Indien – intensiv und immer wieder faszinierend

Nun ist es soweit und wir kommen in dieses wahnsinnige Land, das man gleichzeitig hassen und lieben kann. Nach Indien kommen viele einmal und nie wieder. Andere lassen sich irgendwie dann doch auf das Land ein und kommen immer wieder – so wie ich. Kein Land, das ich kenne, triggert Menschen so krass wie dieses. Wir haben auch diesmal all die faszinierenden und zum Teil verstörenden Gegensätze voll mitgenommen.

Lachen verbindet – auch international

Auf der internationalen Laughter Yoga Conference in Nashik haben wir gelebt wie die Könige und Königinnen. Die Konferenz fand in einem gehobenen Resort statt, in dem wohl eher die reichen Inder verkehren. Das ging so weit, dass wir mit ein paar Leuten zusammen ein Haus mit eigenem Pool hatten und ein „House Keeper“ rund um die Uhr für uns zur Verfügung stand. Da unser Wohnhaus etwas weiter entfernt von dem Ort war, an dem die Conference statt fand, wurden wir – wann immer nötig – eigens mit dem Auto hin- und hergefahren. An allen Orten stand ein Auto mit Chauffeur bereit oder wurde schnell herbei gerufen. Ökologische Aspekte? Danach fragt hier keiner. So konnte man Indien hier fast auf „Kolonialherren/ – frauenart“ genießen und sich einzig und allein darüber beschweren, dass es keine Einzelzimmer gab.

Immer wieder erweist sich das Lachyoga als eine wunderbare Möglichkeit, mit Menschen international in Kontakt zu kommen. Alle sind offen und freundlich, auch gegenüber Joshua, der es als „Schulaufgabe“ von mir bekommen hat, wenigstens zu einigen Vorträgen mitzukommen. Zahlreiche Japaner:innen sind dabei, Teilnehmer:innen aus Thailand, Italien, Frankreich, Deutschland und vielen mehr. Aus Israel konnte nur eine Frau anreisen, da die meisten Flüge aufgrund des Krieges storniert waren bzw. zu Hause wichtigere Aufgaben warteten. Sehr berührend war es, gemeinsam mit Lily aus Isreal für Frieden zu beten und zu lachen. Auch aus Russland waren ein paar Teilnehmer:innen angereist, leider nicht aus der Ukraine.

Hilfe, die Ohren!

Besonders spannend war es, einen indischen Lachclub in Nashik zu besuchen. Mit ca. 80 Personen aus allen Ländern waren wir als „International Delegates“ die Ehrengäste und wurden von allen herzlich begrüßt und gefeiert. Lachclub bedeutet dort: Hunderte von Menschen treffen sich in einer Riesenhalle und vorne auf der Bühne steht jemand und hält erstmal eine lange Rede, die man kaum versteht wegen Mikro-Überdrehung und Indian English. Vielleicht ist so eine Rede ja sonst auch nicht üblich, sondern war nur für uns gedacht. Dann werden Übungen gemacht und alle machen im Sitzen mit bzw. nur nach Aufforderung im Stehen. Auf jeden Fall ist alles, was dort passiert sehr sehr sehr laut – über 100 Dezibel, wie meinem Kollegen auf seiner Apple Watch warnend angezeigt wird.

Je länger ich in diesem Land bin, umso mehr komme ich zu der Überzeugung, dass die meisten Inder:innen bereits fast taub sein müssten, bei dem Lärmpegel überall. Zumindest wird mit dieser Lautstärke dann am Ende der Lachyoga-Session noch gemeinsam Party gemacht und getanzt. Und das bedeutet hier: auch ältere Frauen in ihren Saris, tanzen, rocken ab, wollen alle Selfies machen und strahlen und feiern um die Wette. Einfach ein Spaß, in den wir eintauchen und jeden besonderen Augenblick genießen können. Und wieder mal frage ich mich: warum sind die Menschen in Deutschland oft so missmutig und wählerisch („nein, nach der Musik tanze ich nicht!“), wo es doch so einfach sein kann, gemeinsam begeistert Spaß zu haben. Meiner Meinung nach braucht es dafür nicht mal Lachyoga. Sondern einfach nur die Entscheidung, sich auf die besonderen Momente des Lebens einzulassen, statt immer daran zu denken, wie es „eigentlich“ richtig sein müsste.

Gelassenheit ist alles

Diese gelassene Grundeinstellung brauchen wir allerdings auch an unseren nächsten Stationen: zunächst sind es noch 2 Nächte Mumbai. Hier nutzen wir natürlich den Tag, um zum Gateway of India zu fahren. Das bedeutet, den halben Tag in einem überhitzten Taxi im Stau stehen, dann durch Staub, Dreck und Menschenmassen zu laufen, den Himmel nicht richtig zu sehen vor lauter Smog, sich ständig mit indischen Familien fotografieren lassen und abends froh sein, sich im fensterlosen Hotel wieder ins Bett fallen zu lassen.

Leben und Tod – nah beieinander

Wir sind schließlich froh, als der Flieger in Varanasi landet. Varanasi, die heilige Stadt am Ganges. Ich kenne Varanasi gut von meiner früheren Mitarbeit in Projekten, aber wie werden die anderen es verkraften? Neben Michael und Joshua besteht hier unsere kleine „Reisegruppe“ noch aus Heidi und Andrea aus Berlin (beide Lachyogis) sowie Carla aus Kalifornien, die wir von der Laughter Yoga Conference kennen und die ebenfalls auf Weltreise ist. Zunächst erwartet uns eine schöne Überraschung bei Ankunft.

Das Yoga Ashram, das ich für uns organisiert habe, ist ruhig und friedlich, und von unserem Zimmer aus haben wir einen atemberaubenden Blick über die Stadt und über den Ganges. Morgens um 8:00 gibt es Yoga mit Peetambar, meinem absoluten Lieblings-Yogalehrer. Er hat mir gezeigt, dass Yoga nicht nur ein „Gymnastik-Programm für Hausfrauen“ ist, sondern ein geniales Workout für Körper, Geist und Seele. Monatelang habe ich damals in Berlin nach einer Yogaschule gesucht, die es ähnlich macht wie er, aber leider vergeblich. Mittlerweile habe ich als Yogalehrerin meinen eigenen Stil gefunden, uns es ist auch ok. Trotzdem genieße ich es, einfach nur als Teilnehmerin dabei zu sein und so von ihm gefordert zu werden, dass ich innerhalb von wenigen Tagen rasante Fortschritte mache und sogar den Kopfstand ohne Probleme schaffe.

Nawal – Business mit Lachen und Leidenschaft

Ein weiteres Highlight ist das Wiedersehen mit meinem indischen Freund Nawal. Wie ich es von früher kenne, sitzt er entspannt in seinem Laden, macht nebenbei sein „Business“ schüttelt lachend seinen dunklen Lockenkopf und alle kaufen ihm den Laden leer. Ungewohnt sind die vielen indischen Touristen, die in Varanasi unterwegs sind, zu Teil auch „gehobeneres Klientel“ aus Delhi und Mumbai. Nawal organisiert für uns eine „Walking Tour“ durch Varanasi mit einem amerikanischen Freund. Drei Stunden lang führt er uns durch zahlreiche Tempel, durch die engen Gassen der Stadt, in kleine Hinterhöfe hinein. Super spannende Ecken und Infos, die selbst ich vorher noch nicht kannte. Aber auch sehr krasse Eindrücke, zum Beispiel von den „Ghats“ – so heißen die Treppen am Ganges – an denen die Leichen verbrannt werden. Es riecht überall in der ganzen Stadt ständig nach Rauch, aber hier natürlich noch mehr. Joshua nimmt es relativ gelassen. Man sieht nicht direkt, was dort passiert, aber man weiß es eben. Ich rede offen mit ihm darüber. Hier ist eben der Tod kein Tabu, sondern Bestandteil des Lebens – bzw. des Karmakreislaufs. Wenn hier jemand stirbt, ist es nicht etwas Schlimmes, sondern für die Menschen eine Erlösung. Neben der Verbrennungsstätte ist jede Menge Leben: Verkäufer, Familien auf Sightseeing, religiöse Pilger.

„Hupen ist sooo überflüssig“ – nicht in Indien

Was uns mehr zu schaffen macht – besonders Joshua mit seinem empfindlichen Gehör – ist auch in Varanasi der Lärm. Es ist sehr anstrengend, gemeinsam durch die überfüllten Straßen zu laufen und ständig den hupenden Mopeds auszuweichen. Joshua bekommt bei jedem Hupen einen Tobsuchtsanfall. Sobald wir dann in Nawals Laden oder im netten „Rooftop-Restaurant“ nebenan sitzen, ist es eine akustische Wohltat und wie in einer Oase. Auch mit dem Essen ist es hier schwierig. Selbst wenn wir noch so oft sagen „non-spicy“, ist es zu scharf für ein Kind, das nun eben nicht schon als Baby mit Masala Chai gefüttert wurde.

Im Nachhinein bin ich glücklich und dankbar, dass alle diese Stadt so toll „gemeistert“ haben. Ich habe in Varanasi damals – vor 18 Jahren –  Erfahrungen gemacht, die für mich lebensverändernd waren. Ich habe mich alleine hier hinein gewagt, viele spannende und tolle Menschen getroffen und mehr zurückbekommen als ich je hätte geben können. Oft hat es mich in diese besondere Stadt und zu den Menschen dort wieder hingezogen, doch jetzt merke ich, dass es für mich „rund“ ist, irgendwie abgeschlossen. Und das ist gut so. Und so sind wir alle froh, als wir am Flughafen von Delhi endlich wieder eine Art „normale Zivilisation“ vorfinden, so banal es klingt: Subway, Pizza Hut und ein richtiger Kaffee Latte können manchmal tatsächlich paradiesische Gefühle hervorrufen.

Indien bringt vor allem eine Lektion mit sich: Wir sollten das, was wir haben, einfach sehr sehr schätzen. In Indien versinken die Menschen zum Teil in Dreck, Smog und Müll. Und doch weinen und lachen sie, glauben an ihre Götter, sind fröhlich oder traurig, leben ihr Leben und sind grundsätzlich gut und liebevoll. „Innere Schönheit“ so hat Joshua das Land beschrieben.

Wir haben bei uns in Deutschland alle Voraussetzungen, glücklich zu sein und ein Leben in Wohlstand (dies ist ja immer relativ!) zu leben. Das gelingt uns vor allem dann, wenn wir uns nicht mehr über die kleinen Probleme des Alltags aufregen, sondern in Dankbarkeit alles annehmen, was uns begegnet. Dass genau das für mich meine wichtigste Übung in Thailand sein wird, ahne ich in dem Moment noch nicht. Doch mehr dazu im nächsten Blog.

Zypern: Aphrodite-Spirit und Griechische Gastfreundschaft mit Gregoria

Gastfreundschaft mit Herz

Warum sitzen in manchen Restaurant viele Menschen und woanders gar keine? Warum fühlen wir uns auf einer bestimmten Veranstaltung so richtig wohl und woanders fehl am Platz? Meiner Meinung nach ist es nur zu einem kleinen Teil das Design, die Einrichtung oder das perfekte Programm. Viel entscheidender ist: wir merken, ob jemand uns wirklich authentisch und offenen Herzens begegnet. Wir merken, ob es jemandem nur um ein Business geht oder wirklich um die Menschen. Da kann das Café, das Restaurant, das Hotel oder auch die Website noch so perfekt durchgestylt sein – wenn die Menschen, die wir dort treffen, lieblos oder berechnend agieren, dann bringt das gar nichts.

Diesen Unterschied erleben wir jedes Jahr mit Gregoria, der Inhaberin des „Aphrodite Beach Hotel“ auf Zypern. Kein Wunder, dass ich hier schon seit 4 Jahren mit großer Begeisterung Retreats ausrichte. Die Art, wie sie herzlich und freundlich jeden einzelnen Gast begrüßt, macht schon von Anfang an den entscheidenden Unterschied. Egal, mit welchem Wunsch ich zu ihr komme: geht nicht gibt’s nicht. Ob es andere Yogamatten sein sollen, ich Ausdrucke brauche, wir mehr Privatsphäre im Seminarraum wünschen, den öffentlichen Bus nehmen oder beim Essen mit 18 Personen zusammen sitzen wollen: Gregoria – und auch ihr Sohn Yiannis – finden IMMER eine Lösung. Während ich in deutschen Yoga-Hotels schon öfters mal höre „nein, das machen wir grundsätzlich nicht“, „das geht nicht“ oder „das kostet extra“, wird hier alles möglich gemacht.

Wertschätzung leben – im Seminar und überall

Gregoria erschafft in diesem Hotel eine Atmosphäre, in der Gäste, Seminarteilnehmer:innen, Kinder, zahlreiche Katzen und ein Hund friedlich und harmonisch einfach miteinander sein können. Für mich ist diese Philosophie perfekt passend zu meinen Werten und als Ort für die „Happiness Yoga Ferien“.  Denn auch auf Retreats ist es nicht selbstverständlich, dass verschiedenste Menschen zusammen kommen und auch noch eine geniale Seminar- und Urlaubswoche zusammen verbringen: Single-Frauen, Familien, gleich- und gegengeschlechtliche Paare, begleitende Ehemänner, Mädchen und Jungs im Teenie-Alter – es ist diesmal absolut bunt bei uns.

Das Motto der Woche: leben und leben lassen, sich gegenseitig helfen, wenn es jemand braucht, aber auch diejenigen in Ruhe lassen, die es gerade wollen. Wer zum Yoga möchte, ist dabei, wer ausschlafen möchte, kann das auch tun. Wer die Workshops nutzen möchte, um wieder mehr bei sich anzukommen, kann dies tun, muss es aber nicht. Und mit  Aktivitäten wie schnorcheln, wandern, Bootstour und Lachyoga haben wir alle obendrein und gemeinsam jede Menge Spaß.

So blicke ich – mal wieder – nach einer Woche Urlaubsseminar in glückliche und begeisterte Gesichter und höre Feedbacks wie „so wohl habe ich mich noch nie gefühlt nach nur einer Woche“, oder „ich konnte jetzt endlich richtig runterfahren“, oder gar „all meine Erwartungen wurden übertroffen.“ Jedes Mal am Ende des Seminars frage ich mich, warum das hier so gut funktioniert mit dem liebevollen, wertschätzenden und toleranten Miteinander – und warum an so vielen anderen Orten in der Welt nicht?

Die Haltung ist entscheidend

Und ich stelle fest: Nein, es ist kein Selbstläufer. Es ist eine Entscheidung – zu Beginn des Ganzen, aber auch jeden Tag neu. Es ist die Entscheidung, einerseits für sich selbst Verantwortung zu übernehmen, andererseits aber auch dafür zu sorgen, dass es allen gut geht. Es ist die Entscheidung, an jedem einzelnen Menschen etwas Liebenswertes zu erkennen und sich gegenseitig wertschätzend und respektvoll zu begegnen. Es ist die Entscheidung, mutig zu sein und für das eigene Glück zu gehen. Denn das weiß man aus der Glücksforschung: wenn wir selbst zufrieden sind, dann haben wir auch ein Interesse daran, dass es anderen gut geht – ohne uns aufzuopfern oder es allen Recht machen zu müssen.

Hier im Aphrodite Beach Hotel waren wir definitiv in einer Art Paradies. Doch wir müssen nicht im Paradies sein, um miteinander das Paradies auf Erden zu erschaffen. „Aphrodite“ ist die Göttin der Fruchtbarkeit und der Sinnlichkeit. Sie steht für Verbundenheit mit der Natur und für die Kontinuität der menschlichen Gemeinschaften. Dieser Spirit wird im „Aphrodite Beach Hotel“ definitiv gelebt.

Du hast Interesse an den Happiness Yoga Ferien? Hier findest du die nächsten Termine…

 

Mit Wassermännern im Wasser – Warm-up und Cool-Down auf Korfu

„Wie ist es denn so auf eurer Reise?…“

fragte mich neulich eine Freundin im Zoom. Gar nicht so einfach, diese Frage zu beantworten, fast so wie wenn jemand dich fragt, „na, wie ist das Leben denn so?“ Ich sag mal so: von himmelhoch jauchzend bis zu Tode betrübt ist alles dabei.

Der erste Monat unserer Reise ist nun vorbei und die erste Station Korfu liegt hinter uns. Eines lässt sich schon jetzt sagen: eine solche Reise ist wie ein Brennglas. Das, was schwierig ist, erscheint hier noch schwieriger und anstrengender. Das, was schön ist, ist hier um ein Vielfaches schöner. Die Dramen sind dramatischer, Missstimmungen einschneidender, Glücksmomente noch schöner.

Seminar oder privat – die Themen sind die gleichen

Diese Erfahrung machen auch die Teilnehmer:innen auf meinen Urlaubs-Retreats. Und so haben wir es auf Korfu mit unserer Seminargruppe wieder erlebt: Wir können nicht vor den Themen weglaufen, die uns zu Hause beschäftigen. Im Gegenteil, oft werden sie uns in solchen Reise- und Urlaubssituationen – wenn wir diese bewusst gestalten – noch intensiver auf dem Silbertablett serviert. Es bleibt uns nichts anderes übrig, als uns unsere Macken und Themen anzuschauen – das loszulassen, was wir loslassen können und das zu akzeptieren, was wir nicht ändern können.

Nachdem das Urlaubsseminar auf Korfu und die Teilnehmer:innen abgereist waren, war es dann auch für unsere kleine private Reisegruppe an der Zeit, sich aneinander zu gewöhnen – inklusive all der Fehlbarkeiten und Macken eines jeden einzelnen. Zunächst noch gemeinsam mit Joshuas Papa, danach ungefiltert und ohne Ablenkung als „Dreierteam“. Was nicht einfach ist, wenn das Kind noch traurig ist über den Abschied vom Papa und mit entsprechendem Widerwillen gegenüber dem Freund. Patchwork ist ja schon zu Hause unter normalen Umständen eine Herausforderung – aber so?

Wasser geht immer

Doch es gab einen Hoffnungsschimmer: Das Wasser. Denn wie es der „Zufall“ so wollte, sind Michael und Joshua nicht nur vom Sternzeichen Wassermänner, sondern auch im wahrsten Sinne des Wortes. Beide lieben es ohne Ende, im Wasser zu toben, zu spielen und den gesamten Pool „aufzumischen“. Egal, ob es vorher Widerwillen, Knatschigkeit oder miese Laune gab. Sobald wir auf irgendeine Art irgendwo im Wasser sind, ist die Welt wieder in Ordnung. Beim Schnorcheln, tauchen, Ball spielen, sich gegenseitig untertauchen, ins Wasser springen schmolzen jedes Mal alle Ressentiments wie unsere Schokokekse in der Sonne. Das Beste, was uns passieren konnte, waren all die unbeschwerten Momente, die wir im Wasser, auf dem Boot und in verschiedensten Pools erleben durften.

Man wächst mit seinen Aufgaben

Diese Wassermomente haben uns zusammengeschweißt und dafür gesorgt, dass wir langsam, Schritt für Schritt, auch außerhalb des Wassers unser kleines Team formieren konnten. So hat jeder auf dieser Reise seine besondere Aufgabe bzw. Zuständigkeit bekommen:

  • Joshua ist „Reise- und Ticketminister“ und kümmert sich um Flüge, Busse, Check-In und Hotels.
  • Michael ist „Spaß- und Unternehmungsminister“ und kümmert sich um das Wohl und die gute Laune aller Beteiligten sowie gemeinsame Aktivitäten.
  • Ich, Angela, bin „Finanzministerin“ und habe unser Reisebudget im Blick.

Na, da kann doch nichts mehr schief gehen, oder?

Doch auch wenn es auf den Bildern so aussehen mag, verbringen wir hier nun mal keinen Dauerurlaub. Vormittags arbeiten wir im Home Office bzw. der „Mama School“ und dürfen uns mit Sitzungen, Seminarorganisation und Stochastik beschäftigen. Zugegebenermaßen, es gibt schlimmere Orte, an denen es sich arbeiten lässt.

Da ich neben meiner Tätigkeit als „Finanzministerin“ nun auch selbsternannte Lehrerin und Direktorin der „Mama School“ bin, hat sich jedoch meine eigene Arbeitszeit auf ein Minimum reduziert. Das hat mir schon den ein oder anderen Panikanfall verschafft, dass ich nicht mehr 8 Stunden am Tag für meine Projekte und meine Sichtbarkeit investieren kann. Aber es zwingt mich auch dazu, Prioritäten zu setzen und nur die wirklich wichtigen Dinge zu tun.

Zeit ist relativ

Insgesamt sind wir doch überrascht, wie viel Zeit frei wird, wenn man bestimmte Dinge weniger oder gar nicht mehr tut und wie sich insgesamt die Prioritäten verschieben:

  • weniger durch Insta scrollen, mehr gemeinsam im Wasser toben.
  • weniger Nachrichten oder Serien schauen, mehr abends auf dem Balkon sitzen und sich über die Geschehnisse des Tages austauschen
  • Weniger Webinare oder Online Kongresse anschauen, mehr Buch lesen.
  • Weniger Podcast hören, mehr einfach da sitzen und den Geräuschen der Natur lauschen.

Reisen allein macht nicht glücklich – aber Spaß!

Unsere Zeit auf Korfu ist nun schon vorbei, und neue Erfahrungen auf Zypern warten auf uns. Wir haben diese Zeit gebraucht und genutzt, um uns aneinander zu gewöhnen. Wir haben schon jetzt die Erfahrung gemacht, dass dies kein Urlaub und auch kein Garant für einen dauerhaften Glückszustand ist.

Ja, wir haben schon viele stressige, ärgerliche und schlecht gelaunte Momente erlebt, in denen einiges schief gegangen ist. Schon zweimal sind wir irgendwo mit einem Bus liegen geblieben, um dann in der Mittagshitze im Nirvana zu stehen und auf einen Ersatzbus zu warten. Wir sind mit einem Mietwagen durch Korfu Stadt geirrt, um dann festzustellen, dass wir genau an der falschen Stelle geparkt haben als dort wo wir hinwollten. Wir haben uns von Mücken zerstechen lassen und Ameisenkolonien aus dem Appartement entfernt, weil irgendwo noch Chipskrümel rumlagen.

Aber wir sind auch mit dem Moped durch die Gegend gesaust und haben uns an der Landschaft gefreut, sind vom Boot aus ins glasklare Meer gesprungen, um Fische zu bestaunen, haben einen Pool auf dem Berg für uns alleine gehabt, mit Blick über die Bucht und das Meer, waren auf den Spuren von James Bond unterwegs und haben einen Donut am höchsten Punkt von Korfu Stadt gegessen.

Wir sind jeden Tag dankbar für alles, was wir erleben dürfen und stellen schon jetzt fest: Reisen ist toll! Wir können zwar nie vor den Problemen weglaufen, die wir zu Hause haben, aber wir bekommen einen anderen Blick darauf. All das, was wir hier machen, erfordert sehr viel Gelassenheit, Vertrauen, vielleicht auch Mut. Aber es lohnt sich! Reisen reduziert uns einerseits auf die wesentlichen Dinge. Andererseits werden wir beschenkt mit Fülle pur – einer Fülle von Erfahrungen, Erlebnissen, Begegnungen und Glücksmomenten.

Auf Korfu wird das Wetter langsam kühler, die Tretboote und SUPs zum Mieten werden weggefahren. In den Restaurants und an den Pools sitzen immer weniger Touristen rum, das Hauptpublikum besteht nun aus älteren englischen Ehepaaren. Dieser „Cool-Down“ leitet auch für uns das Ende eines gelungenen Warm-Ups ein. Wir sind bereit für alles, was noch kommt!

Du möchtest unsere weitere Reise mitverfolgen? Dann schau hier: http://50plusminus-ontour.de

 

Mission Impossible? Warum wir eine „Weltreise“ machen

„Warum macht ihr das?“

„Was versprecht ihr euch davon?“

„Habt ihr noch Platz für mich im Koffer?“

„Das könnte ich ja nie!“

Diese und ähnliche Sätze haben wir in den letzten Wochen und Monaten oft zu hören bekommen – verständlicherweise. Denn unser Plan mag für Außenstehende tatsächlich erstmal wie eine „Mission Impossible“ klingen: zusammen auf Reisen gehen – mit dem Freund, mit dem man bisher noch nicht mal zusammen gewohnt hat. Und mit einem 10-jährigen Teenie-Sohn, der nicht der Sohn des Freundes ist und außerdem schulpflichtig.

Wir machen es trotzdem. Warum? Ich weiß es nicht. Es sollte so sein, könnte man sagen. Oder: wir haben es uns in den Kopf gesetzt. Vielleicht haben wir auch zu wenig nachgedacht. Ein bisschen hat es sich auch einfach ergeben.

Ist eine Weltreise nicht zu gefährlich?

Eines ist klar: wir werden sterben. Alle. Irgendwann. Vielleicht morgen, vielleicht in 50 Jahren. Doch wenn es dann soweit ist, dann haben wir den Wunsch, sagen zu können, wir haben die Chancen und Möglichkeiten des Lebens genutzt. Wir möchten nichts bereuen, nichts auf Morgen verschoben haben.

Damit meine ich nicht, dass man von früh bis spät und rund um die Uhr Action oder bahnbrechende Erlebnisse haben muss. Sondern ich meine, dass wir so viele Glücksmomente wie möglich erschaffen möchten. Dass wir für alles, was ist, dankbar sein und das Leben mit all seinen Höhen und Tiefen genießen wollen – die großen Abenteuer genauso wie die kleinen feinen Momente des Lebens.

Umfragen bestätigen, dass die meisten Menschen am Ende ihres Lebens eher das bereuen, was sie NICHT getan haben als das, was sie getan haben – selbst wenn sie dabei Fehler gemacht haben (siehe auch das Buch „Fünf Dinge, die Sterbende am meisten bereuen“ von Bronnie Warne).

Alles beginnt mit dem Gedanken – von der Idee zur Umsetzung

So ist auch die Idee der Reise in unseren Köpfen entstanden: mal eine Zeit im Ausland leben, reisen gehen, etwas anderes leben als den üblichen Alltag –  andere Menschen treffen, Kulturen kennenlernen, neue Perspektiven auf die Welt und das Leben erhalten. Das Leben hat mich gelehrt: alles beginnt mit dem Gedanken – mit dem Wunsch, der Idee, etwas zu tun, etwas zu erleben oder auch ein bestimmtes Ziel zu erreichen.

Kennst du es, dass sich manchmal plötzlich alles wie von selbst fügt und ergibt, wenn du erstmal gedanklich eine Absicht, einen Wunsch formuliert hast? Das, was ich in meinen Kursen immer wieder betone, hat sich auch hier genauso bestätigt: Unser Wunsch, die Sehnsucht, dies zu tun, hat sich in unseren Köpfen festgesetzt. Wir haben beschlossen, es einfach zu tun, und die klare Absicht war da.

Wie bereitet man eine „Weltreise“ vor?

Und plötzlich hat sich alles genauso ergeben, dass es passte. Jede scheinbar noch so große „Hürde“ war in Leichtigkeit zu bewältigen – oder hat uns nichts ausgemacht. Alle aufkommenden Fragen konnten wir tatsächlich Schritt für Schritt klären:

Wann?

Schnell war klar, dass der Schulwechsel des Sohnes von der Grundschule in das Gymnasium der beste Zeitpunkt wäre, also ab Herbst 2023.

Wohin?

Die verschiedenen Eckpunkte der Reise haben sich schnell ergeben. Da ich Seminare auf Korfu und Zypern gebe, sollten dies die ersten Stationen sein. Danach zur World Laughter Yoga Conference nach Indien und über Silvester ein Treffen mit meiner Freundin und ihrer Tochter in Thailand. Der Rest würde sich ergeben. Von meinen eigenen zahlreichen Indien- und Südamerika-Reisen weiß ich, dass man immer unterwegs Menschen trifft, die einem Tipps geben oder erzählen, wo man noch unbedingt hin muss. Dafür sollte Raum bleiben. Auch, damit wir an besonders schönen Orten auch mal Zeit dranhängen können. Somit ist die „Weltreise“ keine richtige Weltumrundungsreise, sondern eher eine „Teil-Weltreise“.

Gesetzliche Schulpflicht – wie soll das gehen?

„Wie machst du das mit deinem Sohn?“ war wohl die häufigste Frage, die ich vorab gehört habe, wenn ich von der Reise erzählt habe. Grundsätzlich bin ich ja davon überzeugt, dass ein 10-jähriges Kind auf einer solchen Reise mindestens genauso viel lernen und daran wachsen kann wie in einem halben Jahr Schule – selbst wenn er im Zweifel eine Klasse wiederholen müsste.

Übrigens: Deutschland ist das einzige Land Europas, in dem gesetzliche Schulpflicht besteht. In den meisten Ländern – z.B. Österreich, den Niederlanden, Kanada, Neuseeland oder den USA – ist es erlaubt, Kinder von zu Hause aus zu unterrichten. Doch um in Deutschland ein Kind von der Schule zu beurlauben, erfordert es viel Geduld und Behördenrennerei.

Ich rufe also zuerst beim Schulamt an, die mich auf das Bezirksamt verweisen. „So einen Fall hatten wir noch nie“, sagt die zuständige Sachbearbeiterin. Weiter beim Bezirksamt, das mich wiederum an die Schule verweist. Doch die Grundschule ist nicht mehr zuständig und an der weiterführenden Schule ist das Kind noch nicht angemeldet.

Nach mehreren Mails und immer wieder Nachhaken beim weiterführenden Gymnasium bekomme ich endlich einen Termin mit der Schulleiterin. Zum Glück ist diese aufgeschlossen für unseren Plan. Ich muss allerdings nachweisen, dass ich beruflich ins Ausland muss – und angeben, wie ich dort mein Kind „beschulen“ werde. Also Nachweise eingeholt, irgendeine Schule in Indien rausgesucht, das Kind am hiesigen weiterführenden Gymnasium angemeldet und begleitend dazu einen netten Brief geschrieben.

Bis kurz vor Abflug sind wir noch im Ungewissen, ob das letztlich zuständige Bezirksamt die Zusage gibt. Doch schließlich ist die Bestätigung da und wir können das Kind ganz legal von der Schule nehmen. Die größte Hürde ist gemeistert!

Dauerurlaub nur für Lottogewinner?

Genauso wichtig war auch die Frage, wie wir es finanziell und beruflich geregelt kriegen. Uns war klar, dass wir nicht Dauerurlaub machen wollten, sondern von unterwegs aus arbeiten würden – und auch müssen. Tatsächlich kam uns hier Corona zugute: Michael hatte seit der Pandemie zum größten Teil Home Office und bekam die Zusage, dass er von unterwegs aus arbeiten darf – sogar von außerhalb von Europas!

Ich selbst musste zwar meine wöchentlichen Yogakurse vor Ort aufgeben, kann aber durch meine Urlaubs-Retreats und mein Online-Programm SMILE meine finanzielle Grundlage sichern. Seit Jahren habe ich darauf hingearbeitet, ortsunabhängig arbeiten zu können. Jetzt weiß ich, wofür es gut war. Für die Wohnung habe ich mir eine Zwischenmieterin gesucht, so dass auch hier nicht mehr Kosten anfallen als ich sie zu Hause gehabt hätte.

Wohin mit dem ganzen Kram?

Dies bedeutete für mich aber auch, dass ich kurz vor Abreise noch einen Mini-Umzug stemmen durfte – nämlich meine persönlichen Sachen aus der Wohnung in Kisten verpacken und auf den Dachboden hieven, der zum Glück genügend Platz für meine zahlreichen Umzugskartons bietet. Die Zwischenmieterin ist dankbar über eine Lösung für sich und ihre Tochter, da sie frisch getrennt ist und es für sie als Alleinerziehende so gut wie unmöglich ist, auf „normalem Wege“ eine bezahlbare Wohnung zu finden. Sie erklärte sich dementsprechend gerne bereit, meine Post zu sammeln und meine Pflanzen zu gießen: Win-Win für alle!

Mit Zuversicht ins Abenteuer

Bleibt noch die wichtigste Frage: wie schaffen wir es als „zusammengewürfeltes Dreiertam“ und Patchworkfamilie, die Herausforderungen einer solchen Reise zu meistern, mit allem, was dazu gehört: auf engstem Raum lange zusammen, anstrengende Fahrten in Bussen und Zügen, unterschiedliche Bedürfnisse, möglicherweise Heimweh nach Hause? Wir wissen noch nicht genau, wie es gehen wird. Aber wir sind überzeugt und festen Willens, DASS es klappen wird. Wir vertrauen darauf, dass ganz viel Mut, Gelassenheit, Humor und Optimismus sowie ein wunderbarer Schutzengel uns begleiten werden.

Unser Reisemotto:

  • Es ist, wie du denkst
  • Es ist, wie es ist
  • Et hätt noch emmer joot jejange!

Na, was soll da noch schiefgehen?

 

Du möchtest uns auf unserer Reise begleiten und mit weiteren Fotos, Videos und Berichten auf dem Laufenden bleiben? Dann schau gerne unter plusminus-ontour.de

Wie die Spiegelneuronen unsere Stimmung beeinflussen – und wie du sie für dich nutzen kannst

Mitgefühl: Fluch und Segen zugleich

Neulich hatte mein Sohn Streit mit einem Freund, er war traurig und wütend. Mir tut es dann jedes Mal in der Seele weh tut, wenn ich mitbekomme, dass mein Sohn traurig ist. Sicherlich geht es dir ähnlich – vielleicht mit deinem Kind, Partner, Eltern oder auch Freund:innen.

Sicherlich hast du dich umgekehrt schonmal so richtig von der Begeisterung anstecken lassen, zum Beispiel wenn einer deiner Lieblingsmenschen neu verliebt war, einen tollen Erfolg hatte oder nach langer Suche eine Wohnung gefunden hatte.

Klar, es scheint logisch, dass wir mit nahestehenden Menschen mitfühlen, egal ob sie traurig oder begeistert sind. Schließlich lieben wir diese Menschen, und es ist uns daran gelegen, dass es ihnen gut geht. Doch wie kommt es dann, dass wir auch mit den Held:innen mitfiebern, wenn wir zum Beispiel einen Film sehen? Dass wir angespannt sind, wenn die Verfolger auf der Spur der Heldin sind oder traurig, wenn der Held seine große Liebe verliert? Dass wir berührt sind, wenn Menschen sich versöhnen oder wütend, wenn ihnen Unrecht geschieht?

Was sind Spiegelneuronen?

Neben der Tatsache, dass dies in der Regel von den Filmemachern geschickt dramaturgisch aufgebaut wird, hat es aber auch noch einen anderen Grund, warum das funktioniert: die Spiegelneuronen! Diese sorgen dafür, dass bei uns im Gehirn die gleichen Prozesse stattfinden, wenn wir jemanden beobachten, der etwas tut, wie wenn wir es selbst tun! Wenn wir also jemanden sehen, der lächelt, dann werden bei uns die gleichen Reaktionen aktiviert, wie wenn wir selbst lächeln würden. Die Funktion der Spiegelneuronen im Gehirn ist somit eine der wichtigsten Voraussetzungen dafür, dass wir mit anderen Menschen mitfühlen und Empathie empfinden können. Sie sorgen dafür, dass wir uns gegenseitig verstehen und dass ein soziales Miteinander möglich ist.

Vielleicht hast du es auch schon erlebt, dass es dich mindestens genauso glücklich macht, ein Kompliment zu machen wie eines zu empfangen? Denn dabei bekommst du eine überraschte oder freudige Reaktion des Gegenübers gleich mit dazu und kannst dies wiederum positiv mitfühlen. Das Ganze verstärkt sich dann also gegenseitig. Genauso ist es, wenn wir jemandem helfen oder ihr einen Gefallen tun. Wenn der andere sich freut, können wir uns umso mehr mitfreuen.

Die Makak-Affen und die Entdeckung der Spigeleneuronen

Dabei wurde diese geniale Funktion im Gehirn eher durch einen Zufall entdeckt. Der italienische Wissenschaftler Giacomo Rizzolatti und sein Team von der Universität Parma untersuchten die Hirnaktivität der Makak-Affen. Sie fanden dabei Neuronen, die sowohl aktiviert wurden, wenn der Affe eine bestimmte Handlung ausführte (z.B. eine Banane nehmen) als auch, wenn der Affe eine andere Person (z. B. einen der Forscher) bei der Ausführung derselben Handlung beobachtete (wenn der Forscher eine Banane nahm, um sie dem Affen zu geben).

Im Jahr 2010 gelang es den Wissenschaftlern Roy Mukamel und Itzhak Fried schließlich, die Aktivität von Spiegelneuronen ebenfalls im menschlichen Gehirn zu messen. Auch In anderen Studien (Neurowissenschaftlerin Sophie Scott, 2006) stellte man fest, dass Menschen Gefühle spiegeln. Sie stellte mit Proband:innen fest, dass diese bestimmte Gefühle (Freude, Angst, Ekel) auch dann empfanden, wenn sie nur Laute von anderen Menschen hörten, die gerade dieses Gefühl empfanden. Dabei waren bei ihnen die gleichen Hirnareale aktiv wie bei den Menschen, die wirklich diese Gefühle empfanden.

Achtung, Manipulationsgefahr!

Den Spiegelneuronen verdanken wir es außerdem, dass wir durch Nachahmen lernen können. Dies hilft uns zum Beispiel, wenn wir Tanzschritte einüben, bestimmte Bewegungsabläufe lernen wollen oder auch im Sport oder Yoga einer Anleitenden folgen.

Ein weiterer Aspekt der Spiegelneuronen ist das „Resonanzphänomen“: Wenn wir jemanden sympathisch finden, neigen wir dazu, die Bewegungen des anderen (unbewusst) zu imitieren. Beide Beteiligten können sich dann gut ineinander einfühlen und schwimmen auf einer „Wellenlänge“. Probiere es mal aus, wenn du zum Beispiel mit jemandem gegenüber tanzt: ändere hin und wieder deine Tanzbewegung und schau, ob dein Gegenüber ebenfalls deine neue Tanzbewegung übernimmt. Ich habe es schon oft ausprobiert und war immer wieder überrascht, wie gut das funktioniert. Auch bei Verliebten lässt sich oft beobachten, dass sie ihre Gestik und Ausdrucksweise aneinander anpassen.

Dieser Effekt der Resonanz kann jedoch auch umgekehrt genutzt werden, um andere zu manipulieren – positiv wie negativ. In verschiedenen Coaching-Ansätzen (z.B. NLP) spiegelt die Therapeutin ihr Gegenüber, um Vertrauen aufzubauen (vom „Pacing“ bis hin zum „Rapport“, bei dem die gemeinsame Ebene schließlich erreicht ist). Dies kann positiv eingesetzt werden, birgt aber auch die Gefahr der Manipulation. Schließlich neigen wir eher dazu, das zu tun, was jemand von uns verlangt, wenn wir diesen Menschen sympathisch finden und ihm vertrauen.

Drei Anregungen, um die Macht der Spiegelneuronen zu nutzen

  1. Manipulation erkennen

Nimm bewusst wahr, ob dir unbekannte Menschen deine Körpersprache übernehmen. Halte inne, achte auf Verstand und „Bauchgefühl“ und versuche zu unterscheiden, ob der andere dich möglicherweise manipulieren will oder „zufällig“ deine Körpersprache übernimmt.

  1. Dein Umfeld bewusst auswählen

Die Spiegelneuronen sorgen dafür, dass die Stimmung, Ausdrucksweise und vielleicht auch Verhaltensweise von anderen auf uns abfärbt. Natürlich können wir uns dem nicht komplett entziehen. Überlege dir, mit welcher Art von Menschen du dich umgeben möchtest: mit typischen „Jammerern“, oder mit „bewussten Gestalter:innen?“ Vielleicht kennst du den Spruch „du bist ein Produkt deines Umfelds“. Umgib dich mit glücklichen, optimistischen Menschen, und du wirst glücklich. Umgib dich mit erfolgreichen Menschen, und du wirst erfolgreich. Genauso ist es mit kreativen, hilfsbereiten, begeisterungsfähigen Menschen etc.

  1. Selbstbestimmt senden, statt dich runterziehen zu lassen

Doch wir sind unserem Umfeld nicht hilflos ausgeliefert. Das Wissen über die Spiegelneuronen unterstützt dich dabei, selbstbestimmt zu bleiben und bewusst zu entscheiden, in welche Körperhaltung und in welche Gefühle du dich hinein begeben willst. Schließlich können wir es nicht immer vermeiden, dass wir es auch mal mit „negativen“ oder missgünstigen Menschen zu tun haben, zum Beispiel im beruflichen Umfeld. Wenn das der Fall ist, dann kannst dich immer fragen: Willst du fremdbestimmt der Stimmung anderer Menschen folgen oder selbst entscheiden, wie du drauf bist?

Mach dir bewusst, dass die Gefühle und Stimmungen anderer nicht deine Gefühle sind und dass du selbst jederzeit über dein Energielevel entscheiden kannst. Und du kannst zusätzlich dir selbst etwas Gutes tun, indem du gute Gefühle nach außen aussendest und eine positive Körperhaltung einnimmst. Mache deinen Mitmenschen Komplimente, zeige ihnen deine Zuneigung, lächle alle an, die dir begegnen und freu dich an ihren Reaktionen!

SMILE Programm: Jetzt Gespräch buchen

Du möchtest selbstbestimmt in guter Energie durch den Tag gehen, doch es fällt dir gerade schwer? Im SMILE-Programm für Resilienz und Lebensfreude findest du Gleichgesinnte dafür und kompetente Begleitung. Buche jetzt das kostenlose Happiness Check Gespräch und schau, ob das Programm für dich passt! Hier geht’s zum SMILE-Programm…

Eine Gesellschaft im Burnout? Wie wir unser Akku wieder aufladen

Neulich hat mir eine Freundin erzählt, wie sie in ein heftiges Burnout geschlittert ist. Sie ist alleinerziehend, hatte während der Pandemie großen Stress, um ihre zwei Kinder unterzubringen, während sie selbst arbeiten musste. Kurz darauf erfuhr sie, dass sie aus ihrer Wohnung raus muss und hat sich dann zu guter Letzt noch am Knöchel verletzt. Na Halleluja. Es gibt Momente im Leben, da kommt alles gleichzeitig. Wenn wir dann nicht seelisch und körperlich stabil sind, kann es passieren, dass alles über uns zusammen bricht und der letzte Funken an Zuversicht in uns verglüht – sprich, dass wir wortwörtlich „ausbrennen“.

Die Folgen der Pandemie lassen grüßen

Neben solchen privaten Herausforderungen macht vielen Menschen aber auch die Situation in der Welt – Krieg, Krise, Inflation – zu schaffen. 60% der Deutschen haben Zukunftsangst. Viele von uns können nachts nicht mehr schlafen, weil sie sich im Bett wälzen und grübeln. Der weltweite Stresslevel ist laut Gallup-Institut mit 44% mehr als doppelt so hoch wie vor der Pandemie. Laut Mental Health Report fühlen sich 56% der Deutschen niedergeschlagen, 51% können sich über nichts mehr freuen und 44% haben gar keine positiven Gedanken mehr. Die Ausfallquote durch Krankmeldungen war in 2022 mit 5,5% so hoch wie nie zuvor, der dritthäufigste Grund dafür sind psychische Krankheiten wie Depressionen oder Angstzustände. Viele von uns gehen körperlich und auch mental auf dem Zahnfleisch.

Der neue Fluch des Home Office

Natürlich hat es auch Vorteile, dass viele Menschen dank Corona überhaupt Home Office machen können und ihr Arbeitsplatz nun bequem in wenigen Schritten vom Bett zum Schreibtisch erreichbar ist. Aber auch das bringt Nachteile mit sich: Die Trennung zwischen Berufs- und Privatleben ist bei vielen völlig verwischt. Immer wieder bekomme ich in meinem Umfeld mit, dass Menschen krank sind – manchmal sogar an Corona selbst – und dennoch aus Pflichtgefühl ganz normal von zu Hause aus weiterarbeiten.

Kleine natürliche Pausen und Rituale, die es im Büroalltag gibt, fallen weg: Der kurze spontane Plausch in der Kaffeeküche, der kleine Gang mit Kolleg:innen um den Block nach der Kantine oder eben das Abschalten anhand von Lesen oder Musik hören auf dem Arbeitsweg. Wenn die Arbeit nicht geschafft ist, bis die Kinder zu Hause sind, dann müssen diese eben „nebenher laufen“ und sich beschäftigen.

Wer hat den besten Freizeitkick?

Hinzu kommt, dass auch unser Freizeitleben wieder zu einer kleinen „schneller – höher – weiter“ Challenge geworden ist. Gab es während der Pandemie für viele eine kurze Rückbesinnung zu „back to the roots“ mit Spaziergängen, Uno spielen, kochen und Fahrradtouren ins Grüne, so wird heute wieder auf Insta gehyped, welche tollen Konzerte und Restaurants wir besuchen und wer den coolsten Urlaub macht. Siehe auch Blogartikel „vergleichen macht unglücklich“

All diese Entwicklungen haben eines gemeinsam: sie stressen uns. Und sie können schlimme Folgen haben: Wenn wir nicht umdenken und uns darüber klar werden, was uns Kraft gibt, was uns wichtig ist und wie wir leben wollen, dann landen wir sehr schnell in dem Hamsterrad: wir wollen unser Leben optimieren, uns beruflich reinhängen, erfolgreich sein, aber dazu auch noch perfekte Mami, Lebenspartnerin und Social-Media-wirksame Freizeitgestalterin sein. Vielleicht merken wir es erstmal gar nicht. Aber wenn wir in diesem Hamsterrad weiterrennen, dann kann das im Burnout enden.

Fear of Missing Out – Social Media Burnout

Durch die immens gestiegene Nutzung von Social Media und deren Folgen ist sogar noch eine weitere Variante des Burnout entstanden: der „Social Media Burnout“. Studien zeigen, dass die Intensivnutzung von Instagram und co. Stress und Schlafprobleme verursacht und das Immunsystem schwächt. Dies resultiert vor allem aus der ständigen Informationsflut, die einhergeht mit der Angst, etwas zu verpassen. Hinzu kommt, dass wir durch die perfekten Bilder eine Welt vorgegaukelt bekommen, die nicht real ist, sondern inszeniert wird. Sie wird uns aber als real suggeriert, und so haben wir das ständige Gefühl, nicht gut genug, schön genug oder aufregend genug zu sein. Ein „Social Media Burnout“ ist wie eine Sucht, die sich Schritt für Schritt in unser Verhalten einschleicht und  uns wie mechanisch schon vor dem Aufstehen durch Instagram scrollen lässt.

Diese oder auch andere Faktoren können dazu führen, dass wir auf allen Ebenen „ausbrennen“ – dass wir körperlich und emotional erschöpft und zu nichts mehr richtig imstande sind. Burnout ist keine offizielle Krankheit, sondern eine Diagnose, aus der sich psychische oder psychosomatische Störungen entwickeln können. Mögliche Folgen sind Depressionen, Angststörungen oder körperliche Beschwerden wie hoher Blutdruck, Herz- und Magenbeschwerden oder Kopfschmerzen.

Was ist ein Burnout?

Der Begriff Burnout wurde 1974 von dem Psychoanalytiker Herbert Freudenberger in New York eingeführt. Im Gegensatz zu chronischem Stress ist Burnout vor allem auch mit emotionaler Erschöpfung verbunden. Burnout entsteht, wenn Menschen sich für etwas einsetzen und in ihrem Anliegen keinerlei Wertschätzung oder Erfolge ernten. So entsteht ein Kreislauf aus sich noch mehr anstrengen, ausbleibender Belohnung und steigender Frustration.

Der Burnout-Kreislauf

 

Wenn eines der folgenden Merkmale auf deine Situation zutrifft, solltest du aufhorchen und dir möglichst Beratung und / oder Begleitung suchen:

De-Personalisierung:

Wenn Menschen sich nicht mehr so wie vorher mit ihrer Tätigkeit identifizieren bzw. das Interesse verloren haben, droht Burn-Out.  Zum Beispiel beginnen Pflegekräfte aus Frust darüber, nicht genügend Zeit für ihre Patient:innen zu haben, unpersönlich und harsch zu werden. Oder Menschen, die im sozialen Bereich arbeiten, werden gleichgültig angesichts der Probleme, die sie eh nicht ändern können.

Emotionale Erschöpfung:

Diese liegt dann vor, wenn Menschen bei Kleinigkeiten in Tränen ausbrechen oder einen Wutanfall bekommen. Auch, wenn sie depressiv sind und sich an den kleinen Dingen des Lebens – Sonne, schöne Begegnungen, Aufmerksamkeiten der Kinder –  nicht mehr freuen können. In dem Fall könnte dies auf emotionale Erschöpfung zurückzuführen sein.

Verringerte Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit:

Dies äußert sich darin, dass Menschen sich nicht mehr konzentrieren können, Dinge vor sich herschieben, schnell müde werden oder sehr lange brauchen für ganz normale Aufgaben. Auch dies sind alarmierende Zeichen dafür, dass ein Burnout vorliegen könnte.

Etwas ausführlicher findest du die verschiedenen Stufen auf dem Weg ins Burnout in dieser Abbildung. Hier kannst du überprüfen, ob etwas davon für dich zutrifft.

Was tun bei Burnout?

Wenn das Stadium Burnout erreicht ist, also nichts mehr geht, dann helfen ein paar Wochen Urlaub oder ein Wellness-Wochenende nicht mehr weiter. Meist sind mehrwöchige Reha-Aufenthalte und eine komplette Umstellung des Lebensstils erforderlich. Das kostet nicht nur Arbeitgeber und die Gesellschaft viel Geld, sondern vor allem die Betroffenen viel Leid, verlorene Zeit und mühseliges Wiedereinfinden in ein normales Leben.

Was können wir also tun, um es erst gar nicht so weit kommen zu lassen? Wichtig ist es bei der Burn-Out-Prävention, nicht nur Strategien für Stress-Management anzuwenden oder Stress zu vermeiden, sondern körperlich und mental dafür zu sorgen, gelassener und gesünder zu leben und mit Frust und Enttäuschung besser umgehen zu lernen. Wir sollten sowohl auf körperlicher als auch auf mentaler Ebene dafür sorgen, dass wir unser Akku immer wieder aufladen und nicht überstrapazieren. Mit anderen Worten: unsere Resilienz stärken. Hier ein paar Anregungen dazu:

Gesundheitsbewusste Lebensweise

Um unsere Ressourcen zu stärken, gehört es natürlich dazu, sich gesund zu ernähren, Risikofaktoren wie Alkohol, Rauchen oder Fast Food zu vermeiden und für genügend Schlaf zu sorgen. Weiterhin helfen folgende Methoden, um sich selbst wieder mit Energie aufzuladen.

Atemtechniken

In vielen traditionellen Konzepten geht man davon aus, dass der Atem (z.B. „Prana“ im Yoga) uns mit Lebensenergie versorgt. Dafür ist es wichtig, nicht durchgehend flach und schnell zu atmen (wie es oft unter Stress geschieht), sondern zwischendurch bewusst tief, lang und langsam zu atmen. Siehe auch Blogartikel „Atem – das unterschätzte Wunderwerkzeug“

Die Lunge sorgt dafür, dass genügend Sauerstoff in unsere Zellen gelangt und der Abtransport von abgelagerten Giftstoffen ermöglicht wird. Verschiedene Mediziner:innen sind davon überzeugt, dass die meisten Krankheiten vor allem entstehen, wenn die Zellen des Körpers nicht mit genügend Sauerstoff versorgt werden. Durch Atemübungen – wie sie z.B. im Yoga praktiziert werden – lässt sich dies vermeiden.

Bewegung

Bewegung ist nicht nur körperlich gesund, sondern erhöht auch die Stimmung. Sie ist das beste Ventil, um aufgestauten Stress abzubauen und Emotionen rauszulassen. Das wiederum stärkt das emotionale Wohlbefinden. Durch Sport oder Bewegung aktivierst du zunächst das sympathische Nervensystem und bringst den Körper in (positiven) Stress. Danach wird automatisch das parasympathische Nervensystem in Gang gesetzt und somit die Erholung aktiviert.

Entspannung

Unser System funktioniert am besten, wenn wir dafür sorgen, dass Aktivität und Entspannung im ausgewogenen Verhältnis stehen. Jede Form von dauerhafter Anspannung führt langfristig zu chronischem Stress und unter bestimmten Umständen auch zu Burn-Out. Um die eigenen Ressourcen wieder aufzuladen hilft alles, was uns entspannt. Das kann der Spaziergang im Wald sein, der Saunagang, aber auch gezielte Entspannungsübungen oder geführte Meditationen (siehe hier…).

Selbstwirksamkeit trainieren

Eine „hohe Selbstwirksamkeitserwartung“ ist einer der wichtigsten Resilienzfaktoren. Damit ist zum einen gemeint, dass wir imstande sind, unser Leben, unsere Stimmung und unser Glück selbst zu beeinflussen und daran zu glauben. Genauso wichtig ist es jedoch, Klarheit über die eigenen Ziele, Wünsche, Werte und Visionen zu haben. Menschen, die eine klare Vorstellung davon haben, wie sie leben wollen, lassen sich auch nicht mehr vom ständig erzählten „schneller-höher-weiter“- Märchen ablenken oder gar herunterziehen. Sie wissen, was sie wollen, was sie glücklich macht, und sie gehen selbstbestimmt ihren Weg (Unterstützung dazu findest du hier…)

Positive Innere Einstellung

Wenn wir lernen, auch unter „widrigen Umständen“ gelassen zu bleiben (siehe Blogartikel zu Gelassenheit), dann stärkt dies unsere mentale Kraft und wir schaffen es leichter, uns nicht unterkriegen zu lassen. Um dauerhaft eine positive innere Einstellung zu bewahren, ist es wichtig, unser Gehirn immer wieder in einen positiven emotionalen Zustand zu versetzen. Dies geht nicht immer per Willenskraft, aber mit einem kleinen „Trick“ – nämlich Lächeln und Lachen.

Lächeln und Lachen

Durch Lächeln und Lachen können wir anhand der körperlichen Aktivität dafür sorgen, dass unsere Stimmung sich innerhalb von kürzester Zeit verändert. Selbst wenn wir absichtlich ein Lachen initiieren – also auch dann, wenn es keinen Grund zum Lachen gibt – werden im Gehirn Glückshormone aktiviert, und wir kommen innerhalb von kürzester Zeit in eine andere Stimmung und in einen positiven Gefühlszustand. Wir können Dinge gelassener sehen und ärgern uns nicht mehr so schnell. Und ganz nebenbei profitieren wir noch von den gesundheitlichen Vorteilen des Lachens (siehe auch den Blogartikel „Lachen“).

Atem, Bewegung, Entspannung, Lachen: Der Königsweg

Wenn du diese 4 Elemente der Prävention in deinen Tagesablauf integrieren kannst – neben gesunder Ernährung, genügend Schlaf und erfüllenden sozialen Kontakten – dann reduzierst du die Gefahr eines Burnouts erheblich.

Und wenn du bewusst auf dich selbst achtest und immer wieder mal inne hältst und dich fragst, wo du stehst und was du für deine Gelassenheit tun kannst, dann wirst du schnell erkennen, falls du dich auf dem Weg in ein Burnout befinden solltest. Und du kannst gegensteuern. Dabei ist es hilfreich, wenn du Menschen in deinem Umfeld hast, die dich dabei unterstützen.

SMILE – and the World changes

Du möchtest die oben genannten Techniken lernen und sie effektiv anwenden? Du möchtest gelassener werden, deine Resilienz stärken und wieder mehr Freude und Spaß am Leben haben? Dich mit Gleichgesinnten sinnvoll austauschen? Dann komm in das SMILE-Programm und mach jetzt den Happiness Check!

„Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.“

Reinhold Niebuhr

Der Ton macht die Musik – das „limbische System“ und wie wir es positiv nutzen können

Emotionale Erfahrungen bleiben hängen

Wo warst du am 11. September 2001? Sicherlich wurdest du das schon öfters mal gefragt. Und vermutlich wirst du es auch ganz genau wissen. Genauso wie du höchstwahrscheinlich wissen wirst, wo du am Tag des Mauerfalls, am 9. November 1989, warst – zumindest wenn du über 35 Jahre alt bist.

Doch kannst du dich auch daran erinnern, was du am 9. Februar 2013 gemacht hast? Ich schon: Ich habe da meinen Sohn geboren. Aber ich weiß es eben nur deshalb, weil ich an dem Datum diese höchst einschneidende und emotionale Erfahrung gemacht habe. Wenn für dich dieser Tag hingegen ein Tag wie jeder andere war, dann wirst du vermutlich nicht mehr wissen, wo du warst oder was du gemacht hast.

Warum ist es so, dass solche hoch emotionalen Erfahrungen oder gar traumatische Erlebnisse, genauso wie zutiefst glückliche Ereignisse sich so sehr in unser Gedächtnis einprägen, während wir das normale Dahinplätschern des Alltags so schnell wieder vergessen? Das hat vor allem mit unserem „limbischen System“ im Gehirn zu tun.

Falls du diesen Begriff – manchmal auch liebevoll als „Limbi“ bezeichnet – schon öfters mal gelesen hast, wundert mich das nicht. Gerne wird „Limbi“ herangezogen, um zu erklären, warum es so schwer ist, Gewohnheiten zu verändern. Der gute alte „Limbi“ steht uns nämlich oft im Weg, wenn wir versuchen, über den Verstand bestimmte Entscheidungen zu treffen oder schlechte Gewohnheiten loszuwerden. „Limbi“ sorgt so manches Mal dafür, dass wir lieber shoppen gehen als das Geld auf das Sparkonto zu bringen. Dass wir abends den Wein aufmachen, statt Tee zu kochen, und dass wir bis nachts um 3 Uhr die Netflix-Serie schauen, obwohl wir wissen, dass wir morgens um 6:00 aufstehen müssen.

Im limbischen System entstehen unsere Triebe, unsere Emotionen, unsere Süchte und leider auch Angst und Wut. Doch wir würden „Limbi“ nicht gerecht werden, wenn wir ihn einfach nur als triebhaften Suchtbolzen oder „Vernunftsverhinderer“ ansehen. Denn er ist viel mehr als nur das.

Das limbische System – mehr als nur Instinkt und Affekt

Und ja, im limbischen System entstehen Stress und Angst, wenn wir in bedrohlichen Situationen sind, oder auch Wut, wenn wir uns ärgern. Auch die sexuelle Lust entspringt dem limbischen System, aber auch alle möglichen Glückshormone werden hier produziert.

In späteren Studien der Hirnforschung hat man festgestellt, dass im limbischen System noch viel mehr Funktionen verortet sind als nur „emotionale affektive Impulse“. Hier finden nämlich auch wichtige Lernprozesse statt, und Gedächtnisinhalte werden hier abgespeichert.

Amygdala – die innere Jury

Wie entscheidet das Gehirn, was wir uns merken und im Gedächtnis abspeichern, und was wir als unwichtig abtun? Hierfür ist die Amygdala zuständig, zu deutsch „Mandelkern“. Die Amygdala ist als Teil des limbischen Systems mit verschiedenen anderen Hirnregionen verbunden und bekommt von dort aus die von außen aufgenommenen Sinnesreize als Signale gesendet. Die Amygdala nimmt all diese Signale auf, ordnet sie ein und bewertet sie – wie eine Art „innere Jury“.

Doch egal ob bei DSDS, Let’s dance oder The Voice: In der Jury sitzen immer (meistens zumindest :-)) fachkundige Menschen, die aufgrund ihrer Vorerfahrungen bewerten können, ob eine Darbietung exzellent oder grottenschlecht ist.

Bestandteile des Gehirns

Und so zieht auch das Gehirn in jeder Situation, die wir erleben, vorher gemachte Erfahrungen heran, um neue Ereignisse zu bewerten. Je nachdem, ob wir gute oder schlechte Erlebnisse hatten, bewertet es neue, ähnliche Situationen als gut, bedrohlich oder unwichtig. Hatten wir als Kind traumatische Trennungserfahrungen, so führt dies oft später in Beziehungen zu Verlustangst, während positive Bindungserfahrung uns auch in Krisen oder getrennten Phasen nicht so schnell verzweifeln lässt.

Welche Rolle spielt die Amygdala bei Stress?

Genauso ist es in Stress-Situationen. Die Situation selbst ist oft gar nicht bedrohlich. Wenn wir uns in einer wichtigen Verhandlung mit einem Kunden oder der Chefin befinden, dann ist das erstmal nur ein Gespräch. Je nach Vorerfahrung (ist ein solches Gespräch schonmal katastrophal gelaufen?) bewertet die Amygdala die Situation.

Sollte die Situation als „bedrohlich“ eingeordnet werden, folgt eine körperliche Reaktion: schweißnasse Hände, Herzrasen, Anspannung aller Muskeln. Auch unser Verhalten wird dadurch gesteuert: Möglicherweise gehen wir in die Defensive, werden emotional oder bringen kein Wort mehr heraus.

Wenn sich das Ganze jedoch als harmlos herausstellt, erfolgt Entwarnung und wir entspannen uns wieder. Wir können vielleicht sogar mit dem Gegenüber locker scherzen und selbstbewusst unsere Verhandlungsziele durchsetzen. Die innere Jury hat entschieden und somit auch unsere Reaktion geprägt.

Der Hippocampus – Datenspeicher des Gehirns

Diese innere Jury ist unverzichtbar, damit wir Wichtiges von Unwichtigem unterscheiden können. Das limbische System sorgt auch dafür, dass zunächst wichtige Dinge abgespeichert und selbstverständlich werden. So können wir Bewegungsabläufe wie schwimmen, Zähne putzen oder sogar Auto fahren automatisch ausführen, ohne dabei nachzudenken oder jede Bewegung einzeln zu steuern. Das haben wir einmal gelernt, das sitzt, und das verlernen wir in der Regel auch nicht wieder.

Dafür ist im limbischen System der Hippocampus zuständig. Dieser verarbeitet die Informationen aus anderen Bereichen des Gehirns und überführt alles Wichtige ins Langzeitgedächtnis. Wenn der Hippocampus geschädigt oder verkümmert ist, kann dies zu vorübergehendem oder dauerhaftem Gedächtnisverlust führen (Amnesie). Auch bei Alzheimer ist vor allem der Hippocampus die Ursache. Auch hat man festgestellt, dass Menschen mit Depressionen oder starkem emotionalen Stress ein reduziertes Hippocampus-Volumen haben. Genauso kann Epilepsie eine Folge davon sein.

Musik braucht Noten und Dirigenten – die Rolle des kognitiven Verstandes

Das limbische System ist also weder gut noch hinderlich für uns, sondern es beinhaltet eine riesige Klaviatur von Funktionen, Gefühlen und Instinkten, die alle zu unserem emotionalen Spektrum dazugehören. Dabei sind Wut, Angst und Trauer genauso ein Bestandteil wie Euphorie und Glück.

Man könnte das Ganze auch wie ein Musikstück ansehen, in dem alle Töne – auch mal Dissonanzen – anklingen, aber in der Gesamtheit ein wunderschönes und stimmiges Meisterwerk erklingt. Das wäre nicht der Fall, wenn einfach alle Töne wild durcheinander gespielt werden würden. Es funktioniert dann, wenn die Musiker Noten haben und von einer Dirigentin geführt werden.

Auf das Gehirn übertragen bedeutet das: das limbische System steht für die Töne und Emotionen, während der rationale Teil des Gehirns von der Dirigentin gesteuert wird.

Dieser rationale Teil des Gehirns ist der Präfrontale Cortex, zu deutsch die vordere Stirnhirnrinde. Hier sitzt das rationale und vernünftige Wissen, die Vorausschau, die Koordination von Zahlen und Fakten.

Emotionale vs. kognitive Prozesse im Gehirn

Wir Menschen und auch unser Gehirn sind so genial entworfen worden, dass in unserem Gehirn alle Komponenten, die wir brauchen, vorhanden sind. Ohne das limbische System wäre das Leben fad und langweilig. Im limbischen System findet das statt, was wir „Leben“ nennen, Spannung, Abenteuer, Begeisterung, Ekstase und größte Glücksgefühle! Hier spielt die Musik des Lebens!

Doch damit das nicht in Chaos ausartet, brauchen wir genauso den Verstand. Der präfrontale Cortex sorgt dafür, dass wir „vernünftig“ planen, abwägen und etwas rational betrachten können. Dabei ist nicht ein Teil besser als der andere, sondern das Zusammenspiel von beiden ist wichtig.

Gerade dann, wenn wir schlechte Gewohnheiten oder Denkweisen loslassen wollen, oder auch, um bewusst die innere Einstellung auf Freude und positive Gedanken zu trainieren, statt auf Grübeln und Jammern.

Veränderung geschieht nicht über Willenskraft

Was passiert im Gehirn, wenn wir „uns was vornehmen“? Irgendwie wissen wir ja, dass es z.B. nicht gut ist, jeden Abend Wein zu trinken oder bis in die Puppen Netflix zu schauen. Im präfrontalen Cortex können wir also rational – per Willenskraft – entscheiden, keinen Wein mehr zu trinken oder den Fernseher auszulassen. Doch gleichzeitig hat das limbische System gespeichert, dass dabei  ein Wohlfühlgefühl entsteht und kurzfristig sogar Glücksgefühle ausgeschüttet werden (vor allem Dopamin).

Vielleicht gelingt es uns ein paar Mal, bewusst den Wein wegzulassen und ganz „vernünftig“ zu bleiben. Doch die Krux dabei ist: Wenn wir unter Stress stehen, dann sorgen die beiden Stress-Hormone Cortisol und Noradrenalin dafür, dass die Funktionen des Frontalhirns – also des präfrontalen Cortex – heruntergefahren werden. Dies haben Psychologen der Ruhr-Universität Bochum herausgefunden. Das heißt, sobald wir unter Stress stehen – zum Beispiel im Job – können wir nicht mehr langfristig planen und zielgerichtet denken – nicht mehr „dirigieren“. Kein Wunder, dass wir nach einem anstrengenden Arbeitstag trotz aller guten Vorsätze wieder zum Alkohol oder den Süßigkeiten greifen. Wir haben den Kontakt zur Koordinationsstelle verloren. Wenn sie sich vorsichtig meldet, wird sie schnell mit einer Ausrede wie „das brauch ich jetzt“ oder „das gönne ich mir zum Feierabend“ besänftigt.

Die schlechten alten Gewohnheiten…

Meist können wir also nicht mit dem „Verstand“ allein – also dem präfrontalen Cortex –unsere eingeschliffenen Gewohnheiten verändern. Wir können auch umgekehrt nicht einfach mit dem Verstand beschließen, nur noch Glücksgefühle oder positive Gedanken zu haben. Wie kriegen wir es dann hin, zu unserem höchsten Wohle das limbische System und den Verstand in Einklang zu bringen? Hier hilft folgender „Trick“.

Wir können zwar nicht per Verstand beschließen, einfach gut drauf zu sein oder positiv zu denken. Aber wir können mit dem Verstand beschließen, positive emotionale Erfahrungen zu machen! Wir können bewusst Glücksmomente erschaffen und Freude kultivieren. Wir können uns jeden Tag neu über Körperaktivität, Bewegung, Meditation oder wertvolle Begegnungen in einen emotionalen Zustand der Freude versetzen. Genauso können wir schlechte Gewohnheiten zwar nicht einfach über den Verstand bleiben lassen. Aber wir können diese Schritt für Schritt durch neue gute Gewohnheiten ersetzen und positiv emotional aufladen. Zum Beispiel statt Netflix anzumachen, eine Runde um den Block gehen. Oder ein gutes Buch zur Hand nehmen.

Mit dem Verstand – also kognitiv – können wir uns außerdem bewusst dafür entscheiden, über Umwege die Produktion von Glückshormonen wie z.B. Serotonin anzuregen und deren Ausschüttung zu unterstützen. Hier ein paar konkrete Anregungen dafür.

Drei Tipps, um „Limbi“ zu begeistern

 1. Biete ihm immer etwas Spannendes!

Das limbische System liebt es, Neues zu lernen. Wenn sich ein neuer Inhalt nach einer gewissen Zeit ins Gedächtnis eingepflanzt hat (z.B. Auto fahren, schwimmen, ein Smart Phone bedienen), wird dies zum Automatismus und somit für das limbische System „langweilig“. Dann dürfen neue Erfahrungen kommen, um das limbische System lebendig zu halten. Also sorge immer wieder dafür, dass du ungewöhnliche, anregende und inspirierende Erfahrungen machst oder auch immer wieder neue, spannende Dinge dazulernst.

„Um herauszufinden, was in dir steckt, ist es wichtig, großes und freies Denken zu trainieren. Jeden Tag. Großes Denken heißt, außerhalb der von dir selbst oder anderen vorgegebenen Überzeugungsboxen zu denken.“ Veit Lindau

2. Kultiviere aktiv Momente der Freude

Wenn wir darauf warten, dass ein äußeres Ereignis Freude auslöst, dann funktioniert das nur selten. Ein besserer Weg ist es, bewusst Aktivitäten der Freude auszuführen und dadurch „automatisch“ im Gehirn Freudeprozesse und somit die Glückschemie auszulösen.

Dazu gehören Lachen, Tanzen, Singen, albern sein, aber auch eine Umarmung, ein Kompliment machen, ein gutes Gespräch, jemandem eine Freude bereiten. Hier kommt uns die Erkenntnis über die „Neuroplastizität des Gehirns“ zugute. Wenn das limbische System mit Erfahrungen von Freude, Glück, Geborgenheit etc. gefüttert wird, dann speichert es diese als positive emotionale Erfahrungen im Gedächtnis ab. Das heißt nicht, dass wir nie wieder wütend oder traurig sind. Aber Erfahrungen und Gefühle der Freude werden immer leichter und schneller abrufbar.

3. Iss dich glücklich!

Wusstest du, dass 90% des körpereigenen Glückshormons Serotonin nicht im Gehirn, sondern im Darm produziert werden? Von dort aus werden sie dann über den Vagusnerv zum Gehirn gesendet. Die Produktion von Serotonin im Darm geschieht durch die sogenannten „Enterochromaffinen Zellen“ (EC-Zellen), die wiederum durch unzählige mikrobiotische Bakterien unterstützt werden. Die Ansammlung all dieser Bakterien nennt man „Mikrobiom“ oder auch „Darmflora“. Durch probiotische Ernährung können wir das Mikrobiom im Darm stärken und intakt halten.

Dies sind zum Beispiel fermentierte Lebensmittel wie Sauerkraut, Jogurt, Apfelessig, Sauerteigbrot oder die japanische „Misosuppe“. Weiterhin gibt es auch bestimmte probiotische Käsesorten, wie zum Beispiel Cheddar Cheese, Gouda oder Mozzarella.

Auch „präbiotische Lebensmittel“ stärken das Mikrobiom, da die „guten Bakterien“ sich von diesen ernähren. Das sind zum Beispiel Ballaststoffe, Wurzelgemüse (Karotten), Gemüse (Chicorée, Tomaten, Spargel) und sogar Bananen. Weiterhin zählen dazu Zwiebelgewächse (Lauch, Porree, Knoblauch) sowie Hülsenfrüchte und Getreide.

Kurzum: Wenn du diese Zutaten in deinen Speiseplan einbeziehst, förderst du die Produktion von Serotonin und befeuerst das limbische System mit positiven Emotionen, die in deinem Gedächtnis abgespeichert werden können.

Ich wünsche dir viel Spaß damit! Natürlich ist dieser Blogartikel ist nur ein kleiner Erklärungsversuch komplexer Prozesse, über die es ganze wissenschaftliche Fachbücher und Abhandlungen gibt und die noch lange nicht auch nur ansatzweise erforscht oder erklärt sind.

Aber ein Grundbewusstsein davon kann uns helfen, den Kreislauf von Gedanken – Gefühlen – Handlungen – Erfahrungen und Bewertungen ein bisschen bewusster zu steuern und zu unserem Besten zu beeinflussen.

„Achte auf Deine Gedanken, denn sie werden Worte. 


Achte auf Deine Worte, denn sie werden Handlungen. 


Achte auf Deine Handlungen, denn sie werden Gewohnheiten. 


Achte auf Deine Gewohnheiten, denn sie werden Dein Charakter. 


Achte auf Deinen Charakter, denn er wird Dein Schicksal.“

scheitern

Erfolgreich scheitern – wie geht das?

Diesen Blogartikel schreibe ich schonmal vorsorglich, denn es könnte sein, dass ich demnächst scheitere. Nein, es könnte nicht sein, es wird früher oder später so sein! Ich hoffe natürlich auf eher später als früher. In diesem Fall geht es um den Speaker Wettbewerb, zu dem ich mich angemeldet habe. Ich dachte mir einfach, ach, sende mal ein Video ein, versuchen kannst du es ja mal.

Erst als es dann an die ersten Ausscheidungsrunden ging, wurde mir klar: Hilfe, ich kann ja jederzeit scheitern! Dann kamen Gedanken wie „Oje, dann blamiere ich mich ja total! Was sollen die Leute bloß denken, wenn ich sie alle mobilisiere und dann mit Pauken und Trompeten scheitere?“ Plötzlich habe ich mich völlig unter Erfolgsdruck gefühlt, obwohl doch alles einfach leicht und locker sein sollte. Ein kleiner Spaß nebenbei.

Nur wer es nie versucht, kann nicht scheitern

Doch plötzlich wurde mir auch mehr denn je klar: Die einzige Möglichkeit, nicht zu scheitern wäre, es gar nicht erst zu versuchen! Doch was passiert, wenn wir nie irgendetwas versuchen?

  • Wir gehen nie eine Beziehung ein, denn sie könnte ja scheitern
  • Wir erleben nie etwas Neues, denn es könnte ja schiefgehen
  • Wir verwirklichen niemals einen Lebenstraum oder auch nur irgendein Projekt, da es ja sein könnte, dass es im Sande verläuft
  • Wir starten nie einen Kurs oder eine Ausbildung, weil wir ja mittendrin aufgeben könnten.

Kurzum: wir würden im besten Falle ein vorhersehbares, seichtes, dahinplätscherndes Leben führen, bei dem wir völlig unter unseren Möglichkeiten bleiben und niemals die Beziehung, die Berufung oder den Lebenstraum finden könnten, die für uns bestimmt sind! Im schlimmsten Falle würden uns trotzdem im Leben Schicksalsschläge und Krisen begegnen – denn die totale Sicherheit gibt es einfach nicht!

Dann doch lieber ab und zu mal scheitern, oder? Und das Geniale dabei: Je öfter wir scheitern, umso größer die Wahrscheinlichkeit, dass wir unsere Ziele und Träume erreichen und umsetzen! Es kommt also gar nicht darauf an, nicht zu scheitern, sondern im Gegenteil so oft zu scheitern, bis wir erfolgreich sind!

Scheitern will gelernt sein

Doch wir haben es so eben nie gelernt: Mein Sohn lernt in der Schule immer noch, dass eine Zwei gut ist und eine Vier schlecht, und dass man es nur mit Zweien auf das Gymnasium schaffen kann. Wäre es nicht schön, wenn eine „schlechte Note“ einfach als ein weiterer Schritt zum Erfolg gesehen werden könnte? Das fällt selbst mir als Mama noch schwer. Generell fällt es uns offenbar schwer, „richtig“ zu scheitern. Gerade in Deutschland herrscht immer noch die Grundeinstellung, dass man auf keinen Fall scheitern darf.

Eine Studie der Universität Hohenheim (Andeas Kuckertz, Christoph Mandl und Martin P. Allmendinger) hat herausgefunden: 42 Prozent der Deutschen sind der Meinung: „Man sollte kein Unternehmen gründen, wenn das Risiko des Scheiterns besteht.“ Und wenn es dann doch mal passiert, dann spricht man lieber nicht drüber: Scheitern ist hier ein Tabu-Thema. Schaut man dagegen in die USA, dann hat Scheitern dort eine ganz andere Bedeutung: All die Ideen, die im Silicon Valley tagtäglich neu hervorsprießen, haben vor allem deshalb eine Chance, weil sie das mögliche Scheitern mit einkalkulieren.

Scheitern scheint also eine der wichtigsten Voraussetzungen für den Erfolg zu sein. Also gilt doch viel eher:

Es geht nicht darum, nicht zu scheitern, sondern auf die richtige Art zu scheitern!

Vier Anregungen, um erfolgreich zu scheitern

Wie können wir also nicht nur scheitern, sondern „erfolgreich“ scheitern? Hier ein paar Anregungen dazu:

  1. Das Geschenk im Scheitern sehen

In der Resilienzforschung hat man erkannt: Es geht nicht darum, weniger Probleme oder Krisen im Leben zu haben. Resilient sind die Menschen, die mit Problemen, Krisen – und eben auch Scheitern – gut und konstruktiv umgehen können. Wer nach einmal Scheitern resigniert und nie wieder etwas versucht, wird immer unzufriedener werden. Doch wer immer wieder aufsteht und weiß, dass es ihn oder sie nicht umhaut, wird keine Angst mehr vor dem Scheitern haben. Der Autor Charles R. Swindoll sagt dazu: „Leben ist zu 10 Prozent was passiert und zu 90 Prozent wie wir reagieren.“ Wir haben immer die Möglichkeit, zu wählen: ob wir uns als Opfer sehen, die halt immer Pech haben, oder ob wir in jeder Krise, in jedem Scheitern, auch ein Geschenk sehen können. Mit jedem Scheitern wachsen wir.

Osho sagte mal dazu: „Wenn du die Wahl hast, entscheide dich immer für das Neue, Unbekannte. Selbst wenn du dabei leidest, wirst du daran wachsen und lernen.“

  1. Wenn dein Pferd tot ist, steige ab

Manchmal kann die Angst vor dem Scheitern jedoch auch dazu führen, dass wir zu verbissen an einem bestimmten Projekt oder einer Aufgabe festhalten – selbst wenn die Aussicht auf Erfolg nur noch gering ist. Dann kommt irgendwann der Punkt, an dem wir nur noch Zeit und Ressourcen verschwenden. Die Kunst ist es, zu erkennen, wann es sich lohnt, dranzubleiben und wann wir es besser sein lassen sollten.

Viele Menschen halten zum Beispiel an Beziehungen fest, die längst tot sind – wegen der Kinder, wegen des Hauses oder aus Angst vor dem allein sein. Vielleicht auch, weil sie sich das „Scheitern“ ihrer Beziehung nicht eingestehen wollen.

Umgekehrt habe ich in meiner Selbständigkeit immer wieder Momente gehabt, in denen ich fast aufgegeben hätte. Doch irgendwie wusste ich innerlich immer, dass dies mein Weg ist. Also habe ich weitergemacht. Heute bereue ich es nicht. Trotzdem scheitern auch immer wieder einige meiner Ideen und Projekte, die ich anstoße, oder sie verlaufen im Sande.

Stelle dir also immer die Frage: kann das Pferd  – das Projekt, die Beziehung, das Produkt – noch reanimiert werden, oder sollte man hier lieber keine Zeit und Herzblut mehr verschwenden? Und wenn das Pferd tot ist, dann steige würdevoll ab und sieh es als weitere Lernerfahrung.

  1. Nach vorne schauen, nicht nach hinten

Als ich damals meinen Job verloren habe, habe ich mir sehr lange den Kopf zermartert mit Fragen wie: Was hätte ich anders machen können, was habe ich falsch gemacht, was wäre wenn…? Klar, eine klare Analyse und die ungeschönte Betrachtung der „Lessons learned“ sind wichtig. Aber dann gilt es auch wieder, nach vorne zu schauen und das Gelernte auf neue Ideen und Projekte anzuwenden. Und nein, es ist nicht unser „Schicksal“, immer wieder zu scheitern. Viel zu lange habe ich das damals geglaubt.

Mach mal eine Bestandsanalyse und schreibe dir auf, wobei du gescheitert bist und was du erfolgreich gemeistert hast. Ich bin mir sicher, dass du vieles finden wirst, bei dem du erfolgreich warst. Schreibe die Liste mindestens so lang, bis du mehr Erfolgserlebnisse als Niederlagen gefunden hast! Und vielleicht sind ja auch aus einigen „Niederlagen“ am Ende Erfolgserlebnisse geworden?

  1. Scheitern trainieren

Vermeide nicht das Scheitern, sondern ändere deine Einstellung dazu. Auch hierzu hat Osho etwas gesagt, was ich sehr passend finde:

„Mache so viele Fehler wie möglich. Aber mache jeden Fehler nur einmal.“

Mit „Scheitern trainieren“ meine ich nicht, ständig was Neues anzufangen und es sofort wieder hinzuschmeißen, wenn es mal nicht so glatt läuft wie erwartet. Sondern damit meine ich, den Mut aufzubringen, Neues zu wagen, Herausforderungen anzunehmen, auch wenn du scheitern könntest. Also dranzubleiben, das Beste zu geben, dein Herzblut hinein zu geben und nicht sofort aufzugeben. Und gleichzeitig immer wieder zu prüfen: Werden die Samen, die ich säe, aufgehen? Ist die Freude, die ich daran habe, noch größer als die Anstrengung? Brenne ich noch so sehr dafür, das ich auch mühselige Phasen gut überstehe? Und wie schaffe ich es, die Begeisterung zu halten und motiviert zu bleiben?

Wenn du keine Angst mehr vor dem Scheitern hast, dann stehen dir alle Türen offen. Ich wünsche dir viel Erfolg beim Scheitern!

„Ich kann scheitern akzeptieren. Jeder scheitert bei etwas. Aber was ich nicht akzeptieren kann ist, es nicht versucht zu haben.“ Michael Jordan

Glückshormone

Glück beginnt im Gehirn – Glückshormone und ihre Wirkung

Sommerzeit ist Urlaubszeit – zahlreiche Menschen strömen nach zwei Jahren Coronapause an die Flughäfen, um endlich wieder in die Ferne zu reisen und Urlaub zu machen. Vielleicht mit einem Cocktail am Pool oder Strand zu liegen und sich die Sonne auf den Bauch scheinen zu lassen. Doch die Realität sieht derzeit noch anders aus: Menschenmassen an den Flughäfen, Sicherheits- und Check-In-Chaos, überfüllte Züge, teure Benzinpreise und wenn man es dann zum Urlaubsort schafft, ist auch nicht immer alles so perfekt, wie man sich das vorstellt.

Dabei geht es uns doch im Urlaub vor allem um eins: wir wollen uns wohl fühlen, glücklich und unbeschwert sein und einfach mal das tun, worauf wir Lust haben. Vielleicht Abenteuer und Action, vielleicht Nichtstun, vielleicht Gemeinschaft mit der Familie erleben.

Welcher Urlaubstyp bist du?

Wäre das nicht schön, wenn das auch ohne die beschwerliche Anreise ginge? Wenn du dir einfach dein körpereigenes Glückscocktail erzeugen und zusammen mixen könntest? Ohne einen ewigen Flug in die Ferne, teures Luxusresort oder nervige Animation? Die gute Nachricht: ja, das geht! Meist reichen ein paar kleine Aktivitäten schon aus, um dich in das „Urlaubsgefühl deiner Wahl“ zu versetzen.

Denn wie wir uns fühlen, entscheidet sich im Gehirn. Je nachdem, was wir gerade erleben, werden bestimmte Botenstoffe aktiviert und über die Synapsen an das Gehirn weitergeleitet. Hier wird das entsprechende Gefühl dazu erzeugt – vielleicht Wohlbefinden, Begeisterung, ein Glücksgefühl oder auch ein „Kick“. Im Folgenden findest du einen Überblick über die verschiedenen Glückshormone, wie sie wirken und wie du sie aktivieren kannst. Vielleicht bekommst du auch eine Idee davon, welcher dieser Urlaube dir am besten entsprechen würde. Und wie du die Gefühle dazu auch ohne die Reise erzeugen kannst.

Dopamin – Genuss pur, Herausforderungen meistern

Wie wäre es mit einem Urlaub in Italien – leckeres Essen, guter Wein, Dolce Vita? Dazu vielleicht ab und zu eine kleine Herausforderung, wie mit Händen und Füßen im Café einen Espresso bestellen? Oder dich mit dem Mietwagen durch den chaotischen Verkehr schlängeln, während alle um dich herum hupen und wild gestikulieren? Mamma Mia, dieses Land kann süchtig machen!

Genauso ist es mit dem Botenstoff Dopamin. Es wird dann aktiviert, wenn wir etwas Leckeres essen, schlemmen und genießen. Aber auch, wenn wir ein Projekt erfolgreich beendet oder eine Herausforderung gemeistert haben.

Dopamin fördert die Durchblutung der inneren Organe und erzeugt ein lebendiges Wohlgefühl. Es regt die Herz- und Nierenfunktion an und verbessert die kognitiven Funktionen. Dopamin stärkt die Feinmotorik und das Koordinationsvermögen. Nicht ohne Grund wird dem Dopamin dieser gewisse Suchtfaktor zugeschrieben, der vor allem durch den „Belohnungseffekt“ entsteht. Hast du es schonmal erlebt, dass du dich zu etwas überwinden musstest – zum Beispiel vom 3-Meter-Brett springen – und es direkt danach gleich wieder tun wolltest? Genau das passiert, wenn wir mit Dopamin vollgepumpt sind. Doch wir müssen nicht mal nach Italien fahren oder irgendwo runterspringen, um den Dopamin-Effekt zu erleben.

Wie lässt sich Dopamin aktivieren?

  • Bewegung an der frischen Luft
  • Lecker essen und trinken – genießen
  • Sich kleine Herausforderungen vornehmen
  • Erfolge feiern

Serotonin – entspannen, aufladen, wohlfühlen

Hättest du mal Lust auf einen richtig schönen Wellness-Urlaub? Mit Yoga und Meditation, tagsüber gechillt in der Sonne liegen, zwischendurch etwas Fahrrad fahren, Stand-Up-Paddeln oder Beachvolleyball spielen?

In dem Fall würdest du deinem Serotonin-Haushalt eine große Freude machen. Serotonin ist das Gute-Laune-Hormon schlechthin und auch als Stimmungsaufheller bekannt. Es reguliert das Herz-Kreislauf-System und senkt das Schmerzempfinden. Es wirkt ausgleichend und entspannend, stärkt unsere Stressresistenz und verschafft uns mehr Elan und Motivation. Insgesamt verbessert es unser Wohlbefinden und die allgemeine Stimmung.

Das Serotonin-Level lässt sich erhöhen durch

  • Bewegung an der frischen Luft
  • In der Sonne relaxen
  • Meditation und Entspannung
  • Folsäure oder Vitamin B (z.B. in Milchprodukten, Cerealien oder Hülsenfrüchten enthalten)

Übrigens: einen Urlaub genau dieser Art findest du auf den Happiness Yoga Ferien…

Endorphine – Energie anheben, Begeisterung entfachen

Stell dir vor, du machst einen richtig lustigen Städtetrip mit deinen besten Freundinnen – zum Beispiel nach London. Ihr habt jede Menge Spaß zusammen, nascht ohne Reue Schokopralinen und lacht euch über jede Kleinigkeit schlapp. Ihr schaut euch abends lustige Filme oder Comedy Shows an und tanzt danach wie im Rausch die ganze Nacht durch. Die wundern Füße in den High Heels und die Erschöpfung der durchgefeierten Nächte bemerkst du nicht einmal. Denn deine Endorphine tanzen vor Begeisterung gleich mit.

Diese Glückshormone lassen jedwedes Erschöpfungssymptom verschwinden. Sie versetzen uns in Euphorie und wirken wie ein natürliches Schmerzmittel, indem sie verhindern, dass Schmerzreize weitergeleitet werden. Endorphine (Kurzform von „endogene Morphine“) stärken die Motivation, erhöhen deine Energie und versetzen dich in eine Art Rauschzustand. Die Stimmung verbessert sich und die sexuelle Lust erhöht sich. Auch ohne teure Wochenendtrips lassen sich

Endorphine aktivieren, zum Beispiel durch:

  • Sport
  • Abtanzen nach deinem Lieblingssong
  • Comedy anschauen
  • Lachen- zum Beispiel mit Lachyoga

Oxytocin – kuscheln und sich verbunden fühlen

Träumst du davon, den Winter mal in einem schönen, gemütlichen Chalet in den Bergen zu genießen? Drinnen mit der Familie und dem Hund gemütlich vor dem Kamin zu sitzen, während draußen der Schneesturm tobt? Bei Kerzenlicht Spiele zu spielen und das Beisammensein und die Harmonie zu genießen? Deinen Kindern heißen Kakao zu machen, ihnen abends liebevoll Gute-Nacht-Geschichten vorzulesen, um dich danach mit deinem Liebsten aufs Sofa zu kuscheln? Dann kannst du gewiss sein, dass hier Oxytocin im Spiel ist.

Oxytocin ist dafür zuständig, dass wir uns verbunden fühlen. Es reduziert Angst, Stress und Aggressivität und lässt uns Treue, Liebe und Empathie empfinden. Dieses Hormon stärkt unser Vertrauen und fördert die soziale Kompetenz. Es wird schon während der Geburt eines Kindes ausgeschüttet und sorgt dafür, dass die Bindung zwischen Mutter und Kind gestärkt wird, aber auch die zu anderen Menschen. Es wird durch Umarmungen, kuscheln und auch nach dem Sex aktiviert. Für Menschen, sie sich nach einem One-Night-Stand lieber aus dem Staub machen wollen, ist dieses Hormon also eher kontraproduktiv. Doch auch ohne Familienharmonie oder Chalet in den Bergen gibt es

Möglichkeiten, um das „Kuschelhormon“ zu aktivieren:

  • Jemandem ein Kompliment machen
  • Einen Menschen umarmen
  • Kuscheln – oder auf eine Kuschelparty gehen
  • Ein Tier streicheln
  • Gemeinsam singen

Noradrenalin / Adrenalin – Abenteuer erleben

Du stehst nicht auf Familienharmonie, sondern mehr auf Action und Abenteuer? Du möchtest im Urlaub Wildwasser raften, Fallschirm springen, Bungee jumpen, paragliden oder an steilen Felswänden hochklettern? Dann brauchst du definitiv den berühmten Adrenalinkick!

Aber Achtung: Adrenalin sorgt nicht nur für den ultimativen Kick, sondern ist auch ein Stresshormon. Auch wenn es für positiven Stress steht, sollte es nicht in Überdosis und dauerhaft aktiviert sein. Erholungsphasen nach dem Adrenalinkick sind unabdingbar. In der richtigen Dosis eingesetzt kann Adrenalin jedoch Wunder bewirken. Es steigert die Motivation, erhöht die geistige Leistungsbereitschaft und sorgt für Wachheit und Aufmerksamkeit. In brenzligen Situationen lässt es uns sofort handeln und blitzschnell entscheiden: Kampf oder Flucht. Es verschafft uns Mut, neue Dinge anzugehen. Neben den oben genannten Abenteuer-Aktivitäten können wir folgendermaßen

den Adrenalinkick erzeugen:

  • Kleine Herausforderungen meistern
  • Etwas Neues, Ungewöhnliches tun
  • Stresssituationen managen oder etwas organisieren

Phenethylamin – der Verliebtheits-Kick

Und hier noch die Urlaubs-Krönung zum Abschluss – deine Flitterwochen! Egal ob nach deiner Hochzeit oder einfach so – vielleicht hast du dir immer mal so einen richtigen Liebesurlaub gewünscht, zum Beispiel auf den Malediven oder Bali? Ihr seid frisch verliebt, könnt die Hände nicht voneinander lassen, verbringt den ganzen Tag im Bett und geht allenfalls mal kurz zum Schnorcheln oder Essen raus? Dann hat euch vermutlich das „Lusthormon“ Phenethylamin (auch PEA genannt) fest im Griff.

Dieses sorgt dafür, dass wir die berühmten „Schmetterlinge im Bauch“ spüren, oder auch kribbeln und Herzklopfen. Wir haben durchgehend gute Laune, lassen uns von nichts unterkriegen und erleben immer wieder berauschende Glücksgefühle. Das Lustlevel ist hoch und wir könnten den ganzen Tag im Bett verbringen – natürlich zu zweit. Die Welt da draußen ist unwichtig, wir leben nur noch in unserem eigenen Universum. Da liegt es auf der Hand, wann das Hormon zum Einsatz kommt und

wie wir Phenethylamin aktivieren können:

  • Verliebt sein!
  • Sex haben
  • Marathon laufen

Doch: so schön die Verliebtheit auch ist, die Nebenwirkungen von diesem Hormon können langfristig große Nachteile haben. Der Rausch der Verliebtheit ist nämlich verbunden mit Konzentrationsstörungen, einem unruhigen Gefühl und möglicherweise Schlafstörungen. Vielleicht kannst du dich daran erinnern, dass es im Verliebtheits-Zustand sehr schwer war, einen klaren Kopf zu behalten oder dich auf die Arbeit zu konzentrieren? Kein Wunder, dass die Natur es so eingerichtet hat, dass wir nicht dauerverliebt durchs Leben rennen.

Es gibt aber auch eine Möglichkeit, sich den Kick dieses Hormons wohldosiert und punktuell zu verschaffen. Phenethylamin ist nämlich auch verantwortlich für das so genannten „Runner’s High“, das sich einstellt, wenn wir länger laufen oder Ausdauertraining machen. Also ab in die Turnschuhe und raus zum Training! Die nächste Verliebtheit kommt bestimmt.

Mixe dir dein persönliches Glückscocktail

Die hier beschriebenen Wirkungen und Auslöser der Botenstoffe sind natürlich nur Tendenzen, von denen sich viele überschneiden. Am Ende ist es immer die richtige Kombination aus verschiedenen Hormonen, die dafür sorgt, dass du gute Laune hast, begeistert bist oder dich glücklich fühlst. Ich hoffe, dass das Wissen um diese Hormone und deren Wirkung dir hilft, manche Lebenssituationen besser zu verstehen und möglicherweise gegenzusteuern.

Und wenn du gerade mal nicht in deinem Lieblingsurlaub bist: du kannst auch im Alltag bewusst den Fokus auf die Aktivitäten richten, die dein Glücks- und Wohlfühlgefühl befördern. Ein paar Dinge helfen immer: Bewegung an der frischen Luft, Gemeinschaft mit lieben Menschen und jede Menge lachen!

Wenn es dann doch mal ein richtiger Urlaub sein soll, dann findest du den genialen Glückscocktailmix auf den Happiness Yoga Ferien – sei dabei und schalte ab, tanke dich wieder auf, halte inne und richte dich neu aus!

Viel Spaß dabei und Namasté

Angela

Gelassenheit als Glücksgarant: Neun Anregungen, um souverän zu bleiben

Stell dir vor, du sitzt im ICE auf dem Weg zu einem wichtigen Termin. Dann hält der Zug mitten in der Walachei an und es kommt eine Durchsage: „20 Minuten Verspätung wegen unvorhergesehener Bauarbeiten.“ Aus den 20 Minuten werden 40 Minuten, dann eine Stunde. Du wirst langsam nervös… und nervöser… kommt dir das bekannt vor?

So ist es mir neulich ergangen auf dem Weg zu einem Workshop, zu dem ich unbedingt pünktlich sein musste. Die Verspätung wurde immer länger und ich mit jeder Durchsage nervöser. Klar hatte ich genügend Puffer eingeplant, aber ich wusste aus Erfahrung, dass bei der Bahn so manches passieren konnte (wobei ich mich eh fragte, wie Bauarbeiten „unerwartet“ auftreten konnten, wenn nicht gerade ein Hurricane durch das Land wehte – oder Schneesturm – oder Wüstensand – na gut…). Irgendwann fuhr der ICE zum Glück weiter, und ich kam gerade noch rechtzeitig zum Workshop. Ähnliches trug sich auf der Rückfahrt zu. Wieder begann die Verspätung erst mit nur 20 Minuten (machen die das absichtlich, um den „Ärgerpegel“ bei den Leuten niedrig zu halten?), am Ende kam ich wieder eine ganze Stunde später an als geplant. In dem Fall war ich jedoch relativ entspannt, denn ich wusste ja, dass kein wichtiger Termin mehr anstand. Ob ich nun eine Stunde später zu Hause ankam, war nicht ganz so entscheidend. Die fast gleiche Situation hatte also ein sehr unterschiedliches Potenzial dazu, mich aus meiner Gelassenheit zu bringen.

Gelassen bleiben lohnt sich

Warum können über manche Dinge easy peasy hinwegsehen, während uns andere Situationen auf die Palme bringen? Warum bleiben in ein- und derselben Situation die einen ruhig und andere rasten aus? Und müssen wir überhaupt immer gelassen bleiben? Ist es nicht manchmal sogar gut, den Ärger „rauszulassen“, statt runterzuschlucken? Warum bestimmte Situationen uns „triggern“, kann viele Gründe haben. Vielleicht wurden unsere Werte verletzt, vielleicht hat jemand uns provoziert, vielleicht fühlen wir uns hilflos den Umständen ausgeliefert. Manchmal geschehen auch Dinge, die braucht kein Mensch. Diesen Blogartikel zum Beispiel hatte ich gerade fertig geschrieben, in einer Spätschicht. Als ich am nächsten Morgen die Datei wieder öffnen wollte, da war sie weg. Einfach weg! Der Name der Datei sprang mir zwar entgegen unter „zuletzt verwendet“, aber ich konnte nicht darauf zugreifen. Jeder Wiederherstellungsversuch war vergeblich. Welch eine Ironie, dass mir dies gerade beim Blogartikel zum Thema „Gelassenheit“ passiert! Ich hätte hochgehen können, schreien, toben, stampfen. Aber was nützt es – dadurch taucht die Datei auch nicht wieder auf.

Und irgendwo tief in mir drin wusste ich: Es lohnt sich, gelassen zu bleiben. Der Schaden ist oft größer, wenn wir uns von unseren Emotionen davon tragen lassen, als wenn wir besonnen und lösungsorientiert bleiben. Intuitiv handeln ist gut – impulsiv nicht (siehe auch Artikel zu „Emotionale Intelligenz„). Was ist der Unterschied? Intuitiv handeln bedeutet, kurz innezuhalten, auf die „innere Stimme“ zu hören, vielleicht auch die Perspektive zu wechseln und dann von Herzen her zu agieren. Impulsiv sind wir dann, wenn wir unsere Emotionen – egal welcher Art – nicht mehr unter Kontrolle haben und diese womöglich auf eher nicht konstruktive Weise zum Ausdruck bringen.

Die Vorteile von Gelassenheit

  • Gelassene Menschen haben mehr Handlungsspielraum und sind sich immer dessen bewusst, dass sie einer Situation nicht hilflos ausgeliefert sind (siehe auch Blogartikel zu Selbstwirksamkeit…)
  • Sie sind empathischer und haben deshalb auch bessere Beziehungen – wer will schon Menschen um sich haben, die bei jeder Kleinigkeit hochgehen?
  • Gelassene Menschen sind optimistischer und glauben daran, dass es immer eine optimale Lösung geben wird.
  • Gelassene Menschen können auch in brenzligen Situationen ruhig bleiben und lösungsorientiert handeln. Sie sind dementsprechend auch leistungsfähiger.

Kurzum: gelassene Menschen sind glücklicher und erfolgreicher!

Die Bewertung ist entscheidend

Doch warum sind manche Menschen wie ein Fels in der Brandung und andere wie ein brodelnder Vulkan, der jederzeit ausbrechen könnte? Ist das Veranlagung – oder einfach Glückssache? Und: Können wir etwas für unsere Gelassenheit tun? Die gute Nachricht: die Frage, ob wir etwas gelassen sehen können oder nicht, hängt gar nicht so sehr von der Situation selbst ab. Sondern eher davon, wie wir diese bewerten (siehe auch Blogartikel zum Thema „Mindset“). Denn alles – jede Kleinigkeit, jedes Ereignis, das wir erfahren und erleben – durchläuft in unserem Gehirn einen Einordnungs- und Bewertungsprozess. Der amerikanische Emotionspsychologe und bekannte Stressforscher Richard Lazarus hat aufgrund zahlreicher Studien festgestellt, dass Menschen ein- und dieselbe Stress-Situation sehr unterschiedlich bewertet haben. Er hat auf der Basis all dieser Erkenntnisse das „transaktionale Stressmodell“ entwickelt. Dieses hilft uns verstehen, warum und wann bestimmte Situationen uns „triggern“ und an welchen Stellen wir etwas verändern können.

Du fühlst dich getriggert? Das passiert im Gehirn

Alles beginnt mit der Wahrnehmung einer bestimmten Situation durch unsere Sinnesreize. Jede Sekunde prasseln unendlich viele davon auf unser Gehirn ein – 11 Millionen Bits, heißt es. Das Gehirn nimmt jedoch nur einen Bruchteil davon bewusst auf – nämlich nur 40 Bits. Das ist auch gut so, denn sonst würden wir aufgrund von kontinuierlicher Informationsüberflutung schier verrückt werden. Um bei dem Beispiel Bahndurchsage zu bleiben: Ich höre die Durchsage, nehme die Inhalte wahr und es beginnt im Gehirn zu arbeiten. Alle anderen Reize sind in dem Moment ausgeblendet: der Regenschauer draußen, der Lebewurstbrotgeruch am Tisch gegenüber, das Geschrei eines Babys weiter hinten oder das Streitgespräch des Mannes, der vor mir sitzt, am Telefon.

Primäre Bewertung

Nun entscheidet das Gehirn, ob die Situation eine ernsthafte Bedrohung oder Gefahr darstellt oder nicht. Lazarus nennt es „primäre Bewertung“. Ist das hier gerade lebensgefährlich? Oder gar nicht relevant? Vielleicht sogar positiv zu bewerten? So ist eine verspätete Bahn zwar erstmal Stressfaktor. Aber wenn ich mit einer Gruppe netter Menschen zu einem Ausflug unterwegs bin und wir an der Fahrt an sich schon Spaß haben, wäre es vielleicht etwas anderes. Nur wenn mich das Ganze nervös macht, springen die Alarmsysteme im Gehirn auf die nächste Stufe, nämlich die „sekundäre Bewertung“ nach Lazarus.

Sekundäre Bewertung

Selbst wenn die Situation nun also brisant ist, bedeutet das noch lange nicht, dass die Gelassenheit dahin ist. Dann rattert das Gehirn weiter und überprüft: habe ich die Ressourcen, um die Situation zu managen? Habe ich möglicherweise schon einmal ähnliche Dinge gut gemeistert? Ist das, was passiert, wirklich bedrohlich oder komme ich damit klar? In meinem ICE-Beispiel wäre es vielleicht die Frage: kann ich damit leben, wenn ich den Workshop aufgrund er Verspätung absagen muss? Wenn dies vom Gehirn als Bedrohung eingeordnet wird, dann werden Alarmsignale an den Körper gesendet und der Stressmechanismus in Gang gesetzt. Schweiß bricht aus, der Herzschlag wird schneller, der ganze Körper wird aktiviert, um schnell zu reagieren auf – ja, was? Kampf gegen den Schaffner? Flucht aus dem Fenster? Kaum möglich! Also entweder den Schaffner anschreien (auch nicht empfehlenswert) oder sich wieder beruhigen.

Bewältigung

Hier ist die Frage: schlucke ich den Ärger runter, damit er in mir weiterköchelt? Oder finde ich gute Möglichkeiten, um Emotionen rauszulassen und verlorene Energie wieder aufzuladen? Dies nennt man dann in der Stressforschung „Coping-Strategie“ (siehe auch Blogartikel zum Thema „Resilienz“). Also die Frage, wie gut wir solche „Trigger-Situationen“ meistern. Wenn alles hier gut läuft, dann speichert mein Gehirn die Situation als „gut gemeistert“, eine Neubewertung findet statt, und so kann ich auch in künftigen ähnlichen Situationen gelassen bleiben. Komme ich jedoch nicht mit alldem klar, wird ein „Stress-Kreislauf“ in Gang gesetzt. Der wiederholte Stress sammelt sich an, der Körper ist nicht imstande, diesen aufzufangen und das Gehirn setzt eine Warnung nach der anderen ab. Auf Dauer endet das in körperlichen oder mentalen Stress-Symptomen und im schlimmsten Falle in psychischen Krankheiten.

Neun Anregungen, um gelassen zu bleiben

Wie können wir also auch dann gelassen bleiben, wenn vermeintlich alles schief läuft? Oder wenn ein Mitmensch uns triggert, provoziert oder mit seinem Verhalten verletzt? Wichtig ist zunächst die Erkenntnis: du bist einer Situation oder einem Menschen nie hilflos ausgeliefert. Wir können immer selbstbestimmt handeln und reagieren. Sich dies immer wieder bewusst zu machen, ist der erste Schritt zu mehr Gelassenheit. Weiterhin möchte ich hier noch ein paar weitere Anregungen mit dir teilen, um gelassener zu bleiben und auch zu werden. Denn du kannst auf verschiedenen Ebenen agieren und reagieren, wenn ein Ereignis droht, dich auf die Palme zu bringen.

Was tun bei akutem Trigger-Alarm? Mögliche Sofortmaßnahmen

1. Durchatmen – der Zug hat Verspätung? Du stehst im Stau? Dein Kind ist bockig? Einmal tief ein- und ausatmen kann Wunder bewirken. Wenn dein Herz rast, dann kannst du dies willentlich nicht stoppen. Aber mit entsprechenden Atemübungen kannst du dein gesamtes System beruhigen und wieder eine gute Basis finden, um die Kontrolle zu behalten und wieder handlungsfähig zu werden (siehe auch „Wunderwerkzeug Atem„).

2. Schweigen – dein Kollege hat immer wieder eine kleine Spitze für dich parat oder trifft deine verbale Schwachstelle? In solchen Fällen lohnt es sich meist nicht, darauf einzugehen. Tu ihm nicht den Gefallen, dich auch noch zu ärgern oder runterziehen zu lassen, sondern schütze dich lieber vor negativer Energie. Manchmal ist auch die Kombi mit einem Rückzug hilfreich.

3. Analysieren – halte kurz inne und frage dich: ist die Situation wirklich so schlimm wie es gerade scheint? Was wäre das Schlimmste, was passieren könnte und könnte ich irgendwie damit klar kommen? Diese Frage relativiert meist so einiges. Denn zumindest die Überlebenschance ist meist recht hoch.

Nachhaltig agieren – vorbeugende Strategien

Doch neben diesen Sofort-Reaktionsmöglichkeiten ist eine gewisse Grund-Gelassenheit durchaus empfehlenswert. Diese kannst du zum Beispiel durch folgende Maßnahmen trainieren:

4. Entspannungstechniken – egal, ob eine geführte Meditation (hier findest du verschiedene Meditationen), autogenes Training oder Yoga – alles, was uns in die Entspannung bringt, erhöht die Grundgelassenheit und hilft uns, nicht mehr so schnell in Rage zu geraten.

5. Bewegung – Bewegung ist nicht nur körperlich gesund, sondern erhöht auch die Stimmung. Und sie ist das beste Ventil, um aufgestauten Stress abzubauen und Emotionen rauszulassen. Durch Sport oder Bewegung aktivierst du zunächst das sympathische Nervensystem und bringst den Körper in (positiven) Stress. Danach wird automatisch das parasympathische Nervensystem in Gang gesetzt und somit die Erholung aktiviert.

6. Lachyoga – Lachen ist gesund und senkt Stresshormone. Zudem können viele Übungen aus dem Lachyoga uns konkret dabei unterstützen, bestimmte „Trigger-Situationen“ nicht so ernst zu nehmen und den Ärger lachend loszulassen. Humor und Lachen – der beste Weg, um gelassen zu bleiben. Angebote, siehe hier…

Doch wie Richard Lazarus schon festgestellt hat: die Bewertung ist entscheidend. Wie können wir also unsere innere Einstellung verändern, um nicht so leicht aus der Fassung zu geraten, wenn etwas nicht so läuft, wie wir es uns vorstellen? Hier ein paar Strategien.

Innere Einstellung verändern – kognitive Tricks

7. Akzeptanz – Manchmal hilft nur eines, wenn die Situation ausweglos erscheint: Das, was ist, annehmen. Die Verspätung der Bahn kann ich nicht aufhalten, den Stau nicht wegzaubern. Auch meine Mitmenschen werden sich nicht ändern, nur weil ich das von ihnen erwarte. Also kann ich mir überlegen, ob ich mir das Leben zusätzlich schwer mache, indem ich mich ärgere, oder es eben erstmal annehme. Wenn bestimmte Menschen mir Energie rauben oder mir auf Dauer nicht gut tun, habe ich ja dann zumindest noch die Möglichkeit, Abstand zu nehmen (siehe „Umgang mit Deppen“ etc…).

8. Dankbarkeit – So unangenehm eine Situation auch sein mag – meist gibt es trotz allem immer einen Anlass, dankbar zu sein. Deine Chefin macht dir Druck, dass etwas noch bis Morgen fertig werden muss? Das mag nerven, aber immerhin scheinst du deinen Job gut zu machen, sonst würde sie dich nicht fragen. Und – du hast einen Job! Auch das kann so manches wieder relativieren. Siehe auch Blog zu Dankbarkeit…

9. Perspektive wechseln – Gerade wenn andere Personen im Spiel sind, kann es hilfreich sein, sich zu fragen, ob der andere wirklich eine böse Absicht hatte oder vielleicht einfach nicht nachgedacht hat. Vielleicht gibt es auch eine bestimmte Vorgeschichte genau mit diesem Menschen, und nur deshalb gehst du direkt hoch bei Anlässen, die dich vielleicht bei jemand anders gar nicht stören würden. Spannend wird es auch dann, wenn wir uns klar machen – das, was mich bei der anderen Person triggert, hat immer auch mit mir zu tun. In dem Fall ist diese mein perfekter „Arschengel“.

Eines ist klar: Gelassenheit ist nicht die Herausforderung, wenn alles gut läuft. Sondern dann, wenn alles schief geht. Ich muss gestehen, dass ich in meinen Beispielen nicht immer die Gelassenheit in Person war – weder bei der Zugverspätung noch, als dieser Blogartikel einfach im Nirvana meines Computers verschwunden war. Ich habe mich tierisch geärgert, mich aufgeregt und war gefrustet. Doch was hilft es – irgendwann habe ich die Lage akzeptiert und diesen Text einfach neu geschrieben. Wenn du bis hier gelesen hast, dann bin ich dir sehr dankbar. Ich atme tief durch, lache drüber und habe für das nächste Mal gelernt.

Gebet für Gelassenheit

Von Reinhold Niebuhr, amerikanischer Theologe

Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann,
den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann,
und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.

 

Du möchtest mehr Inspirationen und Hintergrundwissen zu diesen und weiteren Themen rund um Glück, Gelassenheit, Lebensfreude und mehr? Dann abonniere hier den Newsletter!

 

 

Verbundenheit

Verbundenheit als Glücks- und Resilienzfaktor

Hast du schon mal in einem Zug festgesessen der nicht weiterfuhr? Mir ist es vor einiger Zeit mal wieder passiert. Eine Stunde lang stand der ICE auf freier Strecke und bewegte sich nicht. So genervt die Menschen auch sind, beobachte ich in solchen Situationen immer wieder ein spannendes Phänomen: Die Menschen, die sich vorher jeder für sich mit Laptop oder Smart Phone und Kopfhörer eingeigelt hatten, beginnen sich zu verbinden. Der gemeinsame Feind „Bahn“ und die missliche Situation scheint uns in solchen Momenten zusammenzuschweißen. Man fängt an, sich zu unterhalten, sich gegenseitig etwas anzubieten und sich irgendwie zu solidarisieren.

Die Krisen dieser Welt – wir schaffen es nur gemeinsam

Ein ähnlicher Effekt zeigt sich auch jetzt bei den großen Krisen dieser Welt: wir verbinden uns dann, wenn die Gefahr so groß ist, dass es nicht mehr anders geht: Corona, Krieg und Klimakrise, die großen Herausforderungen dieser Zeit. Wenn wir auch nur irgendetwas Positives daraus ziehen können, dann wohl die Erkenntnis: Wir schaffen es nur gemeinsam! Das gibt mir immer wieder einen kleinen Funken Hoffnung und lässt mich darauf vertrauen, dass wir Menschen gemeinsam viel mehr erreichen können als mit Egoismus.

Die Klimakrise spitzt sich vor allem deshalb zu, weil die Länder sich seit Jahrzehnten nicht auf gemeinsame Ziele oder Vorgehensweisen einigen konnten. Die Coronakrise mit all den Einschränkungen, Lock-Downs und dem Verzicht auf die sonst so selbstverständlichen Vergnügungen des Lebens hat die viele Menschen noch einsamer gemacht als sie es eh schon waren (siehe Blogartikel „Einsamkeit“). Diejenigen hingegen, die sich mit anderen verbunden haben, kamen besser durch die Zeit.

Der Krieg zeigt uns jüngst nochmal mehr, wie wichtig es ist, gemeinsam zu handeln. Und es tut sich was: Die vielbeschworene „Spaltung der Gesellschaft“ durch Corona rückt in den Hintergrund. Hunderttausende von Menschen gehen derzeit gemeinsam auf die Straße, um für den Frieden zu demonstrieren. Die EU und die USA rücken zusammen, wie es vorher lange nicht mehr denkbar gewesen wäre. Dieser Krieg ist schrecklich, grausam, unmenschlich. Wenn wir auch nur irgendwas dagegen tun können, dann nur in Verbundenheit und nicht im Einzelkämpfertum. Dies ist die größte Chance, die wir haben, um einen größenwahnsinnigen und selbstverliebten Egomanen wie Putin aufzuhalten. Das ukrainische Volk macht uns auf beeindruckende Weise vor, dass Zusammenhalt und Verbundenheit stärker sein können als Panzer und Raketen.

Einsamkeit ist ungesund

Lange sind wir in dem Irrglauben erlegen, dass derjenige am erfolgreichsten ist, der sich am besten durchsetzen kann. Der am skrupellosesten seine Ziele verfolgt und nur um das eigene Wohl bemüht ist. „Ellbogenmentalität“ wurde als notwendig erachtet, um weiter zu kommen. Doch das Gegenteil ist der Fall: Studie zeigt, dass die Menschen, die andere betrügen oder belügen, um sich selbst Vorteile zu verschaffen, eher das Gegenteil erreichen: sie werden isoliert, ausgeschlossen bei der Arbeit, haben mehr Stress und sind am Ende eher unglücklich (Metastudie von David Sloan Wilson über „machiavellistische Menschen“ – also solche, die nur auf den eigenen Vorteil bedacht sind und andere dafür klein machen).

Doch nicht nur selbstverliebte Egomanen haben ein Problem. Die Entwicklungen der neuen Zeit – Digitalisierung, Social Media, die Gentrifizierung in Großstädten und nicht zuletzt Corona – haben dazu geführt, dass Einsamkeit zu einem drängenden Problem unserer Zeit geworden ist. Laut Umfragen ist die Zahl der engen Freunde, die Menschen im Durchschnitt haben, seit 1985 von 3 auf 1 geschrumpft (siehe Buch „Die neue Einsamkeit“ von Diana Kinnert). Dreimal mehr Menschen als damals geben an, dass sie keinen Menschen haben, mit dem sie ernsthaft reden können. Einsamkeit ist Ursache für Stress, Krankheit, psychische Probleme und sogar den vorzeitigen Tod. Sie ist gesundheitlich genauso schädlich wie das Rauchen von 15 Zigaretten täglich. Die „Social Media“ haben mit „sozial“ genauso wenig zu tun wie Putin mit dem Begriff „Friedensmission“. Jeder stellt sich selbst dar, kaum einer fühlt sich hier wirklich verbunden. Hasskommentare, Fake News und destruktive Diskussionen über Corona haben den Trend  verschärft.

Evolution durch Kooperation

Umso wichtiger ist es derzeit, echte Verbundenheit wiederzufinden und zu leben. Wir müssen uns dafür nicht mal verbiegen. Das Bedürfnis nach Kooperation und Miteinander liegt in unserer Natur. Dies hat unsere Evolution geprägt und unser Überleben gesichert. Selbst unsere Körperzellen arbeiten auf geniale Weise und so perfekt aufeinander abgestimmt zusammen, wie wir selbst es logistisch niemals hinkriegen würden. In der Natur und der Tierwelt ist das Zusammenspiel von Systemen und Populationen wichtiger Bestandteil, zum Beispiel bei den Bienen und Ameisen. Auch Schimpansen zeigen Kooperationsbereitschaft und suchen gegenseitige Nähe – sogar dann, wenn es vorher Auseinandersetzungen gab. Immer mehr Erkenntnisse zeigen: In der Evolution hat nicht der Stärkste überlebt, sondern die Spezies, die am besten kooperieren kann.

Verbundenheit ist nicht nur die Voraussetzung für das Überleben der Menschheit, sondern auch für persönliches Glück. Die „Grant Study“ – eine Harvard Glücksstudie über einen lebenslangen Zeitraum  – zeigt: Menschen, die glückliche Beziehungen haben, leben länger, zufriedener und sind im Alter gesünder. Viele weitere Studien bestätigen: Menschen mit erfüllten Beziehungen – unabhängig ob mit Freunden oder Liebespartnern – sind glücklicher und gesünder. Sie haben ein besseres Immunsystem und verfügen über bessere psychische Widerstandskraft, also „Resilienz“. Kinder aus schwierigen Familien, die eine wichtige Bezugsperson hatten, waren im späteren Leben psychisch stabiler als andere, die sich allein gelassen fühlten. Nicht nur das: die Aktivität „Zeit mit Freunden verbringen“ oder „gute Gespräche führen“ verschafft uns einen Riesenschwall an positiven Gefühlen, stressmindernden Effekten und aktiviert die Belohnungszentren im Gehirn.

Verbundenheit leben – 5 Anregungen

Es spricht also vieles dafür, Verbundenheit zu suchen und zu leben. Doch wie können wir selbst dazu beitragen, dass Menschen sich wieder mehr verbinden, zugehörig fühlen und gemeinsam an einem Strang ziehen, um diesen Planeten als einen lebenswerten Ort zu erhalten? Ich bin der Meinung: beginne bei dir selbst! Wenn du mit dir selbst verbunden bist, kannst du auch Verbundenheit mit anderen Menschen fühlen. Du kannst vergeben und andere Menschen unterstützen, ohne dich selbst aufzugeben. So können Netzwerke entstehen, die von Liebe, Fürsorge und Miteinander geprägt sind. Je mehr wir diese Verbundenheit mit uns selbst und im eigenen Umfeld leben, umso weniger haben Kriege im Außen eine Chance. Hier ein paar Anregungen dazu.

1. Mit sich selbst im Reinen sein

Wir können nicht über den Krieg jammern, wenn wir gegen uns selbst Krieg führen, uns ständig selbst rügen oder gar beschimpfen. Sei nachsichtig mit dir selbst und behandle dich gut. Schließlich bist du der Mensch, mit dem du die meiste Zeit im Leben verbringst. Verdränge nicht deine Schattenseiten, sondern schaue liebevoll hin und erkenne sie an. Dann darfst du sie in den Urlaub schicken und deine Stärken feiern.

2. Mit anderen im Reinen sein

Übe Vergebung – nicht anderen zuliebe, sondern für dich selbst. Dann wirst du frei von Groll und offen für neue, nährende Menschen und Beziehungen sein.

3. Für andere da sein

Einer der größten Glücksfaktoren ist es, anderen zu helfen. Eine sehr effektive Übung ist es, jeden Tag 3 kleine „Gesten der Freundlichkeit“ auszuüben und dies abends aufzuschreiben. Das können unterschiedliche Dinge bei unterschiedlichen Menschen sein – einem Freund ein Kompliment machen, einem Kollegen etwas aus der Kantine mitbringen, mit einem Obdachlosen ein Gespräch führen – die Möglichkeiten sind unendlich. Diese Übung ist ein wahrer Glücksbooster.

4. Die Familie wertschätzen

So sehr Familien auch Verletzungs- und Konfliktpotenzial bieten – Freunde können wir loslassen, die Familie bleibt Familie. So lohnt es sich, mit Eltern und Geschwistern ins Reine zu kommen und Vergebung zu üben – jeder hat es so gut gemacht wie er / sie konnte. Wenn du selbst eine Familie hast, dann mach dir bewusst: Frieden beginnt auch hier im Kleinen. Es geht nicht darum, keine Konflikte zu haben, sondern diese mit Liebe und Wertschätzung lösen zu können.

5. Gemeinschaft suchen, in der man sich gegenseitig unterstützt

Studien in verschiedenen Gemeinschaften – z.B. in der Nachbarschaft – zeigen, dass die Gemeinschaften, in denen man sich gegenseitig besonders unterstützt, erstaunliche Wirkungen auf die Menschen haben:

  • die Kinder sind gesünder und haben bessere Hoschulabschlüsse
  • die Älteren haben eine höhere Lebenserwartung
  • insgesamt gibt es weniger soziale Schwierigkeiten wie z.B. Prügeleien

Vielleicht hast du ja bereits eine solche Gemeinschaft. Oder magst dich nach einer umschauen. Dies kann ein Verein sein, eine Gemeinde, eine Nordic Walking Gruppe oder ein Chor. Großes Potenzial liegt auch in der „Lachyoga Community“ bzw. den Lachclubs. Hier verbinden sich Menschen im Lachen, sowohl live als auch online. Unabhängig von Alter, Nationalität, Herkunft oder politischer Richtung wird hier jeder akzeptiert. Es geht um Toleranz, Frieden, Gesundheit und Glücksmomente. Hier entstehen Freundschaften, gemeinsame Unternehmungen und gegenseitige Unterstützung. Menschen verbinden sich, werden kreativ, mutig und blühen auf. Probiere es mal aus! Hier findest du Angebote live in Köln oder in Berlin oder deutschlandweit. Und hier online per Zoom.

Wir müssen nicht warten, bis der Zug stehen bleibt, das Klima kollabiert oder die Wirtschaftskrise kommt. Verbinde dich jetzt mit liebevollen und gleichgesinnten Menschen, unterstützt euch gegenseitig mit Trost und Hoffnung und habt gemeinsam Spaß! So tust du etwas für deine Resilienz und für die Aktivierung von Glücksgefühlen.

Ich wünsche mir von Herzen, dass die Menschen, die JETZT zusammenhalten und für Miteinander und Verbundenheit stehen, auf diesem Planeten überleben werden. So wie es die bisherige Evolution auch gezeigt hat.

Namasté Angela

P.S: Du hast Sehnsucht nach Verbundenheit an einem schönen Ort, guten Gesprächen und netten Menschen? Dann sind vielleicht die Happiness Yoga Ferien interessant für dich. In St. Peter Ording oder auf Zypern.

Emotionale Intelligenz

Emotionale Intelligenz – Schlüssel zum Glück?

Fünf Tipps, wie du sie fördern kannst

„Mama, wenn irgendwann doch eh Computer und Roboter unsere ganze Arbeit erledigen, dann brauchen wir doch eigentlich gar nichts mehr zu lernen, oder? Wozu gehe ich dann noch zur Schule?“ Ich liebe es, mich mit meinem Sohn über mögliche Zukunftsszenarien auszutauschen. So abwegig ist der Gedanke ja auch gar nicht, dass irgendwann künstliche Intelligenz einen Großteil der geistigen Arbeit für uns erledigen wird. Schließlich hält diese schon jetzt in immer mehr Lebensbereichen Einzug: selbst fahrende Autos sind keine Zukunftsmusik mehr, und längst lassen sich so ziemlich alle hochkomplexen Fragestellungen von Computern lösen, bei denen wir gedanklich schon lange aufgeschmissen wären.

Und doch bin ich überzeugt davon, dass ein solches Szenario nicht realistisch ist. Denn es gibt einen Bereich, in dem immer noch wir menschlichen Wesen jedweder künstlichen Intelligenz überlegen sind: die emotionale Intelligenz. Schon in den 20er Jahren hat der amerikanische Psychologe Edward Lee Thorndike den Begriff der „sozialen Intelligenz“ aufgebracht. Richtig bekannt wurde die Emotionale Intelligenz vor allem durch das Buch „EQ. Emotionale Intelligenz“ von Daniel Goleman.

Was ist emotionale Intelligenz?

Der Begriff „Emotionale Intelligenz“ bezeichnet eine Erweiterung des Intelligenzbegriffs um emotionale Fähigkeiten. Mit Intelligenz können wir komplexe Fragestellungen lösen, neue Inhalte verstehen oder bestimmte Fachkompetenzen entwickeln und anwenden. Mit „Emotionaler Intelligenz“ können wir uns selbst reflektieren, die eigenen Gefühle wahrnehmen und auch die Gefühle anderer Menschen erkennen und einordnen. Dadurch haben wir die Möglichkeit, die eigenen Emotionen zu beeinflussen und Umgangsweisen mit den Emotionen anderer Menschen zu finden. Eine hohe emotionale Intelligenz verschafft uns Zugang zu einer Art Bauchgefühl oder auch „höherer Weisheit“. Und das ist genau das, was uns Menschen von Robotern, Computern oder sonstigem unterscheidet. Zum Glück.

Denn emotionale Intelligenz ist auch der Faktor, der uns Menschen verbindet, der uns weinen, lachen, mitfiebern, mitfühlen und Gutes tun lässt. Das stärkt unsere Verbundenheit und sorgt am Ende dafür, dass wir Glück empfinden und glücklich sind. Und ist das nicht letztendlich der Grund, warum wir alle hier sind?

Warum ist emotionale Intelligenz so wichtig?

Mittlerweile gibt es viele Belege dafür, dass emotionale Intelligenz uns nicht nur erfolgreicher im Job macht, sondern uns auch leichter durchs Leben gehen lässt. Laut Goleman können sich Menschen mit hoher emotionaler Intelligenz leichter an Veränderungen anpassen, sind belastbarer und erholen sich schneller von Stress. Sie verfügen über eine gute Resilienz (siehe auch Blogartikel zum Thema Resilienz), können sich gut motivieren und arbeiten effektiv auf ihre Ziele hin. Sie haben den Anspruch, nicht mit Ellbogen-Mentalität Karriere zu machen, sondern sie besitzen eine hohe soziale Kompetenz und legen auch bei anderen Wert darauf.

So manch eine ausgezeichnete Fachkraft ist schon daran gescheitert, wenn sie befördert wurde und es plötzlich darum ging, Teams zusammen zu halten und zu motivieren. Umgekehrt ist jedoch eine Leitungsfunktion nicht per se ein Beleg für emotionale Intelligenz. Bei so manch einer Führungspersönlichkeit dieser Welt würde man sich ein wenig mehr von dieser Fähigkeit wünschen – siehe Putin, Erdogan und co.

Emotionale Intelligenz lässt sich trainieren

Doch unabhängig davon, wie aussichtlos es bei manchen zu sein scheint, ist die gute Nachricht: Emotionale Intelligenz können wir lernen, trainieren und ausbauen. Goleman beschreibt 5 verschiedene Merkmale, die emotionale Intelligenz ausmachen. Und genau hier können wir ansetzen, um diese zu stärken. Folgende Säulen der emotionalen Intelligenz hat Goleman benannt:

1. Selbstreflektion

Hast du es schon mal erlebt, dass jemand sich verletzend, peinlich, überheblich oder grenzüberschreitend verhält und es nicht mal merkt? Er es womöglich weit von sich weist, wenn man ihn drauf anspricht und davon ausgeht, dass nur er Recht hat? Oft sind solche Menschen grundsätzlich „beratungsresistent“. Selbst wenn sie im ersten Moment sehr „selbstbewusst“ daher kommen, machen sie sich langfristig eher unbeliebt und schaden mit ihrem Verhalten vor allem sich selbst.

Menschen hingegen, die sich selbst reflektieren können, sind offen für Anregungen und (konstruktive) Kritik. Sie lernen immer dazu, hinterfragen regelmäßig ihre eigenen Werte und überprüfen, ob ihre Handlungsweise angemessen ist. Sie sind authentischer und weniger verletzbar – denn sie müssen nichts vor anderen verbergen.

Tipp: nimm dir Zeit, um deine Stärken und Schwächen aufzuschreiben und diese ehrlich zu hinterfragen. Zu welchen deiner Schwächen stehst du, in welchem Bereich möchtest du noch etwas verändern? Frage auch deine Freunde nach deinen Stärken und Schwächen und vergleiche dies mit deiner eigenen Wahrnehmung. Je mehr deine Eigen- und Fremdwahrnehmung im Einklang ist, umso entspannter lebst du. Schreibe dir die 10 Werte auf, die dir im Leben am wichtigsten sind. Z.B. Loyalität, Freundschaft, Erfolg, Liebe, Mitgefühl etc.

2. Selbstregulierung

Dies meint, dass man nicht nur die eigenen Gefühle erkennen kann, sondern auch die Fähigkeit hat, die eigenen Gefühle zu beeinflussen. Vielleicht kennst du diesen typischen „Grübelkreislauf“, in dem wir manchmal landen, wenn wir uns Sorgen machen oder bestimmte Konflikte im Leben haben. Wir zermartern uns das Hirn, sind vielleicht traurig, wütend oder verzweifelt und verlieren uns darin. Kein Wunder, dass wir in solchen Momenten nicht wirklich handlungsfähig sind. Wir fühlen uns den Umständen hilflos ausgeliefert.

Wenn wir uns jedoch bewusst machen, dass wir unseren Gefühlen nicht ausgeliefert sind, sondern diese auch steuern und beeinflussen können – ohne sie zu ignorieren – dann können wir etwas tun. Das bedeutet, unsere Selbstwirksamkeit anzuerkennen, die Gefühle wahrzunehmen und schließlich aktiv zu verändern.

Tipp: Willentlich und vom Verstand her ein Gefühl zu verändern fällt vielen schwer. Eine gute Möglichkeit ist es aber, über die körperliche oder mentale Ebene Gefühle zu verändern. Zum Beispiel durch Bewegung, Lachen, Lächeln, Body Moves (auf meinem Youtube-Channel findest du Beispiele), oder durch geführte Meditationen, die über das Unterbewusstsein neue positive Emotionen verankern.

3. Empathie

Die Gefühle anderer Menschen wahrnehmen und einordnen können – diese Eigenschaft ist auch in beruflichen Zusammenhängen mittlerweile eine der wichtigsten Erfolgsfaktoren geworden Wer über Empathie verfügt, ist nicht nur beruflich erfolgreicher, sondern auch beliebter und glücklicher: Empathische Menschen sind ausgeglichener, offener und können Beziehungen besser aufbauen und auch halten. Nicht nur im Beruf, sondern auch privat sind gute Beziehungen das A und O. Aus der Glücksforschung weiß man, dass gute und erfüllte Beziehungen dafür sorgen, dass wir länger, gesünder und zufriedener leben.

Tipp: Höre anderen Menschen einfach nur zu – ohne Kommentar, ohne Lösungen, ohne Ratschläge. Überlege dir, wie du handeln würdest, wenn du dieser Mensch wärst. Versuche, die Gefühle bei diesem Menschen zu erspüren und zu ergründen, wie diese entstanden sein könnten. Finde bei jeder Gelegenheit etwas heraus über andere Menschen. Zum Beispiel, was sie besonders macht, was sie bewegt, was sie motiviert und begeistert. Sieh es als Spiel.

Ich selbst erlebe es oft, dass ich Menschen einfach nur zuhöre und ab und zu mal nachfrage. Hinterher sagen diese mir dann „danke, das tat so gut, mit dir zu reden! Es hat mir geholfen, Klarheit zu bekommen und jetzt weiß ich genau, was zu tun ist.“ Ich schmunzle dann in mich hinein. Es bestätigt sich dann mal wieder, dass alles Wissen, was wir brauchen, bereits in uns ist.

4. Motivation

Wie oft habe ich es schon erlebt, dass Menschen sich für etwas begeistert haben, voll motiviert etwas begonnen haben und sobald die ersten Schwierigkeiten kamen, sehr schnell wieder aufgegeben haben. Motivation – bzw. Selbst-Motivation – entwickeln wir dann, wenn wir für etwas brennen. Wenn wir unsere Mission erkannt haben, wenn wir begeistert sind, dann verfolgen wir ein Ziel, ohne zu zweifeln, ohne zu fragen, ohne zu zögern. Selbst Rückschläge können wir dann gelassen hinnehmen. Und wir lassen uns von nichts und niemandem von unserem Plan abbringen. Für jedes Ziel, für jedes Projekt ist Motivation der Schlüssel zum Erfolg.

Tipp: Finde deine Herzensmission, völlig unabhängig von äußeren Erwartungen oder vermeintlich zu erreichenden Zielen. Überprüfe sie regelmäßig. Wenn es mal schwierig oder anstrengend ist, dann wirf nicht gleich alles hin, sondern frage dich, was du verändern kannst, um trotzdem deinen Weg zu gehen und deine Träume zu leben. Formuliere deine Glücksvision und visualisiere sie regelmäßig. In dem Kurs „aktiviere dein inneres Glück und leuchte“ findest du zahlreiche Anregungen dafür.

5. Soziale Kompetenz

Hier geht es nicht nur darum, die Gefühle anderer Menschen einzuordnen und nachzuvollziehen, sondern auch um eine gute Kommunikationsfähigkeit. Das bedeutet, dass wir selbst klar und überzeugend ausdrücken können, was uns bewegt, und dass wir andere zum Verstehen und Handeln motivieren können. Umgekehrt können Menschen mit hoher sozialer Kompetenz gut zuhören, mitfühlen und angemessen reagieren. Im beruflichen Zusammenhang können sie gut Teams bilden und führen. Sie sind imstande, Konflikte zu meistern und Probleme im Sinne aller zu lösen. Das Wohl anderer liegt ihnen am Herzen, sie können aber auch gut für sich selbst sorgen.

Tipp: Suche dir Gruppenaktivitäten, bei denen soziale Kompetenz eine Rolle spielt, z.B. Teamsport im Verein, oder auch ehrenamtliches Engagement. Auch gibt es gute Seminare und Angebote zum Thema Kommunikation oder Konfliktmanagement. Auch Lachyoga in der Gruppe ist eine hervorragende Möglichkeit, um die soziale Kompetenz zu stärken.

Vielleicht können ja ein paar dieser Anregungen dich oder Menschen in deinem Umfeld inspirieren. Wenn du diesen Artikel bis zum Ende gelesen hast und dich mit diesen Themen beschäftigst, dann gehe ich davon aus, dass du bereits eine hohe emotionale Intelligenz besitzt. Vielleicht inspiriert es dich ja auch, andere dabei zu begleiten oder es beruflich noch mehr einzusetzen. Gerade in der Wirtschaftswelt ist emotionale Intelligenz nötiger denn je. Sie trägt dazu bei, leichter und glücklicher durchs Leben zu gehen – für uns selbst und für unsere Mitmenschen.

„Ich hab dich lieb“ sagt mein Sohn abends im Bett zu mir. In diesem Moment fließt eine angenehme, wohlige und glückliche Welle von guten Gefühlen durch meinen Körper, wie ein warmes Licht, das sich bis in die letzte Zelle ausbreitet. Ein Glück, dass wir Menschen sind und keine Roboter!

Stress durch Corona? Wie wir mental überleben in verrückten Zeiten

Das waren noch Zeiten…

… man ist fast versucht, ein wenig sehnsuchtsvoll zurückzublicken auf den ersten Corona Lockdown damals im März letzten Jahres. Ja, wir mussten auf vieles verzichten, uns zusammenreißen, zu Hause bleiben und uns auch noch um das Home Schooling kümmern. Doch wir haben alle zusammen gehalten, der Staat hat großzügig jeden Betroffenen unterstützt, es gab überall Solidarität, und wenn wir ehrlich sind, dann dachten wir doch alle, dass der ganze Spuk nach spätestens einem halben Jahr wieder vorbei ist, oder?

Von dieser fast abenteuerlichen Aufbruchstimmung ist mittlerweile nicht mehr viel übrig. Für Gastwirte und Geschäfte lohnt es sich kaum zu öffnen, da aus Angst oder Vorsicht eh viel weniger Gäste kommen. Auch Event- und Seminaranbieter haben das Nachsehen. Sie dürfen zwar öffnen – zumindest ab und zu – aber es bringt ihnen nicht viel. Die Soforthilfen müssen zurück gezahlt werden und jeder kann mittlerweile sehen, wo er bleibt.

Die Spaltung der Gesellschaft nimmt immer verrücktere Ausmaße an: auf Facebook und co. sortieren viele fleißig Freunde aus, je nachdem ob sie auch geimpft oder auch ungeimpft sind. Von dem, was wir im Moment am meisten bräuchten, um unser Immunsystem stark zu halten, haben wir am allerwenigsten: Sozialen Zusammenhalt und ein Gefühl von Grundsicherheit und Geborgenheit. Dieser Dauerstress macht uns am Ende womöglich kränker als Beta, Gamma, Delta und Omikron zusammen. Während die Politik sich vor allem darauf konzentriert, wie wir das medizinisch gewuppt kriegen, wird die Frage, was all dieser Stress mental mit uns macht, nur am Rande behandelt. Dabei sollten wir dieses Thema schon rein aus gesundheitlichen Gründen nicht ausblenden.

Der Corona Stresskreislauf

Hirnforscher Manfred Spitzer beschreibt in seinem Buch „Pandemie“ den Teufelskreis, in dem wir stecken: „Menschen sterben schneller an einer Infektion, wenn sie unter Bedingungen leben, die chronischen Stress und andere psychologische Ursachen begünstigen, die eine Infektion wahrscheinlicher machen.“ Mit anderen Worten: die jetzige Situation macht uns mürbe, stresst uns und macht uns nochmal anfälliger für Infektionen.

Laut einer Forsa-Umfrage im Auftrag der TK (siehe TK-Gesundheitsreport 2021) ist die gefühlte Belastung durch Corona nach einem Jahr nochmal um 20% gestiegen. Während sich im März 2020 noch 35 Prozent der Befragten stark oder sehr stark von der Corona-Situation belastet fühlten, waren es diesen März 2021 bereits 42 Prozent. Als besonders belastend empfinden die befragten Menschen die fehlenden Treffen mit Freunden und Verwandten (89%), Angst, dass Angehörige oder Freunde an Covid erkranken (60%), die Schließung von Kitas und Schulen (59%) sowie den gestiegenen Stress am Arbeitsplatz (49%). Noch belastender ist die Situation für Menschen im Home Office, die Kinder haben. Hier geben 54% an, sich stark oder sehr stark durch die Situation belastet zu fühlen. Der allgemeine Krankenstand ist zwar laut Studie nicht gestiegen, allerdings sind psychische Erkrankungen mit 19,8 die Hauptursache für Krankschreibungen. Das kostet sowohl die Unternehmen als auch die Gesellschaft viel Geld und Kraft.

Auch eine Langzeitstudie der TU Chemnitz bestätigt: Die Batterien sind bei vielen Menschen leer. Die Möglichkeiten, die uns helfen, die Ressourcen wieder aufzuladen, fehlen oder sind begrenzt. Die ständigen Einschränkungen, Lockdowns, Absagen von Events, Schließungen von Freizeit- und Wellnesseinrichtungen und letztlich die Reduzierung der sozialen Kontakte zwingen uns, auf das zu verzichten, was uns sonst entspannen und wieder aufladen würde.

Was ist die Wahrheit?

Keiner von uns kann in die Zukunft blicken und sagen, was falsch oder richtig ist. Ich bin fest davon überzeugt, dass jeder aus seiner Perspektive heraus sein Bestes tut. Die Impfungen mögen helfen, die medizinischen Gefahren und Folgen einzudämmen. Doch mit den psychologischen Folgen von alldem werden wir genauso zu tun haben. Klar, wir können jetzt Schuldige suchen, anklagen, Fehler anprangern, und wir werden jede Menge Anlässe dafür finden – auf allen Seiten. Doch sollten wir vielleicht lieber die Situation anschauen und konstruktiv überlegen, wie wir gemeinsam und gut weiterhin da durchgehen können. Das, was gerade ist, lässt sich nur zum kleinen Teil ändern. Alles was wir tun sind Tropfen auf den heißen Stein.

Und dennoch ist es wichtig, dass wir immer wieder Wege suchen, um die eigene Resilienz zu stärken (siehe Blogartikel zum Thema „Resilienz„), die Batterien wieder aufzuladen, uns neu auszurichten und dabei die Lebensfreude und den Humor nicht zu verlieren. Wenn wir konstruktiv, optimistisch und innerlich stabil bleiben, dann tun wir nicht nur uns selbst einen Gefallen, sondern auch den Menschen in unserem Umfeld. Wie wäre es, wenn wir die Zeit und Energie, die wir verwenden, um unsere Meinung zu vertreten oder in Social Media herum zu diskutieren, anders nutzen? Zum Beispiel, um die Zuversicht zu stärken oder uns in Toleranz zu üben? Ich bin mir sicher, dass das einen Unterschied machen würde!

Und übrigens: sich ärgern schwächt das Immunsystem immens, Lachen stärkt das Immunsystem!

Mental überleben in verrückten Zeiten – vier Strategien

Hier findest du weitere Anregungen, die dir helfen können, gut, gesund, gestärkt und zuversichtlich durch die Zeit zu kommen.

  1. Den Fokus verändern

Die Meinungen in unserer Gesellschaft sind unterschiedlich und driften scheinbar immer weiter auseinander. Dennoch gibt es nie die eine Wahrheit, sondern sie hat immer verschiedene Perspektiven und für jeden andere Auswirkungen. Einzelbeispiele finden sich für jede Seite. Schwarz-Weiß-Denken bringt uns nicht mehr weiter, da die Welt nun mal komplex ist. Vielleicht vergessen wir so manches Mal, dass sowohl Wissenschaftler genauso wie Politiker, aber eben auch weise, spirituelle Gurus und Geistheiler sich manchmal eben einfach irren können!

Wäre es nicht sehr viel konstruktiver, wenn wir es endlich bleiben lassen, DIE eine Wahrheit zu finden und zu verstehen? Wenn wir selbstbestimmt handeln statt uns weiterhin ausgeliefert zu fühlen? Den Fokus verändern, trübe Gedanken loslassen? Folgende Maßnahmen können helfen:

  • den Konsum von (schlechten) Nachrichten reduzieren,
  • Dankbarkeit kultivieren (siehe das YouTube-Video dazu)
  • Dinge tun, die dir gute Laune machen
  • den Optimismus stärken
  • dir jeden Tag etwas Schönes vornehmen (siehe Blogartikel „Die 8 Gebote des Genießens“)
  • mit Hilfe von Lachyoga den Fokus Schritt für Schritt verändern
  • die Dinge nicht so ernst nehmen und humorvoll betrachten
  1. Ressourcen aufladen

Die Coronasituation macht immer deutlicher: Wir können nicht warten, bis die Krise vorüber ist. Vielmehr geht es darum, Resilienz zu entwickeln und die Fähigkeit zu stärken, in dieser Dauerstress-Situationen gelassener zu reagieren. Psychologen bezeichnen dies als „regeneratives Stressmanagement“. Hier hilft zum Beispiel:

  • regelmäßige Bewegung
  • in der Natur sein
  • Entspannungstechniken wie Yoga, Meditation oder Körperreisen (auf Soundcloud findest du geführte Entspannungsmeditationen mit mir…)
  • Humor und Lachen
  1. Den Geist füttern

Kennst du das auch? Du hast wahllos im TV gezappt oder warst eine Stunde auf Social Media unterwegs und hast hinterher das Gefühl, einfach nur sinnlos Zeit vergeudet zu haben? Klar ist es auch mal wichtig und gut, sich ohne irgendeinen Sinn „berieseln“ zu lassen. Aber auf Dauer stärkt es unsere innere Kraft und die Resilienz mehr, wenn wir Neues lernen, uns inspirieren lassen oder uns mit den tieferen Fragen des Lebens beschäftigen. Zum Beispiel:

  • In einem (online) Kurs etwas Neues lernen – eine Sprache, eine Technik, eine Methode
  • Dich fragen, was deine persönliche Aufgabe hier auf dem Planeten ist und was dein Beitrag für diese Welt sein könnte (in diesem Kurs findest du Inspirationen dazu)
  • Inspirierende Bücher lesen
  • Dich mit anderen über diese Themen austauschen
  1. Verbundenheit leben

Fehlende soziale Kontakte sind nicht nur der Hauptgrund für die psychischen Belastungen durch Corona, sondern tragen laut Glücksforschung auch dazu bei, dass Menschen im Alter krank (z.B. dement) werden und früher sterben. Es ist nicht nur für die Seele gut, sozial eingebunden zu sein, sondern auch ganz konkret für die körperliche Gesundheit – und somit für das Immunsystem. Auch hier gibt es viele Möglichkeiten, z.B.

  • Alte Freund:innen kontaktieren
  • Kurse belegen, in denen der Austausch über tiefe Themen Bestandteil ist
  • Dich lachend mit anderen Menschen verbinden
  • Mit einer Freundin / Freund spazieren gehen
  • Anderen Menschen helfen – laut Glücksforschung ist Engagement für andere einer der wichtigsten Glücksfaktoren – vielmehr als z.B. Wohlstand und Status (siehe Blogartikel zu „Engagement macht glücklich“)

Ich wünsche dir von Herzen, dass du weiterhin gut, entspannt und fröhlich durch diese verrückten Zeiten kommst!

Alles Liebe

Angela

 

P.S: du findest diese Anregungen hilfreich, weißt aber nicht so recht, wo du anfangen sollst? Dann komm in das SMILE-Programm und lass dich begleiten…

Der Tod: dein Freund und Berater

Liebes Leben, es reicht!

Hast du dir schon mal gewünscht, du wärst nicht mehr am Leben? Dann wäre dieser ganze Stress endlich vorbei, du hättest Ruhe, keine Probleme mehr, würdest nicht immer wieder gegen die gleiche Wand rennen und daran verzweifeln? Ich hatte solche Momente – nicht oft, aber dann durchaus ernsthaft – so zumindest aus meiner damaligen Sicht in den schwärzesten Momenten meines Lebens.

Das Erstaunliche war jedoch dabei, dass genau in solchen schwarzen Momenten der Gedanke an den Tod für mich irgendwie tröstlich schien. Selbst an den schlimmsten Tiefpunkten meines Lebens habe ich innerlich geahnt: Schlimmer kann es kaum noch werden. Und irgendwas wird vielleicht doch noch kommen, für das es sich lohnt weiterzumachen. Letztlich wäre es ja vielleicht auch langweilig, jetzt schon tot zu sein und die Irrungen und Wirrungen des Lebens nicht mehr weiter zu erleben. Mal abgesehen davon, dass ich gar nicht gewusst hätte, wie ich das hätte anstellen sollen, war ich also trotz meiner düsteren Gedanken immer noch weit genug entfernt davon, mich freiwillig aus dem Leben zu verabschieden.

Tod: Tabu und Faszination zugleich

Das Thema „Tod“ ist neben dem Thema „Geld“ eines der ambivalentesten Themen überhaupt. Einerseits wollen wir uns am liebsten gar nicht damit befassen und es einfach wegschieben. Ungern reden wir darüber, und wenn, dann nur mit tiefster Betroffenheit und Befangenheit. Andererseits scheint die Angst vor dem Tod so präsent zu sein wie selten zuvor. Bei wem sind sie nicht im Kopf tief eingebrannt, die Bilder der Pandemie: von Totentransportkolonnen per Militär bis hin zu improvisierten Leichenhallen in Zelten. Viele von uns werden plötzlich zu Hobby-Statistikern, machen Hochrechnungen und studieren die Zahlen, um irgendwie noch irgendwo etwas glauben zu können: Sterberaten von Toten ohne Impfung, trotz Impfung, durch Impfung oder sonstige Nebenwirkungen. All das sicherlich auch aus einer tiefen Sehnsucht heraus, etwas unter Kontrolle zu behalten, was wir nicht kontrollieren können: nämlich die Frage, wann wir sterben. Und was danach kommt. Diese Unsicherheit scheint uns verrückt zu machen, lässt uns ins Bodenlose fallen und schier verzweifeln.

Der Wunsch nach Kontrolle, nach Sicherheit, hat manchmal traurige Folgen: manche Menschen sterben schon vor ihrem Tod. Dabei sollten wir doch nie vergessen: Es gibt ein Leben vor dem Tod. Und dieses wird paradoxerweise nochmal viel lebenswerter, wenn wir den Mut haben, uns mit dem Tod zu beschäftigen. Doch wie können wir uns dem Thema Tod liebevoll nähern, Freundschaft schließen, den Tod als Teil des Lebens anerkennen und vielleicht sogar wertschätzen? Ich möchte hier aus den unendlich vielen Aspekten, die das Thema mit sich bringt, nur drei kleine Erkenntnisse teilen, die mir persönlich geholfen haben, den Tod nicht mehr als bedrohliches, dunkles schwarzes Loch zu fürchten, sondern als einen der besten Lebensberater anzusehen, der auf unserer Seite ist und das Beste für uns will.

1. Gut, dass wir sterben!

Würdest du unsterblich sein wollen? 500 Jahre, 1.000 Jahre, 10.000, eine Million Jahre oder gar ewig leben? Wäre es nicht eher ein Fluch als ein Segen? In dem Film „Highlander“ geht es um einen „Unsterblichen“, der am Ende als „Belohnung“ schließlich doch alt werden und sterben darf.

Auch im Hinduismus besteht das höchste Ziel darin, den Karma-Kreislauf der Wiedergeburten irgendwann so durchlaufen zu haben, dass man in das ewige Nirvana eintreten darf und nicht nochmal eine Runde drehen muss.

Genau wie Tag und Nacht, Licht und Schatten, Sommer und Winter, Glück und Unglück gehören Tod und Leben zum Kreislauf des Werdens und Vergehens dazu und sind ohneeinander nicht denkbar. Das Wissen um unsere Endlichkeit motiviert uns, Ziele zu formulieren, unsere Träume zu verwirklichen, etwas Besonderes zu erleben und das kostbare Leben zu wertschätzen und zu genießen.

2. Der Tod: dein bester Berater

„Jeder will alt werden, aber keiner will es sein“. Martin Held

Bist du auch schon in einem Alter, in dem du bereits von ehemaligen Klassenkamerad:innen oder Kolleg:innen mitbekommen hast, dass sie inzwischen gestorben sind? Und warst du in dem Moment vielleicht dankbar, dass es noch nicht dich erwischt hat? Egal wie schwer oder anstrengend dein Leben gerade ist? Vielleicht hast du dir auch gedacht, „ach, warum arbeite ich eigentlich so viel, wenn ich eines Tages eh sterbe?“ Vielleicht bist du einen Tag später wieder zum Alltag übergegangen und hast nicht weiter darüber nachgedacht. Aber immerhin – in dem Moment haben sich vermutlich viele deiner kleinen Alltagsproblemchen relativiert. Tod sei Dank. Der Tod lehrt uns Dankbarkeit.

Doch es geht darüber hinaus. Der Tod kann uns bei schwierigen Entscheidungen ein guter Berater sein. Wenn sich Weggabelungen im Leben auftun, dann kann es hilfreich sein, sich gedanklich an das Ende des Lebens zu versetzen und aus dieser Perspektive heraus auf das Leben zu schauen. Das schärft den Blick für die wesentlichen Fragen.

Nicht ohne Grund ist das Buch „5 Dinge, die Sterbende am meisten bereuen“ von Bronnie Ware zum Bestseller geworden. Darin haben Menschen, die tatsächlich am Ende des Lebens standen, vielen die Augen geöffnet über das, was wirklich wichtig ist. Zum Beispiel mutig zu sein, statt alles perfekt machen zu wollen. Lieber mal Neues zu probieren als in eingefahrenen Bahnen stecken zu bleiben. Und mehr Zeit mit Freunden und Familie zu verbringen als unbedingt Karriere machen zu wollen. Diese Erkenntnisse sind für uns alle aufschlussreich. Diese Menschen hatten keine Chance mehr, ihr Leben zu ändern – wir haben sie noch. Eine gedankliche Reise an das Lebensende kann uns dabei unterstützen, am Ende nichts zu bereuen. Nicht das was wir getan haben und auch nicht das, was wir nicht getan haben.

3. Ohne Tod kein Leben

Alles in diesem Universum scheint ein Kreislauf zu sein – von entstehen und vergehen, von Jahreszeiten, Planeten, Lebewesen, Pflanzen – im Kleinen wie im Großen. Alles ist Energie. Letztendlich verschwindet nie etwas aus unserem gesamten System, sondern verändert nur seine physikalische Form. Selbst unser menschlicher Körper wird zu Erde oder Asche und geht wieder in den Naturkreislauf hinein. Soweit zur materiellen Ebene.

Doch was ist mit der seelischen Ebene? Warum wissen wir nicht, was vor der Geburt war und was nach dem Tod sein wird? Darüber zerbrechen sich vermutlich die Menschen den Kopf, seitdem es uns gibt. War unsere Seele vorher auf anderen Planeten? Wie oft haben wir schon hier gelebt, oder vielleicht auch woanders? Werden bestimmte „Aufgaben“ oder „Themen“ von Generation zu Generation weitergegeben, so wie wenn bei einem Staffellauf der Stab übergeben wird?

In der neueren Wissenschaft der „Epigenetik“ gibt es immer mehr Erkenntnisse darüber, dass sich unser Erbgut durch verschiedenste Erfahrungen (Stress, Erfahrungen, Ernährung, Umwelteinflüsse oder auch Traumata) verändert und wir dies in unseren Genen entsprechend speichern. Je nachdem, wie wir imstande sind, Traumata einzuordnen, „aufzulösen“ oder möglicherweise aber auch daran zerbrechen, geben wir diese Prägungen an die nächsten Generationen weiter. So wird es für viele Therapeuten und Coaches immer wichtiger, auch Erfahrungen aus vorherigen Generationen sowie kollektive Aspekte einzubeziehen. Ich selbst habe bei systemischen Aufstellungen schon an verschiedenen Beispielen erlebt, wie einschneidend die Erfahrungen aus der deutschen Teilung und erst recht aus dem Dritten Reich selbst für unsere Generation noch sind.

Dennoch gerät die Wissenschaft beim Thema Tod auch an ihre Grenzen. Hinter diesen Grenzen des Wissens bleibt nur noch ein Raum, den wir mit etwas anderem füllen können. Mit unserem Glauben, dass da mehr ist, mit dem Glauben an einen „Gott“, die „höhere Weisheit“, das „Universum,“ oder das „Alleins“. Oder schlichtweg mit dem Vertrauen darauf, dass das Ganze hier doch am Ende irgendwie irgendeinen Sinn hat.

Um mit der Ungewissheit des Todes klarzukommen, brauchten die Menschen von je her Bilder, Geschichten und Mythen. Bilder von Gott mit dem langen weißen Bart. Von kitschigen Engelbabys mit Flügeln, oder auch vom Teufel mit Hörnern und Dreizack. Keiner weiß, wie es wirklich ist, dort im „Jenseits.“. Aber bestimmte Vorstellungen und Deutungen geben uns Hoffnung und Sinn. Vielleicht kommt es ja gar nicht darauf an, was stimmt. Vielleicht sind wir Menschen wirklich nur ein Mini-Zufall in diesem riesigen Universum, ohne Sinn, ohne Zweck. Und doch kann es einen Unterschied machen, welchen Sinn wir dem Leben geben. Denn was soll‘s: wenn es doch eh egal ist und es uns damit besser geht, warum sollen wir nicht selbst einen Sinn „ersinnen“?

Studien aus der Glücksforschung bestätigen: Die Menschen, die im Leben einen höheren Sinn erkennen, haben es leichter, mit Schicksalsschlägen umzugehen und daran zu lernen und zu wachsen. Wenn wir auch im Tod einen Sinn sehen können, in unserem ganzen Dasein auf der Erde, dann lebt es sich am Ende nicht schwerer, sondern fröhlicher und gelassener. Frei nach dem Motto:

„Möglicherweise ist ein Begräbnis unter Menschen eine Hochzeitsfeier unter Engeln.“ Khalil Gibran

Mir gefällt das Bild von uns Menschen als Engel – oder auch „spirituelle Wesen“, die auf der Wolke im Alleins sind. Alles ist paradiesisch dort, doch auch etwas eintönig. Daher beschließen sie, auf die Erde zu reisen, um dort menschliche Erfahrungen zu machen. Damit dies jedoch real ist, müssen sie vergessen, wo sie eigentlich herkommen. Aber es gibt kleine Tricks, um sich ab und zu doch mal daran zu erinnern, wer sie wirklich sind:  zum Beispiel durch Lachen, Tanzen, Singen, Meditieren – und durch Seelenbegegnungen mit den anderen Engeln. Mir persönlich hilft diese Geschichte, um vieles zu relativieren, wenn es mal nicht so läuft. Und mich zu erinnern, wo ich herkomme.

Wie kannst du den Tod zu deinem Berater machen? Mit welchen Fragen kann der Tod dich dabei unterstützen, dir über deinen eigenen Weg klar zu werden und vielleicht sogar etwas über deinen „Sinn“ – deine Aufgabe- hier in diesem Moment auf diesem Planeten zu erfahren? Ich habe hier mal ein paar Fragen zur Anregung zusammen gestellt. Und zwar aus zwei spannenden unterschiedlichen Perspektiven. Viel Spaß damit!

Alles Liebe

Angela

 

Bei diesen Fragen geht es um Leben und Tod:

Fragen aus der Perspektive von JETZT:

  • Was soll sich durch dich auf der Welt verändert haben, wenn du gehst?
  • Was würdest du tun, wenn du wüsstest, dass du in einem Jahr sterben wirst, aber bis dahin körperlich noch voll fit bist?
  • Welches Lebensthema möchtest du noch für dich gelöst haben, bevor du gehst?
  • Was würdest du dir wünschen, was die Gäste auf deiner Beerdigung eines Tages über dich sagen?

Fragen aus der Perspektive deines Lebensendes

– ausgehend davon, dass dein Leben phantastisch war!

  • Wofür bist du dankbar?
  • Worauf bist du stolz?
  • Welches Motto würdest du deinem Leben geben?
  • Welche Botschaft hast du für dein jüngeres (also jetziges) ich?

Du möchtest noch mehr Klarheit über deine Mission, deine Ausrichtung, deine Träume im Leben und diese auch in die Umsetzung bringen? Dann komm in den Kurs „Aktiviere dein Inneres Glück und leuchte“!

Empfehlung: Seminar zu dem Thema mit meiner wunderbaren Kollegin Silvia Rößler: Lachen trotz und alledem – darf ich lachen wenn ich traurig bin? 12. und 13. Februar oder 5. und 6. März.  Mehr Infos hier…

Selfcare: Fünf Tipps, um deine Energie zu erhöhen

Wir leben in einer Zeit, in der die Welt im Aufruhr scheint. Pandemie, Flutkatastrophen, nichts ist mehr planbar. Hinzu kommt der vermeintlich harmlose, aber nicht zu unterschätzende Alltagsstress: Beruf, Familie, Home Office, Home Schooling, Schließungen, Aufhebungen, ständige Änderungen der Situation und all die psychischen Belastungen, die damit einhergehen. Die Pandemie, von der wir dachten, sie sei in wenigen Monaten vorüber, zieht sich seit fast 2 Jahren dahin. Da kann so ziemlich jeder und jedem irgendwann mal die Puste ausgehen.

Was bedeutet überhaupt „Energie erhöhen“?

Gerade in diesen Zeiten ist es wichtig, in guter Energie zu bleiben und dafür zu sorgen, dass wir genügend Kraft haben, um all das zu meistern. Doch was genau bedeutet das, „Energie erhöhen“? Sich noch mehr vornehmen, um noch mehr zu schaffen? Alles daran setzen, um noch leistungsfähiger zu werden und noch besser zu funktionieren? Das kann nicht der Weg sein. Viele Menschen „halten durch“ bis zum Wochenende oder bis zum nächsten Urlaub. Dann werden sie krank. Meist auch deshalb, weil der Körper sein Tribut an Entspannung regelrecht einfordert. Kein Mensch kann dauerhaft wie ein Duracell-Häschen immer nur auf Hochtouren laufen. Wenn keine Erholungsphasen eingelegt werden, endet das im Burnout, das weiß man aus der Stressforschung.

Den Begriff „Energie“ kennen wir auch als Begriff für Antriebskraft, die wiederum durch Einsatz bestimmter Ressourcen erzeugt wird und etwas in Bewegung bringt. Wenn diese Energie verbraucht ist, dann gilt es, die Ressourcen einzusetzen, um nachladen zu können. Ein Elektroauto muss nach ein paar Hundert Kilometern an eine Steckdose. Dort gibt es Energie, die bestenfalls aus Wind oder Sonne erzeugt wurde. Ohne den Strom bzw. die Energie nützt uns das schönste Elektroauto nichts.

Warum wir zu wenig für uns selbst sorgen

Während das Auto regelmäßig brav getankt und geladen wird, vernachlässigen wir dies bei uns selbst und bei unserem Körper allzu oft. Obwohl dies nicht mal so zeitaufwändig ist wie bei einem Elektroauto, sondern es meist schon ausreicht, sich wenige Minuten am Tag Zeit für sich selbst zu nehmen. Stress lässt sich nicht reduzieren, indem wir nur auf der Couch hocken. Aber auch nicht, indem wir ihn ignorieren und immer weitermachen. Wenn wir hingegen die richtige Balance aus Aktivität und Entspannung finden, dann vermeiden wir, dass uns am Ende komplett die Puste ausgeht.

Kennst du es auch: du findest keine Zeit für 10 Minuten Meditation am Morgen, aber ertappst dich dabei, wie du dich im Instagram-Feed verlierst? Du findest keine Zeit, raus in die Natur zu gehen und bleibst bis spät nachts bei irgendeiner Netflix-Serie hängen? Mir kommt das jedenfalls ziemlich bekannt vor. Viel zu oft vergessen wir, für uns selbst zu sorgen und uns diese Zeit zu nehmen – und empfinden das Leben nur noch als eine Reihe von Verpflichtungen und Erledigungen.

Erhöhe deine Energie – für dich selbst und für andere

Wenn wir als Mensch unsere Energie erhöhen wollen, dann geht es nicht allein darum, mehr Energie oder Antrieb zu haben. Sondern es geht darum, auf eine „höhere Schwingungsebene“ zu kommen. Also nicht nur mehr Kraft zu haben, sondern Spaß an der Sache zu haben und in Leichtigkeit, Vertrauen und Gelassenheit durch den Alltag zu gehen. Wenn wir unsere Energie im positiven Sinne erhöhen, dann lassen wir uns vom Alltagsstress nicht mehr so leicht runterziehen. Dann sind wir mutig genug, auch mal nein zu sagen und für uns selbst zu sorgen. Dann sind wir nachsichtiger mit uns selbst und anderen und wissen genau, wann der Körper und der Geist mal eine Auszeit braucht. Dann haben wir erkannt, wie wichtig es ist, sich die erforderliche „Me-Time“ zu nehmen statt durchzuballern. Und wir kennen unsere eigenen Ressourcen, die dafür sorgen, dass wir in einer guten Balance bleiben und uns nicht selbst überfordern. Wir fühlen eine innere Kraft, aber auch Gelassenheit, um alles zu meistern.

Menschen, die in höherer Energie unterwegs sind, sind meist diejenigen, die „Leuchttürme“ in der Gesellschaft sind, die anpacken und die Herausforderungen dieser Zeit angehen. Wenn du also dafür sorgst, deine Energie zu erhöhen und hoch zu halten, dann tust du nicht nur dir selbst einen Gefallen, sondern auch deinen Mitmenschen. Wie das gehen kann? Ich habe hier fünf Tipps für dich zusammengestellt.

Energy Uplift: Fünf Tipps für mehr Energie

 

1. Perspektivenwechsel

Manchmal lassen sich die äußeren Umstände nicht ändern – wie jetzt in der Pandemie oder auch in anderen Lebenskrisen. Doch wir können immer noch unsere innere Einstellung dazu verändern. Indem wir zum Beispiel das Geschenk in der Krise sehen, die Themen anschauen, die dahinter stehen oder einfach den Fokus auf das richten, was uns glücklich macht statt über das zu grübeln, was nicht gut läuft. Aus der Mindset-Forschung (siehe Blogartikel zu „Selbstwirksamkeit“…) weiß man, dass die Art, WIE wir die Dinge sehen, auch einen großen Einfluss darauf hat wie wir Dinge erleben.

Wie kannst du die Sicht auf die Dinge verändern? Indem du z.B. Dankbarkeit traininerst (siehe Blog zu Dankbarkeit…) oder Glücksmomente sammelst. Auch hilft es, die Dinge aus der Perspektive von jemand anders zu sehen oder dein „zukünftiges Ich“ zu befragen. Und dir immer wieder deiner eigenen Ressourcen bewusst zu werden und diese zu aktivieren.

2. Achtsamkeit

Um die Energie zu erhöhen, ist es auch wichtig, erstmal die Energie runterzufahren und bewusst wahrzunehmen, auf welchem Energielevel du dich gerade in diesem Moment befindest. Allein die bewusste Wahrnehmung darüber verändert schon dein Energielevel. Dabei helfen Achtsamkeitsübungen, die du gut und einfach in den Alltag einbauen kannst. Zum Beispiel den Atem beobachten, oder alltägliche Dinge wie gehen, essen, aufräumen bewusst langsam ausführen und mit der Aufmerksamkeit genau bei der Sache zu sein, die du gerade tust. Auch wenn es die Buchhaltung oder das Sortieren von Unterlagen ist. Der Atem ist dafür immer wieder ein guter Begleiter (siehe Blogartikel „Atem – das unterschätzte Wunderwerkzeug“…)

 

3. Bewegung

Egal ob du Laufen gehst, regelmäßig schwimmst oder Yoga machst: Bewegung ist auch deshalb ein Energy Booster, weil sie uns sehr schnell aus dem Kopf und aus dem Grübeln rausbringt und hinein in die Körperwahrnehmung. Gerade wenn wir uns vorher ordentlich mit Bewegung auspowern, können wir hinterher die Batterien umso besser wieder aufladen. Es ist, wie wenn wir ein Glas spülen, in dem sich noch abgestandenes Wasser befindet. Wir müssen erst das alte Wasser auskippen, um das Glas spülen und es mit neuem, frischen Wasser füllen zu können.

Bewegung tut somit nicht nur dem Körper gut, sondern auch dem Geist. Durch bestimmte Körperhaltungen, Yoga oder Lachyoga kannst du deine Stimmung ins Positive beeinflussen und dich sofort in eine bessere Energie bringen. Zum Beispiel mit der Lachyoga-Übung „Power Poses.“

 

4. Lächeln

Ein weiterer Booster für bessere Stimmung und Ausrichtung auf die schönen Dinge im Leben ist Lächeln. Studien aus dem Body Feedback zeigen, dass allein das Hochziehen der Mundwinkel zu einer Lächelbewegung schon unsere Stimmung ins Positive beeinflusst.

Eine Minute Lächeln morgens vor dem Spiegel lässt uns ganz anders in den Tag hineingehen. Du möchtest es ausprobieren? Dann hol dir hier die kostenlose Meditation für Lächeln und positive Energie…

 

5. Lachen

Beim Lachen werden Glückshormone ausgeschüttet, der Stress wird gesenkt, das Immunsystem gestärkt (Fakten zum Lachen, siehe auch…). Nur wenige Minuten herzhaftes Lachen sorgen dafür, dass wir in eine ganz andere Energie kommen und uns wie euphorisiert fühlen. Das Schöne beim Lachen: Wir trainieren einerseits den Körper (Zwerchfell, Bauchmuskulatur), schwingen uns aber auch mental auf eine bessere Energie ein. Menschen, die regelmäßig lachen, werden gelassener und nehmen auch stressigen Alltagskleinkram nicht so ernst (was uns wiederum hilft, die innere Einstellung zu verändern). Du hast keinen Anlass zum Lachen? Dann probier es mal mit Lachyoga! Hier findest du Angebote und Möglichkeiten dazu…

 

Diese 5 Tipps sind nur eine kleine Auswahl an Strategien, mit denen wir in höhere, bessere und positivere Energie hineinkommen können. Nicht für jeden passt die gleiche Methode, sondern es ist wichtig herauszufinden, was für dich passt. Auch geht es nicht darum, alles gleichzeitig zu machen oder viel Zeit zu investieren, sondern für dich selbst eine Möglichkeit zu finden, mit der du effektiv und mit wenig Zeitaufwand deine Energie erhöhen kannst.

Du möchtest dabei Begleitung? Dann komm in das SMILE-Programm und mache jetzt den Happiness Check…

Atem – das unterschätzte Wunder-werkzeug

„Ich habe Kopfschmerzen“ sagte die Fotografin. Wir hatten gerade stundenlang mit dem WDR eine Sendung gedreht. Es hatte super Spaß gemacht, aber es war auch anstrengend. Unsere Köpfe rauchten, und wir waren ziemlich kaputt. Eine meine Yoga-Teilnehmerinnen stand neben mir und brachte mich drauf: „Angela, du machst im Yoga doch immer diese Atemübung, mit den beiden Nasenlöchern.“ Ja, klar, die Wechselatmung. Ich zeigte sie der Fotografin und machte gleich selbst mit. Innerhalb von wenigen Minuten sagte sie: „Ich fühle mich schon viel besser.“ Und ich selbst fühlte mich auch gleich besser.

Atem verbindet…

Manchmal kann es so einfach sein und wir kommen nicht drauf. Der Atem verbindet uns mit dem Hier und Jetzt. Wir können nur jetzt atmen, nicht morgen, nicht gestern. Wenn wir bewusst atmen, dann verbinden wir uns mit unserem Körper und dem Geist. Es reicht schon aus, die Aufmerksamkeit auf den Atem zu richten, und der Atem verändert sich, er wird ruhiger. Anhand des Atems können wir Körperfunktionen beeinflussen, die wir normalerweise nicht steuern können.

Klar, wir können willentlich mit dem Kopf nicken, einen Fuß vor den anderen setzen oder mit der Hand nach unserem Handy greifen. Wir können aber nicht unserem Herzen befehlen, langsamer oder schneller zu schlagen. Wir können auch nicht unserer Verdauung sagen „Jetzt mach mal hinne, ich mag diesen Klotz im Bauch nicht mehr haben“. Wenn wir ausgepowert sind, können wir unserem Körpersystem nicht einfach so den Auftrag geben, die Batterien wieder aufzuladen. Dies geht nur anhand von kleinen „Tricks“ und Umwegen. Der Atem ist ein genialer Schlüssel dazu.

Die Wirkung des Atems

Die „Wunderwaffe Atem“ können wir aber nur dann nutzen, wenn wir ab und zu mal bewusster atmen. Wir achten jedoch viel zu selten darauf, wie wir atmen. Mit einem normalen Atemzug nehmen wir nur einen halben Liter Atemluft auf, bei einer gesamten Lungenkapazität von 6 Litern. Wenn wir unter Stress stehen, atmen wir noch schneller, flacher und oberflächlicher und nehmen noch weniger Atemluft auf. Dies führt dazu, dass weniger Sauerstoff in den Körper gelangt, was wiederum die Gesundheit beeinträchtigen kann: „Sauerstoffunterversorgung kann als die schlimmste Krankheitsursache angesehen werden“ sagt Stephen Levine, Molekularbiologe und Genetiker.

Dr. Otto Warburg, Biochemiker, Arzt und Physiologe, war sogar der Meinung, dass fehlende Sauerstoffversorgung die Hauptursache von Krebs sei. Auch wenn seine These umstritten ist, gibt es viele wissenschaftliche Belege dafür, dass die Art, wie wir atmen, entscheidend unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden beeinflusst. Dr. Robert Fried erklärt in seinem Buch „Breath Connection“, dass alle Körperfunktionen mit der Atmung zusammenhängen und dass die richtige Sauerstoffversorgung aller Körperteile entscheidend für Gesundheit und Wohlbefinden sei. Das richtige Atmen sei der beste Weg, um den Körper mit genügend Sauerstoff zu versorgen. Laut Dr. Sheldon Hendler, Ärztin und Forscherin zum Thema zelluläre Sauerstoffversorgung stärkt tiefes Atmen das Immunsystem und kann den Körper sogar von chronischen Krankheiten befreien. Das Gehirn braucht sogar 25% mehr Sauerstoff als der restliche Körper. Davon hängt es auch ab, wie gut und wie lange wir uns auf etwas konzentrieren können oder wie schnell wir müde werden.

Sauerstoff – Essenz des Lebens

Zahlreiche weitere Wissenschaftler haben Belege dafür gefunden, wie wichtig die richtige Atmung und somit die Versorgung des Körpers mit genügend Sauerstoff ist. Zum Beispiel:

Ein erhöhter Sauerstoffgehalt verbessert die Wirkung einiger Antibiotika und des Immunsystems und regt den Zell-Stoffwechsel an (Linda Collison)

Tiefe Zwerchfellatmung stimuliert die Reinigung des Lymphsystems – durch den Vakuum-Effekt werden die Lymphe durch das Blut befördert, wodurch wiederum die Entgiftung 15 Mal besser als normalerweise funktioniert (Dr. J.W. Shields)

Bei tiefer Bauchatmung ist das Zwerchfell beteiligt, bei flacher Atmung im Brustbereich (also unter Stress) nicht. Wenn das Zwerchfell aktiv ist, wird der Parasympathikus aktiviert. Dieser sorgt dafür, dass in Ruhephasen unsere Energiereserven wieder aufgebaut werden können. Auch aktiviert der Parasympathikus das Verdauungssystem. Tiefes Atmen ist somit – neben der Ernährung – ein Schlüssel, mit dem wir auch unsere Verdauung beeinflussen und verbessern können.

Laut Thomas Loew, Leiter der Abteilung Psychosomatik und Psychotherapie am Universitätsklinikum Regensburg, senkt langsames Atmen den Blutdruck und ist bei manchen Menschen sogar genauso effektiv wie z.B. Blutdrucksenker oder angstlösende Mittel.

Atem ist Leben…

Nicht nur für das körperliche Wohlbefinden spielt die Atmung eine wichtige Rolle. Die traditionellen östlichen Lehren gehen sogar noch weiter.

Laut Yoga-Tradition ist „Prana“ (= Atem) die Lebensenergie, die durch unseren Körper fließt und die wir durch Atemlenkungstechniken („Pranayama“) aktivieren und harmonisieren können. Die traditionellen Yogis sind davon überzeugt, dass wir im Leben nur eine bestimmte Anzahl von Atemzügen haben, woraus sie folgern: je langsamer wir atmen, umso länger leben wir.

Auch in der traditionellen chinesischen Medizin spricht man von „Chi“ (oder auch „Qi“) , auf dessen Verständnis Lehren wie Qi Gong, Feng Shui und zahlreiche Kampfkünste basieren. Im Japanischen heißt Atem „Iki“ und bedeutet von der Wortzusammensetzung so viel wie „Selbst“ und „Herz“ in Verbindung. Die darauf basierende Technik der „Zen-Atmung“ wird auch bei uns immer beliebter und wurde mittlerweile sogar als Abnehmtechnik entdeckt (siehe hier…). „Ikigai“ wiederum steht für eine japanische Lebensphilosophie, bei dem das, was wir tun, im Einklang mit dem ist, was die Welt braucht und was wir gut können (siehe auch Blogartikel „IKIGAI“).

Seelisches Wohlbefinden durch Atem

Auch für unser seelisches Wohlbefinden spielt der Atem eine wichtige Rolle. In der Meditation hilft die Verbindung mit dem Atem uns, trübe Gedanken und Sorgen loszulassen und im Hier und Jetzt anzukommen. Dafür reicht es schon aus, nur den Atem zu beobachten – wahrzunehmen, wie die Ein- und Ausatmung geschieht, die Pause zwischen den Atemzügen wahrzunehmen, den Atem fließen zu lassen oder mit der Ein- und Ausatmung bestimmte Visualisierungen zu verknüpfen.

Oft setze ich in meinen Workshops und Yogastunden die Visualisierung von Atem als goldenem Licht ein, das durch den Körper und in alle Körperteile hineinströmt. Mir selbst und vielen Teilnehmer:innen hilft diese Vorstellung und kleine Übung bei Schmerzen oder Verspannungen, und es gibt sogar Beispiele, wie dadurch Heilung geschehen ist. Auch im Bereich der Selbsterkenntnis werden Atemtechniken erfolgreich genutzt, um das Bewusstsein zu erweitern und sich in einen fast rauschartigen Zustand zu versetzen, in dem wir Zugang zum Unterbewusstsein finden und die Begrenzungen des Verstandes und des „inneren Zweiflers“ vorübergehend loslassen. Zum Beispiel beim „Rebirthing“, durch das „holotrope Atmen“ oder auch die „Quantum Light Breathing“ Meditation.

Atemübungen für DICH

Wenn der Atem so wichtig ist – vielleicht fragst du dich jetzt auch, wie du konkret die Atmung nutzen kannst, um dein Stresslevel zu senken, dein Wohlbefinden zu erhöhen und deinen Geist in einen guten Energiezustand zu versetzen? Keine Sorge, es braucht keine komplizierten Techniken oder stundenlange Meditationen. Ich habe hier ein paar Übungen und Techniken für dich zusammen gestellt, die leicht machbar sind und sich gut in den Alltag integrieren lassen. Probiere sie aus und teile gerne in unserer Facebook-Community, welche Erfahrungen du damit gemacht hast. Ich empfehlen, dir zuerst nur eine oder zwei dieser Übungen herauszusuchen und diese eine Zeit lang zu machen. Im Yoga spricht man von 40 Tagen, die es braucht, damit die Wirkung einer Übung sich auf das Leben überträgt. Schau aber, wie es für dich passt, denn es gilt immer, in kleinen Schritten anzufangen und sich nicht zu viel vorzunehmen. Hier ein paar Übungen zur Auswahl für dich:

  1. Den Atem verlängern – mit 4711

Bei fast allen Atemtechniken geht es darum, länger auszuatmen als einzuatmen. Durch längeres Ausatmen leeren wir die Lunge und schaffen Platz für frischen Sauerstoff. Durch längeres Ausatmen vertieft sich die Atmung automatisch, das Zwerchfell wird beteiligt, das parasympathische Nervensystem aktiviert.

Eine einfache Möglichkeit, die man jederzeit am Tag einsetzen und sich noch gut merken kann, ist die „4711“-Übung: 4 Sekunden einatmen, 7 Sekunden ausatmen, dies 11 Mal wiederholen. Probier es aus! Es geht schnell und beruhigt sofort.

 

  1. Wechselatmung (Anuloma-Villoma)

Diese Technik bringt das Zwerchfell in Bewegung, verlängert ebenfalls die Atmung und beruhigt den Geist. Hinzu kommt der Effekt, dass wir hierbei abwechselnd durch die verschiedenen Nasenlöcher ein- und ausatmen und dadurch wieder ein Gleichgewicht zwischen aktivierenden und beruhigenden Systemen herstellen. Zum Beispiel Wärme und Kühle, Sonne und Mond, sympathischen und parasympathischen System sowie linker und rechter Gehirnhälfte. Viele berichten, dass die Wechseltmung ihnen gegen Schlafstörungen oder bei Einschlafproblemen hilft.

Hier findest du eine leicht machbare Variante der Wechseltamung.: Die Anuloma-Ujay…

Wenn du gerne mehr Pranayama-Techniken kennenlernen möchtest, dann komm doch auf einen meiner Yoga-Kurse oder zu den Happiness Yoga Ferien!

 

  1. Lachen!

Wenn wir lachen, dann atmen wir automatisch lachend so lange aus, bis die Lunge fast vollständig entleert ist. Lachen ist eine der besten und schönsten Atemübungen, die wir praktizieren können! Lache 3-5 Minuten täglich und du sorgst automatisch dafür, dass mehr Sauerstoff in deinen Körper kommt. Doch wie kannst du einfach so ins Lachen kommen? Hier nur einige wenige Möglichkeiten:

Mit der geführten Meditation „Inneres Lachen“ kannst du 3-minütiges Lachen mit bewusster Atmung kombinieren.

Der Online-Kurs „Lachyoga Basics“ vermittelt die Grundlagen und Wirkungen des Lachyoga und jede Menge Übungen dazu

Hier findest d weitere Lachyoga-Angebote und -Seminare, sowohl online als auch offline.

 

  1. Bienensummen / Humming-Atmung

Diese Technik ist besonders wirkungsvoll, um den Blutdruck zu senken, bei Stress in die Ruhe zu kommen und den eigenen Körper wieder wahrzunehmen. Hierfür solltest du einen Platz finden, an dem du ein paar Minuten lang ungestört bist und auch keinen anderen störst. Atme tief ein und töne beim ausatmen ein „Hammm!“ Atme so lange summend aus, wie es geht, dann atme wieder langsam und tief ein für das nächste Humming. Schließe dabei die Augen und spüre das Vibrieren im Körper. Dies lässt sich noch intensiver spüren, wenn du dabei auch beide Ohren verschließt. Wiederhole dies ca. 10 Mal. Du möchtest die Atemtechniken unter Anleitung kennenlernen? Im Online-Kurs „Lachyoga Basics“ gibt es eine ausführliche Lektion dazu.

  1. Visualisierung des Atems

Stell dir beim Einatmen vor, wie du Licht einatmest. Mit jedem Ausatmen stell dir vor, wie sich dieses Licht im Körper verteilt. Dabei kannst du nach und nach den Fokus auf alle Körperteile richten: Füße, Beine, Gesäß, Rücken, Bauch, Brust, Schultern, Arme, Hände, Hals- und Nackenbereich, Kopfhaut, Augenpartie und Kiefermuskulatur.

Auch hierfür würde ich dir jedoch empfehlen, eine angeleitete Meditation zu nutzen, am besten die Meditation „Licht-Atmung“, siehe hier…

Wie oft vergessen wir im stressigen Alltag das, was uns am meisten hilft! Es reichen 1-3 Minuten, kurz inne halten, den Atem wahrnehmen, länger und tiefer ein- und ausatmen. Gut, dass meine Yogaschülerin mich in dem Moment wieder daran erinnert hat, wie einfach es sein kann. Das Wunderwerkzeug Atem steht jedem zur Verfügung. Nutze es und sorge für mehr Energie und Wohlbefinden in deinem Leben.

 

Ich wünsche dir viel Spaß damit!

Namasté Angela

Den Perfektionisten überlisten

Kennst du das: du willst eine Power Point Präsentation vorbereiten, einen Text schreiben, ein Bild bearbeiten – du bist eigentlich fertig, es geht nur noch um den Feinschliff. Hier noch eine Kleinigkeit, da noch eine Änderung – und plötzlich hast du für den Feinschliff länger gebraucht als für die Erstellung selbst. Mir geht es oft so. Da sitzt dann der Perfektionist wie ein kleines Männchen auf meiner Schulter und sagt: “Du darfst keine Fehler machen”, vielleicht sogar “du bist nicht gut genug”. 

Kein Wunder: Schließlich lernen wir von klein auf, dass wir keine Fehler machen sollen. Dass wir nur dann liebenswert sind, wenn wir uns auch dafür anstrengen. In der Schule wird das, was nicht richtig ist, angekreidet. Und – ehrlich gesagt – weise auch ich meinen Sohn beim Home Schooling auf seine Fehler hin und halte ihn an, diese zu korrigieren. Naja, immerhin versuche ich ihn auch dafür zu loben, was er richtig gemacht hat. 

 

Perfekt ist langweilig

Doch wer sagt eigentlich, dass wir perfekt sein müssen? Ist die Natur perfekt? Im Gegenteil. Die Natur ist ein ständiger Fluss zwischen Chaos, Neuentstehung, Fehlbildungen, Anpassungen. Genauso wie das gesamte Universum – und auch unser Planet – auf der einen Seite perfekt scheint, auf der anderen Seite ein völliges Chaos. Sonst würden keine Meteoriten einschlagen und es gäbe keine Naturkatastrophen. Wobei letztere natürlich immer mehr menschengemacht sind. Der menschliche Körper – faszinierend, wie perfekt er gemacht ist, für alles gewappnet, bis ins kleinste Detail “ausgeklügelt” – und doch gibt es Krankheiten, Einschränkungen, einige Kinder werden mit Herzfehler geboren, andere müssen mit Diabetes klarkommen oder anderen chronischen Krankheiten. 

Und auch für uns gilt: ist es nicht manchmal viel entspannter, verrückt, wild, unperfekt und fehlbar zu sein als perfekt? Ich habe viele Menschen kennengelernt, die nach außen hin das perfekte Bild versucht haben abzugeben. Doch ich merke es mittlerweile denjenigen an, die dabei nicht authentisch sind. Bei genauerem Nachfragen stelle ich dann fest, dass dahinter oft Unsicherheit oder Angst stecken. Der Glaube, dass alles im Leben – und vor allem man selbst – perfekt sein muss, macht vielen Menschen das Leben schwer. Sie strengen sich an oder haben gar so viel Angst davor, Fehler zu machen, dass sie gar nicht erst etwas Neues wagen. Das wird dann zum größten Hindernisfaktor für Kreativität und Innovation. In der Stressforschung ist der Glaubenssatz “sei perfekt” einer von 5 entscheidenden Stressverstärkern. Perfektionisten sind diejenigen, die sich das Leben schwer machen, weil sie alles nochmal überprüfen müssen und oft riesige Angst vor Fehlern haben. Sie sind diejenigen, die im Büro bis nachts da sitzen, um in ihrer Powerpoint Präsentation noch die Abstände um ein paar Millimeter hin und her zu rücken. Sie lesen jede Mail, jeden Text, 50 Mal durch, bevor irgendetwas rausgeht. 

Sorgfalt ja – aber da wo es passt

Und Achtung, nicht falsch verstehen! Eine angemessene Sorgfalt ist bei alldem durchaus wünschenswert. Ich mag es auch nicht, wenn ich in Zeitungsartikeln oder Werbeanzeigen so offensichtliche Fehler sehe, dass ich die Hände über dem Kopf zusammenschlage. “Der Führling kommt” habe ich neulich in einer Werbung meiner Videosoftware gelesen, und zwar über Wochen hinweg. Anscheinend ist es keinem der Werbemacher aufgefallen. Und ja, von einer Chirurgin wünsche ich mir auch absolute Präzision und Sorgfalt, wenn sie ans Werk geht. 

Doch die Frage ist, wo wir ein Stückchen unserer Perfektion loslassen dürfen, um gelassener, mit mehr Freude und am Ende sogar effektiver unser Leben zu gestalten. Wenn du also auch manchmal so ein kleines Männchen in oder neben deinem Ohr sitzen hast, das dich zu Perfektionismus antreibt, dann helfen dir vielleicht diese Anregungen:

1. Erkenne das Gute an deinem Perfektionisten an

Sage dem kleinen Männchen mal danke, dass es dich zu Höchstleistungen motiviert, dich zu Sorgfalt drängt und das Beste aus dir rausholt. Dann sage ihm aber auch “danke, jetzt sorge ich für mich selbst und bin nachsichtig.” 

2. Erlaube dir Fehler

Jeder Mensch macht Fehler – auch diejenigen, die nach außen hin perfekt scheinen mögen. Je weniger Angst wir vor Fehlern haben und je mutiger wir sind, umso kreativer können wir sein – und somit am Ende auch erfolgreicher. In meinen Kursen üben wir es, uns selbst nicht so ernst zu nehmen. Zum Beispiel, indem wir über unsere eigenen Fehler lachen. Das befreit und beschwingt ungemein!

3. Stehe zu deinen Schwächen

Wir sind nur dann angreifbar, wenn wir versuchen, nach außen hin ein perfektes Bild abzugeben.  Wenn wir von vornherein zu unseren Schwächen stehen, wird keiner uns das übel nehmen. Ich habe eine Kollegin, die hat eine Lese- und Rechtschreibschwäche. Natürlich geht sie damit nicht hausieren, aber wenn es sich ergibt, steht sie dazu. Sie konzentriert sich lieber auf ihre Stärken – und damit ist sie sehr erfolgreich. 

4. Nutze das Pareto-Prinzip – zumindest da, wo es passt

Pareto hat herausgefunden, dass wir mit nur 20% unseres Aufwandes 80% unserer Arbeit schaffen können. Die restlichen 80% unserer Zeit verbringen wir mit Verbesserungen und Feinschliff, der nicht immer nötig ist – siehe oben. Ich halte den Grundgedanken für gut, aber auch hier gilt natürlich die Frage, um welchen Arbeitsbereich es sich handelt – von einer Chirurgin wünsche ich mir absolute Präzision. Auch in der Buchhaltung kann ein Fehler um einen Centbetrag alles durcheinander bringen. Genauso wünscht sich vermutlich jeder von uns 100%-ige Präzision bei der Loopingbahn im Vergnügungspark oder dem Corona-Impfstoff. Und doch lohnt es sich, zu überlegen, in welchen Bereichen wir mit weniger Aufwand vielleicht den gleichen Nutzen erzielen können.

5. Do your best and leave the rest

Dieser Spruch kommt von meinem Lehrer Dr. Madan Kataria, und ich kann ihn gar nicht oft genug zitieren. Wenn wir aus diesem Bewusstsein heraus handeln, dann kommt einfach Gelassenheit. Natürlich wollen wir in allen Lebensbereichen volles Engagement zeigen. Aber dann darf auch der Punkt kommen, an dem wir loslassen und darauf vertrauen dürfen, dass das Leben, das Universum – wer auch immer – den Rest für uns erledigen wird. 

6. Folge der Freude!

Beobachte bewusst bei dir selbst: Wann ist etwas so mühselig, dass du nicht weiterkommst? Natürlich kommt man um bestimmte Tätigkeiten nicht umhin: Die Steuererklärung, Haushalt, Reifenwechsel. Doch bei vielen Dingen kannst du dich auch fragen:  Ist es etwas, was ich unbedingt tun muss? Mir selbst geht es manchmal so, dass ich mich verrenne, weil ich oft denke, ich müsste noch unbedingt 100 Sachen erledigen. Dann verkrampfe ich und schaffe gar nichts mehr. Mittlerweile frage ich mich bei allem: “bringt mich das in die Freude? Oder tu ich das jetzt, weil ich meine, dass man das tun müsste?”

Egal, ob du dich jetzt selbst als Perfektionisten ertappt hast oder nicht – ich wünsche dir, dass du mit Nachsicht, Gelassenheit und natürlich Freude durch den Alltag gehen kannst! Wenn du mehr Inspirationen für Glück und Freude möchtest, die du direkt im Alltag anwenden kannst, dann trag dich gerne hier in den Happiness Newsletter ein.

Achja: und wenn du Fähler findest, dann liegt es daran, dass ich mein kleines Perfektionisten-Männchen heute mal ruhen lassen habe. ;-)

Skurrile Glückstipps

Die 10 skurrilsten Glückstipps

„Genieße den Tag!“…

…„denke nicht an gestern oder morgen.“ – „Lass einfach mal die Seele baumeln.“ Wer kennt sie nicht, all die schlauen Sprüche, die wir immer wieder lesen, von Facebook über Instagram bis hin zum Küchenkalender. Manchmal inspirieren sie uns zum inne halten und Perspektive wechseln. Manchmal ist das alles aber auch sehr platt. Und meist leichter gesagt als getan.

Am 20. März ist Weltglückstag. Da bietet es sich an, ein paar tolle Tipps, happy Hacks und wichtige Weisheiten zu verraten. Doch „genieße den Tag!“ kennen wir schon. Daher kommen hier 10 skurrile Glückstipps, die vielleicht nicht ganz so gewöhnlich sind. Viel Spaß damit!

1. Trinke grünen Tee

Beim Trinken von grünem Tee steigt die Konzentration der Neurotransmitter Dopamin und Noradrenalin, was eine stimmungsaufhellende Wirkung hervorruft. In grünem Tee ist die Aminosäure L-Theanin vorhanden. Diese verstärkt die Produktion von Dopamin und hilft dem Gehirn, in einen Zustand der Konzentration zu gelangen. Also ran an den Tee!

2. Stell dir vor, du bist das Glück

Frage dich, ob du gerne zu dir selbst zu Besuch kommen würdest, wenn du das Glück wärst. Du kannst dir auch einen Stellvertreter für das Glück benennen (einen kleinen Glücksbringer) und dich mit deinem „Glück“ unterhalten. Klingt abgefahren, aber funktioniert!

3. Sei nicht ständig glücklich

Hä, wie jetzt? Aber dafür lese ich das doch hier, magst du jetzt denken. Genau das ist ja das Paradoxe am Glück: Meist sind wir dann glücklich, wenn wir dem Glück NICHT hinterher rennen. Wie oft denken wir, „ich kann erst glücklich sein, wenn – die Beförderung, der perfekte Partner, das Wunschauto da ist – sprich, alles perfekt ist!“ Doch die Kunst des glücklich seins besteht darin, nicht immer glücklich sein zu müssen. Vielmehr gilt es, zu akzeptieren, dass eben auch negative Ereignisse und fehlerhafte Menschen zum Leben dazu gehören. Dann lebt es sich einfach entspannter.

4. Faulenze!

Moment mal – heißt es nicht immer, das Glück liege im Tun und man solle aktiv sein? Klar tut auch Bewegung gut. Doch genauso sollten wir uns mal Zeiten des Nichtstuns gönnen. Und zwar ohne auf das Smart Phone zu starren oder etwas „Nützliches“ zu tun. Das Gute dabei: solche entspannten Phasen nutzt unser Gehirn, um neue Energie aufzuladen und hinterher umso kreativer zu sein.

5. Lache laut und albern

Beim Lachen werden jede Menge Glückshormone ausgeschüttet. Selbst dann, wenn wir nur so tun als ob wir lachen und sich das Ganze ziemlich albern und seltsam anfühlt. Doch wer regelmäßig lacht, kann nachweislich besser mit Stress klar kommen und nimmt viele Dinge im Leben nicht so bierernst. Das gibt dem Leben einiges mehr an Leichtigkeit. Beim Lachyoga findet man Gleichgesinnte, um dies mal auszuprobieren.

6. Wühle im Dreck

Ab in den Garten oder auf den Balkon! In Erde – zum Beispiel Blumenerde – befinden sich reichlich Bakterien, die auf das Gehirn wie ein Antidepressivum wirken. Diese können dazu beitragen, dass vermehrt Serotonin ausgeschüttet wird und das Wohlbefinden steigt. Von diesen positiven Effekten berichten auch Studien mit Krebspatienten – diese verspürten danach mehr Lebensqualität.

7. Hab regelmäßig Sex

Gut, so überraschend ist diese Erkenntnis jetzt nicht. Aber Schweizer Psychologen der Universitäten Lausanne und Fribourg wollten es genau wissen, ob und warum Sex glücklich macht. Anhand einer großen Online-Umfrage in den USA fanden sie heraus, dass tatsächlich ein Zusammenhang zwischen regelmäßigem Sex und der Lebenszufriedenheit besteht. Doch Achtung an alle, die jetzt losziehen und jemanden abschleppen wollen: Einen nicht unerheblichen Anteil an diesem guten Gefühl hat laut Studie auch die durch den Sex entstandene Verbundenheit mit dem Partner sowie das Kuscheln und Reden danach. Schlechte Nachrichten also für alle One-Night-Stand-Liebhaber:innen.

8. Sei ordentlich

Laut Glücksexpertin Gretchen Rubin verleiht es uns innere Ruhe, wenn wir im Äußeren alles in Ordnung haben. Dazu gehören eben auch bestimmte Strukturen und Rituale im Alltag wie das Bett machen. Es gibt uns das Gefühl, die Dinge im Griff zu haben, verleiht uns mehr Selbstwertgefühl und somit auch mehr Zufriedenheit. Auch ordentliches Entrümpeln lässt erfahrungsgemäß nicht nur die Wohnung neu erblühen, sondern verschafft uns Klarheit und Zufriedenheit in der Seele.

 

9. Werde gemächlich

Dieser Tipp kommt übrigens vom Papst höchstpersönlich. Er rät dazu, langsamer zu werden und nennt dabei durchaus unkatholische Aktivitäten wie Yoga oder Meditation. Er empfiehlt, Stress zu vermeiden und gemütlicher zu leben. Und tatsächlich: es gibt Studien, die belegen, dass Gemütlichkeit das Leben verlängert. Hoffen wir also, dass der Papst sich nicht aufreibt bei all seinen Dienstpflichten und uns noch lange erhalten bleibt. Der nächste Tipp kommt ebenfalls vom Papst.

10. Lass die Jungen arbeiten

Wie, doch nicht faulenzen? Hier bezieht sich Franziskus wohl eher auf die Tatsache, dass viele junge Menschen arbeitslos sind und somit deren Selbstwertgefühl stark leidet. Er appelliert an alle Unternehmer:innen, Jobs für junge Menschen anzubieten. Man müsse ihnen zudem die Qualifikationen verschaffen, die sie in die Lage versetzen, „den Speck nach Hause zu bringen“ und die darin liegende Würde zu spüren.

Genereller Tipp obendrauf: Anderen Menschen etwas Gutes tun macht immer glücklich (siehe auch Blogartikel „glücklich machen macht glücklich“). Und vielleicht fällt dir ja auch etwas ein, womit du andere am Weltglückstag glücklich machen kannst. Auch dabei wünsche ich viel Spaß!

Was ist der Weltglückstag?

Mit dem „Weltglückstag„, den es seit 2013 gibt, haben die Vereinten Nationen anerkannt, dass Glück ein „grundlegendes Ziel für die Menschen“ ist. Sie betonen, dass „Fortschritt“ nicht nur Wachstum bedeuten sollte – sondern auch die Erhöhung von Glück und Wohlbefinden für die Menschen. Sie berufen sich dabei auf die drei Säulen „Soziales“, „Wirtschaft“ und „Umwelt“, die gleichsam wichtig sind. Auch bei den „17 Zielen für nachhaltige Entwicklung“ (2015 von den UN beschlossen) geht es nicht nur um Reduzierung der Armut, sondern auch um Wohlbefinden und Gesundheit, Frieden, Gerechtigkeit, Bildung und Nachhaltigkeit. Das kleine Land Bhutan macht es vor. Schon seit den 70er Jahren hat hier das „Bruttonationalglück“ vor dem Bruttosozialprodukt Priorität. Bereits die Schulkinder erlernen hier „Glückskompetenzen“ wie Achtsamkeit, Empathie und Meditation.

Weitere Glücklichmacher

Online-Kurs „Aktiviere dein inneres Glück“

Lachyoga-Workshop

Glückstipps auf Youtube

Einsamkeit – die Pandemie in der Pandemie

Corona: Die größte Krise seit dem Zweiten Weltkrieg

Die UN bezeichnen die Corona-Pandemie als „die größte Krise der Menschheit seit dem Zweiten Weltkrieg“. Wir werden uns immer mehr darüber bewusst, dass das nicht nur mit dem Virus selbst zu tun hat. Laut Neurowissenschaftler Manfred Spitzer leiden die meisten Menschen mehr unter den Folgen der Pandemie als unter dem Virus selbst. Es scheint, dass die Corona-Einschränkungen und -Maßnahmen – ohne deren Notwendigkeit in Frage zu stellen – vor allem das verstärken, was vorher schon da war. Kinder aus Brennpunkt-Familien haben keine Anlaufstelle mehr, freischaffende Künstler, die sich vorher schon durchschlagen mussten, landen in der Hartz-4-Falle, die Innenstädte sterben aus zugunsten von Online-Riesen wie Amazon, Google, Apple und co., Pharmafirmen und die Gaming-Industrie sind auf dem Vormarsch.

Nicht nur wirtschaftlich gesehen werden wir noch lange mit den Folgen der Pandemie leben müssen. Es verstärkt sich auch ein Phänomen, das ebenfalls schon vorher einen besorgniserregenden Trend in der Gesellschaft darstellte: Einsamkeit. Menschen, die vorher schon einsam waren, sind jetzt nochmal isolierter. Laut Manfred Spitzer ist Einsamkeit mehr als allein sein: Wer einsam ist, erkrankt häufiger als andere an Krebs, Herzinfarkt, Schlaganfall, Depressionen und Demenz. Einsamkeit ist laut Spitzer die Todesursache Nummer eins in den westlichen Ländern. Dies wird mittlerweile weltweit von zahllosen wissenschaftlichen Studien bestätigt.

Einsam ist nicht gleich allein

Ich selbst habe jahrelang alleine gelebt und kenne die Vor- und Nachteile. Ich weiß, wie es sich anfühlt, wenn ich am Samstagabend alleine zu Hause sitze, während die Nachbarn um mich herum laut Party feiern. Ich kenne das Gefühl der Leere, wenn am Sonntagnachmittag die Sonne scheint und ich keine Freundin finde, die mit mir einen Ausflug macht. Meist konnte ich mich in der Zeit mit guter Planung (schon am Montag das Wochenende planen) und gezielten Verabredungen gut durch solche Zeiten „retten“. Wenn jedoch – so wie jetzt im Lock-Down – alle Möglichkeiten für Verabredungen und gemeinsame Unternehmungen – Kultur, Chor, Theater, Sport, Vereinstreffen etc. – wegfallen, dann sind die Folgen fatal. Nicht nur das Corona-Virus, sondern auch die damit verbundene Einsamkeit breitet sich aus wie eine Pandemie.

Schon vor der Corona-Krise haben sich knapp 50% der Deutschen ziemlich oft einsam gefühlt. Allerdings ist sich einsam fühlen ist nicht immer gleichzusetzen mit alleine sein. Einsam fühlen sich nicht nur per se Singles und Alleinstehende. Auch Verheiratete oder Menschen, die in einer Familie leben, können sich einsam fühlen, selbst wenn sie nicht alleine sind. Auch ein großer Freundeskreis schützt nicht vor Einsamkeit. Vielleicht kennst du solche Situationen: du bist auf einer großen Party, einem Konzert oder einem Business Empfang – also unter vielen Menschen – und fühlst dich einsam. Oder du bist umgekehrt allein auf einem Spaziergang oder auf einer erfüllenden Reise – und du bist absolut im Reinen mit dir und zufrieden mit allem. In dem Fall bist du alleine, aber nicht einsam.

Soziale Beziehungen – für Glück und Gesundheit

Unbestritten ist in der Glücksforschung jedoch die Erkenntnis, dass gute und erfüllte soziale Beziehungen die wichtigste Voraussetzung für ein glückliches und gesundes Leben sind. Dies ist zum Beispiel das Ergebnis der Grant Study – einer Langzeit-Studie der Harvard University, die seit 75 Jahren anhand verschiedener Lebensläufe untersucht, was ein zufriedenes Leben ausmacht.

Wie können wir also in Zeiten der Pandemie und der damit verbundenen Isolation zu sozialer Verbundenheit und Zusammenhalt beitragen? Was können wir tun, um aus der Corona-Pandemie nicht eine Einsamkeitspandemie werden zu lassen? Wenn du Menschen kennst, die sich einsam fühlen, oder wenn du selbst manchmal in der „Einsamkeitsfalle“ landest, dann können die folgenden 4 Fragen dabei helfen, die Situation zu reflektieren und einen Weg heraus zu finden – wenn man denn möchte:

1. Ist die Einsamkeit wirklich unfreiwillig oder selbst gewählt?

So manche Menschen fühlen sich zwar einsam oder klagen auch über Einsamkeit. Aber einige finden es am Ende immer noch bequemer, nichts zu unternehmen, als den Preis dafür zu zahlen, den es erfordert, sich mit Menschen zu verbinden. Denn es braucht auch Mut und vielleicht einen Schritt aus der Komfortzone, um aktiv zu werden und Kontakte zu knüpfen. Das geht gerade nicht, wegen Lock-Down, Corona und überhaupt? Ist es wirklich so? Das Internet ist voll von Online-Angeboten, bei denen sich Menschen verbinden können – viele davon sogar kostenfrei. Ja, es braucht die Bereitschaft, sich mit der Technik zu befassen und sich auf neue, virtuelle Abenteuer einzulassen. Aber das ist selbst was mit einem Smart Phone möglich. Immer wieder bin ich erstaunt und beeindruckt, wie zum Teil über 80-jährige Menschen bereit sind, dies auszuprobieren – weil sie wissen, dass die virtuelle Verbindung besser ist als gar nichts, und weil sie oft flexibler sind als wir bisher dachten. Alles zu kompliziert? Dann ist es auch ok. In dem Fall ist die selbstgewählte Einsamkeit vielleicht die leichtere Lösung.

Natürlich gibt es auch Menschen, die ungewollt einsam sind. Die irgendwo gestrandet sind in einem anderen Land. Obdachlose oder sozial Schwache, die keine Möglichkeiten hab, online zu gehen. Die brauchen unsere Hilfe. Und ich bin sehr dankbar, dass es Initiativen und Einrichtungen gibt, die solchen Menschen helfen – wenn sie es denn wollen. Und dass es Menschen gibt, die sich ihrer annehmen. Manchmal ist es das beste Mittel gegen Einsamkeit, anderen zu helfen, die einsam oder bedürftig sind. Engagement macht glücklich, das belegen zahlreiche Studien (siehe Blogartikel „nicht jammern – engagieren“).

Trotzdem bleibt natürlich die Frage: Was können Menschen tun, die sich oft einsam fühlen und derzeit einfach nicht die Kraft oder nicht die Möglichkeit haben, das zu ändern? Wie kann man in dem Fall dennoch gut durch die Zeit kommen?

2. Wie kannst du aus der Situation das Beste machen?

Egal, ob deine Einsamkeit gewählt oder unfreiwillig ist: lass dich nicht noch zusätzlich dadurch runterziehen, dass es gerade so ist wie es ist. Akzeptiere die Situation in diesem Moment voll und ganz. Vielleicht ist es morgen wieder anders, oder übermorgen, oder dann wenn es passt. Du bist jetzt genau in diesem Moment da, auch wenn du alleine bist. Mach das Beste draus und genieße die Zeit mit dir selbst! Lass es dir gut gehen, mach dir Geschenke, nimm dir jeden Tag etwas Schönes vor. Lerne meditieren, such dir gute Bücher raus, verwöhne dich selbst. Sorge dafür, dass du dich nicht einsam fühlst, sondern vielmehr im Reinen mit dir selbst.

Qualität statt Quantität

Mach dir bewusst: So manches Mal kann es tatsächlich die bessere Wahl sein, das alleine sein zu genießen statt „aus der Not heraus“ Zeit mit Menschen zu verbringen, die dich langweilen oder runterziehen. Es lohnt sich immer, genau hinzuschauen, welche Kontakte gut tun und welche nicht.

3. Bist du mit dir selbst im Reinen?

Du hast dich dafür entschieden, Verbindung zu Menschen zu suchen, rauszugehen (wenn vielleicht derzeit auch virtuell) und Kontakte zu knüpfen? Dann sei dir selbst der beste Freund, die beste Freundin. Es ist immer einfacher, nicht aus der Bedürftigkeit heraus auf Menschen zuzugehen, sondern mit einer inneren Haltung, dass du jemand bist, mit dem du selbst gerne Zeit verbringen würdest. Mach eine Bestandsaufnahme deiner Stärken und Schwächen und frage dich: was ist die höchstmögliche Version deiner Selbst? Inwieweit kannst du dir die Akzeptanz und Zuwendung, die du dir vielleicht von anderen wünschst, auch selbst geben? Wie viel von dem Einsatz, den du dir von anderen wünschst, bist du bereit von dir aus zu geben?

4. Was kannst du jetzt tun, um etwas zu ändern?

Das Universum ist dir wohlgesonnen. Wenn du dir neue Kontakte oder tiefe Verbindungen wünschst, dann wird es diese für dich parat haben. Allerdings ist es gut, wenn du ein Zeichen gibst, dass du das auch wirklich wirklich willst – indem du möglichst viele Chancen erschaffst. Also, suche dir Kurse, Gelegenheiten, Freizeitgruppen oder sonstige Angebote raus, die dich interessieren. Das, was online startet, kann sich ja durchaus in reale Kontakte verwandeln. Eine offene Haltung der Neugier unterstützt dies: Offenheit gegenüber neuer Technik, aber auch gegenüber neuen Menschen und deren Eigenheiten. Bewerte nicht gleich jeden. An jedem Menschen können wir irgendetwas Besonderes finden – vielleicht ein spannendes Hobby, eine inspirierende Lebenserfahrung oder eine sonstige Gemeinsamkeit. Es lohnt sich, andere nicht sofort in eine Schublade zu stecken. Später kannst du immer noch entscheiden, ob jemand wirklich auf deiner Wellenlänge ist oder dich eher langweilt oder runterzieht.

Manchmal müssen es auch gar nicht neue Kontakte sein. Vielleicht gibt es alte Freundinnen oder Freunde, die sich in diesem Zeiten über einen Anruf freuen würden. Die Welt da draußen ist voll von Möglichkeiten – sowohl derzeit online als auch später wieder persönlich. Es braucht nur die Entscheidung, sich darauf einzulassen und sich nicht sofort wieder abschrecken zu lassen. Ja, es gibt auch Idioten da draußen, seltsame, ätzende und anmaßende Leute. Aber es gibt auch viele warmherzige, offene, neugierige und hilfsbereite Menschen, die es wert sind, gefunden zu werden. Wer selbst bereit ist, anderen etwas zu geben, sie zu unterstützen und für sie da zu sein, wird auch Menschen treffen, die das schätzen und – auf ihre Art und Weise – zurückgeben.

Im Hier und Jetzt – allein UND gemeinsam

Letztendlich gibt es in jedem Leben auch mal Phasen des Alleinseins und der Gemeinschaft. Dies kann sich ja auch phasenweise abwechseln. Egal, in welcher Phase du gerade bist – ob vorübergehend oder längerfristig, ob unfreiwillig oder selbst gewählt. Du kannst immer entscheiden, mit welcher inneren Einstellung du die Zeit erlebst. Kurzum: genieße das allein sein, sei offen für Herzensverbindungen und schließe Freundschaft mit dir selbst! Diese Meditation kann dich dabei unterstützen.

Ich wünsche dir, dass du weiterhin in Zuversicht, guter Energie und Liebe – zu dir selbst wie zu anderen – durch diese Zeit kommst!

Namasté Angela

Tipps und Links

Online-Kurs „Der Glücks-Charakter-Booster“

Meditation für Selbstliebe

Hier findest du zoom-Gruppe-Angebote, z.B. für Lachyoga

Video: 3 Schritte aus der Einsamkeitsfalle

Der beste Erfolgscoach aller Zeiten

Auch wenn viele von uns nicht mehr in die Kirche gehen oder gar ausgetreten sind, feiern wir immer noch sehr gerne Feste wie Ostern und Weihnachten. Meist mit gutem Essen, Geschenken, Familientreffen, Verwandtschaftsbesuchen – sprich, oft auch jeder Menge Stress. Dann sind wir so beschäftigt mit Kuchen backen, Eier anmalen, Baum oder Strauch schmücken, die Wohnung dekorieren oder zu Verwandten fahren, dass wir vergessen, uns der eigentlichen Bedeutung dieser Feiertage bewusst zu werden.

Doch unabhängig davon, ob wir an Gott glauben oder nicht, bin ich der Meinung, dass Jesus – um den es sich ja bei diesen Festen vor allem dreht – ein besonderer Mensch und – nach heutigen Kriterien – ein richtig guter Coach war. Und das hat gar nicht mal etwas mit Religion zu tun, sondern einfach mit dem, was Jesus uns vorgelebt hat und welche Werte und Botschaften er uns vermittelt hat. Dabei ist es egal, ob wir Jesus als eine Art „Heiligen“ oder „Gottes Sohn“ sehen, oder einfach nur als besonderen Mensch, der Gutes getan hat, für Frieden gegangen ist und die Denkweise der Menschen verändert hat – so wie zum Beispiel auch Gandhi, Mutter Teresa oder Nelson Mandela.

Was, wenn Jesus also einfach ein guter „Erfolgscoach“ war? Ich bin davon überzeugt. Denn das, was heutige „Erfolgscoaches“ uns erzählen, hat Jesus schon wie selbstverständlich vor über Zweitausend Jahren vorgemacht und gelehrt. Hier einige seiner „Erfolgsgeheimnisse“, die ich mit euch teilen möchte:

1. Jesus hatte eine Vision

Jesus träumt von einer Welt, in der Liebe, Mitgefühl und Vergebung vorherrschen statt Krieg und Kampf. Er hat diese Vision mit den Menschen geteilt und hat alles dafür gegeben, um diese Vision Wirklichkeit werden zu lassen. Seine Vision für die Menschen und für die Welt war so stark, dass er sogar bereit war, mit seinem Leben dafür zu bezahlen. Er hat ganz klare Werte gehabt und ist für diese gegangen. Auch, wenn diese nicht dem „Establishment“ – also den damaligen Kirchenoberen – entsprochen haben, hat er sich nicht davon abbringen lassen, für diese Werte einzustehen.

2. Jesus hatte den Mut, sich mit seinen Werten zu zeigen

Viele Menschen haben vor allem deshalb Angst, zu ihren Werten zu stehen, weil sie damit auch Gefahr laufen, ausgelacht oder verspottet zu werden. Das Beispiel von Jesus zeigt: Je mehr wir ins Leuchten kommen, umso größer die Gefahr, dass Menschen Angst bekommen und dagegen ankämpfen. Doch Jesus hat sich davon nicht beirren lassen. Er hat sich gezeigt, mit seiner Vision und seinen Werten. Er hat es in Kauf genommen, ausgelacht, verspottet und letztlich sogar hingerichtet zu werden, um seine Botschaft zu verbreiten. Er hat sich auf den Berg gestellt, um zu reden, auf das Boot, überall hin, damit alle Menschen ihn sehen können.

Doch gleichzeitig hat er sich nie als der große, unfehlbare Guru aufgespielt. Er hat das Wohlwollen der Menschen nicht ausgenutzt, um sein Ego aufzupolieren, sondern es ging ihm immer um die Sache. Er ist bei allem immer demütig geblieben, hat anderen Menschen die Füße gewaschen, sich mit Verbrechern und Sünderinnen unterhalten, und er hat jedem vergeben, der sich Fehltritte geleistet hat, sogar wenn es gegen ihn selbst war.

3. Jesus konnte zuhören

Viele heutige Erfolgscoaches hören vor allem eine Person gerne reden: sich selbst. In heutigen Zeiten sind die meisten Menschen vor allem bestrebt, ihren eigenen „Ballast“ loszuwerden, doch sie hören nicht mehr zu. Dieser Trend zeigt sich sowohl in Social Media als auch oft privat. Dialoge, in denen zwei Menschen sich gegenseitig aktiv und aufmerksam zuhören und wirklich auf den anderen eingehen, sind rar geworden. Jesus wusste, wie wichtig es ist, anderen Menschen zuzuhören und sich auf sie einzulassen, ohne sie gleich zu bewerten oder abzukanzeln.

4. Jesus hat das mit dem Storytelling voll drauf gehabt

Damals hat man die heute sehr beliebte Marketing-Technik jedoch noch anders benannt. Sprich: Jesus hat Geschichten erzählt, oder auch „Gleichnisse“. Für jede Botschaft, die er vermitteln wollte, hat er den Menschen eine Geschichte erzählt und sie damit in ihrer Lebenswirklichkeit abgeholt. Ob es die Geschichte von Arbeitern am Weinberg ist, von einer Hochzeit, vom verlorenen Sohn – jeder konnte sich in diesen Geschichten wiederfinden.

5. Jesus hat sich ein gutes Team aufgebaut

Er hat sich seine 12 Jünger zusammen geholt und vermochte es, sie so zu begeistern und zu motivieren, dass sie von sich aus alles getan haben, um Jesus und seine Vision zu unterstützen. Er hat Gutes für sie getan, ihm waren der Zusammenhalt und die Gemeinschaft wichtig, er hat sie gelobt, gefördert und beschenkt.

Und er konnte nicht nur motivieren, sondern auch delegieren – eine Fähigkeit, die leider nicht bei jeder Führungskraft selbstverständlich ist. Er hat anderen zugetraut, seine Aufgaben – zum Beispiel das Taufen – zu übernehmen. Er hat sich ein Team von Menschen aufgebaut, das bedingungslos an ihn geglaubt hat, selbst als sonst kein anderer mehr an ihn geglaubt hat. Und ja, er hat mit Judas auch einen „Verräter“ in seinem Umfeld gehabt. Und ihm vergeben. Was wiederum in sich ein Beispiel dafür ist, dass kein Mensch unfehlbar ist. Auch nicht wir selbst. Und was vielleicht auch zeigt, dass wir mit dieser Fehlbarkeit einfach leben lernen müssen und dürfen.

Aber – war Jesus denn überhaupt erfolgreich?

Jetzt könnte man sich fragen, ob man Jesus überhaupt als einen erfolgreichen Coach bezeichnen kann. Schließlich hat er nicht in Saus und Braus gelebt, keine 5 Rolls-Royce besessen, und am Ende wurde er getötet und verspottet. „Erfolg ist das, was erfolgt, wenn wir aktiv werden“ heißt es immer so schön. Dafür ist ja zunächst die Frage, wie derjenige, der etwas erreichen möchte, sein Ziel definiert und damit auch erkennt, ob er erfolgreich ist oder nicht. Jesus hatte es zum Ziel, neues Bewusstsein unter die Menschen zu bringen. Er wollte Liebe vorleben und den Menschen deutlich machen, dass Liebe und Mitgefühl wichtiger sind als materielle Besitztümer oder Status. Er hat einen Ruck unter die Menschen gebracht und sie zum nachdenken inspiriert.

Und wenn man eines sagen kann: Wenn das Buch, in dem die Geschichte eines Menschen beschrieben ist, über Jahrtausende zum Dauerbestseller wird, wenn eine ganze Bewegung entstanden ist, die aus dieser Botschaft hervor geht, ja sogar eine neue Zeitrechnung beginnt – na, wenn man das nicht erfolgreich nennen kann, dann wüsste ich nicht, was sonst! Egal also, ob du an Religion glaubst, an Jesus als Heiligen, an die Bibel oder daran, ob er wirklich gelebt hat oder nicht – wir können uns auf jeden Fall etwas von ihm abgucken.

In dem Sinne wünsche ich dir Glück und Erfolg!

Alles Liebe

Angela

Du möchtest Unterstützung bei der Umsetzung dieser Tipps? Dann komm in meinen nächsten Kurs…

Glückstipps: Wie du Jesus‘ Erfolgsgeheimnisse auch heute für dich nutzen kannst

 

1. Formuliere deine Vision

Wie möchtest du das nächste Jahr erleben? Ja, es gibt bestimmte äußere Umstände, die nicht veränderbar sind. Wir wissen nicht, wann das Leben wieder normal wird. Aber je klarer deine Absicht, was DU im neuen Jahr erleben möchtest, umso größer die Wahrscheinlichkeit, dass es auch eintritt. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, deine Vision zu formulieren – schreibe sie auf, suche dir Bilder heraus für ein Vision Board oder Mind Movie oder suche dir eine schöne Meditation, um in dein gewünschtes Zukunftsbild hinein zu gehen. Das SMILE-Programm unterstützt dich dabei…

2. Stehe zu deinen Werten

Sei dir deiner Werte klar und zeige dich damit – du kannst es nicht jedem Recht machen, also gehe dafür und trau dich, zu leuchten und deine Werte vorzuleben!

3. Höre zu

Nutze jede Gelegenheit, um anderen Menschen zuzuhören – das kann auch am Telefon oder in der Videokonferenz sein – versuche, dich wirklich in sie hinein zu fühlen und stell dir vor, du wärst an ihrer Stelle – wie würdest du selbst reagieren, was würdest du tun in ihrer Situation? Achte aber auch darauf, keine ungefragten „Coaching-Tipps“ zu geben.

4. Erzähle Geschichten

Was hast du zu erzählen? Wie kannst du eine Botschaft anhand von Geschichten, Bildern oder Beispielen vermitteln? Frage dich, ob das, was du erzählen möchtest, in die Lebenswirklichkeit der anderen passt und finde Ideen und Beispiele, um sie dort abzuholen. Sieh es als Spiel, das manchmal so richtig Spaß machen kann! So zeigt es zumindest meine eigene Erfahrung.

5. Suche dir ein gutes Team

Ob beruflich oder privat – du kannst selbst dein Umfeld gestalten. Tu den Menschen in deinem Umfeld Gutes, motiviere sie und gib auch Verantwortung ab. Statt dich zu beschweren, dass du alles alleine machen musst, delegiere immer wieder Aufgaben und lass dann los. Erwarte am Anfang nicht zu viel Reaktion, aber Schritt für Schritt kann sich etwas verändern. Gestehe dir selbst und anderen zu, dass keiner perfekt ist.

Viel Spaß und viel Erfolg damit!

Angela