör auf dein Herz“, „man sieht nur mit dem Herzen gut“ oder „das ist eine Herzensangelegenheit“ haben Hochkonjunktur. Dass das nicht nur Sprüche sind, wurde mir klar, als ich neulich ein Video von Gregg Braden sah. Er erläutert darin, dass wir im Herzen 40.000 Gehirnzellen haben. Das mag im Vergleich zu den 100 Milliarden Gehirnzellen im „normalen“ Gehirn wenig klingen, ist aber trotzdem eine relativ neue und bahnbrechende Erkenntnis. Es bestätigt, was viele von uns schon lange ahnen: dass unser Herz weit mehr ist als nur eine Pumpe, die das Blut durch die Adern jagt. Dass im Herzen nicht nur Gefühle verankert sind, sondern auch unendlich viel Wissen und Erfahrung gespeichert ist. Dass vielleicht genau hier der Zugang zu dem Wissen liegt, das wir mit dem rationalen Verstand niemals erschließen können.

Sehnsucht nach Führung

Die Sehnsucht nach Führung war schon immer groß. Nicht ohne Grund rennen zahlreiche Menschen zu Hellseherinnen, Tarot-Experten oder Channel-Medien – vielleicht in der Hoffnung, dass man ihnen die wichtigen Entscheidungen des Lebens abnimmt. Irgendwo kann ich es nachvollziehen. Aber als ich mir in Indien mal die Handlinien habe lesen lassen, war ich schon sehr amüsiert: Er sagte mir, ich hätte gerade Magenprobleme (welcher westliche Tourist, der durch Indien reist, hat das nicht?), würde ein langes Leben führen (naja, wenn ich eher sterbe, kann ich ja nicht mehr reklamieren) und 2-3 Kinder haben (spätestens da lag er falsch). Aber auch wenn ich damals noch nicht wusste, dass ich nur ein Kind haben würde, war der Rest seiner Aussagen doch sehr allgemein gehalten und das Ganze etwas dubios.

Ich will damit nicht sagen, dass alle Wahrsager und Kartenlegerinnen Scharlatane sind. Ich denke eher, dass all diese Mittel und Techniken – Karten, Kugel, Pendel etc. – nur Hilfsmittel sind, um die Weisheit unseres Herzens, die „innere Weisheit“, zu erschließen. Und ich glaube, dass es letztlich genauso auch ohne diese Hilfsmittel funktioniert.

Die unglaublichen Kapazitäten des „Herzgehirns“

Fakt ist, dass auf unseren „rationalen Verstand“ allein kein Verlass ist. Denn unser bewusstes Gehirn kann nur 1% von all den Sinneseindrücken verarbeiten, die tagtäglich auf uns einprasseln. Wissenschaftler haben festgestellt, dass das Herz ein 5000 Mal stärkeres magnetisches Feld hat als das Gehirn. Das Herz kann 11 Millionen Bits pro Sekunde verarbeiten – der Verstand nur 40 – 60 Bits. Das spricht dafür, dass im Herzen unglaublich viel wichtiges Wissen gespeichert ist, das wir mit den richtigen Methoden anzapfen können. Doch ist das nun wirklich höhere Weisheit? Oder eher eine Ansammlung von dem Gelernten aus bisherigen Lebenserfahrungen und Erlebnissen?

Vielleicht fällt es uns deshalb so schwer, alte Glaubenssätze und Gewohnheiten zu verändern. Wenn wir unbewusst immer wieder gelernt haben „Du kannst nichts, du schaffst nichts, das Leben ist schwer“, dann ist die wahre Intuition vernebelt durch eine riesige Wolke von hinderlichen Überzeugungen, die uns blockieren. Dann stecken wir im Teufelskreislauf von negativen Denkweisen und Erfahrungen. Umso wichtiger ist die mentale Arbeit, um diese Muster zu durchbrechen und an den wahren Kern zu gelangen: unsere innere Kraft, unser Potenzial. Je mehr positive Gedanken wir hinein geben und je mehr positive Erfahrungen wir machen, umso mehr gute Gefühle haben wir. Umso stärker reagiert auch das „Herzwissen“ und sendet entsprechende Signale an das Gehirn.

Der Weg des Herzens

Das „Heart Math Institute“ erforscht schon seit längerem die „Herzintelligenz“. Es hat Geräte entwickelt, die Menschen helfen, die „Herzkohärenz“ herzustellen. Damit ist ein Zustand gemeint, in dem Herz, Verstand und Gefühle energetisch verbunden zusammenarbeiten. In diesem Zustand bildet sich Resilienz – in der sich die persönliche Energie steigert, nicht verbraucht – und die mehr Energie zur Verfügung stellt um Absichten und harmonische Zustände zu verwirklichen. Verschiedene mentale Übungen können uns dabei unterstützen, diesen „Herzkohärenz“-Zustand herzustellen. Hier ein paar Beispiele.

Herz und Gehirn in Einklang bringen – 3 Tipps

 

1. Emotionen aktivieren

Die Emotionen sind der Schlüssel, um Zugang zum Herzen zu bekommen. Die vier folgenden Begriffe haben eine besonders harmonisierende Wirkung auf die Herzschwingung:

  • Liebe
  • Fürsorge
  • Dankbarkeit
  • Wertschätzung

Du kannst dafür mit einem dieser Begriffe beginnen und zum Beispiel über den ganzen Tag hinweg immer wieder in die Emotion hinein gehen und spüren, wie dein Herzschlag sich verändert.

2. Spüren und atmen

Du kannst immer wieder bewusst Kontakt mit deiner Herzensweisheit aufnehmen – lege die Hand oder einen Finger auf das Herz, atme langsamer und spüre die Verbindung. Dort, wo Körperkontakt ist, fließt automatisch deine Aufmerksamkeit hin. Und somit auch die Energie. Wenn du dein Herz befragen möchtest, dann bringe dich vorher in diesen Zustand und stelle dann deine Frage.

3. Meditieren

Du kannst zum Beispiel die geführte Meditation „Kontakt mit dem Herzen aufnehmen“ nutzen, um dein Herz bei bestimmten Fragen oder Themen zu befragen. Ich selbst merke, dass es mit der Zeit immer leichter fällt, in Kontakt mit dem Herzen zu gehen. Ich bekomme dabei jedesmal eine Antwort – nicht immer so, dass mir konkrete Entscheidungen abgenommen werden. Aber so, dass die Richtung klar wird.

Probier es aus – es lohnt sich! Denn ob nun wirklich eine „höhere Weisheit“ im Herzen liegt, bleibt weiter zu erforschen. Aber der Gedanke gefällt mir. Irgendwie spüre ich es. Von Herzen her.

Love & Laugh

Angela

P.S: Du möchtest noch bewusster deinem Herzen folgen und dies in den Alltag integrieren? Dann komm in das

Online Coaching Programm SMILE…

Glücks-Infos in Kürze

  • Wir haben 40.000 Gehirnzellen in unserem Herzen
  • Unser Herz hat eine 60 Mal höhere Schwingungsebene als das Gehirn
  • Das Herz kann eine viel höhere Informationsdichte verarbeiten als das Gehirn
  • Durch bestimmte Übungen können wir uns die Informationen aus dem Herzen zugänglich machen und im Alltag nutzen
  • Das Herz sendet mehr Signale an das Gehirn als umgekehrt

Glücks-Tipps für die Woche

  • Übe täglich, Kontakt zum Herzen aufzunehmen – entweder mit dieser Meditation oder indem du einfach deine Hand auf das Herz auflegst und langsamer atmest
  • Regelmäßige Pranayama-Atemübungen helfen ebenfalls, die „Kohärenz“ zwischen Gehirn und Herz zu verbessern
  • Glaube nicht alles, was der Verstand dir einreden will, sondern mach dir bewusst, dass dieser nur eine Instanz deines Bewusstseins ist und dass da noch viel mehr ist.

Empfehlungen

Podcast von meiner lieben Kollegin Silvia Rößler – Interview mit Dr. Anke Schmietainski

Video zu dem Thema von Gregg Braden

Bücher:

Der Healing Code: Die 6-Minuten-Heilmethode

Die HerzIntelligenz(R)-Methode: Gesundheit stärken, Probleme meistern – mit der Kraft des Herzens (HeartMath – HerzIntelligenz)

Die Paradoxie des Glücks – hinterher rennen bringt nichts

„Viel Glück im neuen Jahr“ „auf ein glückliches Jahr“, „dies wird endlich ein glückliches Jahr“, so lauten wieder viele Neujahrswünsche und Vorsätze, in der frohen Hoffnung, dass ab jetzt alles anders wird. Was für ein schönes Gefühl, wenn das neue Jahr vor einem liegt wie ein unbeschriebenes Blatt! Das hat den Charme, dass wir gefühlt alle Fehler und alles Unangenehme vom letzten Jahr einfach auslöschen können. Die neue Chance, das Wunschgewicht zu erreichen, die ersehnte Beförderung zu bekommen, alles anders zu machen, endlich glücklich zu werden! In den Social Media wird dies mit zahlreichen Weisheiten und Motivationssprüchen befeuert: „Sei jetzt glücklich, nicht irgendwann“, „jeder kann es schaffen“, „du musst es nur wollen“, „Dein Mindset entscheidet“ etc.

Glücklich über Nacht?

Es klingt alles so einfach –  wie wenn wir über Nacht für immer glücklich sein und nie wieder Probleme haben könnten. Es gibt dann auch immer irgendeine neue Methode am Markt, meist die ultimative Coaching-Methode, die innerhalb von Sekunden Wunder bewirken und das Leben von Grund auf verändern kann. Das Angebot ist unendlich groß, man verliert sich leicht in dem Dschungel an Webinaren, Online-Kursen und Live-Videos: Instant Happiness auf Mausklick, oft gegen astronomische Bezahlung. Wie einfach war es doch früher, als die Menschen auf der Suche nach Glück und Sinn schlichtweg in die Kirche gegangen sind! Sonntag 10:00 Uhr, keine Diskussion, keine Ausreden. Aber natürlich genauso zwangbehaftet wie heute die Selbstoptimierung. Eines steht fest: die Suche nach Sinn und Glück zieht sich durch alle Generationen.

Doch wonach suchen wir? Nach einem Leben ohne Probleme? Oder dem einen Trick, der uns für immer Glück und gute Laune verspricht? Nach himmelhochjauchzend, carpe diem, jeden Tag leben, wie es der letzte wäre? In dem Fall hätte ich schon mein Erspartes zusammen gekratzt und säße jetzt mit meinen Lieblingsmenschen cocktailtrinkend bei Sonnenuntergang auf den Seychellen – vielleicht würde ich noch einen schönen Joint dazu rauchen, denn auf gesundes Leben kommt es dann ja auch nicht mehr an. Aber das war wohl eher nicht damit gemeint, als der römische Dichter Horaz vor langer Zeit diesen Spruch formulierte – ohne auch nur zu ahnen, wie oft er damit später zitiert werden würde.

Auch in anderer Hinsicht artet die Suche nach Perfektion und Selbstoptimierung bei manchen schon ins Paradoxe aus: Burnout? Macht nix, denn in der Reha kann man ja direkt das Buch dazu schreiben und mit Ruhm glänzen. Investmentbanker, abgestürzt, zu viel gearbeitet? Da wird dann der vorherige Workaholic halt zum Achtsamkeitstrainer oder Entspannungscoach, betreibt dies aber mit genauso viel Perfektionswahn wie vorher das Management von Investment-Fonds. Der Antrieb scheint weniger die innere Erkenntnis zu sein, sondern der gleiche Wunsch nach Ruhm und Anerkennung wie vorher auch.

Die Glückssuche als reiner Zeitfresser?

Doch so oder so: Menschen, die sich auf der Suche nach dem Glück zu sehr anstrengen und sich zu viel vornehmen, erreichen das Gegenteil. Sie haben am Ende unter anderem das Gefühl, keine Zeit zu haben. Und das trägt nicht gerade zu persönlicher Zufriedenheit bei. Zu diesem Ergebnis kam eine Studie der Rutgers University Newark und University of Toronto im März 2018. Sie machten vier Online-Studien mit je 100 bis 300 Teilnehmern. Dabei wurden die Probanden in Gruppen eingeteilt, deren Fokus entweder auf der Glückssuche oder aber auf dem Anerkennen bereits vorhandenen Glücks lag.

Das Fazit: Diejenigen, die das Glück als eine Art Ziel ansahen, das nur mit großem und ständigen Einsatz erreichbar ist, empfanden dies als zeitaufwändig und anstrengend. Für sie war die Suche nach dem Glück eher kontraproduktiv. Diejenigen, die sich schon als zufrieden bezeichneten bzw. das wertschätzten, was bereits da war, hatten weniger das Gefühl, dass ihnen die Zeit davon rennt und waren allgemein zufriedener.

Wirksamer für die persönliche Zufriedenheit scheint also eher die Wertschätzung dessen, was bereits da ist, statt irgendeinem „Glücksziel“ hinterher zu rennen – womit sich bestätigt, dass Dankbarkeit einer der wichtigsten Faktoren für Zufriedenheit ist (siehe auch den Blogartikel zum Thema „Dankbarkeit“). Genauso scheint Zeit ein wichtiger Glücksfaktor zu sein. Die Autoren der Studie empfehlen, lieber dafür zu sorgen, dass man mehr Zeit hat, statt sich noch mehr für irgendetwas „anzustrengen“.

Wahres Glück ist nicht perfekt

Auch der Therapeut und Autor Russ Harris aus Melbourne stellt in seinem neuesten Buchtitel die These auf: „Wer dem Glück hinterher rennt, läuft daran vorbei.“ Er ist der Meinung, dass unsere Vorstellungen über das Glück uns eher unglücklich machen. Er arbeitet mit der sogenannten „Akzeptanz- und Commitment-Therapie“ (ACT), bei der es darum geht, auch unangenehme Gedanken und Gefühle als Teil des Erlebens anzunehmen, statt sie zu verdrängen oder zu bewerten. Dabei helfen unter anderem Techniken der Achtsamkeit und der Meditation.

Glücklich sein, ohne es zu sehr zu wollen – geht das?

Womit wir wieder bei den alten Weisheiten gelandet sind. Die Buddhisten haben schon lange erkannt, dass es nicht darum geht, immer gute Gefühle oder Erlebnisse zu haben, sondern vielmehr darum, die Bewertung loszulassen und alles anzunehmen wie es ist. Für sie gibt es keine positiven oder negativen Gefühle, sondern alles ist einfach da. Ihnen zufolge bringt „Anhaftung“ – also auch die Suche nach einem bestimmten Glückszustand – nur Leiden mit sich, während ein „neutraler Geist“ uns die Dinge so zu nehmen hilft, wie sie nun mal sind. Ähnlich ist es in der Yoga-Philosophie.

Auch ganz praktisch gedacht finde ich den Vergleich zum Yoga sehr hilfreich für die Glückssuche. Denn beim Yoga haben wir zwar eine bestimmte Motivation, aber es gibt kein Ziel zu erreichen. Wir wollen bei uns selbst ankommen, uns körperlich stärken, fit bleiben, aber es geht nicht darum, Höchstleistung zu bringen. In dem Moment, in dem wir Yoga praktizieren, denken wir nicht ständig daran, was wir erreichen wollen, sondern wir versinken ganz in der Haltung, im Hier und Jetzt. Wir kommen runter und wir kommen an. Nachsicht und Achtsamkeit sind dabei wichtige Elemente, etwas erzwingen wollen bringt nichts.

Die erwünschten Wirkungen geschehen ganz nebenbei, durch die regelmäßige Praxis: Die Körperspannung erhöht sich, die Gesundheit verbessert sich, Rückenschmerzen gehen zurück. Doch das bedeutet nicht, dass wir dann mit Yoga aufhören. Yoga ist kein Ziel, sondern ein Weg.

Der „Yogische Glückspfad“

Ganz ähnlich lässt sich auch die „Suche nach dem Glück“ – wenn man es denn überhaupt so nennen kann – angehen: Es ist gut, wenn du eine Vorstellung davon hast, was dich glücklich macht und wie du leben möchtest. Und dann zu schauen, welche kleinen, täglichen Gewohnheitsveränderungen oder Rituale dir helfen, eine solche Lebensweise und Haltung anzunehmen. Und geschehen zu lassen. Dabei nicht die eine große Veränderung erwarten, sondern den Weg genießen, Schritt für Schritt.

Rückschläge gehören dazu. Trauer, Wut, Ärger, alle Gefühle und Stimmungen dürfen da sein, auch Trägheit oder fehlende Disziplin. Mach dich nicht selbst noch runter, wenn es mal nicht so läuft, sondern sei achtsam und nachsichtig mit dir selbst und bleibe dran. Du musst auch nicht jeden Tag so leben, wie wenn es der letzte wäre. Manchmal reicht es auch, wenn du dir ab und zu etwas Schönes vornimmst, was dein Herz erfreut.

Lass Glück in deinem Leben geschehen, ohne dass es in Stress ausartet! Erlaube dir, zu sein, zu vertrauen und geschehen zu lassen. Und dich auch mal entspannt zurück zu lehnen.

Namasté Angela

 

Drei Fragen für den „Yogischen Glückspfad“

1. Welche Werte tragen für dich zu deiner persönlichen Zufriedenheit bei?
Zum Beispiel: Freude, Gelassenheit, Klarheit, Erfolg, Zeit, Ruhe, Frieden, Exzellenz, Inspiration, Humor etc.

2. Wie hättest du es gerne, um zu zufrieden zu sein?
Schreibe zu den für dich relevanten Lebensbereichen (Beruf, Gesundheit, Beziehung etc.) je 1-3 Sätze auf – positiv formuliert und in Gegenwartsform.

3. Welche kleinen täglichen Rituale können dich dabei unterstützen, in eine solche Zufriedenheitshaltung hinein zu kommen?
Liste spontan auf, was dir einfällt und wähle dann eines davon aus, das dir im Moment besonders wichtig erscheint. Beginne noch heute damit, spätestens jedoch innerhalb der nächsten 48 Stunden.

Mehr davon?

In dem Online-Kurs „Aktiviere dein inneres Glück“ hast du die Möglichkeit, für dich herauszufinden, was dich glücklich macht und mit Unterstützung von kleinen täglichen Ritualen deinem Weg zu folgen. Und um es gleich vorweg zu nehmen: ich verspreche dir NICHT, dass du mit diesem Kurs von heute auf morgen glücklich wirst. Aber ich möchte dich mit diesem Kurs dabei begleiten, einen Anfang zu machen und dich neu auszurichten.

Entspannt, achtsam und zufrieden – das ist auch das Motto auf den Happiness Yoga Ferien – hier kannst du eine Woche lang abschalten und dich gleichzeitig inspirieren lassen, dein Leben neu auszurichten und den Weg einzuschlagen, der dich glücklich macht.

Buchtipp

Russ Harris: Wer dem Glück hinterherrennt, läuft daran vorbei: Ein Umdenkbuch

 

Dankbarkeit – es ist nie zu spät für ein glückliches Jahr

Neun Fragen für den Jahres-Rückblick

Wie war das Jahr für dich? Traumhaft, ganz besonders, voller Glück, Erfüllung und Erfolg? Oder war es eher anstrengend, schwierig, krisenbehaftet und du bist froh, dass es bald vorbei ist? Ich kenne beide Varianten. Und ehrlich gesagt gab es bisher wenige Jahre in meinem Leben, von denen ich uneingeschränkt sagen kann, dass sie toll waren, oder gar ohne Probleme und Schwierigkeiten. Das ist auch ok so, denn sonst wäre es ja langweilig. Zumal ich einen wichtigen Schlüssel gefunden habe, der mir hilft, die Dinge immer wieder aus einer anderen Perspektive zu sehen: Dankbarkeit.

Ich gebe zu: Das ist jetzt nicht unbedingt der neueste Tipp zum glücklich sein. Eher wohl ein alter Hut, denn schon meine Großeltern haben uns immer gepredigt: sei dankbar. So ziemlich jedes Kind wächst mit der Maxime auf: „immer schön danke sagen“, ob es will oder nicht. Kein Wunder, dass der Begriff „Dankbarkeit“ oft eher negativ belegt ist. Nämlich mit Zwang, Pflicht und Schuldgefühlen, wenn man als Kind nicht immer „schön brav danke“ gesagt hat oder gar Dankeskarten geschrieben hat. So hatten wir eine Tante, die uns irgendwann keine Weihnachtsgeschenke mehr geschickt hat, weil wir es mal versäumt hatten, eine Dankeskarte zu schreiben. Die fehlenden Geschenke waren dabei weniger schlimm als unsere Schuldgefühle dazu.

Und doch lege ich selbst jetzt bei meinem Sohn genauso Wert darauf, dass er „Danke“ sagt. Was würde schließlich die Metzgerin denken, die ihm gerade das Stückchen Fleischwurst geschenkt hat, wenn er nicht „danke“ sagt? Was die Bäckerin, die ihm ein Brötchen schenkt, oder gar der Onkel, der ihm auf jeder Familienfeier einen 5-Euro-Schein zusteckt? Diese Menschen will ich ja auch nicht verprellen, und schon gar nicht mein Kind als ungezogenes Blag dastehen lassen. Also bleibt „immer schön danke sagen“ auch bei uns – wie bei vielen anderen Eltern auch – eine wichtige Pflicht.

Die wahre Bedeutung von Dankbarkeit

Die wirkliche Bedeutung von Dankbarkeit habe ich erst verstanden, als ich dachte, ich hätte alles verloren – Job weg, Beziehung kaputt. Dann bin ich nach Indien gereist und habe Menschen gesehen, die alles dafür geben würden, ein Leben wie meines führen zu dürfen. Die froh wären, überhaupt ein Dach über dem Kopf und medizinische Versorgung zu haben. Ich habe dort gelernt, das wertzuschätzen, was gerade ist. Ich habe gelernt, dass es immer etwas gibt, wofür ich dankbar sein kann. Und dass Dankbarkeit eine Lebenseinstellung ist, mit der wir alles verändern können.

Wenn wir auf das schauen, was da ist, statt auf das, was uns fehlt, dann kommen wir in die Fülle. Und aus der Fülle heraus fliegen uns die Dinge im Leben leichter zu als wenn wir ständig das Gefühl haben, zu kurz zu kommen. Schon lange weiß man um die Kraft der Dankbarkeit.

„Nicht die Glücklichen sind dankbar. Es sind die Dankbaren, die glücklich sind.“ Francis Bacon

Die Kraft der Dankbarkeit aus Sicht der Glücksforschung

Auch in der Glücksforschung gibt es zahlreiche Erkenntnisse darüber, dass dankbare Menschen optimistischer, glücklicher, einfühlsamer, gesünder und belastbarer sind als andere. Robert Emmons, Professor für Psychologie an der University of California, führte dazu eine Studie durch. Er bildete drei Versuchsgruppen:

  • Die erste Gruppe sollte 10 Wochen lang abends fünf Dinge notieren, für die sie dankbar waren.
  • Eine zweite Versuchsgruppe schrieb über fünf Ärgernisse des Tages
  • Eine dritte Kontrollgruppe notierte fünf allgemeine wichtige Dinge, die an diesem Tag geschehen waren.

Das Ergebnis war deutlich: Die Teilnehmer der Dankbarkeitsgruppe waren optimistischer und zufriedener mit ihrem Leben. Zudem erlebten sie sich als gesünder, denn sie litten weniger unter Kopfschmerzen, Husten oder Schwindel. Und sie trieben mehr Sport.

In einer weiteren Studie mit chronisch Kranken stellte man zudem fest, dass Menschen, die regelmäßig „Dankbarkeitstage“ praktizierten, mehr positive Gefühle erlebten (wie Interesse, Begeisterung, Freude, Stolz), sich sozial verbundener fühlten und sogar besser schliefen.

Höflichkeitsfloskel oder Herzensangelegenheit?

Dennoch sollte Dankbarkeit nicht zu einer mechanischen Pflichtübung verkommen. So waren in einer weiteren Studie diejenigen, die nur einmal die Woche bewusst einen Dankbarkeitsrückblick vornahmen, langfristig zufriedener als diejenigen, die dreimal pro Woche ihre Dankbarkeit aufschreiben sollten. Man vermutet, dass dann eine Art „Gewöhnungseffekt“ eintritt. Bewährt hat sich hingegen ein kurzes inne halten abends im Bett. Den Tag nochmal Revue passieren lassen und den Geist für die schönen Dinge und kleinen Glücksmomente im Alltag schärfen (siehe auch Blogartikel „Das Ei das auf den Teppich fiel„).

Wenn wir also als Kind oder Erwachsener „danke“ sagen und dies gar nicht fühlen, so bleibt das erstmal eine Höflichkeitsfloskel und erscheint uns vielleicht sogar überflüssig oder heuchlerisch. Dem ist aber nicht so. Denn nicht nur in Beziehungen, sondern auch im Arbeitsleben ist es absolut förderlich, anderen gegenüber Wertschätzung auszudrücken – die wünschen wir uns schließlich auch. Es mag als Floskel beginnen. Aber wenn wir die wahre Power der Dankbarkeit erkannt haben, dann können wir auch dem Bäcker, dem Briefträger und der Verkäuferin von ganzem Herzen und ehrlich „danke“ sagen. Und uns dabei nochmal mehr bewusst machen, was all diese Menschen jeden Tag für uns leisten oder uns Gutes tun.

Dankbarkeit als wichtige Voraussetzung für Glück

„In der Dankbarkeit gewinne ich das rechte Verhältnis zu meiner Vergangenheit. In ihr wird das Vergangene fruchtbar für die Gegenwart.“ Dietrich Bonhoeffer

Ich möchte dich hier einladen, dein persönliches Glücks-Jahres-Resümee zu ziehen – ein Resümee in Dankbarkeit. Warum ist es so wichtig, nochmal zurück zu schauen und Bilanz zu ziehen? Heißt es nicht sonst immer, man solle Ziele und Visionen formulieren und nach vorne schauen? Auf einer Autofahrt gibt man doch auch nur das Ziel ein und schaut nicht mehr, wo man herkommt, oder? Aber mal umgekehrt gedacht: Wenn ich mich auf dem Weg zu einem bestimmten Ziel schon Hundert Mal verfahren haben, dann ist es doch sinnvoll, wenn ich mir die bisherige Strecke nochmal anschaue, um künftig Umwege zu vermeiden, oder?

Außerdem: wenn das Vergangene so unwichtig wäre – warum knabbern dann so viele Menschen noch an ihrer Vergangenheit, schieben die Schuld für ihre Misere auf die „unglückliche Kindheit“, frühere Verletzungen oder unfaires Verhalten anderer, das sie irgendwann mal erlebt haben und nehmen dies als Vorwand, um nicht selbst Verantwortung zu übernehmen? Mit anderen Worten:

Erst dann, wenn du die Vergangenheit in Frieden und Dankbarkeit annehmen kannst, kannst du das loslassen, was du nicht mehr in deinem Leben haben möchtest. Dann kannst du einen „fruchtbaren Boden“ für all das bereiten, was du neu in dein Leben holen möchtest. Du schaffst neuen Raum für deine Träume und Wünsche und kannst diese mit Zuversicht und Entschlusskraft umsetzen. Und dann machst du dich auf zur nächsten Stufe der Dankbarkeit: schon jetzt dankbar für das zu sein, was noch kommen wird!

Dein persönliches Glücks-Resümee des Jahres

Schau dir also nochmal an, was in diesem Jahr war. Die schönen und die schmerzhaften Dinge. Schau es dir aus einer Haltung der Akzeptanz und der Liebe heraus an. Und gib dann deinen Segen. Akzeptiere alles. Auch die Ereignisse, bei denen du dich unfair oder ungerecht behandelt oder verletzt gefühlt hast. Gib deinen Segen auf das, wo du selbst Schuld auf dich geladen hast oder dich im Nachhinein ärgerst über bestimmte Entscheidungen oder Verhaltensweisen. Akzeptiere die Fehlbarkeiten der anderen Menschen und von dir selbst. Nimm alles – auch die „negativen Dinge“ – in Dankbarkeit an. Und mach dir bewusst, dass alles für irgendetwas gut war (siehe auch den Blogartikel „Pech gehabt – Glück gehabt“…). Lass in Vergebung los.

Wenn du magst, nimm dafür die unten stehenden Fragen, um dein persönliches Glücks-Resümee des Jahres zu ziehen. Mir selbst hat es nochmal die Augen geöffnet, mich zu Tränen gerührt und mir eine wichtige neue Erkenntnis gebracht. Es ist nie zu spät, ein glückliches Jahr zu haben! Mache dieses Jahr zu deinem Glücksjahr – und schaffe damit den Nährboden für viele weitere erfüllte, bombastische und sensationelle Jahre in der Zukunft!

Namasté, Angela

 

Du möchtest dich mit diesen Themen ausführlicher beschäftigen? Dann mach den Online-Kurs „Aktiviere dein inneres Glück“ und finde Klarheit über deine Glücksvision!

Oder komm mit auf die Happiness Yoga Ferien und gönne dir eine inspirierende Auszeit vom Alltag mit Glücksmomenten für Körper und Seele.

 

Fragen für den Jahres-Rückblick in Dankbarkeit

Hier findest du die Fragen als Workbook zum ausdrucken und eintragen – zum pdf…

1. Welche schönen Dinge hast du erlebt? Was war gut? Wofür bist du dankbar? Wenn dir nicht spontan etwas einfällt, gehe nochmal einzeln die Monate durch.

Zum Beispiel: einen schönen Urlaub erlebt, liebe Menschen wiedergesehen, schönes Seminar mitgemacht, eine Ausbildung abgeschlossen / bestanden o.ä.

2. Was war allgemein in diesem Jahr etwas Besonderes für dich? Unter welchem „Stern“ stand es?

Zum Beispiel: ich habe viele neue Erkenntnisse in Bezug auf mich selbst gehabt, meine Ziele weiter verfolgt, bestimmte Fähigkeiten erweitert, mich selbst weiterentwickelt o.ä.

3. Wie zufrieden bist du mit deinem Jahr in Bezug auf verschiedene Lebensbereiche: Gesundheit, Job, Familie, Beziehung, Freunde, eigene Weiterentwicklung?

Zum Beispiel: Endlich mehr Zeit mit Freundinnen verbracht, öfters Sport gemacht, zu wenig für die Gesundheit getan o.ä.

4. Welchen Menschen bist du besonders dankbar? Wie kannst du ihnen deine Wertschätzung zum Ausdruck bringen?

Zum Beispiel: dem Partner, dass er mir zugehört hat – diesen umarmen – der Kollegin, dass sie mich weiterempfohlen hat – diese mal zum Essen einladen o.ä.

5. Was war nicht so toll in diesem Jahr? Welche Herausforderungen sind dir begegnet? Womit bist du nicht zufrieden? Wo warst du selbst möglicherweise ungerecht oder unfair anderen gegenüber? Liste auf, was dir spontan einfällt:

Zum Beispiel: Konflikte mit anderen Menschen, misslungene Urlaube, Rückschläge im Job, Krankheit bei dir selbst oder anderen, Trennung o.ä.

6. Gehe dann die Punkte aus Frage 5 nochmal durch und überlege dir jeweils dazu:
  • Welche Erkenntnis ziehst du daraus? Wo liegt das Geschenk?
  • Was würdest du nächstes Mal anders machen?
  • Wo gilt es, jemand anderem oder dir selbst zu vergeben?

Zum Beispiel: bestimmte Augenblicke mehr genießen, mehr Mut und Klarheit in Konflikten, akzeptieren was ist, mehr für mich tun, mehr für andere tun o.ä.

7. Was sind deine Prioritäten für dein nächstes Jahr? Schau dir nochmal die Erkenntnisse aus den vorherigen Fragen an und fasse daraus ca. 3-5 Prioritäten zusammen

Zum Beispiel: mehr Klarheit leben, bestimmte Projekte umsetzen, mehr Zeit mit lieben Menschen verbringen o.ä.

8. Dankbarkeit für künftige Ereignisse – die Königsdisziplin

Formuliere 3-5 Wünsche für das nächste Jahr, und zwar in Dankbarkeit dafür, dass sie sich bereits erfüllt haben. Beginne jeden Satz mit „Ich bin so glücklich und dankbar, dass…“ und beende ihn in Gegenwartsform. Formuliere positiv!

Zum Beispiel: Ich bin so glücklich und dankbar, dass ich so viele wunderschöne Momente und Erlebnisse mit meiner Familie habe. Ich bin glücklich und dankbar, dass ich regelmäßig Yoga praktiziere o.ä.

9. Raus aus der Komfortzone!

Was möchtest du im kommenden Jahr machen, was dich richtig Überwindung kostet, was vielleicht verrückt ist, auf Kritik stoßen könnte oder keiner verstehen wird? Was könnte dir so richtig einen Schub verpassen, um voll durchzustarten?

Zum Beispiel: mit dem intriganten Kollegen Tacheles reden – eine Freundschaft beenden, die mir nicht mehr gut tut – ein Hilfsprojekt unterstützen – mich ehrenamtlich engagieren – einen Job kündigen, der mir nicht mehr gut tut.

Vergleichen macht unglücklich – fünf Tipps, wie du dein Ding machen kannst

Geht dir das auch so? Gestern noch in Flipflops im Freibad umherspaziert, und jetzt soll man plötzlich den Adventskranz fertig, Geschenke organisiert und Plätzchen gebacken haben. Weihnachten überfällt mich jedes Jahr einfach völlig aus dem Nichts. Ich glaube, ich habe da so eine Art „Weihnachtsblindheit“ entwickelt: Der Termin rückt näher, das sehe ich im Kalender und in den Schaufenstern. Aber ich ignoriere sowas einfach. Bis es mich eben dann doch überfällt – meist kurz vor dem 1. Advent, wenn ich merke, dass wir noch ohne Adventskranz dastehen.

Also beschließe ich am 1. Advent, dem Anlass mal gerecht zu werden und hole – zwischen aufräumen, Essen machen und Hausaufgaben kontrollieren –die Kinderbibel aus dem Regal. Vielleicht bringt das meinen Sohn und mich ja etwas in weihnachtliche Stimmung. Wir landen aber nicht bei der Weihnachtsgeschichte, sondern bei der Geschichte der Arbeiter vom Weinberg.

Doppelte Arbeit – halber Lohn?

Ich stelle mal wieder wieder fest, wie viel aus der Bibel direkt auf heute übertragbar ist. Bei dieser Geschichte geht es um einen Weinbauern, der sich Arbeiter für die Rebenernte organisiert. Erst holt er sich morgens ein paar Tagelöhner und später nochmal mittags, weil er mehr Unterstützung braucht. Abends erhalten alle – wie vorher versprochen – ihren Lohn, nämlich ein Silberstück. Woraufhin sich diejenigen, die schon morgens angefangen haben zu arbeiten, beschweren – schließlich haben sie ja länger gearbeitet. Doch der Weinbauer lässt sich nicht beirren. Er habe ein Silberstück zugesagt und somit sein Wort gehalten. Unabhängig davon, was die anderen bekommen, sollten die Arbeiter doch mit ihrem Lohn zufrieden sein.

Die Tendenz, sich die eigene Zufriedenheit durch Vergleiche madig zu machen, haben wir auch heute noch. Am Anfang freuen wir uns vielleicht über etwas –bis jemand anders es nochmal besser hat oder kann. Das neue Auto? Schick! Aber nur solange, bis der Nachbar sich eine Klasse höher anschafft. Die Beförderung? Stolz erfüllt uns! Aber in dem Moment, in dem die vermeintlich unfähige Kollegin plötzlich einen neuen und besseren Job findet, ist die Freude dahin.

Lieber der Beste unter den Schlechten als der Schlechte unter den Besten

Kein Wunder: Wettbewerb und Vergleich werden uns spätestens ab dem Grundschulalter eingetrichtert. Wenn mein Sohn nachmittags aus der Schule kommt, kann er mir genau sagen, welcher seiner Kumpels im Übungsheft am weitesten ist (neben ihm selbst natürlich), und wer noch völlig hinterher hängt. Und bei Schulnoten ist in der Regel nicht die absolute Leistung die Grundlage, sondern es wird ein Schnitt aus den Gesamtergebnissen der Klasse gezogen. Das ständige Vergleichen geht weiter bei Sportwettbewerben, Fußballturnieren, im Job und bei der Partnersuche. Überall müssen wir mithalten – und wollen selbst nicht zu kurz kommen.

In einer Studie hat man herausgefunden, dass Menschen sogar mit einem niedrigeren Gehalt zufrieden sind, solange ihre Kollegen noch weniger verdienen als sie. Wenn sie selbst mehr bekommen, aber andere Kollegen noch mehr als sie, dann sind sie unzufriedener. Menschen bevorzugen es also, weniger zu verdienen, solange es im Vergleich zu ihren Kollegen mehr ist. Der Philosoph Montesquieu beschrieb es so: „Man will nicht nur glücklich sein, sondern glücklicher als die anderen. Und das ist deshalb so schwer, weil wir die anderen für glücklicher halten, als sie sind.“

Warum vergleichen wir überhaupt?

Unser Drang zum ständigen Vergleichen kommt nicht von ungefähr. Kinder machen ihre ersten wichtigen Lernerfahrungen, indem sie ihr Verhalten mit den Erwachsenen vergleichen und imitieren. Die Spiegelneuronen im Gehirn sorgen dafür, dass wir auch im Erwachsenenalter noch auf andere schauen, sie oft unbewusst imitieren und somit auch vergleichen.

Natürlich kann es uns anspornen und motivieren, wenn wir uns mit anderen messen. Aber wenn wir ständig nach rechts und nach links schauen, uns ungerecht behandelt oder benachteiligt fühlen, dann verzetteln wir uns oder enden gar in Komplexen und Depressionen. Auch Sportler haben schon Wettkämpfe deshalb knapp verloren, weil sie eine Millisekunde lang zur Konkurrenz geschaut haben.

Glücklich sind immer die anderen – dank Social Media

Doch wer schafft es schon, sich in einer Welt von Show und Selbstdarstellung dem ständigen Vergleichen zu entziehen? Wenn zahlreiche aufgehübschte und perfekt erscheinende Influencerinnen in Insta posieren und selbst sprachgestörte Nerds es offenbar geschafft haben, sich dank „Affiliate Marketing“ oder anderen Techniken zum Online-Millionär zu machen –  was bleibt da noch an Ausreden? Mit welcher Begründung können wir noch auf der Couch sitzen und einfach mal jammern? Wie können wir den Bauchspeck noch rechtfertigen, wenn eine vormals-150-Kilo-Frau es dank täglicher Disziplin es geschafft hat, nicht nur den perfekten Body zu bekommen, sondern nebenbei auch noch Youtube-Star zu werden? Wir sehen dabei nicht, dass das Bild, was wir in den Social Media von der Welt bekommen, völlig verzerrt ist.

In einer Studie der Stanford University in Kalifornien stellten Psychologen fest, dass ihre Probanden dazu neigten, generell zu überschätzen, wie viel Freude die Mitmenschen in deren Leben verspüren. Da sie im direkten Vergleich schlechter abschnitten, fühlten sie sich selbst niedergeschlagener, als man vermuten würde. Egal, wie sehr wir also danach streben, besser, schöner, glücklicher oder erfolgreicher zu werden – der Kampf bleibt aussichtslos. Denn es wird immer jemanden geben, der / die besser, schöner oder erfolgreicher ist als wir selbst.

Ich bin manchmal ganz erleichtert, wenn ich aus der digitalen Welt heraus und in die „normale Welt“ eintrete. Dann sehe ich dort ältere Damen mit schlechter Fönfrisur, Mütter mit blassem Gesicht und Ringen unter den Augen, Männer mit Glatze und Bierbauch, dicke Kinder, und ich denke mir: ja, das ist echtes Leben! Aber auch das ist natürlich ein Vergleich und kein Garant für die eigene Zufriedenheit.

Raus aus der Vergleichsfalle!

Letztlich ist doch nur eines entscheidend: dass wir uns selbst gerecht werden und nachsichtig mit uns selbst sind. Auch mal Fünfe gerade sein lassen und sagen können: „Einen Scheiß muss ich“. Dass wir uns selbst akzeptieren mit all unseren Schwächen, der fehlenden Disziplin, den Macken und der Unperfektheit. Dass wir herausfinden, wie wir unsere Ziele und Träume mit dem Unbewussten in Einklang bringen können. Welche von diesen Zielen wirklich uns selbst entsprechen – und nicht den Erwartungen anderer oder der Gesellschaft. Wenn wir dauerhaft mit dem Verstand etwas erzwingen, was unserem Inneren nicht entspricht, dann folgen Krankheit und Depression.

Wenn wir jedoch immer wieder auf unsere Intuition lauschen, unsere Herzenswünsche ergründen und uns dafür auf den Weg machen – Schritt für Schritt – dann bleiben wir authentisch. Wir sind zufriedener mit uns selbst, egal was andere gerade so machen. Das Paradoxe dabei: Je mehr wir mit uns selbst zufrieden sind, umso überzeugender kommen wir auch in der Außenwelt rüber. Doch das ist ja am Ende gar nicht mehr so wichtig.

 

5 Ideen, um dein Ding zu machen statt zu vergleichen

 

1. Werde dir deines eigenen Wertes bewusst

Du bist einzigartig. Du hast das vollkommene Potenzial und besondere Fähigkeiten. Schreibe dir 10 Punkte auf, die du an dir magst, gut kannst oder die etwas Besonderes an dir sind. Hänge sie an die Wand und lies sie dir jeden Tag durch. Oder nutze die Affirmationen aus der Glücksmeditation….

Hier geht’s zur Glücksmeditation…

2. Höre auf deine Intuition

Statt dir von anderen einreden zu lassen, was jetzt richtig oder cool ist und was nicht – komme regelmäßig in die Stille, meditiere, werde ruhig, atme und mach den Kopf frei für das, was deine Seele dir mitteilen möchte. Die geführte Seelenmeditation unterstützt dich dabei.

Zur Seelenmeditation…

3. Werde dir deiner eigenen Ziele und Träume bewusst

Konzentriere dich auf das, was DICH glücklich macht und verwirkliche dies mit Geduld und Herzblut. Im Online-Kurs „Aktiviere dein inneres Glück“ hast du die Möglichkeit, Schritt für Schritt deinen Träumen und Visionen auf die Spur zu kommen und dein eigenes Ding zu machen.

Zum Online-Kurs…

4. Reduziere deine Social Media-Aktivitäten

Musst du wirklich jeden Tag wissen, wer wieder auf einem tollen Konzert war, an einem sensationellen Urlaubsort oder im schönsten Restaurant der Stadt? Sei es jedem gegönnt! Aber lass dich dadurch nicht entmutigen, wenn du einfach gerade grauen Alltag erlebst und nichts Sensationelles zu berichten hast. Freue dich über die kleinen Selbstverständlichkeiten des Lebens und sammle Glücksmomente! Wenn du dich hierzu austauschen möchtest, dann mach mit bei der Glücksmomente-Challenge… hier geht es nicht um Protzerei, sondern um den Austausch von den kleinen, wahren Glücksmomenten des Alltags.

Zur Glücksmomente-Challenge…

5. Wenn du schon vergleichst, dann sieh das Gesamtpaket

Vergleichem macht auch deshalb unglücklich, weil wir meist nur einen Aspekt sehen. Wir sehen in dem Moment nicht, dass der Traumurlaub vielleicht hart verdient war und derjenige sich sonst jeden Morgen aus dem Bett quält für eine Arbeit, die keinen Spaß macht. Dass die Diet Queen schon seit Jahren auf Essenseinladungen oder Genuss völlig verzichtet. Es hilft also immer wieder die Frage: Willst du wirklich tauschen?

Siehe dazu auch den Blogartikel „Wer bin ich – wer sind die anderen?“…

Ich wünsche dir viel Glück und Erfüllung bei allem!

Namasté, Angela

 

Buchtipps:

„Glück kommt selten allein“ von Hirschhausen

„Einen Scheiß muss ich“ von Tommy Jaud

„Am Arsch vorbei geht auch ein Weg“ von Alexandra Reinwarth

 

Zitate

„Das Vergleichen ist das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit.“ Søren Kierkegaard

„Man will nicht nur glücklich sein, sondern glücklicher als die anderen. Und das ist deshalb so schwer, weil wir die anderen für glücklicher halten, als sie sind.“ Montesquieu

Humor – der rote Faden, der das Leben leichter macht

Humor – nicht immer passend

„Steht am Wochenende etwas an?“ fragt mich mein Partner – weil er sich mit Kumpels verabreden und dabei netterweise Rücksicht auf die Familien-Wochend-Planung nehmen will. „Nö“, sage ich, „höchstens wir in der Schlange beim Einkaufen“. Das findet er nicht lustig. Gut, nach einem langen Arbeitstag ist man vielleicht für solche Späßchen nicht mehr zu haben. Humorversuch missglückt – ich nehm’s mal mit Humor. Denn ich habe mir neulich vorgenommen, bewusst mit noch mehr Humor durch den Alltag zu gehen.

Oft funktioniert es auch. Mit meinem 6-jährigen Sohn zum Beispiel. Auf Zypern waren wir mit einem öffentlichen Bus unterwegs, um zu verschiedenen Ausgrabungsstätten zu fahren. Der Busfahrer entpuppte sich als Choleriker vom Feinsten. Erst machte er eine arme Nonne runter, weil sie nicht die passenden Münzen dabei hatte. Dann wies er barsch einen älteren Herrn zurück, der seinen Koffer mit zum Platz nehmen wollte, statt ihn – wie es sich gehört – nach unten in den Gepäckraum zu verfrachten. Das Ganze gipfelte darin, dass er ein junges Pärchen laut anschrie und mitten auf der Straße rauswarf, weil sie es gewagt hatten, vor dem Anhalten des Busses aufzustehen.

Mein Sohn wirkte etwas eingeschüchtert, und ich fragte mich, ob ich ihm die Weiterfahrt mit diesem überhitzten Choleriker überhaupt noch zumuten konnte. Dann sagte ich einfach zu ihm: „Weißt du: Diese Busstrecke ist weltberühmt dafür, dass sie den unfreundlichsten Busfahrer von ganz Zypern hat. Jetzt haben wir das auch mal erlebt.“ Als uns dann auf der Rückfahrt wieder der gleiche cholerische Busfahrer mit finsterer Mine erwartete, grinsten mein Sohn und ich uns nur vielsagend an. Diese Geschichte haben wir danach immer wieder gerne erzählt und jedes Mal darüber gelacht. Humoreinsatz gelungen.

Humor schreibt Geschichten

Mit Humor verbinde ich auch bestimmte Situationen im Leben, über die ich immer wieder gerne lache, selbst Wochen oder Jahre später. So habe ich zu meinen Agenturzeiten mal einen wichtigen und sehr sensiblen Kunden, der mit Nachnamen „Herrmann“ hieß, mit „Sehr geehrter Herrmann“ angeschrieben und es leider erst gemerkt, als die Mail schon raus war. Noch heute lache ich darüber. Genauso über das Gespräch mit drei Mitarbeiterinnen in einem Unternehmen, das kürzlich statt fand. Dort hatte ich vorher in einem Workshop über die Miesmacher und Pessimisten dieser Welt gesprochen. Die eine sagte hinterher zu mir: „Ich bin mit einem Pessimisten verheiratet, obwohl ich Optimistin bin – anscheinend ziehen sich Gegensätze an.“, die nächste bestätigte das Gleiche. Die Dritte sagte daraufhin: „Ich bin Single – ich suche noch einen Pessimisten.“

Fettnäpfchen und Missgeschicke? Mit Humor geht’s leichter

Das Leben wird leichter mit Humor. Humor ermöglicht einen Perspektivenwechsel, er macht alles etwas erträglicher, Schlimmes ist nicht mehr so schlimm. Humor hilft uns, über die Missgeschicke des Lebens zu lachen, vor allem auch über die eigenen Missgeschicke. Das, worüber wir uns aufregen könnten, wird plötzlich lustig, und wenn wir es richtig verpacken, wird sogar eine gute Story daraus. Nicht ohne Grund sind Comedys und Kabarett so beliebt – vor allem die, in denen Menschen sich ständig selbst zum Affen machen. Situationen, in denen anderen genau das passiert, vor dem wir Angst haben. Angst, bestimmten Ansprüchen nicht zu genügen, Angst, dass andere uns schief anschauen, wenn wir etwas Dummes sagen oder tun. Die Tatsache, dass sowas auch anderen passieren kann – und wenn es nur im Film ist – lässt uns menschlicher fühlen. Sich blamieren im Edelrestaurant, im Kostüm zu einer Party kommen, die gar keine Kostümparty ist, den Schlussstrich des Freundes für einen Heiratsantrag halten. Manchmal bitter, das Ganze – und trotzdem macht es Spaß, über die Blamagen anderer zu lachen.

Ich liebe es ja zum Beispiel, wenn im Kabarett über die Helikopter-Mamas gescherzt wird. Wenn ich im richtigen Leben eine treffe, fühle ich mich immer so unzulänglich. Weil mein Sohn halt noch nicht chinesisch lernt oder Klavier spielt, und weil er zum Fußballtraining eher überredet werden muss, statt jetzt schon ehrgeizig und diszipliniert seine künftige Profi-Karriere vorzubereiten oder gar für den Auftritt als Star-Pianist zu üben. Andererseits erkenne ich mich auch selbst wieder in der Heli-Mama-Satire. Schließlich helfe auch ich dem Kind immer noch beim Anziehen, bin ständig als Chauffeurin im Einsatz und stelle bei Kälte sofort sicher, dass er auch ja drei Schichten Kleidung an und noch ne Winterjacke drüber hat.

Ist Humor das Gleiche wie Lachen?

Humor ist super! Doch kann man das lernen? Oder wenigstens üben? Als „Lachexpertin“ stelle ich immer wieder fest, dass Humor und Lachen gerne in einen Topf geworfen werden. Doch meiner Meinung nach ist Lachen eher eine Folge von Humor, quasi ein Symptom oder eine Begleiterscheinung. Denn Lachen kann auch anders ausgelöst werden, wie wir aus dem Lachyoga wissen – nämlich durch Hochziehen der Mundwinkel, gefolgt von einem stoßweise absichtlich abgegebenen „Hahahahaha“. Zum wirklich herzhaften Lachen braucht es dann nicht mehr viel.

Humor hingegen ist erstmal kognitiv einzuordnen. Wir hören oder sehen etwas, das nicht zusammen passt, das Gehirn wird in die Irre geleitet, um dann das Lachen als befreienden Reflex auszulösen. Dabei gibt es verschiedene Arten von Humor.

Formen von Humor

Manche Menschen können sich über Situationskomik vor Lachen ausschütten. Mein Partner zum Beispiel schaut mit Freude all diese lustigen Videos, bei denen Menschen rückwärts vom Laufband fallen, beim Springen mit dem Mountain Bike im Bach landen oder mit einer Rüttelplatte in der Hand versuchen, ein Bier zu trinken. Ich finde das eher befremdlich. Wobei – das mit der Rüttelplatte ist zugegebenermaßen schon lustig (siehe hier…).

Ich stehe da schon eher auf Wortwitze. Sowas wie „der Scheck heiligt die Mittel“ oder „das Leben muss ja auch einen Gin machen“. Ja, auch über so flache Reißer wie „Wie nennt man das Lieblingsessen von Models? – Laufsteak“ oder über „Was macht ein Dieb im Zirkus? – Clown.“ kann ich mich wegschmeißen.

Auch Übertreibungen sind eine intelligente und humorvolle Art, auf provozierende Fragen gewitzt zu antworten, statt sich zu rechtfertigen. So fragt der Tourist den Bürgermeister des Kurortes: „Ist das Klima hier wirklich so gesund?“ – „Und ob! Um den Friedhof endlich einweihen zu können, waren wir gezwungen, unseren ältesten Einwohner zu vergiften.“

Humor lebt zudem von Widersprüchen und Paradoxien – also einer Aussage, die entweder so banal ist, dass sie schon wieder lustig ist, oder die man einfach nicht erwartet. Darunter fallen auch Aussagen wie „Maß halten sollte man nicht übertreiben“ oder „Reinkarnation? Nur über meine Leiche!“

Besonders pikant ist natürlich der schwarze Humor. Dazu passt die Aussage von Woody Allen „Ich habe keine Angst vor meinem eigenen Tod. Ich möchte einfach nicht da sein, wenn es passiert.“

Wie definiert man Humor?

Doch Humor ist nicht nur eine Ansammlung guter Witze. Humor ist eine Lebenseinstellung. Sigmund Freud definierte Humor als “ Seelische Grundhaltung, die in den Missständen des Lebens menschliche Unzulänglichkeiten erkennt und lachend verzeiht.“ Laut Wikipedia ist Humor „die Begabung eines Menschen, der Unzulänglichkeit der Welt und der Menschen, den alltäglichen Schwierigkeiten und Missgeschicken mit heiterer Gelassenheit zu begegnen.“ Gerne wird dazu auch die Aussage „Humor ist, wenn man trotzdem lacht“ von dem deutschen Schriftsteller Otto Julius Bierbaum zitiert.

Der Ursprung von Humor

Laut ursprünglicher Wortherkunft bedeutet Humor, lateinisch umor, Feuchtigkeit oder Flüssigkeit. In der griechischen Antike wurde Humor mit den vier Körpersäften assoziiert, die entscheidend sind für Leben und Gesundheit. Die seelische Gestimmtheit des Menschen war gemäß der von Galen entwickelten Temperamentenlehre von den im Körper wirksamen Säften abhängig, die das cholerische, melancholische, phlegmatische oder sanguinische Temperament hervorbringen. Wenn diese vier Körpersäfte ausgeglichen waren, war ein Mensch gesund. Neben dieser durchaus schlüssigen Theorie weiß man heute auch aus wissenschaftlicher Sicht, dass humorvolle Menschen viele Vorzüge und Vorteile haben.

Humor zeugt von Intelligenz

In einer Studie von Gil Greengross und Geoffrey Miller an der University of New Mexico, USA, wurden rund 400 Probanden auf ihre Intelligenz getestet, aber auch auf ihre Fähigkeit, Humor zu zeigen. Fazit: Während der Intelligenzquotient der durchschnittlichen Probanden zwischen 90 und 110 lag, kamen die besonders Humorvollen auf einen Wert von 126 bis 138 Punkten. Besonders schwarzer Humor sei Ausdruck von Intelligenz, so stellte auch Ulrike Willinger von der Uni Wien in einer weiteren Studie fest.

Humor macht attraktiv

Spannendes Ergebnis der ersten Studie war auch, dass humorvolle Menschen deutlich attraktiver auf das andere Geschlecht wirkten. Vor allem Frauen legten demnach sehr viel Wert auf humorvolle Männer. Eine weitere aktuelle Studie von Media Control Media Control unter 1.243 Online-Nutzern zeigte, dass die Eigenschaft „Humor“ für 53 Prozent der Männer ein wichtiges Kriterium bei der Partnerwahl darstellte. Umgekehrt wünschten sich sogar 57 Prozent der Frauen einen humorvollen Partner.

Humor bleibt in Erinnerung

Weitere Wissenschaftler (Kaplan und Pascoe sowie Forscher der Universität Michigan) fanden heraus, dass Personen sich eher an eine Rede erinnerten, wenn diese humorvolle Elemente enthielt. Auch erinnert man sich generell eher an humorvolle Menschen, und diese werden öfters weiterempfohlen.

Humor macht erfolgreich

Die Psychologin Alice Isen (New York) fand heraus, dass humorvolle Kollegen beliebter und populärer sind und häufig besser bewertet und befördert werden als ihre miesmuffeligen Kollegen. Was zur Folge hat, dass die humorvollen Kollegen erfolgreicher sind und am Ende mehr Einkommen erzielen.

Lässt sich Humor erlernen?

Während die Fähigkeit zum Lächeln und Lachen allen Menschen angeboren ist, ist das beim Sinn für Humor nur teilweise der Fall. Willibald Ruch, Professor für Persönlichkeitspsychologie an der Uni Zürich, fand anhand von Zwillingsstudien heraus, dass es nicht genetisch bedingt ist, ob jemand etwas komisch findet oder nicht.

In einer Studie führte er Humortrainings mit verschiedenen Testgruppen durch, bei denen er den Sinn von Humor der Probanden anhand von Fragebögen und Aufgaben erfasste. Er verglich den Verlauf mit einer Kontrollgruppe, die kein Humortraining erhielt. Fazit: Bei den Personen, die das Humortraining absolviert hatten, stieg der Sinn für Humor auf einer Humor-Skala an. Ihre schlechte Laune im Alltag wurde seltener, ihre Heiterkeit nahm zu und die Lebenszufriedenheit stieg an. Dies bestätigte auch Ruchs Erkenntnis, dass Humor eine der wichtigsten Charaktereigenschaften ist, die die Lebenszufriedenheit ausmachen.

Doch was können wir konkret tun, um mehr Humor in unser Leben zu bringen und zu einem humorvolleren Menschen zu werden?

So kannst du Humor trainieren – vier humorvolle Hex ;-)

1. Sei unperfekt!

Warum streben wir eigentlich immer danach, perfekt zu sein? Weiterentwicklung ja, aber aalglatt werden, um bloß nirgendwo anzuecken? Viktor Frankl, österreichischer Neurologe und Psychiater, drückte es so aus: „Wären alle Menschen vollkommen, dann wären alle einander gleich… und ersetzlich. Gerade aus der Unvollkommenheit des Menschen folgt aber die Unentbehrlichkeit und Unaustauschbarkeit jedes Einzelnen, denn der Einzelne ist zwar unvollkommen, aber jeder ist es in seiner Art.“

Also, sei fehlbar, ecke mal an und springe mal ruhig in ein paar Fettnäpfchen hinein. „Blamiere dich täglich“ ist ein Motto, das uns hilft, vieles mal weniger ernst zu nehmen. Dazu gehört es auch, sich nicht ständig zu rechtfertigen, sondern es mit Humor zu nehmen.

2. Lache so viel wie möglich!

„Nichts ist fürs Leben wichtiger als das Lachen. Lachen bedeutet Stärke, Selbstvergessenheit und Leichtigkeit.“ So brachte es Frida Kahlo auf den Punkt, die in ihrem Leben sicherlich nicht immer Grund zum Lachen hatte. Aber genau darum geht es: auch dann zu lachen, wenn das Leben nicht zum Lachen ist. Durch regelmäßiges Lachen trainieren wir unsere Humorfähigkeit und lernen immer mehr, gelassener und optimistischer durch Krisen zu gehen. Davon abgesehen ist Lachen gesund, stärkt die Fitness und beugt Krankheiten vor. Wenn du wieder mehr Lachen in dein Leben holen möchtest, dann probiere es mal mit Lachyoga.

3. Schalte jeden Morgen den Humorknopf an

Triff morgens bewusst die Enscheidung: „Heute werde ich so oft wie möglich humorvoll reagieren“. Dann halte immer mal wieder inne – gerade in Situationen, in denen du dich sonst ärgern würdest – und frage dich selbst: wie kann ich heute anders reagieren? Mit Humor, mit Wortwitz, mit Ironie? Überlege dir, wie daraus jetzt eine lustige Geschichte werden könnte. Das nimmt Missgeschicken und unangenehmen Situationen sofort ihre Schwere und bringt dich in die spielerische Leichtigkeit.

4. Kultiviere kindliche Verspieltheit

Erlaube dir, albern zu sein, Quatsch zu machen, andere zu überraschen, mal nicht die Vernunft zu bewahren. All die Kreativität und Spontaneität, die Kinder noch haben, wurde uns mit der Zeit abgewöhnt – in der Schule, später im Arbeitsleben. Wenn wir auch nur ein Stück davon zurück erobern, dann fördert das nicht nur unsere Kreativität, sondern auch unsere Unbefangenheit und unser Gute-Laune-Potenzial.

Humor bringt uns zum Lachen, durch Lachen entwickeln wir Humor – was uns wiederum mehr Anlässe zum Lachen verschafft. Hier schließt sich der Kreis. Ich wünsche dir, dass du jeden Tag humorvoll und mit Lebensfreude in den Tag gehen kannst und so dein Leben mit Freude und Gelassenheit meistern kannst!

Namasté, Angela

 

P.S: Du möchtest mal wieder unter Menschen sein, mit denen du richtig viel lachen kannst? Einfach mal entspannen, jeden Tag Lachen und Humor leben, in schöner Umgebung? Dann komm mit auf die Happiness Yoga Ferien!

 

Zitate

„Humor zu umschreiben ist eine denkbar humorlose Angelegenheit, mehr noch – Humor ist offenbar genau das, was abhanden kommt, wenn er definiert werden soll.“  Johannes Gruntz- Stoll

„Aller Humor fängt damit an, dass man die eigene Person nicht mehr ernst nimmt.“ Herrmann Hesse

„Deutscher Humor ist, wenn man trotzdem nicht lacht.“ Sigismund von Radecki

„Sehen sie sich um. Die meisten Ehemänner sind der beste Beweis dafür, dass Frauen Humor haben.“ Donna Leon

„Humor ist, wenn man trotzdem lacht.“ Otto Julius Bierbaum

 

Buchtipps

Die Humorstrategie. Michael Titze und Inge Patsch

Lachen trotz und alledem. Von meiner wunderbaren Kollegin Silvia Rößler

Humor in Coaching, Beratung und Training. Von Cornelia Schinzilarz und Charlotte Friedl

Am Ende ist nicht Schluss mit lustig. Von meinem wunderbaren Kollegen Harald-Alexander Korp

Pessimisten überleben – Optimisten leben

Was Pessimismus uns bringt – und warum trotzdem Optimismus angebracht ist

Yoga-Angebot im Beach Hotel auf Zypern – das schaue ich mir doch gerne mal an, nachdem ich selbst eine Woche lang Yoga unterrichtet habe. Ich komme morgens um viertel vor acht in den Raum, und es läuft „So much Magnificence“ von Deva Premal – mein absolutes Lieblings-Mantra, besetzt mit vielen schönen Erinnerungen. Die nächste Teilnehmerin, die in den Raum kommt, sieht das offenbar nicht so: „Boh, ist das laut“ ist das einzige, was ihr dazu einfällt. Dies ist nur eines von vielen Beispielen dafür, wie unterschiedlich Menschen die Welt sehen. Bestimmte Ereignisse oder Situationen bringen die einen zur Entzückung, die anderen an den Rand der Verzweiflung. Irgendwie ist es ja auch legitim, die Musik zu laut, das Event zu voll oder die Kinder zu wild zu finden – und dies auch zu äußern. Man weiß schließlich nicht, welche Vorgeschichte ein Mensch hat oder welche schlechten Erfahrungen er irgendwo gemacht hat.

Aber es gibt eben auch diese typischen „Jammerer“, die an allem etwas auszusetzen haben. Das sind die Eltern in der Schule, die sich aufregen, wenn die Hausaufgaben unklar sind – statt ihr Kind einfach mal selbst zu fragen. Das sind die Büro-Kollegen, denen das Essen in der Kantine nicht passt, der Chef zu cholerisch oder die Kollegin zu neugierig ist. Dann gibt es die, denen das Wetter entweder zu heiß, zu kalt oder zu regnerisch ist – oder auch die „Zweck-Pessimisten“, die lieber erstmal mit dem Schlimmsten rechnen, damit es dann nur noch halb so schlimm ist. Aber wollen wir wirklich „halb so schlimm“ leben? Oder in Dankbarkeit, Fülle und Freude?

Pessimismus als Überlebenschance?

Generell scheinen wir einen Hang zum Negativen zu haben. Nicht ohne Grund werden wir in den Medien zugeballert mit schlechten Nachrichten. Autounfälle, Eifersuchtsdramen oder Erdbeben erregen nunmal mehr Aufmerksamkeit als der normale Alltag oder ein sicher angekommenes Flugzeug. Hier schließt sich der Kreislauf – denn diese Nachrichten führen wiederum dazu, dass wir immer mehr davon überzeugt sind, wie schlimm die Welt ist. Auch im Privaten neigen wir zum Pessimismus. Eine verletzende Bemerkung des Partners halten wir ihm wochenlang, ja monatelang vor, während ein Kompliment sehr schnell wieder verpufft. Einmal die U-Bahn verpasst am Morgen, und die Laune ist dahin für den Rest des Tages – wenn hingegen alles glatt läuft, nehmen wir es für selbstverständlich. Unsere Gesundheit wissen wir oft erst zu schätzen wenn wir mal krank sind.

All das hat einen guten Grund: ohne diese „negativity bias“ (=“Hang zum Negativen“) gäbe es uns vermutlich nicht mehr. Der Evolution sei Dank. Wir sind darauf geeicht, auf Bedrohungen und Unannehmlichkeiten schneller zu reagieren als auf angenehme Erfahrungen oder Erlebnisse. Wenn in früheren Zeiten der Säbelzahntiger unsere Spezies angriff, konnte auch nur eine Sekunde Zögern uns das Leben kosten. Kein Wunder also, dass unser Gehirn darauf geeicht ist, auf Bedrohungen und Gefahren schneller zu reagieren als auf die angenehmen Dinge des Lebens.

Abkürzung im Gehirn bei akutem Stress

Auch ohne ständige Bedrohung durch Säbelzahntiger und co. ist uns dieser „Stress-Reaktions-Mechanismus“ erhalten geblieben. Auch heute noch wird bei bedrohlichen Situationen sofort das gesamte Körpersystem in Alarmbereitschaft versetzt. Normalerweise nehmen wir eine Situation mit unseren Sinnen wahr. Diese Sinneseindrücke werden im Gehirn verarbeitet, bewertet, eingeordnet, und es werden entsprechende Gefühle oder Reaktionen ausgelöst.

Bei einer akuten Gefahr hingegen wird direkt die Amygdala eingeschaltet, die für die klassische Kampf- oder Fluchtreaktion zuständig ist. Sie lässt uns sofort reagieren, wenn ein Auto auf uns zurast, etwas von oben herunterfällt oder ein Hund uns angreift. Dieser Mechanismus hat uns also geholfen, als Spezies zu überleben – und das ist gut so. Aber es führt eben auch dazu, dass wir Glücksmomente übersehen oder die schönen Dinge des Lebens nicht zu schätzen wissen. Das lässt sich ändern – auch ohne unser „natürliches Alarmsystem“ auszuschalten.

Optimisten leben länger

So sehr Zweck-Pessimismus manchmal hilft, so sehr lohnt es sich, Optimist zu sein. Also daran zu glauben, dass gute Dinge passieren werden und dass man selbst etwas ändern oder bestimmte Ziele erreichen kann. Man weiß mittlerweile, dass Optimisten zufriedener leben, besser mit Schwierigkeiten umgehen können und es ihnen leichter fällt, gute Beziehungen zu führen. Eine neue, gerade erst beendete Langzeitstudie (Lewina Lee, Boston University School of Medicine, August 2019) hat gezeigt, dass Optimisten sogar länger leben als Pessimisten. Diejenigen, die sich als besonders optimistisch zeigten, hatten laut dieser Studie eine 50% größere Wahrscheinlichkeit, das Alter von 85 zu erreichen als diejenigen, die sehr pessimistisch waren.

Doch was macht es aus, ob jemand optimistisch oder pessimistisch ist? Sicherlich ist dies zum Teil genetisch bedingt. Aber Optimismus lässt sich auch erlernen und trainieren – zum Beispiel durch kognitive Therapie oder Meditation. Mein ganz persönlicher Tipp dazu: werde Zweck-Optimist! Denn wenn es Zweck-Pessimisten gibt, warum sollen wir dann nicht auch Zweck-Optimisten sein können?

Drei Eigenschaften, die Zweck-Optimisten auszeichnen

 

1. Sie tun so, als ob sie Optimisten sind

„Fake it until you make it“ ist nicht nur beim Lachyoga das Motto, sondern es gilt für verschiedenste Emotionen, die wir erleben. Schauspieler, die ständig tragische Rollen spielen, können darüber depressiv werden – selbst wenn es nur gespielt ist. Unser Gehirn ist drauf ausgerichtet, Emotionen, die wir oft empfinden, immer leichter zu empfinden. Das gilt für Freude wie auch für Wut oder Ärger. Das Schöne dabei: Wir sind nicht unser Gefühl, sondern wir können bewusst und absichtlich bestimmte Gefühle in uns erzeugen. Warum also nicht bewusst Freude erzeugen?

2. Sie haben den Fokus verändert

Die Welt ist schlecht. Und die Welt ist gut. Energie folgt der Aufmerksamkeit. Wir können viel Energie dafür verwenden, um uns über irgendetwas zu ärgern. Oder wir können uns auf die Dinge fokussieren, die uns Freude und Wohlbefinden bringen. Wir müssen nicht die Augen verschließen vor den Problemen dieser Welt. Aber wir können in unserem kleinen Umfeld die schönen Dinge erkennen und diese in Dankbarkeit annehmen.

3. Sie trainieren regelmäßig Optimismus

Wenn wir Muskelaufbau betreiben wollen, gehen wir regelmäßig ins Fitness-Studio. Genauso sollten wir Optimismus regelmäßig, am besten täglich trainieren, um nicht wieder in alte pessimistische Gewohnheiten zurück zu fallen.

So kannst du Optimismus trainieren…

…und falls du schon Optimist bist – dann sieh es einfach als Präventionsmaßnahme für schlechte Zeiten:

  • Humor und Lachen – lache viel, nimm dich selbst nicht immer allzu ernst, sei albern und bring dein inneres Kind wieder zum Ausdruck – Kinder lachen 400 Mal am Tag, Erwachsene 15 Mal und Tote gar nicht. Lachyoga hilft uns dabei, auch unabhängig von den äußeren Umständen viel zu lachen.
  • Körperhaltung und Bewegung – Bewegung ist eine natürliche Pille gegen Depressionen und schlechte Stimmung. Das wissen die meisten aus eigener Erfahrung, und es ist mittlerweile belegt durch verschiedene Studien. Auch durch bestimmte Körperhaltungen können wir unsere Gemütsverfassung positiv beeinflussen – zum Beispiel mal zwischendurch einatmend die Arme nach oben strecken, sich weit machen, präsent sein und dann mit einem erleichterten Seufzer wieder ausatmen. Übungen dazu findest du auf meinem youtube-Channel…
  • Innere Kommunikation – wie sprichst du mit dir selbst? Wie oft entfährt einem mal ein „Ich Idiot“, „bin ich blöd!“ oder „ich krieg’s einfach nicht hin“. Probiere es mal andersherum: Überlege dir eine passende Affirmation, zum Beispiel „ich bin klasse, großartig, wunderbar“, stelle dich jeden Morgen vor den Spiegel und sprich sie aus. Du kannst dafür auch die besondere „Glücks-Meditation“ nutzen, die du hier auf Soundcloud findest…

Ich wünsche dir viel Anlass zum Optimismus und viele glückliche Momente!

Namasté Angela

P.S: Du möchtest tiefer einsteigen und deine innere Einstellung Schritt für Schritt auf glücklich sein programmieren? Dann mach jetzt den Hapinness Check und  komm in das Online Coaching Programm „SMILE – für Resilienz und Lebensfreude“

Einmal mehr aufstehen als hinfallen – sieben Tipps für die Stärkung der Resilienz

Ich habe eine Freundin, da scheint es einfach im Leben zu flutschen. Sie macht Karriere, hat ihren Partner fürs Leben gefunden, mit dem sie tolle Kinder hat und lebt in einem Land, in dem immer die Sonne scheint. Eine andere Freundin von mir hat es immer irgendwie schwer. Viele ihrer Wünsche – zum Beispiel eine eigene Familie – haben sich nicht erfüllt, im Job hat sie Mobbing erlebt, in der Beziehung Stalking, bis hin zu einer lebensbedrohlichen Krankheit, mit der sie jahrelang zu kämpfen hatte. So manches Mal habe ich mich gefragt, ob ich nicht an ihrer Stelle schon verzweifelt aufgegeben hätte. Doch sie hat sich nicht beirren lassen und immer wieder die positiven Aspekte gesehen. Sie ist optimistisch geblieben, hat sich durchgebissen und durchgekämpft – und es hat sich gelohnt. Heute hat sie einen lieben Menschen an ihrer Seite, macht den Job den sie liebt, und es geht ihr besser als je zuvor. Auf dem Weg dahin hat ihr vor allem eins geholfen: Resilienz.

So gibt es einige Menschen, die bei einer kleinen Lebenskrise schon zusammen brechen, andere wiederum, die eine Krise nach der anderen wuppen und dabei noch optimistisch bleiben. Selbst traumatische Erlebnisse oder Erfahrungen aus der Kindheit scheinen die einen umzuhauen, die anderen nicht wirklich zu beeinträchtigen. Auch das ist Resilienz.

Widerstand kann hilfreich sein

In der Stressforschung ist der Begriff „Resilienz“ mittlerweile unverzichtbar. Er kommt von lateinisch „resilire“, was so viel wie „zurückspringen“ oder „abprallen“ bedeutet. Gemeint ist damit die „psychische Widerstandsfähigkeit“ eines Menschen. Dies basiert auch auf der Erkenntnis, dass es nicht das Ziel sein kann, dass im Leben immer alles stressfrei oder perfekt funktioniert. Auch geht es nicht darum, sich in Watte einzupacken, das Leben vor sich hindümpeln zu lassen oder Probleme zu vermeiden. Viel wichtiger ist es, auch bei schwierigen und negativen Ereignissen gute Laune zu behalten und sich nicht umhauen zu lassen. Wissenschaftler haben sich schon viel mit der Frage beschäftigt, was die „Resilienz“ von Menschen stärkt und wie sie gefördert werden kann.

Eine wichtige Erkenntnis dazu hatte die US-amerikanische Psychologin Emmy Werner. Sie führte eine Langzeitstudie mit Kindern aus schwierigen Verhältnissen auf Hawaii durch. Viele von ihnen waren schon früh mit Gewalt, Missbrauch, Drogen oder Kriminalität konfrontiert worden. Die meisten schafften es nicht, aus diesem Kreislauf heraus zu kommen. Aber ein Drittel dieser Kinder schaffte es doch. Der Unterschied: Sie hatten von Anfang an eine Bezugsperson, der sie sich anvertrauen konnten. Eine solche Bezugsperson scheint wichtig für die Entwicklung von Resilienz. Das muss nicht ein Elternteil sein, sondern es kann auch ein Lehrer, eine Tante oder ein Freund der Familie sein, der dem Kind Geborgenheit gibt, seine Fortschritte anerkennt und es unabhängig von Leistungen oder Erwartungen liebt und unterstützt.

Die sieben Säulen der Resilienz

Mittlerweile sind Psychologen ausführlich der Frage nachgegangen, welche Faktoren für eine gute Resilienz entscheidend sind und wie diese beeinflusst werden können. Folgende „Sieben Säulen der Resilienz“ haben sie dabei als besonders entscheidend benannt.

  1. Selbstwirksamkeit

Diejenigen, die daran glauben, dass sie selbst für ihr Glück verantwortlich sind und bewusst etwas dafür tun können, lassen sich auch nicht so leicht von den Krisen des Lebens unterkriegen und fühlen sich weniger hilflos den äußeren Umständen ausgesetzt.

  1. Positive Lebenseinstellung

Oft ist es gar nicht die Sache selbst, die uns umhaut, sondern unsere Denkweise darüber. Menschen, die auch in negativen Ereignissen einen Sinn sehen und ihren Optimismus nicht verlieren, leben zufriedener. Siehe auch den Blogartikel…PECH GEHABT? GLÜCK GEHABT! ES IST NICHT SO WIE ES AUSSIEHT…

  1. Soziale Kontakte

Tiefe, innige Beziehungen sind die wichtigste Voraussetzung, um auch in Krisen psychisch stabil zu bleiben und sich geborgen zu fühlen.

  1. Mit Veränderung umgehen können

Viele Menschen wollen krampfhaft das beibehalten, was gerade ist und verzweifeln daran, wenn sich die Dinge im Leben verändern. Wer jedoch flexibel auf Veränderungen reagiert und immer noch das Beste daraus machen kann, lebt freier und unbeschwerter.

  1. Ziele setzen

Menschen, die Ziele und Träume haben und diese Schritt für Schritt umsetzen, sehen auch negative Ereignisse nur als kleine Rückschläge auf ihrem Weg. Sie lassen sich nicht davon abbringen, ihre Ziele zu verfolgen und ihre Träume zu leben.

  1. Mut zum Risiko

Viele bereuen es eher, bestimmte Dinge nicht getan oder ausprobiert zu haben, als etwas getan zu haben, was gescheitert ist. Das bestätigen auch die Gespräche, die z.B. die Australierin Bronnie Ware als Palliativschwester mit Sterbenden geführt hat (siehe Buchtipp…). Wer nichts riskiert, kann vielleicht nicht scheitern – aber auch nichts Neues erschließen.

  1. Lösungsorientiertheit

Das Leben besteht aus Herausforderungen und „Problemen“, daran gibt es keinen Zweifel. Es läuft nicht immer alles glatt. Doch es gibt unterschiedliche Arten, mit Problemen umzugehen. Wer nach Lösungen sucht, statt Probleme zu wälzen, ist nicht nur im Job erfolgreicher, sondern auch im Leben zufriedener.

Ist Resilienz Glückssache?

Schon die frühe Kindheit kann darüber entscheiden, wie resilient jemand im Leben wird und wie gut er mit Schicksalsschlägen umgehen kann. Das heißt aber nicht, dass für Erwachsene alles zu spät ist. Denn egal, was früher war –  jeder kann auch im späteren Alter noch etwas für seine Resilienz tun. Alle Eigenschaften, die Resilienz ausmachen, können trainiert und weiterentwickelt werden. Hier findest du ein paar Strategien, die dir dabei helfen können.

 

Sieben Tipps für die Stärkung der Resilienz

 

  1. Übernimm Verantwortung

Entscheide dich bewusst dafür, dein Leben in die Hand zu nehmen und für das zu gehen, was dir selbst wirklich wichtig ist – nicht anderen. Mach dir bewusst: Du bist zu 100% verantwortlich für alles in deinem Leben!

  1. Nimm’s mit Humor

Viele Dinge nehmen wir sehr ernst und machen uns einen Riesenkopf darüber. Sobald wir lernen, über uns selbst und unsere kleinen Missgeschicke zu lachen, geht alles mit mehr Leichtigkeit. Humor hilft uns, optimistisch zu bleiben und die Perspektive zu wechseln. Um Humor zu trainieren, hilft Lachen. Und wenn kein Grund zum Lachen da ist, dann können wir immer noch ohne Grund lachen – mit Lachyoga!

  1. Pflege Freundschaften

Es geht nicht darum, Hunderte von Menschen oberflächlich zu kennen oder sich in den Social Media toll darzustellen. Viel wichtiger sind die wirklich wahren Freunde, die auch zu uns stehen, wenn es uns mal schlecht geht oder wir an etwas scheitern.

Sorge schon in guten Zeiten dafür, dass jemand für dich da ist, der dich auch in schlechten Zeiten auffängt. Gute innige Beziehungen und Freundschaften sind das wichtigste Elixier, um glücklich und zufrieden zu sein. Siehe auch den Blogartikel „Das Hamsterrad des Glücks – nur 10% sind entscheidend“…

  1. Sei offen für Veränderung

Wenn du nicht Spielball des Lebens sein möchtest, sondern dein Glück selbst gestalten willst, dann nimm rechtzeitig Veränderungen vor – bevor das Leben es tut. Nimm ab und zu eine „Standortbestimmung“ vor, schau dir die verschiedenen Lebensbereiche an und frage dich: was möchtest du verändern, was loslassen, was gilt es zu akzeptieren? Frei nach dem Motto „Love it, leave it or change it.“

  1. Setze dir Ziele und finde deine Vision

Formuliere für dich deine Vision, wie du – z.B. in 5 oder 7 Jahren – leben möchtest. Was machst du beruflich, welche Menschen umgeben dich, wie und wo lebst du? Erlaube dir, zu träumen und überlasse den Rest dem Universum. Setze dir gleichzeitig aber auch realistische Zwischenziele, z.B. indem du aufschreibst, was du in einem Jahr umgesetzt haben möchtest. Denn nur wenn du weißt, wie du leben willst, kannst du dir auch dein Leben so gestalten, wie du es dir wünschst.

  1. Suche das Risiko

Es muss nicht gleich der Bungee Jump oder die Alpenüberquerung sein – manchmal ist es auch schon eine gute Übung, mal anders zu reagieren, mal „nein“ zu sagen oder dich absichtlich zu blamieren. Wenn wir im Kleinen das Risiko trainieren, können wir auch die „großen Risiken“ besser bewältigen.

  1. Finde Lösungen, statt Probleme zu wälzen

Wenn mal etwas nicht so läuft, dann gibt es verschiedene Möglichkeiten, damit umzugehen: ständig nachsinnen, was passiert ist und was hätte anders laufen können. Oder nach vorne zu schauen und Lösungen zu finden für das, was jetzt ansteht.

Ich wünsche dir eine wundervolle Zeit und viel Kraft, um die Herausforderungen des Lebens mit Leichtigkeit und guter Laune zu meistern!

Namasté, Angela

 

Übrigens: Der Online-Kurs „Aktiviere dein inneres Glück und leuchte“ begleitet dich dabei, eine solche Standortbestimmung aufzunehmen und dich neu auszurichten auf das, was du wirklich möchtest.

 

 

Zitate

„Wir können den Wind nicht ändern, aber die Segel anders setzen“ Aristoteles

„Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.“ Gelassenheitsgebet, verfasst von dem US-amerikanischen Theologen Reinhold Niebuhr

 

Buchtipps

Resilienz: Das Geheimnis der psychischen Widerstandskraft, Was uns stark macht gegen Stress, Depressionen und Burn-out

5 Dinge, die Sterbende am meisten bereuen: Einsichten, die Ihr Leben verändern werden